Die Waldbesetzung geht weiter

Bewohner des WaldbesetzerInnendorfs 10.06.2008 21:33 Themen: Freiräume Ökologie
Seit fast 2 Wochen läuft die Baumbesetzung im Wald von Kelsterbach (bei Frankfurt a. M.) jetzt schon. Ein Haufen unabhängiger Aktivisten wehrt sich weiter gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens und die damit verbundene Rodung von mehr als 100 000 Bäumen.
Seit fast 2 Wochen läuft die Baumbesetzung im Wald von Kelsterbach (bei Frankfurt a. M.) jetzt schon. Ein Haufen unabhängiger Aktivisten wehrt sich weiter gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens und die damit verbundene Rodung von mehr als 100 000 Bäumen.
In den letzten 2 Wochen hat sich hier einiges getan. Mehrere Plattformen hängen zwischen 10 und 30 m Höhe, andere Holzkonstruktionen wie ein Baumhaus, ein Waldsofa, eine Waldläuferhütte und eine Waldküche sind im Entstehen. Auf dem Boden tummeln sich einige Zelte. Außerdem wurde eine große LKW-Plane gespannt, sie soll als Versammlungs- und Veranstaltungsort dienen.
Tagsüber wird am Ausbau des Camps gefeilt, geklettert, mit vorbeikommenden Menschen gesprochen und natürlich auch vielseitige Öffentlichkeitsarbeit geleistet. . Im See um die Ecke gebadet werden.
Jeder der Lust hat am Waldleben teilzunehmen oder sich das WaldbesetzerInnendorf für ein paar Tage anzuschauen ist herzlich willkommen. Ob Mensch klettern kann oder will spielt dabei keine Rolle. Es besteht sogar die Möglichkeit Grundkenntnis im Klettern von erfahrenen Menschen zu lernen.
Von den jetzigen BewohnerInnen werden viele länger hier wohnen. Wir haben nicht vor uns so einfach räumen zu lassen, so die einhellige Meinung.
Viele Menschen von vor Ort unterstützen die WaldbewohnerInnen materiell, finanziell und auch ideell. Trotzdem müssen wir noch mehr Menschen in den Wald mobilisieren sind sich AktivistInnen und Bürgerinitiativen einig.
Den BesetzerInnen geht es nicht nur um die Erhaltung dieses Waldes sondern auch darum die neue Landebahn und den Ausbau des Flughafens zu verhindern. Durch den Flugverkehr wird das globale Klima stark verändert und der natürlichen und menschlichen Umwelt massiver Schaden zugefügt.

Warum Flugverkehr besonders belastend für das Klima ist

Pro Person verbraucht ein einziger Flug von Deutschland nach Australien mehr als 2000 Liter Kerosin. In der Stratosphäre, einer besonders sensiblen Schicht der Erdatmosphäre, in der auch die Transport und Passagierflugzeuge fliegen, schätzen Fachleute die Klimawirksamkeit der Emissionen bis zu viermal so hoch ein wie in Bodennähe. Aus diesem Grund, so zeigen Forschungsergebnisse, belastet eine einzige Flugreise nach New York das Klima so stark wie etwa 60 000 Kilometer Autofahren oder drei Jahre beheizen einer Wohnung. Dazu kommen die Kondenzstreifen, die den Treibhauseffekt zusätzlich verstärken. In welchem Maß ist jedoch noch nicht geklärt.
Dass die Erde sich in Sachen Klimawandel an einem sehr kritischen Punkt befindet ist durch die Berichte des Weltklimarats der Vereinten Nationen im Mainstream der Bevölkerung angekommen.
Von Mal zu mal werden die Bericht alamierender, oft ist die Rede von tipping points. Das sind Punkte an denen sich der Klimawandel von allein verschärft. Einer dieser Punkte dieser Punkte soll laut bedeutender WissenschaftlerInnen bei einer Erwärmung von nur 2 °C erreicht werden. Um unter diesen 2 °C Erwärmung zu bleiben, müssten ab sofort alle CO2 –Emissionen gestoppt werden und massiv auf geforstet werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Wissenschafltler der an den Berichten des Weltklimarats beteiligt war. Ob das so stimmt ist natürlich Spekulation, die Fällung von mehr als 100 000 Bäumen für eine neue Landebahn und die daraus folgende Steigerung des Flugverkehrs erscheinen vor diesem Hintergrund jedoch gefährlich.

Direkte Aktion und Umweltschutz von unten

„Ich erwarte nichts von Regierungen oder Parlamenten und auch keine freiwilligen zugeständnisse von Fraport.“ so eine AktivistIn aus dem Kelsterbacher Wald „Ich setze auf massiven Druck der normalen Menschen und auf direkte Aktionen die eine den Flughafenausbau und eine neue Landebahn undurchsetzbar machen.“ So setzen viele der AktivistInnen auf Umweltschutz von unten und fordern, dass alle betroffenen Menschen der Umgebung selbst über einen Flughafenausbau entscheiden sollten. Das Konzept des Umweltschutzes von unten steht im Gegensatz zu der Forderung nach schärferen Gesetzen. Probleme sollten ihrer Meinung nach nicht mit den gleichen Mitteln bekämpft werden durch die sie entstanden sind: Durch Fremdbestimmung.

Wer die AktivistInnen erreichen möchte kann auf verschiedenen Wegen tun. Eine Wegbeschreibung zum WaldbesetzerInnendorf findest du auf der Homepage.
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Ergänzungen

kontakt

besetziimurlaub 12.06.2008 - 20:19


es gibt ein stets erreichbares waldtelefon, ruft an, wenn ihr mehr infos braucht,
euch im wald verlaufen habt oder sonstwas loswerden wollt:

o175/8335958

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 4 Kommentare

Solidaritätserklärung aus dem Rheingebiet

Changes 11.06.2008 - 13:22
Stoppt den Flughafenwahn!
Und an alle (noch) nicht-BesetzerInnen: Unterstützt Blockaden, macht die Terminals dicht.
Haltet durch Leute.

Universaler Transport und Verkehr für Alle, aber sinnvoll und umsonst.

Make capitalism history.

Yeaaah

@narch@ 11.06.2008 - 13:28
Ihr seid HeldInnen. Macht sie fertig, die ZerstörerInnen unserer Umwelt. Für mehr direkte Interventionen gegen Klimakiller und Kapitalistenschweine (gibt ja meistens einiges an Überschneidungen...)

HeldInnen

Jemand 12.06.2008 - 12:31
Genau das seid ihr: HeldInnen!

Toilettenbesetzung

ideenverbreiter 13.06.2008 - 09:04
"Alinsky war ein genialer Stratege und lehrte die Mächtigen mit witzigen David-gegen-Goliath-Aktionen das Fürchten. Als er in den 60er Jahren die Schwarzen im Süden der Stadt organisierte, um mehr Geld für die Sanierung ihrer Slums zu fordern, zeigten die Rathauspolitiker ihnen zunächst die kalte Schulter. Das änderte sich aber schnell, als die Zeitungen ein Interview mit den Führern der Schwarzen druckten, worin sie drohten, auf dem internationalen Flughafen O'Hare einen Klo-Streik durchzuführen und sämtliche Toiletten zu besetzen. Dagegen gab es keine juristische Handhabe, die Stadt hätte sich aber vor den Augen der feixenden Welt blamiert, so daß Bürgermeister Richard Daley zähneknirschend nichts anderes übrig blieb, als den Geldhahn zu öffnen. Der Spott war als eine wichtigste politische Waffe der Underdogs entdeckt worden."  http://www.fo-co.info/zuschauerdemokratie_zur_zivilgesellschaft.htm

Klo-Streik am Frankfurter Flughafen um Druck aufzubauen, Öffentlichkeit zu erreichen, Besetzung als direkteAktionen ausdehnen?
Es kann ja nicht verboten sein am Flughafen aufs Klo zu gehen. Und da ein bisschen länger zu brauchen. Und die nächste Person braucht auch ein bisschen länger ....
Wichtig ist wohl dass alleine die Androhung schon Wirkung zeigen kann....
Was meint ihr?