Zusammenfassung 1.Mai

Haranui 02.05.2008 10:14 Themen: Antifa Repression
Ein kurzer Überblick über revolutionäre, autonome 1. Maidemos.
Hier ist eine Stichpunktartige Zusammenfassung von Autonomen 1. Mai Demonstration in verschiedenen Städten.
Die Infos stammen grösstenteils von Indy.
Genannt werden nur autonome und revolutionäre Demos und keine Gewerkschafts- oder AntiNazidemos.


Oldenburg:
Demonstrationsteilnehmer etwa 300.
Demoroute vom Hbf zum Autonomen Kulturzentrum Alhambra.
Polizei hielt sich trotz martialischem Auftreten zurück, verweigerte jedoch zum Schluss den Gang auf den Endkundgebungsplatz.

Magdeburg:
Demonstrationsteilnehmer etwa 100.
Naziaktivitäten: etwa 8 Nazis versuchten vor Demobeginn einen Angriff auf Demoteilnehmer, welcher negativ für die Nazis ausfiel.
Polizisten etwa 200 – 300.
Demoroute ging durch die Innenstadt.

Stuttgart:
Demonstrationsteilnehmer etwa 500.
Polizeiverhalten: Ständige Personalienkontrollen auf den Weg zur Demo und Schlagstockeinsätze, keine Verhaftungen mehrere verletzte Demoteilnehmer.

Mannheim:
Demoteilnehmer etwa 300.
Demoroute vom Paradeplatz bis zum Neuen Messplatz.
Martialisches Polizeiaufgebot jedoch keine Zwischenfälle.

Wuppertal:
Demoteilnehmer etwa 350.
Polizeiverhalten: Direkte Einkesselung, Schlagstock und Pfeffersprayeinsätze, und 150 – 170 Festnahmen.

Liste bitte ergänzen...
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Ergänzungen

Berlin

xyz 02.05.2008 - 10:27
Knapp 7000 auf Mayday-Parade, 10000 auf "Revolutionärer" Demo durch Kreuzberg. Anschließend kleinere Scharmützel mit der Polizei.

Berlin

macbeth 02.05.2008 - 10:43
Als etwas objektivere Schätzung würde ich sagen, das Mayfest hatte ca. 15.000 Besucher, auf der Demo waren ca. 2-3tsd. Hinterher gabs ein paar brennende Müllcontainer und ein paar Steine flogen wohl auch. Sowohl Demo als auch "After Show Party" waren allerdings letztes Jahr wesentlich enthusiastischer, und das war damals schon ein Rückschritt zu den Jahren davor.

1000 auf Rev. Demo in Hamburg

war dabei 02.05.2008 - 10:51
In Hamburg fand die Revolutionäre 1. Mai-Demo wegen des Naziaufmarsches schon am Vorabend statt. Über 1000 Leute demonstrierten gegen den Kapitalismus und für die soziale Revolution.

bielefeld

bielefelder 02.05.2008 - 10:57
Zirka 50 Leute im schwarz/roten Block auf DGB-Demonstration.
Der mit sicherheit lautstärkste Block mit huebschen Fahnen verwirrte die DGB-Teilnehmer_innen sichtbar.
"FAU - kenn ich nicht" - tja, jetzt schon.
"Sind auch Nazis auf der Demo?" "Nicht das ich wüsste, aber bei den Autonomen weisz man allerdings nie..." (DGB-Ordner)... whaha.

Mit Feuerwerkskörpern, Bengalfeuer und Sprechchören verlief die Demo ohne nennenswerte Zwischenfälle. Außer das ein komischer Nazi-Thor-Steinar-Depp sich am Demorand aufhielt. Naja, er wurd schnell verscheucht. Später tauchte er nochmal vor dem AJZ Bielefeld auf, suchte aber erneut schnell das Weite. Im Anschluss gab es noch verschiedene Veranstaltungen im AJZ Bielefeld zum Thema Anarchosyndikalismus und lecker Essen :)

Berlin

Shakespiere 02.05.2008 - 10:58
etwas realistischer: Die Mayday Parade kam am Schlesischen Tor mit max. 2000 Leuten an, weil der rösste Teil schon zum Konzert oder Fest in K-berg vorausgeeilt war. In Friedrichshain waren es sicher ein paar Tausend mehr.

@mcbeth

korrektur 02.05.2008 - 11:04
das ist so nicht ganz wahr.
die scharmützel dauerten bis zu 7-8 stunden an.
alleine am görlitzer bhf etwa 1 stunde nonstop.
die polizei hatte die meute dieses mal deutlich weniger unter kontrolle.
die 18 uhr demo hatte ca. 5000 teilnehmerinnen - getreu der faustformel:
polizei sagt 2000, demoleitung sagt 10.000 - also etwa 5000 demonstranten.

berlin zahlen mayday / abenddemo / myfest

. 02.05.2008 - 11:32
direkt nach start der mayday hab ich durchgezählt und bin auf etwas über vier tausend gekommen. auf dem weg kamen wohl noch ein bis zwei tausend dazu, in kreuzberg angekommen bröckelte die demo dann sehr schnell. 6000 maximum passt, in kreuzberg sah das aber schon etwas traurig aus. bisschen politischer als letztes jahr, aber halt doch etwas spassbetont.

die abenddemo würde ich auf etwa 4500 schätzen. war dank totenstille auf dem weg durch das myfest kaum als demo zu erkennen. noch weniger power als die mayday und dass ohne spass.

nunja - beides um klassen besser als da myfest. schlecht zu schätzen, aber 20000 trieben sich da sicher rum - die friedrichshainer vergnügungsmeilen waren dementsprechend angenehm leer.

Wuppertal

Marta Pfahl 02.05.2008 - 11:47
In Wuppertal gab es leider auch mehrer verletzte Demonstraten, da die netten Herren und Damen in Grün mit Vorliebe auf die Menschen eintraten die am Boden lagen. Es war einfach nur Glück, dass niemand schwer verletzt wurde, dennoch musste Einige noch ins Krankenhaus zur Untersuchung,

550 in oldenburg

oller 02.05.2008 - 11:52
schreiben sogar die bullen....

aachen shutdown europe

antikarl 02.05.2008 - 11:57
in aachen gabs geschubse mit den bullen beim karlspreisprotest und der autonomen shotdown europe demo.
ca 500 leute mussten sich am morgen gegen elf den weg in die stadt vom hbf aus freiboxen. die demo wurde wegen der üblichen lächerlichen auflagen gegen stahlkappen an den schuhen blockiert.
(siehe urteil, präzedenzfall aus göttingen, rote hilfe zeitung, das tragen von sicherheitsschuhen ist keine passive bewaffnung, ein/e demonstrant_in kann nicht an ihrem/seinen recht zu demonstrieren gehindert werden weil sie/er solches schuhwerk trägt, usw.)
geteilte autonome grüppchen zogen anschließend durch die stadt auf dem weg zum von bürgerlichen verseuchten und fett abgeriegelten rathausplatz wo merkelferkel und sarkotzi ihre show abhielten.
die anmelder_innen waren von den polenten abgefilmt worden und mussten sich deswegen rausshalten.
als danach ein paar protokoll-diplomatenwagen mit ner sitzblockade an der abfahrt gehindert wurden. block ca 30 leute. gabs gerangel mit den bullen. tonfas und panzerhandschuhe in die fresse von demonstrant_innen. die bullenschweine hatten ohne vorwarnung begonnen am angemeldeten versammlungsort der maydayparade die demoteilnehmer_innen von der straße zu fegen um den herannahenden staatskarossen den weg zu ebnen.
anzumerken ist hier daß die demoleitung den vorfall in ihren durchsagen völlig ignorierte bzw umging und die polizei nicht aufforderte das filmen einzustellen.
dort wäre verstärkung gegen die staatstragenden und europafestigenden zeremonien und hegemonien nötig gewesen!
die versammelten konnten die abfahrt trotz plötzlich einsetzenden hagels (der nur die bullenkameras kurz ausschaltete) um mindestens eine halbe std verzögern.
daran schloß sich eine sehr nette friedliche und mit lauter technomukke, fetten bässen und so, untermalte parade an die den bullen ihre unsinnigkeit aufzeigte und aachen aus seinem spießbürgerlichen dornröschenschlaf (schauspiel findet grad in aachen statt) geweckt hat.
dort waren dann nochmal 1000 leute unterwegs.
anschließend wurde am nachmittag gegen 15-16uhr vor dem bf halt und große gemeinsame sitzblockade gemacht um die freilassung aller bei den polizeischikanen in die gesa gekommenen leuten zu fordern.
freiheit für alle politischen gefangenen!
die demoleitung löste an dieser stelle nach unsinnigen umfragen (es gab anscheinend kein konsensfähiges demokommitee) auf und die blockade räumte sich selbst und fast alle konnten unbehelligt abzischen.
faschosichtungen gab es nur am morgen (korrigiert mich bei besserem wissen) als eine kleingruppe an's oder fk's oder lokalfaschos gegenüber des bfs auftauchte und von einem kleinen anlauf jüngerer antifas sofort verscheucht wurde als der pink-samba-block ankam.
kritik an den demoleitungen: auflagen werden nicht so einfach unkommentiert verlesen und durchsagen sich zurückzuziehen werden nicht so einfach gemacht wenn die pozilei menschen zur gleichen zeit nötigt und bedrängt.
lob an alle beteiligten autonomen gruppen!
brd - bullenstaat - wir haben dich zum kotzen satt.

osnabrück

kalle 02.05.2008 - 12:06
ca. 200 menschen auf der "radical peace parade". demo wurde von den cops wegen zeitüberschreitung (auflage war, das ganze um 16:00 uhr beendet zu haben) stark verkürzt. deswegen gab es eine kleine blockade auf einer kreuzung.

video kreuzberg

ert 02.05.2008 - 12:09

@korrektur

fr´hainer 02.05.2008 - 12:29
Das ist leider falsch.
Die Polizei hatte wirklich immer alles unter Kontrolle.
Sind "Scharmützel" ein bißchen hin-und herrennen,Mülleimer umschmeißen und Papier anzünden?
Mehr ist nähmlich nicht passiert.
Da jetzt irgendwelche achtstündigen Auseinandersetzungen zu konstruieren ist sehr lächerlich.

Bullenzahlen

Antifa 02.05.2008 - 12:51
Die Polizei hat auf der 18 Uhr-Demo in berlin 10 000 TeilnehmerInnen gezählt. Es werden wohl etwas mehr gewesen sein. Die Polizei gibt die Teilnehmer des Mayday mit 3500 an. Am Anfang waren es aber wohl bis zu 7000. Die Teilnehmerzahl der Maoisten wird von der Polizei mit 150 beziffert. Es waren aber wohl 400.

Zürich

- - 02.05.2008 - 13:06

fr´hainer 02.05.2008 - 12:29

abc 02.05.2008 - 13:37
Warst du überall gleichzeitig?

Warst zur falschen Zeit am falschen Ort, ne? Was du beschreibst, klingt nach den Szenen, gegen Ende des offiziellen Konzerts am Kottbusser Tor - da ging es am Görlitzer Bahnhof grade richtig rund. Du beschreibst ein Hin und Her um einige Abfallcontainer - was die Cops über eine Stunde nicht in den Griff bekamen. Mehr hast du nicht mitbekommen, aber jetzt so tun, als hättest du alles auf dem Schrim und könntest total objektiv berichten darüber, was lief und sowieso... Bist wohl enttäuscht, trotz deiner Allwissenheit hier von Sachen zu lesen, die es für dich nicht gab. Was du nicht gesehen hast, weil's sich zwei Straßen weiter abspielte, darf es nicht gegeben haben. Schade, schade...

Wuppertal, die Zweite

... 02.05.2008 - 14:06
Festgenommen wurden am 1. Mai in Wuppertal über 200 Demonstranten, demnach müssen insgesamt auch mehr Leute auf der Demo gewesen sein, schätzungsweise 400 bis 500.

Wuppertal Teil 3

Jack Herer 02.05.2008 - 15:25
Es wurden außerdem Leute willkürlich aus der eingekesselten
Menge herausgezogen und teilweisen mit dem Gesicht über das
Straßenflaster auf einen Innenhof gezogen. Einer
Teilnehmerin wurde im Zuge eines erneuten Vorrücken der
grünen SchlägerInnen brutal ins Steißbein getreten so daß
sie umfiel. Jemand anderes wurde durch einen Tritt gegen die
Achillessehne das Standbein weggetreten, auch er fiel auf den
Boden und konnte nicht mehr auftreten.All dies geschah in
sichtbar ruhigem Kalkül und präzise ausgeführt.

Betroffene und ZeugInnen

xx 02.05.2008 - 18:36
EA-Berlin 02.05.2008 - 10:04
- Im Zuge des 1. Mai wurden in Berlin mehr als 100 Menschen festgenommen, genauere Zahlen gibt es noch nicht.

-WENN IHR NAMEN VON FESTGENOMMENEN PERSONEN WISST UND DIESE NOCH NICHT DEM EA GEMELDET HABT, TUT DIES BITTE SCHNELL!!!

- Wenn ihr Festnahmen/Polizeigewalt beobachtet habt, schreibt Gedächtnisprotokolle und lasst sie uns bitte zukommen!Dies NICHT per Post, sondern direkt!

Ausserdem bitten wir alle Menschen, die festgenommen /in Gewahrsam waren und wieder entlassen wurden sich bei uns telefonisch abzumelden und in den nächsten Sprechstunden doch mal vorbeizukommen.

EA Sprechstunde: Jeden Di. 20-22h im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a U- Mehringdamm

TEL: 030/692 22 22


Ermittlungsausschuß-Berlin

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 6 Kommentare

Hamburg Nürnberg?

Antifa? 02.05.2008 - 11:11
Warum demonstrieren den soviele Menschen ihn ihren kleinen Städten/Gemeinden, wenn andernorts 1500 Nazis skandierend durch die Stadt ziehen?

Arbeiter Tag schön und gut, aber die waren Probleme haben sich in Nürnberg und Hamburg abgespielt. Man hatte sogar die Schonze hagebt den Leuten mal ordentlich in ihren kackbraunen Arsch zutretten und in Dtl. Städten hört man nur wieder "Alles für alle..."

Die Antifa's sollt sich langsam mal Gedanken machen, wofür sie überhaupt noch stehen.
Solidarische Grüße an alle GenossenInnen nach Hamburg und Nürnberg, die den Mut hatten.

2500 Nazis, oh mann...

Berlin Festnahmen

EA-Berlin 02.05.2008 - 11:12
- Im Zuge des 1. Mai wurden in Berlin mehr als 100 Menschen festgenommen, genauere Zahlen gibt es noch nicht.

-WENN IHR NAMEN VON FESTGENOMMENEN PERSONEN WISST UND DIESE NOCH NICHT DEM EA GEMELDET HABT, TUT DIES BITTE SCHNELL!!!

- Wenn ihr Festnahmen/Polizeigewalt beobachtet habt, schreibt Gedächtnisprotokolle und lasst sie uns bitte zukommen!Dies NICHT per Post, sondern direkt!

Ausserdem bitten wir alle Menschen, die festgenommen /in Gewahrsam waren und wieder entlassen wurden sich bei uns telefonisch abzumelden und in den nächsten Sprechstunden doch mal vorbeizukommen.

EA Sprechstunde: Jeden Di. 20-22h im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a U- Mehringdamm

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Ermittlungsausschuß-Berlin

news - news

Greta Garbow 02.05.2008 - 11:59
Polizei zieht erste Bilanz nach Mai-Feiern in Kreuzberg

02.05.

Nach Ende der Feiern und Demonstrationen zum 1. Mai hat die Berliner Polizei in der Nacht zum Freitag eine erste Bilanz gezogen. Wie im Vorjahr sei es den Einsatzkräften gelungen, Ausschreitungen auf ein Mindestmaß zu beschränken, teitle die Pressestelle mit. Entscheidend zum weitgehend friedlichen Verlauf des Feiertages habe auch diesmal das «Myfest» in Kreuzberg beigetragen. Die Demonstrationen seien weitestgehend störungsfrei verlaufen, so auch der «Mayday-Aufzug» und die «revolutionäre 1. Mai Demonstration».

Die «Zweite revolutionäre 1. Mai Demonstration» war am Abend an der Reichenberger Straße mit 10 000 Menschen gestartet. Vereinzelte Teilnehmer seien von Anbeginn an sehr aggressiv gewesen und schon vermummt erschienen. Beamte der Anti-Konflikt-Teams der Polizei seien teilweise mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. An der Spitze des Aufzuges seien kurz vor 21.00 Uhr an der Skalitzer Straße Flaschen, Fahrräder und Steine gegen Polizeifahrzeuge geworfen worden.

Polizeipräsident Dieter Glietsch, der sich einen Eindruck vom Einsatz verschaffen wollte, wurde in Höhe des Lausitzer Platzes von Gewalttätern angegriffen. Diese waren durch Blitzlichter auf ihn aufmerksam geworden, da Journalisten und Kameraleute Film- und Fotoaufnahmen von dem Behördenleiter machten.

Beamte brachten den Polizeipräsidenten mit einem Gruppenwagen in Sicherheit, der von Randalieren mit Flaschen, Steinen und Stühlen beworfen wurde. Im Anschluss suchten Gewalttäter immer wieder die Auseinandersetzung mit der Polizei, unter anderem an der Skalitzer-, Wiener- und Manteuffelstraße durch Stein- und Flaschenwürfe. Durch gezielte Festnahmen sei es den Einsatzkräften gelungen, die Lage zu beruhigen. Mehrere Kleinfeuer und vereinzelt angezündete Müllcontainer wurden gelöscht. Ein kleines Mädchen wurde in der Skalitzer Straße durch Flaschenwürfe verletzt.

© ddp


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Randalierer werfen Flaschen und Steine in Kreuzberg -
Zuvor demonstrieren linke Gruppen friedlich - Zehntausende feiern

Nach mehreren friedlichen 1.Mai-Demonstrationen und Volksfesten ist es am Donnerstagabend im Berliner Stadtteil Kreuzberg zu Ausschreitungen gekommen. Augenzeugenberichten zufolge wurde auch das Auto von Polizeipräsident Dieter Glietsch am Lausitzer Platz angegriffen. Es seien Flaschen geflogen, bestätigte ein Polizeisprecher. Glietsch hatte sich ein Bild von der Lage verschaffen wollen. Die Polizei setzte Pfefferspray gegen die Angreifer ein. Auch der U-Bahnhof Kottbusser Tor wurde zeitweise geschlossen. Auf anderen Straßen flogen Steine. Ein Container mit Altglas wurde an der Skalitzer Straße umgestoßen.

Zuvor hatten an der so genannten Revolutionären 1.Mai-Demonstration nach Polizeiangaben 10 000 Teilnehmer teilgenommen. Der Polizei zufolge gab es kleinere Ausschreitungen und Rangeleien. Außerdem hatten Sicherheitskräfte ein Fast-Food-Restaurants und Supermärkte, an denen der Zug vorbeiführte, besonders geschützt.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit waren die Demonstrationen zum Tag der Arbeit friedlich verlaufen. Durch den Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain zogen im Laufe des Tages mehrere Aufzüge linker Gruppen.

Insgesamt waren bei den Feiern und Demonstrationen in Berlin den Angaben zufolge rund 4700 Beamte im Einsatz, darunter Einsatzkräfte aus Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Im Anschluss an die abendliche Demonstration war es in den vergangenen Jahren in Kreuzberg immer wieder zu Ausschreitungen mit Verletzten und Festnahmen gekommen. In den vergangenen drei Jahren waren diese jedoch immer weniger heftig.

Die Feiern zur Walpurgisnacht waren dieses Jahr nach Polizeiangaben so ruhig verlaufen, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Im Mauerpark in Prenzlauer Berg feierten bis zu 2000 Menschen weitgehend friedlich bis tief in die Nacht hinein. Ebenfalls ruhig verlief der Abend auch bei den etwa 400 Menschen am Boxhagener Platz in Friedrichshain und im Viktoriapark in Kreuzberg zu, wo sich etwa 450 Menschen zu Walpurgisnacht-Feiern versammelt hatten. Bei kleineren Zwischenfällen wurden 13 Polizeibeamte verletzt. 24 Personen wurden festgenommen.

Am Mittag des 1. Mai begannen mehrere Volksfeste in Kreuzberg, darunter das Myfest und das Mariannenplatzfest, auf denen Zehntausende ausgelassen feierten. Zur Demonstration des «Revolutionären 1. Mai-Bündnisses» am Oranienplatz kamen etwa hundert Menschen. Die Mayday-Parade unter dem Motto «B.Streik.Berlin.Organisiert das schöne Leben» startete am Boxhagener Platz mit rund 4000 Demonstranten.

Die 1. Mai-Demonstration am Abend richtete sich unter anderem gegen Privatisierung und Stadtumstrukturierung. Das Motto lautete «Zusammen kämpfen - Gegen Kapital und Krieg - Für Solidarität und soziale Revolution". Auf Plakaten der Demonstranten war unter anderem zu lesen «Sozialismus oder Barbarei» sowie «Lohnsklaverei abschaffen». Zu den Organisatoren gehört der Ex-Terrorist Ralf Reinders. Er war 1975 als Mitglied der «Bewegung 2. Juni» an der Entführung des damaligen Berliner CDU-Landesvorsitzenden Peter Lorenz beteiligt. Am Donnerstag rief er vor dem Beginn der Demonstration zu Sabotageakten gegen die Bundeswehr auf. Zudem warf er der Bundesregierung vor, sie würde die Zahl der getöteten Soldaten im Ausland vertuschen.

© ddp

hier was zu den zahlen...

Josty Queck 02.05.2008 - 12:04
auf der rev. 1. Mai-Demo waren nach Polizeiangaben rund 10.000 Demonstranten, die Veranstalter sprachen von 12.000. ich denke, die polizei war diesmal einfach etwas objektiver beim zählen als im letzten jahr.


URL:  http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2523638

1. MAI Ein friedliches Fest in Kreuzberg – und der Tag der Arbeit im Zeichen des Arbeitskampfs
Krawall ist nicht mehr angesagt
Ein gut gelaunter Kiez, 4700 gelassene Polizisten und eine ruhige Revoluzzer-Demo. Doch die Unsicherheit blieb bis tief in die Nacht

Von Jörn Hasselmann und Christoph Stollowsky

Volksfeststimmung rund um die Oranienstraße, Kiezküche von Köfte bis Bratwurst, serviert von Anwohnern, dazu die Musik von mehr als 170 Bands auf 17 Bühnen – gratis wie der Sonnenschein am Nachmittag. Abgesehen von einer in die Luft geschossenen Leuchtkugel vor der Kreuzberger McDonald’s-Filiale während der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ und danach vereinzelten Flaschenwürfen und Festnahmen blieb es bis zum späten Abend friedlich. Polizeipräsident Dieter Glietsch wurde am Rand des Aufzugs von Demonstranten erkannt und bedrängt. Polizisten brachten ihn in einem Mannschaftswagen in Sicherheit.

„Kreuzberg hat die Schnauze voll von Krawall“, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD), der gemeinsam mit Polizeipräsident Glietsch auf dem „Myfest“ unterwegs war. Für Randalierer werde es durch das von lokalen Initiativen getragene Straßenfest immer schwieriger, weil die Bevölkerung keine Deckung mehr gebe, sagte Körting. Er zeigte sich am frühen Abend optimistisch, dass es zu keinen größeren Auseinandersetzungen kommen werde in der Nacht – auch weil es dafür keine äußeren Anlässe gebe wie im Vorjahr den G-8-Gipfel. Rund 150 Autonome seien zudem in Bussen zur Anti-Nazi- Demo nach Hamburg gefahren, dazu eine unbekannte Zahl in privaten Pkw. Grundsätzlich vorbei sei die Gefahr von Ausschreitungen jedoch nicht angesichts von rund 900 polizeibekannten Autonomen in Berlin, sagte der Innensenator.

Um das Risiko möglichst gering zu halten, hatte die Polizei rund 4700 Beamte im Einsatz. Die hielten sich allerdings auffallend zurück. Auf dem Fest selbst waren überwiegend Polizisten in Zivil im Einsatz, unterstützt von rund 100 Mitgliedern freiwilliger Antikonflikt-Teams, die in ihren neongelben Westen wo nötig Streitigkeiten im Festgeschehen schlichten sollten. Die uniformierte Polizei hatte sich mit ihren Einsatzfahrzeugen in entfernte Seitenstraßen zurückgezogen, auch um dem Vorwurf aus vergangenen Jahren, allein durch Präsenz zu provozieren, vorzubeugen. Ganz unbeachtet blieben die Beamten aber auch dort nicht. Freiwillige der Heilsarmee schenkten Kaffee aus und verteilten Nuss-Küsschen an die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Sicherheitskräfte.

Das Sicherheitskonzept ging offenbar auf. Selbst die „Revolutionäre 1. Mai Demonstration“, traditionell der Auftakt zum abendlichen Aufruhr, konnte diesmal keinen Funken der Gewalt entzünden. Rund 10 000 Demonstranten, etwa doppelt so viele wie im Vorjahr, zogen ab 18 Uhr vom Oranienplatz durch SO 36, begleitet von einem großen Polizeiaufgebot, das sich jedoch betont zurückhielt. Selbst vermummte Autonome wurden beim Aufmarsch geduldet. Als Mitveranstalter der Demo trat der Ex-Terrorist Ralf Reinders auf, der 1975 an der Entführung des damaligen Berliner CDU-Landeschefs Peter Lorenz beteiligt war. Der Aufzug endete gegen 22 Uhr mit einem Konzert der italienischen Ska-Band „Banda Bassotti“ am Kottbusser Tor.

Bereits am Vorabend des 1. Mai, bei der Feier der Walpurgisnacht im Mauerpark in Prenzlauer Berg, war es der Polizei durch massive Präsenz gelungen, Gewalttätigkeiten weitgehend zu vermeiden. Während einer kurzen Auseinandersetzung mit Linksautonomen und Punks, begleitet von Flaschen- und Steinwürfen, waren nach Mitternacht 24 Personen vorübergehend festgenommen worden. In der Nähe brannten kurz darauf zwei Autos; im Vergleich zu früheren Walpurgisnächten eine ruhige Nacht. Insgesamt waren 2700 Polizisten in Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg im Einsatz.

Der gewerkschaftliche „Tag der Arbeit“ stand vor allem im Zeichen der aktuellen Tarifkonflikte im Einzelhandel und öffentlichen Dienst sowie dem Streik bei der BVG. Insgesamt rund 15 000 Menschen zogen bei verschiedenen Demonstrationen durch die Straßen der Stadt, allein 5000 folgten dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur zentralen Maidemonstration. Bei der Schlusskundgebung am Brandenburger Tor machte Verdi-Chefin Susanne Stumpenhusen vor allem Finanzsenator Thilo Sarrazin für den langwierigen Tarifstreit bei der BVG verantwortlich.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 02.05.2008)

1. Mai in Strasburg

Nat 03.05.2008 - 00:08
Mehrere tausend Menschen gingen im französischen Strasbourg für ArbeitnehmerInnenrechte auf die Straße. Darunter 150 AnarchistInnen von beiden Seiten des Rheins, die unter dem Motto „Für selbstverwaltete Gewerkschaften! Für eine selbstverwaltete Gesellschaft“ demonstrierten.

Die anarchistische, nicht angemeldete Demo, zu der die Federation Anarchiste – Strasbourg und erstmals die Anarchistische Gruppe Ortenau aufgerufen hatten, ging in die Innenstadt, wo sie dann auf die Gewerkschaftsdemo traf und wie schon 2006 und 2007 in ihr einen eigenen schwarzroten Block bildete.
Mehrsprachige Slogans, Transparente, passende Musik und Flyer transportierten libertäre Ideen und Forderungen.
Ein weiterer Flyer machte auf den im April 2009 in Kehl und Strasbourg stattfindenden Jubiläumsgipfel der Nato aufmerksam.

Nach dem Ende der Großdemo ging es in einer Spontandemo zum autonomen Kulturzentrum Molodoi, wo es vegane Vokü gab und der Film „The Take“, der die Fabrikbesetzungen und das Selbstverwaltete Arbeiten in Argentinien behandelt, gezeigt wurde.

 http://www.de.indymedia.org/2008/05/215221.shtml

Aachen

Bailan 04.05.2008 - 18:00
Aachen.
Ich muss sagen das die Demo in Aachen teilweise an kraft fehlte.
Zwar kann der Moderator auf die verschiedenen Aktionen gut hinweise. Ich hätte mir aber von den Demonstranten mehr durchsetzungsvermögen gewünscht. Bei der ersten Blockade der Bonzenwagen gab es mehrer leute die hinter der Blockade standen sich dieser aber nicht anschlossen (sehr schade hätte sehr gut verzögern können) ganz davon zu schweigen das nach der dritten aufforderung ca. 25% der leute aufgestanden sind und einfach gegangen wobei man nicht damit hätte rechnen können das die Polizei hätte räumen können oder in GeSas räumen können da sie dafür definitiv zu wenige waren.
Das selbe spiel zeigte sich bei der Blockade am HBF, der Versammlungsleiter stellt die frage, bleiben oder weiter feiern gehen und mehrheitlich wird sich für bleiben entschieden er lösst die demo auf (richtig!!!) und sagt dann das die leute aber zum feiern wie geplant da und da hingehen können und die leute machen sich auf dem weg (falsch). es gab vor ort zwar massen an wannen von der polizei aber keinerlei fahrzeuge die zu einer größeren räumung hätten verwendet werden können wie räumungsfahrzeuge WaWes und ähnliches. kaum haben die bullen die strasse betreten befanden sich ein großteil der schwarzgekleideten und vermummten auf dem weg auf die bürgersteige richtung bahnhof und innenstadt... mobaction ist nicht nur stil!!!

positiv kann ich erwähnen das bei der ersten blokade ein mob ausserhalb der sitzblockade durch stören, drängen und (passivem) widerstand dazu beigetragen hat das die blockade länger gehalten worden ist. Sie hat die Polizei gebunden und an der räumung gehindert.
Auch das die nazis vom bahnhof vertrieben worden sind ist super genial gewesen da war das potenzial der demo eigentlich zu erkennen.