Widerstand gegen Bundeswehrgelöbnisse

ab 02.08.2008 11:56 Themen: Militarismus
Das erste öffentliche Gelöbnis seit fast 30 Jahren fand am Mittwoch, 30. Juli, in Nürnberg statt [Bilder], [Bericht]. Zu Protesten hatten das Friedensforum, die Organisierte Autonomie und die Ärzte für Frieden und soziale Verantwortung aufgerufen.Nur Tage vorher hatte auch in Berlin das erste öffentliche Gelöbnis vor dem Reichstag seit denen des Hitlerregimes stattgefunden. Auch dort hatten mehrere hundert Menschen die Generalprobe und das aktuelle Geschehen gestört [Bilder | Aktionsbericht].

Weitere Anti-Gelöbnis Aktionen fanden in Köln [Clownsarmee-Gelöbnis | Soldatengottesdienst-Aktion], Magdeburg und im Wendland statt.

KritikerInnen weisen auf eine verstärkte Militarisierung der Gesellschaft und eine Transformation der Bundeswehr hin. Dies dürfte im internationalen Zusammenhang mit den Forderungen anglo-amerikanischer Politiker wie Barack Obama zusammenhängen, mehr Deutsche Truppen in Krisengebiete wie Afghanistan zu schicken und diese auch stärker in Kampfhandlungen mit einzubeziehen [keine Plakate bei Obama].

Denn auch in den USA und in Großbritannien schwindet die Unterstützung der Bevölkerung für die Kriege im Irak und Afghanistan; beiden Regierungsgruppen wird deshalb eine Niederlage bei den nächsten Wahlen prognostiziert.
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Ergänzungen

22.08. Aktionstag gegen Krieg+das Sommerbiwak

Antimilitarismus 03.08.2008 - 13:36
Am 22.08. findet im Stadtpark am Hannoverschen Congress Centrum das 35. Sommerbiwak der 1. Panzerdivision statt. Die erste Panzerdivision ist nicht irgendeine Truppe des deutschen Heeres. Sie ist mit der Umgestaltung der Bundeswehr zu einer weltweit einsetzbaren Interventionsarmee die Eingreifdivision des deutschen Heeres geworden. Sie ist demnach zuständig für Angriffskriege.
Das Sommerbiwak soll ein rauschendes Fest der 1. Panzerdivision sein: Mit einer bunten Mischung aus Kleinkunst, Bühnenshow, Tanz, Illumination und pompösem Feuerwerk wollen 6.500 geladene Gäste aus Militär, Politik und Wirtschaft feiern.
Wir rufen auf zu einem Tag des Protestes und der Gegenöffentlichkeit gegen das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision. Mit Kundgebungen, Demonstrationen, Aktionen und Friedensbiwak wollen wir uns der Propagandaveranstaltung für die Bundeswehr in Hannover entgegenstellen.
Wir wollen das Militär und seine hohen Gäste bei An- und Abreise mit dem konfrontieren, was sie so gerne verschweigen, aber dennoch tun: Krieg führen!
Auf unterschiedlichste Art und Weise werden wir ihnen die Party vermiesen.

Kommt am 22. August nach Hannover!
Keine Feier mit der 1. Panzerdivision!
Kein Frieden mit der Bundeswehr!

weiterer Bericht und Bilder

ab 04.08.2008 - 23:22
Ein weiterer Bericht über die Aktion mit Ergänzungen und mehr Bildern ist gerade eingegangen unter:
 http://germany.indymedia.org/2008/08/223893.shtml

missvertständlich...

ich 06.08.2008 - 17:39
... ist der erste Satz des Artikels. So macht es den Eindruck, dass das Gelöbnis das erste seit 30 Jahren überhaupt war. Tatsächlich war es aber das erste in Nürnberg. Wenn möglich bitte den Satz umstellen. danke!

Video: GelöbNIX! 2008 in Berlin

freund 09.08.2008 - 13:20
Der Freundeskreis Videoclips hat ein Videofeature zum GelöbNIX! in Berlin veröffentlicht:

Link:  http://freundeskreis-videoclips.de

Das Material dazu wurde uns freundlicherweise vom "Forum der Nichtarbeit"
zur Verfügung gestellt. Wenn ihr mögt, dann verlinkt das Video, schreibt
einen Kommentar oder ladet euch die Vorführversion runter, um fürs nächste
Jahr zu mobilisieren!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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? 11.08.2008 - 08:12
„Fenster zu“ gegen

Anti-Islamkongress!

Der erste Anti-Islamkongress vom 19. – 21. September in Köln rückt näher. Organistisiert von der Bürgerbewegung „Pro Köln“, mit ranghohen Gästen aus ganz Europa. Kein Wunder also, dass sich das politische Gutmenschentum nun mehr auch zu Wort meldet und wie immer den Aufstand der Anständigen fordert.
Pro-Köln-Demo im vergangen Jahr

Da-
mit gab es aber in der Vergangenheit immer so einige Probleme. Zwar haben Politfunlktionäre oder Initiativen denselben stets ausgerufen, allerdings meist ohne nennenswerte Resonanz. So und nicht anders dürfte es sich mit dem bürgerlichen Gegenprotest zum Anti-Islamkongress in Köln verhalten. Bei den Gegendemonstranten wird es sich um die üblichen –zumeist rangekarrten- Verdächtigen handeln. Grund genug nach einer neuen Strategie zu suchen, die alle Kölner in den Protest gleichermaßen einbindet ohne, dass diese groß etwas dafür tun müssten.
Oberbürgermeister Fritz Schramma

Oberbürgermeister Fritz Schramma weiß wie’s geht. Aus Protest gegen den Kongress, sollen alle Kölner an diesem Tag ihre Fenster und Türen schließen. Hinterher wird Schramma stolz auf seine Kölner sein, die sich so aktiv am Gegenprotest beteiligt haben. Scheint es in Köln wohl zum Stadtbild zu gehören, dass deren Einwohner den lieben langen Tag, alle Fenster und Türen für gewöhnlich sperrangelweit geöffnet gehalten.

Das Zurückgreifen auf solche Methoden ist eigentlich nur noch peinlich und zeigt eigentlich mehr als deutlich, dass Fritz Schramma schon jetzt seinen Gegenveranstaltungen keine allzu große Bedeutung beimisst. Dann könnte Pro Köln ebenso gut die Einwohner der Stadt auffordern, aus Solidarität zum Kongress in der Nacht vom 19. zum 20. September in den Wohnungen das Licht zu löschen.

„Pro Köln“ ist in vier Bezirken parlamentarisch vertreten. Insbesondere in Köln-Ehrenfeld mobilisiert die Bürgerbewegung seit vergangenem Jahr, zum Teil recht erfolgreich, gegen den Bau einer Großmoschee. Der Anti-Islamkongress im September ist sozusagen vorläufiger Höhepunkt der Kampagne als auch so etwas wie eine Pionierleistung. Eine vergleichbare Veranstaltung dieser Art hat es in der Bundesrepublik bislang nicht gegeben.