Köln: Viel Presse bei Blockadetraining

miss piggy 10.08.2008 18:43 Themen: Antifa
Im Rahmen der Mobilisierung gegen den „Anti-Islam-Kongress“ von „pro Köln“ im September fand gestern ein öffentliches Blockadetraining vor dem Kölner Dom statt.
Gegen 15 Uhr hatten sich an die fünfzig AktivistInnen des „Bündnisses gegen pro Köln“ (www.hingesetzt.mobi) sowie mehr als zehn Fotografinnen und viele Reporter der lokalen und überregionalen Presse vor dem Dom versammelt, um live ein Blockadetraining mit zu erleben. Sinn und Zweck der Blockadetrainings im Vorfeld der Proteste gegen den „Anti-Islam-Kongress“ ist es Erfahrenen als auch Neulingen grundlegendes Wissen und Fertigkeiten für unterschiedlichste Aktionsformen zu vermitteln.

Hintergründe zur „Anti-Islam-Konferenz“

Vor Beginn des eigentlichen Trainings wurde noch ein kleines Straßentheater inszeniert, bei dem Rosa Parks und Mahatma Gandhi ihre Wiederauferstehung feiern durften und dem anwesenden Publikum noch mal die Notwendigkeit „zivilen Ungehorsam“ am 20. September in Köln zu üben vor Augen geführt wurde.

Weiter ging es mit dem Einüben von Sitzblockaden und der Überwindung von Polizei-Absperrungen. Nachdem alles die Standards linken Aktivismus eingeprobt waren wurde noch ein kleiner Formationstanz für die PressevertreterInnen eingelegt und die Parolen für September ins Richtige Metrum gesetzt.

Wer mehr Infos über solche Aktions- & Blockadetrainings haben möchte findet beim „Netzwerk skills for action“ die gewünschten Informationen.

Erste Presseberichte finden sich auch schon im Internet:

WDR Köln

Kölner Stadtanzeiger

In den nächsten Wochen finden in Köln und anderen Städten weitere Aktionstrainings statt.Termine findet ihr unter: www.hingesetzt.mobi
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Ergänzungen

Fotostrecke und Infoveranstaltungen

... 10.08.2008 - 18:53
Hier ist noch mal eine Fotostrecke des Kölner Stadtanzeiger

Fotos

Diese Woche sind auch noch einige Infoveranstaltungen zu September:

- 11. August: Siegen: Volkseigener Betrieb Politik, Kunst & Unterhaltung (VEB); Marienborner Str. 16, 20 Uhr

- 11. August: Dortmund: Hippiehaus (Silberstr. 36), 19 Uhr (ab 18 Uhr Vokü)

- 12. August: Recklinghausen, 19 Uhr, Alternatives Kulturzentrum (AKZ)

- 12. August: Wuppertal, Autonomes Zentrum, Markomannenstr. 3 (Wupp.-Eberfeld), 20 Uhr

- 14. August: Berlin-Prenzlauer Berg, 20 Uhr, Bandito Rosso ((Lottumstraße 10a)

- 14. August Herne, “Sonne” (Shamrockstr. 121), 20 Uhr

- 15. August Berlin- Friedrichshain, 20 Uhr, K9 (Kinzigstraße 9)

- 16. August Bochum, 18 Uhr, SZ Bochum

(muss ausgefüllt werden)

www.vho.org 11.08.2008 - 08:09
„Fenster zu“ gegen

Anti-Islamkongress!

Der erste Anti-Islamkongress vom 19. – 21. September in Köln rückt näher. Organistisiert von der Bürgerbewegung „Pro Köln“, mit ranghohen Gästen aus ganz Europa. Kein Wunder also, dass sich das politische Gutmenschentum nun mehr auch zu Wort meldet und wie immer den Aufstand der Anständigen fordert.
Pro-Köln-Demo im vergangen Jahr

Da-
mit gab es aber in der Vergangenheit immer so einige Probleme. Zwar haben Politfunlktionäre oder Initiativen denselben stets ausgerufen, allerdings meist ohne nennenswerte Resonanz. So und nicht anders dürfte es sich mit dem bürgerlichen Gegenprotest zum Anti-Islamkongress in Köln verhalten. Bei den Gegendemonstranten wird es sich um die üblichen –zumeist rangekarrten- Verdächtigen handeln. Grund genug nach einer neuen Strategie zu suchen, die alle Kölner in den Protest gleichermaßen einbindet ohne, dass diese groß etwas dafür tun müssten.
Oberbürgermeister Fritz Schramma

Oberbürgermeister Fritz Schramma weiß wie’s geht. Aus Protest gegen den Kongress, sollen alle Kölner an diesem Tag ihre Fenster und Türen schließen. Hinterher wird Schramma stolz auf seine Kölner sein, die sich so aktiv am Gegenprotest beteiligt haben. Scheint es in Köln wohl zum Stadtbild zu gehören, dass deren Einwohner den lieben langen Tag, alle Fenster und Türen für gewöhnlich sperrangelweit geöffnet gehalten.

Das Zurückgreifen auf solche Methoden ist eigentlich nur noch peinlich und zeigt eigentlich mehr als deutlich, dass Fritz Schramma schon jetzt seinen Gegenveranstaltungen keine allzu große Bedeutung beimisst. Dann könnte Pro Köln ebenso gut die Einwohner der Stadt auffordern, aus Solidarität zum Kongress in der Nacht vom 19. zum 20. September in den Wohnungen das Licht zu löschen.

„Pro Köln“ ist in vier Bezirken parlamentarisch vertreten. Insbesondere in Köln-Ehrenfeld mobilisiert die Bürgerbewegung seit vergangenem Jahr, zum Teil recht erfolgreich, gegen den Bau einer Großmoschee. Der Anti-Islamkongress im September ist sozusagen vorläufiger Höhepunkt der Kampagne als auch so etwas wie eine Pionierleistung. Eine vergleichbare Veranstaltung dieser Art hat es in der Bundesrepublik bislang nicht gegeben.

VA: Integrationsdebatten

mad köln 12.08.2008 - 23:55
Integrationsdebatten - zwischen Einheit und Differenz
Veranstaltung | 18.08.2008 | 19h | Probebühne/Unikum

Wann immer es hierzulande um Einwanderung und Einbürgerung geht, nicht nur im Vorfeld des "Anti-Islam-Kongress" der Rechtspopulisten von Pro Köln, ist viel die Rede von "Leitkultur" und "Wertekonsens" zum einen, von "Toleranz" und "Multikulti" zum anderen. Nahezu alle sind sich jedoch in einem Punkt einig: Nichtdeutsche, die in Deutschland leben wollen, müssen sich integrieren.

Doch zum einen ist völlig unklar, was darunter eigentlich zu verstehen ist: Die Teilnahme an der schwäbischen Kehrwoche oder dem rheinischen Karneval? Das Pflegen vermeintlich angestammter und möglichst exotischer Folklore und Rituale? Oder das Bestehen eines Tests, an dem vermutlich die meisten autochthonen Deutschen scheitern würden? Zum anderen werden wesentliche Fragen selten bis nie gestellt: Wie ist die postnazistische deutsche Gesellschaft verfasst, in die sich die Migrantinnen und Migranten da integrieren sollen? Wie steht es um die Integrationsbereitschaft der eingeborenen Deutschen? Und wie ist es um die Fähigkeit Autochthoner wie Allochthoner bestellt, sich und andere als Individuen zu begreifen und nicht bloß als Angehörige von Kollektiven? Diesen Fragen wird Alex Feuerherdt in seinem Vortrag nachgehen.

Sebastian Voigt widmet sich im Anschluss daran den USA. Diese sind bis heute eine terra incognita im europäischen Bewusstsein und der Hass auf die Moderne ist meist mit einem starken Antiamerikanismus verbunden. Doch für Millionen Einwanderer war Amerika oft der einzige Fluchtpunkt vor politischer Verfolgung und sozialem Elend. Aufgrund der bis heute anhaltenden Einwanderung haben sich spezifische politische Strukturen herausgebildet, die es als Nationalstaat von europäischen unterscheiden. Hierzu gehört auch ein inklusives Verständnis der Staatsbürgerschaft, das immer wieder neu aushandeln muss, was es bedeutet "Amerikaner zu sein".

Amerika hat sich zur bürgerlichen Gesellschaft par excellence entwickelt und es steht paradigmatisch für eines der zentralen Probleme der Moderne: der Dialektik von Einheit und Differenz.

Insbesondere anhand von zwei Einwanderungsgruppen soll dies im Vortrag demonstriert werden: deutschen Revolutionären im 19. Jahrhundert und der jüdischen Einwanderung. Letztere bewegte sich zwischen den beiden Polen Melting Pot (Israel Zangwill) und Cultural Pluralism (Horace Kallen), die für die aktuellen Debatten in Europa über Migration, Integration und Assimilation einen großen Erkenntniswert besitzt.

Zu diskutieren und zu problematisieren ist, inwieweit die Verhältnisse eines klassischen Einwanderungslandes auf Europa und speziell auf Deutschland übertragen werden können. Insbesondere die Privatisierung der Religion, die Verschiebung in den persönlichen Bereich, wie sie in der politischen Struktur der Vereinigten Staaten inkorporiert ist, ist in der Moderne alternativlos. Zugespitzt formuliert lässt sich sagen, dass die Veränderungen, die das Judentum durchgemacht hat, im Islam noch ausstehen. Diese Veränderungen lassen sich paradigmatisch an der Geschichte der jüdischen Einwanderung in die Vereinigten Staaten zeigen.


Alex Feuerherdt, freier Journalist (u.a. Jungle World, Jüdische Allgemeine) aus Bonn

Sebastian Voigt, Historiker aus Leipzig, Autor des Buches "Die Dialektik von Einheit und Differenz. Über Ursprung und Geltung des Pluralismusprinzips in den Vereinigten Staaten von Amerika."

Montag 18.08.08 | 19h | Probebühne der Uni Köln, Universitätsstr. 16a | U9 Universität, U18 Weißhausstraße

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Naja hoffentlich... — immigrant straightXyouth

ab in die Provinz — Mein Name

schöner artikel.... — (muss ausgefüllt werden)

fotos — anonymitätsbedachter

wow — (muss ausgefüllt werden)

Verpixelt — Pixelfresse

sitt — down