Berlin: Protest gegen ROJ-TV-Verbot
Vor dem Bundesinnenministerium in Berlin-Moabit versammelten sich heuten c.a. 200 Menschen um gegen das staatliche Verbot des kurdischen Fernsehsenders ROJ-TV zu protestieren.
ROJ-TV ist ein in Dänemark lizensierter Sender, dessen Nachrichten- und Kultur-Programme, Dokumentationen, Frauen- und Kinderprogramme in Türkisch, kurdisch, arabisch und assyrisch täglich von Millionen Menschen im Nahen Osten und Europa mitverfolgt werden. Auch in Deutschland ist Roj TV für viele der rund 800.000 kurdischstämmige Bürgerinnen und Bürger die einzige Möglichkeit, in ihren Muttersprachen authentische Informationen über die Situation in Kurdistan zu bekommen. Der Fernsehsender wurde vergangene Woche vom Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wegen angeblicher Nähe zur kurdischen Arbeiterpartei PKK verboten. Schon 2005 hatte der damalige Innenminister Otto Schily versucht die kurdische Tageszeitung „Özgur Politika“ zu verbieten, das Verbot wurde jedoch später Aufgehoben. Der aktuelle Angriff gegen ROJ-TV reiht sich ein in eine Welle von staatlichen Repressionsschlägen der deutschen Behörden gegen die kurdische Befreiungsbewegung und türkische Linke in den letzten Monaten. Während in der Türkei das Militär seit letzten Dezember einen offenen Krieg gegen die kurdische Guerilla führt, die türkische Polizei regelmässig wie z.b. bei den Newroz-Feiern kurdische Demonstrationen niederballlert, intensiviert der deutsche Staat die polizeiliche Repression gegen die kurdische Linke und hält damit seinem NATO-Partner den Rücken frei. In den letzten Monaten kam es fast wöchentlich zu Hausdurchsuchungen und Festnahmen in der kurdischen Community. Auch gegen türkische Linke wird verstärkt vorgegangen. So gab es Ende letzten Jahres Hausdurchsuchungen wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation innerhalb der maoistischen TKP\ML und zur Zeit läuft in Stuttgart Stammheim ein grosser 129b-Prozess gegen angebliche Mitglieder der Revolutionären Volksbefreiungsfront DHKP-C. Der aktuelle Schlag gegen ROJ-TV ist somit nur der jüngste Angriff in einer ganzen Kette und wird sicherlich nicht der letzte bleiben. Vor allem auch weil die Solidarität aus der hiesigen Linken (von der Bevölkerung mal ganz zu schweigen) bis jetzt eher marginal ist. Die BRD ist fest entschlossen alles zu tun um ihren Partner Türkei im Kampf gegen angeblich terroristische Freiheitsbestrebungen der kurdischen Bevölkerung den Rücken frei zu halten. Das Zerschlagen kurdischer Medien ist neben der konkreten Repression gegen Vereinsstrukturen wichtig um die Kommunikation innerhalb der Community zu behindern.
Die Kundgebungsteilnehmer_Innen, die überwiegend kurdischer Herkunft waren, trugen schwarze Augenbinden und Umhänge um ihre Trauer über diesen Angriff auf die Pressefreiheit, den sie als Angriff auf ihre eigenen Menschenwürde wahrnehmen, zu bekunden. Sie halten Schilder mit Aufschriften wie „Hände Weg von ROJ-TV“ und „Wahrheit lässt sich nicht verbieten“ hoch. In Redebeiträgen wird auf die Bedeutung des Fernsehsenders für kurdische Menschen im Exil hingewiesen und das Verbot verurteilt. Auch die kurdischstämmige berliner Linksparteiabgeordnete Evrim Baba und ein Vertreter der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) protestieren in kurzen Grussworten gegen das Verbot des Fernsehenders. Mehrfach wurde dazu aufgerufen sich an der morgigen Demonstration für globale Bewegungsfreiheit und gegen die rassistische europäische Flüchtlingspolitik zu beteiligen. Auch zu einer weiteren Demonstration gegen die staatliche Repression gegen die kurdische Freiheitsbewegung und linke und fortschrtittliche Gruppen überhaupt am nächsten Donnerstag um 18:30 am Hautbahnhof wurde mobilisiert. Dort soll unter anderem auch wieder gegen das Verbot des Fernsehenders ROJ-TV demonstriert werden.
Die Kundgebungsteilnehmer_Innen, die überwiegend kurdischer Herkunft waren, trugen schwarze Augenbinden und Umhänge um ihre Trauer über diesen Angriff auf die Pressefreiheit, den sie als Angriff auf ihre eigenen Menschenwürde wahrnehmen, zu bekunden. Sie halten Schilder mit Aufschriften wie „Hände Weg von ROJ-TV“ und „Wahrheit lässt sich nicht verbieten“ hoch. In Redebeiträgen wird auf die Bedeutung des Fernsehsenders für kurdische Menschen im Exil hingewiesen und das Verbot verurteilt. Auch die kurdischstämmige berliner Linksparteiabgeordnete Evrim Baba und ein Vertreter der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) protestieren in kurzen Grussworten gegen das Verbot des Fernsehenders. Mehrfach wurde dazu aufgerufen sich an der morgigen Demonstration für globale Bewegungsfreiheit und gegen die rassistische europäische Flüchtlingspolitik zu beteiligen. Auch zu einer weiteren Demonstration gegen die staatliche Repression gegen die kurdische Freiheitsbewegung und linke und fortschrtittliche Gruppen überhaupt am nächsten Donnerstag um 18:30 am Hautbahnhof wurde mobilisiert. Dort soll unter anderem auch wieder gegen das Verbot des Fernsehenders ROJ-TV demonstriert werden.
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Ergänzungen
demo in hamburg
15.00 Uhr Hachmannplatz beim Hauptbahnhof
ab 16.00 Uhr Kulturfest der Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten auf dem Stübenplatz in Wilhelmsburg.
Antirepressionsdemo am 10.07.08 in Berlin
Am 10. Juli findet wieder eine Demonstration in Berlin statt, welche uns allen die Möglichkeit bietet unsere Ablehnung gegen alle Formen des Eingesperrtseins auf die Straße zu tragen.
Als Anlass dafür steht die fortdauernde Inhaftierung unserer GenossInnen Andrea und Christian, welche sich aufgrund ihres aktiven Engagements gegen diese kapitalistische Gesellschaft im Knast befinden, sowohl die Inhaftierung eines kurdischen Aktivisten, welcher seit Ende März in Moabit gefangenen gehalten wird unter dem Vorwurf Teil des Kaderapparates der PKK zu sein – sprich Verfolgung nach §129b.
Repression verändert sich ständig, sei es in neuen Formen von sozialer Kontrolle, neue Überwachungsmassnahmen, aber auch die üblichen Verhaftungen greifen immer noch, gerne auch unter den §129b – angewendet gegen die vielen ausländischen RevolutionärInnen, die in Deutschland aktiv sind.
Repression betrifft nur zum kleinen Teil „unsere” Leute, vielmehr verfolgt sie all diejenigen, die sich mit den von einer Gesellschaft der Ausbeutung diktierten Gesetzen nicht zu recht finden.
Unsere Solidarität gilt unseren eingeknasteten GenossInnen, unsere Verbundenheit all denjenigen, die eingesperrt sind aufgrund ihrer „illegalen“ Antworten auf die Unsozialität des Kapitals.
Unser Hass richtet sich gegen all diejenigen, die diese unsozialen Verhältnisse vorantreiben sowie ihre Schutzmittel, Zwangsanstalten und ihre UnterstützerInnen.
Für eine Gesellschaft ohne Knäste – die gegenwärtigen Verhältnisse umkippen!
10.07.08 - 18.30 Uhr - Berlin-Hauptbahnhof
(Vorabtreffpunkt am S-Bhf. Warschauer Str. um 17.45 Uhr)
Auch im Exil aktiv
Der 34-jährige Abdurrahman Adigüzel kam vor zwei Jahren nach Deutschland und beantragte hier politisches Asyl. Das Verfahren vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht läuft zwar noch, aber es hat keine aufschiebende Wirkung. Deswegen ließ das Stuttgarter Regierungspräsidium den türkischen Kurden Anfang Mai in seinem Wohnort Kornwestheim festnehmen und nach Rottenburg in die Abschiebehaft bringen.
Aus Protest dagegen begann Adigüzel kurz darauf einen Hungerstreik, berichtete Martin Fink vom Tübinger Bündnis gegen Abschiebehaft. Er hatte den Kurden am Montag in der Haft besucht. Allerdings sei er mittlerweile körperlich wohl so geschwächt, dass er diese Woche ins Gefängniskrankenhaus auf dem Hohenasperg verlegt wurde. Dort will ihn sein Rechtsanwalt, der Heidelberger Gerhard Härdle, heute besuchen.
Bei einer Abschiebung in die Türkei drohe Adigüzel ein Strafverfahren wegen Unterstützung der kurdischen PKK-Guerilla, sagt Härdle. Sein Mandant sei jahrelang „für die PKK politisch aktiv“ gewesen. Im Grenzgebiet zu Irak und Syrien habe er beim Tritt auf eine Landmine ein Bein verloren. Auch im deutschen Exil sei der 34-Jährige mehrfach öffentlich aufgetreten, unter anderem im kurdischen Fernsehsender Roj-TV. Damit drohe ihm in der Türkei zusätzliche Gefahr.
Unter kurdischen Migranten in Deutschland hat der Fall offenbar großes Interesse ausgelöst. Die Föderation kurdischer Vereine Yek-Kom protestierte gegen Adigüzels Verhaftung.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Verstehe ich nicht
Victory-Zeichen?!
fuck bozkurt!
blödsinnige pseudodiskussion
dass dies ein kurdischer jugendlicher ist, sollte an der fahne erkennbar sein, die offensichtlich eine dieser gelben fahnen ist, auf denen öcalan abgebildet ist und die vom staat, warum auch immer, verboten sind.
Geht nicht mehr