Athen: Parteibüro attackiert

Ludwig Börne 07.05.2008 12:52 Themen: Soziale Kämpfe Weltweit
In Griechenland dauert die Serie von Anschlägen an. Letzte Woche attackierten Vermummte mit Brandflaschen und Steinen die Parteizentrale der oppositionellen Panhellenischen Sozialistischen Bewegung ("Pasok") in Athen.
Die "Pasok" wurde am 3. September 1974 gegründet und hat ihre Wurzeln in der 1968 von Andreas Papandreou im Exil gegründeten Gesamtgriechischen Befreiungsbewegung (PAK). Sie regierte von 1981 bis 2004 fast ununterbrochen das demokratische Griechenland, nur von 1990 bis 1993 stellte die Partei Nea Dimokratia (Neue Demokratie) den Regierungschef. Bei den Parlamentswahlen am 7. März 2004 verlor sie jedoch ihre Mehrheit an die Nea Dimokratia.


Nach 1974 und vor allem mit der "Pasok"-Regierung ab 1981 kam es zwar zu einer zu einer weitgehenden Anpassung an westeuropäische bürgerlich-demokratische Standards. Dennoch blieb der Großteil des rechtsextremen Personals in Polizei, Armee und Gefängnissen auf seinem Posten. Der rechte bis rechtsextreme Korpsgeist in diesen Formationen wird weiter reproduziert, in der Hauptstadt Athen sind weiterhin viele Polizisten aus den berüchtigt rechtsextremen Gebieten der Peloponnes.


Verletzt wurde bei den Anschlägen Anfang Mai niemand. Es entstanden jedoch erhebliche Sachschäden, wie das staatliche Radio berichtete. Fast zeitgleich wurden im Westen der griechischen Hauptstadt mehrere geparkte Autos und Mülleimer angezündet. Die Medien wollen die Sicherheit haben, dass es sich bei dem Anschlag um einen linksgerichteten handeln soll. Gruppen und Autonome verüben in Griechenland immer wieder Anschläge. Hintergrund ist häufig das politische Geschehen im Land und in der EU oder es geht um Forderungen, inhaftierte Gesinnungsgenossen frei zulassen.


In den vergangenen Monaten haben sich immer wieder dutzende von Anschlägen auf Institutionen ereignet, zu dem sich auch einige linke Gruppen bekannten. Vor über einem Jahr war die US-Botschaft in Athen mit einer Panzerfaust beschossen worden, die Untergrundorganisation "Revolutionärer Kampf" (EA)hatte sich dazu bekannt.
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