Bombodrom-Widerstandscamp vom 17.-21.7.2008

Bombodrom Pressegruppe 10.07.2008 22:15 Themen: Freiräume Militarismus
Antimilitaristischen Aktions-Camping vom 17.-21. Juli 2008.
Das Camp und Aktionen knüpfen an die bunten und massiven Proteste des
vergangenen Sommers an: 10.000e demonstrierten 2007 gegen das
Gipfeltreffen der G8 und ihre kriegerische Globalisierung.
Zu einem antimilitaristischen Aktions-Camping
( http://www.g8andwar.de/camp2008.php) rufen auf: das Bündnis "Rosa
Heide" ( http://www.g8andwar.de) und die neugegründete
„Friedensinitiative Kyritz-Ruppiner Heide“ gemeinsam mit
Unterstützer_innen der Kampagne „Bomben nein – wir gehen rein“
( http://www.resistnow.freieheide-nb.de), antimilitaristischen Gruppen
und Einzelpersonen aus der Region um das von der Bundeswehr geplante
Bombodrom (Video-Rundgang,
 http://video.indymedia.org/en/2006/10/535.shtml) und aus Berlin. Und
auch die unberechenbare, gefährliche, nicht ernstzunehmende,
militarisiert-antimilitaristische Clownsarmee
( http://clownsfreiheide.de.tl/) mobilisiert...
Anlass sind die Pläne der Bundeswehrführung
( http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd443DgwBSUGYAfqR6GIBIQixoJRUfW99X4_83FT9
AP2C3NCIckdHRQAlYgRn/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfQ18zUks!?yw_contentURL=/C1256EF4002AED30/W264SDJ5128INFODE/content.jsp), mit dem Bombodrom einen Ort praktischer Kriegsvorbereitung einzurichten. Die besondere militärische Bedeutung ist kein Geheimnis: ungelenkte Bomben
aus dem Tiefflug, selbstständig zielsuchende Raketen aus großer Höhe,
das Fein-Zusammenspiel zwischen Luftwaffe und Bodentruppen bei der
Steuerung von modernen Lenkwaffen und sogar den sogenannten
Schulterwurf, der für den Einsatz einer Atombombe nötig ist – all das
will die Bundeswehrführung dort üben lassen. Aber auch machtpolitisch
ist der Bombenabwurfplatz wichtig: Wer andere Bündnispartner zum Bomben
zu sich „einladen“ kann, steht gut da und gibt eher den Ton an. Als
Kriegs- und MilitärgegnerInnen sind wir gegen die Bundeswehr, gegen
alle Zusammenschlüsse von EU-Truppen, gegen sämtliche Koalitionen der
Willigen und gegen die Nato. Denn Militär ist Teil des Problems, als
dessen Lösung es präsentiert wird. Militärbündnisse bedeuten
Militäreinsätze, und Militäreinsätze bedeuten Krieg.

Die Camp-Aktivist_innen wollen zeigen, dass sie mit der Militarisierung
von Politik und Gesellschaft und mit einem Kriegsübungsgelände wie dem
Bombodrom überhaupt nicht einverstanden sind. Daher das Camp und die
Besiedlung des Bombodrom-Geländes für ein Wochenende im Rahmen einer
Aktion Zivilen Ungehorsams – mit Zelten und vielleicht mit ersten
Hütten, Zielpyramiden und kreativem Chaos. Die Pyramiden sind - anders
als die rot-weiße Zielpyramide, die die Bundeswehr schon auf den Platz
gestellt hat, - rosa als Zeichen der Ablehnung von Militär und
Patriarchat.

* Rückblick
Camp und Aktionen knüpfen an die bunten und massiven Proteste des
vergangenen Sommers an: 10.000e demonstrierten 2007 gegen das
Gipfeltreffen der G8 und ihre kriegerische Globalisierung. Schon damals
wurde der geplante Bombenabwurfplatz als Auftakt der Gipfelproteste
symbolisch für eine Nacht besiedelt (Video der Besiedelung 2007
 http://www.freieheide-nb.de/g8/film.mpg).
Mehr zu damals:  http://www.g8andwar.de/archiv/index.php

* Ausblick
Dabei ist die die Zukunft im Blick: 2009 will die Nato ihren 60sten
Geburtstag feiern. Die Nato ist seit Jahren das aggressivste
Militärbündnis der Welt. Daher laufen schon heute die Vorbereitungen
für Proteste gegen die Feierlichkeiten beim Nato-Gipfel in Straßburg.
Bombodromgegner_innen werden dabei sein, wenn die
globalisierungskritische und die Friedensbewegung die Feierstimmung zu
stören versuchen: Wer weltweit Kriege anzettelt, hat weder ein Recht
auf auf friedliches Feiern noch auf ungestörtes Üben auf dem
Bombenabwurfplatz.
Mehr gegen die Nato-Feiern:
 http://gipfelsoli.org/Home/Strasbourg_Kehl_2009

* Warum ausgerechnet jetzt in die Heide?
Die juristische Ebene des Widerstands gegen den Bombenabwurf hat die
Inbetriebnahme jahrelang verzögert (zu den Prozessen
 http://www.freieheide.de/prozess.html). Vielleicht geht das auch noch
eine Weile so weiter: Nachdem das Verwaltungsgericht im letzten Jahr
gegen die Bundeswehr entschieden hat, hat jetzt das
Oberverwaltungsgericht dem Antrag der Bundesregierung auf Zulassung der
Berufung stattgegeben. Jetzt haben die Bombodrom-Gegner Gelegenheit,
zur Begründung der Berufung Stellung zu nehmen. Eine Entscheidung ist
also nicht vor 2009 zu erwarten.
Erfahrungsgemäß wird aber über Kriegsübungsplätze (wie auch über
Atomanlagen) nicht vor Gericht sondern politisch entschieden. Daher
macht es schon heute Sinn, auch den politischen Widerstand in der
Praxis zu üben und zu sich mit dem Ziel der praktischen Verhinderung
des Kriegsübungsplatzes zu organisieren.
Unterschiedlichkeiten stärken dabei den Widerstand. Denn die
unterschiedlichsten Organisierungsansätze (Überblicksplattform
 http://www.freieheide-nb.de) mit ihren diversen Aktionsformen – Klagen
gegen die Bundeswehr sind eine, ein Aktionscamp eine andere und es gibt
noch viel mehr – bringen letztlich ein gemeinsames Ziel zum Ausdruck:
Kein Krieg, keine Militarisierung, kein Bombodrom, nicht hier und auch
nicht anderswo.

Dabei bewegen wir uns im Rahmen des spektrenübergreifenden
Camp-Sommers: Die inhaltlichen Überlappungen mit dem
Anti-Atombomben-Camp in Büchel
 http://www.bye-bye-nuclear-bombs.gaaa.org|http://www.atomwaffenfrei.de/
vor_der_eigenen_tuere_kehren/aktionscamp/index.html, dem
Migrations-Camp  http://camp08.antira.info (militarisierte Abschottung
gegen Migration) und dem Klima-Camp  http://www.klimacamp08.net (die
schon laufenden Ressourcenkriege und zu erwartenden militärischen
Klimainterventionen) liegen auf der Hand. Und wir knüpfen mit an den
überregionalen Widerstandsnetzwerken: Europaweit (Stichwort Bombodrom
in den Bardenas/Baskenland  http://de.indymedia.org/2008/06/219084.shtml
oder in Vieques/Puerto Rico
 http://www.freieheide-nb.de/vieques/index.html), bundesweit (etwa: die
im NeMA, "Netzwerk gegen Militärstandorte und deren Auswirkungen"
 http://www.nema-online.de, gebündelten lokalen Gruppen) und regional im
ganz frischen Bündnis Brandenburgischer BürgerInnen-Inis
 http://www.g8andwar.de/presse/MAZ/080703/ (gegen den Großflughafen,
gegen den Braunkohleabbau und schließlich gegen das Bombodrom).

* Gewalt
Krieg ist Gewalt. Armut, Hunger, Landvertreibung ist Gewalt.
Umweltverschmutzung/-zerstörung und die damit verbundenen globalen
Auswirkungen auf diejenigen, die nicht ausweichen oder sich anpassen
können, ist Gewalt. Die Patentierung von Nahrungsmitteln und Lebewesen
ist Gewalt. Daher wird es auch eine Aktionen geben gegen Felder mit
gen-manipulierten Pflanzen in der Region ums Bombodrom. Der
Zusammenhang mit Militär und Krieg liegt auf der Hand: Wo bäuerliche
Landwirtschaft durch Saatgutmultis zerstört wird, dort steht meist
schon das Militär bereit: Um Revolten zu ersticken, Menschen von ihrem
Land zu vertreiben und zur Lohnarbeit in den Städten und in der
Agro-Industrie zu zwingen.
Dabei hat die Vergangenheit gezeigt: vielseitiger und entschlossener
Widerstand lohnt sich. Nicht nur im karibischen Vieques, wo die
Inselbevölkerung 2003 nach 60 Jahren die Schließung eines US-Bombodroms
erreicht hat ( http://www.freieheide-nb.de/vieques/index.html). Sondern
auch in der BRD, wo in den 1970ern das Atomkraftwerksprojekt in Whyl am
Kaiserstuhl und in den 1980ern die atomare Wiederaufarbeitungsanlage im
oberbayerischen Wackersdorf verhindert wurden. Dabei geht es nicht nur
um juristische Auseinandersetzung und physische Blockaden, sondern auch
um einen dauerhaften Imageschaden, den die Bundeswehr – so ein Offizier
im Interview – immer wieder gegen den militärischen Nutzen eines
Bombodroms abwägt.

* Ziviler Ungehorsam
Da andere ihre Gewalt massenhaft organisieren und üben wollen, nämlich
im Militär, ist Ziviler Ungehorsam gegen die Pläne der Bundeswehr
angesagt. Das kann z.B. Schluss mit Gehorchen heißen, wenn jemand
verbieten will, das Bombodrom-Gelände zu betreten. Am geplanten
Bombodrom gibt es viel Erfahrung mit Aktionen Zivilen Ungehorsams.
Viele wissen, dass es gar nicht so leicht ist, eine Gruppe aufzuhalten,
die mit ruhiger/fröhlicher Entschlossenheit unterwegs ist. Ziviler
Ungehorsam heißt, um Absperrungen und Menschen, die im Weg stehen,
herum zu gehen. Das Gelände ist riesig und hat eine lange Grenze ohne
Zaun, die nur mit enorm großem Aufwand/großer Gewalt hermetisch
abgeriegelt werden könnte. Ziviler Ungehorsam ist nicht gewalttätig,
sondern die Verhältnisse sind es und die, die sie tagtäglich mit Zwang
aufrechterhalten oder durchsetzen.
Gewalt geht aus
- von deutschen Bombern und Spezialtruppen in Afghanistan;
- von den Bauplänen für das Ehrenmal der Bundeswehr mit seinem
Heldenverehrungsunfug;
- von europäischen Militärinterventionen zur Ressourcensicherung wie im
Kongo;
- von weltweiter militärischer Einmischung unter dem Vorwand der
humanitären Intervention;
- von der Rekrutierung zum Morden in den Jobcentern der Arbeitsagentur;
- von Folter in weltweiten geheimen Militär-Gefangenenlagern;
- vom feierlichen Einschwören aufs Morden bei den Bundeswehrgelöbnissen;
- von deutscher Kriegsmarine am Horn von Afrika und vor Israel und
Libanon;
- von Bundeswehrinlandseinsätzen gegen die eigene Bevölkerung wie beim
G8 und beim Castor;
- von militarisierten Außengrenzen der EU, an denen täglich dutzende
Menschen krepieren...


* Veranstaltung und Aktionen am und im geplanten Bombodrom
Auf dem Programm für Donnerstag, den 17. bis Montag den 21. Juli 2008
( http://www.g8andwar.de/aktionsideen.php) stehen diverse
Veranstaltungen und Aktionen.
Die Anreise zum Camp in Katerbow ist schon ab Donnerstag, den
17.7.2008, möglich und ratsam.
Am Freitag, 14 Uhr, startet der Korso mit Autos und Fahrrädern vom
Campgelände in Katerbow zur Mahnsäule in Schweinrich. Abends dann um 20
Uhr „Das Bombodrom - Geschichte, Bedeutung, Widerstand“, veranstaltet
von der neugegründeten Friedensinitiative Kyritz-Ruppiner Heide.
Samstags, tagsüber, laufen diverse erforschende Begehungen auf dem
Bombodromgelände, um sich mit dem Gelände für den Ernstfall vertraut zu
machen. Und abends um 8: Austausch- und Diskussionsveranstaltung
verschiedener antimilitaristischer Initiativen: Friedensbündnis
Ansbach, Campvorbereitung Büchel, Leipziger Aktionsgemeinschaft
„Flughafen natofrei“, AK Antimilitarismus Hannover und Aktionsbündnis
Rosa Heide.
Sonntags um 12 bringt das „Barnimer Aktionsbündnisses gegen Gentechnik“
Infos zu Hunger, Krieg und Gentechnik und lädt zur Aktion am Genfeld.
Treffpunkt ist um 12 Uhr, Am Markt in Wildberg (westlich von
Neuruppin). Zusätzlich lädt das Camp am Sonntagnachmittag zum Austausch
mit Leuten aus der Region mit Kaffee und Kuchen. Abends um 8 dann Info-
und Diskussionsveranstaltung: „Krieg nach außen, Militarisierung nach
innen“ mit Claudia Haydt (IMI-Informationsstelle Militarisierung
Tübingen), Frank Brendle (DFG-VK), & Vertreter/in von „Bundeswehr
wegtreten“ über militärische Strategien, „Zivilmilitärische
Zusammenarbeit“ und Widerstandsaktionen (nicht nur) gegen die
Rekrutierung neuer SoldatInnen.
Den Abschluss bilden dann am Montag dezentrale antimilitaristische
Aktionen in der Region.
Ganz wichtig, was orgnisatorisches ( http://www.g8andwar.de/faq.php)
sind Fahrräder und alle Arten fahrbarer Untersätze zum Mobilsein in der
Region. Fürs Handtelefon eignet sich am besten das D2-Netz.


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