Kaisers kündigt - KundInnen kleben

Kölner Kundschaft solidarisch mit Emmely 13.08.2008 19:31 Themen: Repression Soziale Kämpfe
Gegen die Kündigung der Kollegin Emmely durch Kaiser's in Berlin gab es gestern in Köln eine kleine Solidaritätsaktion.
Wie bereits auf Indymedia berichtet, hat die Supermarktkette Kaiser's in einer Berliner Filiale der Verkäuferin Barbara E. ("Emmely") unter fadenscheinigen Gründen gekündigt, nachdem sie sich an den Streiks im Rahmen der Tarifrunde im Einzelhandel beteiligt hatte.

Siehe: Kassiererin streikt - Kaiser's kündigt
 http://de.indymedia.org/2008/07/222088.shtml

Zwei der Kölner Filialen wurden deshalb am 12. August von einer Gruppe Kundschaft besonderer Art heimgesucht. Diese KundInnen waren sehr unentschlossen, was das Kaufen anging, hinterließen aber auf ihrem Weg durch den Laden auf Regalen und Produkten jede Menge Aufkleber:

Kaiser's kündigt Kassiererin wegen Streik.
Kundschaft solidarisch mit Emmely.
www.labournet.de/branchen/dienstleistung/eh/kaisers.html

VerkäuferInnen und Kundschaft wurden mit Flugblättern über diesen Fall von Repression gegen eine aktive Kollegin informiert. Zum Abschluss zog eine kleine Demo mit Parolen durch den Laden. Die meisten VerkäuferInnen schienen über Emmely's Kündigung nichts zu wissen, und einige reagierten zunächst mit Unverständnis auf die Aktion. Es gab aber auch durchaus verhohlene Zustimmung bis hin zu offener Begeisterung.

Dies als kleiner solidarischer Gruß aus Köln an Emmely und das Solikomitee in Berlin.
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Ergänzungen

Aktionen in Berlin und Hamburg

SozialeKämpfe 14.08.2008 - 09:34
Supermarkt= Repression + prekäre Lohnarbeit

Solidarität mit gekündigter Streikaktivistin!
Gegen Repression und prekäre Lohnarbeit im Einzelhandel und anderswo

Seit Frühsommer 2007 gibt es in Berlin-Brandenburg keinen
Tarifvertrag im Einzelhandel, weil die Arbeitgeber mauern.

In Nordrhein-Westfalen wurde 15 Monate lang um einen Tarifvertrag
gekämpft - erst Ende Juli 2008 wurde ein Abschluss erreicht, der
sich weitgehend am Pilotabschluss in Baden-Würtemberg orientiert.
Die streikenden Beschäftigten können sich offensichtlich nur
schwer durchsetzen. Ein Grund ist, dass streikende Kolleginnen
von 'oben' unter Druck gesetzt werden.

Das passiert massenhaft und ist auch geschehen in der
Kaiser's-Filiale Hauptstr. 9-10 in Berlin-Hohenschönhausen.
In Berlin wehrt sich ein Bündnis aus linken Gruppen, GewerkschafterInnen und Beschäftigten aus verschiedenen Bereichen gegen die systematische Repression im Einzelhandel!

Am Montag, 18.08 findet eine Solidaritätsaktion vor einer Kaisers's - Fillialle in Berlin / Friedrichshain statt. Paralell findet in Hamburg im Rahmen der Doppelcamps zu Antirasismus und Klima eine Aktion vor einem Supermark statt, um gegen die prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse von migrantischen LandarbeiterInnen, die Obst und Gemüse für Supermarktketten produzieren, aufmerksam zu machen..
Am Montag, 18. August finden in Hamburg und Berlin Aktionen vor Supermärkten statt:

In Hamburg im Rahmen des Doppelcamps zu Antirassismus und Klima (  http://camp08.antira.info) findet die Aktion 'Reclaim your market!' statt. Neben den Arbeitsbedingungen in der Produktion von Supermarktwaren und der Rolle von Supermarkt- und Agrarkonzernen als Akteuren neoliberaler Globalisierung, soll auch die Verbindung zu prekärer Beschäftigung und Repression in Supermärkten gesucht werden.

In Berlin ruft das Komitee 'Solidarität für Emmely' zu Solidarität mit einer gekündigten Streikaktivistin und den Streiks im Einzelhandel auf.

Beide Aktionen zeigen die Möglichkeiten und Grenzen von Solidarisierungen innerhalb zwischen unterschiedlichen Gruppen von prekär Beschäftigten.
Gefragt ist eine Solidarität, die Grenzen zwischen unterschiedlichen Gruppen überschreitet: zwischen LeiharbeiterInnen und prekären Festangestellten in Supermärkten, KundInnen und Beschäftigten, ProduzentInnen im globalen Süden, migrantischen LandarbeiterInnen und Einzelhandels-Beschäftigten in Kaufhäusern und Supermärkten hier.
Die Versuche die unterschiedlichen Kämpfe im Einzelhandel zu unterstützen zeigen die Probleme einer Suche nach konkreten antikapitalistischen Perspektiven, die gemeinsame Interessen und Ziele nicht voraussetzen, sondern in sozialen Kämpfen entwickeln.
Die Kämpfe im Einzelhandel um einen Tarifvertrag können auf die Probleme und Perspektiven von Gegenwehr in prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen erweitert werden. Dazu gibt es bisher erst zaghafte Ansätze. Es liegt ans uns, Supermärkte als Teil unseres Alltags zum Ort politischer Auseinandersetzungen und der Unterstützung sozialer Kämpfe zu machen.

www.gruppe-soziale-kaempfe.org
 http://camp08.antira.info
 http://labournet.de/branchen/dienstleistung/eh/kaisers.html

Am Montag, 18. August finden in Hamburg und Berlin Aktionen vor Supermärkten statt:

In Hamburg im Rahmen des Doppelcamps zu Antirassismus und Klima (  http://camp08.antira.info) findet die Aktion 'Reclaim your market!' statt. Neben den Arbeitsbedingungen in der Produktion von Supermarktwaren und der Rolle von Supermarkt- und Agrarkonzernen als Akteuren neoliberaler Globalisierung, soll auch die Verbindung zu prekärer Beschäftigung und Repression in Supermärkten gesucht werden.

Aus dem Aufruf: "Billigware nicht zum Nulltarif. Rund um den Globus befinden sich Supermärkte auf dem Vormarsch. Bei Lebensmitteln sind es weltweit nur noch
dreißig Supermarkt-Ketten, welche ein Drittel des gesamten Handels abwickeln! Garant des Erfolgs sind in erster Linie Dauertiefstpreise – durchgesetzt von global operierenden Konzernen à la Wal-Mart, Tesco oder Metro. Einziger Haken: Die vielgepriesene Billigware gibt es nicht zum Nulltarif. Vielmehr wäre sie ohne systematische Verletzung sozialer Rechte und ohne Zerstörung ökologischer Ressourcen überhaupt nicht möglich. Unter dem Motto "Reclaim your Market" werden wir am 18.August mit mehreren hundert menschen mindestens einen Supermarkt in Hamburg aufsuchen."

In Berlin ruft das Komitee 'Solidarität für Emmely' zu Solidarität mit einer gekündigten Streikaktivistin und den Streiks im Einzelhandel auf.

*Kassiererin streikt: Kaiser's kündigt*
*Kundgebung gegen Repression und Schikanen bei Kaiser's *

am 18. August um 17 Uhr in Berlin-Friedrichshain vor dem Kaiser's
Markt Ecke Revaler Str. / Warschauer Straße (S+U+Tram Warschauer
Str., Bus 347 Helsingforser Platz);
mit Redebeiträgen u.a. vom Komitee 'Solidarität für Emmely', Lisa
Paus (Die Grünen, MdA), Gruppe Soziale Kämpfe, Kollegen aus IG
Metall und ver.di Fachbereich Medien...

flugis online als pdf

unterstützer 14.08.2008 - 13:35
hi,

das flugi, das über den fall informiert, kann unter
 http://labournet.de/branchen/dienstleistung/eh/kaisers.html
runtergeladen werden, falls es noch leute verteilen wollen -
in einigen städten heißen die kaisers-läden "tengelmann", das flugi
ist dementsprechend formuliert,

kämpferische grüße

Streik-Solidaritäts-Schablone

. 14.08.2008 - 17:50
…gegen die menschenunwürdigen Bedingungen bei der Kaiser's Tengelmann AG.

Ladet euch die Schablone runter und begeht bloß keine rechtswidrigen Handlungen…

Folgende Formate sind vorhanden:
- A4 (JPG-Format)
- A4 (PDF-Format)
- A1 (PDF-Format)

“we never get in trouble, couse we never get cought.”

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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solidarität ist eine waffe

egal 13.08.2008 - 20:29
Super soli aktion sollte in viel mehr filialen passieren!! seid laut! seid kreativ! seid aktiv!

Tolle Aktion

Pancho 14.08.2008 - 11:32
Tolle Aktion!!! Schöner wäre es noch, wenn nicht nur eine kleine Gruppe Aktivisten, sondern jeder, der davon gelesen hat, mit solchen Aufklebern bewaffnet durch die Berliner Kaiser's Märkte zöge!
Vielleicht fühlt sich ja jemand inspiriert, gleich jetzt in die nächste Kaiser's Filiale loszustarten...