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Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde Pinneberg

Antifa Pinneberg 25.06.2008 22:30
Reaktion auf den antisemitisch motivierten Anschlag auf Jüdische Gemeinde in Pinneberg
Kampf gegen jeden Antisemitismus!

Solidarität mit der jüdischen Gemeinde Pinneberg!

Am Montag dem 16.06. kam es zu einem feigen antisemitisch motivierten Anschlag auf das Zentrum der jüdischen Gemeinde in Pinneberg. Eine noch unbekannte Anzahl von Neonazis warfen mit einem Pflasterstein die Scheiben des jüdischen Gemeindezentrums in der Oeltingsallee 20a ein. Um 11:55 Uhr bekannten sich dann die stolzen Täter telefonisch zu ihrer mutigen Tat und bedrohten die Gemeindemitglieder mit den Worten: „So etwas kann jetzt öfter passieren. Ihr habt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!“

Diese widerliche Tat war aber nicht das Ergebnis eines spontanen antisemitischen Ausfalls, sondern wurde vorher von einem offensichtlich kranken Geist geplant und später zielstrebig durchgeführt. Die ermittelnde Polizei konnte nämlich schnell feststellen, dass der verwendete Pflasterstein eindeutig nicht in der Umgebung des Gemeindezentrums entwendet worden war, sondern von den Tätern mitgebracht worden sein musste.

Noch in März diesen Jahres hieß es von Seiten der Pinneberger Polizei, es gäbe überhaupt gar kein „Naziproblem“ in Pinneberg! Man hätte die Szene doch schon vor langer Zeit zerschlagen und aufgelöst! Bei einer solch gefährlichen Fehleinschätzung bleibt uns nur zu hoffen, dass nun selbst die hartgesottensten Realitätsverdränger bei der Pinneberger Polizei die Augen nicht länger vor dem Naziterror verschließen werden!

Dieser Anschlag ist traurigerweise der bis jetzige Gipfel einer ganzen Reihe von antisemitisch motivierten Belästigungen und Störungen des jüdischen Lebens in Pinneberg. So tauchen immer wieder Aufkleber von NPD und anderen Neonazis in der Nähe des jüdischen Gemeindezentrums auf. Der Gemeindevorsitzende Wolfgang Seibert wurde bereits bepöbelt und in der Vergangenheit wurde eine jüdische Hochzeit mit den Worten gestört: „Juden und Türken sollte man verbrennen!“

Bei Veranstaltungen in der Vergangenheit verzichtete die jüdische Gemeinde Pinneberg oft auf besonderen Schutz. In der Zukunft werden nun wohl trauriger Weise auch in Pinneberg, wie in vielen weiteren Teilen Deutschlands, jüdische Veranstaltungen besonders geschützt werden müssen.


Diese beängstigende Entwicklung macht es nötig, dass jeder einzelne Einwohner sich engagiert!
Ignoriert die offensichtlichen Anzeichen einer immer größer werdenden rechtsextremen Strömung nicht!!! Achtet auf euer Umfeld und haltet die Augen auf! Wehr euch und seht nicht weg, denn nur gemeinsam können wir diesen Wahnsinn stoppen!

Darum rufen wir auf zur Antifaschistischen Demonstration „Solidarität mit der jüdischen Gemeinde Pinneberg“ am 28.6. um 12:00 Uhr am Bahnhof Pinneberg! Kommt zahlreich und zeigt den Nazis, dass sie weder in Pinneberg noch sonst wo geduldet werden!


DEMO AM KOMMENDEN SAMSTAG 28.06 IN PINNEBERG! TREFFEN 12:00 UHR BHF PINNEBERG!
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Ergänzungen

Gemeinsame Anfahrt

AFA 26.06.2008 - 00:03
Gemeinsame Anreise aus Hamburg:

Treffpunkt: 11:15 Uhr S-Sternschanze

Abfahrt ab Sternschanze: 11:26 Uhr (S31/Richtung Altona)
Abfahrt ab Altona: 11:39 Uhr (S3/Richtung Pinneberg)

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 2 Kommentare

wo ist

antifa 25.06.2008 - 23:55
denn pinneberg ???
hab ihr keine hp ?

Info-links

-- 26.06.2008 - 08:25
 http://uagb.blogsport.de/2008/06/23/solidaritaet-mit-der-juedischen-gemeinde-pinneberg/
 http://ahoj.blogsport.de/2008/06/23/solidaritaet-mit-der-juedischen-gemeinde-pinneberg/
 http://de.antifa.net/hamburg/

Am kommenden Samstag (28.6.) wird es als Reaktion auf den antisemitischen Anschlag am 16. Juni (Infos: Pinnerberger Tagesblatt / Recherche Nord ) eine antifaschistische Demonstration in Pinneberg geben.

FIGHT FASCISM! FIGHT ANTISEMITISM!

Kommt alle am Samstag, den 28.6. um 12°°Uhr auf die Demonstration am Bhf. Pinneberg!

Gemeinsame Anreise:
Treffpunkt: 11:15 Uhr S-Sternschanze


Abfahrt ab Sternschanze: 11:26 Uhr (S31/Richtung Altona
Abfahrt ab Altona: 11:39 (S3/Richtung Pinneberg)

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 http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=148&Itemid=74

16.06.2008 / Pinneberg: »Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!« Drucken E-Mail

In der Nacht auf den 16.06.2007 wurde auf das jüdische Gemeindehaus in Pinneberg ein Anschlag verübt. Bislang unbekannte Täter_innen griffen Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde im Süden von Schleswig-Holstein an. Ein Pflasterstein wurde dabei durch die Scheiben des Gebetsraumes geschleudert. Wenige Stunden später erhielten Verantwortliche des Gemeindehauses dann einen anonymen Telefonanruf. Die Botschaft des Anrufers war unmissverständlich: »Das kann öfters passieren. Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!«

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Eingeworfene Scheibe am Gemeindehaus
Bereits vor einigen Jahren machte die Stadt als vermeintliche Hochburg militanter Neonazis unbequeme Schlagzeilen. Damals im April 2005 wurden Mitglieder der Gruppe »Combat 18 -- Pinneberg« durch das Flensburger Landgericht wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Ein Teil der angeklagten Neonazis wurden im folgenden Prozess zu Bewährungs- und Haftstrafen verurteilt.

Der Name der Gruppe bezog sich auf die englische Terrorgruppe »Combat 18« (C-18), die vor über einem Jahrzehnt in London gegründet wurde. »Combat« steht dabei als Bezeichnung für Kampfeinheit. Das Zahlenkürzel »18« bezieht sich auf Buchstaben im Alphabet und begründet sich in den Initialen Adolf Hitlers. »Combat 18« versteht sich als bewaffneter Arm des Neonazinetzwerkes »Blood & Honour«, dessen deutscher Ableger im September 2001 verboten wurde. In der Vergangenheit verübte die terroristische Gruppe in ihrem Ursprungsland eine Reihe von Bombenanschlägen und politischen Morden. Unter dem Namen »Redwatch« veröffentlichte die englische Gruppe »Feindlisten« ; - Briefbomben wurden verschickt.

Das Potential der Gewaltanwendung deutscher »Kampfeinheiten« wie der mittlerweile aufgelösten Gruppierung »Combat 18 -- Pinneberg« bewegte sich rückblickend auf einem weitaus geringerem Niveau. Eine Unbedenklichkeitserklärung konnte der Gruppe allerdings dennoch nicht ausgesprochen werden. Bei Hausdurchsuchungen im Jahr 2004 beschlagnahmten Einsatzkräfte der Polizei Handfeuerwaffen und eine Pumpgun. Die Beamt_innen stellten damals ebenfalls Anleitungen zum Bau von Bomben und Sprengkörpern sowie eine »Liste« von politischen Gegnern sicher. Im Visier der Gruppe standen neben regionalen Persönlichkeiten und Aktivist_innen auch Politiker-innen und Polizeibeamt_innen.

Im Mai 2003 schändeten Mitglieder der Pinneberger Gruppe den Friedhof der jüdischen Gemeinde in Neustadt/Holstein. Mehrere Grabsteine wurden beschmiert; mit roter Farbe hinterließen die Täter den Schriftzug ihrer Organisation. Als weiterer Warnhinweis wurde ein aufgeschlitztes Ferkel von den beiden später gefassten Mitgliedern von »C-18 Pinneberg« auf dem Gelände des Friedhofes hinterlassen.

Die neuerliche Attacke gegen Einrichtungen der jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein kommt nicht überraschend. Zwar ist nicht davon auszugehen, dass die 2005 verurteilten Strukturen der Neonazis in die Vorgänge direkt involviert sind; von Entwarnung kann aber angesichts der neuerlichen Vorgänge keineswegs gesprochen werden. Der Attacke auf das Jüdische Gemeindehaus in Pinneberg gingen bereits andere Vorfälle voraus.

Unter anderem warfen bislang unbekannte Täter_innen während eines Gottesdienst der jüdischen Gemeinde Holzklötze gegen die Fensterscheiben des Gotteshauses. Als Anwesende daraufhin die Räumlichkeiten verließen, hatten die Täter_innen bereits das Weite gesucht. An Laternen rund um das nun angegriffene jüdische Gemeindehaus fanden Anwohner in den vergangenen Wochen Aufkleber von NPD und Kameradschaftsszene. In direkter Nähe zum Gemeindehaus befinden sich pikanterweise die Räumlichkeiten von Neonazis aus dem Umfeld der Kameradschaftsszene und der »Deutschen Volksunion (DVU)« .

Antisemitische Gesinnung wird von der regionalen Neonaziszene aber nicht nur verdeckt geäußert. Im Mai letzten Jahres feierte die jüdischen Gemeinde eine Hochzeit im Stadtgebiet - eine Veranstaltung, die traditionell im Freien durchgeführt wird. Eine Störaktion von Neonazis aus Pinneberg war die Folge. Aus ihrem Weltbild und ihrer menschenfeindlicher Gesinnung machten die pöbelnden Neonazis kein Hehl. »Türken und Juden sollte man verbrennen« lautete eine der verwendeten Parolen.

Dass die jüdische Gemeinde in Pinneberg nicht zufällig zum Angriffsziel geworden ist, offenbart auch ein Blick auf einen Vorfall vom 1.Mai in Hamburg. Neonazis aus Norddeutschland führten in der Hansestadt einen Großaufmarsch durch; Ausschreitungen und Angriffe der Neonazis gegen Gegendemonstrant_innen und Journalist_innen waren die Folge. Vertreter_innen der jüdischen Gemeinde aus Pinneberg waren ebenfalls vor Ort und beteiligten sich an den Gegenprotesten. Neonazis erblickten die Gruppe und konfrontierten sie umgehend. Dass die Neonaziszene in Pinneberg weiterhin vermeintliche politische Feinde gezielt ausspäht und sich Kenntnis über sie verschafft, zeigt auch der dabei gefallene Satz: »Die Juden aus Pinneberg sind auch da«. Dass es in Pinneberg nicht bei »Feindaufklärung« und Drohungen von Neonazis bleibt, zeigen die jüngsten Vorfälle zum wiederholten Male.



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