Rassismus eskaliert schon in den Schulen
Meine 11jährige afrodeutsche Tochter kam unmittelbar vor den Sommerferien gehäuft mit rassistischen Beleidigungen ("Negerin", "Negernutte", "Bimbofotze" usw.) und Sticheleien nach Hause, die ihr dort widerfahren sind. Dass so etwas in einer "weißen" Gesellschaft leider durchaus gängig ist, darüber müssen wir nicht sprechen. Sie kommt auch ganz gut damit klar, weil Mbahamwe und ich sie und ihre Identität gegen solche "normalen" gesellschaftlichen Hiebe auf Minderheiten frühzeitig gestärkt und imprägniert haben. Doch während sowas in der Vergangenheit vielleicht ein, zwei Mal im Jahr vorkam, artete es vor den Ferien in ein regelrechtes Mobbing gegen meine Tochter und ein weiteres afrodeutsches Kind in der Klasse aus.
Die Beleidigungen kamen übrigens nicht nur von "weißen deutschen" Kindern, sondern auch von solchen mit türkischem oder arabischem Hintergrund was ich so nicht für möglich gehalten hätte und mich deshalb besonders traurig macht! Ich hatte im Stillen immer gehofft, dass meine Tochter gerade bei diesen Menschen einmal Unterstützung und Solidarität im Kamnpf gegen den Rassismus finden würde.
Besonders schlimm für meine Tochter war zudem, dass die übelsten Angriffe von einem Jungen kamen, mit dem sie jahrelang befreundet war und der schon oft auf Kindergeburtstagen bei uns zu Gast war und nie negativ aufgefallen ist. Die Eltern des Jungen sind genauso schockiert und können sich das neue Verhalten ihres Sohnes überhaupt nicht erklären. Auch andere Kinder scheinen plötzlich rassistische Ausfälle irgendwie "cool" zu finden.
Ich finde diese Entwicklung in höchstem Maß alarmierend und bedrohlich!
Aus diesen Gründen war es mir ein Bedürfnis, das Problem beim letzten Elternabend anzusprechen. Ich fragte die anderen Eltern, ob es
a) einen Grund dafür gäbe, dass rassistische Beschimpfungen in der letzten Zeit häufiger als sonst vorkämen
b) ob ihnen das überhaupt aufgefallen sei und
c) wie sie damit umgehen würden.
Auf diese Fragen reagierten die anwesenden Eltern folgendermaßen:
- mein Kind ist kein Rassist!
- wir sind keine Nazis!
- meine Tochter hat auch Segelohren und eine Brille, also was wollen Sie?!
- IHRE TOCHTER hat gar kein Problem damit, SIE reden ihr ein, dass das Wort "Neger" schlimm sei, sonst käme sie gar nicht darauf!
Schade fand ich, dass die Klassenlehrerin ebenfalls die übliche Beschimpfungen ("Fettsack", "Arschloch", "Brillenschlange") mit rassistischen Beschimpfungen ("Neger", "Kanacke", "Bimbo") gleichstellte: Sie meinte nur, dass sie darauf natürlich eingeht und ihren SchülerInnen erklärt, dass solche Begriffe "negative Schwingungen" hervorrufen. — Perverse Blümchenpädagogik-Esoterik-Mentalität fällt mir da nur ziemlich wütend zu ein.
Am allerschlimmstem war aber ein Vater (Berufsmusiker, Mitglied eines Berliner Sinfonieorchesters), der meine Tochter vor der versammelten Elternschaft völlig ungeniert als "rassenhygienischen Störfall" bezeichnet hat. Keiner der anwesenden Eltern fühlte sich angehalten zu protestieren; man schaute lieber verschämt auf den Boden!
Eine Beschwerde bei der Schulleitung blieb erfolglos, weil dieser Vater ein "sehr engagierter Elternvertreter" sei und es "sicher nicht so gemeint" habe. Auch wolle man "nicht polarisieren" ...
DAS sind sie, die deutschen Zustände im gutbürgerlichen Berlin-Steglitz im Jahre 2008!!!
Mit großer Verbitterung!
Anna-Sophie Adébodou
Besonders schlimm für meine Tochter war zudem, dass die übelsten Angriffe von einem Jungen kamen, mit dem sie jahrelang befreundet war und der schon oft auf Kindergeburtstagen bei uns zu Gast war und nie negativ aufgefallen ist. Die Eltern des Jungen sind genauso schockiert und können sich das neue Verhalten ihres Sohnes überhaupt nicht erklären. Auch andere Kinder scheinen plötzlich rassistische Ausfälle irgendwie "cool" zu finden.
Ich finde diese Entwicklung in höchstem Maß alarmierend und bedrohlich!
Aus diesen Gründen war es mir ein Bedürfnis, das Problem beim letzten Elternabend anzusprechen. Ich fragte die anderen Eltern, ob es
a) einen Grund dafür gäbe, dass rassistische Beschimpfungen in der letzten Zeit häufiger als sonst vorkämen
b) ob ihnen das überhaupt aufgefallen sei und
c) wie sie damit umgehen würden.
Auf diese Fragen reagierten die anwesenden Eltern folgendermaßen:
- mein Kind ist kein Rassist!
- wir sind keine Nazis!
- meine Tochter hat auch Segelohren und eine Brille, also was wollen Sie?!
- IHRE TOCHTER hat gar kein Problem damit, SIE reden ihr ein, dass das Wort "Neger" schlimm sei, sonst käme sie gar nicht darauf!
Schade fand ich, dass die Klassenlehrerin ebenfalls die übliche Beschimpfungen ("Fettsack", "Arschloch", "Brillenschlange") mit rassistischen Beschimpfungen ("Neger", "Kanacke", "Bimbo") gleichstellte: Sie meinte nur, dass sie darauf natürlich eingeht und ihren SchülerInnen erklärt, dass solche Begriffe "negative Schwingungen" hervorrufen. — Perverse Blümchenpädagogik-Esoterik-Mentalität fällt mir da nur ziemlich wütend zu ein.
Am allerschlimmstem war aber ein Vater (Berufsmusiker, Mitglied eines Berliner Sinfonieorchesters), der meine Tochter vor der versammelten Elternschaft völlig ungeniert als "rassenhygienischen Störfall" bezeichnet hat. Keiner der anwesenden Eltern fühlte sich angehalten zu protestieren; man schaute lieber verschämt auf den Boden!
Eine Beschwerde bei der Schulleitung blieb erfolglos, weil dieser Vater ein "sehr engagierter Elternvertreter" sei und es "sicher nicht so gemeint" habe. Auch wolle man "nicht polarisieren" ...
DAS sind sie, die deutschen Zustände im gutbürgerlichen Berlin-Steglitz im Jahre 2008!!!
Mit großer Verbitterung!
Anna-Sophie Adébodou
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
ist schon heftig sowas in deutschland
dort erlebten meine kinder fast täglich (bin mit einer afrikanerin verheiratet und daher sin mein kinder nicht "weiß") denn rassenhass weil sie "halb weiß" waren.
bin daher nach deutschland zurückgekehrt und der bericht macht mich nachdenklich...
ich selber habe bisher keine negativen erfahrungen gemacht und meine kinder auch nicht, meine frai wurde jedoch schon beschimpft!
aber ich möchte dennoch feststellen das es hier in deutschland für uns "friedlicher" ist als in afrika wo wir fast täglich bedroht und beleidigt wurden.
Inkompetenz in Schulen sprengen!
Schulgesetz
Reiche Beschwerde ein:
Senatsverwaltung für Bildung,
Wissenschaft und Forschung
Beuthstraße 6 - 8
10117 Berlin-Mitte
Tel.: 030 9026 7
www.berlin.de/sen/bwf
Nazis- und Rassisten-Bloggen
bedauerlicherweise Bloggen auf dieser Seite einige Nazis und Rassisten mit. Vielleicht ist dies symptomatisch für diesen brisanten Artikel. Dennoch sollten wir es uns nicht gefallen lassen und konsequent diese Blogs an die Indymedia-Admins melden, damit diese Beiträge gelöscht werden. E-Mail-Adresse:
Rassismus - was ist das eigentlich?
Zu der ständig aufkommenden und teilweise eindeutig fixierten Diskussion über Rassismus gegen Deutsche und die angebliche Umkehrung der Verhältnisse, da angeblich die "Ausländer" zur Mehrheit werden würden. Zunächst sei auf das lesenswerte Interview der jungen Welt mit der Opferberatungsstelle ReachOut verwiesen, in dem diese sich zu der Diskussion über Rassismus gegen Deutsche äußern:
Interessant ist die Antwort Timo Langes von ReachOut auf die Frage, ob es sich seiner Ansicht nach bei einem körperlichen Angriff, bei dem die Beleidigung "Scheißdeutscher" gefallen ist, um einen rassistischen Übergriff handeln würde. Timo Lange antwortet dazu:
"Nein. Im Alltagsverständnis heißt Rassismus zwar, daß Vorurteile und abwertende Haltungen gegenüber Menschen aus anderen Kulturen auf der individuellen Ebene ausgetragen werden. In der Sozialwissenschaft und in den Beratungsprojekten arbeiten wir aber mit einem Rassismusbegriff, der gesellschaftliche Machtstrukturen mitbetrachtet und Gewalt auf der Straße damit im Zusammenhang sieht."
Rassismus hat mehr Ebenen als bloß die hier immer wieder angesprochene individuelle Ebene. Einzelne Individuen agieren rassistisch in Form von Schikanen, Beleidigungen oder körperlichen Angriffen. In den Individuen manifestiert sich der Rassismus als latente oder offene Überzeugung oder als festes Weltbild. Auf dieser Ebene ist natürlich ein himmelweiter Unterschied zwischen einem überzeugten Rassisten bzw. einer überzeugten Rassistin und einem unbewusst rassistisch handelnden zu sehen. Jedoch existieren wie gesagt weitere Ebene.
Rassismus ist nämlich mehr als die Handlung oder Überzeugung einzelner Individuen. Er existiert gesellschaftlich als Denkstruktur. Diese wird zwar durch die einzelnen Individuen hervorgebracht und durch bestimmte Akteure auch stärker geprägt, prägt aber ihrerseits auch die Individuen und ihr gesellschaftliches Handeln. Unter diesem Aspekt ist dann nämlich gerade eine rassistische Beleidigung von einem Kind keineswegs das gleiche wie "Arschloch" oder etwas ähnliches.
Nur um sie nicht unerwähnt zu lassen, sei auch nocheinmal auf die institutionelle Ebene des Rassismus und auf den Staat als rassistischen Akteur verwiesen.
Einer linken, emanzipatorischen Kritik steht es jedenfalls keineswegs gut, gesellschaftliche Verhältnisse (nämlich Rassismus als gesellschaftliches Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnis) als Problem einzelner Individuen zu projezieren. Nämlich genau durch diesen Trick, der Spaltung zwischen einzelnen bösen Rassist_innen und der guten bürgerlichen Mitte, kann der Rassismus innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft geleugnet werden. Mit rassistischen Logiken, die das gesellschaftliche Zusammenleben strukturieren, muss mensch sich dann nicht mehr auseinandersetzen - Rassismus ist ja nur ein Problem weniger gewalttätiger Rassist_innen.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
@Anna-Sophie
als Eltern von zwei braunen Kindern sind uns solche "Auswuechse" bisher nicht bekannt, die LehrerInnen an der Schule sind da aber auch extrem sensibel. Meine Frau hatte aber mehrmals mit rassistischen Anmachen zu tun, auch ueberwiegend von jungen Maennern mit arabischem/tuerkischstaemmigem Hintergrund. Bei uns im Dorf haben wir Ruhe nachdem ein paar der Jungs eine "koerperliche" Warnung bekommen haben.
Eine dezente Warnung an Leute wie den Musiker wirkt oftmals Wunder, da die meist vor Schiss kaum ueber den eigenen Jaegerzaun gucken koennen.
Ich wuerde im Zweifelsfall auch den Weg ueber die hoeher gestellten Behoerden waehlen (Dienstaufsichtsbeschwerde wegen verletzung der Fuersorgepflicht ist da wohl passend) und Druck auf die Schule ausueben. Generell haben LehrerInnen und Schulen vor kaum etwas mehr angst als wenn sie als rassistisch gelten.
Lasst Euch nicht unterkriegen!
Liebe Gruesse aus Kiel
Ein Tipp
Salut!
traurig
Ich kann dich total verstehen, war bis zuletzt selber Schüler und habe Ähnliches jeden Tag aufs Neue mitbekommen müssen.
Die deutschen Zustände machen mich auch traurig und vor allem wütend. Es bleibt mir nicht mehr zu sagen als Kopf hoch und ich hoffe wirklich ganz doll, dass sich deine Tochter die Beleidungen und Demütigungen nicht zu sehr zu Herzen nimmt :( Liebe Grüße.
Der Kampf geht weiter.
manchmal
erstmal tut es mir leid das irgendwelche ignoranten arschlöcher glauben sie wären was besseres als du, deine Tochter oder das weitere Kind um das es geht. Mich regt auch dies verhalten der Lehrerin maßlos auf - generell fiel mir das in letzter zeit auf das die Lehrer in ihrer Gänseblümchen- und Fencheltee-Welt dazu neigen probleme uz bagatellisieren.
Evtl. solltest du den Namen der Schule zu der deine Tochter geht mal öffentlich machen damit die Genossen in Berlin dort mal auf den Busch klopfen (Flyer verteilen, beim Rektor rabatz machen, mit den Kindern reden (vllt sogar im unterricht)) können...
Zum Thema die arabischen/Türkischen Mitschüler hätten keine solidarität gezeigt fällt mir nur meine Schulzeit ein bzw das was in meiner Berufsschule gang und gäbe ist ... es sind beinahe noch schlimmere Rassisten als Nazis! Gerade wenn es gegen Afrikaner/Afroamerikaner geht benehmen die sich wie die letzten menschen - in einigen Fällen sind diese Typen ja sogar mitglied der NPD/Kameradschaften oder dieser Nazis in linkem outfit(autonome nationalisten gibts nicht auch wenn bullen und medien versuchen uns das einzureden!) - bestet beispiel wäre Mike NWaiser der meines wissens nach Palestinenser ist und trotzdem NPD-Kader und Nazi im linken Look.
antifasch. Grüße aus HH-Ciddy
Mobbing
"Genetischer Störfall" ist strafbar, würde ich sagen... Und "mein Sohn ist kein Nazi" keine Antwort auf ihre Fragen, zu denen sie berechtigt sind.
z.B:
Viel Erfolg und Kraft
GRUSELIG
Aus meinen Erfahrungen
Das ist keine Entschuldigung für dieses Verhalten, es kann auch nicht toleriert werden.
Wenn das in dem von Ihnen geschilderten Fall so ist, dann ist allerdings eine andere Herangehensweise nötig, als wenn es purer Rassismus ist.
Möchte dies nur zu bedenken geben. Hoffe Sie und vor allem Ihre Tochter lassen sich nicht einschüchtern und wünsche Ihnen, dass das Problem sich löst oder gelöst wird!
steglitz
An welcher Schule war denn das? Ich denke auch, mit empörten Briefen kommst du nur bedingt weiter. Sowas versandet irgendwo. Steglitz war schon im NS tiefbraun und hat seit Jahren rechte Mehrheiten und öfter mal die REPs in der BVV gehabt.
Wenn du die Kraft aufbringen kannst/willst solltest du zu Beratungsstellen wie ReachOut oder dem Antidiskriminierungsbüro (ADB) Berlin gehen (einfach googeln), dich z.B. gleich mit einem offenen Brief ähnlich dem hier veröffentlichten Textes an Medien, Senat, Ausländerbeauftragten, bekannte Persönlichkeiten etc. wenden.
Der Lehrerin und der Schulleitung würde ich sofort juristische Schritte ankündigen und dann schauen, ob und wie sie reagieren - davon absehen kannste immer noch.
Und den rassistischen Musikus würde ich direkt anzeigen, ohne wenn und aber. Ich bin keine Juristin aber das ist mit Sicherheit eine Beleidigung, vielleicht sogar Volksverhetzung.
Dessen Dirigenten oder Arbeitgeber würde ich direkt eine Kopie des offenen Briefes zukommen lassen.
Es wäre cool, wenn du irgendwann mal ein Update gibst. Die Nennung der Schule wäre auch cool, vielleicht können lokale AntifaschistInnen ja auch was zu deiner Unterstützung leisten.
Lass dich dann nicht vollsülzen - sie werden dich zur Nestbeschmutzerin erklären und dich zum hysterischen Störenfried abstempeln aber zum Einen trennt sich dann die Spreu vom Weizen und zum Anderen sollen die alle ihr dämliches Maul halten.
Auswege suchen...
Ich schließe mich dem Tipp an: "Ich wuerde im Zweifelsfall auch den Weg ueber die hoeher gestellten Behoerden waehlen (Dienstaufsichtsbeschwerde wegen verletzung der Fuersorgepflicht ist da wohl passend) und Druck auf die Schule ausueben. Generell haben LehrerInnen und Schulen vor kaum etwas mehr angst als wenn sie als rassistisch gelten."
Wenn politischer Druck auf die Schule aufgebaut werden soll, würde ich empfehlen eine der folgenden Gruppen zu kontaktieren. Für sonstige Unterstützung empfehle ich die Leute von ReachOut zu kontaktieren (
Antifa Süd-West:
Mail:
Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost:
Mail:
Tel.: 0162 - 37 44 514
ANTIRASSISTISCHE INITIATIVE E.V.
Tel.: 030 - 785 72 81
Viel Kraft!
PS:
@ X: Was soll das denn bitte sein: "purer Rassismus"? Und ist das schlimmer als "nicht-purer"? Und wer legt das eigentlich fest, was "pur" und was "nicht-pur" ist. So ein Quatsch!
rassismus?
Zivilrecht als Struktur greifbar machen
Scheiß BürgerInnenc - wnn ich nur an das Wort 'Mobbing' denke dann Depression (hahahahah)
tja, kein Einzelfall
ich kann ihnen jetzt keinen Ratschlag bzgl. ihrer Geschichte geben, ich kann ihnen aber versichern, daß ihre Geschichte kein Einzelfall ist. Und zwar unter dem Gesichtspunkt, das solche rassistischen Aussagen im Alltag und nicht nur in der Schule keine Seltenheit ist. Sie haben mich motiviert, durch ihre Darstellung auch meine Geschichte kurz zu erzählen.
Ich habe jahrelang in einem Haus gewohnt mit meinen Kumpels aus dem Kongo. Dieser Herr (nix Drogendealer - viele denken so, sondern Handwerker -wenige raffen es) war in einer freikirchlichen Gemeinde als Hausmeister angestellt. Er wurde des öfteren in Anwesenheit des Pfarrers, Gemeindeleiters von Gemeindemitgliedern als Hausmeisternegerlein oder Schwarte beschimpft. Die richtig üblen Sprüche lass ich mal weg. Der Witz an der Sache ist, daß diese Gemeinde gerne Missionsarbeit in Südamerika leistete um die Nächstenliebe zu propagandieren, da kommt man doch irgendwie ins Grübeln oder.
Ich erzähl´s einfach mal so, vielleicht paßt zum Thema. Is mir auch egal.
- salonfähiger Rassimus in Deutschland fernab der NPD
- stillschweigen der Verantwortlichen, aber trotzdem Moral predigen
Nachhilfe
Vielleicht mal hier anfangen, was zu kapieren:
Deutsche Würstchen
"deutsche Würstchen" geht schonmal garnet. Was bist du? Allwissend? Bessere Rasse? Wörter wie Knoblauchfresser, Bimbos, Schlitzaugen und deutsche "Würstchen" sollten grade in Debatten in denen es um Rassismus geht, keinen Platz finden. Teilweise seit ihr echt so durchgeknallt, daß ihr da ich keinen rechten Unterschied mehr zwischen den Rassisten aus anderen Ländern und in diesem Land finde. Aber ist euer Problem, dieser Sprachgebrauch hab ich net nötig.
Unterscheiden
Der 40 jährige weiss um den kontext, und den damit verbundenen Xenophoben hintergrund, und verwendet es bewusst, oft als politische Aussage, das 7 jährige Kind hingegen, benutzt Rassistische beschimpfungen, weil es weiss, dass es verletzend ist, allerdings ist sich kein 7 jähriges Kind der tragweite und vor allem dem mitschwingenden politischen Ansatz bewusst!
Das alles macht es nicht weniger bekämpfenswert, weil um jeden preis verhidnert werden muss, dass sich rassistische Parolen im Sprachgebrauch und vor allem in den Denkmustern anreichern und festsetzen! Und ja, für die Kinder ist Neger auf einem level mit Arschloch!(manche wissen vllt schon, dass Neger schlimmer für die beschimpften ist) Es sit ein Schimpfwort, mit dem man sich selbst profiliert, ohne politische Aussage, oft ohne Sinn und kontext, hauptsache verletzend!
Ein beispiel(für das ich mich extrem schäme):
Ich war 8 JAhre oder so, und hab irgendwo aufgeschnappt(Schulhof), wie "effektiv" "verletzend" rassistische Beschimpfungen(Neger) sind, und als ich dann zufällig in Streit mit einem "dunkelhäutigen" geriet, hab ich das WOrt auch verwendet!(Neger) Und mir war damals gar nicht bewusst, dass ich damit Rassistisch bin, mir war auch nciht bewusst, dass ich damit eine grenze übertreten habe, mir ging es nur darum, das "effektivste" Schimpfwort zu finden. Seit ich mir bewusst geworden bin schäme ich mich auch dieser Aussage!
Viel schlimmer finde ich da die Eltern, die die Augen verschliessen(inklusive Schulleitung) und vor allem den Vater, der anscheinend selber vol der Meinung ist!
Mehr Infos?
Das größte Problem bei der Bekämpfung dieser Situation ist für mich, dass die meisten Rassisten grundsätzlich abstreiten, Rassisten zu sein, so wie die Eltern im hier geschilderten Fall. Und wenn´s gar nicht mehr anders geht, ist "Neger" eben keine Beleidigung mehr und "rassehygienischer Störfall" halt "so rausgerutscht". Dennoch: Man kann etwas tun und auch diesem Fall ist immerhin abzugewinnen, "dass es mal raus ist". Im Normalfall geben sich die Rassisten mit Andeutungen und Getuschel zufriegen, was teils noch belastender sein kann.
Schön wäre natürlich zu erfahren, in welcher Schule genau das passiert ist. Eine Schulleitung kann man sehr schnell unter Druck setzen und die Karriereleiter eines Musikers kann noch schneller beendet werden. Wenn die Schule hier genannt würde, könnte ich mir gut vorstellen, dazu meinen Beitrag zu leisten.
Ansonsten muss ich einigen KommentatorInnen darin zustimmen, dass man zwar mit den Kindern diskutieren sollte, dass die eigentliche "Arbeitsfläche" aber die Eltern sind. Die müssen Druck kriegen, die müssen zum Denken gezwungen werden. Dümmliche Schreiberlinge wie "Reiseleiter" oder "QWERTZ280708" sind nur die unbedeutende Spitze des Eisbergs.
praktisch werden
Falls Du die Schule unter Druck setzen willst, kannst Du auch versuchen, das ganze nochmal in die Medien zu bekommen, Dich also an "richtige" Zeitungen usw. wenden. Im Sommerloch stehen die Chancen sicher nicht allzu schlecht.
Ansonsten wünsche ich viel Kraft und starke Nerven.
Beschwerde
Interview
falls Du deine Erfahrungen nochmal in einem Interview in einer Arbeit zum Thema "Einstellungen zum Umgang mit Vielfalt in der Berliner Grundschule" einbringen möchtest würde ich mich sehr freuen:
Störfall-Symphoniker
PS: Der Qwertz ist ein Neonazi aus dem Altermediaforum, siehe dort, wo er mit fast identischen Worten darüber berichtet ("Räuberpistole").
bitte ...
@tom
Bündnispartner suchen
Du hat einfach nur geschildert, wie das für deine Tochter ist und die anderen Eltern nach Eigenen Beobachtungen gefragt. Mitteilung plus Darstellung Eurer Situation plus sachlich gehaltenen Aufforderung ohne Schuldzuweisungen.
Dir wurde aber auf "Beziehungsebene" geantwortet: Entschuldigungen, obwohl niemand als Nazi beschuldigt wurde, Verleugnen des Rassismus als relevantem Motiv in diesem Fall,offener Verweis auf "ethnische" Sonderstellung. Relativierung von Mobbing generell als "normal". Was üblich ist, dagegen sollte man/frau nicht opponieren... so wurde es Dir nahegelegt.
Das ist allerdings üblich in Fällen, Menschen, die gegen Unrecht aufbegehren , mundtot zu machen. Für Mobbing ist das typisch; es setzt immer an Schwächen und gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnissen an. Die Klassenlehrerin hat keinen Mut und nivelliert nach unten. Anstatt das unzudrehen: Auch Kinder mit leichten körperlichen Behinderungen auszugrenzen, ist Diskriminierung und sollte nicht hingenommen werden!
Such Dir Bündnispartner, die Dir glauben, zeig, daß Du nicht alleine bist! Dann müssen sie in der Schule zumindest auf das Maß des Legalen zurückschalten. Die offen rassistische Antwort des Elternvertreters war ja schon sehr grenzwertig...
Sprich die Mobilen Beratungsteams gegen Rechts an, oder gibt es die nur im Osten ?
Auch schadet es meineserachtens nicht unbedingt, die Schulbehörde einzuschalten, ggf. mit Verweis darauf, daß dies gegenüber Strafanzeigen oder Leserbriefen an den Tagesspiegel (Rufschädigung) das mildere Mittel ist. Kennst Du Leute aus der Linkspartei in Deinem Bezirk ? Autonome Antifa schreitet leider meist erst ein, wenn die Fäuste fliegen und dann ihrerseits wenig differenziert.
Das Ergebnis (die müssen dann ja mit der Schule kommunizieren; die bekommen Dein Vorgehen also mit) dürfte sein, daß Du und ggf. Deine Tochter dann "150%-ig" behandelt werden: Kommunikation nur im Nötigsten, eigene Ordnungswidrigkeiten werden strengstens geahndet, vermutlich üble Nachrede hinter Eurem Rücken.
DASS MÜSSTEST DU GEMEINSAM MIT ECHTEN FREUND/INNEN UND VERBÜNDETEN ABFANGEN,
aber ich weiß (aus eigener Erfahrung, aber anderem Zusammenhang), daß solche Phasen auch vorbei gehen, weil die MobberInnen meist emotional bestimmt vorgehen und irgendwann auch "müde" sind. Erreichen wirst Du, daß es weniger offene Beleidigungen gibt und ggf. Schuldige ein leichtes (ggf. gegen Auflagen eingestelltes) Strafverfahren bekommen oder eine disziplinarische Rüge. Trotzdem machen, Gesetze sehr genau ansehen (Anwalt!)
Falls wirklich eine politische Kraft (und nicht Alltagsrassismus plus Mobbing) dahinterstehen sollte, ebenfalls politisch agieren.
solidarische Grüße
Rumpelstilzchen
@Rumpelstilzchen
Ich kenne mich nicht soooo in Bärlin aus, aber was Ich kenne sind die ausgesprochenen Angebote um psycho-soziale Bewegungen für ein Individuum - und da braucht die Mutter und die 11jährige in ihrem Lebenszusammenhang support (und keine Mobbing-Behinderung)....
Salaam!
King Kong-Theorie
Politische Militanz ...
Eine militante Praxis muss sich nach den politischen Analysen und Perspektiven richten. Ohne diese kann sie ihr Potential niemals entfalten und im Endeffekt sogar zu schwerwiegenden Fehlern führen. Eine revolutionäre kommunistische Organisation, die die Strategie militanter Aktionen bis hin zum Aufstand und zu einer revolutionären Umgestaltung entwickelt, muss in der BRD erst noch geschaffen werden. Die Erfahrungen und Diskussionen der militanten Zusammenhänge müssen aber in den langwierigen Prozess zur Schaffung dieser Organisation einfließen.
Die Schwerpunktsetzung der Texte darf folglich nicht falsch verstanden werden: Die politische Militanz ist nicht die Grundlage revolutionärer Politik und sollte nicht einmal einen von politischen Perspektiv- und Organisierungsdebatten losgelösten Teilbereich darstellen. Sie ist aber langfristig als Teil eben dieser Debatten und Prozesse wichtig und notwendig. Ebenso spielt sie für die unmittelbare Praxis, insbesondere in Abwehrkämpfen, eine entscheidende Rolle und kann auch in nicht-revolutionären Situationen nur durch ihre konkrete Anwendung weiterentwickelt werden.
zum kotzen
So was kotzt mich an. Solche Kollegen hab ich auch, die reagieren nur auf klare Ansagen.
Vermutlich werden Schulleitung und einige andere Eltern euch jetzt als Nestbeschmutzer ansehen und eurer Tochter und euch das Leben so schwer wie möglich machen. Nutzt weiter alle Möglichkeiten, um ihnen zu zeigen, dass ihr keine Opfer seid, mit denen man alles machen kann.
Den kultivierten Sinfoniker kann man anzeigen und auch sollte man die Leitung seines Orchesters zumindest fragen, was sie von den Asichten des Herren hält.
Schulleiter und Lehrer reagieren meist nur auf Druck von Vorgesetzten. Wie die Verwaltung in eurem Bundesland aufgebaut ist, weiß ich leider nicht, aber sicher findet ihr da einen Weg. Macht es "aktenkundig".
Viel Kraft für eure Tochter und euch und berichtet bitte weiter, wie sich alles entwickelt.
@ "@Tom"
Und noch was zu einigen Kommentatoren, die hier wieder die großen Vergleiche aufstellen: Es ist sehr wohl etwas anderes, wenn in Deutschland ausländische Kinder rassistisch angegangen werden, als wenn deutsche Kinder von Ausländern rassistisch beleidigt werden. Zwar ist beides abzulehenen und bedarf einer Reaktion des Umfelds ... der Rassismus gegen Deutsche aber kann niemals zu einem ernsthaften, kollektiven gesellschaftlichen Problem werden. Das würden zumindest nur Trottel im Überfremdungswahn annehmen. Andersherum sind durch Ausländerfreindlichkeit ganze Bevölkerungsgruppen zumindest in ihrer gesellschaftlichen Existenz bedroht.
@Tom Du Irrst
Tom, Du irrst und zwar von grundauf. Du gehst von der Situation aus, dass es in Deutschland nur eine handvoll Ausländer gibt und die Hegemonie von Deutschen wir Dir und mir und dem typischen Indy-Leser auf ewig bestehen bleibt. Dann könntest Du sagen, dass deren Rassismus harmlos ist, weil marginal.
Dem ist aber nicht so. Gerade in den jungen Altersjahrgängen liegt der Anteil von Migrationshintergründlern bei fast 50 % in Berlin. Natürlich verteilen die sich auch auf viele verschiedene Hintergründe, wo die Unterscheidung z.T. ein Kunstgriff ist, z.B. Deutsch/Schweiz.
Allerdings zeigt sich deutlich, dass die Marginalität nicht vorliegt und die Bedeutung steigt.
Im übrigen finde ich Verharmlosung eines Rassismus, insbesondere nach rassischen Kriterien, für echt problematisch und nicht für harmlos, lieber Tom.
unklare Stellungnahmen
Emanzipation Jetzt!
Nie wieder Nationalismus! Nie wieder Rassismus! Deutschland verrecke!
Ironie ist wenn man trotzdem lacht
Wirklichkeit? Die stört mich/uns hier nicht..
Welcher Einheitsfrei?
(So - jetzt dürfen die "diskussionsfreudigen" Macher der Wahrh...verzeihung, von "Indymedia", diesen Beitrag wieder löschen; damit niemand von der eigenen Leserschaft auch bloß auf die Idee komt, sich die Ausführungen [des Statistischen Bundesamtes] einmal durchzulesen...)
Beitrag
Es gibt keine "Anna-Sophie Abedoubo".
Hier hat ganz offensichtlich ein besonders eifriger Indymedia-Schreiber versucht ordentlich Stimmung zu machen - dabei allerdings so dick aufgetragen (d.h. jedes denkbare Klischee in seinen Beitrag mit hineingepackt), daß derselbe selbst dem regelmäßigen Indymedia-Leser nur noch als erdacht erscheinen dürfte (freilich werden die meisten hier dies nicht zugeben...).
Ich finde es nebenbei bezeichnend, daß sachliche Beiträge hier gelöscht werden, Beiträge von hohlen Spinnern ("Gesellschftsexperiment im kleinen") wie Ihnen hier allerdings stehen bleiben.
Andererseits ist Ihr Beitrag so hohl, daß es mich wiederum nicht verwundert, weshalb Indymedia gerade diesen hier stehen läßt (solll heißen: falls der Beitrag ohnehin nicht nur ein "Fake" sein sollte - wovon ich stark ausgehe...).
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Heesestraße 15
12169 Berlin
Keine "Meinung"
Diskutier mal bitte woanders mit. Ein Problem, das alleine aus der Zahl oder dem Anteil von Menschen "ausländischer" Herkunft in einer Stadt oder einem Stadtteil resultiert, gibt es schlicht nicht. Die real auftretenden Probleme nach Migration sind immer gemeinsame Probleme, die auch nur gemeinsam gelöst werden können. Ob nun 50%, 30% oder 10% der Leute in einem Viertel einen Migrationshintergrund haben, ist letztlich vollständig egal, denn der eigentliche Zusammenhang ist der soziale Stand, das Millieu: Innerhalb eines Millieus nämlich ist der "Hang" zu Kriminalität, Gewalt, u.s.w. unter allen Beteiligten, gleich welcher Herkunft exakt gleich ausgeprägt. Ein Problem mit MigrantInnen gibt es also allenfalls deshalb, weil ihnen keine gleichwertigen sozialen Chancen eingeräumt werden, weil sie in bestimmte Stadtteile, Quartiere, Häuser abgedrängt werden, wo auch die dort lebenden Deutschen vergleichsweise perspektivlos sind und sich im übrigen kein Stück anders verhalten. Würden sie sich hingegen gleichmäßig auf die sozialen Schichten und auf die verschiedenen Stadtteile und Gemeinden verteilen, würde man keinen Verhaltensunterschied mehr bemerken.
Dieses Land besteht wie alle anderen Länder aus einer herkunftsmäßig wilden Mischung, nur dass die meisten Wanderungsbewegungen schon lange vergessen sind. Woher kommen beispielsweise die polnischen Namen im Ruhrgebiet oder in Sachsen? Hat die massenhafte polnische Migration in die industriellen Ballungszentren, die auch damals (18. und 19. Jahrhundert) von rechtskonservativen Schreihälsen als "Überfremdung" gebrandmarkt wurde, heute noch irgendeine Bedeutung, außer dass Hunderttausende Deutsche polnische Namen haben?
Und noch ein Wort zu Bob: Wenn der Symphoniker das gesagt hat, was hier berichtet wurde, gehört er dafür angegriffen. Das ist kein Willkürakt und verstößt auch nicht gegen irgendeine Freiheit. Seine Wortwahl war nicht nur illegal (über "Legalität" kann man immer trefflich streiten), sondern menschenverachtend. Dafür hat er sich möglichst juristisch und hoffentlich gesellschaftlich zu verantworten. Toleranz gegenüber Rassisten führt zu nichts außer zu mehr Rassismus.