Tödliche Repression in Ni'lin

AATW-Berlin 04.08.2008 21:29 Themen: Weltweit
Seit 3 Monaten demonstrieren die Anwohner des Dorfes Ni'lin mutig und effektiv gegen den Bau der Apartheidanlage auf ihrem Land gemeinsam mit vielen israelischen und internationalen Unterstützern. Die israelische Armee und die Grenzschutzpolizei versuchen den Dorfwiderstand mit extremer Gewalt zu unterdrücken. Letzte Woche haben sie ein zehnjähriges Kind und einen siebzehnjährigen Jungen erschossen.
Das Dorf Ni'lin liegt westlich zu Ramallah und ist 5 Kilometer vom berühmten Dorf Bil'in entfernt. Auch dort wird die Apartheidanlage auf dem Land des Dorfes erbaut und raubt 2500 Dunam landwirtschaftliche Fläche auf dem ein neuer Friedhof für die nahe gelegene Siedlung Heschmona'im entstehen soll. Inspiriert durch den Kampf des Nachbardorfes Bil'in haben die Anwohner von Ni'lin entschieden, mit dem Konzept des "Popular Resistance" (Muqawama Scha'abia) den Bau zu stören und zu sabotieren. Seit 3 Monaten haben die Dorfbewohner unter der Leitung eines Popular Committee (ein demokratisches Komitee in dem alle Familien des Dorfes vertreten sind) und zusammen mit vielen Internationalen und Israelis (hauptsächlich ISM oder AATW) starken und effektiven Widerstand geleistet.

Die israelische Armee und Magav (Grenzschutzpolizei - ähnlich den Carbinniari in Italien) haben auf den Protest unbewaffneten Männer, Frauen und Kinder mit den gewöhnlichen Mitteln reagiert: eine Unzahl von Tränengaskanistern, die auf die Demonstration wie auch in das Dorf und in die Häuser geschossen werden, wobei es unter den Soldaten sehr beliebt ist, diese Kanister nicht nur in einem hohen Bogen auf die Demonstration zu schießen, sondern in Höhe der Köpfe der DemonstrantInnen zu zielen. Der Einsatz von gummibeschichteten Metallkugeln gegen die DemonstrantInnen ist massiv, seien sie "friedliche" oder "nicht-friedliche" und natürlich werden auch die Metallkugeln nicht nur in Beinhöhe geschossen. Dazu verhaftet die Armee auch die Mitglieder des Popular Komitee (3 von ihnen sitzen jetzt im Knast des Militärs), versucht alle Wege zum Dorf für israelische AktivistInnen zu blockieren. Vor 3 Wochen hat die Armee auch eine allgemeine Ausgangssperre über das ganze Dorf verhängt hat sie aber wegen des starken Widerstands der 5000 Anwohner und durch die Solidarität anderer Dörfer nicht durchsetzen können.

Für die Armee war es in den letzten Wochen sehr peinlich geworden, nachdem eine Videoaufnahme eines siebzehnjährigen Mädchens veröffentlicht wurde, das zeigt, wie ein israelischer Soldat nach einer Demo im Dorf einen gefesselten Palästinenser anschießt, was international Aufmerksamkeit erregt. Die Reaktion der Armee auf diese Veröffentlichung war die Festnahme des Vaters dieses Mädchens in einer Demonstration zwei Tage danach. (die Video und mehr Information zum fall  http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,567068,00.html
 http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,568809,00.html

Die immer weiter steigende Repression gegen das Dorf erreichte letzte Woche seinen Höhepunkt. Am Dienstag, dem 29.7., fand eine große Demonstration statt, die brutal von der Armee angegriffen wurde, was zu vielen Verletzungen führte. Nach der Demo, , hatte eine Gruppe von Kindern versucht, einen von der Armee neugelegten Stacheldraht zu beseitigen. Ein Jeep der Magav ist vorbei gefahren und hat die Kinder mit Gummigeschossen beschossen. Die Kinder haben die Flucht in Richtung des Dorfes ergriffen aber der zehnjährige Ahmad Musa hat während der Flucht seinen Schuh verloren. Er ging zurück um ihn zu finden, als er jedoch zum Zaun zurückkam, wurde er von einem Magavpolizisten mit scharfer Munition aus einem M-16 Gewehr in den Kopf geschossen. Seine Brüder und Freunde mussten ihn einen Kilometer zum Dorf tragen, wo er von einer Ambulanz zum Krankenhaus nach Ramallah gefahren wurde, ohne die Begleitung seines Vaters, der von den Soldaten am Checkpoint nicht durchgelassen wurde. Das Krankenhaus erreichte das Kind nur noch tot.

Am Tag danach, dem 30.7., fand die Beerdigung von Ahmad Musa im Dorf statt. Als der Zug der Trauernden zum Friedhof ging, wurde er von den Soldaten mit Tränengas beschossen. Empört und wütend haben die Jugendliche vom Dorf nach der Beerdigung demonstriert und Barrikaden aufgebaut, um den Zugang zum Dorf zu blockieren. Die Soldaten haben versucht in das Dorf einzumarschieren wobei es ihnen erst nach einigen Stunden gelang. In dieser Zeit stand der siebzehnjährige Yousef Amireh im Hof seines Hauses und hat die Auseinandersetzung beobachtet. Ein Jeep der Magav ist neben sein Haus gefahren und als er 10 Meter von Yousef entfernt war, beschoss ihn ein Magavpolizist mit drei gummibeschichtete Metallkugel. Zwei Kugeln haben Yousef in den Kopf getroffen und drangen in seinen Gehirn ein. Er wurde ins Krankenhaus gebracht wo festgestellt wurde, dass er klinisch tot ist. Heute morgen, dem 4.8, ist er im Krankenhaus verstorben.

Am selben Tag haben israelische AktivistInnen gegen den Mord von Ahmed Musa in Tel Aviv demonstriert, ohne zu wissen, dass in der gleichen Zeit schon ein anderer Junge ermordet wurde. Die AktivistInnen haben vor dem Haus von Ehud Barack, dem Verteidigungsminister, demonstriert und für einige Minuten auch die Straße daneben blockiert, bis sie von den Bullen geräumt wurden.

Am Freitag, dem 1.8., fand noch eine große Demonstration statt im Gedanken von Ahmed Musa. Die Demo ging zu dem Ort, wo Ahmed Musa erschossen wurde und die Dorfbewohner haben auf dem Land gebetet. Am Ende des Gebets haben die Soldaten eine Closed Military Zone ausgerufen und die DemonstrantInnen mit Waffen bedroht. Blind vor Wut über die letzten Tagen und den Mord an den zwei Kindern, haben die DemonstrantInnen die Armee ignoriert und haben die Reihen der Soldaten durchbrochen um den Stacheldraht, an dem Ahmed Musa sein Leben verloren hat, wegzuziehen. Trotz des Tränengases und des Einsatzes von Gummigeschoss, gelang es ihnen 300 Meter Stacheldraht zu beseitigen.

Heute starb Yousef Amireh im Krankenhaus an seinen Verletzungen und das Dorf bereitet sich für die Beerdigung vor, die heute um 18:00 stattfinden soll. Das Popular Komitee hat für weitere Demonstrationen in dieser Woche aufgerufen und hat erklärt, dass sie trotz der mörderischen Repression weiterkämpfen werden, bis ihre Länder zurückgegeben werden.

Die Direkte-Aktions-Gruppe "Anarchisten gegen die Mauer" schrieb heute in einer Pressemitteilung an die israelischen Medien :" .. Yousef Amireh ist der dreizehnte Tote des Popular Resistance gegen den Zaun in dem auch Tausende verletzt wurden. Dieser Kampf wurde von Anfang an mit beispielloser Repression seitens der Sicherheitskräfte begleitet, eine Repression, die sich jeden Tag verschärft. Die Soldaten benutzen tödliche Mitteln um Männern, Frauen und Kinder, die gemeinsam gegen den Raub ihres Landes protestieren, zu zerstreuen.

Wir hoffen, dass alle Menschen die über den Tod von Yousef Amireh lesen, durch das Lügengewebe der israelischen Propaganda durchschauen und dass es ihnen gelingen wird, die Gesichter der Menschen zu sehen, die unbewaffnet gemeinsam gegen den Landraub kämpfen. Möge das Andenken von Yousef Amireh selig sein."

Yousef ist der achte Minderjährige und der dreizehnte Mensch, der während Protesten gegen die Apartheidanlage getötet wurde. Die andere 12 sind:

Ahmed Husan Yousef Mousa, 10 Jahre alt.
Mohammad Fadel Hashem Rayan, 25 Jahre alt.
Zakaria MaHmud Salem, 28 Jahre alt.
Abdal Rahman Abu Eid, 62 Jahre alt.
Mohammad Daud Badwan, 21 Jahre alt.
Diaa Abdel Karim Abu Eid, 24 Jahre alt.
Hussain mahmud Awwad Aliyan, 17 Jahre alt.
Islam Hashem Rizik Zhahran, 14 Jahre alt.
Alaa Mohammad Abdel Rahman Khalil, 14 Jahre alt.
Jamal Jaber Ibrahim Assi, 15 Jahre alt.
Odai Mofeed Mahmud Assi, 14 Jahre alt.
Mahayub Nimer Assi, 15 Jahre alt.

Bis heute wurden keine Soldaten oder Polizisten wegen der Tötung von Demonstranten angeklagt.



Für mehr Information und Bilder

awalls.org
israel.indymedia.org
flickr.com/activestills
palsolidarity.org





Update

Auch die Beerdigung von Yousef Amireh wurde jetzt von der Armee mit Tränengas und Gummigeschoss angegrifen, es gibt einige Verletzte im Dorf.

Morgen wollen die Anarchisten vor dem Haus des Sameriam Generalbrigadier Aviv Reshef demonstrieren. Der Aufruf auf English ist unten

17 year old Yusef Amira who was shot in the head last week died this morning.

A demonstration against the murderous policies of the army towards to popular resistance to the wall
Tomorrow, Tuesday, in front of the home of Brigadier General Aviv Reshef

Yusef Ahmad Yunes Amira, 17 years old, was shot by a border police officer last Wednesday in Nilin and died of his injuries today. After the end of the funeral procession of Ahmad Mousa, the 10 year old who was murdered the previous day at a demonstration against the wall, border police troops invaded the center of the village shooting rubber coated metal bullets everywhere. A border police officer shot Amira in the head with two bullets from a distance of less than 10 meters while he was in his driveway. Amira was pronounced brain dead when he reached the hospital and died this morning.

Yusef Amira is the 13th casualty of the popular struggle against the wall which has also included thousands of injured. This struggle has been met from its beginning with unprecedented repression which keeps escalating every day. The soldiers use lethal means to attack demonstrations of Women Men and children who protest together the theft of their lands.

The escalation by the army in Nilin is the direct responsibility of Brigadier General Aviv Reshef. All war criminals from policy makers to those who carry it out should be held responsible. Tomorrow we take that message to Reshef's home.

Aviv Reshef and his neighbors ought to know:
There is no immunity for murderers in uniform.
Resisting the occupation does not end at the green line
The responsibility does not end when the green uniforms are shed.

The demonstration will leave tel aviv at around 16:00
If you can make it Please call Keren today at 052-3541456
From Haifa please call Uri 052-8330046
Please call tonight and not tomorrow so we can arrange for transportation.
The success of the demo depends on it.
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Ergänzungen

Erfolg

Wladek Flakin 04.08.2008 - 21:46
Wir können den BewohnerInnen von Ni'lin nur Mut wünschen, dass sie trotz dieser schrecklichen Repression weiterkämpfen. Die jahrelangen Proteste im palästinensischen Dorf Bil'in haben gezeigt, dass es möglich ist, den Bau der Apartheidsmauer zumindest teilweise zu stoppen. (siehe zum Beispiel:  http://www.jungewelt.de/2007/09-05/047.php)

Info's aus erster Hand

Kosmopolit 05.08.2008 - 16:53
Im Oktober werden einige GenossInnen der "Anarchists Against The Wall" aus Israel nach Deutschland kommen. Ich hoffe das diese Tour mehr Beachtung findet als die vorhergehenden. Diejenigen die sich ernsthaft interessieren haben hier die Gelegenheit Informationen aus erster Hand zu bekommen, und zwar weder von den "palestinensischen" noch von den "israelischen" NationalistInnen (egal ob Tauben oder Falken).

Die betont anti-Nationale Haltung sollte besonderes Interesse Wecken, oder?

23 festgenommen in der Demo heute

AATW-Berlin 05.08.2008 - 21:23
In der Demo heute abend in Zikhron Yaakov (Eine kleine Stadt neben Haifa) vor dem Haus von Aviv Reshef, der Brigadiergeneral der fuer die Ermorderung der 2 Kinder in Ni'lin verantwortlich ist, wurden 23 Demonstranten festgenommen und viele unter ihnen geschlagen.

Die kleine Demo wurde von der Polizei als illegal erklaert obwohl sie gar keine Erlaubniss beduerfte, und dann angegriffen.

Die Festnahme von 23 juedischen Israelis hat eine sehr grosse Aufmerksamkeit in der israelischen Medien erregt, viel mehr als die Toetung der 2 Kinder.

Die 23 AktivistInnen werden die Nacht bei der Polizei verbringen und morgen frueh zum Gericht in Hadera gebracht werden.



Posters auf Deutsch

chika 11.08.2008 - 18:36
Posters auf Deutsch

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Kinder?

jason 04.08.2008 - 23:49
Ich ignoriere für einen Moment die gesamte politische Dimension der Auseinandersetzung und stelle nur eine Frage: Warum, zur Hölle, müssen auf den Antizaun-/Antimauer-Protesten Kinder dabei sein? Wieso fühlen sich 10-jährige bemüssigt einen neuen Stacheldrahtzaun der israelischen Armee zu entfernen? Weshalb geht niemand der älter ist und die Folgen seines Tuns besser abschätzen kann zu ihnen und schickt sie nach Hause? Sind diese Opfer etwa gewollt? Wegen der Betroffenheit...?

wie immer, die Juden.. tss tss....

tss-tss 05.08.2008 - 02:30
Jaja, die Apartheidmauer. Nochmal zur Klärung: Apartheid, das war das mit dem Rassismus. (Roy Black vorne im Bus, Roberto Blanco hinten).

Die Sperranlage wurde gebaut, um die gewaltbereiten Vertreter der "Palästinenser" (ein Begriff, der in der Realität nicht viel taugt, wie Abbas heute mal wieder eindrucksvoll bewiesen hat) vom sog. "Suicide Bombing" abzuhalten (auch ein Scheißbegriff, ist doch das Ziel eines solchen Anschlages, möglichst viele Zivilisten mit in den Tod zu reißen).

Die Sperranlage hat die Lage in Israel deutlich verbessert, wenn die Araber in der Westbank und in Gaza nicht in der Lage oder wohl eher: nicht Willens sind, ihre Leute vom Terror abzubringen, müssen sie halt auch mal mit einem Zaun leben. Wer den Zaun abreißt, macht sich zum Verbündeten der Selbstmordbomber.
Ganz toll z.B. die Aktionen des ach so friedlichen ISM: Immer wieder setzen sich internationale Freiwilligeniodioten in blockierender Absicht vor die bösen Israelischen Bulldozer, die einfach so die Felder der lieben harmlosen Palästinenser plattmachen oder sogar deren Häuser. Dass hier Schmugglertunnel (nein, keine Nahrung, keine Medikamente: Waffen, was sonst) und Waffenlager plattgemacht werden interessiert nicht, der Böse ist schließlich immer: der Jud´.

Außerdem ist es doch fast immer das gleiche bei den "Demos" der "Palästinenser": ein teil der Demonstranten ist bewaffnet, es wird (meist in die Luft) geschossen und die Israelischen Sicherheitskräfte werden hart angegegangen. Ich möchte euch mal sehen, wie ihr in einer solchen Situation reagieren würdet.

Die Story mit dem Gummigeschoss auf den Gefesselten: Fehlte da nicht der Entscheidende Ausschnitt des Videos? mal wieder "al Dura-Syndrom" beim Filmen?

Es ist zum Kotzen: Ja, auch Israelische Polizisten und Soldaten bauen eine Menge Scheiße, aber wer sich nur ein bisschen mit der Situation vor Ort beschäftigt, sollte zu dem Schluss kommen, dass die schlimmsten Feinde der Araber selbst Araber sind. Die, die ständig von der "Befreiung" schwadronieren, die die ewige Legitimität des von ihnen forcierten Ausnahmezustands aus dem aussichtslosen Kampf gegen Israel beziehen. Die, die ihre Position im Clan, dem Racket oder in der PA sichern wollen und die alles dagegen tun, eine funktionierende palästinensische Verwaltung aufzubauen. Wenn das mal funktionieren würde, gäbe es auch keine Sperranlage.

Nein: Gegen solche Leute würde niemand ernsthaft etwas haben. Auf Deutsche Verhältnisse bezogen, sollte man sich einfach mal vorstellen, wie es wohl wäre, wenn Deutschland abwechselnd von ein paar konkurrierenden Rockergangs (z.B. Hells Angels) und auch mal einer bewaffneten evangelikalen Sekte o.Ä. "verwaltet" würde. Das wäre doch toll. Und wenn die Anrainerstaaten dann ihre Grenze schärfer bewachen, um ein Überschwappen des Chaos auf ihr Hoheitsgebiet zu verhindern, dann bezichtigt man sie der Apartheid und heult rum, dass durch die nun geschlossenen Grenzen keine Nahrungsmittel mehr durchsickern können.
Und wenn sich alle an die Situation gewöhnt haben, dann kommt auch keiner mehr auf die Idee, das es vielleicht am sinnvollsten wäre, das kriminelle Gelichter mal zum Teufel zu jagen. Schuld wär dann auf ewig der Franzos oder der Polack, und mit Sicherheit auch irgendwie, na klar, der Jud.

Irgendwie muss man da doch unweigerlich an "das Diktat von Versailles" denken: die Deutschen zetteln einen Krieg an und sind hinterher beleidigt, dass die Sieger nun erstens Misstrauisch sind ("Entmilitarisierung des Rheinlandes") und zweitens auch Reparationen wollen. Anstatt die Niederlage einzusehen und sich ein bisschen zu schämen, beteiligen sich Volk wie Regierung mit Eifer und in größter Eintracht daran, den Karren noch tiefer in den Dreck zu zerren. Man denke da nur an den "Ruhrkampf" und die daraus folgende Inflation. Man konnte nun in Deutschland fröhlich weiter Misswirtschaft betreiben und sogar den zweiten Weltkrieg anzetteln, ohne dass sich noch ernsthafter Widerstand regte: Alle waren sich einig, dass eine Verschwörung aus Siegermächten, Kommunisten und Juden schuld an der Misere war.

Kümmert euch lieber mal darum, dass Palästinensergruppen, die mehr Inhalt haben als Israelfeindschaft, ein bisschen Öffentlichkeit bekommen.
Israel anprangern ist leicht, es gibt genügend Antisemiten, die sich darüber freuen. Aber geholfen ist damit den Leuten in den "Palästinensergebieten" nicht. Insgeheim wissen die ja auch, haben es heute ja mal wieder unter Beweis gestellt, dass Israel kein so schlimmer Feind sein kann und dass man in Israel weniger um sein Leben bangen muss, als z.B. in Gaza oder wenn man sich auch die PA in der West Bank verlässt. Bleibt zu hoffen, dass sich das rumspricht.


fight club

nochmal greenspan 05.08.2008 - 02:49
Ich muss unweigerlich an einen Satz aus "Fight Club" denken. Kein besonders toller Film, aber das hier passt so gut hierher:

(Bob wurde erschossen, Die "Weltraumaffen" kommen zu Jack und heulen rum:

-They shot Bob...they shot him in the head...those fucking pigs!
-Those motherfuckers!

Darauf Jack:

-You morons! You're running around with ski masks, try to explode things up, what did you think would happen?!





Anarchists against the wall und Indymedia

Anarcho 05.08.2008 - 08:45
Es war doch zu erwarten, dass dieser Text nicht auf die Startseite kommt. Es wird doch immer mehr eindeutig, dass Indymedia im unsäglichen Streit Antideutsche / Antiimps leider Position bezieht. Selbst dieser Bericht, der die Position der Anarchist Against the Wall einnimmt wird boykottiert.


Die Kommentare sprechen ohnehin für sich. Traurig, traurig, aber die Deutsche Restlinke kotzt nur noch an! Es macht einfach keine Sinn noch über das Thema hier zu diskutieren...


aber bitte mit Sahne!

Udo 05.08.2008 - 09:00
"Es wird doch immer mehr eindeutig, dass Indymedia im unsäglichen Streit Antideutsche / Antiimps leider Position bezieht."

Ja, und zwar ganz offensichtlich gegen beide Fraktionen. Ist dir schonmal ein "antideutscher" Artikel zum Thema auf der Startseite untergekommen? Warum sollte sich die deutsche Restlinke, die deiner Meinung nach nur aus Antiimps und AntiDs besteht, im Newswhire austoben dürfen, oder eine von beiden Fraktionen bevorzugt werden? Hauptsache man ist irgendwie das Opfer nicht wahr?

Herr Greenspan

Anarcho 05.08.2008 - 09:01
an diesen Greenspan:

Mich würde mal interessieren, wer du bist, der hier mal eben glaubt hier auf Indymedia die Opfer der Auseinandersetzungen alle Schuld an ihrem Tod selbstzuzuschreiben und die Todesstrafe rechtfertigst. Verstehst du dich als Linker, bist du ein Antideutscher (davon gehe ich mal aus) oder bloßer Provokateur, wer bist du? Oh, wie gerne würde ich dir mal begegnen, um die Sache mal auszudiskutieren! Von Angesicht zu Angesicht!

Einige Punkte

Der Jud 05.08.2008 - 12:25
Ich will nicht mit jemandem wie "tss tss" dikurtieren, wenn ich wollte, koennte ich auch in eine Siedlung neben Nablus gehen.

nur der naechste Satz finde ich sehr interresant:

"außerdem ist es doch fast immer das gleiche bei den "Demos" der "Palästinenser": ein teil der Demonstranten ist bewaffnet, es wird (meist in die Luft) geschossen und die Israelischen Sicherheitskräfte werden hart angegegangen."

Kannst du bitte das irgendwie beweisen? in welcher Demo gegen die Mauer wurde von den Demonstranten geschossen (und dann noch in die Luft? wenn sie schon geschossen haetten, haetten sie nicht die Soldaten treffen wollen?). In welcher Demo gegen die Mauer gab es Bewaffenten? Das sind vollkommen Luegen das nur ausgedacht werden koennten weil die israelische Botschaft selbst wird sowas nicht sagen und auch in der IDF website steht sowas nicht.

@Udo

Anarcho 05.08.2008 - 13:05
Du kannst mir glauben, dass ich keine der beiden Fraktion angehöre. Ich kenne aber die Anarchist Against the Wall persönlich, die gegen die herrschende Zustände, in dem Land in dem sie zufällig geboren sind zu Wehr setzen. Deshalb verdienen sie meine Solidarität, sie sehen nicht ein, dass sie sich für "ihr" Land einsetzten müssen, nur weil die deutsche Restlinke es so will. Für sie ist nicht nachvollziehbar wieseo die deutsche Hitlervergangenheit die bedingungslose Solidarität mit Israel einfordert. Wer ist denn hier an Berichte der GenossInnen interessiert, mussten sie sich bei ihrem Besuch und den Vorträgen doch sogar als AntimsemitInnen beschimpfen lassen. Die Veranstaltungen stießen damals auf recht wenig Interesse, ist es doch einfacher über das Thema munter die bekannten Phrasen darauf loszuquatschen, anstatt sich wirklich mit der Situation in Israel auseinanderzusetzen.

Es ist wahr, wenn in Deutschland Zustände herrschen würden, wie in Israel, dann würde die Repression, die schon jetzt bei den Demonstrationen hier völlig überzogen ist, schreckliche Formen annehmen. Mit Sicherheit würde es auch untschuldige Tote geben, wobei es bereits jetzt zahlreiche Opfer zu beklagen gibt. Nur habe ich auch nicht das Problem die Fahne eines Nationalstaats (in diesem Fall -Schwarz, Rot - Gold vor mir herzutragen und müsste mich für meine Unterstützung rechtfertigen.

Für mich als Nachgeborener gilt keine Kollektivschuld für die Verbrechen der Hitlerzeit, dennoch die Pflicht antifaschistisch zu wirken und deutsche Kontinuitäten aufzudecken. Mir wird z.B. jedesmal richtig schlecht, wenn ich Rekrutenvereidigungen erleiden muss...