Anti-Atom-Protest bei EON-Hauptversammlung
Zahlreiche Anti-Atom-Initiativen und Umweltgruppen aus Russland, Finnland und Deutschland haben gestern auf der EON-Hauptversammlung gegen die Atom- und Klimapolitik von EON protestiert. Der Vorstand sah sich über weite Strecken in der Defensive und kündigte an, 2009 den Uranmüllexport nach Russland einzustellen. Im Gegensatz zu letztem Jahr gebe es auch keine konkreten AKW-Projekte in Osteuropa mehr - dafür sind nun Großbritannien und Finnland Top-AKW-Ziele für EON.
Der Tag begann mit dem Empfang der AktionärInnen durch die Umweltorganisation urgewald, die einen hervorragenden alternativen Geschäftsbericht zu den atomaren EON-Machenschaften verteilte. Auch attac war außerhalb der Hauptversammlung mit Bannern aktiv und forderte "E wie enteignen".
Drinnen hatte zunächst EON-Chef Bernotat das Wort. Sein werbewirksames Credo: "Wir nehmen Verantwortung ernst." Und: "Erneuerbare Energien sind gut für das Klima und fürs Geschäft."
Doch im Laufe des Tages blieb von den Parolen nichts übrig.
So kündigte Bernotat an, bis 2030 wolle EON mehr als die Hälfte seiner Energie CO2-frei produzieren. Mit dabei: Atomenergie und (CO2-freie) Kohle! EON nutzt die Begriffe "Erneuerbare Energien" und "CO2-frei" nur als Phrasen, um die Öffentlichkeit zu blenden.
Beim Thema Verantwortung wurde es auch nicht besser: Robin Wood erinnerte an die Störfälle in den AKWs Krümmel (50% EON) und Brunsbüttel (33,3% EON). EON-Chef Bernotat: "EON ist nur Gesellschafter bei Vattenfall. Die Betriebsführung liegt bei Vattenfall." Ergo: Keine Mitverantwortung von EON für Störfälle in Krümmel und Brunsbüttel. Immerhin kündigte Bernotat auf Nachfragen an, dass Krümmel nicht vor Ende August und Brunsbüttel nicht vor Ende Juni wieder ans Netz gehe, "wenn alles läuft".
Laut Bernotat trägt EON auch keine Mitverantwortung für die Uranmülltransporte der Beteiligungstochter Urenco von Gronau nach Russland. "EON ist nur Minderheitsaktionär bei Urenco mit eingeschränkten Mitwirkungsrechten." Aber dann wusste er doch, dass der Uranmüllexport 2009 gestoppt werden soll, dass in Russland ein "unsachgemäße Lagerung ausgeschlossen" sei und dass Urenco kein wiederangereichertes Uran aus Russland zurücknimmt. Im Klartext: Urenco exportiert seinen Müll zu 100%! (www.urantransport.de)
Urgewald nagelte den EON-Vorstand auf seine AKW-Pläne in Osteuropa fest. Überraschend deutlich die Antwort: Man habe derzeit keine konkreten Neubaupläne in Osteuropa, weder in Bulgarien, der Slowakei noch sonstwo. Stattdessen konzentriert sich EON auf Großbritannien, wo 10 AKWs gebaut werden sollen und auf Finnland, wo EON verzweifelt versucht ins Geschäft zu kommen (www.urgewald.de).
Insgesamt war deutlich, dass der Protest dieses Jahr stärker ausfiel als letztes Jahr. Der Vorstand wirkte auch wesentlich gereizter. EON-Chef Bernotat betonte mehrfach, das Verhältnis zu Gesellschaft und Politik sei weiter belastet. Da hat er Recht. Deshalb werden EON und die anderen Atomkonzerne auch in Zukunft starken Gegenwind bekommen.
Heute beginnt zum Beispiel am Atommüll-Zwischenlager Ahaus ein Aktionscamp und morgen startet in Ahaus die Frühjahrskonferenz der Anti-Atom-Bewegung, die bis zum 4. Mai dauert (www.bi-ahaus.de, www.bi-ahaus.de).
Drinnen hatte zunächst EON-Chef Bernotat das Wort. Sein werbewirksames Credo: "Wir nehmen Verantwortung ernst." Und: "Erneuerbare Energien sind gut für das Klima und fürs Geschäft."
Doch im Laufe des Tages blieb von den Parolen nichts übrig.
So kündigte Bernotat an, bis 2030 wolle EON mehr als die Hälfte seiner Energie CO2-frei produzieren. Mit dabei: Atomenergie und (CO2-freie) Kohle! EON nutzt die Begriffe "Erneuerbare Energien" und "CO2-frei" nur als Phrasen, um die Öffentlichkeit zu blenden.
Beim Thema Verantwortung wurde es auch nicht besser: Robin Wood erinnerte an die Störfälle in den AKWs Krümmel (50% EON) und Brunsbüttel (33,3% EON). EON-Chef Bernotat: "EON ist nur Gesellschafter bei Vattenfall. Die Betriebsführung liegt bei Vattenfall." Ergo: Keine Mitverantwortung von EON für Störfälle in Krümmel und Brunsbüttel. Immerhin kündigte Bernotat auf Nachfragen an, dass Krümmel nicht vor Ende August und Brunsbüttel nicht vor Ende Juni wieder ans Netz gehe, "wenn alles läuft".
Laut Bernotat trägt EON auch keine Mitverantwortung für die Uranmülltransporte der Beteiligungstochter Urenco von Gronau nach Russland. "EON ist nur Minderheitsaktionär bei Urenco mit eingeschränkten Mitwirkungsrechten." Aber dann wusste er doch, dass der Uranmüllexport 2009 gestoppt werden soll, dass in Russland ein "unsachgemäße Lagerung ausgeschlossen" sei und dass Urenco kein wiederangereichertes Uran aus Russland zurücknimmt. Im Klartext: Urenco exportiert seinen Müll zu 100%! (www.urantransport.de)
Urgewald nagelte den EON-Vorstand auf seine AKW-Pläne in Osteuropa fest. Überraschend deutlich die Antwort: Man habe derzeit keine konkreten Neubaupläne in Osteuropa, weder in Bulgarien, der Slowakei noch sonstwo. Stattdessen konzentriert sich EON auf Großbritannien, wo 10 AKWs gebaut werden sollen und auf Finnland, wo EON verzweifelt versucht ins Geschäft zu kommen (www.urgewald.de).
Insgesamt war deutlich, dass der Protest dieses Jahr stärker ausfiel als letztes Jahr. Der Vorstand wirkte auch wesentlich gereizter. EON-Chef Bernotat betonte mehrfach, das Verhältnis zu Gesellschaft und Politik sei weiter belastet. Da hat er Recht. Deshalb werden EON und die anderen Atomkonzerne auch in Zukunft starken Gegenwind bekommen.
Heute beginnt zum Beispiel am Atommüll-Zwischenlager Ahaus ein Aktionscamp und morgen startet in Ahaus die Frühjahrskonferenz der Anti-Atom-Bewegung, die bis zum 4. Mai dauert (www.bi-ahaus.de, www.bi-ahaus.de).
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Ergänzungen