Das übliche Sitzen

antistar 01.05.2008 15:52 Themen: Soziale Kämpfe
Die diesjährige Maidemo lief in Augsburg mal wieder ganz typisch ab: der Protest wird ins Leere geleitet und die Herrschenden beruhigen das Volk!
Augsburg, auch am 1. mai 2008 lief das Standartprogramm ab. Es versammelten sich etwas über 1000 Demonstranten beim Moritzplatz und liefen zum roten Tor, wo sie sich brav in einen Theateerbühne begaben und den neuesten Erklärungen der Sozialräuber Gehör schenkten.
Der Treffpunkt war bereits um 9.30 auf der Maximilianstraße in Höhe des Moritzplatzes wo sich bis dahin über 1000 Menschen versammelten. Zu sehen waren Fahnen etlicher Gewerkschaften, der Jusos, der DFG-VK und der Atik (Konföderation türkischer Arbeiter Europas). Zu dieser ist zu sagen, dass sie mit Trommelgruppe, lautem Parolenschreien und Tanzgruppe positiv auffiel. Von ihnen waren auch als einzigste traditionelle Lieder wie Internationale zu hören, der Rest der SPD-getreuen Gewerkschafter war sich dafür wohl zu schade für solche „extremistischen“ Klänge. An diesen Türken sollten sich viele deutsche ein Beispiel nehmen. Mitgelaufen sind des weiteren ohne Fahne einige Mitglieder von SDAJ und DKP, die allerdings ihren Schwerpunkt auf den Naziaufmarsch in Nürnberg gelegt haben und so in Augsburg unterrepräsentiert waren sowie Vertreter der LINKEN, deren Grossteil sich bereits aber am Marschziel befand wo sie einen Infostand aufgebaut haben.
Bei bestem Wetter und optimalsten Temperaturen setzte sich nun der Demozug in Bewegung. Man ging über die Maximilianstraße (wo die angesagtesten Schikeriabars Augsburgs liegen – die aber erst abends aufmachen, man kann sich also vorstellen dass die Straße leer war) den Milchberg runter und danach in die Spitalgasse (die Gegend kann man seelenruhig als Altstadtwohngebiet bezeichnen) zur Freilichtbühne am roten Tor. Dort angekommen, setzte man sich auf die Zuschauerplätze und hörte nach musikalischen Einlagen einige Gewerkschaftler. Eine Beleidigung an diesem tag war, dass auch Kurt Gribl, neu gewählter Bürgehrmeister von der CSU (bayrischer CDU-Ableger) auch ein Gruswort sprechen durfte. Erfreulicherweise ließen es sich einige Teilnehmer nicht nehmen, ihn sichtlich und hörbar auszubuhen. Den im Gegensatz zur SPD, die wenigstens so tut als ob sie sozial ist, hetzt die CSU gegen Streiks und untergräbt konsequent den Mindestlohn. Nach weiteren reden löste sich die Veranstaltung aalmehlig auf.

Ein weiteres Ereignis gab`s in Augsburg auch, das aber aufgrund von seiner Geringfügichkeit keinen Eigenen Artikel bekommen hat. Am Samstag den 26 April gab es einen dezentralen Aktionstag gegen das geplante Versammlungsgesetz. Es ist aber leider daraus hinausgelaufen dass 30 – 40 Aktivisten unterschiedlicher politischer Gruppierungen ( DIE LINKE, VVN-BDA, die Grünen, AK Vorrat, Atik, Antifa, SDAJ) in der Fußgängerzone verstreut einige Infostände durchführten, wo die vorbeigehenden Menschen auf die neuesten antidemokratischen Bestrebungen der CSU aufmerksam gemacht wurden. Um 12.00 marschierten 15 von Ihnen zum Rathausplatz um dort eine Minidemo zu machen (einen Kreis zu bilden und Schilder mit „rettet die Versamlungsfreiheit“ hochzuhalten). Das ist aber wegen mangelnder demonstranten nicht gelungen.
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