Raumbesetzung an der Uni Hamburg
Warum brauchen wir selbstverwaltete studentische Räume?
Wir sind davon überzeugt, dass Bildung mehr ist, als sich in Seminaren über wissenschaftliche Theorien auseinanderzusetzen. Bildung beinhaltet auch, dass wir uns praktisch in demokratischen Strukturen bewegen, die wir selbst beeinflussen und mithilfe derer wir selbstverantwortlich konkrete Projekte realisieren können. Es geht dabei zum Einen darum, Raum zu schaffen für das Entwickeln einer gemeinsamen Position gegen die zunehmende Entdemokratisierung und Kommerzialisierung der Uni. Ein selbstverwalteter Raum ist wesentlich für politische Auseinandersetzung, die sonst im Studium kaum Platz findet. Zum Anderen geht es um die Schaffung eines Rückzugsraums, in dem es möglich ist, sich vom Unialltag zu erholen, sich mit anderen auszutauschen, zu informieren, Kontakte zu knüpfen, zu diskutieren und eine Perspektive jenseits von Vereinzelung und EinzelkämpferInnentum zu verwirklichen.Wir brauchen einen angemessenen selbstverwalteten Raum, so wie es ihn auch an anderen Fachbereichen (siehe z.B die T-Stube im Pferdestall oder das Café Knallhart im Gebäude der Ex-HWP) gibt.
Was bisher geschah...
Das selbstverwaltete Café Paranoia befand sich früher in dem Gebäudeteil in dem heute die Martha-Muchow-Bibliothek zu finden ist und verfügte über einen ca. 100m² großen Raum in dem gemütlich diskutiert, ausgeruht, gelesen und sich unterhalten werden konnte. Nach der Renovierung musste das Paranoia in das PI (VMP8) umziehen und wurde dort vorläufig im 36m² großen R016 eingerichtet. Obwohl seitens des Fachbereiches ein größerer Raum zugesichert worden war, hat sich an dieser „Vorläufigkeit“ bislang nichts geändert. Da dieser Zustand so nicht weiter hinzunehmen ist, haben die FSRe seit anderthalb Jahren mehrere Anträge auf einen weiteren studentisch selbstverwalteten Raum in VMP8 an das Dekanat der Fakultät und die Raumausschüsse gestellt. Wir haben uns dabei im Besonderen um den Raum 09 bemüht, da sich dieser in unmittelbarer Nähe zum Paranoia, zum FSR-Raum und zum Studierendenzentrum befindet. In der Sitzung des Raumausschusses vom 03.04. wurde uns erneut ein "Null-Angebot" gemacht, das keinerlei Verbindlichkeit beinhaltete.
Was am Montag begann...
Die Vollversammlung der Studierenden im Fachbereich Erziehungswissenschaft hat als Reaktion auf dieses "Null-Angebot" beschlossen, die Forderung Wirklichkeit werden zu lassen und den Raum 09 besetzt um die Verhandlungen mit mehr Nachdruck fortführen zu können und Entschlossenheit zu demonstrieren. Am Montag fanden mehrere Plenarsitzungen statt, um die seit 14.00 Uhr geführten Verhandlungen mit Dekanat und Geschäftsführung der Fakultät gemeinsam auszuwerten. Wir haben den Raum (vorläufig) umgestaltet indem wir Sofas hineintrugen, Transparente malten und in AGs arbeiteten. Außerdem wurde von Montag auf Dienstag in Raum 09 übernachtet.Die Aktion wurde uterstützt von der Volxküche der Roten Flora, dem Café Paranoia, sowie anderen Fachbereichen, dem Café Knallhart und der T-Stube. Vielen Dank dafür!
Für heute, den 8.4., 12 Uhr, wurde eine weitere Vollversammlung im Raum 009 (VMP8) einberufen um das bisher Erreichte und das weitere Vorgehen zu diskutieren. Bei dieser werden der Dekan Schuck und der Geschäftsführer Eckstein von der Fakultät Erziehungswissenschaft/ Psychologie/ Bewegungswissenschaft anwesend sein. Alle sind herzlich eingeladen!
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Der beschlossene Antrag an die VV (07.04.08) (79K)

Ergänzungen
@ Entdinglichung
Besetzung erfolgreich!
Philosophencafe-Plenum
So weit ich weiß, ist diesen Donnerstag 18 Uhr das Philosophencafe-Plenum, wo geplant werden soll wie mit der aktuellen Situation umzugehen ist.
Es heißt
Aktueller Stand der Raumbesetzung
Let's push things forward!
Philo-Café
Kommt alle zum Krisenplenum des Philo-Cafés, Donnerstag (morgen 10.4.) ab 18 Uhr im 10. OG des Philturms. Den Leuten da wurde der Zugang und Betrieb des selbstverwalteten Cafés untersagt, nachdem monatelang vorgeschobene Gründe immer wieder zu Konflikten geführt haban. Der dortige Dekan hat sich persönlich der Räumung angenommen, obwohl er vor Jahrzehnten selbst darin seinen Café geschlürft hat. Momentan sind die Aktiven im Vorraum des Cafés, da ihnen der Zugang zum Hauptraum verwehrt wird.
Die PhilosophInnen wollen ihren Freiraum nicht aufgeben und werden dafür auch kämpfen. Dafür sind sie jedoch auf die Unterstützung aller angwiesen. Kommt Donnerstag zum Plenum, lasst uns die Dynamik der letzten Tage an der Uni nutzen.
Philo-Café muss bleiben! Squat your University!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
liebe rote gruesse — der nestscheisser
Freiraum im Flügelbau? — Entdinglichung
Goettingen — mr harris
solidarische grüße — aktivist_in
Mein Vorschlag — Handlanger
Solidarische Grüße — Mensch
Grüsse aus der HS-Bremen — AGK
schöne sache!!! — aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa
Solidarische Grüße — AStA Uni Bremen