Naziangriff an der Ruhr/Bochum

Autonome Antifa vor Ort 13.05.2008 09:51 Themen: Antifa Antirassismus Soziale Kämpfe
Am Samstag den 10.5.08 griffen Nazis rund um die AN Hattingen/Essen an der Ruhrwiesen auf Höhe Bochum Dahlhausen vermeintliche MigrantInnen an und verletzten 4 von ihnen leicht.
Wie auch schon die Jahre zu vor nutzen die ortsansässigen Nazis bei gutem Wetter die Ruhrwiesen als Treff. Der anliegende Bahnhof Bochum-Dahlhausen ist direkt aus Hattingen und Essen/Essen-Steele erreichbar und ist daher für die dort ansässigen, organisierten Nazis optimal gelegen.
Bereits über den gesamten Nachmittag des Tages stießen immer wieder Kleingruppen von Nazis zu ihren, sich bereits abseits positionierten Kameraden hinzu. Es wurden eindeutige T-shirts(Lunikoff/Good Night Left Side) getragen, sodass bereits zu diesem Zeitpunkt keinerlei Zweifel an deren politischen Einstellung bestand. Gegen 20 Uhr fuhr wie üblich eine Streife die Ruhrwiesen entlang um nach dem "Rechten" zu sehen. Kurz nachdem die Streife den Nazihaufen von nunmehr ca. 35 Mann passiert hatte, machten sich immer mehr - letzendlich 30 - Nazis auf den Weg zu einem aufgeschlagenen Zelt und griffen dort aus nächster Nähe Migranten mit Pfefferspray, Teleskopschlagstöcken und Flaschen an. Allein anhand der Bewaffnung konnte man sehen, dass es sich hierbei nicht um eine zufällige Schlägerei zwischen Jugendlichen handeln konnte. Dank nun einsetzender Gegenwehr konnten die Nazis mit Flaschen auf Distanz gehalten werden, bevor der Streifenwagen zurückkehrte und sich todesmutig zwischen beide Lager stellte und per Lautsprecher durchsage sinnlose Beruhigungsversuche unternahm. Für diese arschlose Aktion bekam die Streife dann auch per Flaschenwurf ihre Rechnung und zog sich überfallartig aus dem Geschehen zurück. Die Nazis zogen sich daraufhin ebenso langsam zurück und die Situation beruhigte sich. Nach ca. 20 Minuten traf die Bochumer Hundertschaft plus Kamerawagen und Hundeführern am Ort des Geschehens ein und konnte wenig später die "schwarzgekleideten" Nazis greifen, was Anzeigen und Platzverbote für diese nach sich zog.
Was auffiel war, dass bei Migranten noch massive Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, da viele offensichtlich garnicht genau wussten wer sie da nun angegriffen hat! Zwischen "besoffenen Vollidioten" und "Gabber" (siehe auch Polizeibericht) wurden sogar "Ultras" verdächtigt. Desweiteren wurde wieder deutlich, dass man im Kampf gegen Nazis niemals auf die Hilfe der Polizei setzen bzw. vertrauen sollte und das es ebenso ruhmlos ist Nazis durch eben diese zu vertreiben! Festzuhalten bleibt ferner, dass hinter diesem offenbar organisierten Angriff die Autonomen Nationalisten aus Hattingen/Bochum und Essen-Steele stecken. Es kann nicht sein, dass diese sich ungestört an den Ruhrwiesen einnisten können.
Also Aufklärungsarbeit leisten, Präsenz zeigen und die Wiesen von grünem und braunem Unkraut freihalten!

Polizeibericht:  http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11530/1189559/polizei_bochum?search=bochum
Dieser steht wohl stellvetretend für die Verharmlosung dieses Angriffs seitens der Polizei. Der Überfall wird wie so oft als normale Schlägerei zwischen zwei rivalisierenden Jugendbanden beschrieben. Aus organsierten Nazis werden "Gabber". Aus diesem Grund der Realitätsverdrehung: KEINE KOOPERATION MIT DER POLIZEI !
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Ergänzungen

Polizei

RedZack 13.05.2008 - 11:43
Also, wenn stimmt, was hier steht - dann hat doch die Polizei versucht einzugreifen, was aber an zahlenmäßiger Unterlegenheit zunächst misslang. Warum zieht der/die AutorIn daraus die Konsequenz, dass man sich nicht auf die Polizei verlassen sollte? Auf wen hätten die Betroffenen sich denn sonst verlassen sollen? In dem Bericht heißt es ja nicht, dass nach 20 Minuten eine Hundertschaft der Antifa vorbei kam - sondern eine Hundertschaft der Polizei.

Also, was soll das...? Wie kann man aus dem (offenbar) sehr zeitnahen und entschiedenen Eingreifen der Polizei die Schlussfolgerung ziehen, dass die Polizei nicht hilft (o.ä.)?

Und schließlich: wie blöde kann man sein, die Herbeirufung der Polizei in höchster Not als (Zitat) "ruhmlos" zu bezeichnern? GEHTS NOCH??? Ich glaube kaum dass es den Opfern faschistischer Gewalt primär darum geht, "Ruhm" zu erwerben, wenn sie gerade von Nazis zusammengeschlagen werden! Was für ein sinnfreier Gedanke ist das denn? Sind wir hier auf dem Schlachtfeld, im Krieg - winken vielleicht Rumm- und Kriegsauszeichnungen, für das Nichtwählen der Telefonnummer 110? Hab ich was verpasst?

Man kann es drehen und wenden wie amn will, aber aus diesem Bericht jedenfalls geht weder hervor, dass die Polizei in irgendeiner Weise falsch gehandelt hat, noch, dass es sinnlos wäre, diese in derartigen Situationen zu verständigen.

Dies war leider nicht der erste Vorfall

HolleSonnenberg 13.05.2008 - 12:00
dieses Jahr an diesem Ort. Die anderen Vorfälle wirkten ebenfalls organisiert und die Polizei in Steele ist dafür bekannt entweder nicht einzugreifen, oder "gerade beschäftigt" zu sein. Dies hat in dem Stadtteil Steele ein Tradition von weit über 10 Jahren. Das einzige was man tatsächlich machen kann ist sich zu organisieren. Alles andere wird sich als wenig effektiv erweisen, bzw. hat sich bereits als wenig organisiert erwiesen...

So ein Schwachsinn!

dabeigewesener 13.05.2008 - 12:01
Was soll denn diese Falsche Darstellung? Nazis hin oder her aber eine Falschaussage hilft niemanden!
Fakt ist das es Anfangs eine kleinere Disskusion zwischen ca. 10 Türken mit 5 Nazis gab. Warum auch immer. Die Türken bekamen noch Verstärkung und haben einen der Nazis umgehauen worauf hin die anderen zur Verstärkung kamen. Dann ging die Prügelei mit schätzungsweise 80 Leuten und anschließendem Flaschenhagel los.

Lüge

Zeuge 13.05.2008 - 12:18
Der ganze text ist von vorne bis hintern gelogen.
Ich saß zu der Zeit in den Ruhrwiesen und hab mir das Spektakel angeguckt.
Die Ausländer haben angefangen auf Vereinzelne Leute einzuschlagen, wodraufhin andere Leute zur Hilfe kamen. Das ganze ist das in einer Massenschlacht ausgeartet. Die Kämpfe waren zum Großteil distanzangriffe (flaschen wurf) und Teleskopschlagstöcke oder Pfefferspray was im Artikel erwähnt wurde, wurden gar nicht erst benutzt.

Ich habe auch Niemanden im Lunkoff Shirt gesehn. Die Leute waren Normal angezogen...

Außerdem wurde der Bahnhof von Türken besetzt, die auch auf normale Badegäste ohne Grund eingeschlagen haben.

Der Artikel ist viel glaubwürdiger:

 http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bochum/2008/5/12/news-45569071/detail.html



@Indy Team: Bitte löscht den Artikel!

die richtige Antwort

cumberman 13.05.2008 - 14:28

Nazis in Dahlhausen

antifa 13.05.2008 - 21:49
Für Ortsunkundige: Auf der einen Seite der Ruhr liegt Hattingen, auf der anderen Seite Bochum-Dahlhausen/Essen-Steele. An Dahlhausen grenzt Bochum-Linden und Bochum-Weitmar.

In den 80ziger Jahren trainierten Nazis im Steinbruch an der Dr.-C-Otto-Straße in Dahlhausen Wehrsport. Skinheads griffen von dort aus MigrantInnen an. Aber auch ältere Nazis in Tarnanzug trainierten dort. Dabei schossen sie mit scharfen Waffen. So zumindest die Aussagen eines Anwohner, dessen Katze erschossen wurde. Das war so 1988.
Mindestens drei 15 Jährige der Wattenscheider Waldorfschule trainierten dort Schützengräben auszuheben und mit Waffen zu üben. Einer der dort Trainierenden tauchte später bei der Anti-Antifa-Gruppe "Volkswille" von Marc Meier zu Hartum aus Wattenscheid-Höntrop 1994 auf.
In benachbarten Bochum/Linden gab es Ende der 80ziger einen Taekwondo-Trainer, der Listen von Bochumer Linken führte. Dies erzählte er zumindest prahlerisch einer Frau, die er zu imponieren versuchte.
In den Ruhrwiesen übten in diesen Jahre die FAP Orientierungsmärsche. Dabei waren Axel Zehnsdorf aus Hattingen (damaliger Europakandidat der FAP), der Essener FAP-Kameradschaftsführer, etc.p.p.
Im Weitmarer Holz trainierten unter Christian Sennlaub (FAP, HNG, NO, etc.) aus Witten Nazis den Wehrsport, bis die Polizei sie hochnahm.

Anfang der 90ziger kam es unweit des Hauses der Familie Zehnsdorf (der Sohn ist Andreas Zehnsdorf, der "RockNord" machte/noch macht?) zu einem Brandanschlag auf ein Haus, dass von einer türkischen Familie bewohnt wurde. Eine der Spuren führten in eine Kneipe an der Hattinger Str., die der damalige REP-Chef von Bochum betrieb.
Usw. usf.
Der Weitmarer Schloßpark war jahrelang der Treffpunkt Hattinger und Bochumer Nazis. Der Leiter der "Galerie M" beschwerte sich nicht nur einmal bei der Stadt Bochum und der Polizei über das lasche Vorgehen der Ordnungshüter.
An der S-Bahn Haltestelle in Dahlhausen sind in den letzten Jahren immer wieder Nazis aufgefallen.

Aber ebenso gibt es in Dahlhausen jede Menge türkische Nazis der MHP. Als Jugendliche der MHP, die "Grauen Wölfe", Ende der 90ziger Antifas der Gruppe "F.A.U.S.T." anmachten, gingen diese dort vorbei und drohten den Geschäftsinhaber der MHP-Stelle Ärger an, wenn ihre Jugendlichen es noch einmal wagen sollten Antifas anzumachen. Warum auch immer, kam von de türkischen Nazis nichts mehr.
Dennoch sind die türkischen Nazis in Dalhausen ein aggressiver Jugendpart. Ebenso wie die anderen deutschen Spacken, Gabbers, etc.p.p..

Diese Infos mal ganz auf die Schnelle.

Es ist sehr gut denkbar, dass die Nasen der "FNBH" dort mitgemischt haben. Vermutlich aber eher die der "AFH" (Aktionsfront Hattingen). Die FNBH ist so gut wie tot.
An eurere Stelle würde ich mir aber mal die Kommentare des WAZ-Artikels ansehen. Da sieht man aus welcher braunen Ecke wohl die deutsche Beteiligung der Randale kam:  http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bochum/2008/5/12/news-45569071/detail.html

Subjektive Einschätzung

Whocares 15.05.2008 - 16:18
Um es vorweg zu nehmen, ich habe meine Einschätzung aus 2. Hand. Ich war nicht vor Ort.

Laut Augenzeugenaussagen ging es auf einmal ab! Wieso, weshalb, warum etwas anfing, spielt garkeine Rolle. Die Ruhrwiesen in Dahlhausen sind noch nie Opfer von rassistischen Auswügsen in dieser Dimension geworden (gut es gab immer wieder Probleme und auch mal den berüchtigten "Highlander-Vorfall", als jemanden der Kopf...). Ansonsten sind mir solche Zustände aus anderen lokalen Regionen (Steele, Bochum Wattenscheid, usw.) eher bekannt. Bis jetzt waren die Ruhrwiesen ein Ort, wo sich alle Ansässigen (egal welcher Nationalität, Religion usw.) an schönen Sommertagen versammelten und in kleinen Grüppchen Felder beschlagnahmten.

RESPEKT an die beiden Polizisten! Jene die hier einfach nur rumlabern, wären die letzten, die dafür den MUT gehabt hätten. Es ist ganz normal, dass im Ruhrgebiet innerhalb von 1std eine Hundertschaft anrücken kann. In Bochum geht das besonders schnell. Jene kommen aber auch nur, wenn es anders nicht regelbar ist (Demos, Fußball, derbe Randale). Seit mal lieber froh, dass die auch mal ihrem Job nachgehen.

Zitat aus dem Polizeibericht: "Nach dem Eintreffen von Verstärkungskräften konnte die Gruppe der schwarz gekleideten Täter in Höhe der Ruhrbrücke gestellt werden. Die Polizisten stellten die Personalien der Beschuldigten fest, sprachen Platzverweise aus und fertigten gegen die 34 Personen Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs." Das wird die Nazis sicherlich nicht groß Einschüchtern - jene die meinen ihr Interesse mit körperlicher Gewalt durchsetzen zu müssen, verstehen auch nur diese Sprache - jedoch hat es in 1. Linie die richtigen getroffen.

WAS MACHEN ca. 40 NAZIS auf einem FLECK??? Das ist doch die entscheidende Frage. Dass es dann automatisch zu Stress kommt, ist doch vorprogrammiert. Gut, dass in Bochum Dahlhausen Parole geboten wird. Die letzten größeren "Revierstreitigkeiten" sind schon paar Jahre her. Damals ging es im BermudaDreieck richtig ab. Die Nazis zogen damals den kürzeren

und ES WIRD AUCH WEITERHIN SO SEIN!!!

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