(Neo)naziaufmarsch in Tangermünde

Antifaschist 11.05.2008 16:18 Themen: Antifa
ca. 150 Nazis aus ganz Ostdeutschland marschierten durch die Stadt / Antifaschistische Proteste am Rande
Nachdem der regionale NPD Kreisverband Altmark (Sachsen-Anhalt) innerhalb des letzten halben Jahres bereits in Stendal/Altmark und Schönhausen/Elbe aufmarschiert ist, war am heutigen Samstag die Stadt Tangermünde, ungefähr 15 km hinter der brandenburgischen Landesgrenze, das Ziel der Partei.

Unter dem revisionistischen Motto „Schluß mit der Befreiungslüge“ marschierten ca. 150 (Neo)nazis durch die Stadt um an die letzten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges anzuknüpfen. So wurde u.a. der letzte Kampfbericht der nationalsozialistischen Wehrmacht verlesen und die Veranstaltungsteilnehmer als Teil der neuen nationalistischen Front Sachsen – Anhalts verklärt, als ob der Krieg noch immer vor den Toren tobt.

Tangermünde hat für die (Neo)nazis, die aus ganz Sachsen – Anhalt, Sachsen, Mecklenburg/Vorpommern und Brandenburg angereist waren, diesbezüglich eine besondere Bedeutung, da über die ehemalige Brücke tausende Soldaten der NS – Wehrmacht und Waffen – SS, zum Teil ausgebrochene Einheiten aus dem Kessel von Halbe, vor der Roten Armee über die gesprengte Elbbrücke in die amerikanische Kriegsgefangenschaft flüchteten, um sich der Verantwortung für die begangenen Verbrechen an der Ostfront zu entziehen.

Antifaschistischer Protest gegen den Naziaufmarsch war nur am Rande möglich, da die Bereitschaftspolizei die Veranstaltung der (Neo)nazis konsequent durchsetzte. Zum Teil wurden Protestierer abseits der Strecke verwiesen und ohne erkennbaren Grund ungefähr anderthalb Stunden quasi gefangen gehalten.

Die Stadt Tangermünde veranstaltete fernab des tatsächlichen Geschehens unter dem Motto „Bunt statt Braun“ ebenfalls eine Protestaktion gegen den Aufmarsch.
Sie muss sich jedoch gefallen lassen, durch ihre recht oberflächliche Vergangenheitsbewältigung mit zum „Mythos Tangermünde“ beizutragen. An der ehemaligen Auffahrt zur inzwischen demontierten alten Elbbrücke wurde 1995 ein Gedenkstein aufgestellt, der auch das revisionistische Weltbild der (Neo)nazis bedient. Der Stein ist den Soldaten der 12. (deutschen) Armee (also den Tätern!) und „hunderttausenden“ so genannter "zivilen" Flüchtlinge gewidmet, für die hier „am 7. und 8. Mai“ der „furchtbare Alptraum des zweiten Weltkrieges“ endete.

Ein Alptraum weil der Krieg „verloren“ ging? - fragt sich der kritische Betrachter.
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Ergänzungen

Bullerei

Ein Name 11.05.2008 - 21:56
Fairer Weise ist zu sagen, dass die Polizei den Aufmarsch verbieten wollte, weil an diesem Tag der 75 Jahrestag der Bücherverbrennung der Nazis sei. Das Oberverwaltungsgericht erlaubte den Aufmarsch trotzdem einen Tag vorher, deswegen sind wahrscheinlich auch nicht so viele Antifas angereist.

"Bundesweite Kampagne" der JN

king kong 11.05.2008 - 23:08
die demo war anscheined der abschluss einer revisionistischen kampagne der JN zum 8. mai. nen ausführlichen artikel darüber und bilder gibts hier

 http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=127&Itemid=74

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 7 Kommentare

immer das gleiche

Rick 11.05.2008 - 20:17
Die Nazis nehmen bei fast jedem Aufmarsch das gleiche Transparent. Das ist echt bitter

Rote Armee

sandmann 11.05.2008 - 20:24
Ein hochrangiger Militär der Roten Armee sagt nach dem 2. Weltkrieg, wenn Teile der Roten Armee nicht so furchtbar unter der deutschen Zivilbevölkerung gehaust hätten, wären die Hitler-Armeen im Osten schon viel früher zusammengebrochen. So aber hat der erbitterte Widerstand noch zehntausenden Sowjetsoldaten das Leben gekostet.
(Muss mal gesagt werden)

@ sandmann

---- 11.05.2008 - 21:18
Geb ich dir recht. was du aber nicht verschweigen solltest: Hätten die Deutschen in den besetzten Gebieten nicht so gehaust, wäre evtl. auch nicht das passiert was die russen dann hier durchgezogen haben (und was die Deutschen abgezogen haben muss ich dir hoffentlich nicht erklären). Davon abgesehen, waren die Amis etc nicht besser, nur redet heut keiner drüber... -weil sie sind die heilsbringer - antideutsche lassen grüssen ;)

Ursache und Wirkung - bitte nicht vergessen..!

Zukunft in Sibirien

Dubslav 11.05.2008 - 21:54
"...da über die ehemalige Brücke tausende Soldaten der NS – Wehrmacht und Waffen – SS, zum Teil ausgebrochene Einheiten aus dem Kessel von Halbe, vor der Roten Armee über die gesprengte Elbbrücke in die amerikanische Kriegsgefangenschaft flüchteten, um sich der Verantwortung für die begangenen Verbrechen an der Ostfront zu entziehen."
Was soll ein solcher geschichtsklitternder Satz, da doch jeder weiß, da es sich bei den Soldaten überwiegend um ums Überleben kämpfender zwangsrekrutierter Arbeiter und Bauern handelte, die nur die Wahl sahen zwischen Behandlung als Kriegsgefangene gemäß Genfer Konventionen und völlig ungewisser Zukunft in Sibirien?

Jeder...

Ernest Hemingway 12.05.2008 - 08:34
Jeder Mensch, der die Freiheit liebt,
schuldet der Roten Armee mehr, als er je zurückzahlen kann.

Witz ?

Horst 12.05.2008 - 11:46
@ jeder
Als Hemingway das sagte, war er bereits nicht mehr zurechnungsfähig ( Alkoholiker ) und beging dann Selbstmord. Vielleicht war es auch nur ein makabrer Witz von ihn. Auch die Satellitenstaaten, die nach dem Krieg unter Sowjetherrschaft kamen, fanden diesen Ausspruch gar nicht geistreich.

ärgerlich...

egal 12.05.2008 - 14:38
sehr sehr ärgerlich, dass der aufmarsch ein tag vorher doch noch erlaubt wurde!
die meisten antifas hatten ihn schon als verboten abgehakt und wenn man am morgen dann doch noch merkt, das was stattfindet isses zu spät...