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Strafverfahren wegen 10 Minuten Verspätung!

MegA Waltrop 14.05.2008 17:17
Für ein juristisches Nachspiel sorgt jetzt die Demonstration für „Freie Meinungsäußerung ohne Repressionen“ zu der mehrere Initiativen im Juni letzten Jahres in Waltrop aufgerufen hatten.
MegA - Menschen gegen Atomanlagen


Initiativen fürchten um Versammlungsrecht im Kreis Recklinghausen

Der Versammlungsleiter erhielt Post von der Staatsanwaltschaft, in der Ihm vorgeworfen wird damals 10 Minuten verspätet am Veranstaltungsort erschienen und gegenüber der Polizei keinen Ordner benannt zu haben. In der mittlerweile zugestellten Anklageschrift lautet der Vorwurf jetzt "Durchführung einer nicht angemeldeten Versammlung".
(Die Versammlung wurde 3 Wochen vorher angemeldet, es gab ein Kooperationsgespräch mit Team Grün und die Auflagen wurden zugestellt!)

Trotz einiger Behinderungen verlief die Demonstration damals sehr friedlich. Zu Irritationen war es gekommen nachdem trotz frühzeitiger Anmeldung die Demo-Route versperrt war und die vor Ort anwesende Polizei sich nicht in der Lage sah den Weg freizumachen. Während der Demonstration wurden zudem zwei jugendliche Teilnehmerinnen von der Polizei bedrängt um die Herausgabe einer Wasserpistole zu erzwingen. Wie jetzt bekannt wurde setzte die Polizei damals auch getarnte, sogenannte „verdeckte Ermittler“ ein.

Schon zum G8 Gipfel drohte das Polizeipräsidium RE dem Betroffenen telefonisch „erhebliche Nachteile“ bis hin zur Festnahme an, sollte er weiter zu Demonstrationen aufrufen.

Die Initiativen sind entsetzt darüber, wie hier versucht wird Menschen einzuschüchtern um so das Versammlungsrecht einzuschränken.

„Ein solches Verhalten der Polizei und Staatsanwaltschaft hat wenig mit Bürgernähe zu tun und ist mit dem im Grundgesetz verankerten Versammlungsrecht nicht vereinbar. Es scheint als hätten die Behörden jegliches Maß verloren. Hier schießt man mit Kanonen auf Spatzen“, so der Sprecher der Initiative MegA.

Die beteiligten Initiativen lassen sich hierdurch nicht einschüchtern und kündigen an, dass Verfahren offensiv in die Öffentlichkeit zu tragen. Aus einer 10-minütigen Verspätung ein Straverfahren zu „stricken“ ist dem Rechtsstaat wenig dienlich, so die Initiativen. Hier soll die öffentliche Meinungsäußerung unterdrückt und das Versammlungsrecht ausgehebelt werden.
Deshalb bitten die Initiativen um Unterstützung und rufen dazu auf, als unabhängige Prozeßbeobachter an der Gerichtsverhandlung teilzunehmen.

Die Verhandlung findet am 15. Mai um 10.50 Uhr am Amtsgericht in Recklinghausen, Reitzensteinstr. 17-21 statt.
Vor dem Amtsgericht findet ab 10.10 Uhr eine Kundgebung zum Thema Repressionen im Kreis Recklinghausen statt.
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Ergänzungen

Ähnliches in Do

Dortmunder 15.05.2008 - 08:38
In Dortmund, also ganz in der Nähe, gab es vor kurzer Zeit ein ähnliches Verfahren, weil der Demoanmelder fünf Minuten zu spät da war.
Das Ergebnis war, dass der/die Richter_in nach wenigen Minuten das ganze Verfahren einstellte. Außerdem gilt seitdem, dass mensch in Do nicht mehr wie vorher als Demoanmelder_in eine ganze Stunde vor Demobegeinn sein muss (was reine Schikane war), sondern es ist jetzt nur noch Auflage, 30 Minuten vor Demostart da zu sein.

Also: Keine Sorgen machen, die Staatsanwaltschaft macht sich lächerlich mit solchen Verfahren!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Einstein: kindischer Glaube an Gott — pervers ist die Gesellschaft in der mensch le

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@ Dortmunder — Roland Ionas Bialke