Die bürgerl. Gesellschaft hasst noch heute 68
Diese Interview erschien (in leicht gekürzter Fassung) am 20. Juni in der griechischen linksliberalen Tageszeitung Eleftherotypia
Andreas Vogel war Mitglied der Bewegung „2. Juni“ und schloss sich später im Knast dem Kollektiv der Gefangenen aus der RAF an.
Andreas Vogel war Mitglied der Bewegung „2. Juni“ und schloss sich später im Knast dem Kollektiv der Gefangenen aus der RAF an.
„Die bürgerliche Gesellschaft hasst noch heute den Mai 68“
Interview: Georgia Dama
Weltweit wird eine Mobilisierung anlässlich des 60ten Jahrestages der Gründung der NATO vorbereitet, kündigt Andreas Vogel hinsichtlich der Reaktionen, die von den Bewegungen gegen die Globalisierung und gegen den Krieg organisiert werden, an. In den 70ern war Andreas Vogel Mitglied der Bewegung „2. Juni“ und deswegen 10 Jahre inhaftiert. Er äußert sich zum „Heute“ der bewaffneten Bewegungen und ihrer Verbindung mit der bewaffneten Praxis in der Vergangenheit. Eingeladen vom Netz für Politische und Soziale Rechte, besuchte er Athen, um auf einer Veranstaltung zum Thema „1968-2008: Die Bewegungen der radikalen Linken damals und heute“ zu sprechen.
-Wie entwickeln sich die Antiglobalisierungsbewegung und die Bewegung gegen den Krieg?
Natürlich ist die Antiglobalisierungsbewegung sehr vielfältig. Das macht ihre Dynamik und ihre Kreativität aus. Nach den Kampagnen gegen die großen Gipfel stellt sich nun die Frage nach der antikapitalistischen Zuspitzung viel deutlicher. Auch ist es in der Antiglobalisierungsbewegung noch nicht selbstverständlich, die Fragen von Kriegen, Folter und Lagerhaft mit der Kritik an der Globalisierung zu verbinden. Das war zum Beispiel die Schwäche in der Mobilisierung gegen den G8 in Gleneagles 2005. Der Gipfel fand in einem kriegsführenden Land statt, ohne dass dies Gegenstand der Proteste war. Deswegen hoffen wir, dass die aktuelle Kampagne gegen die 60 Jahrfeier der NATO eine Gelegenheit ist, die Fragen der Antiglobalisierungsbewegung und der Antikriegsbewegung wirkungsvoll zusammenzubringen.
-War das Experiment der vereinigten Linken in Deutschland letztendlich erfolgreich?
Um es mit einem bekannten deutschen Satiriker auszudrücken: „Die Linkspartei, die Linkspartei, die geht mir rechts am Arsch vorbei“. Aber ernsthaft: Die Linkspartei ist Ausdruck des Zerbrechens eines Blocks zwischen Sozialdemokratie und Gewerkschaften, denn die Sozialdemokratie war und ist treibende Kraft der neoliberalen Umverteilungspolitik von unten nach oben in Deutschland. Deswegen entstand links von ihr eine letztlich doch sozialdemokratische Partei, Die Linke. Da diese im Kern doch nur an den alten sozialdemokratischen Vorstellungen festhält, ohne sich neu zu radikalisieren, ist es eine Frage, wie lange sie überhaupt die Chance haben wird, parlamentarisch existent zu sein. Spätestens an dem Punkt, wo sie eine Regierung der SPD stützt oder sich gar an ihr beteiligt, wird sie ihr Ende besiegeln. Natürlich hoffen wir, dass die linken aktions- und bewegungsorientierten Teile der Partei, sich mit der außerparlamentarischen Linken verbinden und gemeinsame Kampagnen machen.
-Was plant man in Deutschland nach der Mobilisierung gegen den G8 Gipfel?
Natürlich gab es nach dem G8 den Versuch, die dort mobilisierten AktivistInnen zu organisieren und dem Widerstand dauerhaftere Gestalt zu geben. Einer dieser Versuche ist die Interventionistische Linke, wo ich auch mitarbeite. Die Interventionistische Linke versucht die radikalen Kräfte in der Bewegung zusammenzufassen und eine Organisierung zu schaffen, aus der heraus es möglich ist, gemeinsam und wirkungsvoll in gesellschaftliche Konflikte zu intervenieren. Unser nächstes größeres Projekt ist die Kampagne gegen Militarisierung und Folter anlässlich der 60Jahresfeier der NATO im nächsten Frühjahr.
-In Frankreich gab es eine Verbindung zwischen den Bewegungen der Arbeiter und der Studierenden. Warum nicht in Deutschland?
1968 war die Arbeiterbewegung über SPD und Gewerkschaften in den deutschen Staat eingebunden. Nicht ohne Grund konnte man damals fast von Staatsgewerkschaften sprechen. Allerdings gelang es sehr wohl, in den Jahren danach eine Verbindung zwischen Kämpfen in den Fabriken und anderen gesellschaftlichen Konflikten herzustellen. So zum Beispiel im Streiksommer 1973, in dem an vielen Orten sogenannte wilde Streiks, ohne Unterstützung der und sogar gegen die Gewerkschaftsbürokratie durchgefόhrt wurden. Diese Kämpfe in den Betrieben wurden allerdings zu einem Großteil von Arbeitsimmigranten den „Gastarbeitern“ getragen, worauf die Regierung mit dem Ausschluss dieses Teils der Arbeiterklasse reagierte. So wurden über eine halben Million Gastarbeiter nach dem Urlaub nicht mehr zurück nach Deutschland gelassen. Das war ein herber Rückschlag.
-Welche Beziehung bestand zwischen der Entwicklung der Bewegungen von 1968 und dem bewaffneten Kampf?
In Deutschland waren die Gruppen des bewaffneten Kampfes aus meiner Sicht der radikalste Teil der 1968er Bewegung. Es war der Versuch, sich als Teil einer internationalen revolutionären Bewegung zu verhalten und durch den eigenen Kampf die Möglichkeit für revolutionäre Entwicklungen auch in den Metropolen offenzuhalten. Ganz sicher hätte es ohne diesen weltweiten Aufbruch von 1968 keinen bewaffneten Kampf in Deutschland gegeben. Die Vorstellung, dass überall auf der Welt der Imperialismus angegriffen und eingekreist wird, war eine durchaus realistische Möglichkeit.
-Was denken Sie heute über die Praxis der RAF? Wie beurteilen Sie den bewaffneten Kamp heute?
Was nicht gelang, war, diese (in der Antwort auf die vorige Frage beschriebene) Entwicklung, als sie an ihre Grenzen kam, in einen neuen erweiterten Prozess zu transformieren. Mit anderen Strukturen, anderen Aktionsformen, anderen Möglichkeiten der politischen Beteiligung und Intervention. Infolgedessen haben sich die bewaffneten Gruppen in Deutschland aufgelöst. In Deutschland ist die Frage des bewaffneten Kampfes insoweit immer noch aktuell, als der Staat auch heute noch Gefangene aus dem bewaffneten Kampf, die seit über 20 Jahren im Gefängnis sind, ohne „Reueerklärung“ nicht entlassen will. Auch in der Diskussion um „40 Jahre 1968“ spielt diese Frage eine zentrale Rolle. Anders als viele linksbürgerliche Kräfte sagen, steht 1968 nicht oder nicht nur für die Reform der bürgerlichen Gesellschaft. Die bürgerliche Gesellschaft hasst diesen Aufbruch noch immer, weil er eben auch eine revolutionäre Seite hatte.
Dieser Artikel erschien in der neuen Ausgabe des Gefangenen Info 339.
Weitere Themen u.a.:
- Hintergründe zu 30 Jahre "Celler Loch"
- Grussadressen von 3 Gefangenen zur Stammheimdemo vom 5.7.
- Gabriel Pombo da Silva zu Zwangsarbeit im Knast
- Neuigkeiten von dem französichen "Terrorismusverfahren"
Das Gefangenen Info kostet 1,55 Euro und ist zu beziehen über:
GNN-Verlag Neuer Kamp 25 20359 Hamburg
E-Mail:
gnn-hamburg@freenet.de
Gefangenen Info im Netz: www.political-prioners.net
Interview: Georgia Dama
Weltweit wird eine Mobilisierung anlässlich des 60ten Jahrestages der Gründung der NATO vorbereitet, kündigt Andreas Vogel hinsichtlich der Reaktionen, die von den Bewegungen gegen die Globalisierung und gegen den Krieg organisiert werden, an. In den 70ern war Andreas Vogel Mitglied der Bewegung „2. Juni“ und deswegen 10 Jahre inhaftiert. Er äußert sich zum „Heute“ der bewaffneten Bewegungen und ihrer Verbindung mit der bewaffneten Praxis in der Vergangenheit. Eingeladen vom Netz für Politische und Soziale Rechte, besuchte er Athen, um auf einer Veranstaltung zum Thema „1968-2008: Die Bewegungen der radikalen Linken damals und heute“ zu sprechen.
-Wie entwickeln sich die Antiglobalisierungsbewegung und die Bewegung gegen den Krieg?
Natürlich ist die Antiglobalisierungsbewegung sehr vielfältig. Das macht ihre Dynamik und ihre Kreativität aus. Nach den Kampagnen gegen die großen Gipfel stellt sich nun die Frage nach der antikapitalistischen Zuspitzung viel deutlicher. Auch ist es in der Antiglobalisierungsbewegung noch nicht selbstverständlich, die Fragen von Kriegen, Folter und Lagerhaft mit der Kritik an der Globalisierung zu verbinden. Das war zum Beispiel die Schwäche in der Mobilisierung gegen den G8 in Gleneagles 2005. Der Gipfel fand in einem kriegsführenden Land statt, ohne dass dies Gegenstand der Proteste war. Deswegen hoffen wir, dass die aktuelle Kampagne gegen die 60 Jahrfeier der NATO eine Gelegenheit ist, die Fragen der Antiglobalisierungsbewegung und der Antikriegsbewegung wirkungsvoll zusammenzubringen.
-War das Experiment der vereinigten Linken in Deutschland letztendlich erfolgreich?
Um es mit einem bekannten deutschen Satiriker auszudrücken: „Die Linkspartei, die Linkspartei, die geht mir rechts am Arsch vorbei“. Aber ernsthaft: Die Linkspartei ist Ausdruck des Zerbrechens eines Blocks zwischen Sozialdemokratie und Gewerkschaften, denn die Sozialdemokratie war und ist treibende Kraft der neoliberalen Umverteilungspolitik von unten nach oben in Deutschland. Deswegen entstand links von ihr eine letztlich doch sozialdemokratische Partei, Die Linke. Da diese im Kern doch nur an den alten sozialdemokratischen Vorstellungen festhält, ohne sich neu zu radikalisieren, ist es eine Frage, wie lange sie überhaupt die Chance haben wird, parlamentarisch existent zu sein. Spätestens an dem Punkt, wo sie eine Regierung der SPD stützt oder sich gar an ihr beteiligt, wird sie ihr Ende besiegeln. Natürlich hoffen wir, dass die linken aktions- und bewegungsorientierten Teile der Partei, sich mit der außerparlamentarischen Linken verbinden und gemeinsame Kampagnen machen.
-Was plant man in Deutschland nach der Mobilisierung gegen den G8 Gipfel?
Natürlich gab es nach dem G8 den Versuch, die dort mobilisierten AktivistInnen zu organisieren und dem Widerstand dauerhaftere Gestalt zu geben. Einer dieser Versuche ist die Interventionistische Linke, wo ich auch mitarbeite. Die Interventionistische Linke versucht die radikalen Kräfte in der Bewegung zusammenzufassen und eine Organisierung zu schaffen, aus der heraus es möglich ist, gemeinsam und wirkungsvoll in gesellschaftliche Konflikte zu intervenieren. Unser nächstes größeres Projekt ist die Kampagne gegen Militarisierung und Folter anlässlich der 60Jahresfeier der NATO im nächsten Frühjahr.
-In Frankreich gab es eine Verbindung zwischen den Bewegungen der Arbeiter und der Studierenden. Warum nicht in Deutschland?
1968 war die Arbeiterbewegung über SPD und Gewerkschaften in den deutschen Staat eingebunden. Nicht ohne Grund konnte man damals fast von Staatsgewerkschaften sprechen. Allerdings gelang es sehr wohl, in den Jahren danach eine Verbindung zwischen Kämpfen in den Fabriken und anderen gesellschaftlichen Konflikten herzustellen. So zum Beispiel im Streiksommer 1973, in dem an vielen Orten sogenannte wilde Streiks, ohne Unterstützung der und sogar gegen die Gewerkschaftsbürokratie durchgefόhrt wurden. Diese Kämpfe in den Betrieben wurden allerdings zu einem Großteil von Arbeitsimmigranten den „Gastarbeitern“ getragen, worauf die Regierung mit dem Ausschluss dieses Teils der Arbeiterklasse reagierte. So wurden über eine halben Million Gastarbeiter nach dem Urlaub nicht mehr zurück nach Deutschland gelassen. Das war ein herber Rückschlag.
-Welche Beziehung bestand zwischen der Entwicklung der Bewegungen von 1968 und dem bewaffneten Kampf?
In Deutschland waren die Gruppen des bewaffneten Kampfes aus meiner Sicht der radikalste Teil der 1968er Bewegung. Es war der Versuch, sich als Teil einer internationalen revolutionären Bewegung zu verhalten und durch den eigenen Kampf die Möglichkeit für revolutionäre Entwicklungen auch in den Metropolen offenzuhalten. Ganz sicher hätte es ohne diesen weltweiten Aufbruch von 1968 keinen bewaffneten Kampf in Deutschland gegeben. Die Vorstellung, dass überall auf der Welt der Imperialismus angegriffen und eingekreist wird, war eine durchaus realistische Möglichkeit.
-Was denken Sie heute über die Praxis der RAF? Wie beurteilen Sie den bewaffneten Kamp heute?
Was nicht gelang, war, diese (in der Antwort auf die vorige Frage beschriebene) Entwicklung, als sie an ihre Grenzen kam, in einen neuen erweiterten Prozess zu transformieren. Mit anderen Strukturen, anderen Aktionsformen, anderen Möglichkeiten der politischen Beteiligung und Intervention. Infolgedessen haben sich die bewaffneten Gruppen in Deutschland aufgelöst. In Deutschland ist die Frage des bewaffneten Kampfes insoweit immer noch aktuell, als der Staat auch heute noch Gefangene aus dem bewaffneten Kampf, die seit über 20 Jahren im Gefängnis sind, ohne „Reueerklärung“ nicht entlassen will. Auch in der Diskussion um „40 Jahre 1968“ spielt diese Frage eine zentrale Rolle. Anders als viele linksbürgerliche Kräfte sagen, steht 1968 nicht oder nicht nur für die Reform der bürgerlichen Gesellschaft. Die bürgerliche Gesellschaft hasst diesen Aufbruch noch immer, weil er eben auch eine revolutionäre Seite hatte.
Dieser Artikel erschien in der neuen Ausgabe des Gefangenen Info 339.
Weitere Themen u.a.:
- Hintergründe zu 30 Jahre "Celler Loch"
- Grussadressen von 3 Gefangenen zur Stammheimdemo vom 5.7.
- Gabriel Pombo da Silva zu Zwangsarbeit im Knast
- Neuigkeiten von dem französichen "Terrorismusverfahren"
Das Gefangenen Info kostet 1,55 Euro und ist zu beziehen über:
GNN-Verlag Neuer Kamp 25 20359 Hamburg
E-Mail:
gnn-hamburg@freenet.de Gefangenen Info im Netz: www.political-prioners.net
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Stimme aus der Vergangenheit
"Ganz sicher hätte es ohne diesen weltweiten Aufbruch von 1968 keinen bewaffneten Kampf in Deutschland gegeben. Die Vorstellung, dass überall auf der Welt der Imperialismus angegriffen und eingekreist wird, war eine durchaus realistische Möglichkeit."
Stimmt, ohne 68 keine RAF. Doch die RAF war eine Folge des Zerfalls der Bewegung und der folgenden Machtlosigkeit. Dem wollten einige abhelfen und wählten dazu unterschiedliche Wege. Die einen versenkten sich ins ML Studium, andere gründeten Parteisekten oder traten in die bestehenden ein. Die RAF versuchte mit Bomben die Exstudies die nun ihr Lehramt antraten, an ihre alten Losungen zu erinnern und nicht zufällig wurden Amieinrichtungen als Ziele gewählt. Nu wie das endete ist Geschichte. Klar hassen viele 68. Einige störts bei der Karriere, andere wollen auf ihre alten Tage nicht mehr dran erinnert werden. Nu mit dem Imperialismus hatte das wenig zu tun, in den Metropolen hatte man wenig Einfluß auf die Vorgänge in der dritten Welt und die Arbeiter die als Zielgruppe was bewirken sollten, pfiffen auf 68. Die wollten mehr Kohle aber nichts verändern. Das haben die 68 iger nicht kapiert und dachten, mit Proletenparteien die Malocher gewinnen zu können. Na beide sind heute eh in Rente.
@ saul
Nein, tatsächlich nicht zufällig, sondern vor dem Hintergrund des US-Krieges in Vietnam. Der Gedanke der Solidarität mit dem anti-imperialistischen Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes war einer globalen Gemeinsamkeiten der Revolte ´68ff zwischen den Brennpunkten im globalen "Westen", "Osten" und "Süden".
nunmal langsam
Es war eine Zeit der Experimente, des "was ist möglich", die RAF nannte es mal den "Primat der Praxis" - Ob der bewaffnete Kampf in Deutschland möglich ist kann man nur herausfinden indem man ihn wagt - und das galt nicht nur für den bewaffneten Kampf, sondern auch für viele andere Seiten dieser Zeit. Im engen Kreis um Baader und Enslin sprach man sich auch gegenseitig mit Worten an, die heute weit in der sexistischen Ecke stehen, und Projekte der freien Liebe mit ständig wechselnden Sexualpartnern existieren vereinzelt noch bis heute mit immer wieder neuem Zulauf junger Menschen überall auf der Welt, auch in Deutschland.
Hätte es diese, heute gerne von Romantikern als die "rebellische Zeit" verniedlichte, Periode nicht gegeben, wäre wir heute bei vielen Themen wie Gender Mainstream, Kampf gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, bei den Soziale Bewegungen weltweit, dem Kampf gegen Krieg usw... bei weitem nicht in einer, meiner Meinung nach, sehr fortgeschrittenen Diskussion mit zahlreichen Erfolgen, in den letzten 4 Jahrzehnten!!!
Ja es wurden damals Fehler gemacht, nicht nur hier in Deutschland, sondern mit Sicherheit weltweit. Die überzogene Solidarität mit Palästina, die unreflektierten Aussagen zu Imperialismus und Zionismus, uvm. waren schwerwiegende Fehler.
ABER: Wie würde unsere Welt heute aussehen, hätte es weltweit in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts KEINE widerständigen und querdenkenden Menschen gegeben? Wäre diese Welt wirklich besser?
In der Geschicht haben Menschen die etwas verändern wollten IMMER auch Fehler gemacht. Das wichtige ist aus diesen Fehlern zu lernen und die gleichen nicht wieder zu begehen. Die linke Bewegung in all ihren Facetten hat sich gewaltig weiterentwickelt und viele Dinge in die Gesellschaft getragen, ohne das die "bürgerlichen" das direkt merkten. Das heute jedes öffentliche Dokument, jede Stellenausschreibung, jeder Zeitungsartikel der Geschlechtergleichheit gerecht werden muss, ist sicherlich kein Verdienst der bürgerlichen Denker!
Nicht alle der 68er habe aus ihrer Geschichte gelernt. Viele waren damals schon aus dem Elternhaus latent antisemitisch geprägt und diese Haltung wurde durch Palästina Solidarisierungen noch geschürt. Sie waren so etwas wie "Hitlers Erben", da sie aus Kleinbürgerlichen Familien stammten und nicht so kritisch zur Palästina Frage Stellung beziehen konnten oder wollten wie wir das heute tun. Aber die meisten, die ich aus meinem Umfeld kenne, die damals schon aktiv waren und heute längst im Rentenalter sind, sehen sehr sehr vieles heute kritisch und anders als damals. Sie haben sich mit dem Lauf der Geschichte weiterentwickelt.
68er
Die sog. 68er, von Extrema wie Horst Mahler oder Christian Klar abgesehen, sind die bürgerliche Gesellschaft von heute.
onkelztext im kommentarteil
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Och herjee
Nachdem ich jedoch
" Lange Haare, Diskussionen, Haschisch rauchen, Depressionen, - Hippies, Hippies, Hippies - Ich kann euch nicht verstehn, - Atomkraftbadge, Patchouliduft, Genesishirn in der Matrazengruft, - Hippies, Hippies, Hippies, - Ich kann euch nicht mehr sehn, - Hippies, Hippies, Hippies - Ich hass euch wie die Pest, - Hippies, Hippies, Hippies, - Wir geben euch den Rest, - Räucherstäbchen konsumieren, und für Frieden demonstrieren, Hippies, Hippies, Hippies, Ich kann euch nicht verstehn, - Hippies, Hippies, Hippies, - Ich will euch mal was sagen, - Ihr seid nur ein Haufen Scheibenkleister, - Ich kann euch nicht ertragen"
sang, kamen die Pfleger an und sagten: "Na, wohl wieder auf Abwegen, was?". Da wusste ich, dass es mit mir und den 68ern wohl endgültig vorbei ist. Ich bin dieser Gesellschaft wohl zu konservativ. Na ja, Hauptsache die Rente stimmt. Im Übrigen: "Freiheit für die Blumen!!!!"
Lieber 69 als 68
Real Army Fiction
Dann schon lieber eine Westdeutsche Guerillia o.a. Bande, die sich damals bewegte der aufstrebenden NPD in der westdeutschen Provenienze die Faust in die Fresse zu drücken. Oder ein ernsteres Aufflammen der Diskussion um Israel und den Antisemitismus von links bzw. kritischer Zufuhr im Zion-Train nach Jamaika:)
Verklärter kolonialer Blick ?
Einerseits die These, dass die damalige Bewegung um LGBT-I u.a. nur unter den Deckmantel der schlagkräftigen Unterstützung um 1968 ansässigen Immigranten, aus den doch zu großen Teilen 'romantisierten' Blick auf den Orient, den Weg in die Emanzipation fanden. Der promiske Ansatz um Militanz in den Städten 'nur' dann einen Sinn gaben, wenn die Konnekte aus den 'romantisierten' Orient dem Gefühl einer Zweckentfremdung von Antisemitismus bzw. der gegenwärtige Antisemitismus nicht nur aus der 1967er Konfliktzone entstammt, sondern von großen Teilen aus den Erzählungen im Westen immigrierter Menschen, mit entsprechendem Islamhintergrund, der Beliebigkeit nach auch nur dann die oktroyierte Dämmung in der Staatenhierarchie bzw. Verbeamtentums 'ihre' Karriere fanden.
Und zweitens, die Geschichtsschreibung nur Sieger und Verlierer kannte und kennt bzw. haploide Sichtweisen ihre Stärkung in der Rhetorik wiederfanden - und ein Kampf gegenüber aufstrebenden Rechten, wie damals die NPD (auch heute), den Nimmerlands-Ansatz aus der Beliegigkeit der Linken um Dutschke traumatisieren....desweiteren die Militanz dann auch Grenzen der polythetischen Sinngebung in der Häresie um Rassismus aus bi-polarer Sicht zur Staatenkonstellation des 'sozialistischen' Bruders in der DDR läuterten?
Ich finde die gängige Geschichtsschreibung in Europe einfach zu bequem und dumm!
.....
@riotqueer
großartig, der antideutsche kindergarten
ich liebe saul saul queer und den rest der mittelklassekidsfraktionen, die noch nie ein ghetto und einen richtigen bürgerkrieg von innen gesehen haben
nur als info:
das riotqueerteilchen will nur feststellen, dass überall im kapitalistischen goldenen westen, speziell im "deutschen" volksknallkörper das antisemitismusgen haust, und das schon seit jahrzehnten, jahrtausenden, jahrmillionen und noch viel viel mehr.
meine these ist dagegen schlicht und einfach:
den rassistischen genesuchsubjekten gehört gewaltig trotz gemeinsamer afrikanischer urmutter präventiv die fresse eingeschlagen, solange bis dieser nationalistenchor das tukataklied rückwärts singen kann
anti-dühring
dieser schwall an unverständlicher unschöner und stilistisch nicht ansprechender suppe aus fremdwörtern erinnert stark an den selbsternannten und offensichtlich geistig verwirrten dühring mit dem sich damals engels rumschlagen musste. typen wie dührung adorno und riotqueer enden vergessen auf den kehrichthaufen der geschichte angesichts ihrer elitären und völlig fruchtlosen schwafelei und hexenjagdähnlichen geißelung jeglicher sozialer bewegungen als antisemitisch.wobei man anmerken muss das dühring uns unfreiwillig immerhin den anti-dühring bescherte.
um eins klar zu stellen die 68er hysterie ist ein zumeist revisionistischer geschichtsverfälschender akt der bourgeoisie die nicht müde wird soziale protestbewegungen gerade in zeiten erneuter rezession als zu dogmatisch zu gewalttätig blablabla zu bezeichnen und durch fälschung lüge und tendenziöses auslassen und nicht auslassen von ereignissen zu geißeln.aber weder die adornos die ängstlich ihre *faschistische* polizei riefen als die studenten ihnen zu radikal wurden noch die studenten selbst haben den millionen arbeitern die beispielweise in frankreich einen generalstreik ausübten und das regime general de gaulles ernsthaft in gefahr brachten eine perspektive gebracht. imgegenteil ähnlich wie die frankfurter schule wurden sie ein affirmatives organ bürgerlicher intelligenz oder ganz konkret wie fischer oder cohn bendit direkte architekten der bourgeoisie.da sie nie den akzent auf eine soziale und politische revolution der arbeiterklasse- der fortschrittlichsten und unversöhnlichsten klasse was das kapitalistenregime angeht legten und stattdessen abgeschreckt durch die hermeneutik bürgerlicher-die die sowjetunion nicht als verfälschung und deformierung der stalinistischen bürokraten verstanden ihren akzent auf das individuum ansetzten. soziale revolutionäre bewegungen die die produktionsverhältnisse in ihren grundfestene erschüttern und umwälzen wurden als vorbote einer determinierten befehlsadminstrativen staatsbürokratie angesehen.
die 68er bewegung ist weder das was uns antideutsche kräfte einbläuen wollen die zunehmend die selben aus dem rechten kanon adaptierten verbaliniurien und verleumdungen benutzen wie damals die sozialdemokratie und ähnliche reformistische flügel der bourgeoisie noch das was uns offen rechte apologeten und brandstifter einreden wollen.
sie war vielmehr das ergebnis großer unsicherheit innerhalb einer atomisierten linken und letztendlich kanalisierte perpsektivlosigkeit.die trotzkistischen verbände durften sich mit den shachtmans pablos und mandels rumschlagen und sie hatte daher politisch marginale bedeutung,die stalinisten und sozialdemokraten waren vielfach bewiesene opportunisten wendehälse und politische banditen und fälscher.überall witterte man die fatalität des bösen und des verrats in organisationen aller coleur.der individuelle in kleinmilizen und gruppen grassierende terror a la raf und anderer gruppen war daher eine logische antwort der studentischen intelligenz die ihrem wesen nach nicht teil der arbeiterklasse ist und daher mehr oder weniger eine variable darstellt.die 68er war aber auch eine große chance und durchaus nicht verurteilt zu dem zu werden was sie letztendlich tatsächlich gewesen ist. eine authtentisch marxistische studentische avantgarde und die durch den vietnam und den nazifizierten oder fast bonapartistischen wirkenden staasapparaten politisierte und aufgeheizte arbeiterklasse hätte die soziale und politische macht besessen die henker von auschwitz und vietnam zu enthronen-es sollte nicht so kommen. das erbe dieser zahlreichen kleinbürgerlichen intellektuellen sehen wir hier in form eines riotqueer.abschließend eine nette artikelreihe zu den 68ern aus authentisch marxistischer sicht:
angesichts einer neuen krise des globalen kapitalistischen systems ist das studium der 68er bewegung eklatant wichtig.
fortgeschrittene studenten und junge berufsrevolutionäre können weitere oktoberrevolutionen herbeiführen sie sind nicht dazu verdammt auf adornos marcuses und dutschkes reinzufallen.
68 doch beliebt?
Makulatur meines Genitals
Chaos theory has a double edge that makes appropriation of it problematic for humanistic arguments that want to oppose it to totalizing views. On the one hand, chaos theory implies that Newtonism mechanism is much more limited in its applicability than Laplace supposed. On the other hand, it aims to tame the unruliness of turbulence by bringing it within the scope of mathematical modeling and scientific theory. ’ĶFrom this perspective, chaos theory does not undermine an omniscient view. In this respect it is profoundly unlike most poststructuralist literary theories, especially deconstruction [my emphasis].
Und der deutschen Opferdebilität noch eins drauf zu setzen....
With this mind/matter dichotomy, Descartes deprived material systems of any self-organizing capacity and left them bereft of any possibility of expressing the unusual, the unpredictable, and the uncertain. One of the key insights of postmodernism is that self-consciousness is a historically contingent concept (Hall and Ames, 70). Postmodernism drastically undermines Descartes first move. Rather than being a certain ground from which to think rationally about the world cogito ergo sum is, from the postmodern perspective, nothing but a historically contingent standpoint. The rationally constructed world from such a standpoint must contain historical contingencies. Another standpoint will lead to a different rationally constructed world, etc. I propose that with iterative resequencing chaos science repudiated the Cartesian vantage point. In so doing it aligns itself with postmodernism. Further, this move constructs representations of material systems that reveal the unusual, the unpredictable, and the uncertain which parallels what was present in the novel from its beginnings. What is surprising is that chaos theory, which as Tasic recognizes embraces Descartes' materialist, mechanist cosmos, discovers that material systems can self-organize when it explores the consequences of an anti-Cartesian, historically contingent standpoint through iterative resequencing. Material systems demonstrate the unusual, the unpredictable and the uncertain. What remains is to show that the unusual, the unpredictable, and the uncertain were incorporated in the novel at its origin and to explain and demonstrate the anti-Cartesian move of iterative resequencing which leads to representations that display the unusual, the unpredictable and the uncertain.
Und jetzt ein Jihadi-Böller mit Ganja und den Wu-Gay auf www.wefunkradio.com
Salaam BRD!
Ich vergas
weiter und weiter und weiter
Hättest mal eher zu bekannten, unbekannten und tatsächichen Historie greifen sollen, als hier den bürgerlichen Unsinn der Postmoderne auf dein Genital zu malen, und dabei Dreiecke im Viereck zu drehen.
Ich halte dich ja fast für Fatty, für Remmy Becker reichts leider irgendwie bei dir nicht.
Statt webfunkende Rassisten mit Gendefekt gilt immer noch
www.multikulti.de
und natürlich lebendig finstere, lustige Kanakenmusik :)
I want be a hippie and i want to get stoned
Cooler Songtext, erinnert an die 80iger als es hieß, Your a Hippie, your Hair is to long. Die Hippies von damals sind die Seniorenhippies von heute. Lange Haare ham se auch nicht mehr, schon etwas gelichtet. Wer heut Hippies sucht, findet sie am ehesten am Rentnerstammtisch. Aber eins unvergessen. Uschi Obermeier, der lebende Gegenentwurf zu den bierernsten Politautomaten und den Feministenfrustfressen. Ist zwar auch in die Jahre gekommen, doch dafür können wir ihr noch heute dankbar sein.