Homophobe/sexistische Parolen nach der 1.Mai

Emma Goldmann 03.05.2008 00:53
Homophobe und sexistische Parolen nach der 1. Mai Demonstration in Berlin


Nach der 1. Mai Demonstration in Berlin kam es nachts gegen 1:30 am Görlitzer Bahnhof zu homophoben und sexistischen Parolen von ca. 200 Teilnehmer_innen.
Um den Görlitzer Bahnhof kam es zu Auseinandersetzungen mit den Bullen, als aus einer Menge von 200 Teilnehmer_innen die Bullen mit „Ihr seid alle Homosexuell“ beschimpft wurden. Erst vereinzelt, stimmten dann nach und nach fast alle Anwesenden in den Chor mit ein. Ca.20 Minuten später wurden die Bullen als „Hurensöhne“ beschimpft, das blieb dann auch die bestimmende Parole für den Rest der Nacht bis die Versammlung aufgelöst und Richtung Warschauer Straße getrieben wurde.

Das Ansprechen einzelner Personen oder von Kleingruppen, die diese Parolen mitgrölten war frustrierend oder mit dem androhen von Schlägen begleitet.

Dies waren aber nicht die einzigen sexistischen/homophoben “Ausfälle“: Bereits zuvor hatten einzelne unter der Hochbahn vor der Moschee, die Bullen immer wieder als „Fotzen“ beschimpft. Die Umstehenden schritten auch hier wieder nicht ein.

Ich bin FASSUNGSLOS! Auch wenn mensch über den politischen Gehalt der 1.Mai Demos streiten kann, so haben diese Demonstrationen doch zumindest eine linke Geschichte. Wie ist es möglich das nach einer linken 1. Mai Demo solche reaktionären Parolen gerufen werden?! Die Stimmung war dementsprechend von den sexistischen und homophoben Sprüchen dominiert. Dies ist nicht neu und war schon in den letzten Jahren zu beobachten, wenn auch nicht in diesem Ausmaß. Die Frage ist, warum die Gruppen die die 1.Mai Demos mit vorbereiten, sich nicht verantwortlich fühlen dafür was NACH den Demos passiert um bei solchen sexistischen und homophoben Auswüchsen einzugreifen. In den 80er und 90er Jahren war dies auch möglich, durch die so genannten Kiezmilizen.

Eine Demonstration auf der der Begriff Homosexueller oder Kind von einer Prostituierten, als Beschimpfung benutzt wird, ist nicht meine Demonstration.
Gegen Sexismus und Homophobie kämpfen - immer, überall!
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Ergänzungen

inhaltlicher Ergänzung zum Thema

K.I.Z.-Antifa 03.05.2008 - 02:28
Mehr Infos gibt es hier:
 http://www.youtube.com/watch?v=iiUsqsu1UMY
 http://www.youtube.com/watch?v=rG9w2sbtmgU

oder hier:

Hurensohn - Wikipedia

Hurensohn gilt traditionell als eine besonders schwerwiegende Beleidigung, da sie sich nicht nur gegen den Beleidigten selbst, sondern auch gegen die Familienehre, speziell die Ehre der Mutter richtet. Früher waren damit im deutschen Sprachraum allerdings nicht ausschließlich die Söhne von Huren, sondern auch uneheliche Kinder gemeint, bei denen die Mutter den Vater nicht angeben wollte oder konnte. (Siehe auch: Kind und Kegel)

In der Jugendsprache wird die Bezeichnung seit Ende der 1990er Jahre in der Regel unabhängig vom familiären Hintergrund verwendet: Es gilt jedoch meist als besonders schwere Anfeindung. Entsprechende Beleidigungen sind auch in anderen Sprachen geläufig. Seine englischsprachige idiomatische Entsprechung ist motherfucker, das zu den sieben schmutzigen Wörtern gehört.

Strafbare Äußerung

Die Benutzung des Schimpfwortes Hurensohn kann strafrechtlich verfolgt werden.[1] Eine Beleidigung kann in Deutschland nach § 185 StGB „mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ geahndet werden.

billige Hetze

percival 03.05.2008 - 06:33
1. Wen interessierts, was du für deine Demo hältst.

2. Waren sämtliche Demos um 01:30 Uhr lange vorbei. Vermutlich beziehst du die auf die 18:00 Uhr - Demo, aber genauso gut könnte man sagen, es war nach dem Mayday, nach dem Myfest oder den Gewerkschaftskundgebungen in Berlin. Dazu widersprichst du dir selbst, erst sagst du, dass es nach der Demo war, und am Ende tust du auf einmal so, als hätte das auf einer Demonstration statt gefunden.

3. Warum sollten sich Demovorbereiter darum kümmern was Stunden später von irgendwelchen betrunkenen Prolls angestellt wird, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mit der Demo zu tun hatten. Nochmal zur Erinnerung, die meisten Leute die im Kiez unterwegs waren, wohnen entweder dort oder haben das myfest besucht und nicht zuletzt war noch Herrentag. Es ist wohl das gute Recht von den Organisatoren um 01:30 Uhr im Bett zu liegen. Wenn du der Meinung bist dich um solche Ausfälle kümmern zu müssen, organisiere doch selbst eine Kiezmiliz.

was soll das

egal 03.05.2008 - 09:27
1.
sexistische grölerein gehören angeprangert und kritisiert,diese aber in einen unbewiesenen zusammenhang mit einer demo zu stellen zielt nicht gegen die sexisten sonder gegen die teilnehmer aller demos an dem tag.
2.
gehört absolut nicht hierher
3.
darum geh bitte woanders PETZEN

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 10 Kommentare

...

knuffy 03.05.2008 - 01:51
...ohja, das fällt immer wieder bei Demos auf und nervt (jedenfalls mich) total...und wie oben schon beschrieben, reagieren die Angesprochenen oft nicht grade verständnisvoll...


...bevor mensch an der Gesellschaft rumkritisiert, sollte sich jede_r mal selbst einen Spiegel vorhalten...

tja...

kalle 03.05.2008 - 02:03
...dann solltest du vielleicht mal dein gesellschaftbild überdenken und dich mit den vorhandenen realitäten auseinandersetzen. ich kann sowas leider niemandem verübeln...


so weit isses schon gekommen.

(muss ausgefüllt werden)

(muss ausgefüllt werden) 03.05.2008 - 02:08
ein solches Verhalten ist mir leider auch in Hamburg bei der Gegendemo aufgefallen. Ein Mob von ca. 50-100 stieg mit mir aus der U-Bahn und stimmte sogleich die Fußballparole "Kniet nieder ihr Bauern, die Berliner sind da", ob sie wirklich aus Berlin kamen sei mal dahin gestellt, aber sowas von Kacke...

Grüße

Also

mal 03.05.2008 - 02:30
abgesehen davon das um die Zeit sowieso nurnoch Gewaltgeile Idioten unterwegs waren, sollte man doch langsam aber sicher feststellen das der 1.Mai in Berlin und dessen Gewalt schon seit Jahren nichtsmehr mit linker Politik zu tun hat, sondern ein sich selbstfeierndes Ritual geworden ist. Das keinerlei emanzipatorische Wirkung entfallten kann. An diesem Tag machen eben mal alle das was sonst nur Hools am Wochenende machen, nämlich sich besaufen und prügeln. Das die ALB und andere Gruppen die zumindest einen emanzipatorischen Anspruch hegen (ob sie diesen wirklich erfüllen sei mal dahingestellt) dem ganzen fatalerweise noch einen politischen Anspruch geben ist das eigentlich diskutierenswerte. Aber darüber machen sich diese Bewegungsfetischisten schon lange kein Bild mehr. 1.Mai in Berlin ist ein durch und durch akzeptiertes Ritual der neuen deutschen Mitte und genau deshalb stellen die Beteiligten daran auch nur einen Querschnitt dar, das es dann so endet ist also überhaupt nicht verwunderlich sondern nur die logische Konsequenz.

@2:08

Korrekteur 03.05.2008 - 02:39
D.h.: "[...]die Hauptstadt ist da" ...

Sakrament!

muss auch ausgefüllt werden 03.05.2008 - 03:06
Homosexuelle Bullen allerorten?
Naja, ob da der Wunsch der Vater(Mutter) des Gedankens war? Gerade die Köllner Bullen sahen doch richtig schnuffelig aus! Das war auf der Skalitzer fast wie eine Modenschau! Mal davon abgesehen, daß die Köllner Sixpacks fast alle von feschen Mädels gefahren wurden. Irgendwie wär's schad wenn Die alle "homosexuell" wär'n. Träum so vor mich hin, didum...

Ernsthaft: Falls es wie von Dir beschriebene Sprüche gab wärs nur Panne! Andererseits, meine Erfahrung war bisher, daß sich PolizistInnen die sich beleidigt gefühlt haben, sich ihren Unmut irgendwie von der Leber weggeknüppelt haben.
Sry, aber "homosexuell" ist nun schon lange kein Schimpfwort mehr - ausserhalb süddeutscher Dorfgemeinschaften... .

@ muss auch ausgefüllt werden 03.05.2008 -

icke 03.05.2008 - 05:28
keine ahnung wo du lebst, aber bei den jungen menschen in berlin ist "schwuler", neben "jude" und "opfer" ein sehr gängiges "schimpfwort".
so gut ich die empörung des/der autors/autorin verstehen kann, muss eben doch festgestellt weden dass das keine neue entwicklung ist und auch nix mit dem ersten mai zutun hat. das ist eben lediglich der punkt an dem es auch "anderen" auffällt.

trotteln aufs maul.
immer und überall.

Hört auf zu jammern!

Kein Spitzel, kein Querulant 03.05.2008 - 06:36
Na, haben wir wieder etwas gefunden, um zu nörgeln und zu heulen?

Nur weil des Nachts um 1.30 aus einem Haufen von besoffenen Stressern (oh sorry, gendern: StresserInnen. Oder würden Frauen so einen Schwachsinn grundsätzlich nicht rufen?) heraus ein paar dämliche Beleidigungen skandiert wurden, werden hier alle Leute von Nord nach Süd, von Ost nach West, egal ob sie zu diesem Zeitpunkt schon im Bett liegen oder in der Wache sitzen willkürlich über einen Kamm geschert und für die Sozialisation und Verhaltensauffälligkeiten von ein paar ProllInnen verantwortlich gemacht. (Proll ist übrigens auch ein Schimpfwort. Ist eine Herabsetzung der Arbeiterklasse!)

Eure Probleme möchte ich haben...

Was für eine unsägliche Jammerei, dieser Bericht!

blub

affenarsch 03.05.2008 - 16:40
man sollte dies bei der nächsten 1.mai demo thematisieren...

Willkommen in der Wirklichkeit.

Morpheus 03.05.2008 - 19:28
Die linke saubere Scheinwelt ist nicht einmal in Kreuzberg aufrecht zu halten wie man weiß. Gerade unter den Migrantenkids (hoff das war richtig ausgedrückt) hörst es an jeder Ecke. Isch fick deine Mudda, dein Vadda ist ein Spast. Kreuzberg ist vielgestaltig und nicht alle halten sich an die Gebote der Kiezpolizei :-))) besonders nicht wenn sie gesoffen haben.