Hintergründe zur Neonazigroßdemo in Stolberg

AntifaschistInnen aus Aachen 22.04.2008 21:25 Themen: Antifa
Stolberg: Am 26.4 marschieren NPD und Kameradschaften wieder gemeinsam
Hintergründe zum Großaufmarsch
Am 26.4.2008 ruft die NPD zum Großaufmarsch nach Stolberg (Rhld.) bei Aachen auf. Beteiligt sind freie Kameradschaften, etwa die „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), aber auch konkurrierende Kräfte, wie die NS-Szene um den Hamburger Neonaziführer Christian Worch. Erwartet werden ca. 800 Neonazis aus Deutschland und den umliegenden Staaten. Der Anlass des Großaufmarsches ist die Tötung eines jungen Mannes in Stolberg. Am 4.4.2008 kam es zu einer Auseinandersetzung zweier Gruppen Jugendlicher, die für einen der Beteiligten tödlich endete (Vgl.  http://www.n-tv.de/950059.html ,  http://klarmann.blogsport.de/2008/04/06/rechts-junger-rechtsextremist-bei-messersteicherei-in-stolberg-getoetet,  http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=484561&_wo=Lokales:Stolberg).
Aus der Tatsache, dass sich in der Gruppe des Getöteten ein Mitglied der örtlichen NPD befand, leiten Neonazis ab, das Opfer sei einer der ihren gewesen. Und wenn schon nicht einer der ihren, denn in dieser Frage sind sich die Neonazis nicht einig, so sei er doch wenigstens „ein junger Deutscher“. Tatsächlich ist unklar, wo sich das Opfer politisch einordnete. Familie, Freundinnen und Freunde zumindest bestreiten eine rechte Gesinnung und verwehren sich gegen die Instrumentalisierung und Vereinnahmung von rechts( http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=483335&_w
,  http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27685/1.html) und entfernten die Kerzen und Plakate am Tatort ( http://www.an-online.de/sixcms/detail.php?template=an_detail_suche_archiv&_wo=Suche%3AOnlinearchiv&_starttest=x&_suchid%5B1%5D=30057&_suchid%5B9%5D=30062%2C30051&_suchbegriff=+%22Nachbarschaftsfest+soll+Rechten+den+Aufmarsch+verderben%22&_do.x=31&_do.y=9&_do=go&_artikelid=497755#nachoben). Für ihre Gegenwehr werden die Eltern des Opfers von der Neonaziszene beispielsweise bei Altermedia massiv diffamiert. Der vermeintliche Täter wird von den Neonazis als Migrant bezeichnet. Der in Deutschland geborene Staatenlose befindet sich mittlerweile in U-haft ( http://neu.az-web.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&id=480828&_wo=Lokales:Euregio).
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Schon am Tag der Auseinandersetzung begannen neonazistische Kreise die Mythologisierung des Opfers in die Wege zu leiten. Er wurde stilisiert zum im Kampf ermordeten Soldaten, zum Märtyrer für die national(sozialistisch)e Sache, zum Held, der für Deutschland fiel.
Bereits am nächsten Tag fand in Stolberg eine Demonstration der extremen Rechten statt, an der sich ca. 160 Neonazis beteiligten ( http://www.redok.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1072&Ite). Spätestens hier wurde deutlich, mit welchem Ziel die Instrumentalisierung betrieben wird. Das Ereignis wurde zugunsten rassistischer Ideologien umgedeutet und als vermeintlicher Beleg für einen von der extremen Rechten seit Jahren propagierten „Kampf der Kulturen“ herangezogen. Aus dem als „Trauermarsch“ deklarierten Aufmarsch heraus wurden an migrantischen Einrichtungen, von MigrantInnen bewohnten Häusern und an Geschäften Parolen wie: „Kein Vergeben, kein Vergessen, Türken haben Namen und Adressen“ und „Wir kriegen Euch alle!“ von Neonazis skandiert ( http://klarmann.blogsport.de/2008/04/06/rechts-junger-rechtsextremist-bei-messersteicherei-in-stolberg-getoetet/).
Das Vorgehen der bundesdeutschen Neonazi-Szene erinnert stark an die Mythologisierungsstrategien schwedischer Neonazis: In Salem, einem Vorort Stockholms, kam im Jahr 2000 ein junger Neonazi bei einer Auseinandersetzung mit Migranten zu Tode. Auch in Schweden wurde der Tote umgehend zum Märtyrer stilisiert. Seitdem findet dort jedes Jahr einer der größten NS-Aufmärsche Europas statt. Einer der prominentesten Teilnehmer des Aufmarsches im schwedischen Salem ist Christian Worch ( http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=108&Itemid=74). Da es den dortigen neonazistischen Organisationen anfangs gelang, ihren Aufmarsch als Trauerarbeit darzustellen, reagierten weder Öffentlichkeit noch Gemeindeverwaltung ( http://www.antifa.de/cms/content/view/312/32/ ,  http://www.nmr.nu/ ). Dies ist auch der deutschen Neonaziszene bekannt. Längst parallelisieren sie in ihren Internet-Foren Stolberg mit Salem: „Der bestialische Mord erinnert irgendwie an die viehische Abschlachtung unseres Kameraden Daniel Wretström in Schweden. Ich hoffe das (sic) dem nunmehr gestern gefallenen Märtyrer (…) genauso aktiv gedacht wird. Es sollte an seinem Todestag jedes Jahr eine gewaltige Trauerveranstaltung geben (…)“.
Die rassistischen Effekte der Mythologisierung des Stolberger Vorfalls zeigte sich in den folgenden Tagen am deutlichsten an Vernichtungsphantasien in Internetforen, in denen Vergasung („INS GAS MIT DEM GANZEN AUSLAENDER UNGEZIEFER - RADIKAL UND GNADENLOS“), brennende Häuser und weitere Mordgedanken propagiert werden.
Zur gleichen Zeit veröffentlichten Aachener Neonazis Fotos und Namen von vermeintlich an der Auseinandersetzung Beteiligten.
Bundesweit ( http://de.indymedia.org/2008/04/212600.shtml,  http://de.indymedia.org/2008/04/212868.shtml,  http://de.indymedia.org/2008/04/212878.shtml,  http://de.indymedia.org/2008/04/212640.shtml) und im europäischen Ausland ( http://indymedia.nl/nl/2008/04/51535.shtml,  http://zentropa.info/ ) wurde das Ereignis aufgegriffen. In etlichen Städten fanden als Reaktion Demonstrationen neonazistischer Kräfte statt. Zugunsten eines Großaufmarsches in Stolberg wurden andere an diesem Tag geplante Aufmärsche abgesagt. Strategisches Ziel der bundesdeutschen Neonaziszene ist es, einen jährlichen Aufmarschanlass zu initiieren, es „bietet sich die Chance mit dem Aufbau eines Märtyrers einen Ersatz für die zunehmend floppenden ‚Rudolf-Hess-Aufmärsche’ zu schaffen“ ( http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=108&Itemid=74).
Zwischenzeitlich diskutierten differierende Spektren der bundesdeutschen extremen Rechten um den geeigneten Termin für eine Großdemonstration. Während Christian Worch sich für die ‚freien’ Kräfte für einen schnellstmöglichen Termin aussprach, favorisierte die NPD einen späteren. Schließlich wurden gleich zwei Demonstrationen angemeldet, eine am 12.4.2008, eine am 26.4.2008. Dass dieses Ereignis dennoch eine einende Wirkung auf die meist zerstrittenen Lager hatte, zeigte sich beim Aufmarsch am 12.4., an dem sich spektrums- und länderübergreifend 800 Neonazis beteiligten ( http://www.an-online.de/sixcms/detail.php?template=an_detail_suche_archiv&_wo=Suche%3AOnlinearchiv&_starttest=x&_suchid%5B1%5D=30057&_suchid%5B9%5D=30062%2C30051&_suchbegriff=%22Stolberg+zeigt+Neonazis+kalte+Schulter%22&_do.x=36&_do.y=4&_do=go). Neben autonomen Nationalisten unter Christian Worch marschierte die örtliche NPD unter dem Stolberger Ratsherrn Willibald Kunkel auf. Neben dieser einenden Wirkung ist zudem mit einer Stärkung regionaler extrem rechter Strukturen zu rechnen. In der Region Aachen gibt es allein acht Kameradschaften, im letzten Jahr nahmen die straffrechtlich verfolgten Delikte der örtlichen Neonazi-Szene deutlich zu ( http://klarmann.blogsport.de/2008/04/02/rechtslinks-massiver-anstieg-rechtsextremer-straftaten-in-der-gesamtregion-entgegen-dem-landestrend/). Schon lange wird von einem „Braunen Gürtel um Aachen“ ( http://www.antifa-dueren.org/cms/content/view/87/39/ ) gesprochen, der allerdings nicht mehr vor den Stadttoren Halt macht. Jüngst wurde in der Aachener Innenstadt eine antifaschistische Demonstration, die sich gegen die zunehmende Gewalt der Aachener Neonazis richtete ( http://klarmann.myblog.de/klarmann/art/201665852 ), von 30-40 bewaffneten und teils vermummten Neonazis angegriffen. Beteiligt waren neben Mitgliedern der Kameradschaften Führungsmitglieder der Dürener NPD ( http://de.indymedia.org/2008/03/211714.shtml?c=on#c494078 ,  http://www.an-online.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&id=472802&_wo=Nachrichten:Topnachrichten ,  http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1309&Itemid=242 ).
Auch ist Stolberg kein unbeschriebenes Blatt ( http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20058/1.html ). Rund 25 Jahre - bis 1991- befand sich in Stolberg der Sitz der inzwischen verbotenen neonazistischen Wiking-Jugend. Wolfgang Nahrath und später sein Sohn Wolfram betrieben von ihrem Privathaus in Stolberg-Büsbach aus, die Bundeszentrale dieser Organisation ( http://www.apabiz.de/archiv/material/Profile/WJ.htm ). Zudem hat die NPD in Stolberg gleich zwei Ratsmandate inne, die DVU ein weiteres.
Die Dimension, in der sich die Debatte um die Stolberger Ereignisse bewegt, wird an der Mobilisierungsfähigkeit in dem doch relativ kurzen Zeitraum deutlich. Der Stolberger Aufmarsch am 12.4. war eine der größten Versammlungen deutscher Neonazis in diesem Jahr.
Auch während dieses Aufmarsches, genau wie am Tag nach dem tödlichen Konflikt, wurden massive Drohungen gegen MigrantInnen transportiert.
Die deutlichste Aussage konnte auf einem Transparent der Kameradschaft Aachener Land gelesen werden. In den Lauf einer Waffe blickend war zu lesen „…auch Ihr habt Namen und Adressen. Kein Vergeben. Kein Vergessen“ ( http://www.recherche-nord.com/images/stories/2008.04.12.stolberg/stolberg_12.04.08.02.jpg). Diese Drohung zierten zudem gezeichnete Einschusslöcher und stilisierte Blutflecken. Das Transparent wurde u.a. getragen von der örtlichen NPD-„Elite“, von Denis Unruh, Beisitzer im NPD-Düren Vorstand und Mitbegründer der „Anti-Antifa“ Aachen/Düren sowie Mitglied der neonazistischen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und von Rene Laube, Vorsitzender der NPD Ortsgruppe Rhein-Erft und gleichsam Führer der KAL (Zu sehen auf dem ersten Foto des Berichts unter  http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=108&Itemid=74. Laube befindet sich am rechten Rand des Transparents, Unruh ganz links.).
Während der Demonstration kam es zu massiven Auseinandersetzungen mit den Cops, deren Strategie auf Abschreckung ausgerichtet zu sein schien. Erst nach 5-stündiger Verspätung - verursacht durch Vorkontrollen - konnten die Neonazis durch ein überwiegend migrantisches Viertel, die „Mühle“, in Stolberg ziehen. Allerdings nicht, ohne mehrfach von Team Green wegen Vermummungen und Übergriffen auf JournalistInnen gestoppt zu werden. Kurz nach dem ersten Halt des Aufmarsches „entfernte sich ein offensichtlich leicht verletzter Neonazi der als Ordner eingesetzt war, aus dem stillstehenden Demonstrationszug und griff einen anwesenden Fotojournalisten tätlich an“ ( http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=108&Itemid=74). Die Bilanz des Tages waren 31 Verletzte und mehrere Dutzend Festnahmen ( http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=89&Itemid=79).
Dass diese polizeiliche Strategie jedoch eher zur Mobilisierung beiträgt, denn Stolberg als Aufmarschgebiet für Neonazis unattraktiv zu machen, zeigen jüngst erschienene Mobilisierungsvideos der extremen Rechten ( http://de.youtube.com/results?search_query=stolberg&search_type ). Diese richten sich gerade an junge aktionistische Rechte, die Gewalt, die die Auseinandersetzung mit den Cops als anziehend empfinden. Die in der „AG Rheinland“ organisierten örtlichen „Autonomen Nationalisten“ gaben als Parole nach dem Aufmarsch heraus: „Eines ist heute schon gewiss: Eure Repression macht uns nur noch stärker - wir kommen wieder, wenn es sein muss jeden Tag! Am 26.04. vereint nach Stolberg! Den Polizeirepressionen erneut entgegentreten!“ Auch der Titel dieses Beitrags („Den Hass auf die Straße tragen“) verweist auf die Strategie der Neonazis. Von Trauer um den Getöteten ist nicht die Rede.

In Stolberg ist für den 26.4.2008 erneut eine Großdemonstration der extremen Rechten, diesmal organisiert von der NPD, angemeldet. Auch in diesem Fall werden freie Kameradschaften und Partei Hand in Hand auftreten. Christian Worch hat unlängst sein Erscheinen angekündigt, auch so genannte „Autonome Nationalisten“ aus Aachen Stadt, die in der „AG Rheinland“ organisiert sind, mobilisieren zu diesem Aufmarsch. AntifaschistInnen aus der Region rechnen mit einer ähnlichen, wenn nicht höheren Beteiligung.
Unterdessen hat ein antifaschistisches Bündnis zu Gegenaktivitäten aufgerufen und eine Demonstration angemeldet, die um 9 Uhr am Kaiserplatz in Stolberg beginnen wird ( http://stolberg.blogsport.de/ ,  http://neu.az-web.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&id=495433&_wo=Lokales:Aachen).

Überlassen wir den Nazis nicht die Straße!
Kommt am 26.4 nach Stolberg, mobilisiert, bringt FreundInnen mit, haltet Eure Nazis „zuhause“ (oder nutzt die Zeit in der wir sie ablenken), seid unkontrollierbar und entschlossen!
Keine Pilgerstätten für Neonazis. Nirgendwo.


Mehr Infos findet Ihr unter:
 http://stolberg.blogsport.de
www.antifa-dueren.org
www.fau-aachen.net
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Ergänzungen

Plakat zur Gegendemo

AK Antifa Aachen 22.04.2008 - 23:59
Hier das Plakat zur Gegendemo.

Mehr Infos

pressefreak 23.04.2008 - 07:56
... zu Stolberg gibt es auch auf der Website der Antifa Düren.

U.a. einen Artikel aus der Zeitschrift "Der Rechte Rand"  http://www.antifa-dueren.org/cms/content/view/153/39/

und einen Pressespiegel, der laufend aktualisiert wird:

 http://www.antifa-dueren.org/cms/content/view/147/41/

Unterstützt den Widerstand gegen ein zweites "Salem"! Kommt am Samstag zahlreich nach Stolberg.

Achtung, Nazis werden ultraaggro...

Rennzicke 23.04.2008 - 13:21

Wird Nachbarschaftsfest verboten?

ns-gegner 23.04.2008 - 20:55
In der Nähe des Platzes - an der Straße Am Großen Rad, wo die Nazis hinwollen, wurde von unter anderem von der Gruppe Z Stolberg, der Kolpingfamilie und der der Mittelstandsvereinigung der türkischen Geschäftsleute unter dem Motto "Stolberg ist bunt - nicht braun" ein Nachbarschaftsfest angemeldet. Wird aber bestimmt von der Polizei verboten, damit die Nazis ungestört durch das Migrantenviertel ziehen können.

Nachbarschaftsfest verboten

... 24.04.2008 - 13:05
Die Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis“ (BI) informiert über eine bedauerliche und unverständliche Entwicklung. Die Proteste der Bürger gegen den Naziaufmarsch, am Samstag in Stolberg, werden durch die Polizeibehörde massiv behindert.

Am Mittwoch dieser Woche hat die Polizei dem Anmelder einer Bürgerversammlung die Durchführung des Nachbarschaftsfestes am 26. April in Stolberg untersagt. Die Entscheidung wurde zunächst mündlich mitgeteilt, eine Begründung im Wortlaut liegt noch nicht vor. Die Polizei hat das Mühlener Viertel, in dem Anfang April ein junger Mann getötet wurde, zugunsten der NPD für alle Veranstaltungen gesperrt. Stolberger Bürgerinnen und Bürger, die sich mit dem Nachbarschaftsfest für ein solidarisches Zusammenleben in der Nachbarschaft aussprechen und Neonazis mit ihrer rassistischen Pogromhetze aus dem Viertel raushalten wollen, dürfen Ihr staatsbürgerliches Engagement nicht vorbringen.

“Wir haben der Rechten eine Niederlage zugefügt”, erklärte Polizeipräsident Oelze nach dem genehmigten Aufmarsch von 800 Nazis am 12. April in Stolberg. Tatsächlich konnten die Nazis auf den einschlägigen Internetseiten ihren Aufmarsch als einen Erfolg werten. Mehrfach hat die Polizei in den letzten Wochen Anlass zu Befürchtungen gegeben, im Ergebnis den Nazis nicht wirklich Einhalt zu gebieten. So konnte Ende März in Aachen eine friedliche Demonstration gegen rechte Gewalt, unter den Augen der Polizei, von Neonazis aus der ganzen Region gewalttätig angegriffen werden. Diese Sorgen erhalten mit dem Verbot des Nachbarschaftsfestes neue Nahrung. Die Polizei hat die Gelegenheit gehabt, sich eindeutig gegen die Neonazis zu verhalten und die NPD-Kundgebung in ein anderes Viertel zu verlegen. Der Schutz der Anwohner und ihrer nachbarschaftlichen politischen Kundgebung hat unbedingt Vorrang vor Märschen, aus denen heraus die Stolberger mit Sprüchen wie “Wir kriegen Euch alle” bedroht werden, sollte man meinen.

Die Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis“ ruft dazu auf, die Proteste gegen den NPD-Aufmarsch in Stolberg zu unterstützen.

Antifaschistische Aktionen in Stolberg:
- 25. April 18.00 Uhr, Jordansplatz in Stolberg-Mühle, Kundgebung
- 26. April 09.00 Uhr, Kaiserplatz in Stolberg, Gegenkundgebung und Demonstration

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