Rassismus eskaliert schon in den Schulen

Anna-Sophie Adébodou 28.07.2008 14:00 Themen: Antirassismus
Meine 11jährige afrodeutsche Tochter kam unmittelbar vor den Sommerferien gehäuft mit rassistischen Beleidigungen ("Negerin", "Negernutte", "Bimbofotze" usw.) und Sticheleien nach Hause, die ihr dort widerfahren sind. Dass so etwas in einer "weißen" Gesellschaft leider durchaus gängig ist, darüber müssen wir nicht sprechen. Sie kommt auch ganz gut damit klar, weil Mbahamwe und ich sie und ihre Identität gegen solche "normalen" gesellschaftlichen Hiebe auf Minderheiten frühzeitig gestärkt und imprägniert haben. Doch während sowas in der Vergangenheit vielleicht ein, zwei Mal im Jahr vorkam, artete es vor den Ferien in ein regelrechtes Mobbing gegen meine Tochter und ein weiteres afrodeutsches Kind in der Klasse aus.
Die Beleidigungen kamen übrigens nicht nur von "weißen deutschen" Kindern, sondern auch von solchen mit türkischem oder arabischem Hintergrund was ich so nicht für möglich gehalten hätte und mich deshalb besonders traurig macht! Ich hatte im Stillen immer gehofft, dass meine Tochter gerade bei diesen Menschen einmal Unterstützung und Solidarität im Kamnpf gegen den Rassismus finden würde.

Besonders schlimm für meine Tochter war zudem, dass die übelsten Angriffe von einem Jungen kamen, mit dem sie jahrelang befreundet war und der schon oft auf Kindergeburtstagen bei uns zu Gast war und nie negativ aufgefallen ist. Die Eltern des Jungen sind genauso schockiert und können sich das neue Verhalten ihres Sohnes überhaupt nicht erklären. Auch andere Kinder scheinen plötzlich rassistische Ausfälle irgendwie "cool" zu finden.

Ich finde diese Entwicklung in höchstem Maß alarmierend und bedrohlich!

Aus diesen Gründen war es mir ein Bedürfnis, das Problem beim letzten Elternabend anzusprechen. Ich fragte die anderen Eltern, ob es

a) einen Grund dafür gäbe, dass rassistische Beschimpfungen in der letzten Zeit häufiger als sonst vorkämen

b) ob ihnen das überhaupt aufgefallen sei und

c) wie sie damit umgehen würden.


Auf diese Fragen reagierten die anwesenden Eltern folgendermaßen:

- mein Kind ist kein Rassist!

- wir sind keine Nazis!

- meine Tochter hat auch Segelohren und eine Brille, also was wollen Sie?!

- IHRE TOCHTER hat gar kein Problem damit, SIE reden ihr ein, dass das Wort "Neger" schlimm sei, sonst käme sie gar nicht darauf!


Schade fand ich, dass die Klassenlehrerin ebenfalls die übliche Beschimpfungen ("Fettsack", "Arschloch", "Brillenschlange") mit rassistischen Beschimpfungen ("Neger", "Kanacke", "Bimbo") gleichstellte: Sie meinte nur, dass sie darauf natürlich eingeht und ihren SchülerInnen erklärt, dass solche Begriffe "negative Schwingungen" hervorrufen. — Perverse Blümchenpädagogik-Esoterik-Mentalität fällt mir da nur ziemlich wütend zu ein.

Am allerschlimmstem war aber ein Vater (Berufsmusiker, Mitglied eines Berliner Sinfonieorchesters), der meine Tochter vor der versammelten Elternschaft völlig ungeniert als "rassenhygienischen Störfall" bezeichnet hat. Keiner der anwesenden Eltern fühlte sich angehalten zu protestieren; man schaute lieber verschämt auf den Boden!
Eine Beschwerde bei der Schulleitung blieb erfolglos, weil dieser Vater ein "sehr engagierter Elternvertreter" sei und es "sicher nicht so gemeint" habe. Auch wolle man "nicht polarisieren" ...

DAS sind sie, die deutschen Zustände im gutbürgerlichen Berlin-Steglitz im Jahre 2008!!!


Mit großer Verbitterung!

Anna-Sophie Adébodou
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Ergänzungen

ist schon heftig sowas in deutschland

Südafrikaner 28.07.2008 - 20:25
ich bin weiß und lebte in südafrika
dort erlebten meine kinder fast täglich (bin mit einer afrikanerin verheiratet und daher sin mein kinder nicht "weiß") denn rassenhass weil sie "halb weiß" waren.
bin daher nach deutschland zurückgekehrt und der bericht macht mich nachdenklich...
ich selber habe bisher keine negativen erfahrungen gemacht und meine kinder auch nicht, meine frai wurde jedoch schon beschimpft!
aber ich möchte dennoch feststellen das es hier in deutschland für uns "friedlicher" ist als in afrika wo wir fast täglich bedroht und beleidigt wurden.

Inkompetenz in Schulen sprengen!

Udo... 28.07.2008 - 20:53
Zunächst: Was die Kinder tun, ist in der Regel kein Rassismus, weil eine Gesinnung fehlt, sondern Mobbing! Was ich SCHLIMM finde, ist, dass behauptet wird, Volksverhetzungen, Beleidigungen oder Mobbing, das sei unter Kindern, das sei in Schulen, NORMAL! Sollte das so SEIN, so ist diese angebliche Normativität zu SPRENGEN und in ein FRIEDLICHES MITEINANDER, in EIN SOZIALES ZUSAMMENLEBEN in einer Schule zu lenken, DAS ist pädagogische ARBEIT im 21. Jhd., dazu wird man im Lehramt an Universitäten ausgebildet und DAS IST notwendig, ja gar in ALLEN Rahmenlehrplänen der Länder und in allen Schulverordnungen aller Länder VORSCHRIFT, ja es ist PÄDAGOGISCHER KONSENS in dieser Gesellschaft, dass Mobbing, Beleidigung und Rassismus in Schulen keinen Platz haben. Es ist eine PÄDAGOGISCHE AUFGABE. Lehrer müssen dieser Aufgabe nachkommen, tun sie das nicht, tun sie nicht ihre Arbeit, sie verletzen das Schulgesetz! Solche Lehrer sind dann INKOMPENTENT, das kann ein Kündigungsgrund sein! Auszug aus dem Schulgesetz Berlin: § 2 Bildung und Erziehung (1) Jeder junge Mensch hat ein Recht auf zukunftsfähige schulische Bildung und Erziehung ungeachtet seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Herkunft, einer Behinderung, seiner religiösen oder politischen Anschauungen, seiner sexuellen Identität und der wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Stellung seiner Erziehungsberechtigten... §3 Bildungs- und Erziehungsziele (...) (3) Schulische Bildung und Erziehung sollen die Schülerinnen und Schüler insbesondere befähigen, 1. die Beziehungen zu anderen Menschen in Respekt, Gleichberechtigung und gewaltfreier Verständigung zu gestalten sowie allen Menschen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, (...) 3. die eigene Kultur sowie andere Kulturen kennen zu lernen und zu verstehen, Menschen anderer Herkunft, Religion und Weltanschauung vorurteilsfrei zu begegnen, zum friedlichen Zusammenleben der Kulturen durch die Entwicklung von interkultureller Kompetenz beizutragen und für das Lebensrecht und die Würde aller Menschen einzutreten,... Schulgesetz Berlin Deine Beschwerde an den Direktor ist ok, das reicht aber nicht! Wende dich an den Schulbehörde im Bezirk oder besser: Wende dich an den Senat bzw. an die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Beuthstr. 6 - 8, 10117 Berlin-Mitte (Telefon: 030 9026 7) und lege dort Beschwerde ein. Beschwere dich wegen Unterlassung von pädagogischen Pflichten, die der Senat im Schulgesetz vorgelegt hat. Dein Kind hat ein ANSPRUCH darauf, kompetent pädagogisch betreut zu werden. Verweigert die Lehrerin diesen Anspruch, handelt sie inkompetent! Ein Schulwechsel würde ich neben dieser Beschwerde AUCH empfehlen, es gibt in Berlin wirklich GUTE Schulen mit GUTEN ANTI-Rassismus-Konzepten und GUTEM Unterricht, wo deine Tochter sich bestimmt wohler fühlt. Informiere dich nach Reformschulen, frage nach Konzepten! :-/ Als homosexuelles Mobbingopfer kann ich nur sagen: Ein Schulwechsel in eine kompetente Schule war mich für damals, als ich am Gymnassium gemobbt wurde, ein Segen!

Schulgesetz

Jurist 28.07.2008 - 20:59
Das Verhalten der Schule entspricht nicht §2 und nicht §3 des Berliner Schulgesetz:

 http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/rechtsvorschriften/schulgesetz.pdf

Reiche Beschwerde ein:

Senatsverwaltung für Bildung,
Wissenschaft und Forschung
Beuthstraße 6 - 8
10117 Berlin-Mitte
Tel.: 030 9026 7

www.berlin.de/sen/bwf

Nazis- und Rassisten-Bloggen

mk 29.07.2008 - 14:24
Liebe Indymedianutzer,

bedauerlicherweise Bloggen auf dieser Seite einige Nazis und Rassisten mit. Vielleicht ist dies symptomatisch für diesen brisanten Artikel. Dennoch sollten wir es uns nicht gefallen lassen und konsequent diese Blogs an die Indymedia-Admins melden, damit diese Beiträge gelöscht werden. E-Mail-Adresse:  imc-germany-kontakt@lists.indymedia.org

Rassismus - was ist das eigentlich?

Einige Anmerkungen 30.07.2008 - 05:08
Angesichts der Diskussion fühle ich mich dann doch genötigt einige Anmerkungen zum Rassimus-Begriff zu machen.
Zu der ständig aufkommenden und teilweise eindeutig fixierten Diskussion über Rassismus gegen Deutsche und die angebliche Umkehrung der Verhältnisse, da angeblich die "Ausländer" zur Mehrheit werden würden. Zunächst sei auf das lesenswerte Interview der jungen Welt mit der Opferberatungsstelle ReachOut verwiesen, in dem diese sich zu der Diskussion über Rassismus gegen Deutsche äußern:  http://www.jungewelt.de/2008/06-13/039.php
Interessant ist die Antwort Timo Langes von ReachOut auf die Frage, ob es sich seiner Ansicht nach bei einem körperlichen Angriff, bei dem die Beleidigung "Scheißdeutscher" gefallen ist, um einen rassistischen Übergriff handeln würde. Timo Lange antwortet dazu:
"Nein. Im Alltagsverständnis heißt Rassismus zwar, daß Vorurteile und abwertende Haltungen gegenüber Menschen aus anderen Kulturen auf der individuellen Ebene ausgetragen werden. In der Sozialwissenschaft und in den Beratungsprojekten arbeiten wir aber mit einem Rassismusbegriff, der gesellschaftliche Machtstrukturen mitbetrachtet und Gewalt auf der Straße damit im Zusammenhang sieht."
Rassismus hat mehr Ebenen als bloß die hier immer wieder angesprochene individuelle Ebene. Einzelne Individuen agieren rassistisch in Form von Schikanen, Beleidigungen oder körperlichen Angriffen. In den Individuen manifestiert sich der Rassismus als latente oder offene Überzeugung oder als festes Weltbild. Auf dieser Ebene ist natürlich ein himmelweiter Unterschied zwischen einem überzeugten Rassisten bzw. einer überzeugten Rassistin und einem unbewusst rassistisch handelnden zu sehen. Jedoch existieren wie gesagt weitere Ebene.
Rassismus ist nämlich mehr als die Handlung oder Überzeugung einzelner Individuen. Er existiert gesellschaftlich als Denkstruktur. Diese wird zwar durch die einzelnen Individuen hervorgebracht und durch bestimmte Akteure auch stärker geprägt, prägt aber ihrerseits auch die Individuen und ihr gesellschaftliches Handeln. Unter diesem Aspekt ist dann nämlich gerade eine rassistische Beleidigung von einem Kind keineswegs das gleiche wie "Arschloch" oder etwas ähnliches.
Nur um sie nicht unerwähnt zu lassen, sei auch nocheinmal auf die institutionelle Ebene des Rassismus und auf den Staat als rassistischen Akteur verwiesen.
Einer linken, emanzipatorischen Kritik steht es jedenfalls keineswegs gut, gesellschaftliche Verhältnisse (nämlich Rassismus als gesellschaftliches Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnis) als Problem einzelner Individuen zu projezieren. Nämlich genau durch diesen Trick, der Spaltung zwischen einzelnen bösen Rassist_innen und der guten bürgerlichen Mitte, kann der Rassismus innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft geleugnet werden. Mit rassistischen Logiken, die das gesellschaftliche Zusammenleben strukturieren, muss mensch sich dann nicht mehr auseinandersetzen - Rassismus ist ja nur ein Problem weniger gewalttätiger Rassist_innen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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@Anna-Sophie

sandankoro 28.07.2008 - 14:55
Liebe Anna-Sophie,

als Eltern von zwei braunen Kindern sind uns solche "Auswuechse" bisher nicht bekannt, die LehrerInnen an der Schule sind da aber auch extrem sensibel. Meine Frau hatte aber mehrmals mit rassistischen Anmachen zu tun, auch ueberwiegend von jungen Maennern mit arabischem/tuerkischstaemmigem Hintergrund. Bei uns im Dorf haben wir Ruhe nachdem ein paar der Jungs eine "koerperliche" Warnung bekommen haben.
Eine dezente Warnung an Leute wie den Musiker wirkt oftmals Wunder, da die meist vor Schiss kaum ueber den eigenen Jaegerzaun gucken koennen.
Ich wuerde im Zweifelsfall auch den Weg ueber die hoeher gestellten Behoerden waehlen (Dienstaufsichtsbeschwerde wegen verletzung der Fuersorgepflicht ist da wohl passend) und Druck auf die Schule ausueben. Generell haben LehrerInnen und Schulen vor kaum etwas mehr angst als wenn sie als rassistisch gelten.

Lasst Euch nicht unterkriegen!

Liebe Gruesse aus Kiel

Ein Tipp

riotqueer 28.07.2008 - 15:14
Mein Neffe wurde auch auf rassistische Weise beleidigt und gedemütigt (Du braune Kackwurst),...und das Einzige was half, war dem Lehrerkollegium eine Fortbildung anzukündigen - die von außen, sprich der Landesanstalt für LehrerInnen kam. Dieses Hegemon um Opferdebilität ist in meinen Augen spezifisch in diesem Land ein Muster um Zusammenhalt zu signalisieren und das ANdere auszugrenzen....Also mein Tipp: macht den Rassisten von außen die Hölle heiß und sprich dem Kind nicht ein, dass das Hegemon um diese Auswüchse der Natur entsprechend sei - es ist und bleibt eine Diskriminierung...

Salut!

traurig

dein name 28.07.2008 - 15:14
Hallo Anna-Sophie.
Ich kann dich total verstehen, war bis zuletzt selber Schüler und habe Ähnliches jeden Tag aufs Neue mitbekommen müssen.
Die deutschen Zustände machen mich auch traurig und vor allem wütend. Es bleibt mir nicht mehr zu sagen als Kopf hoch und ich hoffe wirklich ganz doll, dass sich deine Tochter die Beleidungen und Demütigungen nicht zu sehr zu Herzen nimmt :( Liebe Grüße.
Der Kampf geht weiter.

manchmal

... 28.07.2008 - 15:17
...schäme ich mich einen deutschen pass zu haben - immer öfter eigentlich...

erstmal tut es mir leid das irgendwelche ignoranten arschlöcher glauben sie wären was besseres als du, deine Tochter oder das weitere Kind um das es geht. Mich regt auch dies verhalten der Lehrerin maßlos auf - generell fiel mir das in letzter zeit auf das die Lehrer in ihrer Gänseblümchen- und Fencheltee-Welt dazu neigen probleme uz bagatellisieren.
Evtl. solltest du den Namen der Schule zu der deine Tochter geht mal öffentlich machen damit die Genossen in Berlin dort mal auf den Busch klopfen (Flyer verteilen, beim Rektor rabatz machen, mit den Kindern reden (vllt sogar im unterricht)) können...

Zum Thema die arabischen/Türkischen Mitschüler hätten keine solidarität gezeigt fällt mir nur meine Schulzeit ein bzw das was in meiner Berufsschule gang und gäbe ist ... es sind beinahe noch schlimmere Rassisten als Nazis! Gerade wenn es gegen Afrikaner/Afroamerikaner geht benehmen die sich wie die letzten menschen - in einigen Fällen sind diese Typen ja sogar mitglied der NPD/Kameradschaften oder dieser Nazis in linkem outfit(autonome nationalisten gibts nicht auch wenn bullen und medien versuchen uns das einzureden!) - bestet beispiel wäre Mike NWaiser der meines wissens nach Palestinenser ist und trotzdem NPD-Kader und Nazi im linken Look.

antifasch. Grüße aus HH-Ciddy

Mobbing

Ich 28.07.2008 - 15:29
Ich denke, dass beste in so einer Situation ist es, sich an Vereine oder Gruppen zu wenden, die sich mit Mobbing in der Schule beschäftigen. Auch wenn es sich dabei ganz klar um einen besonderen Fall handelt, denn man dann so auch benennen sollte.

"Genetischer Störfall" ist strafbar, würde ich sagen... Und "mein Sohn ist kein Nazi" keine Antwort auf ihre Fragen, zu denen sie berechtigt sind.

z.B:  http://www.schueler-mobbing.de/

Viel Erfolg und Kraft

GRUSELIG

Peter-Brückner-Leser 28.07.2008 - 15:45
danke für Ihren Bericht! Die Zeichen stehen auf gnadenlose Auslese und Entsolidarisierung, die Lackschicht namens Demokratie und Achwiesindwirtolerant abgeblättert. Stattdessen darf die Bundeswehr, wir sind ja jetzt wieder wer, immer offener ihre Offensive auf den Nachwuchs starten, an Schulen und in Arbeitsämtern für Nachschub an Kanonenfutter werben und immer mehr die Hochschulpolitik infiltrieren. Der sogenannte Souverän wird nach und nach durch immer mehr Sozialabbau, Überwachung und die Gewöhnung an den Anblick von Uniformen handzahm gemacht. Bzw. noch handzahmer, als er schon ist. Anderswo gilt der Ungehorsam gegenüber einer ungerechten Ordnung als Recht der Beherrschten, nicht so im ordentlichen Deutschland. Die rapide Militarisierung trifft auf keinen nennenswerten Widerstand, das Militär auf dem Vormarsch rennt offene Türen ein, "wir" sind stolz auf unser durch Geschichtsverdrehung redlich verdientes Wirgefühl, stolz darauf "uns" wieder Nationalfarben ins Gesicht schmieren zu dürfen und jubeln einem Obama zu, der "uns" auf ein neues ins Schlachtfeld ruft. Wer wieder was gelten will, braucht einen Feind. Die türkischen Kids, die am lautesten "Ausländer raus" schreien, haben bloß begriffen wo in diesem Lande der Hammer hängt.

Aus meinen Erfahrungen

x 28.07.2008 - 15:45
weiß ich, dass gerade in dieser frühpubertären Phase in der ihre Tochter und deren Klassenkameraden sich im Moment befinden, äußere Eigenheiten jeglicher Art (dick, dünn, rote haare, etc.) das Interesse der Kinder auf sich ziehen und manchmal Anlass zu Hänseleien werden. Dazu kommt noch, wie in Ihrem Beispiel mit dem Jungen, der immer bei Ihnen zu Gast war, unbewusste sexuelle Wünsche oft in Aggressivität gegenüber dem betreffenden Mädchen umschlagen.
Das ist keine Entschuldigung für dieses Verhalten, es kann auch nicht toleriert werden.

Wenn das in dem von Ihnen geschilderten Fall so ist, dann ist allerdings eine andere Herangehensweise nötig, als wenn es purer Rassismus ist.

Möchte dies nur zu bedenken geben. Hoffe Sie und vor allem Ihre Tochter lassen sich nicht einschüchtern und wünsche Ihnen, dass das Problem sich löst oder gelöst wird!



steglitz

schwarz/ braun 28.07.2008 - 16:20
Viel Kraft und solidarische Grüße an die Betroffenen! Lasst euch nicht einmachen und unterkriegen! Es sind die RassistInnen, die Angst vor Gespenstern haben...

An welcher Schule war denn das? Ich denke auch, mit empörten Briefen kommst du nur bedingt weiter. Sowas versandet irgendwo. Steglitz war schon im NS tiefbraun und hat seit Jahren rechte Mehrheiten und öfter mal die REPs in der BVV gehabt.

Wenn du die Kraft aufbringen kannst/willst solltest du zu Beratungsstellen wie ReachOut oder dem Antidiskriminierungsbüro (ADB) Berlin gehen (einfach googeln), dich z.B. gleich mit einem offenen Brief ähnlich dem hier veröffentlichten Textes an Medien, Senat, Ausländerbeauftragten, bekannte Persönlichkeiten etc. wenden.

Der Lehrerin und der Schulleitung würde ich sofort juristische Schritte ankündigen und dann schauen, ob und wie sie reagieren - davon absehen kannste immer noch.

Und den rassistischen Musikus würde ich direkt anzeigen, ohne wenn und aber. Ich bin keine Juristin aber das ist mit Sicherheit eine Beleidigung, vielleicht sogar Volksverhetzung.
Dessen Dirigenten oder Arbeitgeber würde ich direkt eine Kopie des offenen Briefes zukommen lassen.


Es wäre cool, wenn du irgendwann mal ein Update gibst. Die Nennung der Schule wäre auch cool, vielleicht können lokale AntifaschistInnen ja auch was zu deiner Unterstützung leisten.

Lass dich dann nicht vollsülzen - sie werden dich zur Nestbeschmutzerin erklären und dich zum hysterischen Störenfried abstempeln aber zum Einen trennt sich dann die Spreu vom Weizen und zum Anderen sollen die alle ihr dämliches Maul halten.

Auswege suchen...

Berliner 28.07.2008 - 16:23
Meine Solidarität gilt der betroffenen Familie, dem betroffenen Kind.

Ich schließe mich dem Tipp an: "Ich wuerde im Zweifelsfall auch den Weg ueber die hoeher gestellten Behoerden waehlen (Dienstaufsichtsbeschwerde wegen verletzung der Fuersorgepflicht ist da wohl passend) und Druck auf die Schule ausueben. Generell haben LehrerInnen und Schulen vor kaum etwas mehr angst als wenn sie als rassistisch gelten."

Wenn politischer Druck auf die Schule aufgebaut werden soll, würde ich empfehlen eine der folgenden Gruppen zu kontaktieren. Für sonstige Unterstützung empfehle ich die Leute von ReachOut zu kontaktieren ( http://www.reachoutberlin.de/) die können auch weitervermitteln.

Antifa Süd-West:
Mail:  antifa-suedwest@riseup.net

Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost:
Mail:  abso@no-log.org
Tel.: 0162 - 37 44 514

ANTIRASSISTISCHE INITIATIVE E.V.
Tel.: 030 - 785 72 81

Viel Kraft!

PS:
@ X: Was soll das denn bitte sein: "purer Rassismus"? Und ist das schlimmer als "nicht-purer"? Und wer legt das eigentlich fest, was "pur" und was "nicht-pur" ist. So ein Quatsch!

rassismus?

jonas 28.07.2008 - 16:38
klar, de facto isses rassismus, jemanden wegen der hautfarbe zu beschimpfen. aber ich denke, hinter dem steckt hier keine spezielle gesinnung, sondern - ohne es verharmlosen zu wollen - das typische verhalten unter kindern, der eine wird ausgelacht weil er fett ist, der andere, weil er schwarz ist, der ander weil seine eltern sozial schlechter gestellt ist. klarer fall von profilierung auf kosten anderer. von daher finde ich es nicht soooo abwegig, das auf eine stufe zu setzen! schön ist das nicht, und, klar, pädagogen sollten da eingreifen.

Zivilrecht als Struktur greifbar machen

riotqueer 28.07.2008 - 17:03
Erstmal dieses un-wort 'Mobbing' von, aus einer opferdebilen deutschen Sichtweise Abstand gewinnen, und dann die Struktur suchen, und da rede Ich vom 11 jährigen Lebenszusammenhang, als Stärke im zivilen Recht und Prudenz raus aus dem pädagogischen Milieu, die anscheinend auch nur eine Karrierestabilisierende Sichtweise auf diesen TATzusammenhang negieren. Es ist von außen Druck zu machen,...aber ob fluktuierende Antifa und Rassismus-Networking da helfen mage ich zu bezweifeln. Lieber solidarisch mit dem Kind um Erziehungswissenschaften reden bzw. nahe bringen und auch die/der Makulatur einer Betroffenen aus Erfahrungszusammenhängen um Rassismus als (ich schätze mal) afro-deutsch/deutsch-afrikanisch den Sinn gebenden Überbau dekonstruieren. Für dieses zur Depressionen führende Portal 'Indymedia' ist das ein Wagnis es als eine Kontinuität zu fassen...deshalb meine Kraft und Liebe aus den Zusammenhängen bi-konfigurierter Isolationen und der 11 jährigen in ihrem Protest dagegen eine Stimme verleihen.

Scheiß BürgerInnenc - wnn ich nur an das Wort 'Mobbing' denke dann Depression (hahahahah)

tja, kein Einzelfall

The Man,The Love, The Kongo 28.07.2008 - 17:17
Sehr geehrte Frau Adébodou,
ich kann ihnen jetzt keinen Ratschlag bzgl. ihrer Geschichte geben, ich kann ihnen aber versichern, daß ihre Geschichte kein Einzelfall ist. Und zwar unter dem Gesichtspunkt, das solche rassistischen Aussagen im Alltag und nicht nur in der Schule keine Seltenheit ist. Sie haben mich motiviert, durch ihre Darstellung auch meine Geschichte kurz zu erzählen.
Ich habe jahrelang in einem Haus gewohnt mit meinen Kumpels aus dem Kongo. Dieser Herr (nix Drogendealer - viele denken so, sondern Handwerker -wenige raffen es) war in einer freikirchlichen Gemeinde als Hausmeister angestellt. Er wurde des öfteren in Anwesenheit des Pfarrers, Gemeindeleiters von Gemeindemitgliedern als Hausmeisternegerlein oder Schwarte beschimpft. Die richtig üblen Sprüche lass ich mal weg. Der Witz an der Sache ist, daß diese Gemeinde gerne Missionsarbeit in Südamerika leistete um die Nächstenliebe zu propagandieren, da kommt man doch irgendwie ins Grübeln oder.

Ich erzähl´s einfach mal so, vielleicht paßt zum Thema. Is mir auch egal.

- salonfähiger Rassimus in Deutschland fernab der NPD
- stillschweigen der Verantwortlichen, aber trotzdem Moral predigen

Nachhilfe

brouhaha 28.07.2008 - 17:36
Die teils erbärmlichen Kommentare unter diesem Artikel zeigen, dass man den deutschen Würstchen nicht oft genug erklären kann, was Rassismus ist, wie er funktioniert etc. Was bildest Ihr DummschwätzerInnen Euch ein, der Autorin des Beitrags erklären zu wollen, welches Verhalten der Schüler und Schülerinnen als rassistisch gelten darf und welches nicht?

Vielleicht mal hier anfangen, was zu kapieren:  http://www.derbraunemob.de

Deutsche Würstchen

Ich nochmal 28.07.2008 - 17:55
Hörmal Kollege/Kollegin,
"deutsche Würstchen" geht schonmal garnet. Was bist du? Allwissend? Bessere Rasse? Wörter wie Knoblauchfresser, Bimbos, Schlitzaugen und deutsche "Würstchen" sollten grade in Debatten in denen es um Rassismus geht, keinen Platz finden. Teilweise seit ihr echt so durchgeknallt, daß ihr da ich keinen rechten Unterschied mehr zwischen den Rassisten aus anderen Ländern und in diesem Land finde. Aber ist euer Problem, dieser Sprachgebrauch hab ich net nötig.

Unterscheiden

XY 28.07.2008 - 17:58
Es ist schon ein gänzlich anderer Fall, ob ein 7 Jähriger oder ein 40 jähriger rassistische beschimpfungen loslässt!
Der 40 jährige weiss um den kontext, und den damit verbundenen Xenophoben hintergrund, und verwendet es bewusst, oft als politische Aussage, das 7 jährige Kind hingegen, benutzt Rassistische beschimpfungen, weil es weiss, dass es verletzend ist, allerdings ist sich kein 7 jähriges Kind der tragweite und vor allem dem mitschwingenden politischen Ansatz bewusst!
Das alles macht es nicht weniger bekämpfenswert, weil um jeden preis verhidnert werden muss, dass sich rassistische Parolen im Sprachgebrauch und vor allem in den Denkmustern anreichern und festsetzen! Und ja, für die Kinder ist Neger auf einem level mit Arschloch!(manche wissen vllt schon, dass Neger schlimmer für die beschimpften ist) Es sit ein Schimpfwort, mit dem man sich selbst profiliert, ohne politische Aussage, oft ohne Sinn und kontext, hauptsache verletzend!
Ein beispiel(für das ich mich extrem schäme):
Ich war 8 JAhre oder so, und hab irgendwo aufgeschnappt(Schulhof), wie "effektiv" "verletzend" rassistische Beschimpfungen(Neger) sind, und als ich dann zufällig in Streit mit einem "dunkelhäutigen" geriet, hab ich das WOrt auch verwendet!(Neger) Und mir war damals gar nicht bewusst, dass ich damit Rassistisch bin, mir war auch nciht bewusst, dass ich damit eine grenze übertreten habe, mir ging es nur darum, das "effektivste" Schimpfwort zu finden. Seit ich mir bewusst geworden bin schäme ich mich auch dieser Aussage!

Viel schlimmer finde ich da die Eltern, die die Augen verschliessen(inklusive Schulleitung) und vor allem den Vater, der anscheinend selber vol der Meinung ist!

Mehr Infos?

Tom 28.07.2008 - 18:22
Entgegen dem Eindruck einiger KommentatorInnen hier (von den zwei, drei Nazi-Postings ganz zu schweigen) ist sowas eben nicht nur "in einigen Gegenden Ostdeutschlands" möglich, sondern überall in Deutschland. Nach einer kürzlich in Auszügen veröffentlichten Großumfrage unter mehr als 20.000 SchülerInnen 8ter und 9ter Klassen sind zwei Drittel aller SchülerInnen dieser Jahrgänge der Ansicht, dass es "zu viele Ausländer in Deutschland gibt". Ein Drittel würde dieser Aussage "auf jeden Fall zustimmen", ein Drittel "überwiegend". Da unter den Befragten auch ausländische Schüler waren, die zwar auch teilweise sowas sagen werden, aber sicherlich zu kleineren Teilen, ist davon auszugehen, dass zur Zeit deutlich mehr als zwei Drittel aller SchülerInnen ein rassistisches Weltbild aufweisen.

Das größte Problem bei der Bekämpfung dieser Situation ist für mich, dass die meisten Rassisten grundsätzlich abstreiten, Rassisten zu sein, so wie die Eltern im hier geschilderten Fall. Und wenn´s gar nicht mehr anders geht, ist "Neger" eben keine Beleidigung mehr und "rassehygienischer Störfall" halt "so rausgerutscht". Dennoch: Man kann etwas tun und auch diesem Fall ist immerhin abzugewinnen, "dass es mal raus ist". Im Normalfall geben sich die Rassisten mit Andeutungen und Getuschel zufriegen, was teils noch belastender sein kann.

Schön wäre natürlich zu erfahren, in welcher Schule genau das passiert ist. Eine Schulleitung kann man sehr schnell unter Druck setzen und die Karriereleiter eines Musikers kann noch schneller beendet werden. Wenn die Schule hier genannt würde, könnte ich mir gut vorstellen, dazu meinen Beitrag zu leisten.

Ansonsten muss ich einigen KommentatorInnen darin zustimmen, dass man zwar mit den Kindern diskutieren sollte, dass die eigentliche "Arbeitsfläche" aber die Eltern sind. Die müssen Druck kriegen, die müssen zum Denken gezwungen werden. Dümmliche Schreiberlinge wie "Reiseleiter" oder "QWERTZ280708" sind nur die unbedeutende Spitze des Eisbergs.

praktisch werden

antira berlin 28.07.2008 - 19:52
Mit am krassesten finde ich die Äußerung des einen Vaters vom "rassehygienischen Störfall" gegen den kein anderer Elternteil aufgestanden ist. Poste doch bitte nochmal den Namen und die Adresse des werten Herrn Synphonikers. Dann könnte mensch jedenfalls dort nochmal nachhaken. Im Übrigen wegen der Ansage auf jeden Fall Strafanzeige stellen.
Falls Du die Schule unter Druck setzen willst, kannst Du auch versuchen, das ganze nochmal in die Medien zu bekommen, Dich also an "richtige" Zeitungen usw. wenden. Im Sommerloch stehen die Chancen sicher nicht allzu schlecht.

Ansonsten wünsche ich viel Kraft und starke Nerven.

Beschwerde

Udo 28.07.2008 - 20:18
Lege Beschwerde beim Kultusministerium ein! Argumentiere strafrechtlich (Volksverhetzung) und finde ANDERE Eltern, die auf DEINER Seite sind, um dann GEMEINSAM zu wirken!

Interview

Frank J. Müller 28.07.2008 - 20:40
Hallo Anna-Sophie,
falls Du deine Erfahrungen nochmal in einem Interview in einer Arbeit zum Thema "Einstellungen zum Umgang mit Vielfalt in der Berliner Grundschule" einbringen möchtest würde ich mich sehr freuen:  elternbefragung@googlemail.com

Störfall-Symphoniker

Enough 28.07.2008 - 20:48
Nachhaken? Der Typ sollte mal Besuch bekommen. Solche Typen sind viel schlimmer als ein paar NPD-Hansel.
PS: Der Qwertz ist ein Neonazi aus dem Altermediaforum, siehe dort, wo er mit fast identischen Worten darüber berichtet ("Räuberpistole").

bitte ...

Markus M. 28.07.2008 - 21:05
Bitte nicht so einseitig. Ich kenne deutsche Eltern, die mit vielen Tricks ihre Kinder in Schulen anmelden, in denen der Ausländeranteil noch überschaubar ist. Denn bei 70-80 % Zuwandereranteil wird ein deutsches Kind genauso "angemacht" wie hier geschildert.

@tom

(muss ausgefüllt werden) 28.07.2008 - 23:28
rechne doch bitte nochmal nach....zwei drittel plus ein drittel plus ein drittel........und dann noch plus die befragten ausländer.....hmmmmna...hats klick gemacht???ich finde die aussagen auch schlimm...nur sollte man sich hier fragen wer die wahren schuldigen sind....die kinder...oder die eltern die die kinder erst in diese situation gebracht haben....nicht wahr anna sophie.....

Bündnispartner suchen

Rumpelstilzchen 29.07.2008 - 00:52
Deine Beschreibung der Stimmung in der Schulklasse und beim Elternabend klingt schon recht schlimm.
Du hat einfach nur geschildert, wie das für deine Tochter ist und die anderen Eltern nach Eigenen Beobachtungen gefragt. Mitteilung plus Darstellung Eurer Situation plus sachlich gehaltenen Aufforderung ohne Schuldzuweisungen.
Dir wurde aber auf "Beziehungsebene" geantwortet: Entschuldigungen, obwohl niemand als Nazi beschuldigt wurde, Verleugnen des Rassismus als relevantem Motiv in diesem Fall,offener Verweis auf "ethnische" Sonderstellung. Relativierung von Mobbing generell als "normal". Was üblich ist, dagegen sollte man/frau nicht opponieren... so wurde es Dir nahegelegt.
Das ist allerdings üblich in Fällen, Menschen, die gegen Unrecht aufbegehren , mundtot zu machen. Für Mobbing ist das typisch; es setzt immer an Schwächen und gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnissen an. Die Klassenlehrerin hat keinen Mut und nivelliert nach unten. Anstatt das unzudrehen: Auch Kinder mit leichten körperlichen Behinderungen auszugrenzen, ist Diskriminierung und sollte nicht hingenommen werden!
Such Dir Bündnispartner, die Dir glauben, zeig, daß Du nicht alleine bist! Dann müssen sie in der Schule zumindest auf das Maß des Legalen zurückschalten. Die offen rassistische Antwort des Elternvertreters war ja schon sehr grenzwertig...
Sprich die Mobilen Beratungsteams gegen Rechts an, oder gibt es die nur im Osten ?
Auch schadet es meineserachtens nicht unbedingt, die Schulbehörde einzuschalten, ggf. mit Verweis darauf, daß dies gegenüber Strafanzeigen oder Leserbriefen an den Tagesspiegel (Rufschädigung) das mildere Mittel ist. Kennst Du Leute aus der Linkspartei in Deinem Bezirk ? Autonome Antifa schreitet leider meist erst ein, wenn die Fäuste fliegen und dann ihrerseits wenig differenziert.
Das Ergebnis (die müssen dann ja mit der Schule kommunizieren; die bekommen Dein Vorgehen also mit) dürfte sein, daß Du und ggf. Deine Tochter dann "150%-ig" behandelt werden: Kommunikation nur im Nötigsten, eigene Ordnungswidrigkeiten werden strengstens geahndet, vermutlich üble Nachrede hinter Eurem Rücken.
DASS MÜSSTEST DU GEMEINSAM MIT ECHTEN FREUND/INNEN UND VERBÜNDETEN ABFANGEN,
aber ich weiß (aus eigener Erfahrung, aber anderem Zusammenhang), daß solche Phasen auch vorbei gehen, weil die MobberInnen meist emotional bestimmt vorgehen und irgendwann auch "müde" sind. Erreichen wirst Du, daß es weniger offene Beleidigungen gibt und ggf. Schuldige ein leichtes (ggf. gegen Auflagen eingestelltes) Strafverfahren bekommen oder eine disziplinarische Rüge. Trotzdem machen, Gesetze sehr genau ansehen (Anwalt!)
Falls wirklich eine politische Kraft (und nicht Alltagsrassismus plus Mobbing) dahinterstehen sollte, ebenfalls politisch agieren.

solidarische Grüße

Rumpelstilzchen

@Rumpelstilzchen

riotqueer 29.07.2008 - 01:46
Kannst Du mit dem bürgerlich konnotiertem Mobbing aufhören - es findet Gewalt auf einer abstrakteren Ebene statt, und Mobbing geht von einer Unschuld des Einzelnen gegenüber der symbolischen Mehrheit aus. Entsprechend esoterisch und sektiererisch ist auch Kirche bzw. diese Form hat in der Symbolkraft nur einen Schuldigen für das NS-Regime ausgemacht. So nicht....es waren und sind leicht identifizierbare Ebenen in ihrer Wiederholungskraft. Mobbing als terminus ist was für die BLÖD-Zeitung oder auch B.Z.,...aber nicht etwas, womit ein 11jähriges Etwas klar kommen muss. Mobbing finde ich das mg-verfahren von der BAW aufgenommen wurde - und am Ende hat es ALLE bewegt und zack die Bohne in Lateinamerika ging aus.

Ich kenne mich nicht soooo in Bärlin aus, aber was Ich kenne sind die ausgesprochenen Angebote um psycho-soziale Bewegungen für ein Individuum - und da braucht die Mutter und die 11jährige in ihrem Lebenszusammenhang support (und keine Mobbing-Behinderung)....

Salaam!

King Kong-Theorie

Desperentes 29.07.2008 - 02:38
Zum Thema Eltern und Heterosexismus...

Politische Militanz ...

Eine militante Praxis muss sich nach den politischen Analysen und Perspektiven richten. Ohne diese kann sie ihr Potential niemals entfalten und im Endeffekt sogar zu schwerwiegenden Fehlern führen. Eine revolutionäre kommunistische Organisation, die die Strategie militanter Aktionen bis hin zum Aufstand und zu einer revolutionären Umgestaltung entwickelt, muss in der BRD erst noch geschaffen werden. Die Erfahrungen und Diskussionen der militanten Zusammenhänge müssen aber in den langwierigen Prozess zur Schaffung dieser Organisation einfließen.

Die Schwerpunktsetzung der Texte darf folglich nicht falsch verstanden werden: Die politische Militanz ist nicht die Grundlage revolutionärer Politik und sollte nicht einmal einen von politischen Perspektiv- und Organisierungsdebatten losgelösten Teilbereich darstellen. Sie ist aber langfristig als Teil eben dieser Debatten und Prozesse wichtig und notwendig. Ebenso spielt sie für die unmittelbare Praxis, insbesondere in Abwehrkämpfen, eine entscheidende Rolle und kann auch in nicht-revolutionären Situationen nur durch ihre konkrete Anwendung weiterentwickelt werden.

zum kotzen

lehrer 29.07.2008 - 11:09
Lasst euch das auf keinen Fall bieten!

So was kotzt mich an. Solche Kollegen hab ich auch, die reagieren nur auf klare Ansagen.

Vermutlich werden Schulleitung und einige andere Eltern euch jetzt als Nestbeschmutzer ansehen und eurer Tochter und euch das Leben so schwer wie möglich machen. Nutzt weiter alle Möglichkeiten, um ihnen zu zeigen, dass ihr keine Opfer seid, mit denen man alles machen kann.
Den kultivierten Sinfoniker kann man anzeigen und auch sollte man die Leitung seines Orchesters zumindest fragen, was sie von den Asichten des Herren hält.

Schulleiter und Lehrer reagieren meist nur auf Druck von Vorgesetzten. Wie die Verwaltung in eurem Bundesland aufgebaut ist, weiß ich leider nicht, aber sicher findet ihr da einen Weg. Macht es "aktenkundig".

Viel Kraft für eure Tochter und euch und berichtet bitte weiter, wie sich alles entwickelt.

@ "@Tom"

Tom 29.07.2008 - 11:35
Nur kurz zum Verständnis, weil jemand nachgehakt hat: Zwei Drittel der 8. und 9.-Klässler unterstützen die Aussage, dass es "zu viele Ausländer in Deutschland" gibt. Eines dieser zwei Drittel unterstützt die Aussage uneingeschränkt, das andere Drittel stimmt ihr "eher zu".

Und noch was zu einigen Kommentatoren, die hier wieder die großen Vergleiche aufstellen: Es ist sehr wohl etwas anderes, wenn in Deutschland ausländische Kinder rassistisch angegangen werden, als wenn deutsche Kinder von Ausländern rassistisch beleidigt werden. Zwar ist beides abzulehenen und bedarf einer Reaktion des Umfelds ... der Rassismus gegen Deutsche aber kann niemals zu einem ernsthaften, kollektiven gesellschaftlichen Problem werden. Das würden zumindest nur Trottel im Überfremdungswahn annehmen. Andersherum sind durch Ausländerfreindlichkeit ganze Bevölkerungsgruppen zumindest in ihrer gesellschaftlichen Existenz bedroht.

@Tom Du Irrst

Stat 29.07.2008 - 12:21

Tom, Du irrst und zwar von grundauf. Du gehst von der Situation aus, dass es in Deutschland nur eine handvoll Ausländer gibt und die Hegemonie von Deutschen wir Dir und mir und dem typischen Indy-Leser auf ewig bestehen bleibt. Dann könntest Du sagen, dass deren Rassismus harmlos ist, weil marginal.

Dem ist aber nicht so. Gerade in den jungen Altersjahrgängen liegt der Anteil von Migrationshintergründlern bei fast 50 % in Berlin. Natürlich verteilen die sich auch auf viele verschiedene Hintergründe, wo die Unterscheidung z.T. ein Kunstgriff ist, z.B. Deutsch/Schweiz.

Allerdings zeigt sich deutlich, dass die Marginalität nicht vorliegt und die Bedeutung steigt.

Im übrigen finde ich Verharmlosung eines Rassismus, insbesondere nach rassischen Kriterien, für echt problematisch und nicht für harmlos, lieber Tom.

unklare Stellungnahmen

Bob 29.07.2008 - 16:40
Es tut schon manchmal weh die hiesigen Kommentare zu lesen. Mir scheint es gibt eine (hoffentlich kleine) Minderheit, die denkt, dass es eine gute und eine schlechte Form von Unterdrückung, Verleumdung etc. gebe. Sicherlich sollten sich aus Fehlern entsprechende Konsequenzen ergeben, dies will niemand bestreiten. Wenn ich mir aber Ratschläge durchlese wie "sag mal an welche Schule... ...mal sehen wie lange der Herr Musikus noch Arbeit hat" bekomme ich -gelinde gesagt das Kotzen. Das klingt für mich wie... sagen wir Berufsverbot wegen einer (hoffentlich) -nicht vorhandenen- politischen Gesinnung. Mit welchem Recht nehmen einige an, dass sie Freiheit und Gerechtigkeit mit Füssen treten können und argumentierne damit dies zu tun um Freiheit und Gerechtigkeit zu verteidigen? Einige dieser Kommentare lesen sich wie Phrasen aus dem Parteiprogramm einer verbrecherischen Organisation, die vor mehr als 60 Jahren an der Macht war. Wenn diese hirnverbrannten Spinner denken mit ihrem privaten Faschismus dieses Land vor selbigem schützen zu können so irren sie.

Emanzipation Jetzt!

Erwin İnönü 29.07.2008 - 20:51
Hallo! Ich bin auch der Meinung, dass der homogen-autochthone Eiheitsbrei überwunden werden muss. Die ausländischen Menschen sollen sich endlich wieder wohlfühlen in Deutschland. Diese jungen Freunde aus Hamburg machen es uns vor:

 http://de.youtube.com/watch?v=uoI4T410as8&feature=related

Nie wieder Nationalismus! Nie wieder Rassismus! Deutschland verrecke!

Ironie ist wenn man trotzdem lacht

Gegenstrom 29.07.2008 - 22:30
Ich glaube der gesellschaftspolitische Versuch im Kleinen von Frau Adadingsbums ist leider nach hinten losgegangen. Da wollte Sie den fiesen deutschen Volkskörper etwas aufhellen, bzw. verdunkeln und niemand dankt es ihr. Wenn Ihr Mann Mmhmdndj oder so ähnlich einen deutschen Namen gehabt hätte, dann hätte die Dame natürlich Ihren Geburtsnamen behalten, versteht sich als gute deutsche Feministin, die immer schön mit taz-I schreibt. Leider muß nun die Tochter dafür geradestehen. Besonders schade das türkische Kinder auch mit dabei waren, sonst könnte man/frau [gut so Frau Adeblubb?] die Schuld den doofen Deutschen in die Schuhe schieben.

Wirklichkeit? Die stört mich/uns hier nicht..

qwerts300708 30.07.2008 - 07:37
"Ich bin auch der Meinung, dass der homogen-autochthone Eiheitsbrei überwunden werden muss."

Welcher Einheitsfrei?

 http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2007/05/PD07__183__12521.psml

(So - jetzt dürfen die "diskussionsfreudigen" Macher der Wahrh...verzeihung, von "Indymedia", diesen Beitrag wieder löschen; damit niemand von der eigenen Leserschaft auch bloß auf die Idee komt, sich die Ausführungen [des Statistischen Bundesamtes] einmal durchzulesen...)

Beitrag

qwertz00 30.07.2008 - 11:52
"Ich glaube der gesellschaftspolitische Versuch im Kleinen von Frau Adadingsbums ist leider nach hinten losgegangen."

Es gibt keine "Anna-Sophie Abedoubo".

Hier hat ganz offensichtlich ein besonders eifriger Indymedia-Schreiber versucht ordentlich Stimmung zu machen - dabei allerdings so dick aufgetragen (d.h. jedes denkbare Klischee in seinen Beitrag mit hineingepackt), daß derselbe selbst dem regelmäßigen Indymedia-Leser nur noch als erdacht erscheinen dürfte (freilich werden die meisten hier dies nicht zugeben...).

Ich finde es nebenbei bezeichnend, daß sachliche Beiträge hier gelöscht werden, Beiträge von hohlen Spinnern ("Gesellschftsexperiment im kleinen") wie Ihnen hier allerdings stehen bleiben.

Andererseits ist Ihr Beitrag so hohl, daß es mich wiederum nicht verwundert, weshalb Indymedia gerade diesen hier stehen läßt (solll heißen: falls der Beitrag ohnehin nicht nur ein "Fake" sein sollte - wovon ich stark ausgehe...).

.

Aufmerksam 30.07.2008 - 12:36
Gymnasium Steglitz
Heesestraße 15
12169 Berlin

Keine "Meinung"

Tom 30.07.2008 - 14:18
@ Stat:

Diskutier mal bitte woanders mit. Ein Problem, das alleine aus der Zahl oder dem Anteil von Menschen "ausländischer" Herkunft in einer Stadt oder einem Stadtteil resultiert, gibt es schlicht nicht. Die real auftretenden Probleme nach Migration sind immer gemeinsame Probleme, die auch nur gemeinsam gelöst werden können. Ob nun 50%, 30% oder 10% der Leute in einem Viertel einen Migrationshintergrund haben, ist letztlich vollständig egal, denn der eigentliche Zusammenhang ist der soziale Stand, das Millieu: Innerhalb eines Millieus nämlich ist der "Hang" zu Kriminalität, Gewalt, u.s.w. unter allen Beteiligten, gleich welcher Herkunft exakt gleich ausgeprägt. Ein Problem mit MigrantInnen gibt es also allenfalls deshalb, weil ihnen keine gleichwertigen sozialen Chancen eingeräumt werden, weil sie in bestimmte Stadtteile, Quartiere, Häuser abgedrängt werden, wo auch die dort lebenden Deutschen vergleichsweise perspektivlos sind und sich im übrigen kein Stück anders verhalten. Würden sie sich hingegen gleichmäßig auf die sozialen Schichten und auf die verschiedenen Stadtteile und Gemeinden verteilen, würde man keinen Verhaltensunterschied mehr bemerken.

Dieses Land besteht wie alle anderen Länder aus einer herkunftsmäßig wilden Mischung, nur dass die meisten Wanderungsbewegungen schon lange vergessen sind. Woher kommen beispielsweise die polnischen Namen im Ruhrgebiet oder in Sachsen? Hat die massenhafte polnische Migration in die industriellen Ballungszentren, die auch damals (18. und 19. Jahrhundert) von rechtskonservativen Schreihälsen als "Überfremdung" gebrandmarkt wurde, heute noch irgendeine Bedeutung, außer dass Hunderttausende Deutsche polnische Namen haben?

Und noch ein Wort zu Bob: Wenn der Symphoniker das gesagt hat, was hier berichtet wurde, gehört er dafür angegriffen. Das ist kein Willkürakt und verstößt auch nicht gegen irgendeine Freiheit. Seine Wortwahl war nicht nur illegal (über "Legalität" kann man immer trefflich streiten), sondern menschenverachtend. Dafür hat er sich möglichst juristisch und hoffentlich gesellschaftlich zu verantworten. Toleranz gegenüber Rassisten führt zu nichts außer zu mehr Rassismus.