Linie206 bleibt !

AKÖFFLINIE206 12.07.2008 18:56 Themen: Freiräume
Das Hausprojekt Linienstraße 206 in Berlin Mitte ist seit dem Verkauf in seiner Existenz bedroht.
Die neuen Eigentümer_innen T. Steinich und M. Mirhaj haben vor, uns raus zuschmeißen und das Haus zu sanieren. Durch die lächerliche Androhung, Eigenbedarf anzumelden (2 Personen in einem Mietshaus, in dem momentan 18 Leute wohnen) und uns dadurch schnell raus zu klagen sowie die Ansage, sich schnell Zugang zum Haus verschaffen zu wollen und somit unser Zusammenleben zu (zer-)stören versuchen sie uns Druck zu machen.
Gleichzeitig bieten sie uns 40000 € an, um uns loszuwerden.
_Linie206 bleibt!_

Das Hausprojekt Linienstraße 206 in Berlin Mitte ist seit dem Verkauf in seiner Existenz bedroht.
Die neuen Eigentümer_innen T. Steinich und M. Mirhaj haben vor, uns raus zuschmeißen und das Haus zu sanieren. Durch die lächerliche Androhung, Eigenbedarf anzumelden (2 Personen in einem Mietshaus, in dem momentan 18 Leute wohnen) und uns dadurch schnell raus zu klagen sowie die Ansage, sich schnell Zugang zum Haus verschaffen zu wollen und somit unser Zusammenleben zu (zer-)stören versuchen sie uns Druck zu machen.
Gleichzeitig bieten sie uns 40000 € an, um uns loszuwerden.

Aber das können sie vergessen!

Seit der Besetzung im Mai 1990 und der späteren Legalisierung wird das Haus als kollektiver, politischer, kreativer Frei- und Lebensraum genutzt. Der Wunsch nach einem alternativen Zusammenleben ist für die 18 Bewohner_innen bei aller Verschiedenheit der gemeinsame Nenner. Ein solidarisches Miteinander beim Wohnen und Leben ist für uns die Basis einer besseren Gesellschaft, die wir im Kleinen zu leben versuchen. Wir wollen uns nicht von der ständig fortschreitenden Stadtumstrukturierung aus dem Stadtzentrum verdrängen lassen und durch touristisch-repräsentative Edelboutiquen, lebensfeindliche Einkaufsmeilen und teure Lofts ersetzen lassen. Der Erhalt von emanzipatorischen, selbstverwalteten Freiräumen und lebendigen alternativen Gegenentwürfen zum kapitalistischen Mainstream ist für uns sehr wichtig!
Deshalb wollen wir unser Hausprojekt und den Raum für kollektives, selbstbestimmtes Zusammenleben für uns und zukünftige Bewohner_innen erhalten. Und das zu bezahlbaren Mieten!

Eigentlich wollten wir uns als Hausgemeinschaft der Linie206 über das Häusersyndikatsmodell ( http://www.syndikat.org/) selber kaufen, um dieses Projekt längerfristig zu erhalten. Kaufverhandlungen waren schon aufgenommen worden und eigentlich sah alles gar nicht so schlecht aus.
Vor drei Wochen stand dann aber T. Steinich vor der Tür um zu sagen: „Ich bin der neue Hauseigentümer und will mit einem Mieter sprechen!“ Und kurz darauf kam ein Brief, dass er sich in SEINEM NEUEN HAUS mit uns treffen und den Schlüssel ausgehändigt haben will.

Ein ähnlicher Verlauf also wie in der Brunnenstr. 183. Auch dieses Hausprojekt hatte versucht sich selbst zu kaufen, doch plötzlich gab es einen anderen Neueigentümer (siehe  http://www.stiftung-freiraeume.de/B183/index.html).

In Mitte haben linke haben momentan große existenzielle Probleme, z.B. der Schokoladen (siehe  http://de.indymedia.org/2008/07/221386.shtml) und die schon seit längerem gekündigte Fleischerei (siehe  http://69893.forums.motigo.com/).
Jetzt soll es also auch in den letzten Ecken und Nischen des „schicken Mitte“ „sauber“ werden und die letzten unkommerziellen und Linken Räume verdrängt werden.
Auch das Künstler_innenhaus Tacheles (www.tacheles.de), was sich doch scheinbar ganz gut in die kommerzielle Struktur Berlin-Mittes einsortiert hatte (als touristische Attraktion), hat keine Verlängerung seines Mietvertrages mehr bekommen ( http://www.tagesspiegel.de/berlin/Tacheles;art270,2456675).

Die Köpi sowie der Wagenplatz „Schwarzer Kanal“ gehören auch zu Mitte. Die Köpi ist scheinbar erstmal für die nächsten 30 Jahre! gesichert. Doch der „Schwarze Kanal“ erwartet schon seit längerem seinen Räumungstermin.

Die Schlagworte „Stadtumstrukturierung“ und „Gentrifizierung“ sind in Berlin Mitte lange keine Neuheiten mehr.
Und nicht nur in Mitte!
In Friedrichshain sind seit längerem die Hausprojekte Liebig14, Liebig34 und Rigaer94 bedroht.
Nicht umsonst gibt es Momentan die Kampagne „Wir bleiben Alle!“ ( http://wba.blogsport.de/), die mit unterschiedlichen Aktionsformen gegen diese Stadtumstrukturierung und die Vertreibung linker Wohn- und Kulturräume kämpft.
Entlang der Spree kämpft die Initiative 'Mediaspree Versenken', gegen die Vollendung der Stadtumstrukturierungspläne von Mediaspree an (siehe  http://www.ms-versenken.org/).


Die Häuser denen die drin wohnen!

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