Straßenumbenennungen in drei Städten

Gesellschaft für kritische Geschichtsforschun 25.04.2008 15:04 Themen: Antifa Antirassismus
in der Nacht von 24. auf 25.April wurden die Karl-Peters-Straßen in 68219 Mannheim, in 67657 Kaiserslautern und 67433 Neustadt jeweils in Jagodjo-Straße umbenannt. Im Zuge dieser Umbenennung wurden hunderte Briefe an die Anwohner in den drei Städten verteilt und die Straßenschilder zu Jagodjo-Straße geändert. Zusätzlich informierten Flugblätter über die Hintergründe der Neubenennug.
Warum diese Änderung?

Die Karl-Peters-Straßen erinnern an einen der brutalsten und grausamen deutschen Kolonisatoren.

Karl Peters war nicht nur Agitator einer aggressiven Kolonialpolitik, er war gleichzeitig einer der brutalsten Kolonisatoren in Ostafrika. Er empfahl unter anderem die am Kilimandscharo lebenden Warombo auszurotten und begann seine Pläne in die Tat umzusetzen.

Der Grund seiner Entlassung durch das Auswärtige Amt im Jahre 1893 war jedoch nicht sein brutales Vorgehen gegenüber der lokalen Bevölkerung, sondern eine aus persönlichen Gründen befohlene Hinrichtung seiner Dienerin Jagodjo und seines Dieners Mabruk. Der Historiker Hans-Ulrich Wehlen charakterisierte Peters als einen „erfolgsarmen, gerichtsnotorisch kriminellen Psychopathen“, der „eine explosive Mischung von pangermanischen, antisemitischen, unverhohlen rassistischen Ideen“ verfocht.

Es wundert daher nicht, dass Karl Peters ausgerechnet von den Nationalsozialisten im Jahre 1937 vollständig rehabilitiert wurde. Leider erinnern bis heute Denkmäler und Straßen an diesen brutalen und rassistischen deutschen Kolonisatoren.

Durch die zeitgleiche Umbenennung der Karl-Peters-Straßen in Mannheim, Kaiserslautern und Neustadt an der Weinstraße soll nun ein Zeichen entgegengesetzt werden. Mit der Neubenennung der Jagodjo-Straße soll stellvertretend an die vielen Opfer deutscher Kolonialpolitik erinnert werden.

Der zeitlich nahe Rahmen zu den Aufmärschen von Neo-Faschisten am 1.Mai 2008 in Kaiserslautern und Neustadt wurde von uns bewusst gewählt. Wir sind der Meinung, dass rassistischen und nationalistischen Demonstranten nicht kritiklos die Straße überlassen werden darf. Genauso wenig nehmen wir Straßennamen hin, die diese menschenfeindlichen, rassistischen Ansichten verkörpern!



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Ergänzungen

Noch ´ne Straßenumbenennung

irrer Alt-68er 25.04.2008 - 17:37
Einladung:

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde der taz,

es ist soweit: der östliche Teil der Kochstraße wird offiziell in Rudi-
Dutschke-Straße umbenannt.

Wir laden Sie und euch herzlich ein, mit uns zu feiern.

Mittwoch, 30. April 2008, 17 Uhr
Rudi-Dutschke-Straße Ecke Axel- Springer-Straße.

Kundgebung mit anschließender Demo über die Rudi- Dutschke-Straße
Im Anschluss: Party im tazCafe
ab 19 Uhr liest und kommentiert Serdar Somuncu die "Bild"

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen und euch

Verlag und Redaktion der taz

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 7 Kommentare an

? — ?

ungebildet — xof

quatsch — Zahlkuh

sie war... — acrata

Gute Sache — Palme

Hoffentlich... — egal

Noch ne Umbenennung — "Bürgerlicher"