Neonazi-Demo in Güstrow (Meckl.-Pom.)

icke 19.07.2008 23:19 Themen: Antifa
Die Trommler gingen voran. Im Takt der dumpfen Trommelschläge marschierten am Samstag, den 19.07.2008, rund 300 angereiste Neonazis durch das mecklenburg-vorpommerische Güstrow. Als Hauptredner während des Aufmarsches fungierte der Fraktionsvorsitzende der neonazistischen NPD im Schweriner Landtag, Udo Pasteurs.
Neben dem Griff zu rassistischem Gedankengut versuchten die beteiligten Aufmarschsteilnehmer_innen vor allem mit staatsfeindlicher Propaganda auf Stimmenfang in Güstrow zu gehen.



»Ceterum censeo Carthaginem esse delendam!« - Im Übrigen bin Ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss! Einer alten Legende folgend soll das römische Senatsmitglied Cato der Ältere jede seine Ausführungen und Redebeiträge mit diesem Satz beendet haben. Die immer wiederkehrende Wiederholung dieser Forderung nach Zerstörung der antiken Handelsmacht soll schlussendlich zur Verinnerlichung seiner Ansichten unter weiteren Mitgliedern des Senates geführt haben bis das »Imperium Romanum« eines Tages ohne Zögern und Zaudern dem als Konkurrenz empfundenen Karthago wahrhaftig den Krieg erklärte.



Diese Metapher wird ab und wann noch herangezogen, um die Wirkungsweise politischer Propaganda zu verdeutlichen. Jene Nutzung propagandistischer Inhalte dient nicht der Überzeugung durch politische Inhalte, Disskusion oder gar durch Argumente. Vielmehr dient es der unterschwelligen Bildung von Meinungen und der politischen Stimmungsmache durch populistische Parolen, ein Konzept dem sich auch die NPD nicht verschließt. Natürlich geht es der neonazistischen Partei nicht um jenen antiken Stadtstaat Karthago, welcher nun unter dem Staub der Geschichte begraben liegt. Es geht der NPD vielmehr um die Abschaffung der Bundesrepublik Deutschland. Im Verlauf des neonazistischen Aufmarsches am 19.07.2008 in Güstrow bildeten lauthals ausgesprochene Forderungen dieser Art zumindest keine Seltenheit.



Bereits wenige Minuten nach Verlesung der Auflagen durch den Versammlungsleiter David Petereit, seines Zeichens Mitarbeiter der NPD-Fraktion im Schweriner Landtag, wurden entsprechende Parolen von den Aufmarschsteilnehmer_innen verbreitet. Dabei trat vor allem eine Gruppe sogenannter »Autonomer Nationalisten« in Erscheinung. Neben diesen bildeten Neonazis aus dem militanten Kameradschaftsspektrum den größten Teil der angereisten Teilnehmer_innen. Der eingesetzte Ordnerdienst der Neonazis in Güstrow wurde durch Andreas Theissen, wie David Petereit ebenfalls Mitarbeiter der NPD im Schweriner Landtag, sowie Führungsperson des »NPD-Bundesordnerdienstes« koordiniert und geleitet.



Abgesehen von propagierten Inhalten kam es im Verlauf der neonazistischen Veranstaltung zu keinen weiteren nennenswerten Vorfällen. Der Aufmarsch wurde dann nach etwa 3 Stunden von den Veranstalter_innen für beendet erklärt. Gegendemonstrant_innen gelang es im Verlauf des Tages nur vereinzelt an die Aufmarschsroute der Neonazis vorzudringen. Neben Mitgliedern der mecklenburgischen NPD, und des militanten Kameradschaftsspektrums waren auch Vertreter der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« (HDJ) an dem Aufmarsch beteiligt. Aus diesem Personenkreis bildete sich unter anderem der Trommlerzug an der Spitze des Aufmarsches. Auch in die organisatorischen Aufgaben der neonazistischen Veranstaltung waren Mitglieder der »HDJ-Einheit Mecklenburg und Pommern« eingebunden.



Neben Udo Pasteurs agitierten als weitere Redner David Petereit sowie der Landesvorsitzende der NPD Mecklenburg-Vorpommen Stefan Köster. Das von den Neonazis in Güstrow verwendete und vom Neonaziaktivisten Sven Krüger aus dem mecklenburgischen Jamel gesteuerte Lautsprecherfahrzeug wird ebenfalls Stefan Köster zugerechnet.
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Ergänzungen

Udo

egal 20.07.2008 - 02:34
Udo heißt übrigens Pastörs und nicht Pasteurs. Obwohl der auch mal pasteurisiert gehört, nur ohne die verlängerte Haltbarkeit :-)

"Nazis verpisst Euch, keiner vermisst Euch!“

radikalisiert 20.07.2008 - 16:01
Die gestrige Demonstration gegen den Aufmarsch der NPD in Güstrow ist zum größten Teil hervorragend gelaufen. Nachdem sich hunderte Menschen auf den Bahnhofsvorplatz versammelten ging die Bürgerliche Demonstration gegen den Naziaufmarsch los. Man zog mit etwa 100 Menschen durch die ganze Stadt um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Man konnte leicht erkennen, dass in der Demonstration viele Sozialdemokraten mitgelaufen waren. Mitglieder der Linken und ihrer Jugendorganisation LinksJugend [´solid] waren auch in der Demonstration eingereiht. Ab und zu bestaunten Nazis die Demonstration vom Straßenrand aus und so begrüßten einige Demonstrationsteilnehmer auch gleich die Nazis mit Sprüchen, wie z.B. „Nazis verpisst Euch, keiner vermisst Euch“. Als diese Demonstration ihr Ende fand vor einem Justizzentrum Güstrows sagten einige Menschen und Demonstrationsteilnehmer ihre Meinung zum Thema NPD. Monti Schädel, der Mitorganisator der Demonstration, sagte noch einige Eingehende Worte den Demonstrationsteilnehmern_Innen Autonomer Gruppen. So unterstellte er diesen Personen, dass sie nicht genug in der Demonstration gemacht haben außer „Schokolade essen gegen Rechts“ und andere Dubiose Behauptungen kamen in seiner Rede auch vor. Hier zu muss man hinzufügen, dass die freien Antifaschisten_innen die Meiste Stimmung in der Demonstration machten. Die meisten Sozialdemokraten, bei den sich Monti Schädel in seiner Rede für die „starke Teilnahme an der Demonstration“ bedankt, führten ihren eigenen kleinen Protest durch. Die Bezeichnungen könnten dafür z.B. Trillerpfeifen gegen Rechts oder auch Tröten gegen Rechts sein! Nach dem sich die Demonstration auflöste gingen viele zum Marktplatz, um die Nazis zu empfangen und so friedlich ihren Protest bei zu tragen. Sehr viele Antifaschisten_innen gingen zu einem Treffpunkt in einem Stadtpark, wo die restlichen Gruppen, die aus ganz M-V kamen, sich sammelten. Hinzu zu fügen ist, dass viele Antifaschisten_innen nicht an der vorherigen Demonstration Teilnahmen aus vielen verschiedenen gründen, wie z.B. auch das einige mit einem Zug später kamen aus Sicherheitsgründen. So machten sich nun alle Antifaschisten_innen auf dem Weg zum Stadtpark die, die Nazis stoppen wollten! Die Bereitschaftspolizei hatte dies leider zu früh erkannt und so kam es erst zu hunderten Platzverweisen. Antifaschisten_innen machten sich so auf den Weg auf einer anderen Weise zur Naziroute zu kommen. Dies Bemerkte die Polizei auch und so sperrten sie vorerst diese Straße. Nun ging es über Acker, Wald und Wiesen! Antifaschisten_innen versuchten mit einer spezialen Taktik zur Naziroute zu kommen, was aber wiederum nicht gelang, die an diesem Straßen Ende schon Polizisten postiert waren. Nun verfolgten Polizeieinheiten mit Auto hunderte Antifaschisten_innen und die Flucht vor der Polizei war gelungen, in dem man die Feldstraßen mit Gegenständen blockierte. Die Antifaschisten_innen kamen so auf die Naziroute bis wieder mal einige Polizeieinheiten kamen und so die Antifaschisten_innen zurück in den Stadtpark schickten, wo auch schon andere Antifaschisten_innen vor Ort waren. Die Polizei versuchte Antifaschisten_innen komplett von der Nazidemonstration abzuschneiden, was ihnen nicht gelang. Laute Rufe, wie Nazis Raus klangen den Nazis entgegen. Die Polizei riegelte den Stadtpark ab, so dass die Antifaschisten_innen in einem Kessel gefangen waren. Einige Ausbruchversuche wurden auch gestartet. Man konnte dazu auch „Katz und Maus Spiel“ sagen, denn so sah es auch aus. Die Polizei rannte im Kreis hinter den fliehenden Antifaschisten_innen her und bekam sie am ende auch. Nach einigen Minuten gab es Verhandelungen mit dem Polizeieinsatzleiter und so kam ein Kompromiss zu Stande. Die Antifaschisten_innen duften mit Polizeibegleitung in Richtung Marktplatz gehen. Als auf einmal hunderte Antifaschisten_innen aus dem Stadtpark kamen erstaunte dies sogar die anliegenden Anwohner, die Trotzdem nicht ihren Protest gegen Rechts auf die Straße trugen. Dies wurde von den meisten Antifaschisten_innen als eigene Demonstration gewertet und so hatten die Autonomen- und Linken Gruppen ihre eigene Demonstration, die viel Elanvoller als die vorherige Demonstration war. Mit Sprüchen wie z.B. „Nazis Raus“, „Alerta Alerta Antifascista“, „Nazis verpisst Euch keiner vermisst Euch“ wurde die Menge angeheizt und bei dieser „zweiten Demonstration“ zogen Beamte Antifaschisten_innen aus dem Demonstrationszug raus. Oftmals wegen den kleinen Fähnchen und andere Lappalien. Als der Demonstrationszug am Marktplatz ankam wurde erstmal für den Nachschub an kalten Getränken gesorgt, denn es waren ca. 20 °C an diesem Tag. Beamte zogen immer mehr Antifaschisten_innen raus, weil sie auf Videos zu sehen sind und so wollten die Beamten der Polizei den Antifaschisten_innen etwas vorwerfen. „Bund statt Braun“ Flaggen hingen am Rathaus, was auch (mit dem Bürgerfest gegen Rechts und eventuell die 1. Demonstration) die einzige Gegenaktion der Stadtvertreter war. Als wenige Stunden später die NPD mit ihren, nach Polizeiangaben, 200 Personen starken Demonstrationszug auf den Marktplatz Güstrows auftauchten hörte Mann nur noch „Buh“ -Rufe. Redner war unter anderem auch Udo Pastörs, der mit sein legendären „Hitler-Reden“ die Rechtsradikalen Brandstifter beeindruckte anheizte und die Neonazis aufstachelte.
In der letzten Zeit wurden in Güstrow mehrere Verbrechen, von vermutlich Rechtsradikalen Schlägern, begannen. Ein Asia- Imbiss brannte und Harkenkreuze wurden herum gesprüht. Der Ex- CDU Mann Jens-Holger Schneider wurde auf dieser Demonstration beim verteilen von NPD Flugblättern gesichtet. Die Autonomen Nationalisten waren an diesem Tag auch in der NPD Demonstration in einem eigenen Block, obwohl sich die Autonomen Nationalisten von der NPD absplittern, vertreten. Man kann dazu die Auffassung haben, dass sie nicht in der Lage dazu sind eine eigene Demonstration zu organisieren. Antifaschisten_innen riefen immer wider antifaschistische Sprüche und die Stimmung „kochte“ schon. Nach dem Flaschen aus den Händen flogen und es Durchbruchversuche zur Nazikundgebung gab griffen Festnahmeeinheiten ein und versuchten den Block der Antifaschisten_innen auseinander zu treiben, was ihnen nicht gelang, da der Zusammenhalt groß genug war um viele Leute ineinander fest zu harken. Sprüche gegen die deutsche Polizei sorgten dafür, dass sich die Festnahmeeinheiten wieder weit entfernten, da die Antifaschisten_innen sehr aufgebracht waren. Auf der anderen Seite des Marktplatzes gab es auch vermehrt Rufe gegen Nazis und ihre Kundgebung in Gruppenchören. Man konnte den Festnahmeeinheiten der Polizei ansehen, dass sie frustriert waren und so mit Absicht noch ein zweites Mal mit Schlagstöcken in den Block der Antifaschisten_innen rein gingen und versucht hatten einige Antifaschisten_innen ohne Grund aus dem Block raus zu ziehen . Man hörte nur noch: „ Hass, Hass, Hass wie noch nie – All Cops are Bastards A.C.A.B.“ und so verzog sich die Polizei wieder, um sich vor weiteren Wehrverhalten der Antifaschisten_innen zu schützen. Die Gegenaktionen waren ein großer erfolg für die Stadt Güstrow und die Antifaschisten_innen. Die Demonstranten_innen, die meist aus dem linken Spektrum kamen, reisten aus der ganzen Region nach Güstrow um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen und den NPD Aufmarsch zu stoppen. Die NPD mobilisierte aus dem ganzen Bundesgebiet, was den Zusammenhalt von Antifaschisten_innen aus M-V wieder mal stärkt, wobei einige Antifaschisten_innen aus M-V nicht anreisten, da sie Dubioser Weise „Angst vor Übergriffen im Zug“ hatten. Bis jetzt gab es keine Informationen zu abendlichen Übergriffen auf Antifaschisten_innen oder Straftaten von Rechts. Ein Gerücht ging noch rum, dass Nazischläger nach der Demonstration nach Rostock fahren, um da Stress zu machen. Dies hat sich zum Glück aber nicht bewahrheitet. Es ist aber davon auszugehen, das in dem Regionalexpress von Güstrow, über Rostock, über Stralsund nach Sassnitz das einige Gegendemonstranten die auch in dem Zug saßen angepöbelt wurden. Alles im Allen ist der Tag friedlich verlaufen und mit 12 festnahmen auf der Linken Seite wurden relativ wenig Leute von der Polizei eingesackt. Solidarität mit den Gefangenen aus dem Linken Spektrum! Auf der Rechten Seite wurden 6 Leute festgenommen, was wieder zeigt wie die Polizei zu den Nazis hält.


Persönlich kann man dazu trotzdem sagen vielen Dank aus HRO und HGW und NB! Auch wenn man ein Soli-Konzi am Freitag davor hat, kann man sich trotzdem im antifaschistischen Sinn nach Güstrow am Tag danach bewegen. Einfachmal nüchtern bleiben und Samstag weiter action und nicht vor den Nasen einscheißen, das sind alles nur Lappen.Dazu nochwas! Also ich persönlich fand die Demo echt gu also der "2.aufmarsch" auch wennwir de nazis nich stoppen konnten, dafür warn wir an diesem tag dank der anderen zu wenige. Aber wir haben den nazis ene lektion gezeigt wo sie ihre Kundgebungen gehalten haten.

Mit Radikalen grüßen

Orga der Antifaschistischen Demo

Guestrower 20.07.2008 - 18:16
Was die Demo und überhaupt den gesamten gegenprotest angeht ist zusagen das es ohne die aktivität einiger antifaschistINNEN in Gü nur das bürgerliche Fest und ein paar Bunt statt braun Fahnen gegeben hätte. Die Orga war nicht nur sehr kurzfristig und unterbesetzt sondern es gab auch erhebliche Kommunikationsprobleme trotzdem gelang es eine kämpferische und für güstrow normal große Demo auf die Beine zustellen. Sie erschien bürgerlich wegen geringer überegionaler beteiligung was an der kurzfristigen mob und den vielen andern Veranstaltungen/Aktionen gelegen haben mag. Dieser Mangel an Beteiligung machte zusammen mit der Polizeipräsents Gegenaktionen sehr schwierig. Wieso wenige kamen wen sie den die lückenhafte Mob erreicht hatte weiß wahrscheinlich jede/r selbst am besten.

Udo Pastörs macht halben Hitlergruß...

lol 20.07.2008 - 23:16
Wo macht der denn bitte einen "halben" Hitlergruß?
1. Ist es der linke Arm (Schonmal falsch)
2. Zeigt er in die Luft um wahrscheinlich auf sich kleinen Wicht aufmerksam zu machen
3. Wäre ich vorsichtig bei solchen Äußerungen, das kann juristische Konsequenten haben, aber ich glaube nicht das die NPD sich darum scherrt, trotzdem.

Manche Leute haben einfach zu eine große Fantasie. Neulich war ich auf ner Antifa-Demo und da haben welche vom Schwarzen Block die RECHTE Faust gehoben, ist das jetzt auch ein halber Hitlergruß? Also bitte, nicht so viel übertreiben.

nach vorne schauen

nochallesoffen 21.07.2008 - 00:57


Entstation Rechts berichtet über die NPD- Demo in Güstrow.
Die Nazis werden zitiert: “Deutsch ist, wer deutschen Blutes ist. “, “Solange Ausländer in Deutschland lebten, wäre das Ausleben einer „deutschen Identität“ nicht möglich”, Pastörs redet von Mecklenburg- Vorpommern als ” Mitteldeutschland”. Gleichzeitig werden Videos, die zur Demo aufrufen von Steuergeldern mit finanziert, welche die NPD als zugelassene Partei erhält.

Gegner eines Parteiverbotes halten dem entgegen, dass ein Verbot die Überwachung der Nazi- Strukturen erschere, bzw. unmöglich mache. Ich frage mich aber wie man so etwas verstehen soll? Sind die Menschen in Mecklenburg Vorpommern, die tagtäglich Opfer NPD finanzierter Gewalt werden, weniger wichtig als andere? Man könnte da antworten es ginge ja um das Gemeinwohl. Aber auch das “Gemeinwohl” muss in dieser Ordnung halt vor der Würde des Menschen machen. Und zwar die Würde jedes Menschen. Die haben auch die Güstrower.
Güstrows Zukunft bleibt offen. Aber natürlich fassen Faschisten durch Veranstaltungen dieser Art weiter Mut, um den Strassenterror auszuweiten. Und natürlich ist das Einzige, was da möglich ist nicht Resignation, sondern der zivile Kampf; getragen von allen Antifaschisten, die ihr Vertrauen in die Ordnung dieser Republik, durch solche Erfahrungen, Schritt für Schritt verlieren.

Quelle:
 http://nochallesoffen.blogsport.de/

Bericht eines Berliners

Jens Anger 21.07.2008 - 17:05
Ich und einige Genossen aus Berlin haben an den Protesten gegen den NPD-Aufmarsch teilgeommen. Dazu wollten ich einiges anmerken.
Die NPD-Demo bestand aus knapp 300 Neonazis wovon 150 dem AN-Spektrum zuzuordnen waren. Ganze 3 Kameraden davon waren aus Berlin angereist.
Aus antifaschistischer Sicht war der Tag total für den ARSCH.
1. Der Aufmarsch wurde weder behindert noch verhindert.
2. Die "Gegendemonstration" sowie die Kundgebung auf dem Marktplatz war von knapp 200 Personen( ca. 100Antifas) besucht und hatte kaum Wahrnehmung gefunden.
3. Die Antifas, die anwesende waren, waren teils angetrunken,zu unentschlossen oder einfach nicht erfahren genug.
Nachdem bereits 50 Antifas gekesselt wurden liefen durch die Stadt maximal 3 Kleingruppen rum und der Rest saß am Marktplatz. Das der Tag so schlecht verlief lag u.a. daran, dass die Cops mit knapp 500 Beamten im Einsatz waren. Wären mehr Antifas, vor allem fitte, anwesend gewesen hätte man den Aufmarsch vllt. behindern/verhindern können.
Die Personen die am Rosengarten in Gewahrsam genommen wurden,wurden gegen 18 Uhr wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten Steine ausgebuddelt. Obwohl es an der Stelle wo sie waren nicht mal Steine gab. Zivis hatten die Personen dabei angeblich beobachtet.
Während des gesamten Aufmarsches kam es im Stadtgebiet immer wieder zum Aufeinandertreffen mit Neonazis, Sympatisanten oder Anti-Antifas. Auch die konnten ungehindert umherirren. Nach dem Aufmarsch konnten dann vereinzelt Neonazis verscheucht werden, bzw. ein bisschen Angst gemacht werden, aber das war dann auch schon der "größte" Erfolg.
Ich frage mich daher, wo waren die Antifas aus Berlin, Rostock oder Hamburg? Wieso hat man da nix gesehn? Es ist traurig, dass inzwischen in Mecklenburg mehr Neonazis bei Demos sind als Antifas oder Gegendemonstranten.

Für die Zukunft sollte dies geändert werden, damit auch in MeckPomm wieder erfolgreich Neonaziaufmärsche keine Chance haben.

mit antifaschistischen Grüßen
Jens Anger aus Berlin

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 9 Kommentare

zu bemerken

auswärtiger 20.07.2008 - 02:55
das die antifaschistische orga vor ort komplett quasi nicht vorhanden war und aus nordeutschland keum jemand den weg dorthin gefunden hat. mit ein paar hundert Leuten wäre dort alles möglich gewesen aber mit vielleicht maximal 100 antifas wovon die hälfte betrunken war sicher nicht.

unser Fazit des Tages entweder nächstes mal mit deutlich mehr Leuten anreisen (danke noch mal an alle denen die abfahrt zu früh war) oder gar nicht

traurig

ike ud co. 20.07.2008 - 05:03
da muss ich mich meinem/r vorgänger/in wohl anschließen.es muss auf jeden fall mehr an organisierung sowie an mobilisierung gearbeitet werden! außerdem sollten bzw. müssen die einzelnen antifa-strukturen meckl.-vorp.s sich mehr in vernetzung,kommunikation und info-austausch üben. das in güstrow war fern ab jeglichen antifaschistischen widerstands. mensch könnte es als lachnummer bezeichnen wäre es nicht so traurig. beim nächsten angekündigten nazi-aufmarsch, egal in welchem kackkaff, hoffe ich, dass eine richtige antifaschistische gegendemo organisiert wird mit echten anmeldermenschen,einem breiten bündnis,einer ordentlichen mobilisierung und einem lautstarken protest !!! so etwas darf nicht mehr passieren! es reicht! die nazis machen sich immer breiter,das ist den meisten wohl klar.also arsch hoch und was tun! die zeit dafür ist definitiv mehr als reif! zusammen (und nüchtern) können wir was bewegen und den faschos zeigen wem die straßen gehören!

nur mal zum hinweis für unwissende genosse ;)

freelancer 20.07.2008 - 09:57
Wir MVler haben zZ ziemlich viel mit planung von Konzerten camps etc. zu tun!
Die demo von den Nasen wurde 2 wochen bevor sie statt fand angekündigt und am mittwoch/donnerstag kamen die ersten brökelnden infos zur demo!
Im übrigen wenn in greifswald schon ein solikonzi statt findet und das schon weit im vorraus geplant war dann wird das wohl kaum abgebrochen!
Rostocker (das die greifswalder gut mit denen im kontakt stehen) waren also zum teil bei den eigenen vorbereitungen beschäftigt oder halt zum teil in greifswald!

Naja immerhin waren ja ei paar leute dort, mal davon abgesehen das die nasen nicht mal die anzahl hinbekommen haben die sie vorher so groß raus posaunt hatten...

mafg

hehe

jo 20.07.2008 - 09:57
das problem ist, dass güstrow keine eigene organisierte antifa hat und andere antifa-gruppen sich nicht verantwortlich fühlten gegenproteste zu organisieren und anzumelden

somit war es nich verwunderlich, dass bei einem kleinen DGB stand auf dem markt kein wirklicher protest zustande kam =/

nicht meckern

w3817 20.07.2008 - 15:01
anstatt über die antifa-strukturen in mv zu meckern, sollte man lieber selber was machen. nazi-demos gibt es in dem bundesland regelmäßig, aber es kann wohl nicht aufgabe einer linken sein, der npd hinterherzufahren - kontinuierliche antifaschistische politik wird abseits von demos gemacht. es gab proteste von leuten aus güstrow, und das ist doch ok und mehr als anderswo passiert. daran gilt es jetzt vor ort anzuknüpfen!

Sarkasmus?

radikalisiert 20.07.2008 - 21:38
Die demo war schlecht organisiert usw, aber ch finde das es für die stadt güstrow en erfolg war asuch wenn die nazis maschiren konnten. und 12 festnahmen snd wenig für die vielen leute die am ende doch da waren. ch fand es nur traurig das die leute aus angst so früh abgehauen sind. wir simd doch an der demo zum teil rangekommen, natürlich standen wir hntern fetten block bullen. dazu muss man sagen das nicht nur besoffene festgenommen wurden! Die festnahme einheiten sind einfach in die menge rein und haben sich welche gegriffen.

...

radikalisiert 21.07.2008 - 07:38
Es ist ja wohl klar das er nicht den richtigen hitlergruß zegt, wäre ja auch ganz schön blöd von udo.

ich wollte sagen das er damit ein angedeutet hat und ausserdem siht man sein zeige finger und sein daumen! dies hatja wohl ne andere bedeung!

'abc' - warum werden artikel gelöscht?

xyz 21.07.2008 - 16:02
Vor wenigen Stunden noch habe ich einen Kommentar gelesen, der wirklich passend war. Es ging darum, dass die Gegenveranstaltungen zur Nazi-Demo absolut kein Erfolg waren! Es gab nicht ansatzweise konsequente Bemühungen an die Demo ranzukommen und außerdem ist es erbärmlich, dass fast die Hälfte der Antifaschisten betrunken nicht mehr in der Lage waren, irgendetwas zu bewirken. Nicht umsonst ist eine Regel für Demos 'Kein Alkohol'!
Traurig und schon im Stil von Altermedia finde ich, dass eben jener Kommentar gelöscht wurde und 'radikalisiert' weiterhin darauf besteht, die Demo als Erfolg darzustellen. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass wir aus solchen Misserfolgen lernen und uns motivieren und nicht versuchen die Tatsachen zu verdrehen. Wir haben doch in Güstrow gesehen, wie stark sich die Rechte Bewegung entwickelt und wie gefährlich diese Entwicklung wird (siehe die ANs). Daher ist es unverantwortlich Fehler, des Rufes wegen, zu verleugnen, sondern diese auszumerzen!
Diese Verleugnung beweist sich daran, dass der Kommentar von 'abc' gelöscht wurde und wird sich bestätigen, falls dieser Kommentar gelöscht wird!

VORpommern

nörgler 23.07.2008 - 13:34
Ich will ja nicht allzu kleinlich sein, aber könntet ihr das Bundesland, gerade wenn es um Nazis geht, bitte nicht Meckl.-Pomm. oder MeckPomm abkürzen. Es heißt Vorpommern, der Rest dieses Landstrichs ist polnisch.