Berlin: Kreuzberg: neuer Freiraum - Platz besetzt
Seit 14:59 Uhr ist die Grünfläche am Bethaniendamm, direkt neben dem Bethanien und dem Rauch-Haus (ehemaliges Bauschuttlager des Bezirks), durch unterschiedlichste Menschen besetzt. Ab sofort soll dieser Platz zum Leben, als interkultureller Garten, als Ort politischer und sozialer Veranstaltungen sowie nichtkommerzieller Kultur allen interessierten Menschen zugänglich sein.
Direkt angrenzend an „MediaSpree“ soll die Besetzung nicht nur einen neuen emanzipatorischen Freiraum schaffen, sondern auch die Pläne der Investor_innen und Politiker_innen zur „Aufwertung“ von SO 36 und Umgebung angreifen.
Um den Platz zu beleben ist weitere und vielfältige Unterstützung notwendig. Kommt vorbei, bringt euch ein und seid kreativ. Informiert eure Nachbar_innen und Freund_innen! Essen, Trinken, Spiele sind sehr erwünscht!
Rigaer 94, Schwarzer Kanal, Liebig 14 & 34, Reiche 63, Brunnen 183, Ex-Bauschuttlager und wie die bedrohten alternativen Projekte alle heissen: WIR BLEIBEN ALLE! Die Stadt den Menschen, die hier leben – Überwachung, Konzerninteressen, Ordnungsamt zurückdrängen!
Um den Platz zu beleben ist weitere und vielfältige Unterstützung notwendig. Kommt vorbei, bringt euch ein und seid kreativ. Informiert eure Nachbar_innen und Freund_innen! Essen, Trinken, Spiele sind sehr erwünscht!
Rigaer 94, Schwarzer Kanal, Liebig 14 & 34, Reiche 63, Brunnen 183, Ex-Bauschuttlager und wie die bedrohten alternativen Projekte alle heissen: WIR BLEIBEN ALLE! Die Stadt den Menschen, die hier leben – Überwachung, Konzerninteressen, Ordnungsamt zurückdrängen!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Aktueller Stand
Bislang ist alles ruhig. Auf dem Platz läuft Musik, es gibt Kaffee und Kuchen. Direkt nebenan, auf dem Mariannenplatz, ist gerade das Strassentheaterfestival "Berlin lacht", gut besucht, hier wurden viele Flyer verteilt, Leute vom Fest schauen auch beim besetzten Platz vorbei. Also alles sehr nett - kommt vorbei! Und wenn ihr jetzt nicht könnt, kommt später - es wird sicher bis in die Nacht hinein belebt sein, vielleicht gibts ja eine Vokü, Musik ist auf jeden Fall da.
Der Platz ist nicht sooo riesig, bietet aber diverse Möglichkeiten. In den nächsten Tagen soll diskutiert werden, was denn alles sein könnte.
Aktueller Stand
Bisher ist alles friedlich, weder Bullen noch Ordnungshüter anderer Art sind am rumstressen. Damit dies auch so bleibt brauchen wir weiterhin unterstützung. Kommt zahlreich, bringt zelte und isomatten mit und feiert mit. Mittlerweile gibt es sogar waffeln und livemusik - mal schauen was noch kommt...
mit solidarischen grüßen
WIR BLEIBEN ALLE !!!
Unverändert entspannte
Vermutlich wird es morgen ein erstes grösseres Treffen geben, um Ideen, was denn nun mit dem Platz alles so passieren kann, geben. Ein genauer Termin wird hier noch mitgeteilt.
Auch wenn viele davon ausgehen, dass es erstmal entspannt bleiben wird, wäre schön, wenn ganz viele nette Menschen diese Nacht auf dem Platz verbringen wollen!
Bild
Fotos
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aktueller stand
Weiterhin alles gemütlich. Morgen werden evtl noch weitere Künstler_innen vom "Berlin Lacht Festival" auftreten und mitfeiern.
immer mehr Fotos
Stand 1.00
Die Nacht
Es geht VORANN!
Nach kaum 24 Stunden keimen die Samen! Schön nochmal zu erleben, was wächst, wenn die Bullen nicht alles gleich zerschlagen, was schön und nicht verwertbar ist. Es wird gebastelt, den Tag über finden verschiedene Kulturveranstaltungen mit vielen Familien und Kindern statt. Es bleibt bunt und entspannt, alle sind eingeladen Kaffee und Kuchen mitzubringen. Die Nachbarschaft gibt freundliche Resonanz, die Kinder basteln gerne mit.
Gegen 16 Uhr ist dann nochmal Infoplenum, Konzept und weitere Planung können aber auch so mal mit allen abgeschnackt werden. Es wird auch draus was Du draus machst! Klar ist bisher vor allem: Wir bleiben! Und alle sind herzlich willkommen, denn dieses erfundene "wir" ist offen! Huuhuiii!
Abends dann werden wieder Filme gezeigt. Neben dem Freiluftkino wächst das Freiraumkino.
Unterm Strich lässt sich feststellen: Tütelüüüt!
neuigkeiten
mittlerweile waren auch schon 5 polizisten auf dem gelände und haben sich über den aktuellen stand informiert. eigentlich wollten sie wohl eher mitmachen anstatt ihren job auszuführen. aber bisher bliebes bei diesem einen besuch. die 3 zusätzlichen bullen in straßenkleidung waren wohl nicht sehr angetan darüber, dass wir sie schnell erkannt haben und ihnen den zutritt verweigerten.
aber dennoch ist es weiterhin friedlich und mittlerweile scheint auch wieder die sonne. somit steht der lustigen abendgestaltung nichts im wege. heute werden noch einige kleinkünstler ab 21 uhr auftreten und ab ca. 23 uhr wird es wieder einen film geben. also kommt heute noch zahlreich vorbei und bringt eure zelte und schlafsäcke mit - platz ist noch reichlich vorhanden.
morgen wird es 9 uhr mit einem gemeinsamen frühstück in den tag gehen und wir werden schauen wie sich die politik und die bullen so positionieren zu unseren vorhaben. den ganzen tag über wird es ein buntes gemütliches beisammensein auf dem neuen freiraum geben. am späten nachmittag (18uhr) gibt es dann ein offenes plenum, zu dem alle eingeladen sind. sollte bis dahin der freiraum verloren sein, wovon wir nicht ausgehen wollen, findet zu dem zeitpunkt (18uhr) eine demo statt. denn WIR BLEIBEN ALLE !!!
mit solidarischen grüßen
Aktueller taz-Artikel zur Besetzung
Der gekaperte Garten
Eine Freifläche ist seit Samstag in Berlin-Kreuzberg okkupiert. Besetzer pflanzen Bäume und diskutieren, was sie mit dem Gelände machen wollen. Polizei und Bezirksamt halten sich zurück. VON JULIANE SCHUMACHER
"Freiräume besetzen jetzt!" steht auf einem Plakat am Rand des Mariannenplatz. Darunter weist ein Pfeil um die Ecke. Hinter dem Nordflügel des ehemaligen Krankenhauses Bethanien in Kreuzberg haben AktivistInnen am Samstag gegen 15.30 Uhr eine große, bisher eingezäunte Fläche besetzt. Als "Platz zum Leben, als interkultureller Garten, als Ort politischer und sozialer Veranstaltungen sowie nichtkommerzieller Kultur" solle der Platz zukünftig allen interessierten Menschen zugänglich sein, heißt es in einer Erklärung. Auch die Kampagne "Wir bleiben alle" wird erwähnt - sie hatte während der Freiraum-Aktionstage vor zwei Wochen nur wenige Straßen weiter ein Haus besetzt.
Vertreter der Bezirksamtes oder der Polizei lassen sich zunächst nicht vor Ort blicken. So beginnen die Besetzer sich einzurichten. Hannes* pflanzt einen jungen Ahorn. Daneben stehen, frisch gesetzt, Kamille und ein kleiner Rosenstrauch. "Eigentlich wollte ich Sonnenblumen mitbringen", sagt Hannes. "Aber ich habe keine gefunden." Um ihn werkeln etwa 20 Leute, schleppen Steine auf einen Haufen, säubern den Weg, stellen Zelte, zwei Pavillons und Tische auf.
Weiter hinten wachsen Erdbeeren. "Die haben Arbeiter vom Gartenbauamt schon vor zwei Jahren dort gepflanzt", erzählt Karl*. Er zeigt auf ein Beet daneben. "Und die Kohlrabi und Kürbis dort drüben auch." Das Gelände gehöre dem Bezirk, sagt Karl. Bis vor zwei Jahren standen hier noch Bauwagen, dann wurde es geräumt und geschlossen. Im Herbst will der Bezirk hier im Rahmen der Umgestaltung des Mariannenplatzes eine übersichtliche Fläche anlegen. Die Büsche und Sträucher, die das Gelände von allen Seiten überwuchern, sollen dann weg.
Karl gehört zu einer Gruppe, die seit längerem nach einem Gemeinschaftsgarten sucht. Im Frühjahr ist die Gruppe der Einladung des Bezirks gefolgt, an einem Workshop zur Neugestaltung des Mariannenplatzes teilzunehmen. "Aber die StadtplanerInnen haben die Idee eines Gartens sofort abgelehnt", sagt Karl. Die Bürgerbeteiligung sei nicht ernst gemeint. Auch deshalb seien sie heute hier.
Gegen 17 Uhr haben sich etwa fünfzig Leute auf der Fläche eingefunden. Luftballons flattern quer über den Platz, es läuft Musik, unter den Planen der Pavillons gibt es Kaffee und Kuchen. Von der Polizei keine Spur.
"Das ist eine ganz gemischte Gruppe hier", sagt Margot*, die ebenfalls an der Besetzung beteiligt war. Es gebe AnwohnerInnen, die sich bei der Planung des Bezirksamt für den Mariannenplatz nicht ernst genommen fühlten, die keinen übersichtlichen Park hier wollen, sondern einen Platz, den sie selbst nutzen, mitgestalten können. "Aber es sind auch Leute dabei, die gegen die Aufwertung von Kreuzberg protestieren wollen. Und natürlich gegen Mediaspree."
So ist auch noch offen, wie die Besetzer selbst den Platz weiter nutzen wollen. Bei einem Treffen am Sonntagnachmittag diskutieren 40 Menschen drei Varianten. Die einen wollen Bauwagen zum Wohnen. Andere plädieren für den Gemeinschaftsgarten, Dritte wünschen ein Zirkuszelt für Veranstaltungen. "Das ist kein Widerspruch", meint einer.
Wie lange der noch zur Verfügung steht, ist offen. Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) habe telefonisch angekündigt, am Montag über das weitere Vorgehen zu beraten, erzählt einer der Besetzer. Taina Gärtner, Bezirksverordnete der Grünen, haben die Platznutzer schon mal begeistert. "Ich steh voll dahinter", sagt Gärtner. Sie wolle verhindern, dass der Bürgermeister eine Entscheidung ohne Rücksprache mit der Fraktion treffe.
Dann kommt doch noch die Polizei. "Sieht alles ganz friedlich aus", lautet die Bilanz der fünf Streifenpolizisten am Sonntagnachmittag. Solange es keine Beschwerden von Anwohnern gebe, würden sie erst mal nichts unternehmen, sagt einer der Beamten, bevor sie von dannen ziehen.
Wie vor 20 Jahren? Oder anders? Oder besser?
Machen wirs nach. Machen wirs anders. Machen wirs besser...
Im Falle einer Räumung: Tag X: 18h: Sponti
Auch die 2. Nacht
Das schreibt die taz
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
wo?
Aber bitte reflektiert ein bisschen über euren Berlinzentrismus. Es ist mal wieder so ein Bericht, der davon ausgeht, dass Indymedia LeserInnen alle aus Berlin zu kommen haben.
Wie sind die Verhältnisse?
Zu den besetzen Freiraum: Wie sind denn da die Verhältnisse? Ich kenne die Gegend um das Bethanien nicht so gut. Was ist das denn für ein Platz. Wie gross ist der? Steht ein Gebäude drauf? Was kann damit gemacht werden? Ich weiss, die kreativen Sachen kann ich mir sicher alleine ausknobeln, aber die einfachen Sachen meine ich - Ist das was ihr anregt (Garten etc.) realistisch? Und ist das Grundstück befriedet gewesen bzw. ist es noch? Oder wie kann ich mir das vorstellen? Ich umrunde demnächst das Bethanien, mal sehen, ob ich das finde.
Liebe Grüsse
Erster Teil meines Posts
...endlich
...wir solidarisieren uns mit ihnen, grüsse aus der offenen uni berlins
YIPPIH YEAH!!!!!!
Solidarische Grüße aus Erfurt!
9tes Ausrufezeichen->!
Solidarische Grüße
:)
Viel Glück euch da oben, ihr regelt das schon. Wär nett wenn ihr Neuigkeiten hier in die Kommentare posten könntet und so.
Squat the world!
wba
haltet's bis dahin!
wir bleiben alle, das ist klar! und wir werden immer mehr...
grüße aus dd!
Bauen !
Ne Freilichtbühne, ein neues Autonomes Zentrum oder einfach nur ein Pavillon.
Im Notfall Bauwägen rankarren. kostet nicht viel die Dinger und tuns erstmal wenns regnet.
Ansonsten Zeltplanen hinkarren ab nächster Woche.
FTP !
ein Gruss
Wünsche von ganz weit wech viel Spass und ein erfolgreiches Vorhaben.
Nazis jagen Soli-Listen für multikulti
Neonazis haben aus einem Café an der Technischen Universität Berlin offenbar mehrere Unterschriftenlisten für das von Schließung bedrohte rbb-Programm »radiomultikulti« entwendet. Damit brüstet sich seit dem Wochenende ein rechtsextremes Internet-Portal in einem Bericht. Demnach seien den Dieben bei der Aktion Namen und Adressen von »30 linken Studenten« in die Hände gefallen. Zudem werde auch »weiterhin Ausschau nach diesen Listen gehalten«, so die Meldung. Dafür war bisher keine Bestätigung zu bekommen, doch wurde im Web auch das Foto einer ausgefüllten Liste beigefügt.
Die Unterschriftensammlung ist Teil einer breit angelegten Solidaritätskampagne, die sich für den Erhalt von »radiomultikulti« einsetzt. Das mehrsprachige Programm, das seit 1994 auf Sendung ist, gilt im Medienbereich als interkulturelles Vorzeigeprojekt. Die Redaktion beschäftigt rund 30 feste und 200 freie Mitarbeiter. Gesendet werden Beiträge in 21 Sprachen, von Spanisch über Russisch bis Vietnamesisch. Ende Mai hatte rbb-Intendantin Dagmar Reim überraschend angekündigt, »radiomultikulti« aufgrund von Sparzwängen zum Ende des Jahres einzustellen.
»Mit der Schließung von »radiomultikulti« liefern wir den Rechten eine Vorlage, die fühlen sich dadurch natürlich gestärkt«, kritisierte Linkspolitikerin und rbb-Rundfunkratsmitglied Bärbel Grygier. Aus ihrer Sicht habe die Entscheidung »erhebliche Symbolkraft, genauso wie damals die Gründung des Senders«. Auch die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (LINKE) unterstrich die Bedeutung des Programms für den interkulturellen Dialog in der Hauptstadt. »Solche Angebote sind wichtig, um den Neonazis das Wasser abzugraben.«
In der Neonazi-Szene wird die Schließung von »radiomultikulti« offen begrüßt. »Ich finde es sehr erfreulich, dass dieser Verblödungs-Sender ausradiert wird!«, so ein Leser unter dem Pseudonym »Matthäus 21, 43« in einem Portal der Rechtsextremen. User »Grapscher« bezeichnet den Diebstahl der Unterschriftenlisten als »geile Aktion«: »Die Multikulti-Bande ist viel verletzlicher als sie es sich selber vorstellen kann. Es ist die Zeit gekommen, wo wir alle sehr wachsam sein müssen und uns Namen und Adressen merken sollten von den Totengräbern des Deutschen Volkes.«
Philippa Ebéné, Geschäftsführerin der »Werkstatt der Kulturen«, die maßgeblich an den Solidaritätsaktionen für »radiomultikulti« beteiligt ist, machte demgegenüber deutlich, man werde sich von den Rechtsextremen keine Angst machen lassen. Schließlich könne die Kampagne auf einen breiten Unterstützerkreis bauen, wie die vielen Veranstaltungen und Konzerte der vergangenen Wochen gezeigt hätten. Allerdings, so Ebéné weiter, werde man »in Zukunft noch besser darauf achten, dass die Unterschriftenlisten nur dort ausgelegt werden, wo sie auch unter Aufsicht sind«.