Naziaktivitäten Kreis Aachen: Chronik 2008

SozialistIn 13.04.2008 22:07 Themen: Antifa Antirassismus
In den letzten Wochen nahmen Aktivitäten und Dreistigkeit der Neonazis in der Region Aachen erschreckend zu.
Versuch einer ersten Chronik und Linksammlung:
31. Januar: Am Fettdonnerstag provozierten 30-40 verkleidete Neonazis am Aachener Markt ca. 10 AntifaschistInnen. Infolgedessen ging ein privater Sicherheitsdienst gegen die AntifaschistInnen vor und ein Antifaschist wurde festgenommen. Bei der Personalienaufnahme konnten Neonazis seinen Ausweis fotografieren.



In der Nacht auf Ostermontag wurden bei diesem Antifaschisten feige die Fenster mit Pflastersteinen eingeschmissen. Als Reaktion demonstrierten am 27.3. ca. 250 AntifaschistInnen gegen den zunehmenden Neonaziterror durch Aachen - und wurden von 30-40 Neonazis angegriffen. Das Resultat: Ein kurzfristig festgenommener Antifaschist, mehrere verletzte, von denen einer im Krankenhaus behandelt werden musste. Auch einige Angreifer wurden verletzt. Bei ihnen wurden über 10 festgenommen.



In der gleichen Nacht besprühten Neonazis unter anderem den Demoauftaktort (Kaiserplatz) und das Autonome Zentrum, wo am Abend nach der Demo ein antifaschistisches Festival stattfand.


Am abend des 4. April wurde dann in Stolberg ein 19-jähriger deutscher Opfer eines Streites. Er wurde durch mehrere Messerstiche tödlich verwundet. Auch wenn es mittlerweile klar zu sein scheint, dass er kein Neonazi war (was anfangs verbreitet wurde), verklären die Neonazis ihn zum Märtyrer.


Nur etwa 15 Stunden nach dem tödlicen Streit demonstrierten bis zu 170 Neonazis durch Stolberg. Angeblich sollte es ein Trauermarsch sein. Jedoch wurden Hassparolen gegen Nichtdeutsche gerufen. Die Neonazis versuchten unter anderem Dönerbuden anzugreifen. Sechs Polizisten wurden verletzt.


Gestern dann demonstrierten bis zu 800 - vor allem selbst ernannte 'autonome' Neonazis - durch Stolberg. Auf der Gegendemo waren höchstens 500 - und das über den Tag verteilt.
Bilanz:
Eine Festnahme auf der linken Seite.
31 Festnahmen bei den Neonazis. Mindestens 10 Verletzte. Angegriffene Poliisten. Sichergestellte Waffen: unter anderem Zwillen, Quarzsandhandschuhe, Messer, Pfefferspray und eine Axt (!). Dennoch hatten die Neonazis genug Steine, Böller und auch Leuuchtspurmunition bei sich, um sich Schlachten mit der Polizei zu liefern.


Im Anschluss an die Demo wurde das Haus, in dem unter anderem die Familie des Menschen, der den 19-jährigen erstochen hat, von Neonazis angezündet. Drei Menschen wurden Dabei verletzt.


Für den 26.4. planen Neonazis wieder einen - diesmal europaweiten - Aufmarsch durch Stolberg. Dieses Mal dürfen sie keinen Meter weit kommen!!
checkt
Indymedia
Antifa Düren
sozialismus.info
für aktuelle infos!
Am 26.4. in Stolberg: Alle auf die Strasse gegen Neonazis!
Keinen Fussbreit den Faschisten!ps: es gibt noch eine Menge mehr Quellen. Ich habe die meines Erachtens wichtigsten hier verlinkt. Zur Recherchevereinfachung:
Public Domain Dedication Dieses Werk ist gemeinfrei im Sinne der Public Domain
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Pressespiegel

put them down 13.04.2008 - 22:25
Mehr Infos zur Nazi-Szene in der Region und einen kleinen Pressespiegel gibt es auf der Website der Antifa Düren:  http://www.antifa-dueren.org

Link zum Artikel "... kalte Schulter"

Antifaschist 14.04.2008 - 00:04
Hier der Link zum AZ/AN-Artikel "Stolberg zeigte Neonazis die kalte Schulter" :

 http://www.az-web.de/lokales/stolberg-detail-az/489129?_link=&skip=&_g=Stolberg-zeigt-Neonazis-kalte-Schulter

Der "Trauermarsch" der NPD, zu dem bundesweit mobilisiert wird und zu dem ca. 500 bis 1.000 Nazis erwartet werden (eher mehr als weniger, am 12.04.08 waren es 800 Nazis) findet am 26.04.08 (und natürlich nicht am 26.02.08) statt.

Die Haltung eines nicht unerheblichen Teils der Stolberger gegenüber Nazis ist relativ tolerant, man will keine "Rechten und auch keine Linken", antifaschistische Demonstranten sind angeblich "nur auf Krawall aus". Die Stolberger Nazis geben sich auch relativ friedlich. Im Stadtrat ist die NPD mit 2 Personen und die DVU mit einer Person vertreten,

Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (SPD) hat meines Wissens für das "Bündnis gegen Radikalismus" eine Kundgebung für den 25.04.08 um 18.00 angekündigt - das ist der Abend vor dem Naziaufmarsch. Darüber regen sich schon viele Stolberger auf - wieder so eine blöde Demo.

Für den 26.04.08, das Datum des Naziaufmarschs wurde aus Stolberg selbst bisher keine Gegendemonstration angemeldet - und wird es wohl auch nicht werden.

Die beiden Demos gegen den Aufmarsch am 12.04.08 wurden alle aus der Nachbarstadt Aachen heraus angemeldet und organisiert. Wirklich konsequent auftretende Antifaschisten gibt es in Stolberg nur wenige. Das heißt der Widerstand gegen den Aufmarsch am 26.04.08 durch Gegendemonstrationen muß wahrscheinlich wieder aus Aachen organisiert werden.

abcdef

ghijkl 14.04.2008 - 13:11
zum Thema (und mal ohne sozialismus blahblah):

 http://de.indymedia.org/2008/04/213357.shtml

lügen

ich 15.04.2008 - 21:36
Indymedia: "Im Anschluss an die Demo wurde das Haus, in dem unter anderem die Familie des Menschen, der den 19-jährigen erstochen hat, von Neonazis angezündet. Drei Menschen wurden Dabei verletzt."


Lokalpresse: "Eschweiler. Der Kellerbrand in der Gutenbergstraße am Samstagabend steht nicht im Zusammenhang mit der Messerstecherei vor elf Tagen in Stolberg, die unter anderem zu den Demonstrationen der Ultrarechten führte..."



nur ein beispiel um euch zu zeigen das der indymedia artikel totaler schwachsinn ist



also dann noch viel spaß beim lügen verbreiten

Richtigstellung

(muss gar nicht ausgefüllt werden) 16.04.2008 - 14:08
Zum 1. Abschnitt (Karneval): Erwähnenswert hierbei ist die Rolle der Polizei, die den Ausweis für die Neonazis offen einsehbar liegen ließ und auf Aufforderungen der Antifaschisten, die Einsicht in den Ausweis zu verwehren, nicht einging. Zum 2. Abschnitt (Steinwurf): Im Vorfeld der Attacke wurde das Haus des besagten Antifaschisten mit neonazistischen Aufklebern und Plakaten beklebt, u.a. vom "Nationalen Widerstand". Zum 7. Abschnitt (Brand): Es ist nicht klar, ob der Brand einem Anschlag zugrunde liegt, da der angebliche Täter nicht in dem Haus wohnt(e), das brannte.

@ richtigstellung

autorIn 16.04.2008 - 15:20
ich wollte mit diesem artikel keinen weiteren schreiben, der im detail die machenschaften der faschos beschreibt, sondern komprimiert dastellen, was die sieses jahr bisher gemacht haben. ich gebe dem artikel "richtigstellung" aber vollkommen recht.
ich könnte auch weiter aufzählen dass (vor alem im januar und februar) jeden tag ganze strassen voller AN-aufkleber waren etc. ...
aber für details habe ich links eingefügt.

was die brandstiftung angeht:
es stimmt, dass die familie des täters nicht in diesem haus gewohnt hat. das war jedoch der informationsstand zum zeitpunkt, als ich den artikel geschrieben habe. es scheint jedoch so, dass 1. das haus der familie des täters nicht weit entfernt sein soll und 2. in dem haus, dass brannte, mindestens ein freund des täters wohnte (ob auch er an der tödlich endenden auseinandersetzung beteiligt war weiss ich nicht). aber gleich vom lügen zu sprechen ist m.E. weit überzogen.
zweite korrektur: durch den brand wurden 8 personen verletzt. auch das wurde erst später mitgeteilt.
auch wenn die polizei ganz klar sagt, die neonazis hätten nichts mit dem brand zu tun, sagen sie im gleichen atemzug, sie gehen ganz klar von brandstiftung aus. warum diese sicherheit, dass die nazis das nicht waren? ich glaube velmehr, dass da ne vertuschung nicht ausgeschlossen werden sollte... die cops können sich nach dem 27.3. keine weiteren öffentlichen "pannen" mehr leisten... damals war die empörung so gross, dass sogar der voritzende des bürgerlichen bündnisses gegen rechts den copchef sehr scharf kritisiert hat...

AUFRUF 26.4. STOLBERG!

AUAA 17.04.2008 - 14:07
Die Demo ist inzwischen angemeldet worden! Die Demo beginnt am 26.04. um 09:00 Uhr am Kaiserplatz in Stolberg!

 http://auaa.blogsport.de/ <- Für die ersten Infos ! Bitte weiterverbreiten.


Autonome Undogmatische Antifa Aachen

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 5 Kommentare

verwundet?

rosbo 13.04.2008 - 23:15
Aha, der deutsche Jugendliche wurde nur "verwundet" (also quasi eine Kriegsverletzung?) - wir wär es mit "verunfallt"?
Sprache kann demaskierend sein, in diesem Falle definitiv. Der Jugendliche wurde brutal ermordet, auch wenn das nicht in Dein Polit-Raster passt und der Täter ist ein Mörder, dem man keine Sympathie entgegenbringen darf. Sollen wir zu den selben Unmenschen werden, die wir doch bekämpfen wollen..
Diese Formulierung: Abteilung "nix gelernt".

Zeigte Stolberg den Nazis die kalte Schulter?

Antifaschist 13.04.2008 - 23:32
Der Aachener Polizeipräsident lobte in der Presse die Stolberger Bevölkerung, die den Nazis angeblich die "kalte Schulter" gezeigt habe.

Na, ja, dazu gab jemand unter dem Pseudonym "Normalbürger" und dem Titel "Wir sind Stolberg" einen Kommentar ab, der wahrscheinlich die Grundeinstellung vieler Stolberger wiedergibt - die gegenüber den zugegebenermaßen meistens friedichen Stolberger Nazis erstaunlich tolerant sind.

Bitte wundert Euch also nicht, wenn sich am 26.02.08 kaum Stolberger an den Protesten gegen den Naziaufmarsch beteiligen.


"Wir sind Stolberg
Normalbürger (futteföler@stolberg.de) | 13.04.2008

Ich habe am Samstag einen weiten Bogen um Stolberg gemacht. Der Aufmarsch der Staatsmacht machte mir dabei viel mehr Sorgen, als irgendwelche rechten oder linken Demonstranten, denn die Art und Weise, wie einzelne Polizeibeamte am vorangegangenen Wochenende unwissenden Bewohnern zu verstehen gaben, dass sie sich gefälligst zu "entfernen" hätten, war absolut unangemessen. Ich habe durchaus Verständnis für eine gewisse Nervosität, aber dass man im Umgang mit den Bürgern dermaßen die Obrigkeit raushängen lässt, passt mir überhaupt nicht.

Über die Aussage, Stolberg habe den Neonazis die kalte Schulter gezeigt, kann ich nur schmunzeln. Mein Vorredner hat seine Ausssage ja bereits selber in Frage gestellt und mit der Hoffnung verbunden, dass es so sein möge.

Klare Antwort: NEIN.

Um es mal vorsichtig zu formulieren: ein Großteil der Bürger ohne Migrationshintergrund pflegt ein patriotisches (kein rechtes) Gedankengut, äußert sich aber nicht in der Öffentlichkeit dazu, weil man direkt in die braune Schublade gesteckt wird. Ich kenne erstaunlich viele Personen, die sich mit Stolberg nicht mehr identifizieren und denken, "die Politik tut nichts, wenigstens die Rechten machen was".

Also, hört auf die Meinung der Stolberger für euch zu reklamieren, "WIR" waren nicht da, aber aus Gründen, welche die Herren von Verwaltung und Politik nicht hören möchten."

@ rosbo

egal 14.04.2008 - 13:28
das opfer wurde tödlich verwundet. es starb im krankenhaus.
das macht die sache nicht weniger tragisch. aber mit "brutal ermordet" verbinde ich dann doch eher solche aktionen wie sie in letzter zeit in russland massiv passieren!

Aufruf zur Gegendemo am 26.4?

Antifa HS 14.04.2008 - 16:08
Hey Genossen, gibt es schon nen Aufruf für die nächste Demo in Stolberg?

und nun?

antifa nrw 14.04.2008 - 16:52
es wäre dringend angesagt, dass von antifas aus stolberg/aachen mal irgendwelche brauchbaren infos zu anstehenden aktionen kommen (nicht über indymedia, aber über die gegebenen strukturen). der notwendige widerstand lässt sich leider nicht aus der ferne organisieren.
seit jahren entwickelt sich in dieser gegend DIE nazi-hochburg in nrw (rechtsrock-konzerte in düren, ständige straßenpräsenz in stolberg/eschweiler, übergriffe auf eine demo in aachen), ohne dass örtliche antifaschistInnen dem auch nur irgendwas wirksames entgegensetzen - oder sich mal mit auswärtigen gruppen vernetzen, die dem ganzen genauso hilflos zusehen müssen wie die engagierten einzelpersonen vor ort.
es ist bezeichnend, dass reste eines militanten widerstands dort inzwischen von der trotzkistischen sav getragen werden oder dass sich ein bürgerlicher journalist zu der wesentlichen informationsquelle herausgeputzt hat. liest die ehemalige autonome linke immer noch ihr buch? oder kuschelt sie in ihren wgs gegen den bösen rest der welt?
kriegt den arsch hoch!