Am Wochenende "Frankentag" der Neonazis

Haupttextfeld 04.06.2008 06:57 Themen: Antifa
Im oberfränkischen Weißenohe findet am 7. Juni 2008 der so genannte "Frankentag" rechtsextremer Gruppen statt. Der Termin gilt in der Szene als Konkurrenzveranstaltung zum "NPD-Bayerntag". Die fränkischen Rechten rebellieren unter der Führung von Uwe Meenen gegen einen "zu laschen Kurs" der Partei. Weißenohe mit seinen 1.000 Einwohnern befindet sich rund zwei Kilometer von der Stadt Gräfenberg entfernt, wo die Bürger in regelmäßigen Abständen von Rechtsextremisten mit Aufmärschen terrorisiert werden. Am 2. Juni 2008 fand in Weißenohe eine Bürgerversammlung statt, an der bis zu 250 Bürger teilnahmen.
Dabei wurde bekannt, dass das Klostergelände an die Rechten von einer Immobilienfirma in Oberasbach bei Zirndorf vermietet wurde. Die Bürger beschlossen, bei der Firma gegen die Vermietung des Geländes zu protestieren. Wie bei dem Bürgertreffen weiter berichtet wurde, sollen die Neonazis für die Anmietung des Geländes von Freitagmittag bis Sonntagmittag 300 Euro bezahlen und sie haben sich verpflichtet, 5.000 Euro Kaution zu hinterlegen. "Eine sehr eigenartige Firma, ist diese Firma Brentana, die es nötig hat, sich für 300 Euro entweder lächerlich zu machen oder zu zeigen, dass sie rechtslastig ist", hörte man bei der Bürgerversammlung. Es wurde empfohlen Protestmails an das Unternehmen zu senden und darin gegen die Vermietung an die Rechten zu protestieren.

Die Rechtsextremisten erwarten am Wochenende rund 300 Teilnehmer zu ihrem Treffen. Nachdem gegen die Privatvermietung des Geländes an die Neonazis kaum etwas unternommen werden kann, wollen sich die Bürger der Ortschaft gegen die Nazis nun selbst zur wehr setzen. Besonderer Schutz soll dabei die Klostermühle erfahren, weil dort auch die Sprecher des Gräfenberger Bürgerforums mit ihren Familien leben. Die Gruppe wehrt sich seit vielen Monaten mit außerordentlichem Engagement gegen den Terror von Neonazis in Gräfenberg. Die Mühle befindet sich direkt neben dem Aufmarschgelände der Braunen.

Die Bürger planen, ihren Ort ab Freitag mit Autos und Traktoren zuzuparken. Das Gelände auf dem sich die Neonazis treffen, soll eingezäunt und mit Sichtschutz verhängt werden. Von der Gemeinde werden die Veranstalter weder Wasser noch Strom zur Verfügung gestellt bekommen. Auf Transparenten will man zum Ausdruck bringen, dass die Neonnazis in Weißenohe keinen Zuspruch haben. Zu Protesten soll es auch der B2 kommen. Die Straße führt direkt an der Ortschaft vorbei.

Die Gemeinde hat alle öffentlichen Flächen für Gegenkundgebung und Gegenveranstaltungen reserviert. Am Samstag, den 07.06.2008 soll von 12.00 bis 22.00 Uhr die "Hauptparty" gegen die Neonazis stattfinden. Schon am Freitag, den 06.06.2008 treffen sich die Weißenoher Bürger ab 17 Uhr am Spielplatz vor der Klostermühle.
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egal 04.06.2008 - 12:59

5000 Euro Konventionalstrafe, nicht Kaution!

streetcat 04.06.2008 - 21:11
Es handelt sich nicht um eine Kaution, sondern um eine Konventionalstrafe, wenn die Veranstaltung durch den Fond wieder abgesagt werden sollte. Die Relation sollte einem zu denken geben - nur 300 Euro Miete, aber 5.000 Euro Koventionalstrafe...

Der Fond hat Anklagen und Turbulenzen hinter sich. Die Googlesuche zeigt das doch recht deutlich. Das Kloster in Weißenohe, auf dessen angrenzender Fläche die Veranstaltung stattfindet, ist seit Jahren unvermietet und - jetzt auch unvermietbar (es gibt weder Wasser noch Strom).

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass Meenen und Rieger kommen. Es kann vermutet werden, dass der Fond so Druck machen will auf die Gemeinde, dass Kloster selbst zu kaufen. Sie sind in Vergangenheit schon mit solchen Anliegen aufgetreten (siehe z.B. Meenen in Wikipedia).





Firma Brentana Wohnbau KG

jaja 05.06.2008 - 16:18
Eine Firma Brentana Wohnbau KG ist die Vermieterin des Territoriums. Ein gut recherchierter Artikel der NZ hierzu:

 http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=827177&kat=30&man=2

D.w. ein Artikel der Nordbayerischen Nachrichten Forchheim: die CSU distanziert sich vom Bündnis, da es mit der Antifa kooperiert:

 http://nn-forchheim.de/artikel.asp?art=827414&kat=13&man=2

Vor der NPD-Versammlung

http://www.nn-online.de 06.06.2008 - 15:34
Weißenohe rüstet sich gegen die ungebetenen Gäste aus der rechten Szene am Wochenende. Doch nicht alle Bürger scheinen mitziehen zu wollen. In einer Pressemeldung distanziert sich der CSU–Ortsverein vom Gräfenberger Bürgerforum. Hintergrund sei die «Einladung» von Antifa-Aktivisten zu den Gegenveranstaltungen, schreibt der Ortsvereinsvorsitzende Dieter Körzendörfer in einer Pressemeldung.

«Kontraproduktiv» seien die Aussagen von Körzendörfer, sagt Karin Bernhart vom Bürgerforum. Während der Bürgerversammlung am Montag habe sich der CSU-Ortsvereinsvorsitzende ähnlich geäußert, habe jedoch von den Anwesenden kaum Zuspruch erhalten.

Kontrolle über den «schwarzen Block»

Das Bürgerforum habe eine breite Unterstützer-Front hinter sich, freut sich Bernhart. Auch wenn sie politisch völlig anders denken, befürworten die meisten die Einbeziehung der Antifa. «Wir haben das bei 25 Veranstaltungen in Gräfenberg so gemacht und alle liefen friedlich ab», sagt sie und begründet: Nur so habe man Kontrolle über den «schwarzen Block». «Wenn wir sie nicht einbeziehen, lassen wir die Antifa-Aktivisten in einem rechtsfreien Raum, dann haben wir gar keinen Einfluss mehr auf sie.»

Unterdessen wird hinter den Türen von Landratsamt und Polizei intensiv darüber diskutiert, wie die unliebsame Versammlung und die Gegenaktionen in Weißenohe in einem friedlichen Rahmen gehalten werden können. Neben den rund 300 Neonazis ist mit mindestens ebenso vielen Polizisten und über 500 Gegendemonstranten zu rechnen.

In Anbetracht dessen werden im Landratsamt gerade eine Gefahrenprognose und ein Sicherheitskonzept erarbeitet. «In Gräfenberg können wir uns auf Erfahrungen stützen, in Weißenohe nicht. Wir müssen unsere Arbeit auf eine ganz neue Grundlage stellen», erklärt Jürgen Kupfer, der beim Landratsamt für Sicherheitsangelegenheiten zuständig ist.

Häuser unter Polizeischutz

Am gestrigen Abend diskutierten Vertreter von Landratsamt, Polizei, der Gemeinde Weißenohe und dem Bürgerforum die ersten Ergebnisse der Analysen. Dabei stand auch fest, dass die Anwesen von Karin Bernhart und Michael Helmbrecht, beide Sprecher des Bürgerforums, das gesamte Wochenende unter Polizeischutz gestellt werden. Hintergrund: Unmittelbar an das Grundstück des Hauses, in dem die beiden Familien leben, grenzt das Klostergelände, wo die Rechten ihren «Familientag» abhalten wollen.

«Die Neonazis versuchen gezielt, uns und unsere Familien einzuschüchtern», sagt Bernhart. Sie und Helmbrecht appellieren daher nochmals an alle Bürger und «VIPs», an der Gegenveranstaltung am Samstag teilzunehmen. Los geht es um 13 Uhr am Bauhof.

Weißenohe bzgl. des CSU Chefs

pete 06.06.2008 - 16:14
Das ist wieder typisch CSU anstatt einmal geschlossen Protest gegen Rechts zu zeigen sondert mann sich wg. dem ach so gefährlichen linksextremen Schwarzen Block den es in Gräfenberg noch nie wirklich gab ab.
Der CSU Politiker hat doch nur Schiss selbst in die Schusslinie der Rechtsextremen zu geraden,wenn er Angst hat soll er entweder schweigen oder es zugeben aber nicht mit der Ausrede daherkommen er habe keine Lust an einer Protestkundgebung teilzunehmen an der auch Antifas beteiligt sind.
Echt peinlich wenn ein führender Politiker eines kleinen Dorfes in solch einer Situation keine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen möchte.
Für die Fa. die den rechten das Kloster vermietet hat und jetz angeblich nicht erreichbar ist,finde ich es eine Schande was die gemacht haben die haben den Weißenoher Bürger/innen die ganze Scheissveranstaltung erst reingedrückt.
Wenn mann eine Rechtsextreme Veranstaltung ermöglicht ohne angeblich davon gewusst zu haben weiß ich auch nicht warum diese dann die 5000 € vor ihren Aktionären nicht rechtfertigen kann.
Soziale Verantwortung hat auch ein Unternehmen!

Perfekt: CSU zerstritten

06.06.2008 - 22:48
CSU zerstritten
Wegen der Beteiligung der Antifa-Aktivisten an den Protesten ist im Vorfeld des NPD-Treffens
innerhalb der Weißenoher CSU ein Streit entbrannt.

Ortsvorsitzender Dieter Körzendörfer hatte sich gegen das Engagement der «linksextremen Gruppe«
gewandt, worauf seine Stellvertreterin Carmen Stumpf ihr Amt niederlegte.

Die 46-Jährige unterstrich, sie werde «als Bürgerin und Gemeinderätin« an dem Protest teilnehmen,
und auch Körzendörfer betonte, er werde dabei sein.
nn
6.6.2008 19:12 MEZ
 http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=828494&kat=27&man=3

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