Rüstungsausgaben und Entwicklungshilfe

Felix Röhrle 09.06.2008 22:44 Themen: 3. Golfkrieg Globalisierung Militarismus Weltweit
Die weltweiten Rüstungsausgaben sind seid 1998 um 45% gestiegen.
Doch wieviel gibt die Welt für Entwicklungshilfe aus??
Laut SIPRI sind in den letzten 10 Jahren die Rüstungsausgaben global um 45% gesteigen!!!

Das sind heut zu Tage 858 Milliarden Euro (1,339 Billionen Dollar) weltweit. Und wieder einmal sind die USA führend. Seit dem 11. September 2001 steigerten die USA ihre Militärausgaben um 59% bis zum heutigen Tage. Auf die USA entfallen 45% aller Rüstungsausgaben(350 Milliarden Euro - 547 Milliarden Dollar)! Dieses Geld wird in den Krieg gegen den Terror(sprich Sicherheitspolitik), sowie die beiden Kriege in Afghanistan und Irak investiert. Die USA gibt laut einer SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute)-Statistik somit jährlich mehr Geld für Rüstung aus, als zu je irgend einem Zeitpunkt des 2. Weltkrieges, als es noch um die Befreiung Europas von einer tatsächlichen Gefahr, dem nationalsozialistischem Deutschland, ging.

Doch auch Deutschland ist wieder einmal führend, wenn es um sinnlose Geldausgaben geht. Deutschland steht in diesem traurigen Wettbewerb auf Platz 6 mit rund 29 Milliarden Euro Ausgaben für die Verteidigung(Zahlen vom Bundesfinanzministerium; die von SIPRI lagen niedriger). Gleichzeitig werden in Deutschland für die öffentliche Sicherheit und Ordnung jährlich 3 Milliarden Euro ausgegeben. Gleichzeitig gibt das Finanzministerium aber nur 13.7 Milliarden Euro für Bildungswesen, Wissenschaft, Forschung, kulturelle Angelegenheiten aus. In Militär und Sicherheit steckt Deutschland also mehr als doppelt so viel Geld, wie für Bildung und Wissenschaft, während Deutschland gerade einmal 12.2 Milliarden Dollar, also 8 Milliarden Euro Entwicklungshilfe leistete, was 0.37% des Bruttonationalproduktes sind, während Norwegen hier auf 0.95% kommt. Doch trotzdem ist Deutschland mit diesen mickriegen Ausgaben nach den USA Platz 2 der 22 DAC-Länder. Die USA gibt jährlich grade einmal 0.16% des Bruttonationalproduktes für Entwicklungshilfe aus(21.75 Milliarden Dollar im Jahre 2007), während es im Militärbereich Ausgaben des 25 fachen sind!


Die Trends:
Peter Mucke, Geschäftsführender Vorstand von terre des hommes. "Unter Berücksichtigung von Inflations- und Wechselkursveränderungen ist die weltweite Entwicklungshilfe 2007(im Vergleich zum Vorjahr) um 8,4 Prozent gesunken. Das ist ein Skandal."



In was für einer Welt leben wir eigentlich?? Es gibt in Deutschland mehr Panzer/haubitzen als aktive Entwicklungshelfer/innen.



Anmerkung: DIE ZAHLEN KÖNNEN JE NACH QUELLE UND DEREN AUSRICHTUNG SCHWANKEN. ICH GARANTIERE NICHT FÜR EINE RICHTIGKEIT DIESER ZAHLEN, SIE WURDEN ABER NACH BESTEM GEWISSEN RECHERCHIERT


Quellenangabe:

 http://www.sipri.org

 http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/ausland/6075864-Weltweite-Ruestungsausgaben-steigen-weiter,cc=0000001603000607586416X5dl.html

 http://www.wissenswandel.de/index.php?article_id=112

 http://www.bundesfinanzministerium.de/bundeshaushalt2008/pdf/vorsp/vsp_m.pdf

 http://www.shortnews.de/start.cfm?id=704519

 http://www.welt.de/wirtschaft/article1875260/Nur_die_USA_zahlen_mehr_als_Deutschland.html

 http://www.drs.ch/www/de/drs/themen/news/schweiz/78900.zahlen-zur-entwicklungshilfe.html

 http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3683&Itemid=31

 http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/deutsche_politik_5/bundesministerien_58/ded_dt_entwicklungsdienst_657.htm



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Ergänzungen

Entwicklungshilfe

sandankoro 10.06.2008 - 08:11
Hallo,

bei der Entwicklungshilfe muss unterschieden werden zwischen der Finanzierung von Projekten vor ort, der entsendung von EHs oder der Bezuschussung der Arbeit von Hilfsorganisationen und der "Entwicklungshilfe" die oftmals gar keine ist naemlich die Betraege welche als Darlehen an andere Laender gegeben werden oder die z.B. von den USA gerne mit dem abkippen gigantischer Mengen subventions (Gen)Mais in afrikanischen Laendern "abgegolten" werden.

Die EH, auch die personelle Entsendung kann nur punktuell wirken, aber solange die Rahmenbedingungen des Welthandels, Bildungschancen, internationale Fischereivertraege etc. nicht anders und gerecht geregelt werden, wird sich in den meisten Laendern gar nichts aendern.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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tag vergessen

eman 09.06.2008 - 23:18
leider wurde der tag "bildung" vergessen. kann das die redaktion nachträglich machen?

"Entwicklungshilfe" sind oftmals strategische

Investitionen 10.06.2008 - 14:52
,die als Waffe des Kredits oder Darlehnens viel wirkungsvoller in der Durchdringung und Unterwerfung der Trikontstaaten durch die Imperien der ersten Welt sind, als es direktes Kriegsgerät vermag.


Die Westliche "Entwicklungshilfe" ist genauso skeptisch zu betrachten, wie die Waffenlieferungen der Konzerne: es sind zwei verschiedene Optionen westlicher Außenpolitik.


Hat jemand schon irgendwann mal davon gelesen, daß sich die Industrien der "ersten Welt" ihre Konkurrenz selbst ganz freimütig in Asien oder Afrika erschaffen?

@investitionen

sandankoro 10.06.2008 - 15:49
Ich glaube Du sitzt mit dieser Meinung einer mittlerweile antiquierten Annahme auf, wonach die reichen Industrielaender die Laender in Afrika und Asien am Hungertuch nagen lassen, damit sie in der Folge ihre tollen Produkte dort verkaufen koennen. Was fuer Produkte sollen das denn sein? Etwa Feuerwasser, Kochtoepfe oder Kattunstoff?
Zum einen kommen die "Billigprodukte" in Afrika schon lange nicht mehr aus Manchester oder dem Rurgebiet sondern aus China oder Pakistan, zum anderen haben auch unsere sonst manchmal ziemlich doofen Industriekapitaene mittlerweile begriffen, dass mit einem Land mit einer wachsenden und funktionierenden Wirtschaft tausend mal mehr Kohle zu machen ist.
Schaut Euch doch nur mal die Aussenhandelsumsaetze mit afrikanischen Laendern (mit Ausnahme von Egyten, dem Maghreb und der Republik Suedafrika) im Vergleich mit den "Tigerstaaten", Osteuropa oder z.b. der Tuerkei an.

Europa lebt heute vom Export von Technologieprodukten, die Exporte z.b. von Lebensmitteln etc. sind zwar auch nicht unbedeutend, fallen volkswirtschaftlich bei uns kaum noch ins Gewicht (im Gegensatz zu den Empfaengerlaendern). Diese Produkte wie z.B. Verpackungsmaschinen, Baumaschinen etc. werden aber von einer funktionierenden und prosperierenden Wirtschaft in viel staerkerem Umfang benoetigt und koennen von den meisten der 140 aermeren Laender auf absehbare Zeit auch nicht selber hergestellt werden.

@sandankoro erst genau lesen, überlegen

dann 10.06.2008 - 18:00
posten und ganz am Ende überlasse ich dir das "glauben". Ein strategische Investion hat immer eine langfristige Bindungswirkung, und darum ging und geht es bei Entwicklungshilfe als low level Außenpolitik.

ist Entwicklungshilfe was gutes?

naiver Betrachter 10.06.2008 - 19:07
Ihr tut alle ganz selbstverstaendlich so, als ob "Entwicklungshilfe" was gutes waere. Als ob es dazu da waere, die Menschen dort aus Elend und Not zu helfen.

Mal eine ganz einfache Betrachtung: die Investitionen, die unter dem Namen Entwicklungshilfe getaetigt werden z. B. nach Afrika geschickt werden, sind in den letzten 50 Jahren stetig gestiegen. Trotzdem steht keines der Laender jetzt besser da als vorher, im Gegenteil. Ein Musterland der Entwicklunshilfe ist zum Beispiel Malawi. Die haben immer saemtliche Bedingungen erfuellt und schoen Entwicklungshilfe gekriegt. Trotzdem gibt es dort immer noch kaum Aerzte und funktionierende Krankenhaueser.

Vielleicht ist der Zusammenhang ja ein anderer: je mehr "Entwicklungshilfe", umso mehr Kapitalismus, umso mehr Armut (und ein paar Reiche)... klingt logisch, oder?

@dann

sandankoro 10.06.2008 - 19:29
Ich sehe nicht wo ich etwas anderes behauptet habe, les doch einfach meine beiden vorherigen Kommentare.