21.06 Eschede: Schluss mit dem Na(ht)zischeiß

Aktion Celle (AAC) 22.06.2008 01:11 Themen: Antifa
Heute beteiligten sich ca. 300 Personen an einer kraftvollen Demonstration gegen Nazitreffen auf dem Hof des Escheder Landwirts Joachim Nahtz.
Dies war der erfolgreiche Auftakt der Kampagne "Schluss mit dem Na(ht)zischeiß! Nazitreffen in Eschede verhindern!". Mit ruhigen und ungestörten Veranstaltungen der extremen Rechten in Eschede ist es ab jetzt vorbei! www.SCHLUSSMITNAhtZISCHEISS.tk
Kraftvolle Demonstration in Eschede:
"Schluss mit dem Na(ht)zischeiß! Nazitreffen in Eschede verhindern"

Heute beteiligten sich ca. 300 Personen an einer kraftvollen Demonstration gegen Nazitreffen auf dem Hof des Escheder Landwirts Joachim Nahtz.

Seit über 20 Jahren stellt Bauer Nahtz norddeutschen Neonazis sein abgelegenes Grundstück für faschistische Veranstaltungen zur Verfügung. Im letzten Jahr fanden allein vier Treffen von großer Bedeutung für die rechte Szene statt: die Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) organisierte ein Pfingstlager und die lokale Kameradschaft 73 Celle lud zu internen Sommer- und Wintersonnenwendfeiern, außerdem zum "Erntedankfest". Doch was nach Zeltlager und Brauchumspflege aussieht ist in Wirklichkeit eine wichtige Vernetzungsbasis für Nazis aus Celle und ganz Norddeutschland.

Die Antifaschistische Aktion Celle (AAC) und die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen mobilisierten für den heutigen Samstag, den 21.Juni 2008 zu einer Demonstration in Eschede. Parallel trafen sich einige Kilometer außerhalb des Dorfes die Nazis zu ihrer Sonnenwendfeier auf Hof Nahtz.
Die vom Deutschen Gewerkschafts Bund (DGB) und dem Celler Forum gegen Rechtsextremismus und Gewalt unterstützte Demo startete gegen 15 Uhr am Bahnhof und führte -anders als geplant- durch den Ort, über die Bundesstraße am Freibad vorbei und wieder zurück zum Bahnhof. Diese vom Verwaltungsgericht Lüneburg bestätigte Auflage stellt eine enorme Einschränkung des Demonstrationsrechts dar, da so nicht einmal die Nähe zum Hof für wahrnehmbaren Protest gegeben war.

Doch trotz zuvor -(abermals) vom Celler Polizeichef Schomburg- verbreiteter Horrorszenarien (wie z.B. Ausschreitungen wie am 1.Mai in Hamburg), beteiligten sich ungefähr 300 Menschen an der kraftvollen Demonstration. Viele Antifaschist_innen aus ganz Niedersachsen kamen um zu protestieren und über 70 Bürger_innen aus Eschede und den umliegenden Dörfern beteiligten sich. Sogar noch während der Demonstration reihten sich viele Bürger_innen ein. Neben Personen vom Celler Forum gegen Rechtsextremismus und Gewalt, vom DGB und vom VVN/BdA waren außerdem einige Mitglieder der Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deuschland (ATIF) vor Ort, um die Demo zu unterstützen.

Der zuvor erklärte "polizeiliche Notstand" stellte sich heute als Lüge heraus. Mehrere Hundertschaften, Hunde, Wasserwerfer und Räumpanzer waren in dem Heidedörfchen postiert worden. Kurz vor der Demo wurden Kontrollen durchgeführt, bei denen zusätzlich zu Namen und Adressen jedes Detail der durchsuchten Personen notiert wurde: Inhalt der Taschen, Art und Farbe der Kleidung, Farbe der Handschuhe und sogar das Muster des Halstuchs.
Die Demonstration dagegen verlief komplett ohne Polizeispalier oder sonstige Provokationen.
Was die Polizei sich jedoch dabei gedacht haben muss kurz vor Beginn der Auftaktkundgebung die zwei bekanntesten Gesichter der Celler Kameradschaft, Klaus Hellmund und Dennis Bührig, direkt zum Veranstaltungsort der Gegendemo fahren zu lassen, bleibt ungewiss.

Die heutige Demonstration war der erfolgreiche Auftakt einer Kampagne gegen die Nazitreffen auf Hof Nahtz. Mit ruhigen und ungestörten Veranstaltungen der extremen Rechten in Eschede ist es ab jetzt vorbei!


ZUSATZ:
Schon am Freitag, den 20.Juni 08 trafen sich 250 Neonazis auf Nahtzs Anwesen zu einem Konzert mit verschiedenen Bands und Sängern. Dabei wurde ein Journalist von dem vorbestraften Gewalttäter Klaus Hellmund angegriffen und ins Gesicht geschlagen.


Schluss mit dem Na(ht)zischeiß!
Nazitreffen in Eschede verhindern!

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Ergänzungen

guter start

blaetsch 22.06.2008 - 01:55
guter start, dafuers das aus den grossen Citys nicht mobilisiert wurde..... scheiss ich-bleib-lieber-in-meienr-grossstadt-antifa....

und zu dem

ZUSATZ:
Schon am Freitag, den 20.Juni 08 trafen sich 250 Neonazis auf Nahtzs Anwesen zu einem Konzert mit verschiedenen Bands und Sängern. Dabei wurde ein Journalist von dem vorbestraften Gewalttäter Klaus Hellmund angegriffen und ins Gesicht geschlagen.

ist nur zu sagen, dass der Journalist es wahrscheinlich verdient hat. Ich spreche mich auch dafuer aus das Journalisten mal auf unsere Demos was auffe Schnautze kriegen und das wenns so schlimm ist, doch bitte zurueckgeschlagen werden soll! Denn das versteht der Klausi wohl nur!

Kraftvoll...

...sieht anders aus 22.06.2008 - 03:17
Die Demo war sicherlich erfolgreich. Aber kraftvoll sieht irgendwie anders aus.
Die typisch "autonome" Demoformation war unsinnig wie nur irgendwas, ob Blockformation auf jeder Demo Sinn macht, zieh ich erstmal in Zweifel (auf der anderen Seite: Wie sonst, wenn man/frau nicht auf jeder Demo von irgendwelchen Bullen, Presseheinis,usw. abgelichtet werden will?). Witzig wie immer der Anspruch einer "bürgernahen" Demonstration . Bürger fühlen sich echt ernstgenommen, wenn es bei jeder scheiß Deutschlandfahne erstmal wieder losgeht mit "Nie, nie, Nie wieder Deutschland!". Nicht, das ich das anders sehen würde, aber bürgernah ist es sicherlich nicht. Andererseits gibt es auch keinen Grund sich auf das pseudopatriotische Niveau einzulassen.

Geil warauf jeden Fall, das sich trotz Schomburgs Hetze doch noch so einige Bürger auf die Demo getraut haben. Das ist bei der Berichterstattung in Celle und Umgebung definitiv ein Erfolg.

Schade, das es wieder mal nicht hinzukriegen war auch an die Nazis ranzukommen.
Aber: Kommt Zeit, kommt Rat,...

Zur Polizei

Mein Name 22.06.2008 - 06:26
Die Polizei in Celle hat scheinbar zuviel Geld. Diese schwachsinnige Anzeige fand sich gestern in der Celleschen Zeitung.

bericht

anwesend 22.06.2008 - 11:31
die erste hälfte der demoroute fand ich schon sehr lautstark und motivierend , danach wurde es aber ziemlich ruhig und es ging nur noch durch leere häuserblocks.
ich kann aber dem "nie nie nie wieder deutschland" nicht zustimmen , hab das einmal gehört und auch noch relativ am anfang und wurde schnell übertönt.
zur bürgernähe denke ich da es kein wanderkessel gab wurden die bürger nicht abgeschreckt und einige kammen sogar mit.

No NaHTzis!

Heidepirat 22.06.2008 - 12:51
Trotz der geänderten Route fand am Samstag in Eschede eine ausgesprochen gute Antifademo statt. Sie war, für ihre Grösse, durchaus lautstark und hatte eine sehr entschlossene Außenwirkung. Erfreulich war die Beteidigung von AnwohnerInnen aus Eschede (Jugendliche, Familien,...), dies hat gezeigt das es auch vor Ort eine deutliche Ablehnung gegen Nahtz´s Treiben gibt, hieran gilt es anzuknüpfen!
Die Reden waren allesamt inhaltlich sehr gut und haben auf eine grundsätzlich unnötige universitäre Ausdrucksweise verzichtet. Besonders positiv hervorzuheben war die Rede der VVN/BdA, in der auf die NS Tradition und Ideologie der NPD hingewiesen wurde und Bezug auf aktuelle soziale Verschlechterungen und das Aufgreifen sozialer Scheinlösungen durch diese Partei genommen wurde.
Beendet wurde diese mit Auszügen aus dem Schwur von Buchenwald und der Erinnerung an die Aktualität dieser Worte auch im Heute.

Im grossen und ganzen ein sehr gelungener Auftakt für weitere antifaschistische Aktionen in Eschede, die in Zukunft auch sicherlich noch einen grössen Zulauf von AnwohnerInnen haben werden (und dies sicher auch aufgrund des positiven Verhaltens der radikalen Antifas auf der Demo).
Mit dem Konzert am Freitag auf der Müllhalde Nahtz haben die Nazis deutlich gezeigt das hier ein Stich in´s Wespennest gelungen ist und es für sie nicht abschätzbar war was an diesem Wochenende auf sie zukommt. Diesem Rückzugsraum der norddeutschen Naziszene gilt es weiter auf die Pelle zu rücken, wie allen anderen auch!

Keine Ruhe den Rassisten°
Nahtz Schrottplatz umpflügen°
Aktiv bleiben°

Eschede, du Perle in der Heide

Karl-Heinz Klabunde 22.06.2008 - 13:17
Die Demo hatte nicht zum Ziel den Hof abzureißen oder Deutschland in Eschede zu beenden. Das mit dem Hof kann ja in den nächsten Tagen mal erledigt werden und das mit Deutschland dauert wohl ein paar Tage länger.

Die Demo war durchaus erfolgreich, auch wenn das Nazitreffen nicht verhindert werden konnte. Der Erfolg liegt woanders. In den letzten Jahren war es in Eschede so, dass die Treffen bei Nazi Nahtz verschwiegen und wortlos hingenommen worden sind, nach dem Motto: "Solange die nicht ins Dorf kommen, geht uns das nichts an". Diese stille Akzeptanz konnte angegriffen werden und in Zukunft sind die örtlichen PolitikerInnen sicher unter zugzwang und können es nicht nur bei Resolutionen belassen.
Hervorzuheben ist auch, das die veranstaltenden Antifagruppen aus Celle und Lüneburg/Uelzen besonders bemüht waren, auf die Menschen in Eschede zuzugehen. So wurden Flugblätter an die AnwohnerInnen verteilt und deutlich gemacht, um was es bei der Demo geht und wie sie verlaufen soll. Auch waren sie für die AnwohnerInnen ansprechbar und konnten sich an die Gruppen wenden. Kontaktmöglichkeiten wurden vermittelt und "die Antifa" war mit einem Namen und Gesicht bekannt. Der Anmelder der Demo hat sich bei einer Veranstaltung öffentlich vorgestellt und stand für fragen zur Verfügung. Sicherlich ein Novum in der Antifa.
Hinzu kam, das das Celler "Forum gegen Rechtsextremismus und Gewalt" in Eschede ein Flugblatt an alle Haushalte verteilte. So konnten wichtige Informationen vermittelt und auf die besondere Bedeutung des Hof Nahtzs hingewiesen werden.
All das hat dann dazu geführt, dass nicht alle AnwohnerInnen auf die Hetze der Polizei hereingefallen sind. 70 - 80 Menschen aus dem Dorf (zum Teil mit Kindern) nahmen an der Demo teil und viele zeigten sich eher interessiert als verängstigt.
Jetzt heißt dort weitermachen und die nächsten Aktionen zu starten.

Schöne Demo!

Jan 22.06.2008 - 13:45
Habe gerade Berichte zu der Demo im Fernsehprogramm gesehen(NDR); selbst der Moderator konnte sich nicht dran an erinnern,dass die Region Eschede jemals so ein große Demo erlebt hat!
Scheint wohl ein voller Erfolg für euch gewesen sein!
Ich freue mich für Euch!
Grüße!

Polizei PM

ACAB 22.06.2008 - 15:33

dat schreibt die cellesch zeitung

ai 23.06.2008 - 13:28
Bilder zum Artikel gab es nicht...













Friedlicher Protest gegen Nazitreffen – Escheder halten sich stark zurück

Polizei zählt bei Sonnenwendfeier auf Hof Nahtz 160 Teilnehmer

Ungewissheit hatte vor der Demonstration gegen das erneute Nazitreffen am Rande von Eschede eine große Rolle gespielt. Nach dem friedlichen Protestumzug, der von viel Polizei begleitet wurde, herrschte dann am Samstagabend im Dorf Erleichterung vor.



ESCHEDE.

Ohne Zwischenfälle ist am Samstagnachmittag in Eschede die von der Antifaschistischen Aktion (Antifa) Lüneburg-Uelzen veranstaltete Demonstration gegen die Sonnenwendfeier bei Landwirt Joachim Nahtz verlaufen. Knapp zwei Stunden lang hatte sich der von starken Polizeikräften begleitete Protestzug vom Bahnhof durch den Ort und wieder zurück zum Ausgangspunkt bewegt. Der Veranstalter sprach von 300 Teilnehmern, die Polizei zählte rund 230 Demonstranten.

Seit dem Vormittag waren Polizeikräfte am Escheder Bahnhof zusammengezogen worden. Neben Bereitschaftspolizei war auch eine Hundertschaft Bundespolizei im Einsatz. Ihrer Aufgabe, die anreisenden Teilnehmer aus dem linken und rechten Spektrum zu trennen, mussten sie kaum nachkommen, denn nur vier Neonazis waren mit der Bahn gekommen.

Kurz vor 15 Uhr hatte die Auftaktkundgebung am Bahnhof begonnen. Olaf Meyer von der Antifa nannte den Anlass der Demonstration: „Hof Nahtz hat sich zum wichtigsten Nazi-Treffpunkt in Norddeutschland entwickelt“, sagte er. Meyer übte Kritik an der Polizei. Sie habe ein Bild von gewalttätigen Demonstranten konstruiert. Offensichtliches Ziel der Polizei sei es, die Nazitreffen bei Nahtz ungestört ablaufen zu lassen.

Viele Escheder verfolgten den Demonstrationszug von ihren Grundstücken aus. Mit Blick auf die starke Polizeipräsenz waren auch Sätze wie „So viel Geld für so einen Schwachsinn“ zu hören. Hinter dem Block mit großen Transparenten, in dem sich auch der Lautsprecherwagen bewegte, hatten sich anfangs 60 Einwohner aus der Samtgemeinde Eschede eingereiht, später einige mehr. Mit dabei war auch Samtgemeindebürgermeister Günter Berg.

Auch aus diesen Reihen gab es kritische Stimmen. „Die meisten Escheder schauen weg. Sie haben wenig Rückgrat“, sagte ein Teilnehmer, der mit Frau und zwei Kindern dabei war. „Wir sind sehr zufrieden mit dem hinteren Teil der Demo. Das haben wir nicht erwartet“, sagte Meyer am Abend nach der Abschlusskundgebung am Bahnhof. „Wir haben angefangen, etwas zu initiieren.“ Man wolle weitere Veranstaltungen in Eschede planen.

Berg zeigte sich erleichtert über den friedlichen Verlauf der Demonstration. Den Eschedern sei unklar gewesen, was auf sie zukomme, deshalb sei für ihn die Zurückhaltung nachvollziehbar. „Wir müssen öffentlich machen, was bei Nahtz wirklich los ist“, sagte Berg. Dafür müssten geeignete Instrumente gefunden werden.

Gegen 18.30 Uhr waren nahezu alle Polizeikräfte am Escheder Bahnhof wieder abgezogen, im Dorf war die Wochenendstimmung weitgehend wieder eingekehrt. Am Abend verschaffte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch einen Überblick über die Situation am Finkenberg und sprach dort mit Polizeibeamten. Er nannte das erneute Nazitreffen schlimm. Dass die Escheder Kirchengemeinde an den dafür Verantwortlichen Land verpachte, sollte sie überdenken.

Auf Hof Nahtz hatten sich bereits am Nachmittag Kinder und Erwachsene zu Spielen getroffen. Am Abend fand dann mit rund 160 Teilnehmern das Sonnenwendfeuer statt. Gestern Vormittag reisten die Letzten wieder ab.

Nach Einschätzung eines Polizeibeamten vom Staatsschutz hat das zweitägige Treffen der Neonazis die Szene enorm gestärkt. „Die gehen hier mit geschwellter Brust heraus“, sagte er. Zu den angereisten Rechtsextremisten zählten unter anderem die führenden Köpfe Christian Worch und Thomas Wulff.



Joachim Gries

23.06.2008 12:58; aktualisiert:23.06.2008 13:04








Link:  http://www.cellesche-zeitung.de/

Bullen in Eschede

Bürgermeister 25.06.2008 - 14:26
Hier ein Bild vom Bullenaufgebot am Rande der Antifa-Demo. Foto ist aufgenommen an der Gemeindeverwaltung.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 5 Kommentare an

kraftvolle demo — mein name

@ blaetsch — blubb

muss man mal abwarten — Leuenberger Nils

klasse gegen klasse — schreihals