IP Speicherung soll aufgehoben werden

CTRL-Z 08.04.2008 13:22 Themen: Netactivism
Suchmaschinen sollen keine IPs mehr speichern, dass jedenfalls will die Artikel-29-Datenschutzgruppe erreichen...
Die Artikel-29-Datenschutzgruppe, ein unabhängiges Beratungsgremium der Europäischen Kommission, hat neue Vorschläge zur Verbesserung des Datenschutzes bei Suchanbietern vorgelegt. In dem bereits am Freitag vorgelegten Bericht heißt es, dass Suchanfragen nur noch sechs Monate gespeichert werden sollen.

Die Gruppe will nicht nur die Dauer der Datenspeicherung vorschreiben, sondern auch den Umfang. So sollen nur noch Informationen gespeichert werden, für die es "berechtigte Verwendungszwecke" gibt. Diese sollen für "nachgewiesen notwendige Zeiträume" vorgehalten werden. Ein wichtiger Punkt ist die Trennung der IP-Adresse von der Suchanfrage, so dass nicht mehr nachvollzogen werden kann, welcher Nutzer wonach gesucht hat.

Zudem will man die Informationsrechte der Anwender ausweiten. So soll man die Möglichkeit erhalten, in Erfahrung zu bringen, welche Daten gespeichert wurden. Die Vorschläge der Datenschutzgruppe sind zwar nicht bindend, jedoch geht man davon aus, dass sie bei zukünftigen Datenschutzrichtlinien berücksichtigt werden.

Die Suchmaschinenbetreiber begründen die Sammlung der Daten mit der Verbesserung der Suchtechnologie sowie mit der Unterstützung von Ermittlungsbehörden. Die Datenschutzgruppe hat dafür zwar Verständnis, jedoch steht dies in keinen Zusammenhang mit der derzeit praktizierten massiven Datensammlung.
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Ergänzungen

European Monitoring Centre on Racism and Xeno

Dany Banditi 08.04.2008 - 13:56
Die Grundrechte bei der Gewährleistung von Sicherheit und Recht in der Europäischen Union achten
Der Schutz der Grundrechte und die Schaffung eines europäischen Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts sind zwei untrennbar miteinander verbundene Aufgaben, mit denen im Grunde die gleichen Ziele verfolgt werden. Diese beiden Aufgaben gehören sogar zu den wichtigsten Zielen der europäischen Integration in den kommenden Jahren. Für die Verankerung dieser Rechte stehen mehrere Mittel zur Verfügung. Am besten bekannt ist vielleicht die Charta der Grundrechte , die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) im Dezember 2000 verkündeten. It stems from the EU Treaty, European Court of Justice case-law, the European Union Member States constitutional traditions and the Council of Europes European Convention on Human Rights. In December 2003, the European Council decided to extend the remit of the European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia in order to convert it into a Fundamental Rights Agency.

Bei der stufenweisen Abschaffung der Binnengrenzen in der Europäischen Union (EU) wurde deutlich, dass ein echter europäischer Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts geschaffen werden musste. Deshalb beschlossen die Staats- und Regierungschefs der EU im Oktober 1999 in Tampere (Finnland) ein konkretes Maßnahmenpaket, um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen. Dieses Maßnahmenpaket enthält Projekte wie die Entwicklung einer gemeinsamen Einwanderungs- und Asylpolitik und die Förderung der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit. Dies wiederum machte deutlich, dass auch die Menschenrechte und Grundfreiheiten der Unionsbürger und aller in der Europäischen Union lebenden Menschen gestärkt werden müssen.

Na und?

F1 09.04.2008 - 19:26
Ich verstehe nicht so recht, was die IP-Adressen dem Suchmaschinenbetreiber bei der Personalisierung nutzen sollen. Solange wir IPV4 nutzen, bekommt der private Nutzer mindestens einmal taeglich eine andere Adresse (ausgenommen Kabelanschluesse). Der Suchmaschinenbetreiber kann so nur Profile zum jeweiligen Provider anlegen. Geolokalisation ist auch mehr oder weniger genaues raten. Solange ich der Suchmaschine nicht erlaube Cookies zu setzen, kann der Betreiber kaum ein Profil von mir (meinem Internetanschluss) erstellen. Ob die Adressen mit der Suchanfrage verknuepft wird, kann mir da doch egal sein.
Oder uebersehe ich da was?

@F1: Ja, tust du

.nemesis 10.04.2008 - 15:07
Der Suchmaschine ist durch die Speicherung der IP sowieso nicht geholfen, da hast du Recht. Aber sobald Strafverfolger Zugriff auf diese Daten haben, wissen sie auch wonach du suchst. Nach den neuen Anti-Terror-Gesetzen würde es mich nicht mehr wundern, wenn du genauestens abgeschnüffelt wirst, sobald du nach "Anthrax" oder "Atombombe" googelst... Und eben das gilt es zu vermeiden: "verbotenes" Wissen. Informationen können nicht böse sein, aber genau das versucht die Politik zu erreichen. Dass Wissen über bestimmte Dinge als negativ angesehen wird.

Übrigens: Ich weiß auch wie man Atombomben baut - war Gegenstand einer Physikvorlesung. Jetzt bin ich eigentlich der Überwachung schon würdig, wenn man Schäuble Glauben schenken mag.