Hungerstreik in Abschiebeknast Rottenburg

anti abschiebehaft 10.06.2008 19:17 Themen: Antirassismus Repression
Tübingen/ Rottenburg
Solidaritätsaktion für Hungerstreikenden in Abschiebehaft
Abdurrahman Adigüzel ist seit vielen Jahren in der kurdischen Befreiungsbewegung tätig. Seit 2006 lebt er in Deutschland als Asylbewerber. Obwohl sein Verfahren beim Stuttgarter Verwaltungsgericht noch läuft, wurde er Anfang Mai verhaftet und in den Rottenburger Abschiebeknast gebracht. Kurz darauf begann er seinen Hungerstreik.

Nach 4 Wochen Hungerstreik wurde Abdurrahman Adigüzel nun vom Rottenburger Abschiebeknast in das Vollzugskrankenhaus Hohen Asperg verlegt.

Um auf den Hungerstreik von Abdurrahman Adigüzel aufmerksam zu machen und seine sofortige Freilassung zu fordern, gab es am Samstag, 7.6.2008, eine Solidaritätsaktion an der Tübinger Neckarfront. Etwa 20 Menschen versammelten sich und spannten ein Transparent von 30 Metern Länge auf. Dieses war gut ersichtlich von der viel begangenen und befahrenen Neckarbrücke.

Für eine Gesellschaft, in der es keine Sondergesetzte gegen MigrantInnen, keine Illegalisierung und keine Abschiebung gibt!

Für die Bekämpfung der Fluchtursachen nicht der Flüchtlinge!


Mehr Infos:
Artikel im Schwäbischen Tagblatt
www.tagblatt.de/2439494/Nachrichten/Newsticker

Artikel in der jungen welt
www.jungewelt.de/2008/05-19/038.php
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Ergänzungen

Bundesweiter Tag ohne Abschiebungen am 30.08.

antifa.sozialbetrug 11.06.2008 - 15:14
Bundesweiter Tag ohne Abschiebungen am 30.08.08

Dezentraler Aktions-Tag ohne Abschiebungen –gemeinsam legen wir das Abschiebesystem lahm!

Überall in Deutschland und Österreich werden wir um den 30. August 2008 herum blockieren, stören, verhindern. Unser Protest richtet sich gegen das System der Migrationskontrolle, gegen die Selektion von Einwanderern und gegen die Brutalität des Abschiebsystems.

Wir beharren dagegen auf dem Recht zu wandern, auf dem Recht zu bleiben, auf dem Recht auf Bewegungsfreiheit. Unsere Solidarität gilt den Verfolgten, den Illegalisierten, den Ausgebeuteten, den Abenteurern!

Wir legen das Abschiebesystem lahm – mit Aktionen an Abschiebeknästen und –lagern, bei Ausländerbehörden, auf Flughäfen und bei Profiteuren – bei allen Agenten der rassistischen Behandlung und Kontrolle von Menschen.

Wir erklären uns solidarisch mit allen, die für ein Bleiberecht kämpfen, die sich wehren gegen die Zumutungen der rassistischen Sondergesetze für Flüchtlinge und Migrant_innen, die Abschiebungen verhindern, die sich ihr Recht auf Bewegungsfreiheit nehmen. Mit dem Aktionstag reihen wir uns ein in die alltäglichen Kämpfe um Würde und Rechte.

Mit Demonstrationen, Blockaden, Ämterbesuchen und kreativen Protestaktionen werden wir Sand ins Getriebe streuen. So wollen wir den Blick auf die Unmenschlichkeit der Zuwanderungsverhinderung lenken, auf die rassistischen Schikanen und Angriffe von Behörden, Polizei und Nazis und die Diskriminierung durch Sondergesetze wie Residenzpflicht, Abschiebehaft und Lagerunterbringung.

Beteiligt euch mit eigenen Aktionen am Tag ohne Abschiebungen – damit das Migrationsregime Geschichte wird!

Wer hierbleiben will, soll bleiben dürfen! Wer kommen will, soll kommen dürfen! Gleiche Rechte und Bewegungsfreiheit für alle!
 http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about223.html

Hungerstreik abgebrochen

Manao 05.07.2008 - 18:24
Der türkisch-kurdische Abschiebegefangene Abdurrahman Adigüzel hat seinen Hungerstreik abgebrochen und ist wieder zurück in Rottenburg. Aus Protest gegen seine Inhaftierung hatte der 34-Jährige in der Rottenburger Abschiebehaft etwa vier Wochen lang die Nahrungsaufnahme verweigert (wir berichteten). Anfang Juni wurde er ins Gefängniskrankenhaus auf dem Hohenasperg gebracht. Nach einem Gespräch mit seinem Heidelberger Rechtsanwalt beendete er dort seinen Hungerstreik, teilte Martin Fink vom Tübinger Bündnis gegen Abschiebehaft mit. Adigüzel, der früher für die PKK aktiv war, habe mit seiner Protestaktion viel öffentliche Aufmerksamkeit erreicht. Unter anderem berichteten mehrere kurdische Medien über seinen Hungerstreik. Die Europaabgeordnete Feleknas Uca von der deutschen Linkspartei setzte sich für seine Freilassung ein. Adigüzels Asylverfahren läuft noch.