Staatsterrorismus in Lateinamerika
Auf Mapuche angesetzter Staatsanwalt bestätigt Unterstützung der Armee -
Paraguayische Campesinos in argentinischem Gefängnis seit über 12 Tagen im Hungerstreik -
Brutale Verteibung von Indigenas in Ecuador
Paraguayische Campesinos in argentinischem Gefängnis seit über 12 Tagen im Hungerstreik -
Brutale Verteibung von Indigenas in Ecuador
Chile: Oberstaatsanwalt von Araukanien will den internationalen "Antiterrorkampf" importieren, um ihn gegen den indigenen Widerstand einzusetzen. Das Militär ist bereits am Zug...
UNTERDRÜCKUNG DER MAPUCHE AUF MILITÄRISCHER EBENE
Agrupacion Mapuche Kilapan; 27.08.08
In einem Interview mit der Tageszeitung La Segunda (El Mercurio) sprach der Chef der Repression gegen die Bewegung der Mapuche, Staatsanwalt Francisco Ljutebic, vom Einsatz von Heerestechnologie und der Luftwaffe für geheimdienstliche Tätigkeiten auf Mapucheterritorium. Ferner lobte er die diesbezüglichen Erfahrung von repressiven Ländern wie Kolumbien und Spanien.
Diese Aussagen manifestieren den Zuwachs von Mitteln und Machtbefugnissen des Staatsterrorismus, der zusammen mit einer Medienkampagne den Widerstand der Mapuche dämonisiert, um einerseits die soziale Unterstützung für deren Kampf zu vermindern und zu zerschlagen und auf der anderen Seite den Weg für sein gewaltsames Vorgehen freizumachen.
Laut seinen Ermittlungen, so Francisco Ljutebic, "existieren Gruppen von zwischen 10-12 Personen, von denen jede eine bestimmte Aufgabe erfüllt, die Verkleidungen und Vermummungen einsetzen, Waffen besitzen und kurzfristige Aktivitäten durchführen", diese "schliessen sich dem an, was die Leuten unter Guerilla verstehen".
Francisco Ljutebic ist primär der Oberstaatsanwalt der Region Araucanía, kontrolliert jedoch die Ermittlungen sowie die Repression in Araukanien (Malleco, Cautín) und im Bio Bio (Arauco). In dem Interview sagt Ljutebic, dass seit 2005 ein Anstieg "geplanter" und "ideologisierter" Gewalt stattfinden würde und dass es zur Niederschlagung dieses Widerstands an "polizeilichen Spezialtruppen, wie sie in den Zonen Kolumbiens, Spaniens und Zerntralamerika eingesetzt würden, fehlt."
Er bestätigte den Einsatz von Satelliten zur Aufspührung vermeintlicher "Lager", die jedoch unzureichend seien, da der Mechanismus zum Erlangen von Informationen nicht so unmittelbar funktioniert, wie gewünscht. Da sie aber "ein essentielles Werkzeug zur Aufdeckung momentanen Geschehens seien", würden die Geheimdienste eine bessere Technologie fordern. Laut dem Oberstaatsanwalt werden über Abkommen mit Polizei und Militär verliehene Satellitentechnologie sowie das Informationsregister der chilenischen Armee genutzt: "Das Geographische Institut der Armee und die Luftwaffe halfen uns bei der Erstellung fotographischer Luftdiagramme. Diese militärische Apparatur zu ihrer Lokalisierung, bewirkt dass die Gruppen über keine mehr oder weniger dauerhaften Aufenthaltsorte mehr verfügen, da sie ständig mit dem Erscheinen der Ermittler und ihrer Identifizierung rechnen müssen."
La Segunda: "Ist Ihnen bekannt, wieviele sich Personen jeweils in diesen Lagern befinden?"
Ljubetic: "Wir haben Informationen und es wird weiter untersucht ob es sich bei diesen Gruppen um dieselben handelt, die in der Zone aktiv waren. Möglicherweise ist es eine grössere Gruppe, die sich aufteilt und die Aktionen einzeln ausführt. Der Gegner liefert beste Informationen."
La Segunda: "Wieviele grosse Gruppen gibt es?"
Ljubetic: Wir wissen nichts über die vorangegangenen. Wir müssen diese Arbeit durch eine intensivere Geheimpolizei verstärken, um diese Gruppen zu infiltrieren."
LS:"Gibt es paramilitärische Trainings?"
Ljubetic: "Wie ich gesehen habe ist anzunehmen, dass sie eine ihrem Usus entsprechende Planung verfolgen, die wir als Guerillaglück bezeichnen könnten."
LS: "Wo finden die Ausbildungen statt?"
Ljubetic:"Die ersten Anzeichen für geplantes Vorgehen zeigten sich bei dem Attentat auf Luchsinger im Juni 2005. Danach wiesen weitere Taten ähnliche Merkmale auf: Kommando, Bekleidung ad hoc, geteilte Aufgabenbereiche, Bewaffnung und kurzzeitiges Vorgehen. Es gibt Anzeichen für eine Formation."
LS: "ETA, FARC, Kuba, oder was ?"
Ljubetic: Der einzig belegte Fakt ist, dass der in dem Lager von Lumaco verbrannte, offensichtliche Führer eine ähnliche Stimme hatte, wie die Peruaner oder Bolivianer und auch laut eines Zeugen könnte er Zentralamerikaner gewesen sein. Es gibt Aufzeichnungen über die Einreise von Personen, die mit der eventuellen Absicht an Vorbereitungen Teil zu nehmen nach Chile gekommen sind, aber das ist nicht bestätigt.
LS: Wie beurteilen Sie die polizeilichen Ermittlungen nach Jahren mit Dutzenden von Attentaten?"
Ljubetic:"Wir befassen uns mit dieser Art von Fällen, wenn sie
geschehen. Wir sind ein wenig im Hinterfreffen in diesem Bereich; die Schwierigkeit als öffentliches Ministerium liegt in der absolut direkten Verfügbarkeit der polizeilichen Ergebnisse, um diese wirksam zu machen... Die Polizei selbst muss Mechanismen ausarbeiten, um die Umsetzung von Instruktionen voranzubringen."
LS:"Das soll heissen es fehlt Ihnen die Polizei, um zu konkreteren Ergebnissen - wenigstens um zu wissen, wo diese Gruppen sich aufhalten - zu gelangen?!
Ljubetic:"Ich kenne den Grad von Direktion und Verbindung dieser Themen nicht. Die Information mit der wir arbeiten ist die der mit den StaatsanwältInnen kooperierenden Polizeigruppen. Was wir angemahnt haben ist, dass auf Landesebene eine professionelle Polizei mit bestimmten Zuständigkeitsbeamten erforderlich ist, sowohl im Bereich Drogen als auch bei Sexualdelikten."
LS: "Eine Gruppe für paramilitärische oder Guerillaaktionen?"
Ljubetic: "Ich weiss nicht, ob sie gegenwärtig solcher Art sind, aber unser Land muss in dieser Hinsicht reifen und Erfahrungen des Auslands einbeziehen... Das ist eine Realität mit der sich konfrontiert werden muss."
LS: "Was für Auslandserfahrungen?"
Ljubetic: "Auf lateinamerikanischer Ebene ganz klar Kolumbien; einige zentralamerikanische Länder; Spanien und Länder der Europäischen Gemeinschft".
http://www.kilapan.entodaspartes.ne
Seit mehr als 12 Tagen befinden sich sechs in Argentinien seit 2006 inhaftierte Bauern"führer" aus Paraguay im Hungerstreik. Ihre Forderung: politisches Asyl...
EIN DUBIOSER PROZESS
PáginaI12; 26.08.08
Die sechs Führungspersönlichkeiten aus dem bäuerlichen Widerstandsspektrum Paraguays Agustín Acosta González, Basiliano Cardozo Giménez, Simeón Bordón Salinas, Gustavo Lezcano Espínola, Roque Rodríguez Torales und Arístides Vera Silguero waren in Paraguay der Entführung und Ermordung der Tochter von Ex-Präsident Raúl Cubas Grau im September 2004 für schuldig befunden und verurteilt worden. Die Anklage basierte auf den Aussagen eines offensichtlich bezahlten Zeugen mit Verbindungen zur Mafia, so Liliana Mazea, eine der Anwältinnen gegenüber PáginaI12. Laut dem besagten Zeugen "hat Patria Libre (die Gruppierung, der einige der Gefangenen angehören) Verbindungen zu den FARC" (kolumbianische Guerrilla). Desweiteren beschrieb er ein Treffen, bei dem die Beklagten angeblich über das Schiksal von Cubas entschieden hätten.
Die paraguayische Justiz lehnte in der ersten Instanz wiederholt die Bearbeitungsanträge der Angeklagten ab und weigerte sich, sie zu entlassen. Später erfolgte der Beweis, dass Cecilia Cubas zu einem früherem Zeitpunkt als von dem Zeugen angegebenen ermordet worden war, woraufhin das Gericht das Datum einfach abgeändert hat. "Deshalb", so die Anwältin Mazea, "kann hier von keinerlei Garantien für einen unparteiischen Prozess die Rede sein. Eine Auslieferung bedeuet für die Gefangenen überdies konkrete Lebensgefahr, da in den Gefängnissen Paraguays beauftragte Killer Häftlinge ermorden. Bei vorherigen Fällen wurde versucht, Führungspersonen von Patria Libre Entführungen in die Schuhe zu schieben."
Angesichts dieses bedrohlichen Panoramas suchten die sechs Beschuldigten die Botschaft in Asunción auf und legten vor der argentinischen Delegation die Verfolgung, der sie und mehrere Bauernorganisationen ausgesetzt waren, dar, einschliesslich der Ermordung von Genossen. Botschafter Rafael Roma sicherte ihnen daraufhin politisches Asyl in Buenos Aires zu. Die Sechs glaubten ihm und reisten ab. Inzwischen jedoch hatte sich beim Wählbarkeitskomitee für Flüchtlinge (Cepare), der Durchführungskammer in Paraguay das Blatt gewendet und man hatte, in Ignoranz der Beschlüsse von Entscheidungsrichter Pedro Mayor Mercado Untersuchungshaft angeordnet.
Drei der jetzt Hungerstreikenden wurden von Interpool in den Büros von Cepare verhaftet; einer in Florencio Varela und der sechste in der Nähe seines Arbeitsplatzes unter Einsatz von Hubschraubern und der Anwesenheit von Crónica TV.
Nachdem sie von dem Asylgesuch erfahren hatte, erwirkte die Mutter von Cecilia Cubas die schnelle Reaktion der politischen und justiziellen Mächte beider Länder. Drei Tage nach ihrer Festnahme wurde den Beschuldigten im Gericht von Devoto mit dem Argument, dass Paraguay ein demokratisches Land ist in dem der Rechtsstaat regiert, eröffnet, dass ihr politisches Asyl abgelehnt ist
Während des Auslieferungsprozesses legte die Untersuchungs und Rechtsverteidigungsfoundation Argentiniens (Fidela) dem Bezirksrichter Ariel Lijo zahlreiche Beweise vor; u.a. die Zeugenaussage von Martín Almada, ein anerkannter Kämpfer für Menschenrechte, der bestätigte, dass die Organisation Patria Libre in Paraguay verfolgt wird und dass die Verhafteten "als Sündenböcke der paraguayischen Justiz" herhalten mussten. Der Richter anerkannte die Verfolgung jedoch nicht und entschied die Gültigkeit der Auslieferung. Auch ein Widerspruch beim Obersten Gericht erbrachte keine fruchtbare Antwort. Das Höchste Gericht, so hiess es, könne nicht über diese Grundsatzfrage entscheiden, solange die Exekutivmacht ihnen nicht den Flüchtlingsstatus zuerkannt hat. Damit hat die Mutter von de Cubas, die durch ihre Ehe die Unterstützung der Lobby von Juan Carlos Blumberg geniesst, Erfolg gezeitigt. Obwohl das Ministerium für Menschenrechte zugunsten der Gefangenen aus Paraguay entschieden hat, erfolgte seitens des Innenministeriums keine dementsprechende Reaktion, da "die Akten nicht auffindbar sind"!
Nach drei Jahren und drei Monaten waren die Paraguayer es müde zu warten. Sie halten es für durchführbar, dass Lugo von Argentinien fordern kann ihnen Asyl zu gewähren, ohne dass er damit das eigene Land kompromitiert. Die politischen Gefangenen sind der Meinung, dass die neue Regierung zwar sehr unterschiedlich zu jener der Partido Colorado ist, dass aber die justiziellen,-polizeilichen und Strafvollzugsstrukturen und die "Mafias gegen die Kämpfenden" sich nicht von heute auf morgen ändern werden. Eine Auslieferung kommt für die Sechs der Todestrafe gleich..., aus diesem Grund haben sie nun zum Mittel des Hungerstreiks gegriffen.
Das Kommunique zu ihrer Unterstützung wurde von dutzenden Organisationen und Persönlichkeiten unterzeichnet, darunter
Hebe de Bonafini (Mütter der Plaza de Mayo), Adolfo Pérez Esquivel, Oswald Bayer, Daniel Viglietti, Eduardo Galeano, Victoria Donda, Miguel Bonasso, Martín Almada, Argentinische Liga für Menschenrechte, Fidela, Bauernunion von Poriajhú, Koordination für die Freiheit politischer Gefangener, Paraguayische Menschenrechtskomission in Argentinien, Bewegung der Opfer der Diktatur von Stroessner, Ceprodh, Kommunistische Partei, Pañuelos en Rebeldía, u.v.m.
http://www.glayiu.org/?accion=ver&tipo=noticia&id=6941
Ecuador
GEWALTSAME VERTREIBUNG
Marc Delcan, Mayka de Castro, Sergio de Castro für Kaos en la Red; 27.08.08
Am 19. August vertieb ein mit Hubschraubern, scharfen Hunden und Tränengas bestücktes, 1000 Mann starkes Aufgebot von Polizeikräften 300 indigene Familien von ihrem angestammten Land. In einem drei Tage danach veröffentlichten Kommunique prangerte die Konföderation indigener Nationalitäten von Ecuador (CONAIE) die Operation aufgrund der während ihres Verlaufs zerstörten und in Brand gesteckter Häuser sowie der Misshandlung von Frauen und Kinderrn, als "unverhältnissmässige Aktion" an. Ausserdem, so die Organisation, lasse die Schlagkraft, mit der die Polizeioperation durchgeführt wurde, darauf schliessen, dass die "Verteibung aufgrund vorheriger Anordnung erfolgte". Überdies hatte die Leiterin des Verwaltungsbezirks Pastaza laut Zeugen im Vorfeld gleich mehrere Male verweigert, ein Schreiben mit dem die Räumungsanordnung gefordert wurde, in Empfang zu nehmen. Die vertriebenen indigenen Familien besitzen Eigentumstitel, die ihnen im Jahr 2000 offiziell zugesprochen worden waren und die von den Autoritäten anhand des besagten Schreibens auf weitere, 1947 anerkannte, kommunitäre Gebiete hätten angewandt werden können. CONAIE beklagt in ihrem Kommunique, dass die formelle Vorangstellung von Eigentum gegenüber den Eigentumstiteln für angestammtes und den Indigenas bewohntem Land (Land der Ahnen) ein Problem darstellt, von dem zahlreiche indigenen Gemeinden betroffen sind und das nach wie vor einer Lösung entbehrt. Die Organisation gemahnt ferner an die dringende Notwendigkeit der Schaffung einer Vermittlungskomission unter Teilhabe des Ombudsmanns und einer Untersuchungskomission, welche die "Legalität" der Operation beurteilt und die Verantwortlichen für die Schäden der Opfer ermittelt. Laut ihrem Sprecher Luis Yampis, werden die Rechte der (indigenen) Gemeinden weiterhin angeriffen, weil Präsident Correa weder das Akommen 169 der IOA noch das Agrargesetz oder die Erklärung über die Rechte der inidigenen Völker der UNO umsetzt. Letztere besagt in ihrem Art. 57.4, dass den indigenen Gemeinschaften/Gemeinden das Recht zuerkannt wird, das ausserordentliche Eigentum ihres Gemeinschaftslandes zu bewahren, das in keiner Zukunft angeglichen, verpfändbar und teilbar ist". Der Artiklel 261.7 enthält jedoch die Einschränkung, dass "der Staat exlusive Kompetenzen bezüglich der Naturschutzgebiete und die natürlichen Ressourcen haben wird, die sich mehrheitlich auf von den Urvölkern bewohnten, angestammten Territorien befinden.
Mit der aktuellen Verteibung hat die Regierung von Correa nicht zum ersten Mal die Sicherheitskräfte gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt... Ende November vergangenen Jahres waren 25 Zivilpersonen darunter drei Minderjährige, der Gemeinde Dayuma, Provinz Orellana, von der ecuadorianischen Armee festgenommen worden. Die Verhafteten, die von der Regierung als "Terroristen" klassifiziert wurden, hatten an einem Protest für die Umsetzung der von der Regierung 2005 eingegangenen Verpflichtungen Teil genommen, zu welchen die Schaffung von Basisdiensten in einer von durch Erdölfirmen verursachten Umweltverschmutzung hochbetroffenen Zone gehören. Die Regionale Menschenrechtsfoundation INREDH und das Menschenrechtskomitee von Orellana bestätigten, dass die Verhafteten misshandelt, bedroht und sexuell belästigt worden waren.
http://www.kaosenlared.net/noticia/ecuador-fuerte-dispositivo-policial-desaloja-300-familias-indigenas-ti
freie, leicht gekürzte Übersetzungen: tierr@
www. tierra.bloggospace.de
(work in -irgendwann- progress)
LINKS zu Artikeln mit weiterführenden Links:
Mapuche:Hungerstreik
http://de.indymedia.org/2008/08/224701.shtml
Ecuador: alle Links zum Quito-Vorschlag
http://de.indymedia.org/2007/10/197960.shtml
FARC
http://de.indymedia.org/2008/04/213914.shtml
Kolumbianischer Gewerkschafter ermordet
http://www.de.indymedia.org/2008/08/224479.shtml
www.makeitfair.org
UNTERDRÜCKUNG DER MAPUCHE AUF MILITÄRISCHER EBENE
Agrupacion Mapuche Kilapan; 27.08.08
In einem Interview mit der Tageszeitung La Segunda (El Mercurio) sprach der Chef der Repression gegen die Bewegung der Mapuche, Staatsanwalt Francisco Ljutebic, vom Einsatz von Heerestechnologie und der Luftwaffe für geheimdienstliche Tätigkeiten auf Mapucheterritorium. Ferner lobte er die diesbezüglichen Erfahrung von repressiven Ländern wie Kolumbien und Spanien.
Diese Aussagen manifestieren den Zuwachs von Mitteln und Machtbefugnissen des Staatsterrorismus, der zusammen mit einer Medienkampagne den Widerstand der Mapuche dämonisiert, um einerseits die soziale Unterstützung für deren Kampf zu vermindern und zu zerschlagen und auf der anderen Seite den Weg für sein gewaltsames Vorgehen freizumachen.
Laut seinen Ermittlungen, so Francisco Ljutebic, "existieren Gruppen von zwischen 10-12 Personen, von denen jede eine bestimmte Aufgabe erfüllt, die Verkleidungen und Vermummungen einsetzen, Waffen besitzen und kurzfristige Aktivitäten durchführen", diese "schliessen sich dem an, was die Leuten unter Guerilla verstehen".
Francisco Ljutebic ist primär der Oberstaatsanwalt der Region Araucanía, kontrolliert jedoch die Ermittlungen sowie die Repression in Araukanien (Malleco, Cautín) und im Bio Bio (Arauco). In dem Interview sagt Ljutebic, dass seit 2005 ein Anstieg "geplanter" und "ideologisierter" Gewalt stattfinden würde und dass es zur Niederschlagung dieses Widerstands an "polizeilichen Spezialtruppen, wie sie in den Zonen Kolumbiens, Spaniens und Zerntralamerika eingesetzt würden, fehlt."
Er bestätigte den Einsatz von Satelliten zur Aufspührung vermeintlicher "Lager", die jedoch unzureichend seien, da der Mechanismus zum Erlangen von Informationen nicht so unmittelbar funktioniert, wie gewünscht. Da sie aber "ein essentielles Werkzeug zur Aufdeckung momentanen Geschehens seien", würden die Geheimdienste eine bessere Technologie fordern. Laut dem Oberstaatsanwalt werden über Abkommen mit Polizei und Militär verliehene Satellitentechnologie sowie das Informationsregister der chilenischen Armee genutzt: "Das Geographische Institut der Armee und die Luftwaffe halfen uns bei der Erstellung fotographischer Luftdiagramme. Diese militärische Apparatur zu ihrer Lokalisierung, bewirkt dass die Gruppen über keine mehr oder weniger dauerhaften Aufenthaltsorte mehr verfügen, da sie ständig mit dem Erscheinen der Ermittler und ihrer Identifizierung rechnen müssen."
La Segunda: "Ist Ihnen bekannt, wieviele sich Personen jeweils in diesen Lagern befinden?"
Ljubetic: "Wir haben Informationen und es wird weiter untersucht ob es sich bei diesen Gruppen um dieselben handelt, die in der Zone aktiv waren. Möglicherweise ist es eine grössere Gruppe, die sich aufteilt und die Aktionen einzeln ausführt. Der Gegner liefert beste Informationen."
La Segunda: "Wieviele grosse Gruppen gibt es?"
Ljubetic: Wir wissen nichts über die vorangegangenen. Wir müssen diese Arbeit durch eine intensivere Geheimpolizei verstärken, um diese Gruppen zu infiltrieren."
LS:"Gibt es paramilitärische Trainings?"
Ljubetic: "Wie ich gesehen habe ist anzunehmen, dass sie eine ihrem Usus entsprechende Planung verfolgen, die wir als Guerillaglück bezeichnen könnten."
LS: "Wo finden die Ausbildungen statt?"
Ljubetic:"Die ersten Anzeichen für geplantes Vorgehen zeigten sich bei dem Attentat auf Luchsinger im Juni 2005. Danach wiesen weitere Taten ähnliche Merkmale auf: Kommando, Bekleidung ad hoc, geteilte Aufgabenbereiche, Bewaffnung und kurzzeitiges Vorgehen. Es gibt Anzeichen für eine Formation."
LS: "ETA, FARC, Kuba, oder was ?"
Ljubetic: Der einzig belegte Fakt ist, dass der in dem Lager von Lumaco verbrannte, offensichtliche Führer eine ähnliche Stimme hatte, wie die Peruaner oder Bolivianer und auch laut eines Zeugen könnte er Zentralamerikaner gewesen sein. Es gibt Aufzeichnungen über die Einreise von Personen, die mit der eventuellen Absicht an Vorbereitungen Teil zu nehmen nach Chile gekommen sind, aber das ist nicht bestätigt.
LS: Wie beurteilen Sie die polizeilichen Ermittlungen nach Jahren mit Dutzenden von Attentaten?"
Ljubetic:"Wir befassen uns mit dieser Art von Fällen, wenn sie
geschehen. Wir sind ein wenig im Hinterfreffen in diesem Bereich; die Schwierigkeit als öffentliches Ministerium liegt in der absolut direkten Verfügbarkeit der polizeilichen Ergebnisse, um diese wirksam zu machen... Die Polizei selbst muss Mechanismen ausarbeiten, um die Umsetzung von Instruktionen voranzubringen."
LS:"Das soll heissen es fehlt Ihnen die Polizei, um zu konkreteren Ergebnissen - wenigstens um zu wissen, wo diese Gruppen sich aufhalten - zu gelangen?!
Ljubetic:"Ich kenne den Grad von Direktion und Verbindung dieser Themen nicht. Die Information mit der wir arbeiten ist die der mit den StaatsanwältInnen kooperierenden Polizeigruppen. Was wir angemahnt haben ist, dass auf Landesebene eine professionelle Polizei mit bestimmten Zuständigkeitsbeamten erforderlich ist, sowohl im Bereich Drogen als auch bei Sexualdelikten."
LS: "Eine Gruppe für paramilitärische oder Guerillaaktionen?"
Ljubetic: "Ich weiss nicht, ob sie gegenwärtig solcher Art sind, aber unser Land muss in dieser Hinsicht reifen und Erfahrungen des Auslands einbeziehen... Das ist eine Realität mit der sich konfrontiert werden muss."
LS: "Was für Auslandserfahrungen?"
Ljubetic: "Auf lateinamerikanischer Ebene ganz klar Kolumbien; einige zentralamerikanische Länder; Spanien und Länder der Europäischen Gemeinschft".
http://www.kilapan.entodaspartes.ne Seit mehr als 12 Tagen befinden sich sechs in Argentinien seit 2006 inhaftierte Bauern"führer" aus Paraguay im Hungerstreik. Ihre Forderung: politisches Asyl...
EIN DUBIOSER PROZESS
PáginaI12; 26.08.08
Die sechs Führungspersönlichkeiten aus dem bäuerlichen Widerstandsspektrum Paraguays Agustín Acosta González, Basiliano Cardozo Giménez, Simeón Bordón Salinas, Gustavo Lezcano Espínola, Roque Rodríguez Torales und Arístides Vera Silguero waren in Paraguay der Entführung und Ermordung der Tochter von Ex-Präsident Raúl Cubas Grau im September 2004 für schuldig befunden und verurteilt worden. Die Anklage basierte auf den Aussagen eines offensichtlich bezahlten Zeugen mit Verbindungen zur Mafia, so Liliana Mazea, eine der Anwältinnen gegenüber PáginaI12. Laut dem besagten Zeugen "hat Patria Libre (die Gruppierung, der einige der Gefangenen angehören) Verbindungen zu den FARC" (kolumbianische Guerrilla). Desweiteren beschrieb er ein Treffen, bei dem die Beklagten angeblich über das Schiksal von Cubas entschieden hätten.
Die paraguayische Justiz lehnte in der ersten Instanz wiederholt die Bearbeitungsanträge der Angeklagten ab und weigerte sich, sie zu entlassen. Später erfolgte der Beweis, dass Cecilia Cubas zu einem früherem Zeitpunkt als von dem Zeugen angegebenen ermordet worden war, woraufhin das Gericht das Datum einfach abgeändert hat. "Deshalb", so die Anwältin Mazea, "kann hier von keinerlei Garantien für einen unparteiischen Prozess die Rede sein. Eine Auslieferung bedeuet für die Gefangenen überdies konkrete Lebensgefahr, da in den Gefängnissen Paraguays beauftragte Killer Häftlinge ermorden. Bei vorherigen Fällen wurde versucht, Führungspersonen von Patria Libre Entführungen in die Schuhe zu schieben."
Angesichts dieses bedrohlichen Panoramas suchten die sechs Beschuldigten die Botschaft in Asunción auf und legten vor der argentinischen Delegation die Verfolgung, der sie und mehrere Bauernorganisationen ausgesetzt waren, dar, einschliesslich der Ermordung von Genossen. Botschafter Rafael Roma sicherte ihnen daraufhin politisches Asyl in Buenos Aires zu. Die Sechs glaubten ihm und reisten ab. Inzwischen jedoch hatte sich beim Wählbarkeitskomitee für Flüchtlinge (Cepare), der Durchführungskammer in Paraguay das Blatt gewendet und man hatte, in Ignoranz der Beschlüsse von Entscheidungsrichter Pedro Mayor Mercado Untersuchungshaft angeordnet.
Drei der jetzt Hungerstreikenden wurden von Interpool in den Büros von Cepare verhaftet; einer in Florencio Varela und der sechste in der Nähe seines Arbeitsplatzes unter Einsatz von Hubschraubern und der Anwesenheit von Crónica TV.
Nachdem sie von dem Asylgesuch erfahren hatte, erwirkte die Mutter von Cecilia Cubas die schnelle Reaktion der politischen und justiziellen Mächte beider Länder. Drei Tage nach ihrer Festnahme wurde den Beschuldigten im Gericht von Devoto mit dem Argument, dass Paraguay ein demokratisches Land ist in dem der Rechtsstaat regiert, eröffnet, dass ihr politisches Asyl abgelehnt ist
Während des Auslieferungsprozesses legte die Untersuchungs und Rechtsverteidigungsfoundation Argentiniens (Fidela) dem Bezirksrichter Ariel Lijo zahlreiche Beweise vor; u.a. die Zeugenaussage von Martín Almada, ein anerkannter Kämpfer für Menschenrechte, der bestätigte, dass die Organisation Patria Libre in Paraguay verfolgt wird und dass die Verhafteten "als Sündenböcke der paraguayischen Justiz" herhalten mussten. Der Richter anerkannte die Verfolgung jedoch nicht und entschied die Gültigkeit der Auslieferung. Auch ein Widerspruch beim Obersten Gericht erbrachte keine fruchtbare Antwort. Das Höchste Gericht, so hiess es, könne nicht über diese Grundsatzfrage entscheiden, solange die Exekutivmacht ihnen nicht den Flüchtlingsstatus zuerkannt hat. Damit hat die Mutter von de Cubas, die durch ihre Ehe die Unterstützung der Lobby von Juan Carlos Blumberg geniesst, Erfolg gezeitigt. Obwohl das Ministerium für Menschenrechte zugunsten der Gefangenen aus Paraguay entschieden hat, erfolgte seitens des Innenministeriums keine dementsprechende Reaktion, da "die Akten nicht auffindbar sind"!
Nach drei Jahren und drei Monaten waren die Paraguayer es müde zu warten. Sie halten es für durchführbar, dass Lugo von Argentinien fordern kann ihnen Asyl zu gewähren, ohne dass er damit das eigene Land kompromitiert. Die politischen Gefangenen sind der Meinung, dass die neue Regierung zwar sehr unterschiedlich zu jener der Partido Colorado ist, dass aber die justiziellen,-polizeilichen und Strafvollzugsstrukturen und die "Mafias gegen die Kämpfenden" sich nicht von heute auf morgen ändern werden. Eine Auslieferung kommt für die Sechs der Todestrafe gleich..., aus diesem Grund haben sie nun zum Mittel des Hungerstreiks gegriffen.
Das Kommunique zu ihrer Unterstützung wurde von dutzenden Organisationen und Persönlichkeiten unterzeichnet, darunter
Hebe de Bonafini (Mütter der Plaza de Mayo), Adolfo Pérez Esquivel, Oswald Bayer, Daniel Viglietti, Eduardo Galeano, Victoria Donda, Miguel Bonasso, Martín Almada, Argentinische Liga für Menschenrechte, Fidela, Bauernunion von Poriajhú, Koordination für die Freiheit politischer Gefangener, Paraguayische Menschenrechtskomission in Argentinien, Bewegung der Opfer der Diktatur von Stroessner, Ceprodh, Kommunistische Partei, Pañuelos en Rebeldía, u.v.m.
http://www.glayiu.org/?accion=ver&tipo=noticia&id=6941 Ecuador
GEWALTSAME VERTREIBUNG
Marc Delcan, Mayka de Castro, Sergio de Castro für Kaos en la Red; 27.08.08
Am 19. August vertieb ein mit Hubschraubern, scharfen Hunden und Tränengas bestücktes, 1000 Mann starkes Aufgebot von Polizeikräften 300 indigene Familien von ihrem angestammten Land. In einem drei Tage danach veröffentlichten Kommunique prangerte die Konföderation indigener Nationalitäten von Ecuador (CONAIE) die Operation aufgrund der während ihres Verlaufs zerstörten und in Brand gesteckter Häuser sowie der Misshandlung von Frauen und Kinderrn, als "unverhältnissmässige Aktion" an. Ausserdem, so die Organisation, lasse die Schlagkraft, mit der die Polizeioperation durchgeführt wurde, darauf schliessen, dass die "Verteibung aufgrund vorheriger Anordnung erfolgte". Überdies hatte die Leiterin des Verwaltungsbezirks Pastaza laut Zeugen im Vorfeld gleich mehrere Male verweigert, ein Schreiben mit dem die Räumungsanordnung gefordert wurde, in Empfang zu nehmen. Die vertriebenen indigenen Familien besitzen Eigentumstitel, die ihnen im Jahr 2000 offiziell zugesprochen worden waren und die von den Autoritäten anhand des besagten Schreibens auf weitere, 1947 anerkannte, kommunitäre Gebiete hätten angewandt werden können. CONAIE beklagt in ihrem Kommunique, dass die formelle Vorangstellung von Eigentum gegenüber den Eigentumstiteln für angestammtes und den Indigenas bewohntem Land (Land der Ahnen) ein Problem darstellt, von dem zahlreiche indigenen Gemeinden betroffen sind und das nach wie vor einer Lösung entbehrt. Die Organisation gemahnt ferner an die dringende Notwendigkeit der Schaffung einer Vermittlungskomission unter Teilhabe des Ombudsmanns und einer Untersuchungskomission, welche die "Legalität" der Operation beurteilt und die Verantwortlichen für die Schäden der Opfer ermittelt. Laut ihrem Sprecher Luis Yampis, werden die Rechte der (indigenen) Gemeinden weiterhin angeriffen, weil Präsident Correa weder das Akommen 169 der IOA noch das Agrargesetz oder die Erklärung über die Rechte der inidigenen Völker der UNO umsetzt. Letztere besagt in ihrem Art. 57.4, dass den indigenen Gemeinschaften/Gemeinden das Recht zuerkannt wird, das ausserordentliche Eigentum ihres Gemeinschaftslandes zu bewahren, das in keiner Zukunft angeglichen, verpfändbar und teilbar ist". Der Artiklel 261.7 enthält jedoch die Einschränkung, dass "der Staat exlusive Kompetenzen bezüglich der Naturschutzgebiete und die natürlichen Ressourcen haben wird, die sich mehrheitlich auf von den Urvölkern bewohnten, angestammten Territorien befinden.
Mit der aktuellen Verteibung hat die Regierung von Correa nicht zum ersten Mal die Sicherheitskräfte gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt... Ende November vergangenen Jahres waren 25 Zivilpersonen darunter drei Minderjährige, der Gemeinde Dayuma, Provinz Orellana, von der ecuadorianischen Armee festgenommen worden. Die Verhafteten, die von der Regierung als "Terroristen" klassifiziert wurden, hatten an einem Protest für die Umsetzung der von der Regierung 2005 eingegangenen Verpflichtungen Teil genommen, zu welchen die Schaffung von Basisdiensten in einer von durch Erdölfirmen verursachten Umweltverschmutzung hochbetroffenen Zone gehören. Die Regionale Menschenrechtsfoundation INREDH und das Menschenrechtskomitee von Orellana bestätigten, dass die Verhafteten misshandelt, bedroht und sexuell belästigt worden waren.
http://www.kaosenlared.net/noticia/ecuador-fuerte-dispositivo-policial-desaloja-300-familias-indigenas-ti freie, leicht gekürzte Übersetzungen: tierr@
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LINKS zu Artikeln mit weiterführenden Links:
Mapuche:Hungerstreik
http://de.indymedia.org/2008/08/224701.shtml Ecuador: alle Links zum Quito-Vorschlag
http://de.indymedia.org/2007/10/197960.shtml FARC
http://de.indymedia.org/2008/04/213914.shtml Kolumbianischer Gewerkschafter ermordet
http://www.de.indymedia.org/2008/08/224479.shtml www.makeitfair.org
Dieses Werk ist gemeinfrei im Sinne der
Public Domain
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
drei weitere Morde in Kolumbien
The trade union movement in Colombia continues to be the constant target of murders, attempted murders, attacks, and death threats. The ITUC has denounced and strongly condemned the murder of another three trade unionists during the month of August, which brings the number of trade unionists assassinated in 2008 up to 38 (34 men and four women).
Luis Mayusa Prada, a member of the sub-directorate of the CUT (a national union centre affiliated to the ITUC) was murdered in Saravena on 8 August. Manuel Erminson Gamboa Meléndez, vice president of the association of campesinos for the defence of Putumayo, the Asociación Campesina para la Defensa del Putumayo, and a member of the national executive of the agricultural trade union federation, the Federación Sindical Nacional Unitaria Agropecuaria, also affiliated to the CUT, was killed in a barrage of gunfire, receiving seven bullet wounds, in Puerto Asís on 13 August. Omar Galeano Martinez, president of the lottery workers' federation, the Federación Colombiana de Loteros Fecolot, was brutally murdered on 23 August.