Repressionen in Kolumbien
Entgegen den Nachrichten in der Presse finden in Kolumbien anhaltende Repressionen statt. Das Permanente Volkstribunal in Bogotá appelliert an die internationale Unterstützung...
ZUNAHME DER POLITISCHEN REPRESSION
International Action Center am 19.07.08
Das International Action Center ruft in einem aktuellen Apell die Internationale Öffentlichkeit zur Unterstüzung der Permanenten Volkstribunale in Bogotá/ Tribunales Permanentes de los Pueblos en Bogotá auf. Gehandelt werden sollte eigentlich zwischen dem 21. und 23. Juli. Aber auch danach ist Solidarität mit Kolumbien selbstredend gefragt...
Die menschenrechtliche Krise in Kolumbien ist extrem: Allein während der letzten beiden Wochen sind zwei Gewerkschafter und ein zehnjähriger Junge ermordet worden. Gemäss Gewerkschaftsangaben sind in den vergangenen 20 Jahren 4000 Gewerkschaftsmitglieder politischen Morden zum Opfer gefallen. 4 Millionen Menschen wurden wegen des von den Vereinigten Staaten unterstützten Krieges gegen die Zivilbevölkerung und die Sozialen Bewegungen aus ihren Häusern vertrieben.
StudentInnen, FriedensaktivistInnen, Kämpfende der Gemeinden sowie die ArbeiterInnen brauchen Unterstützung gegen politische Verfolgung und Repression, um überhaupt noch in der Lage zu sein, die in Kolumbien begangenen Missbräuchlichkeiten dokumentieren zu können: Morde, Drohungen sowie Angriffe gegen die wider die wirtschaftliche und politische Repression gerichteten Demonstrationen. Denn entgegen der Berichterstattung der Mainstreampresse existieren die politische Repressionen seitens des Regimes von Präsident Álvaro Uribe " gegen alle, die gegen seine Regierung opponieren, tagtäglich fort", so die Betroffenen,"ununterbrochen". Von All´ dem jedoch wird nichts in der Presse berichtet; deshalb sind die für Menschenrechte und Gerechtigkeit Kämpfenden gezwungen, die Öffentlichkeit selbst und auf alternativen Wegen über das Geschehen zu informieren.
Die Angriffe gegen die verschiedenen Widerstandsbewegungen verüben ausgebildete Kräfte, die von der US-amerikanischen Regierung finanziert werden und unter deren Schutz stehen. All´dies ist Teil eines Krieges mit gefährlichen Verästelungen gegen andere Länder der Region. ( Hierbei ist die Situation in Kolumbien im Kontext mit der jüngst enstandenen Gründungsakte der Union Südamerikanischer Nationen, UNASUR, (zu der ausserdem Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Peru und Uruguay Chile, Guayana, Surinam, Venezuela und Ecuador gehören) zu sehen, die neuerdings auch eine vereinte Aussen,-und Sicherheitspolitik in Form eines südamerikanischen Militärbündnisses konkretisieren will. Die Bildung der UNASUR (im vergangenen Mai), mit der eine stärkere, wirtschaftliche Integration der Region, eine gemeinsame Währung und letztlich ein gemeinsames Parlament und einheitliche Pässe angestrebt werden, ist sicher ein Motiv für den US-amerikanischen Imperialismus, die Region massiv destabilisieren zu wollen. Präsident Uribe wird nicht umsonst von der kolumbianischen Opposition als "titere de los Estados Unidos", als "Marijonette der USA" bezeichnet. Demenstsprechend ist denn auch der Inhalt des aktuellen Unterstützungaufrufs, von der kolumbianischen Regierung und den US-amerikanischen Korporationen zu forden, sie mögen damit auffhören, den Staatsterror des Regimes von Präsident Álvaro Uribe zu fördern.
Solidaritätsfaxe,- und Mails in diesem Sinne sollten an das Tribunal gesandt werden (siehe am Ende des Artikels). Auch Spenden zur Unterstützung der Mission für internationale Untersuchungen in Kolumbien sind erwünscht. Ausserdem ist es sinnvoll, soviel als möglich weitere Öffentlichkeit und politische Organisationen etc. über die aktuelle Situation in Kolumbien in Kenntniss zu setzen, d.h. die aktuellen Informationen zu streuen, um dem dortigen Medien die Möglichkeit zu nehmen, die Realität zu verfälschen.
KAMPF
Die Gewerkschaft der Coca Cola-ArbeiterInnen (und anderer progressiver Organisationen) SINALTRAINAL wird zwischen dem 21. und 23. Juli das Permanente Volkgericht empfangen sowie ausserdem eine Internationale ArbeiterInnendelegation, die Hospitäler, Schulen und ArbeiterInnenzentren besuchen wird. Auch zwischen dieser Delegation und Sozialen Organisationen werden Treffen stattfinden.
Das International Action Center kooperiert mit der ArbeitsBank USA-Cuba, um eine Delegation von ArbeiterInnen, Anti-KriegsaktivistInnen und anderen fortschrittlichen KämpferInnen nach Kolumbien senden zu können: diese Untersuchungsmission wird ebenfalls an dem (Volks)Tribunal Teil nehmen. Vorgesehen sind Zusammenkünfte der Delegation mit Gewerkschafts,- und Sozialaktiven im Kampf um Gleichheit und politische,-ökonomische, -und soziale Gerechtigkeit. Die Reise soll den Teilnehmenden dabei helfen zu verstehen, in welchem Ausmaß die ArbeiterInnen im Ausland, in Kolumbien, aber auch in den Vereinigten Staaten selbst von der US-Politk betroffen sind und wie diese Auswirkungen konkret aussehen.
Die Untersuchungsdelegation will/wird den US-amerikanischen Aktiven die Wahrheit über die Rolle der Vereinigten Staaten bei der kolumbianischen Repression gegen StudentInnen, GewerschafterInnen, MenschenrechtsaktivistInnen und andere für Fortschrittlichkeit Engagierte vor Augen führen. Dadurch soll eine Solidaritätsbewegung mit der/den Bevölkerung/en Kolumbiens geschaffen werden.
DAS TRIBUNAL DER VÖLKER
Das Tribunal Permanente de los Pueblos, TPP, ist ein internationales Tribunal, das Beschwerden in Verbindung mit von den Opfern unterbreiteten Menschenrechtsverletzungen untersucht und verurteilt. Es wurde im Juni 1979 in Italien von RechtsexpertInnen, SchriftstellerInnen und anderen Intellektuellen gegründet. Ihm folgte das Internationale Tribunal gegen Kriegsverbrechen von Bertrand Russell, Russel-Tribunal, der 1967 zwei Verhandlungen führte, um die an der Bevölkerung Vietnams begangenen Kriegsverbrechen an die Öffentlichkeit zu bringen. Bei der zweiten Anklageprozessrunde, 1974 und 1976 prozessierte das Tribunal gegen die Militärdiktaturen in Lateinamerika. Die Basis der Prozesse des TPP sind die Internationalen Menschenrechtsabkommen,- und Erklärungen; sie werden ohne die von den politischen, wirtschaftlichen und Machthabern der Staaten geschaffenen Gebundenheiten abgehalten, weil sie nicht innerhalb der Rechtsstrukturen der einzelnen Länder agieren. Damit repräsentieren sie auf eine Weise das ethische Gewissen der Völker, der Menschheit.
Das TPP in Bogotá
Der Prozess des Tribunals in Bogotá trägt die Bezeichnung "Die transnationalen Korporationen und die Verbrechen gegen die Menschheit" und wird der letzte sein, der an diesem Ort stattfindet. Vier waren ihm vorangegangen:
1. Welche Auswirkungen hatten die ausländischen Agroindustrien auf die LandwirtInnen und indigenen Vöker/Gemeinschaften
2.Die Rolle der Bergbau(Minen)unternehmen
3. Die Auswirkung der von transnationalen Korporationen kontrollierten Entwicklung auf das Land, die Biodiversität und die Umwelt
4.Ölkonzerne und Menschenrechtsverletzungen
Das Tribunal ist ein sehr wichtiges Instrument, das dabei helfen wird, die vom kolumbianischen Staat mit Unterstützung der USA begangene Repression gegen die populären Bewegungen bekannt zu machen..., eine hochgefährliche Repression, die unerbittlich zunimmt. Durch die zum Ausdruck gebrachte, internationale Solidarität der Delegationen sollen die zahlreichen populären Bewegungen und fortschrittlichen Kräfte revitalisiert werden.
Edgar Páez, von der SINALTRAINAL, über das Ziel des Tribunals: "Durch diesen Prozess machen wir die Bandbreite der Verbindungen zwischen Paramilitärs, den transnationalen Korporationen und der Politik der Straffreiheit und des Terrors des kolumbianischen Staats sichtbar. Das fundamentale Ziel ist die Wahrheitsfindung, Gerechtigkeit und die Durchsetzung einer lückenlosen Widergutmachung. Mehrere Transnationale sind von - der kolumbianischen Gerichtssitzung des - Andauerndenden Tribunals der Völker hinsichtlich ihrer Verantwortung für die Morde an Gewerkschaftsführern, für die Verletzung der gewerkschaftlichen Freiheit sowie des Rechts auf (freien) Zusammenschluss angeklagt worden."
Die Gerichtssitzung des TPP in Bogotá wird zwischen dem 21. bis 23. Juli 2008 in der Universidad Nacional, Auditorio León de Greiff, stattfinden-
http://www.iacenter.org/colombia/delegation
Spanische Übersetzung: Ernesto Páramo; Überarbeitung: Caty R., Tlaxcala
Quelle:
http://www.observatoriocolombia.info
"JEDES VOLK HAT EIN RECHT DARAUF, ZU EXISTIEREN"
Der kolumbianische Staat hat historisch Politikformen und Praktiken angewandt, die der Souveränität und dem Wohlstand seiner Bevölkerung/en entgegengesetzt sind: Indem er den transnationalen Unternehmen die Ausplünderung der natürlichen Ressourcen, die territoriale Kontrolle und die Ausbeutung und Prekarisierung der ArbeiterInnen garantiert und in jeder erdenklichen Weise der Umwelt, Materialien, der Moral, Individuen und Kollektiven Schäden zufügt, durch die Hunderte von Gemeinden dem Risiko (der Vernichtung) oder der erhöhten Verletzlichkeit preisgegeben wurden.
Diese Situation hat sich noch verstärkt durch die gebilligte Teilhabe verschiedener multnationaler Unternehmen am kolumbianischen Konflikt, die legale und illegale bewaffnete Gruppen des Staats mit Waffen, Geld und anderen Mitteln ausstatten, ungeachtet der Tatsache, dass diese Gruppen für die Menschenrechtsverletzungen und die Verletzung Internationalen Rechts verantwortlich sind und sich direkt an Verbrechen wie Vertreibung, Ethnozid, Folter und dem gewaltsamen Verschwindenlassen von Personen bereichern.
Dieser Realität gegenüber und angesichts der Straffreiheit, in der diese Verbrechen begangen werden, hat eine grosse Anzahl von afro-kolumbianischen,- indigenen,- und bäuerlichen Gemeinden; gewerkschaftlichen,-und populären Organisationen von Frauen, Jugendlichen und MenschenrechtsverteidigerInnen Kolumbiens, die für ihr Recht an die Justiz appellieren, vor dem Tribunal Permanente de los Pueblos einen Prozess mit 16 einleitenden, nationalen und internationalen Einzelverhandlungen angestrengt sowie 6 Sonderverhandlungen zu den Bereichen Landwirtschaft/Nahrungsmittel, Öl, Minen, Biodiversität, Öffentliche Dienste und Verbrechen an indigenen Gemeinden/Gemeinschaften, bei denen die Verantwortung mehrerer Unternehmen und Regierungen an diesen Verbrechen ans
Licht gebracht wird. Die für ihre Konzernpolitik und Praktiken in Kolumbien
angeklagten Unternehmen sind:
Lebensmittelsektor: Coca Cola, Nestlé, Chiquita Brands
Öl: BP, OXI (Petrolero Occidental Petroleum Company) Repsol YPF
Biodiversität: Drummond, Cemex, Holcim, Muriel, Glencore-Xtrata, Anglo American, Bhp Billington, Anglo Gold Ashanti und seine Filiale Kedhada, Monsanto, Smurfit Kapa - Cartón de Colombia, Multifruits S.A. - Filiale von Delmonte, Pizano S.A und dessen Filiale Maderas del Darién, Urapalma S.A, Dyncorp
Öffentliche Dienste: Unión Fenosa, Aguas (Wasser) de Barcelona, Canal Isabel II und Canal de Suez, Endesa, Telefónica und TQ3.
In gleicher Weise für ihr Handeln und ihre Unterlassungen angeklagt werden die Regierungen von Kolumbien und diejenigen Länder in welchen diese Firmen ihren Hauptsitz unterhalten.
Die "Kolumbien-Prozesse" haben im November 2005 in Bern (Schweiz) begonnen und werden nun am 21.; 22.; und 23. Juli 2008 in Bogotá abgeschlossen.
Der Prozess wird geführt von:
1. Adolfo Pérez Esquivel (Präsident)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/adolfo%20perez%20esquivel.pdf
2. Argentina Antonio Pigrau Solé (Spanien)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/antoni%20pigrau%20sole.pdf
3. Philippe Texier (Frankreich)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/philippe%20texier.pdf
4. Miguel Palacini (Pueblos Indígenas Perú)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/miguel%20palacini%20quispe.pdf
5. Marcelo Ferreira (Argentinien)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/marcelo%20ferreira.pdf
6. Leonardo Crippa (Pueblos Indígenas Argentinien)
7. Dalmo de Abreu Dallari (Brasil)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/dalmo%20deabreu%20dallari.pdf
8. Gianni Tognoni (Italien).
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/giaggni%20tognoni%20spagnolo.pdf
9. Franco Ippolito (Italien)
http://www.nodo50.org/corrienteroja/articulo.php?p=3947&more=1&c=1
Briefvorlagen sind zu finden auf:
http://www.iacenter.org/colombia/delegation
Wer mehr Informationen wünscht oder einen solidarischen Gruss an diese letzte Prozesssitzung senden will, kann schreiben an:
tppsesioncolombia@gmail.com
Quelle:
http://www.observatoriocolombia.info/?q=node/160
Freie, gekürzte, dtsch. Übersetzung: tierr@
http://tierra.bloggospace.de
(work in progress)
LINKS:
Zur politischen Situation in Kolumbien:
http://www.nuevacolombia.de
Video: Die Dinge sprechen für sich selbst
http://blip.tv/file/994860
dhcolombia - Internetportal für Menschen, die zum Thema Menschenrechte in Kolumbien arbeiten
www.dhcolombia.info
ila - Informationsstelle Lateinamerika
http://www.ila-web.de
Carlos Bernal & Linda Helfrich - deutsch/span. Website zu Dokumentarfilmen über Kolumbien
http://www.students.uni-mainz.de/cbernal/
Destabilisierung: Kolumbianische Regierung vor Gericht ?
http://de.indymedia.org/2008/04/213914.shtml
Beispiel von Repression: Indymedia-Kolumbien
http://de.indymedia.org/2008/03/210963.shtml
Coca Cola - ein Mörderkonzern von vielen
Video über die Ermordung von kolumbianischen Gewerkschaftern
http://kanalB.org/media/video/2004-09-28-nummer24.ram
So ist Coca Cola:
http://de.indymedia.org/2007/10/195966.shtml
Coca braucht keine Cola
http://de.indymedia.org/2007/04/172905.shtml
Die Coca Cola-Pathologie
http://de.indymedia.org/2007/12/201925.shtml
Linksammlung:
http://de.indymedia.org/2003/02/40635.shtml
Kampagnenseiten:
Internationaler Boykott 2007:
www.colombiasolidarity.org.uk
http://www.labournet.de/internationales/co/cocacola/
www.killercoke.org
Proteste in der BRD:
Keine Coca-Cola am Menzel-Gymnasium
http://de.indymedia.org/2006/11/161418.shtml
Coca Cola - out of area /Uni-Köln
http://de.indymedia.org/2006/07/151799.shtml
Der Weihnachtsmann gegen Coca Cola in Berlin
http://de.indymedia.org/2006/12/164880.shtml
Protest am Coca-Cola-Truck in Braunschweig
http://de.indymedia.org/2006/12/164680.shtml
Protest am Coca-Cola-Truck in Flensburg
http://de.indymedia.org/2006/12/164057.shtml
Protest am Weihnachtsmarkt in Potsdam
http://killerbrause.solid-brandenburg.de/aktionen/presseerklaerungen/truck-stop-in-potsdam-presseerklaerung-der-killerbrause-kampange.html
StudentInnenenparlament der FU beschliesst Coke-Boykott
http://www.astafu.de/aktuelles/archiv/a_2006/news_11-07
International Action Center am 19.07.08
Das International Action Center ruft in einem aktuellen Apell die Internationale Öffentlichkeit zur Unterstüzung der Permanenten Volkstribunale in Bogotá/ Tribunales Permanentes de los Pueblos en Bogotá auf. Gehandelt werden sollte eigentlich zwischen dem 21. und 23. Juli. Aber auch danach ist Solidarität mit Kolumbien selbstredend gefragt...
Die menschenrechtliche Krise in Kolumbien ist extrem: Allein während der letzten beiden Wochen sind zwei Gewerkschafter und ein zehnjähriger Junge ermordet worden. Gemäss Gewerkschaftsangaben sind in den vergangenen 20 Jahren 4000 Gewerkschaftsmitglieder politischen Morden zum Opfer gefallen. 4 Millionen Menschen wurden wegen des von den Vereinigten Staaten unterstützten Krieges gegen die Zivilbevölkerung und die Sozialen Bewegungen aus ihren Häusern vertrieben.
StudentInnen, FriedensaktivistInnen, Kämpfende der Gemeinden sowie die ArbeiterInnen brauchen Unterstützung gegen politische Verfolgung und Repression, um überhaupt noch in der Lage zu sein, die in Kolumbien begangenen Missbräuchlichkeiten dokumentieren zu können: Morde, Drohungen sowie Angriffe gegen die wider die wirtschaftliche und politische Repression gerichteten Demonstrationen. Denn entgegen der Berichterstattung der Mainstreampresse existieren die politische Repressionen seitens des Regimes von Präsident Álvaro Uribe " gegen alle, die gegen seine Regierung opponieren, tagtäglich fort", so die Betroffenen,"ununterbrochen". Von All´ dem jedoch wird nichts in der Presse berichtet; deshalb sind die für Menschenrechte und Gerechtigkeit Kämpfenden gezwungen, die Öffentlichkeit selbst und auf alternativen Wegen über das Geschehen zu informieren.
Die Angriffe gegen die verschiedenen Widerstandsbewegungen verüben ausgebildete Kräfte, die von der US-amerikanischen Regierung finanziert werden und unter deren Schutz stehen. All´dies ist Teil eines Krieges mit gefährlichen Verästelungen gegen andere Länder der Region. ( Hierbei ist die Situation in Kolumbien im Kontext mit der jüngst enstandenen Gründungsakte der Union Südamerikanischer Nationen, UNASUR, (zu der ausserdem Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Peru und Uruguay Chile, Guayana, Surinam, Venezuela und Ecuador gehören) zu sehen, die neuerdings auch eine vereinte Aussen,-und Sicherheitspolitik in Form eines südamerikanischen Militärbündnisses konkretisieren will. Die Bildung der UNASUR (im vergangenen Mai), mit der eine stärkere, wirtschaftliche Integration der Region, eine gemeinsame Währung und letztlich ein gemeinsames Parlament und einheitliche Pässe angestrebt werden, ist sicher ein Motiv für den US-amerikanischen Imperialismus, die Region massiv destabilisieren zu wollen. Präsident Uribe wird nicht umsonst von der kolumbianischen Opposition als "titere de los Estados Unidos", als "Marijonette der USA" bezeichnet. Demenstsprechend ist denn auch der Inhalt des aktuellen Unterstützungaufrufs, von der kolumbianischen Regierung und den US-amerikanischen Korporationen zu forden, sie mögen damit auffhören, den Staatsterror des Regimes von Präsident Álvaro Uribe zu fördern.
Solidaritätsfaxe,- und Mails in diesem Sinne sollten an das Tribunal gesandt werden (siehe am Ende des Artikels). Auch Spenden zur Unterstützung der Mission für internationale Untersuchungen in Kolumbien sind erwünscht. Ausserdem ist es sinnvoll, soviel als möglich weitere Öffentlichkeit und politische Organisationen etc. über die aktuelle Situation in Kolumbien in Kenntniss zu setzen, d.h. die aktuellen Informationen zu streuen, um dem dortigen Medien die Möglichkeit zu nehmen, die Realität zu verfälschen.
KAMPF
Die Gewerkschaft der Coca Cola-ArbeiterInnen (und anderer progressiver Organisationen) SINALTRAINAL wird zwischen dem 21. und 23. Juli das Permanente Volkgericht empfangen sowie ausserdem eine Internationale ArbeiterInnendelegation, die Hospitäler, Schulen und ArbeiterInnenzentren besuchen wird. Auch zwischen dieser Delegation und Sozialen Organisationen werden Treffen stattfinden.
Das International Action Center kooperiert mit der ArbeitsBank USA-Cuba, um eine Delegation von ArbeiterInnen, Anti-KriegsaktivistInnen und anderen fortschrittlichen KämpferInnen nach Kolumbien senden zu können: diese Untersuchungsmission wird ebenfalls an dem (Volks)Tribunal Teil nehmen. Vorgesehen sind Zusammenkünfte der Delegation mit Gewerkschafts,- und Sozialaktiven im Kampf um Gleichheit und politische,-ökonomische, -und soziale Gerechtigkeit. Die Reise soll den Teilnehmenden dabei helfen zu verstehen, in welchem Ausmaß die ArbeiterInnen im Ausland, in Kolumbien, aber auch in den Vereinigten Staaten selbst von der US-Politk betroffen sind und wie diese Auswirkungen konkret aussehen.
Die Untersuchungsdelegation will/wird den US-amerikanischen Aktiven die Wahrheit über die Rolle der Vereinigten Staaten bei der kolumbianischen Repression gegen StudentInnen, GewerschafterInnen, MenschenrechtsaktivistInnen und andere für Fortschrittlichkeit Engagierte vor Augen führen. Dadurch soll eine Solidaritätsbewegung mit der/den Bevölkerung/en Kolumbiens geschaffen werden.
DAS TRIBUNAL DER VÖLKER
Das Tribunal Permanente de los Pueblos, TPP, ist ein internationales Tribunal, das Beschwerden in Verbindung mit von den Opfern unterbreiteten Menschenrechtsverletzungen untersucht und verurteilt. Es wurde im Juni 1979 in Italien von RechtsexpertInnen, SchriftstellerInnen und anderen Intellektuellen gegründet. Ihm folgte das Internationale Tribunal gegen Kriegsverbrechen von Bertrand Russell, Russel-Tribunal, der 1967 zwei Verhandlungen führte, um die an der Bevölkerung Vietnams begangenen Kriegsverbrechen an die Öffentlichkeit zu bringen. Bei der zweiten Anklageprozessrunde, 1974 und 1976 prozessierte das Tribunal gegen die Militärdiktaturen in Lateinamerika. Die Basis der Prozesse des TPP sind die Internationalen Menschenrechtsabkommen,- und Erklärungen; sie werden ohne die von den politischen, wirtschaftlichen und Machthabern der Staaten geschaffenen Gebundenheiten abgehalten, weil sie nicht innerhalb der Rechtsstrukturen der einzelnen Länder agieren. Damit repräsentieren sie auf eine Weise das ethische Gewissen der Völker, der Menschheit.
Das TPP in Bogotá
Der Prozess des Tribunals in Bogotá trägt die Bezeichnung "Die transnationalen Korporationen und die Verbrechen gegen die Menschheit" und wird der letzte sein, der an diesem Ort stattfindet. Vier waren ihm vorangegangen:
1. Welche Auswirkungen hatten die ausländischen Agroindustrien auf die LandwirtInnen und indigenen Vöker/Gemeinschaften
2.Die Rolle der Bergbau(Minen)unternehmen
3. Die Auswirkung der von transnationalen Korporationen kontrollierten Entwicklung auf das Land, die Biodiversität und die Umwelt
4.Ölkonzerne und Menschenrechtsverletzungen
Das Tribunal ist ein sehr wichtiges Instrument, das dabei helfen wird, die vom kolumbianischen Staat mit Unterstützung der USA begangene Repression gegen die populären Bewegungen bekannt zu machen..., eine hochgefährliche Repression, die unerbittlich zunimmt. Durch die zum Ausdruck gebrachte, internationale Solidarität der Delegationen sollen die zahlreichen populären Bewegungen und fortschrittlichen Kräfte revitalisiert werden.
Edgar Páez, von der SINALTRAINAL, über das Ziel des Tribunals: "Durch diesen Prozess machen wir die Bandbreite der Verbindungen zwischen Paramilitärs, den transnationalen Korporationen und der Politik der Straffreiheit und des Terrors des kolumbianischen Staats sichtbar. Das fundamentale Ziel ist die Wahrheitsfindung, Gerechtigkeit und die Durchsetzung einer lückenlosen Widergutmachung. Mehrere Transnationale sind von - der kolumbianischen Gerichtssitzung des - Andauerndenden Tribunals der Völker hinsichtlich ihrer Verantwortung für die Morde an Gewerkschaftsführern, für die Verletzung der gewerkschaftlichen Freiheit sowie des Rechts auf (freien) Zusammenschluss angeklagt worden."
Die Gerichtssitzung des TPP in Bogotá wird zwischen dem 21. bis 23. Juli 2008 in der Universidad Nacional, Auditorio León de Greiff, stattfinden-
http://www.iacenter.org/colombia/delegation Spanische Übersetzung: Ernesto Páramo; Überarbeitung: Caty R., Tlaxcala
Quelle:
http://www.observatoriocolombia.info "JEDES VOLK HAT EIN RECHT DARAUF, ZU EXISTIEREN"
Der kolumbianische Staat hat historisch Politikformen und Praktiken angewandt, die der Souveränität und dem Wohlstand seiner Bevölkerung/en entgegengesetzt sind: Indem er den transnationalen Unternehmen die Ausplünderung der natürlichen Ressourcen, die territoriale Kontrolle und die Ausbeutung und Prekarisierung der ArbeiterInnen garantiert und in jeder erdenklichen Weise der Umwelt, Materialien, der Moral, Individuen und Kollektiven Schäden zufügt, durch die Hunderte von Gemeinden dem Risiko (der Vernichtung) oder der erhöhten Verletzlichkeit preisgegeben wurden.
Diese Situation hat sich noch verstärkt durch die gebilligte Teilhabe verschiedener multnationaler Unternehmen am kolumbianischen Konflikt, die legale und illegale bewaffnete Gruppen des Staats mit Waffen, Geld und anderen Mitteln ausstatten, ungeachtet der Tatsache, dass diese Gruppen für die Menschenrechtsverletzungen und die Verletzung Internationalen Rechts verantwortlich sind und sich direkt an Verbrechen wie Vertreibung, Ethnozid, Folter und dem gewaltsamen Verschwindenlassen von Personen bereichern.
Dieser Realität gegenüber und angesichts der Straffreiheit, in der diese Verbrechen begangen werden, hat eine grosse Anzahl von afro-kolumbianischen,- indigenen,- und bäuerlichen Gemeinden; gewerkschaftlichen,-und populären Organisationen von Frauen, Jugendlichen und MenschenrechtsverteidigerInnen Kolumbiens, die für ihr Recht an die Justiz appellieren, vor dem Tribunal Permanente de los Pueblos einen Prozess mit 16 einleitenden, nationalen und internationalen Einzelverhandlungen angestrengt sowie 6 Sonderverhandlungen zu den Bereichen Landwirtschaft/Nahrungsmittel, Öl, Minen, Biodiversität, Öffentliche Dienste und Verbrechen an indigenen Gemeinden/Gemeinschaften, bei denen die Verantwortung mehrerer Unternehmen und Regierungen an diesen Verbrechen ans
Licht gebracht wird. Die für ihre Konzernpolitik und Praktiken in Kolumbien
angeklagten Unternehmen sind:
Lebensmittelsektor: Coca Cola, Nestlé, Chiquita Brands
Öl: BP, OXI (Petrolero Occidental Petroleum Company) Repsol YPF
Biodiversität: Drummond, Cemex, Holcim, Muriel, Glencore-Xtrata, Anglo American, Bhp Billington, Anglo Gold Ashanti und seine Filiale Kedhada, Monsanto, Smurfit Kapa - Cartón de Colombia, Multifruits S.A. - Filiale von Delmonte, Pizano S.A und dessen Filiale Maderas del Darién, Urapalma S.A, Dyncorp
Öffentliche Dienste: Unión Fenosa, Aguas (Wasser) de Barcelona, Canal Isabel II und Canal de Suez, Endesa, Telefónica und TQ3.
In gleicher Weise für ihr Handeln und ihre Unterlassungen angeklagt werden die Regierungen von Kolumbien und diejenigen Länder in welchen diese Firmen ihren Hauptsitz unterhalten.
Die "Kolumbien-Prozesse" haben im November 2005 in Bern (Schweiz) begonnen und werden nun am 21.; 22.; und 23. Juli 2008 in Bogotá abgeschlossen.
Der Prozess wird geführt von:
1. Adolfo Pérez Esquivel (Präsident)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/adolfo%20perez%20esquivel.pdf 2. Argentina Antonio Pigrau Solé (Spanien)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/antoni%20pigrau%20sole.pdf 3. Philippe Texier (Frankreich)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/philippe%20texier.pdf 4. Miguel Palacini (Pueblos Indígenas Perú)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/miguel%20palacini%20quispe.pdf 5. Marcelo Ferreira (Argentinien)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/marcelo%20ferreira.pdf 6. Leonardo Crippa (Pueblos Indígenas Argentinien)
7. Dalmo de Abreu Dallari (Brasil)
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/dalmo%20deabreu%20dallari.pdf 8. Gianni Tognoni (Italien).
http://www.sinaltrainal.org/images/stories/edgar/giaggni%20tognoni%20spagnolo.pdf 9. Franco Ippolito (Italien)
http://www.nodo50.org/corrienteroja/articulo.php?p=3947&more=1&c=1 Briefvorlagen sind zu finden auf:
http://www.iacenter.org/colombia/delegation Wer mehr Informationen wünscht oder einen solidarischen Gruss an diese letzte Prozesssitzung senden will, kann schreiben an:
tppsesioncolombia@gmail.com Quelle:
http://www.observatoriocolombia.info/?q=node/160 Freie, gekürzte, dtsch. Übersetzung: tierr@
http://tierra.bloggospace.de (work in progress)
LINKS:
Zur politischen Situation in Kolumbien:
http://www.nuevacolombia.de Video: Die Dinge sprechen für sich selbst
http://blip.tv/file/994860 dhcolombia - Internetportal für Menschen, die zum Thema Menschenrechte in Kolumbien arbeiten
www.dhcolombia.info
ila - Informationsstelle Lateinamerika
http://www.ila-web.de Carlos Bernal & Linda Helfrich - deutsch/span. Website zu Dokumentarfilmen über Kolumbien
http://www.students.uni-mainz.de/cbernal/ Destabilisierung: Kolumbianische Regierung vor Gericht ?
http://de.indymedia.org/2008/04/213914.shtml Beispiel von Repression: Indymedia-Kolumbien
http://de.indymedia.org/2008/03/210963.shtml Coca Cola - ein Mörderkonzern von vielen
Video über die Ermordung von kolumbianischen Gewerkschaftern
http://kanalB.org/media/video/2004-09-28-nummer24.ram So ist Coca Cola:
http://de.indymedia.org/2007/10/195966.shtml Coca braucht keine Cola
http://de.indymedia.org/2007/04/172905.shtml Die Coca Cola-Pathologie
http://de.indymedia.org/2007/12/201925.shtml Linksammlung:
http://de.indymedia.org/2003/02/40635.shtml Kampagnenseiten:
Internationaler Boykott 2007:
www.colombiasolidarity.org.uk
http://www.labournet.de/internationales/co/cocacola/ www.killercoke.org
Proteste in der BRD:
Keine Coca-Cola am Menzel-Gymnasium
http://de.indymedia.org/2006/11/161418.shtml Coca Cola - out of area /Uni-Köln
http://de.indymedia.org/2006/07/151799.shtml Der Weihnachtsmann gegen Coca Cola in Berlin
http://de.indymedia.org/2006/12/164880.shtml Protest am Coca-Cola-Truck in Braunschweig
http://de.indymedia.org/2006/12/164680.shtml Protest am Coca-Cola-Truck in Flensburg
http://de.indymedia.org/2006/12/164057.shtml Protest am Weihnachtsmarkt in Potsdam
http://killerbrause.solid-brandenburg.de/aktionen/presseerklaerungen/truck-stop-in-potsdam-presseerklaerung-der-killerbrause-kampange.html StudentInnenenparlament der FU beschliesst Coke-Boykott
http://www.astafu.de/aktuelles/archiv/a_2006/news_11-07
Dieses Werk ist gemeinfrei im Sinne der
Public Domain
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
Weils schon spaet ist,
- Die korrekte Uebersetzung fuer "movimientos populares" waere nicht populaere, sondern Volksbewegungen oder zeitgemaesser/angemessener: Basisbewegungen.
- etwas ausser Acht gelassen wird, welchen Beitrag die sehr wohl im Artikel genannten europaeischen Konzerne (und nicht die us-amerikanischen) sowie insbesondere auch europaeische Regierungen (Deutschland! Spanien) fuer Krieg und Ungerechtigkeit in Kolumbien spielen (uebrigens u.a. im Form von Entwicklungshilfe fuer den Anbau der Oelpalme, der auf durch Paramilitaers geraubten Land, unter massiver Gewaltanwendung umgesetzt wird).