Wettlauf gegen den Tod: Freiheit für Mumia
Das Verfahren gegen afro-amerikanischen Journalisten und linken Aktivisten Mumia Abu-Jamal 1982 war ein Lehrstück politischer und rassistischer "Rechtssprechung", typisch für einige US-Bundesstaaten, aber auch darüber hinaus nicht völlig nachahmungslos.
Dem bekannten Journalisten wurde ein Polizistenmord untergeschoben. Gefälschte Zeugenaussagen, manipulierte "Beweisfotos", illegale Zeugenfilterung anhand der Herkunft, extreme Beschneidung der Verteidigungsmöglichkeiten, Verweigerung finanzieller Mittel für eigenständige Recherchen und ein Ausschluss des Angeklagten für die meiste Zeit des Prozesses erreichten jedoch noch nicht, dass die Jury Mumia Abu-Jamal schuldig sprechen wollte. Hier bedurfte es noch der vom Vorsitzenden Richter ungeahndeten Offerte des Staatsanwaltes, die Jury könne im Zweifel den Angeklagten ruhig erstmal schuldig sprechen. Schließlich "habe er noch eine Berufung nach der anderen". Selbst in den USA ist eine solche Empfehlung an eine Jury in der Schuldfindungsphase vollkommen rechtswidrig, gilt doch auch hier "in dubio pro reo" - im Zweifel für den Angeklagten.
Es wäre jedoch falsch, anzunehmen, dieser sog. Prozeß sei alleine aufgrund des als "Hanging Judge" bekannten Richters und Rassisten Alfred Sabo und des Staatsanwaltes McGill zustande gekommen. Mumia Abu-Jamal war 1982 ein US-weit bekannter linker Journalist, der mit dem Ehrennamen "The Voice Of The Voiceless" (die Stimme der Unterdrückten) hauptsächlich über Polizeigewalt, institutionellen Rassismus und öffentliche Korruption berichtete.
Die Stadt Phildelphia und ihr Bürgermeister Frank Rizzo waren erst 1978 vom US-Innenministerium wegen Ausübung rechtswidriger Polizeigewalt angeklagt worden - ein einzigartiger Vorgang in der US-Justizgeschichte. Auch der Bürgermeister hatte Mumia und andere kritische Journalisten wiederholt öffentlich bedroht, zuletzt ca. ein halbes Jahr vor Mumias Festnahme. Mumia war zu diesem Zeitpunkt Vorsitzender des Schwarzen Journalistenverbandes von Philadelphia.
Als Mumias Todesurteil Ende der 80er rechtskräftig wurde, wuchs die Gefahr einer Hinrichtung. Pennsylvenias damaliger Governeur unterschrieb in 90ern zweimal einen Hinrichtungsbefehl gegen Mumia (1995 und 1999). Beide Male konnte eine gesellschaftlich breite und international Solidaritätsbewegung das verhindern.
Seit beinahe zwei Jahrzehnten tauchen immer mehr Hinweise auf Mumias Unschuld auf. So zog eine der Hauptbelastungszeugen ihre Aussage zurück und gab zu, von der Polizei dazu gezwungen worden zu sein. Originalfotos aus der Tatnacht tauchten auf, die belegen, dass die Polizei den Tatort manipuliert und sich keinerlei Mühe gab, forensische Spuren zu sichern. Im Gegenteil, sie gaben sich alle Mühe, solche zu zerstören. Auch das vermeintliche Geständnis von Mumia wurde als völlige Erfindung seitens der Polizei entlarvt. Mitte der 90er wurde international die Forderung nach einem neuen und diesmal fairen Verfahren immer deutlicher. Nur zeigte sich auch, dass es in diesem politischen Verfahren nie um juristische Beweise ging. Sonst wäre Mumia schon längst frei. Der Druck auf die Justiz und die politisch Verantwortlichen war nach der abermals verhinderten Hinrichtung 1999 jedoch extrem groß.
2001 hob ein Bundesrichter das Todesurteil zunächst auf und wandelte es in Lebenslänglich ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung um.
Bis 2008 durchlief diese Entscheidung eine bis heute andauernde Widerspruchsphase. Am 27.März diesen Jahres entschied das 3. Bundesberufungsgericht der USA, den Spruch von 2001 aufrecht zu erhalten. Mumia, der seit seiner Verurteilung 1982 für ein neues, faires Verfahren kämpft, wurde damit fast der letzten juristischen Möglichkeit beraubt, noch mal lebend den Knast zu verlassen. Gleichzeitig machte das 3. Bundesberufungsgericht der Staatsanwaltschaft den Weg frei, in einem abgetrennten Jury-Verfahren nochmal das Strafmaß anzufechten - sprich, doch noch die Todesstrafe statt des Lebenslänglich zu erwirken.
2008 ist Mumias Leben also wieder in Gefahr. Auch seine Freiheit scheint in unabsehbare Ferne gerückt. Zwar hat seine Verteidigung bereits angekündigt, notfalls bis vor den US-Surpreme Court, also die nächste und höchste Gerichtsinstanz zu gehen. Die Erfolgschancen für Mumia vor diesem als noch rechts-konservativerer bekannten Gericht werden allerdings als gering bewertet.
Vor kurzem machte Mumia als auch seine Verteidigung in verschiedenen Stellungnahmen und Interviews deutlich, dass politische Verfahren eben nicht alleine im Gerichtssaal sondern auch auf der Straße gewonnen werden müssen. Der weltweiten Unterstützer_innenbewegung ist dies natürlich schon immer klar gewesen. Nur hatte sich gerade in den letzten zwei Jahren gezeigt, dass die einstige Solidaritätsbewegung so nicht mehr besteht.
Zwar lässt sich in den ehemaligen "Hochburgen" von Mumias Unterstützung in Philadelphia, New York, San Francisco, Paris, London, Hamburg & Berlin durchaus ein Anstieg der Aktivitäten und der öffentlichen Wahrnehmung beobachten. Nur scheint sogar das Schicksal selbst eines einzelnen politischen Gefangenen 2008 in den USA noch mehr Energie und Unterstützung zu erfordern, als sich bisher gezeigt hat.
In einigen Großstädten aber auch darüber hinaus sind in den letzten zwei Jahren alte Bündnisse wiederbelebt worden. In Berlin hat sich sogar ein völlig neues gegründet, welches seit April 2007 nichts unversucht lässt, öffentliche Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Freiheit von Mumia und die Abschaffung der Todesstrafe generell zu mobilisieren.
Zwar stimmt es hoffnungsvoll, dass ein politischer Gefangener auch noch über 26 Jahre nach seiner Verurteilung weltweite Unterstützung erfährt. Aber wenn sein Fall nicht bald von deutlich mehr Menschen aufgenommen wird, als es momentan der Fall ist, sind die Zukunftsaussichten düster.
Informationen und Material gibt es hier:
in deutsch:
Hintergründe zur Person Mumia Abu-Jamal
http://de.indymedia.org/2007/11/200552.shtml
Berliner Mumia-Bündnis
http://www.mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm
Internationales Verteidigungskomittee Bremen
http://www.freedom-now.de/
Michael Schiffmanns Webseite
http://www.againstthecrimeofsilence.de/
Schweizer Mumia-Unterstützer_innen
http://www.free-mumia.ch.vu/
Beat Club Soli CD Projekt
http://meckiemessermuzak.blogsport.de/2007/10/10/free-mumia-and-the-rest-will-follow/
Archiv der letzten 12 Jahre
http://www.sterneck.net/mumia/index.php
wöchentliche Mumia-News im Internetradio, immer montags, 18 Uhr
http://85.214.123.163:8000/metropolis.m3u
in englisch:
Journalists for Mumia
http://www.abu-jamal-news.com/
NY Mumia-Bündnis
http://www.mumia.org/
Prison Radio mit Mumias Kolumnen
http://www.prisonradio.org/mumia.htm
der neue Mumia-Film
http://www.inprisonmywholelife.com/
Lehrer_innen für Mumia
http://www.emajonline.com/
in spanisch:
Latin@s (USA) por Mumia
http://www.freemumia.net/
Mumia Unterstützer_innen Barcelona
http://libertad-mumia.blogspot.com/
Es wäre jedoch falsch, anzunehmen, dieser sog. Prozeß sei alleine aufgrund des als "Hanging Judge" bekannten Richters und Rassisten Alfred Sabo und des Staatsanwaltes McGill zustande gekommen. Mumia Abu-Jamal war 1982 ein US-weit bekannter linker Journalist, der mit dem Ehrennamen "The Voice Of The Voiceless" (die Stimme der Unterdrückten) hauptsächlich über Polizeigewalt, institutionellen Rassismus und öffentliche Korruption berichtete.
Die Stadt Phildelphia und ihr Bürgermeister Frank Rizzo waren erst 1978 vom US-Innenministerium wegen Ausübung rechtswidriger Polizeigewalt angeklagt worden - ein einzigartiger Vorgang in der US-Justizgeschichte. Auch der Bürgermeister hatte Mumia und andere kritische Journalisten wiederholt öffentlich bedroht, zuletzt ca. ein halbes Jahr vor Mumias Festnahme. Mumia war zu diesem Zeitpunkt Vorsitzender des Schwarzen Journalistenverbandes von Philadelphia.
Als Mumias Todesurteil Ende der 80er rechtskräftig wurde, wuchs die Gefahr einer Hinrichtung. Pennsylvenias damaliger Governeur unterschrieb in 90ern zweimal einen Hinrichtungsbefehl gegen Mumia (1995 und 1999). Beide Male konnte eine gesellschaftlich breite und international Solidaritätsbewegung das verhindern.
Seit beinahe zwei Jahrzehnten tauchen immer mehr Hinweise auf Mumias Unschuld auf. So zog eine der Hauptbelastungszeugen ihre Aussage zurück und gab zu, von der Polizei dazu gezwungen worden zu sein. Originalfotos aus der Tatnacht tauchten auf, die belegen, dass die Polizei den Tatort manipuliert und sich keinerlei Mühe gab, forensische Spuren zu sichern. Im Gegenteil, sie gaben sich alle Mühe, solche zu zerstören. Auch das vermeintliche Geständnis von Mumia wurde als völlige Erfindung seitens der Polizei entlarvt. Mitte der 90er wurde international die Forderung nach einem neuen und diesmal fairen Verfahren immer deutlicher. Nur zeigte sich auch, dass es in diesem politischen Verfahren nie um juristische Beweise ging. Sonst wäre Mumia schon längst frei. Der Druck auf die Justiz und die politisch Verantwortlichen war nach der abermals verhinderten Hinrichtung 1999 jedoch extrem groß.
2001 hob ein Bundesrichter das Todesurteil zunächst auf und wandelte es in Lebenslänglich ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung um.
Bis 2008 durchlief diese Entscheidung eine bis heute andauernde Widerspruchsphase. Am 27.März diesen Jahres entschied das 3. Bundesberufungsgericht der USA, den Spruch von 2001 aufrecht zu erhalten. Mumia, der seit seiner Verurteilung 1982 für ein neues, faires Verfahren kämpft, wurde damit fast der letzten juristischen Möglichkeit beraubt, noch mal lebend den Knast zu verlassen. Gleichzeitig machte das 3. Bundesberufungsgericht der Staatsanwaltschaft den Weg frei, in einem abgetrennten Jury-Verfahren nochmal das Strafmaß anzufechten - sprich, doch noch die Todesstrafe statt des Lebenslänglich zu erwirken.
2008 ist Mumias Leben also wieder in Gefahr. Auch seine Freiheit scheint in unabsehbare Ferne gerückt. Zwar hat seine Verteidigung bereits angekündigt, notfalls bis vor den US-Surpreme Court, also die nächste und höchste Gerichtsinstanz zu gehen. Die Erfolgschancen für Mumia vor diesem als noch rechts-konservativerer bekannten Gericht werden allerdings als gering bewertet.
Vor kurzem machte Mumia als auch seine Verteidigung in verschiedenen Stellungnahmen und Interviews deutlich, dass politische Verfahren eben nicht alleine im Gerichtssaal sondern auch auf der Straße gewonnen werden müssen. Der weltweiten Unterstützer_innenbewegung ist dies natürlich schon immer klar gewesen. Nur hatte sich gerade in den letzten zwei Jahren gezeigt, dass die einstige Solidaritätsbewegung so nicht mehr besteht.
Zwar lässt sich in den ehemaligen "Hochburgen" von Mumias Unterstützung in Philadelphia, New York, San Francisco, Paris, London, Hamburg & Berlin durchaus ein Anstieg der Aktivitäten und der öffentlichen Wahrnehmung beobachten. Nur scheint sogar das Schicksal selbst eines einzelnen politischen Gefangenen 2008 in den USA noch mehr Energie und Unterstützung zu erfordern, als sich bisher gezeigt hat.
In einigen Großstädten aber auch darüber hinaus sind in den letzten zwei Jahren alte Bündnisse wiederbelebt worden. In Berlin hat sich sogar ein völlig neues gegründet, welches seit April 2007 nichts unversucht lässt, öffentliche Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Freiheit von Mumia und die Abschaffung der Todesstrafe generell zu mobilisieren.
Zwar stimmt es hoffnungsvoll, dass ein politischer Gefangener auch noch über 26 Jahre nach seiner Verurteilung weltweite Unterstützung erfährt. Aber wenn sein Fall nicht bald von deutlich mehr Menschen aufgenommen wird, als es momentan der Fall ist, sind die Zukunftsaussichten düster.
Informationen und Material gibt es hier:
in deutsch:
Hintergründe zur Person Mumia Abu-Jamal
http://de.indymedia.org/2007/11/200552.shtml Berliner Mumia-Bündnis
http://www.mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm Internationales Verteidigungskomittee Bremen
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Journalists for Mumia
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Infoveranstaltung in Berlin zur Unterstützung
vom Berliner Mumia-Bündnis
16.Juni, Tristeza, Pannierstr.5, Neukölln (U Hermannplatz)
Mumia Abu-Jamal ist seit 1981 politischer Gefangener in den USA. Mit gefälschten Beweisen als vermeintlicher Polizistenmörder zum Tode verurteilt, war es eine weltweite Unterstützer_innenbewegung, die ihn bis heute am Leben gehalten hat.
Seit vielen Jahren versucht er, mit Hilfe eines neuen Verfahrens frei zu kommen. In diesem Frühjahr blockierte erneut ein Gericht diese Bemühungen schwer. Gleichzeitig wurde der Staatsanwaltschaft die Tür zu einem neuen Anlauf für ein Todesurteil geöffnet. Mumia könnte 2008 wieder in akuter Lebensgefahr sein, da mit der Eröffnung eines abgetrennten Verfahrens über Lebenslänglich ohne Bewährung (der aktuelle jur. Stand) oder aber Todesstrafe sehr bald zu rechnen ist.
Wir setzen uns seit langer Zeit für Mumias Freiheit ein. An diesem Abend wollen wir Filmausschnitte aus verschiedenen Jahrzehnten zeigen, über den ehemaligen Black Panther Aktivisten Mumia und seine spätere Arbeit als Journalist berichten sowie die weiteren politischen Hintergründe beleuchten, die zu seiner Verurteilung führten und ihn bis heute im Todestrakt gefangen halten.
Auch die Todesstrafe an sich und die Privatisierte Gefängnisindustrie der USA sind hierbei von Belang.
Beginn ist 20 Uhr, der Eintritt ist frei.
c/o
Info:
Post: Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal
im HdD
Greifswalderstr.4
10405 Berlin
Mumias Unterstützung in den USA & weltweit
Davon aber mal abgesehen, stimmt es nicht, dass "die Bürgerrechtsbewegung" oder gesellschaftliche Kräfte über die Linke hinaus Mumia nicht unterstützen würden.
The Black Caucus ( schwarze Abgeordnetengruppe im im Parlament der USA) unterstützt Mumia seit vielen Jahren. Genauso die Gewerkschaft der Hafenarbeiter_innen (ILWU). Die hat sogar schon mal explizit für ihn gestreikt. Diverse Schauspieler (u.a. Whoopie Goldberg) sind aktiv für Mumia, Professoren (allen voran Noam Chomsky) und Schriftsteller_innen (PEN Zentrum USA und Deutschland). Bekannte Musiker wie RATM, Snoop Dogg, Mos Def, die Beastie Boys und tausende andere unterstützen Mumia aktiv.
Diverse Journalisten und Medien, die US-weit oder aber im großen Rahmen in einzelnen Bundesstaaten berichten, zählen genauso zu Mumias Unterstützer_innen. In Pennsylvenia z.B. die Redakteurin Emilie Lounsberry vom Phildelphia Inquirer
Ähnlich sieht es in Europa aus. In Deutschland ist Mumia Abu-jamal Ehrenmitglied bei Ver.di BB und auch dem PEN-Zentrum Deutschand. Die Bundestagssfraktion der PDS unterstützt Mumia und die Kampagne für seine Freiheit seit geraumer Zeit und kontinurierlich.
1999 sprach sich der Deutsche Bundestag (ja, ihr habt richtig gelesen) in einer Note an die US-Regierung dafür aus, Mumia endlich Gerechtigkeit in Form eines neuen Verfahrens zukommen zu lassen. 2000 folgte das Europa-Parlament diesem Antrag mit einer fast gleichlautenden Botschaft an die damalige US-Regierung.
In Frankreich und England sieht das ähnlich aus, aus Platzgründen spare ich jetzt hier mit Beispielen.
Auch in Afrika wird Mumia sowohl von Regierungen, Parlementariern und Gewerkschaften unterstützt (z.B. Südafrika, Nelson Mandela, Desmond Tutu, COSATU)
Die Liste ist wesentlich länger. Klar ist, dass es ohne die über Jahrzehnte andauernde Arbeit linker unabhängiger Gruppen nie dazu gekommen wäre. Aber ohne diese Arbeit wird es jetzt eben auch nicht vorwärts gehen. Und die aktiven Gruppen sind nicht mehr so viele.
So verstehe ich jedenfalls den letzten Absatz des Artikels "Wettlauf gegen den Tod - Freiheit für Mumia Abu-Jamal"
Hübscher Propagandaartikel
- Mumia trug ein Waffenholster und es war mit ziemlicher Sicherheit seine Pistole mit der der Polizist umkam
- die einzigen Personen direkt am Tatort (nicht weiter entfernt stehende zeugen) war Mumia, sein Bruder (Auto) und der Polizist, es gibt bis auf vermutungen (unde einen Zeugen, der allerdings auch noch andere Dinge sah, die von keinem der anderen Zeugen bestätigt wurden) keinen einzigen handfesten Beweis für eine dritte Person
- sämtliche Zeugenausagen die jetzt seine "Unschuld beweisen" sollen sind sekundär - ich habe gehört dass der jetzt tote Zeuge seine Meinung geändert hat - wie praktisch...
- es gibt auch andere "neue" Zeugen, denen nach Mumia die Tat "gestanden" haben soll
Wie es auch immer war, dass Mumia den Polizisten erschossen hat ist nach den Fakten mehr als nur möglich und am wahrscheinlichsten, und deshalb ist er für mich eben kein politischer Gefangener und von Rassismu, naja das ist ein anderes Thema. Nur weil jemand antifaschistich und links ist, rechtfertigt das noch nicht alles!
Kampf der Todesstrafe!
@ Hübscher Propagandaartikel
Ein "hübscher Propagandaartikel" ist jedoch eher der von dir verlinkte Wikipädia-Artikel. Mumia Gegner bearbeiten den seit beinahe 15 Jahren. Es gibt wahrscheinlich schon mehrer Dutzend Schreiber_innen, die sich dort seit Jahren eine editing Ausseinandersetzung liefern.
Das erklärt die zahkreichen Ungereimtheiten auf Wikipädia.
Aber mal zu den von dir angesprochenen Punkten ("Zitate"):
1. "Mumia trug ein Waffenholster" er war Taxifahrer, vorher mehrfach überfallen und ausgeraubt worden und er arbeitet mitten in der Nacht
"es war mit ziemlicher Sicherheit seine Pistole mit der der Polizist umkam" - das ist nie bewiesen worden. Es gab in Mumias Verfahren keine forensische Untersuchung. Die Polizei gab an, die anonsten übliche Schmauchspuren- und Geruchsuntersuchung in jener Nacht "vergessen" zu haben. Auf einigen Fotos der Nacht ist zu sehen, wie ein Polizist die Waffe des erschossenen Polizisten und die von Mumia in den blossen Händen hält und spazieren trägt
2. "die einzigen Personen direkt am Tatort (nicht weiter entfernt stehende zeugen) war Mumia, sein Bruder (Auto) und der Polizist"
Das ist unwahr. Kenneth Freeman (ein Kollege von Mumias Bruder) war auch da. Sein Führerschein wurde in der Tasche des Polizisten gefunden. Kenneth Freeman tauchte nach dieser Nacht unter und wurde 1985 mit Handschellen gefesselt, nackt und tot im Kofferraum eines Autos gefunden. Laut Polizeibericht starb er eines "natürlichen Todes"...
Es gibt mehrere Aussagen, die einen "vierten Mann" vom Tatort wegrennen sahen. Ein Zeuge hatte ihn sogar genau beschrieben und als Schützen identifiziert.
Und übrigens bestreitet niemand, dass der Polizist Mumia Abu-Jamal zu Beginn in die Brust. Auch nicht die Anklage...
3. "sämtliche Zeugenausagen die jetzt seine "Unschuld beweisen" sollen sind sekundär"
Was willst du damit sagen? Die meisten wurden nicht zum Prozeß geladen und der Verteidigung wurden entsprechende Akten vorenthalten bzw. in ihrer Gesamtheit nur wenige Tage vor Prozeßbeginn ausgehändigt.
Pedro P. Polakoff war der erste Fotograf am Tatort. Seine Fotos belegen eindeutig, dass die Polizei den Tatort manipulierte.
Mumia selbst wurde meistens vom Verfahren ausgeschlossen, tat ansonsten aber das einzig richtige, nämlich unter diesen Prozeßumständne nichts zur Sache auszusagen. Jeder anwalt hätte ihm das geraten.
Ein weiterer Zeuge wurde zur Hauptverhandlung gegen Mumia nicht mehr geladen, weil er auf dem "vierten Mann" beharrte. Zuvor war er jedoch noch Zeuge in dem abgetrennten Verfahren gegen Mumias Bruder gewesen.
Ach, was soll ich das hier jetzt alles runter rattern, lies einfach selbst mal ein bisschen nach, bevor du so Halbwahrheiten wie von Wikipädia verbreitst und den Artikel oben als "Hübsche Propaganda" diffamierst. Wenn du ne e-mail angegeben hättest, hätte ich dir das auch direkt geschrieben.
4. "es gibt auch andere "neue" Zeugen, denen nach Mumia die Tat "gestanden" haben soll"
Meinste damit die 3 weiteren Polizisten, die zusammen mit den beiden im Prozeß Aufgefahrenen im februar 82 auf einmal alle die erinnernde Erleuchtung hatten, dass Mumia im Dezember 81 "die Tat gestanden habe"?
Das ist ja wirklich die schwächste und zugleich lächerlichste Manipulation der damaligen Staasanwaltschaft.
In der Nacht, als Mumia lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus kam, gaben sie zu Protokoll, er habe keine Aussage gemacht. Das war am 10. Dezember 1981, morgens, ca. 5 Uhr.
Im Februar klagte Mumia gegen alle diese Polizisten wegen der schweren Verletzungen, die sihm bei seiner Festnahme zugefügt hatten. Die haben in der Nacht bei der Fahrt ins Krankenhaus versucht, ihn tot zu trampeln.
Danach fiel ihnen auf einmal dieses "Geständnis" ein. Staatsanwalt McGill war übrigens sehr clever, sie nicht alle zu laden. Fünf Zeugen, die alle gemeinsam ein "Geständnis" vergessen? Vier davon ausgebildete Polizisten, eine Krankenhauswache? Das hätte so keine Jury geglaubt.
Ausserdem sagte der Notaufnahme Arzt aus, Mumia hätte überhaupt nicht sprechen können. seine Lungen waren voll Blut, da der Polizist ihm durch die Brust geschossen hatte. Naja, ich bin mir sicher, sowas überzeugt einen "echten Liberalen" nicht, was?
Das Mumia seit Ende der Sechziger Jahre als Pressesprecher der Black Pantherund später als Radiojournalist große Wellen mit seiner Berichterstattung schlug, ist bekannt.
Das in seinem Verfahren diese Tatsache zum Todesurteil führte, eigentlich auch.
Das der Rchter ein Rassist war, ist so oft dokumentiert worden. Es stand früher auch mal in dem WIKI-Artikel, steht da aber seit längerem nicht mehr so deutlich.
Und dass bis heute jedes bestehende Präzidensurteil gebrochen wird, wenn es um Mumias Rechte geht, ist juristisch auch nicht erklärbar.
Mumia Abu-Jamal ist den Machthabern der USA bis heute ein Dorn im Auge, nicht zuletzt wegen seines aktuellen Einfluss auf die US-Anti-Kriegs-Bewegung.
Wenn du, Anton 1, Interesse an einer tieferen Auseinandersetzung hast, maile mich einfach mal direkt an.
Radiosendung über Mumia im Internet
Please show your appreciation of Sally O'Brien's work for Mumia by
becoming a member of WBAI or making a contribution during this Mumia
special!
Pam Africa, head of International Concerned Family and Friends of Mumia
Abu-Jamal, is asking all to tune in to WBAI-FM, 99.5 on your FM radio
dial (www.wbai.com if your outside of NYC), on
Thursday, May 15th, from 7PM-10PM for a very special broadcast on Mumia
Abu-Jamal. This can also be accessed online from anywhere in the world
at
WBAI has always demonstrated unconditional solidarity with Mumia. Until
her untimely death, Safiya Bukhari, co-host with Sally O'Brien of
"Where We Live" and Founder of the NY Coalition to Free Mumia
Abu-Jamal and of the Jericho organization, provided a very special home
at this station for Mumia and all political prisoners and
prisoners-of-war.
This is extra-special programming for the Fund Drive, hosted by Sally
O'Brien, staunch Mumia supporter and intrepid reporter. Featured
will be Sally's interview with J. Patrick O'Connor, acclaimed
crime reporter and author of the just-published "The Framing of
Mumia Abu-Jamal"; insights by Pam Africa from the "belly of the
beast"—the Philadelphia political Establishment that she knows all
too well want to see Mumia dead; along with Linn Washington, friend of
Mumia and fellow-journalist who's been actively observing this case
from the beginning. Hear not only new Mumia Commentaries, but a
right-on-target recent interview with him by Chairman Fred Hampton, Jr.
SAVE THE DATE! Thursday, June 24th, New York City book signing party
with author J. Patrick O'Connor for "The Framing of Mumia
Abu-Jamal" at 7:30PM at the Brecht Forum, 451 West Street (between
Bank and Bethune Streets). Bring your questions and be prepared for
surprise guests! For more information, call the Hotline: (212)
330-8029.
Mumia ist politischer Gefangener
»Wir treten vor allem auch deshalb für Mumia ein, weil er sich politisch nicht unterwirft«
Erklärung vom Schauspieler Rolf Becker auf einer Veranstaltung des PEN Zentrums Deutschland, April 2008
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
NAJA....... — Fry Mumia
endlich Mumia befreien — icke