Gewinnziele sowie Entlassungen bestätigt

Axel Mende 08.08.2008 15:21 Themen: Globalisierung Repression Soziale Kämpfe
Mittelfristige Gewinnziele bestätigt - Entlassungen von Mitarbeitern sind Teil der Gewinnmaximierungs-Strategie. Münchner Rück will ihren Aktionären bis 2010 deutlich höhere Gewinne zukommen lassen. Das kann nur durch Einsparungen mittels Entlassung von fast 2000 Mitarbeitern geschehen.
Die Münchener Rückversicherung firmiert zwar als ERGO in Düsseldorf, doch seinen Hauptsitz hat das ca. 50.000 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen in München. Zum Konzern gehören z.B. DKV, Hamburg-Mannheimer, Victoria, VVB Bausparen, KarstadtQuelle Versicherungen (mehrheitlich), Neckermann Versicherungen (zu 75 Prozent).

Laut ihrer Pressemeldung vom 06.08.08 hat die Münchener-Rück-Gruppe im ersten Halbjahr 2008 einen Gewinn von 1,4 Mrd. €uro erzielt (Vorjahreszeitraum: 2,1 Mrd.). Der Jahresgewinn soll 2008 bei strenger Handhabung der IFRS-Abschreibungsre-geln trotz stark gesunkener Aktienkurse und des Dollarverfalls deutlich über 2 Mrd. € liegen. An ihren mittelfristigen Zielen hält die Münchener Rück fest: Bis 2010 sollen über Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen mehr als 8 Mrd. € an die Aktionäre fließen.

Ein Bestandteil der ERGO-Strategie ist es, die Kostenquoten deutlich zu reduzieren. Bereits Ende 2007 hatte die ERGO Zielwerte für ihre Kostenquoten (nach HGB) kommuniziert: Bis zum Jahr 2010 will ERGO die Verwaltungskostenquoten in der Lebensversicherung auf 2,9 % (2007: 3,3%) und in der Krankenversicherung auf 2,8% (3,0%) senken; in Komposit soll die Betriebskostenquote 30,5% (32,2%) betragen.

Die ERGO plant, im Jahr 2010 rund 180 Mio. € an Sach- und Personalkosten zu sparen. Dies bedeutet, dass bundesweit 1.570 Arbeitsplätze abgebaut werden. Außerdem sollen insgesamt 360 unbesetzte Stellen gestrichen werden, in der Summe also 1.930 Stellen.

Axel Mende, Landtagskandidat der Partei DIE LINKE aus dem Kreis Dachau meint dazu:

„Aus der Pressemitteilung des Konzerns ließ sich nicht erkennen, wieweit sich der steigende Kaufkraftverlust der Bürger und die zunehmende Armut auch auf das Geschäft der Versicherungen auswirken. Was der deutsche Einzelhandel schon seit Einführung der Agenda 2010 erlebt, den Kaufverzicht der Kunden, die Schrumpfung der Binnenwirtschaft, erkennt nun auch bald das deutsche Versicherungswesen.

Immer mehr Menschen, die im Falle der Arbeitslosigkeit ihre Lebensversicherungen unter Verlust aufgeben müssen oder bei Fälligkeit mittels des Hartz IV Instrumentes enteignet werden, sehen keinen Sinn in Versicherungsverträgen. Dieses Instrument der Kapitalbeschaffung wird der Finanzwelt in einem größeren Umfang verloren gehen.

Gegen Hartz IV und Langzeitarbeitslosigkeit gibt es kein Versicherungsangebot des Konzerns Münchner Rück. Jeder Erwerbstätige ist zeitlich nur 12 Monate vom ALG II entfernt und spart sich auch aus diesem Grunde so manche Versicherung.

Wieder einmal mehr zeigt sich ganz deutlich, dass das Recht der Bürgerinnen und Bürger auf sozialen Schutz, Verlässlichkeit und Kalkulierbarkeit ihrer Lebensplanung mit Füßen getreten wird. Seitens der großen Konzerne wird diese menschenverach-tende Politik zugunsten der Gewinnmaximierung knallhart durchgezogen und hierzu gehört auch die Münchner Rück.

V.i.S.d.P.
Axel Mende – Landtagskandidat für den Lkr. Dachau
Lerchenstr. 1 – 85259 Wiedenzhausen
Tel.: 08134-559021, eMail:  axel.mende@die-linke-dachau.de
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es ist schon ein hammer

dass 08.08.2008 - 16:28
indymedia kostenlose wahlwerbung für eine Partei betreibt, die sich die linke nennt. und als krönung darf dieser vorfergründige beitrag auch noch in den newswire. moderiert hier ein/e linksparteiler/in?

moral

kritik 08.08.2008 - 16:57
hi, nun den oben geschilderten sachverhalt finde ich nicht verwerflich , schließlich hat der mensch sich momentan ein system geschaffen , namentlich den kapitalismus, das auf gewinnmaximierung und reinvestitionen ausgelegt ist und da finde ich hat die münchner rück alles richtig gemacht. sie könnte die gewinne auch an die arbeiter weitergeben und pleite gehen wie findet ihr den vorschlag ... warscheinlich auch nicht so gut , dann hat ja keiner mehr seine geliebte arbeit ... in diesem sinne für den kommunismus

Indymedia ist ein linkes Medium

Linker 08.08.2008 - 21:01
...und gerade deshalb dürfen auch hier Parteien, die linke Themen in der Politik vertreten sich äußern. Es ist gut ersichtlich, daß es sich hier um die Partei "Die Linke" handelt, somit ist der Beitrag transparent. Jetzt kann sich ja dennoch jeder seine eigene Meinung bilden, mit den z.B. hier gegebenen Info's woanders schlau machen und dann seinen Senf dazu geben.

Ich finde das in Ordnung so, sind die ganzen Parteiseiten doch ziemlich unübersichtlich mit all den regionalen Strukturen. Wenn da das ein oder andere Thema publik wird, ist es umso besser für das Wissen, welches wir in diesen schwierigen Zeiten eines ausufernden Kapitalismus, umso mehr benötigen.