FREE MUMIA Demo in Berlin - ein Bericht
Gestern, am 12. April 2008, demonstrierten gut 300 Menschen in Berlin für die Freiheit von Mumia Abu-Jamal und die weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Anlass dafür war die Entscheidung eines US-Bundesberufungsgerichts, das dem in einem manipulierten Prozess wegen der Ermordung eines Polizisten zum Tode verurteilten Ex-Black-Panther-Aktivisten einen neuen Prozess verweigerte.
Das 3. Bundesberufungsgericht der USA hatte am 27. März das Todesurteil wegen eines Formfehlers vorläufig suspendiert, gleichzeitig aber mehrheitlich die weiteren Einwände der Verteidigung abgewiesen und der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit eröffnet, einen neuen Jury-Prozess in die Wege zu leiten, in dem allein über das Strafmaß – lebenslänglich oder erneut die Todesstrafe – entschieden werden würde. Anders als es in vielen Medienberichten lautete, ist damit das Todesurteil gegen den afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal nicht aus der Welt. Sein eigentliches Interesse, dass in einem neuen, nicht manipulierten Prozess erneut über den Schuldspruch verhandelt wird, ist damit in noch weitere Ferne gerückt, da die juristischen Möglichkeiten dafür immer weniger werden. (Zu den juristischen Hintergründen mehr hier [
http://mumia-hoerbuch.de/mumiadeutsch.htm#gerichtsentscheidungschiffmann])
Um ihre Enttäuschung und Wut über die Entscheidung auszudrücken und dem durch die Medienberichte erweckten Eindruck entgegenzutreten, versammelten sich gut 300 Menschen in der Nähe der Berliner US-Botschaft. Von dort zogen sie durch die Berliner Innenstadt, um die Öffentlichkeit über ihre Forderungen nach Freiheit für den seit 26 Jahren in der Todeszelle isolierten politischen Gefangegen zu informieren. Wie sich herausstellte, ist das ganz gut gelungen. Wegen des sonnigen Wetters waren viele Berlin-Besucher_innen unterwegs und nahmen interessiert die Demo und die um die Demo herum verteilten Flugblätter zur Kenntnis.
Auf der Demo herrschte trotz des ernsten Anlasses eine entspannte Stimmung. Immer wieder riefen die TeilnehmerInnen Parolen für die Freiheit Mumia Abu-Jamals und gegen die Todesstrafe, welche ausführlich im Kontext des neoliberalen Strafdiskurses analysiert wurde. Nach Meinung der Organisator_innen der Demonstration stellt die Todesstrafe nur die Spitze der Bedrohung an das ärmste Drittel der US-Bevölkerung dar.
Mumia Abu-Jamal war also nicht das einzige Thema: Redebeiträge beschäftigten sich nicht nur mit Mumia selbst (siehe dazu PDFs), sondern auch mit der Todesstrafe allgemein, dem Knastsystem in den USA und anderen Ländern sowie mit anderen Formen staatlicher Repression. So wurde über die Situation der in Berlin inhaftierten AntifaschistInnen Christian S. (
http://www.freechristian.gulli.to/ ) und Andrea (
http://www.freeandrea.de.vu/ ) informiert. Letztere äußerte sich auch mit einer eigenen Erklärung und Grüßen an die Demonstration.
Kurz vor Erreichen der Rosa-Luxemburg-Straße im Berliner Stadtteil Mitte gab es Informationen aus dem Lautsprecherwagen über den Bekleidungsladen „Häftling“, der sich an der Ausbeutung Gefangener beteiligt. Zwar sind solche Läden in keiner Weise mit dem Ausmaß an Ausbeutung der Gefangenen in den USA vergleichbar. Jedoch sind solche Profiteure von Zwangsarbeit als Vorreiter_innen anzusehen, um auch hier eine privatisierte Gefängnisindustrie akzeptabel zu machen.
Thematisiert wurde auch der Laden »Tönsberg«, ebenfalls in der Rosa-Luxemburg-Straße. Dabei handelt es sich um ein von Nazis betriebenes Bekleidungsgeschäft, in der Textilien der bei Nazis beliebten Marke »Thor Steinar« verkauft wird.
Im Vorfeld hatte es wegen des Ladens juristische Auseinandersetzungen gegeben. Die Polizei wollte wegen des »Tönsberg« die Demonstration nicht durch die Rosa-Luxemburg-Straße laufen lassen. Die Veranstalter_innen, das Berliner Bündnis »Freiheit für Mumia Abu-Jamal«
http://mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm , protestierte öffentlich dagegen und setzte sich gegen die Routenverlegung auch juristisch zur Wehr. Kurz vor Beginn der Demonstration lenkte die Einsatzleitung in einem Gespräch mit den Veranstalter_innen und deren Anwalt ein und bestätigte den ursprünglich geplanten Verlauf, nachdem wenige Stunden vorher auch ein Widerspruch richterlich anerkannt worden war.
Damit konnte die Demo am »Tönsberg« entlang gehen und nutzte die Gelegenheit, mit einem von der Antifa Prenzlauer Berg geschriebenen Redebeitrag auf den Laden aufmerksam zu machen. Die TeilnehmerInnen ließen es sich nicht nehmen, mit Parolen wie »Nazis raus!« und ähnlichem den Betreiber_innen unüberhörbar deutlich zu machen, dass sie unerwünscht sind. Die vor dem Laden postierten Polizeibeamten, Angehörige der 23. Einsatzhundertschaft – einer Einheit, der der schlechte Ruf vorauseilt, eine unverbesserliche Prügeltruppe zu sein – wurde an dieser Stelle nervös, als die Demo kurz vor dem Laden aus technischen Gründen stoppte.
Von dort setzte die Demo ihren Weg zurück zur US-Botschaft fort und endete dort mit einer kurzen Abschlusskundgebung, auf der unter anderem ein aktuelles Interview mit Mumia Abu-Jamal zu seiner Einschätzung des Urteils abgespielt wurde. Das vollständige Interview gibt es im Original hier zu hören:
http://www.kpfa.org/archives/index.php?arch=25687 Eine deutsche Übersetzung wurde ebenfalls am Samstag in der Tageszeitung Junge Welt veröffentlicht:
http://www.jungewelt.de/2008/04-12/044.php
Es wurde auch auf die kurze Zeit später am nahe gelegenen Brandenburger Tor stattfindende Kundgebung zum Zug der Erinnerung hingewiesen, wo der 4600 von Nazis unter Mithilfe der Eisenbahn deportierten und ermordeten Berliner Kinder gedacht wurde.
Die Veranstalter_innen zeigten sich angesichts der im Vergleich zu den vorherigen Demonstrationen und Kundgebungen größeren Anzahl von Teilnehmer_innen erfreut. Insbesondere die Tatsache, dass am selben Tag wenige Stunden später die seit Wochen geplante Kundgebung am Brandenburger Tor zum Zug der Erinnerung stattfand und gleichzeitig auch europaweite Squatter-Aktionstage in Berlin ausgiebig durchgeführt wurden, lässt die Veranstalter_innen mit der Teilnahme zufrieden sein.
Sie machten aber zugleich deutlich, dass Mumia Abu-Jamal jetzt erst recht öffentliche Unterstützung und internationale Solidarität benötigt. Es wurde zum Abschluß auf mehrere weitere Veranstaltungen zur Unterstützung von Mumia Abu-Jamal in Berlin innerhalb der nächsten Wochen hingewiesen.
http://mumia-hoerbuch.de/mumiadeutsch.htm#gerichtsentscheidungschiffmann]) Um ihre Enttäuschung und Wut über die Entscheidung auszudrücken und dem durch die Medienberichte erweckten Eindruck entgegenzutreten, versammelten sich gut 300 Menschen in der Nähe der Berliner US-Botschaft. Von dort zogen sie durch die Berliner Innenstadt, um die Öffentlichkeit über ihre Forderungen nach Freiheit für den seit 26 Jahren in der Todeszelle isolierten politischen Gefangegen zu informieren. Wie sich herausstellte, ist das ganz gut gelungen. Wegen des sonnigen Wetters waren viele Berlin-Besucher_innen unterwegs und nahmen interessiert die Demo und die um die Demo herum verteilten Flugblätter zur Kenntnis.
Auf der Demo herrschte trotz des ernsten Anlasses eine entspannte Stimmung. Immer wieder riefen die TeilnehmerInnen Parolen für die Freiheit Mumia Abu-Jamals und gegen die Todesstrafe, welche ausführlich im Kontext des neoliberalen Strafdiskurses analysiert wurde. Nach Meinung der Organisator_innen der Demonstration stellt die Todesstrafe nur die Spitze der Bedrohung an das ärmste Drittel der US-Bevölkerung dar.
Mumia Abu-Jamal war also nicht das einzige Thema: Redebeiträge beschäftigten sich nicht nur mit Mumia selbst (siehe dazu PDFs), sondern auch mit der Todesstrafe allgemein, dem Knastsystem in den USA und anderen Ländern sowie mit anderen Formen staatlicher Repression. So wurde über die Situation der in Berlin inhaftierten AntifaschistInnen Christian S. (
http://www.freechristian.gulli.to/ ) und Andrea (
http://www.freeandrea.de.vu/ ) informiert. Letztere äußerte sich auch mit einer eigenen Erklärung und Grüßen an die Demonstration. Kurz vor Erreichen der Rosa-Luxemburg-Straße im Berliner Stadtteil Mitte gab es Informationen aus dem Lautsprecherwagen über den Bekleidungsladen „Häftling“, der sich an der Ausbeutung Gefangener beteiligt. Zwar sind solche Läden in keiner Weise mit dem Ausmaß an Ausbeutung der Gefangenen in den USA vergleichbar. Jedoch sind solche Profiteure von Zwangsarbeit als Vorreiter_innen anzusehen, um auch hier eine privatisierte Gefängnisindustrie akzeptabel zu machen.
Thematisiert wurde auch der Laden »Tönsberg«, ebenfalls in der Rosa-Luxemburg-Straße. Dabei handelt es sich um ein von Nazis betriebenes Bekleidungsgeschäft, in der Textilien der bei Nazis beliebten Marke »Thor Steinar« verkauft wird.
Im Vorfeld hatte es wegen des Ladens juristische Auseinandersetzungen gegeben. Die Polizei wollte wegen des »Tönsberg« die Demonstration nicht durch die Rosa-Luxemburg-Straße laufen lassen. Die Veranstalter_innen, das Berliner Bündnis »Freiheit für Mumia Abu-Jamal«
http://mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm , protestierte öffentlich dagegen und setzte sich gegen die Routenverlegung auch juristisch zur Wehr. Kurz vor Beginn der Demonstration lenkte die Einsatzleitung in einem Gespräch mit den Veranstalter_innen und deren Anwalt ein und bestätigte den ursprünglich geplanten Verlauf, nachdem wenige Stunden vorher auch ein Widerspruch richterlich anerkannt worden war. Damit konnte die Demo am »Tönsberg« entlang gehen und nutzte die Gelegenheit, mit einem von der Antifa Prenzlauer Berg geschriebenen Redebeitrag auf den Laden aufmerksam zu machen. Die TeilnehmerInnen ließen es sich nicht nehmen, mit Parolen wie »Nazis raus!« und ähnlichem den Betreiber_innen unüberhörbar deutlich zu machen, dass sie unerwünscht sind. Die vor dem Laden postierten Polizeibeamten, Angehörige der 23. Einsatzhundertschaft – einer Einheit, der der schlechte Ruf vorauseilt, eine unverbesserliche Prügeltruppe zu sein – wurde an dieser Stelle nervös, als die Demo kurz vor dem Laden aus technischen Gründen stoppte.
Von dort setzte die Demo ihren Weg zurück zur US-Botschaft fort und endete dort mit einer kurzen Abschlusskundgebung, auf der unter anderem ein aktuelles Interview mit Mumia Abu-Jamal zu seiner Einschätzung des Urteils abgespielt wurde. Das vollständige Interview gibt es im Original hier zu hören:
http://www.kpfa.org/archives/index.php?arch=25687 Eine deutsche Übersetzung wurde ebenfalls am Samstag in der Tageszeitung Junge Welt veröffentlicht:
http://www.jungewelt.de/2008/04-12/044.php Es wurde auch auf die kurze Zeit später am nahe gelegenen Brandenburger Tor stattfindende Kundgebung zum Zug der Erinnerung hingewiesen, wo der 4600 von Nazis unter Mithilfe der Eisenbahn deportierten und ermordeten Berliner Kinder gedacht wurde.
Die Veranstalter_innen zeigten sich angesichts der im Vergleich zu den vorherigen Demonstrationen und Kundgebungen größeren Anzahl von Teilnehmer_innen erfreut. Insbesondere die Tatsache, dass am selben Tag wenige Stunden später die seit Wochen geplante Kundgebung am Brandenburger Tor zum Zug der Erinnerung stattfand und gleichzeitig auch europaweite Squatter-Aktionstage in Berlin ausgiebig durchgeführt wurden, lässt die Veranstalter_innen mit der Teilnahme zufrieden sein.
Sie machten aber zugleich deutlich, dass Mumia Abu-Jamal jetzt erst recht öffentliche Unterstützung und internationale Solidarität benötigt. Es wurde zum Abschluß auf mehrere weitere Veranstaltungen zur Unterstützung von Mumia Abu-Jamal in Berlin innerhalb der nächsten Wochen hingewiesen.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Redebeitrag über Mumias aktuelle Situation (88K)

Ergänzungen
weitere Anti-Repressionsbeiträge auf der Demo
Ausserdem wurde etwas zu dem aktuell laufenden Prozess gegen 4 Berliner Polizisten erzählt. Sie hatten 2006 den damals 16 jährigen Erdal in der Wohnung seiner Eltern überfallen und schwer misshandelt. Nachdem sämtliche Vorwürfe gegen Erdal vor Gericht entkräftet wurden, versucht der junge Migrant seitdem, die Polizisten wegen schwerer körperverletzung zu verklagen. Seit Freitag, dem 11. April läuft das Vefahren in Moabit. Die letzten beiden Prozesstage sind in der kommenden Woche. Am Dienstag, den 15.04. und Freitag, den 18.04., jeweils um 9 Uhr in Moabit. Besucher_innen, die dort zusammen mit der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt für Erdal ausdrücken wollen, müssen jedoch bereits um 8.15 dort sein, da die Polizei "erhöhten Sicherheitsbedarf" in diesem Verfahren sieht und daher Vorkontrollen etc. durchführt. Gerechtigkeit kostet!
Klassenkämpferischer Block bei Mumia-Demo
Presse über FREE MUMIA-Demo
Junge Welt:
TAZ:
ND:
englisches Transkript des Mumia Interviews
Mumia hatte darin am 7.April zum ersten Mal öffentlich über seine Erwartungen und Einschätzungen zu der Gerichtsentscheidung gegen ihn und die weltweite Solibewegung für seine Freiheit gesprochen.
Wir finden, dass er im Wesentlichen zwei sachen sagt: Seine Unterstützer_innen haben dem politischen Charakter seines Verfahrens zu wenig Beachtung geschenkt. Im Bedarfsfall werden vor Gericht immer neue Regeln gefunden, um ihm ein neues Verfahren oder irgendwelche anderen Zugeständnisse zu verweigern, auch wenn alle Gesetze auf seiner Seite sind.
Mit juristischen Mitteln alleine ist seien Freiheit nicht zu gewinnen.
Gleichzeitg wendet er sich aber auch an jene in der Solibewegung, die meinen, den "einzig" wahren weg zu diesem Ziel zu vertreten. er sagt deutlich, dass er sich nicht einmischen und vor irgend ein politisches Programm spannen lassen wird. Schliesslich wissen alle politisch aktiven Menschen selbt am besten, was sie tun.
Er vertraut darauf, dass die Summe der teilweise sehr unterschiedlichen Ansätze ihn im öffentlichen Bewußtsein halten und schließlich befreien wird.
an Tönsberg vorbei...
Habe übrigens gerade gelesen, das es nächsten Sonntag in Philadelphia auch Nazi-Stress gegen die Mumia-Demo da geben soll. Anti-Rascist Action (ARA) aus Philadelphia hat ein Flugi mit den Nasen von da veröffentlicht:
Die Mumia-Demo findet wie geplant am 19. April in Philadelphia statt.
Andere Proteste
Surprem Court der USA bestätigt heute
Gerade eben kommt über die Nachrichtenagentur AFP die Meldung, dass heute der Surpreme Court der USA mit 7:2 Stimmen entschieden hat, die Giftspritze mit dem Drei-Gifte_Cocktail füge Gefangenen keine verfasungsmässigen Schmerzen zu. Damit weisen sie die Klage von BAZE und einem anderen Todeszellenhäftling aus kentuckky ab.
Demnächst wird das staatliche Morden in den USA wahrscheinlich wieder losgehen.
Ähnlich wie in der Entscheidung des 3. Bundesberufungsgericht gegen Mumia Abu-Jamal vom 27. März 08 zeigt sich, dass derzeit juristische "Regeln" vor Gerichten der USA so gut wie keine Rolle spielen. Es geht hier ganz offen um Absicherung der bestehenden Macht- und Gewltverhältnisse. Da Politiker_innen aller Coleur im Augenblick in den USA sich nicht so recht taruen, dass offen auszusprechen (die Kriegs-Lüge über Irak wiegt einfach noch zu schwer), wird vor allen Augen die "angebliche Gewaltenteilung" aufgehoben.
Ich bin davon nicht überrascht, finde es aber doch bemerkenswert.
Alle Todeszelleninsass_innen der USA sind mit der heutigen Entscheidung wieder in akuter Lebensgefahr.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
weitere Unterstützung von Mumia in Berlin
jeden Montag 18 Uhr Mumia News im Berliner UKW auf 97,2 oder als internet live stream über
Nächste Woche:
- Dienstag, 15. April um 19.30 Uhr: offenes Unterstützer_innentreffen für Mumia im Versammlungsraum, Mehringhof in der Gneisenaustr.2a in 10961 Berlin-Kreuzberg. Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir für die Freiheit von Mumia Abu-Jamal kämpfen können.
- Mittwoch, 16.April um 22.30 Uhr nochmal der neue Mumia-Film "In Prison My Whole Life" im Kreuzberger FSK Kino am Oranienplatz.
Angefragt ist Mumias Hauptanwalt Robert R. Bryan.
- Donnerstag, 17.April um 20 Uhr: "Ein Abend für Mumia Abu-Jamal" im Brecht-Haus mit Mumias Hauptanwalt Robert R. Bryan, Mumias Verleger in Deutschland, Jürgen Heiser, Rolf Becker, Brigitte Burmeister, Lothar Trolle
Verantsalter_innen sind das PEN Zentrum Deutschland und das Literaturforum im Brecht-Haus
Chausseestr. 125 in Berlin-Mitte
Übernächste Woche:
- Donnerstag, 24 April um 21 Uhr: Anläßlich von Mumias 54. Geburtstag zeigt das Berliner Mumia-Bündnis Filmausschnitte aus mehreren Jahrzehnten über Mumia Abu-Jamal und informiert über den aktuellen Stand der Kampagne.
Im Videokino Peliculoso in der KÖPI, Köpenickerstr. 137 in 10179 Berlin-Mitte
Danach:
1.Mai 14 Uhr MAYDAY , Boxhagener Platz ( Finden wir erwähnenswert, auch wenn es -bis jetzt jedenfalls- keinen direkten Bezug gibt.)
1.Mai 18 Uhr Revolutionäre 1. Mai Demonstration, u.a. auch zur Unterstützung von Mumia Abu-Jamal, Beginn Kottbusser Tor, Berlin-Kreuzberg
mehr Infos:
offener Brief an den Botschafter der USA
Open Letter to the Ambassador of the United States in Germany, Berlin
Dear Ambassador,
we have assembled here today to express our outrage about the recent unjust decision against the internationally known U.S. death row inmate Mumia Abu-Jamal.
The recent March 27 decision of the 3rd Circuit Court of the U.S. which denied Abu-Jamal a new and fair trial with regard of his alleged role in the murder of Philadelphia police officer Daniel Faulkner can only be understood as a political one.
It has been shown repeatedly beyond a reasonable doubt that racism, unlawful influencing of the jury and the political beliefs of the defendant were the really important factors at the original trial in 1982 that resulted in Abu-Jamal being found guilty of murder and sentenced to death despite the highly questionable character of the evidence brought out against him.
The fact that once again the court – this time one of the highest courts in the U.S.A. – fails to concede to Abu-Jamal what is rightfully his due, does not address these issues and hides behind technicalities only serves to stoke our anger.
If the courts and politicians such as the Governor of Pennsylvania, Ed Rendell (who served as the highest chief of the prosecution in Philadelphia at the time of Abu-Jamal’s 1982 murder trial), are as afraid of a new trial as it has come to appear by now, we for our part would also be ready to settle for the immediate release of Mumia Abu-Jamal!
We would therefore like you to pass on to your government the demand to release Mumia Abu-Jamal immediately. Further we want the US-Government to compensate him for the 26 years of his life that were stolen by courts that did not deliver justice.
In addition we demand the complete and unconditional end of the death penalty, a stop to and complete dismantling of the private prison industry and the abolition of the so called “three strikes law” policies by which repeat offenders can be sentenced to long term sentences or life even for minor offences.
We conceive of these laws as instruments of repression against a vast part of the US population.
While your government claims to be using wars to bring democracy and human rights to various places of this planet, that very same government often seems incapable of meeting even the minimal human rights standards in its own country.
We will continue to work to inform the public about these grave human rights violations and will get back to you regularly to find out what the US government plans to do to remedy these serious problems.
Yours sincerely,
Berlin Coalition to Free Mumia Abu-Jamal
___________________________________________________________________________
Berlin Coalition to Free Mumia Abu-Jamal
Offener Brief an den Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland, Berlin
wir haben uns heute hier versammelt, um unserer Empörung über die jüngste ungerechte Gerichtsentscheidung gegen den international bekannten US-Todeshäftling Mumia Abu-Jamal zum Ausdruck zu bringen.
Der Spruch das 3. Bundesberufungsgerichtes der USA vom 27. März 2008, mit dem Mumia Abu-Jamal ein neues Verfahren zur Klärung seiner Rolle beim Tod des Polizeibeamten Daniel Faulkner in Philadelphia verweigert wurde, kann nur als politische Entscheidung gewertet werden.
Es ist wiederholt ganz klar gezeigt worden, dass in Mumia Abu-Jamals ursprünglichem Verfahren von 1982 Rassismus, gesetzwidrige Beeinflussung der Jury durch Staatsanwalt und Richter sowie die politische Anschauungen des Angeklagten maßgeblich dafür waren, dass er trotz der höchst fragwürdigen Beweislage des Mordes für schuldig befunden und zum Tod verurteilt wurde..
Die Tatsache, dass auch diesmal das Gericht – das eines der höchsten in den USA ist – Abu-Jamal nicht zu seinem Recht kommen lässt und sich stattdessen hinter formaljuristischen Formulierungen versteckt, macht uns umso zorniger.
Wenn die Gerichte und Politiker wie der Gouverneur Pennsylvanias und ehemalige oberste Verantwortliche für die Anklage gegen Abu-Jamal, Ed Rendell, tatsächlich so große Angst vor einem neuen Verfahren haben, wie es mittlerweile den Anschein hat, wären wir, was uns betrifft, auch mit der sofortigen Freilassung Mumia Abu-Jamal zufrieden!
Wir möchten Sie daher hiermit bitten, ihrer Regierung diese Forderung nach sofortiger Freilassung Mumia Abu-Jamals mitzuteilen. Außerdem sollte der US-amerikanische Staat ihn für die 26 gestohlenen Jahre, die er in Haft verbringen musste, entschädigen.
Ferner fordern wir die völlige und bedingungslose Abschaffung der Todesstrafe, den Stopp und den vollständigen Abbau der privatisierten Gefängnisindustrie und die Abschaffung des Prinzips „Three strikes and you’re out,“ nach dem Rückfalltäter schon wegen geringfügiger Vergehen zu lebenslänglichen oder Langzeitstrafen verurteilt werden können.
Wir sehen diese Strafmethoden als Unterdrückungsinstrumente gegen einen Großteil der der US-Bevölkerung. Während Ihre Regierung behauptet, durch weltweite Kriege Demokratie und Menschenrechte verwirklichen, zeigt sie sich gleichzeitig oft außerstande, auch nur ein Mindestmaß davon im eigenen Land zu verwirklichen.
Wir werden weiterhin daran arbeiten, diese Menschenrechtsverletzungen in die Öffentlichkeit zu tragen und regelmäßig bei Ihnen nachfragen, was die US-Regierung zu tun gedenkt, um hier Abhilfe zu schaffen.
Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal
Verteidigung von Mumia in Geldnot
1. ) VERANSTALTUNG DES P.E.N.-ZENTRUMS DEUTSCHLAND FÜR MUMIA AM
DONNERSTAG, 17. APRIL 2008 UM 20:00 UHR IN BERLIN
Bitte lesen:
2.) AKTUELLE STELLUNGNAHME DER VERTEIDIGUNG VOM 11. APRIL
Bitte lesen:
3.) DIE VERTEIDIGUNG BRAUCHT WEITERHIN DRINGEND SPENDEN
Die Verteidigung ist bereits seit längerer Zeit in einer prekären
finanziellen Situation, weil kaum noch Spenden fließen. Dabei erhalten
die Vertrauensanwälte nicht einmal Honorare, sondern brauchen das Geld
für die Besuche bei Mumia Abu-Jamal, für Gerichts- und Zeugenkosten.
Wir bitten deshalb heute noch einmal alle, die dieses Rundschreiben
lesen, sich zu Herzen zu nehmen, um was Angela Davis uns als Sprecherin
der US-Kampagne gegen die Todesstrafe gebeten hat:
»Im Namen der Gerechtigkeit bitten wir Sie um Ihre Unterstützung und
eine großzügige Spende im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.«
Jede Spende ist willkommen und wird garantiert ohne Abzüge an das
Verteidigungsteam weitergeleitet. Darüber besteht zwischen Rechtsanwalt
Robert R. Bryan und dem IVK Bremen eine verbindliche Vereinbarung, die
von Mumia Abu-Jamal autorisiert ist.
Spendenkonto für BR Deutschland und umliegendes europäisches Ausland:
Stichwort »Verteidigung«
Archiv 92/Sonderkonto Jamal
S.E.B. Bank Bremen
Konto-Nr. 100 8738 701 (BLZ 290 101 11)
(Überweisungen aus EU-Ländern: IBAN DE78 2901 0111 1008 7387 01 / BIC:
ESSEDE5F290)
Solidarische Grüße,
Internationales Verteidigungskomitee (IVK)
Postfach 150 530 * D-28095 BREMEN