GelöbNIX: Erste Proteste stattgefunden

AntimilitaristIn 19.07.2008 23:39 Themen: Militarismus
Samstag abend, 19. Juli: Auf dem Reichstagsrasen tritt die Bundeswehr an – zur „Generalprobe“. Am Sonntag soll schließlich jeder Schritt auf dem unbekannten Terrain sitzen.
Mit dabei: Antimilitaristinnen und Antimilitaristen.
Unter die Touris gemischt, kucken sie sich eine Zeit lang den Aufmarsch der M....bande an. Die sind fleißig damit beschäftig, die gerade Ausrichtung der Soldatenkolonnen zu kontrollieren usw. Rundherum sind Feldjäger postiert, ahnen aber nichts „Böses“.
Dann geht es los: Eine Ehrenabordnung tritt an, ausgestattet mit Karabinern aus Wehrmachtsbeständen (kein Witz! Beleg:  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/001/1600143.pdf). Eine Musikkapelle legt los, zum Glück ohne die Märsche zu Ende zu spielen, das hat sie wohl schon woanders geübt.
Die Truppenfahne rückt auf den Platz vor, allerdings ist sie eine schwarze Schutzhülle eingewickelt, damit sie nicht nass wird. Gleich nähert sich der im „wahren“ Gelöbnis feierliche „Höhepunkt“: Das Vorbeten der Gelöbnisformel und das kollektive Nachsprechen. In diesem Moment stürmen die AntimilitaristInnen auf eine Plattform seitlich neben den Stufen, die vom Reichstag runter auf das Rasengelände führen. Trillerpfeifen, Sprechchöre und ein Transparent („Soldaten sind Kanonenfutter“) verdeutlichen SoldatInnen wie TouristInnen den Protest.
Die Feldjäger gesellen sich, wie erwartet, dazu und versuchen die ProtestiererInnen abzudrängen; Bullen kommen ihnen zu Hilfe. Fünf Leute werden vorübergehend festgenommen, nach Ende der Probe aber wieder laufengelassen.

Also, kuckt zu, dass es am Sonntag so und noch viel massiver weitergeht!
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Ergänzungen

Mehr GelöbNIX-Infos

Störer 20.07.2008 - 00:17
gibt es hier:  http://geloebnix.so36.net/

Zu den Karabinern

Robs 20.07.2008 - 03:15
ist noch eine Kuriosität zu erwähnen.

Bis 1995 waren doch tatsächlich noch auf vereinzelten Exemplaren dieses Gewehres, welches u.a. Staatsgästen (z.B. auch Jizchak Rabin) vom Wachbataillon "präsentiert" wird Hakenkreuze eingeprägt.

Diese wurden wohl erst vom BMVg entfernt, als sich Soldaten bei irgendeinem SPD-Mann beschwerten.

So meine ich es zumindestens mal gelesen zu haben...

Gelöbnix Ticker

geloebnix 20.07.2008 - 04:50
Für aktuelle Meldungen könnt ihr auch diesen Ticker nutzen, den ihr selbst mit Infos bestücken könnt:

 http://twitter.com/geloebnix

"Soldaten sind Kanonenfutter"

ist 20.07.2008 - 09:56
keine gute Parole:
sie verschleiert völlig die Situation eines modernen Militärapparates wie er heute in Westeuropa üblich ist: Die Soldaten die zu Ausalndseinsätzen eingesetzt werden sind in den seltensten Fällen irgendwelche 18-jährigen Whrpflichtigen, die an die Front ins Stahlgewitter gefahren werden. auch werden nicht mehr irgendwelche 17jährigen per pressanwerbung geholt. Wer heute zur Bundeswehr geht und in die hochspezialisierten und gutausgebildeten Auslandseinasatztruppen geht, der tut das FREIWILLIG.. Die Leute wisse n zu 100% was auf sie zukommt, und sie wollen das. Zumindest in der Bundeswehr.

insofern sind sie kein Kanonenfutter, keine Opfer, sondern Täter. Sie sind soldaten, das heisst die bekommen SDSold für ihren Dienst, und der besteht auch 2008 trotz allem humanitätsgewäsch im Militäreinsatz und damit auch im Töten.

So gesehen sind deutsche Soldaten natürlich eher Mörder als Kanonenfutter. wären sie letzteres., hätten wir wahrscheinlich auch wesentlich höhere Verweigerungszahlen (oder das Recht zu verweigern würde wesentlich verschärft) und die öffentliche Zustimmung zu Auslandseinsätzen wäre wesentlcih niedtiger.

Im übrigen dürfen einzeilige Parolen auch ruhig mal undifferenziert sein.

Und jetzt: STÖREN viel erfolg nach Berlin

Aktueller Pressespiegel

journalist 20.07.2008 - 12:30
***RBB***:
Erstes Gelöbnis vor dem Reichstag

Begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen werden am Sonntag 500 Rekruten der Bundeswehr zum 64. Jahrestag des gescheiterten Hitler-Attentats erstmals vor dem Reichstag ihr Gelöbnis ablegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird entgegen der bisherigen Planung an der feierlichen Zeremonie auf dem Platz der Republik teilnehmen. Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) werden zu den Soldaten sprechen. Insgesamt werden rund 2000 Gäste erwartet.

Wegen möglicher Störungen wird das Regierungsviertel weiträumig abgeriegelt. Es wurden zwei Gegendemonstrationen angemeldet. Die Berliner Polizei ist mit rund 1800 Beamten im Einsatz.
Stand: 20.07.2008 05:28


***ARD***:
Wahl des Ortes soll Zeremoniell besonders hervorheben
Rekruten legen erstmals Gelöbnis am Reichstag ab

In einer symbolträchtigen Zeremonie werden heute Bundeswehr-Soldaten erstmals vor dem Berliner Reichstagsgebäude ihr Gelöbnis ablegen. Damit erinnert die Bundeswehr an den gescheiterten Putsch führender Wehrmachts-Offiziere gegen Hitler vom 20. Juli 1944. Aus diesem Anlass finden seit 1998 am 20. Juli Feierliche Gelöbnisse im Bendlerblock statt. Dort wurden mehrere der Verschwörer hingerichtet; heute ist er der Sitz des Verteidigungsministeriums. Das zehnte Gelöbnis am Gedenktag soll durch die Verlegung zum Reichstag besonders hervorgehoben werden. Die Ansprache hält Alt-Kanzler Helmut Schmidt.
Politische Prominenz nun doch dabei

Über das Gelöbnis hatte es im Vorfeld Streit gegeben. Die Berliner Verwaltung hatte es zunächst vor dem Reichstag untersagt, bevor die politische Führung die Entscheidung revidierte. Zudem war ein erwarteter Mangel an politischer Prominenz als Zeichen geringer Unterstützung für die Bundeswehr gewertet worden. Zuletzt kündigten jedoch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier ihre Teilnahme an. Vor dem Gelöbnis gedenken Vertreter von Regierung, Bundestag, Bundesrat, Bundesverfassungsgericht, Bundeswehr und des Landes Berlin traditionell im Bendlerblock und in der Gedenkstätte Plötzensee des Widerstandes gegen Hitler.
Bundeswehr-Soldaten stellen vor dem Reichstagsgebäude Absperrgitter auf. (Foto: dpa) [Bildunterschrift: Bundeswehr-Soldaten stellen vor dem Reichstagsgebäude Absperrgitter auf. Die Sicherheitsvorkehrungen für das feierliche Gelöbnis am Sonntag sind scharf. ]

In der Vergangenheit waren Gelöbnisse häufig Ziel von Protestaktionen. Wehrdienstgegner verurteilen die Zeremonie als militärisches Ritual.Zum Schutz vor Störungen setzt die Berliner Polizei rund 1800 Beamte ein. Unterstützt wird sie von Einsatzkräften aus vier anderen Bundesländern sowie der Bundespolizei. Für den Abend haben Bundeswehr-Gegner zu zwei Protestkundgebungen aufgerufen. Sie dürfen aber nicht in Sichtweite der Veranstaltung demonstrieren.

Bericht

Andreas Gallus 20.07.2008 - 16:52
Interessanter Hörfunkbericht als mp3 über das Gelöbnis und die Proteste:

Von: ARD-Hörfunk und Inforadio Berlin:

 http://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio22000.html

Ticker-Update

updater 20.07.2008 - 20:49
Die letzten 3 Meldungen (alle in der letzten halben Stunde eingetroffen) aus dem Ticker:

"An der Ebertstr. werden gerade erfolgreich die Durchsagen der Polizei gestört...seit Minuten eine wahre Krachorgie :-)"
"Der Lauti wurde gerade von der Polizei gestürmt, es gab mehrere Zusammenstösse und Provokationen seitens der Bullen..."
"Es gab hier an der Ebertstr. inzwischen mehrere Festnahmen. Die Situation ist etwas unübersichtlich und eher gespannt ruhig."

More

Soldaten sind Mörder 20.07.2008 - 20:53
Das Gelöbnis wird auf Phoenix ausgestrahlt. Und lassen das von einem Presseoffizier der Bundeswehr (!!!) kommentieren. So unverschämt wurde nicht mal in der DDR Militärberichterstattung betrieben.
Der Moderator freut sich erst mal, dass da endlich mal ein Gelöbnis nicht von Trillerpfeifen gestört wird und 18000 Bullen gegen 200 Demokraten vorgehen. Juhu! Demokratie erfolgreich beseitigt.
Und die Gleichschaltung in den sonstigen Medien eh jeder mitbekommen, schreib ich nichts zu.

hab ich schonmal erlebt

habsch vaagessen 22.07.2008 - 20:42
Zur 800 Jahrfeier wahr in Dresden ein großer Zapfenstreich, bis auf die farbeder uniformen schrie alles nach Wehrmacht. Auch die Helme sind stellenweiße übermalte Originalteile.dazu marschmusik und Fackeln, ich ahbs mir nur angeguckt um zu wissen wie sowa ist ich musste den kotzreitz stark unterdrücken.

Video: GelöbNIX! 2008 in Berlin

freund 07.08.2008 - 12:43
Der Freundeskreis Videoclips hat ein Videofeature zum GelöbNIX! in Berlin veröffentlicht:

Link:  http://freundeskreis-videoclips.de

Das Material dazu wurde uns freundlicherweise vom "Forum der Nichtarbeit"
zur Verfügung gestellt. Wenn ihr mögt, dann verlinkt das Video, schreibt
einen Kommentar oder ladet euch die Vorführversion runter, um fürs nächste
Jahr zu mobilisieren!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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"Soldaten sind Kanonenfutter"....

RedZack 20.07.2008 - 01:12
... gute Parole! Ist irgendwie treffender als das doch
etwas undifferenzierte und platte "Soldaten sind Mörder".

Soldaten SIND! Mörder

"Verweigerer" 20.07.2008 - 18:00
Mörder ist, , wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.
Sagt der Staat in seinem Strafgesetz.

Sehen wir uns nun die Soldaten dieses Staaten an.
Wesentlicher Bestandteils des Soldatenhandwerkes ist das Töten von Menschen.
Wie tötet der Soldat?
Z.b. durch das legen von Mienenfeldern, durch Kanonen mit einer Reichweite von vielen Kilometern, durch Aberfen von Bomben.
Er tötet dabei (siehe auch z.b. US-Army "Shock an Owe" )indem er die Wehrlosigkeit der Menschen ausnutzt. Wer weiß, daß da eine Miene liegt wird nicht von ihr getötet, deshalb werden sie ja getarnt gelegt.

Ergo schon ein Mord-Merkmal. Das reicht schon um einen Mörder zu definieren.

Aber weiter: warum tötet der Soldat?
Weil der dafür bezahlt wird. (Das definiert ja den Soldaten.) oder auch weil er den Job geil findet, also aus Spaß an der Freude und aus Habgier.- zweites Mordmerkmal.
Und wer je is innere einer Armee, JEDER Armee gesehen hat, und das sexistische Gehabe und die Sexualisierte Sprache dort erlebt hat, wird nicht umhinkommen, festzustellen, daß Soldaten in vielen Fällen auch zur Befriedigung ihres Sexualtriebes töten.


Abgedreht

Gandalf 21.07.2008 - 10:44
bzgl. "Verweigerer" 20.07.2008 - 18:00

Zieh doch mal ne andere Möglichkeit in Erwägung: Die glauben an diesen Staat und seine Funktionsweise und halten es ebenso für wichtig die Freiheitlich-Demokratische-Grundordnung anderen Näherzubringen oder etwaige massive Menschenrechtsverletzungen wie auf dem Balkan oder in jüngerer Zeit in Afghanisten zu bekämpfen. Da kann es tote Geben, das ist wohl war.

Allerdings: Wenn du (oder viele andere NutzerInnen hier)Steine auf Nazis schmeißt nimmst du auch willfährig denn Tod anderer Menschen in Kauf, tust dies aber nicht aus Mordlust wie du es ja anderen unterstellst, sondern mit dem Ziel die Demo umzulenken und zum Abbruch zu bewegen. Einzelne Ergebnisse können nich die Zielsetzung definieren, eine kritische Sicht darauf ist natürlich von Nöten da der Zweck niemals die Mittel heiligt.

Und sexistisches Gehabe? Beim Bund? Ich halte das für die Gleichberechtigung (und Gelichverpflichtung) in Reinkultur, denn wie du schon sagtest: Männer und Frauen zählen da nichts, alle sind Soldaten (und wenn das Innen jetzt schon ausreichend ist um Sexismus und somit Lust daran zu definieren dann tust du mir irgendwo doch a bissl Leid).

Achso, andere Frage: Gesetzdemfall Der Iran und sonstwelche Staaten die gerade durch Zufall unter antisemitische Fuchtel geraten attackieren Israel, was glaubst du wer dann zur Verteidigung dieses Landes ausrückt, diejenigen die auf Indymedia immer so für Israels Existenzrecht wettern oder die Bundeswehr?

Bezeichnung

Bürger 21.07.2008 - 14:50
Sagt mal müsste es nicht nach eurem nervigem Selbstverständnis heißen: "Soldatinen und Soldaten sind Mörderinnen und Mörder!"? =D

22. 8. Aktionstag gegen Krieg+das Sommerbiwak

Antimilitarismus 21.07.2008 - 16:03
Am 22.08. findet im Stadtpark am Hannoverschen Congress Centrum das 35. Sommerbiwak der 1. Panzerdivision statt. Die erste Panzerdivision ist nicht irgendeine Truppe des deutschen Heeres. Sie ist mit der Umgestaltung der Bundeswehr zu einer weltweit einsetzbaren Interventionsarmee die Eingreifdivision des deutschen Heeres geworden. Sie ist demnach zuständig für Angriffskriege.
Wir rufen auf zu einem Tag des Protestes und der Gegenöffentlichkeit gegen das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision. Mit Kundgebungen, Demonstrationen, einem Friedensbiwak und Aktionen wollen wir uns der Propagandaveranstaltung für das Militär in Hannover entgegenstellen.
Wir wollen das Militär und seine Gäste bei An- und Abreise mit dem konfrontieren, was sie so gerne verschweigen, aber dennoch tun: Krieg führen!

Kommt am 22. August nach Hannover!
Keine Feier mit der 1. Panzerdivision!
Kein Frieden mit der Bundeswehr!