Eine Woche Genfeldbesetzung in Gießen

feldbesetzi aus GI 06.04.2008 20:22 Themen: Biopolitik Ökologie
„Wo gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen sollen, flattern Transparente mit Parolen gegen Gentechnik im Wind.“ So begann die Erklärung der BesetzerInnen des Gießener Gengerstefeldes, nachdem sie in der Nacht vom Sonntag auf den Montag vor einer Woche das Versuchsfeld der Universität Gießen besetzt hatten. Sie sicherten sich mit einem hohen Turm, einem in der Erde verankerten schweren Betonblock und verschiedenen Ankettstellen gegen eine Räumung durch die Polizei ab. In der Zwischenzeit ist das besetzte Feld zu einem Treffpunkt sowohl gentechnikkritischer als auch nachfragender Menschen geworden.

Viele Kontakte mit Menschen auf und am Feld

Bis zu 50 Gäste befanden sich vor allem nachmittags und abends auf der Fläche. Nach anfänglichen Versuchen, die BesetzerInnen zu isolieren, ist das besetzte Feld inzwischen frei zugänglich. Neben Turm und Betonblock sind inzwischen etliche Zelte und Pavillons errichtet. LandwirtInnen, Einzelpersonen und Geschäfte spenden Lebensmittel und Heizholz. An der Straße haben Ökolandbau-Studierende aus Witzenhausen, die das Camp für zwei Tage besuchten, zwei Plakate "3x Hupen gegen Gentechnik" errichtet. Seitdem steigt die Zahl der AutofahrerInnen, die auf diese Weise ihre Solidarität bekundeten. Am Sonntagnachmittag war es fast jedes zweite Auto.

Polizeiliche Kontrollen fanden in den letzten Tagen nicht mehr statt. Mit einzelnen Personen der Versuchsstation, Security und Polizei kam es zu inhaltlichen Kontakten. Ein Polizeiwagen betätigte in der Nacht zum Sonntag sogar selbst dreimal seine Hupe.

 

120 Menschen auf Demo am Samstag

Am Samstag rollten drei Traktoren vom für die Genehmigung der Genversuche zuständigen Regierungspräsidium zum Uni-Hauptgebäude und dann zum Gengerstenfeld. Zusammen mit den landwirtschaftlichen Maschinen gingen 120 Personen den Weg zu den Stationen Gießener Gentechnik. Redebeiträge der Ökoreferentin des AStA-Gießen, aus der Bürgerinitiative gegen den Genversuch in Rauischholzhausen, aus dem Kreis der Feldbesetzer und von einer Gruppe angehender BiolandwirtInnen waren an den einzelnen Stationen zu hören. Mit großen Plakaten warben Landwirte am Traktor oder mit Schilder für eine gentechnikfreie Region in Gießen.

Etwas schwierig gestaltete sich der Auftakt der Demo: In strömendem Regen gelang der Aufbau der Soundanlage nur schleppend. Eine Stunde Verzögerung des Aufbruchs machte den Anwesenden angesichts des Wetters sichtbar keinen Spaß. Danach aber ging es im bunten Umzug und musikalischer Untermalung durch die Stadt. Große Freude bereitete alle Anwesenden die Nachricht, dass wenige Tage nach der Gießener Feldbesetzung auch im baden-württembergischen Oberboihingen ein Versuchsfeld besetzt worden war – mit ganz ähnlicher Blockadetechnik.

 

Keine klare Aussagen der Uniforscher

Keine Stellungnahme erreichte die FeldbesetzerInnen aus der Uni Gießen. Am Mittwoch hatten die BesetzerInnen die Unileitung aufgefordert, einen Nachweis über die Aufgabe des Versuchs beizubringen. Vorher hatte Versuchsleiter Prof. Kogel behauptet, dass er seinen Versuch in die USA verlegen werden. „Wir hätten den Versuch lieber ganz gestoppt als in die USA verdrängt. Nun hoffen wir, dass auch dort der Widerstand wächst gegen die profitorientierten Manipulationen an Genen“, heißt es dazu aus dem Kreis der FeldbesetzerInnen. Allein der Aussage des Versuchsleiters Kogel vertraut auf dem besetzten Feld niemand. Kogel habe schon zu oft getrickst und gelogen, begründen die AktivistInnen ihr Verbleiben auf dem Acker bis zur eindeutigen Klärung, ob der Versuch stattfinde oder nicht.

Die zwischenzeitlich auf Uni-Rechnern als "extremistisch" gesperrten Seiten mit kritischen Informationen über die Genfelder der Uni Gießen waren am Sonntag wieder erreichbar. Die Hintergründe blieben bislang ungeklärt.

 

Kontakt und Lage

Die Besetzung zu erreichen ist einfach: Per Telefon 0152-29990199 oder als direkter Besuch. Das Feld liegt in der Stadt Gießen direkt neben der Universitätsbibliothek (Phil I, Otto-Behaghel-Straße). Der Alte Steinbacher Weg und die Rathenaustraße führen direkt am Feld vorbei. Turm und Boden-Lockon sind von dort gut zu sehen (genauere Beschreibung). „Wir sind leicht zu finden und sichtbar. Das ist Ausdruck unseres Protestes - wir wollen nicht zusehen, sondern dieses Zeichen setzen. Wir wünschen uns viele Menschen hier - und wir hoffen, dass viele weitere Aktionen stattfinden dieses Jahr, damit es überall endlich wieder gentechnikfrei wird - so oder so.“

 

Wetter

Erhebliche Probleme bereitet den Aktivistis das aktuelle Wetter. Am Sonntag mussten Kanäle zur Ableitung des Wassers gegraben werden, um die Fluten abzuleiten. Am Sonntagabend kam es zu massivem Schneefall. Drei Zelte brachen zusammen. Hilfe auf der Fläche ist vonnöten: Weitere stabile Zelte, Heizholz und einfach auch Menschen, die mit anpacken, mal eine Nachtwache übernehmen oder einfach dabei sind! Montag soll es weiter schneien, danach wieder langsam wärmer werden.

 

Mehr Informationen

- Webseite: www.gendreck-giessen.de.vu

- Infozeitung zu den Gießener Genfeldern

- Überregionale Seite zum Protest gegen Genfelder

- Überregionale Kampagne und Aktionen zu Feldbefreiung

- Indymediatexte direkt nach der Besetzung, nach drei Tagen und zur Besetzung in Oberboihingen

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Ergänzungen

Aus Gießener Anzeiger

leserIn 06.04.2008 - 22:18
Linker solidarisiert sich mit Gentechnik-Gegnern

Stadtverordneter Tjark Sauer kritisiert Versuchsleiter Kogel
GIESSEN (V). "Ich begrüße die Besetzung des universitären Gen-Gersten Versuchsfeldes durch Gentechnik-Gegnern am vergangenen Montag ausdrücklich," erklärt der Linke Stadtverordnete Tjark Sauer in einer Pressemitteilung. "Die Besetzung ist ein Signal an den Verantwortlichen des Versuchs, Prof. Kogel, dass Bürgerinnen und Bürger in Gießen mit der Aussaat gentechnisch veränderter Pflanzen nicht einverstanden sind." Gleichzeitig übt der Stadtverordnete der Linken Kritik am Versuchsleiter. Wenn Kogel jetzt in der Öffentlichkeit behaupte, dass die Gentechnik sich längst durchgesetzt habe, gehe er über die Bedenken der Stadtverordnetenversammlung vom November 2006 hinweg. Die Stadtverordneten hatten sich damals einstimmig gegen "gegen Freilandversuche außerhalb der Sicherheitsforschung mit gentechnisch veränderten nichtselbstbestäubenden Pflanzen auf dem Gebiet der Universitätsstadt Gießen" ausgesprochen. "Wenn Herr Professor Kogel behauptet, dass sich die Gentechnik durchgesetzt habe, mag das seinem Wunsch und der Position von Gentechnik-Lobbyisten entsprechen, den gesellschaftspolitischen Mehrheiten und dem Willen der von den verschiedenen Gentechnik-Anbau-Versuchen direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürger entspricht das noch lange nicht", so Sauer. Die viel zitierte Wissenschafts- und Forschungsfreiheit lege auch eine kritische Reflexion der gesellschaftspolitischen Auswirkung von Gentechnik und der Rolle von Saatgutkonzernen, wie Monsanto, voraus. Deren Saatgut werde von der Uni Gießen im Rahmen der Sortenprüfung von gentechnisch verändertem Mais angebaut.

Bericht zur Demo in der Oberhessischen Presse

leserIn 07.04.2008 - 09:25

Schnee auf besetztem Feld

feldbesetzi aus GI 07.04.2008 - 15:28
Drei Zelte stürzten unter der Last zusammen - doch Turm und Betonblock blieben unversehrt, die BesetzerInnen auf dem Feld. Dennoch wird der heutige Tag (Montag) wohl vor allem der Reorganisierung dienen: Wiederaufbau, trockene Socken und Schuhe - kommt herbei. Ansonsten gilt: Wenn mehr Menschen auf dem Acker weilen, ist es für alle einfacher, weil dann Schlafen, mal das Feld auch verlassen können usw. eher möglich sind. Aus politischen Gruppen im Raum Gießen jenseits der BesetzerInnencrew des Anfangs ist bislang außer bei Besuchen niemand auf dem Feld - und auch nur wenige Einzelpersonen sind hinzugestoßen. Daher der Aufruf: Warme Sachen packen, drei Paar Socken zum Wechseln und den Schlafsack (oder zwei) eingepackt und rauf aufs Gießener Feld ... oder nach Oberboihingen. Oder noch ein Feld besetzen ...

Mehr Schneebilder

feldbesetzi aus GI 07.04.2008 - 15:50
Morgen soll es wieder langsam wärmer werden und zum Wochenende ein bisschen frühlingshaft. Mit aufs Feld also jetzt ... und sich zusammen mit uns aus dem Matsch befreien ...

Bienenstöcker vernichtet - Artikel

merkwürdig!!?? 08.04.2008 - 12:36
Gentechnik-Gegner zerstört Bienenstöcke an Uni-Feld

Gießen (si). Auf dem Versuchsgut der Justus-Liebig-Universität im Alten Steinbacher Weg sind am Sonntagnachmittag mehrere Bienenstöcke zerstört worden. Dringend tatverdächtig ist einer der Gentechnikgegner, die seit einer Woche den Acker besetzt halten.
Der Täter ließ die zertrümmerten Bienenkästen vor der Universitätsbibliothek liegen, dort schmiss er auch Mülltonnen um.

Ein Zeuge beobachteten den Vandalen, der dann auch noch mehrere Mülltonnen auf dem angrenzenden Gelände der Universitätsbibliothek umschmiss. Die Polizei stellte die Personalien des Mannes fest. Wie es gestern hieß, handelt es sich um einen 37-Jährigen aus Gießen.

Die Bienenvölker haben mit Gentechnik rein gar nichts zu tun. Sie gehören einem Privatdozenten des Instituts für Tierhaltung, der Studierenden auf dem Versuchsgut schon seit Jahren im Sommersemester praxisnah zeigt, wie Bienen gehalten und gezüchtet werden. Das wird nun nicht mehr möglich sein, weil die kälteempfindlichen Tiere den Angriff nicht überlebt haben.

Einen Teil der Bienenstöcke zertrümmerte der Täter an der Hauswand der Uni-Bibliothek, außerdem zerkratzte er dort mehrere Scheiben. Ob auch noch andere Personen beteiligt waren, ist derzeit unklar.

Der Zaun am Versuchsgelände ist inzwischen auf einer Länge von über 20 Metern zerstört. Insgesamt dürfte sich der Sachschaden auf mehrere tausend Euro belaufen. Die Personalien der Besetzer sind der Polizei bekannt.

Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Gentechnik-Gegner-zerstoert-Bienenstoecke-an-Uni-Feld-_arid,30006_regid,1_puid,1_pageid,113.html

Internetreche über Kogel und BASF

egal 08.04.2008 - 17:24
Nach einer Internet-Recherche bei der WIPO (world intellectual property organisation) steht jetzt fest, dass die gemeinsamen Erfindungen des Versuchsleiters Karl-Heinz Kogel mit anderen Wissenschaftlern u.a. der Justus-Liebig-Universitätin Gießen umgehend von BASF Plant Science patentiert werden. Nur den US-Markt patentieren sich Kogel und Kollegen offenbar selbst!


 http://www.wipo.int/pctdb/en/fetch.jsp?LANG=ENG&DBSELECT=PCT&SERVER_TYPE=19-10&SORT=41236399-KEY&TYPE_FIELD=256&IDB=0&IDOC=243132&C=10&ELEMENT_SET=B&RESULT=2&TOTAL=6&START=1&DISP=25&FORM=SEP-0/HITNUM,B-ENG,DP,MC,AN,PA,ABSUM-ENG&SEARCH_IA=EP2003007589&QUERY=%28IN%2fkarl%2dheinz+AND+IN%2fkogel%29+

 http://www.wipo.int/pctdb/en/wo.jsp?LANGUAGE=ENG&KEY=04/081217&ELEMENT_SET=F

 http://www.wipo.int/pctdb/en/fetch.jsp?LANG=ENG&DBSELECT=PCT&SERVER_TYPE=19-10&SORT=41236399-KEY&TYPE_FIELD=256&IDB=0&IDOC=232274&C=10&ELEMENT_SET=FILENAME,IMAGEROOT-ENG&RESULT=3&TOTAL=6&START=1&DISP=25&FORM=SEP-0/HITNUM,B-ENG,DP,MC,AN,PA,ABSUM-ENG&SEARCH_IA=EP2002011330&QUERY=%28IN%2fkarl%2dheinz+AND+IN%2fkogel%29+

 http://www.wipo.int/pctdb/en/fetch.jsp?LANG=ENG&DBSELECT=PCT&SERVER_TYPE=19-10&SORT=41236399-KEY&TYPE_FIELD=256&IDB=0&IDOC=230712&C=10&ELEMENT_SET=FILENAME,IMAGEROOT-ENG&RESULT=4&TOTAL=6&START=1&DISP=25&FORM=SEP-0/HITNUM,B-ENG,DP,MC,AN,PA,ABSUM-ENG&SEARCH_IA=EP2002009719&QUERY=%28IN%2fkarl%2dheinz+AND+IN%2fkogel%29+

 http://www.wipo.int/pctdb/en/fetch.jsp?LANG=ENG&DBSELECT=PCT&SERVER_TYPE=19-10&SORT=41236399-KEY&TYPE_FIELD=256&IDB=0&IDOC=227893&C=10&ELEMENT_SET=FILENAME,IMAGEROOT-ENG&RESULT=5&TOTAL=6&START=1&DISP=25&FORM=SEP-0/HITNUM,B-ENG,DP,MC,AN,PA,ABSUM-ENG&SEARCH_IA=EP2002006822&QUERY=%28IN%2fkarl%2dheinz+AND+IN%2fkogel%29+

 http://www.wipo.int/pctdb/en/fetch.jsp?LANG=ENG&DBSELECT=PCT&SERVER_TYPE=19-10&SORT=41236399-KEY&TYPE_FIELD=256&IDB=0&IDOC=227893&C=10&ELEMENT_SET=FILENAME,IMAGEROOT-ENG&RESULT=5&TOTAL=6&START=1&DISP=25&FORM=SEP-0/HITNUM,B-ENG,DP,MC,AN,PA,ABSUM-ENG&SEARCH_IA=EP2002006822&QUERY=%28IN%2fkarl%2dheinz+AND+IN%2fkogel%29+

 http://www.wipo.int/pctdb/en/fetch.jsp?LANG=ENG&DBSELECT=PCT&SERVER_TYPE=19-10&SORT=41236399-KEY&TYPE_FIELD=256&IDB=0&IDOC=197523&C=10&ELEMENT_SET=FILENAME,IMAGEROOT-ENG&RESULT=6&TOTAL=6&START=1&DISP=25&FORM=SEP-0/HITNUM,B-ENG,DP,MC,AN,PA,ABSUM-ENG&SEARCH_IA=EP2000004564&QUERY=%28IN%2fkarl%2dheinz+AND+IN%2fkogel%29+

Live-Telefoninterview Teil 3

Wüste Welle 08.04.2008 - 19:27
Live-Telefoninterview von heute nachmittag zu einer aktuellen Besetzung eines Genfeldes in Nürtingen
 http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=21881

Journalism at its best...

lol 09.04.2008 - 11:59
Ach so, AStA-Aktivisten haben das Feld besetzt, so wie auch in den vergangenen Jahren vor allem Studis bei den Aktionen beteiligt waren... wußte gar nicht dass es in Gießen einen so krass radikalen AStA gibt...lol

 http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,544500,00.html

Aufruf im taz-block

feldbesetzi aus GI 10.04.2008 - 21:53
Da ist auch was zu finden:  http://cybergolf.wordpress.com/2008/04/

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 15 Kommentare

Danke für den offenen Umgang mit Nachrichten

Ernst Rabenschwarz 07.04.2008 - 19:43
ist ja eine eindrückliche Demonstration von offenem Umgang mit Informationen, die Dir nicht zur Nase stehen, den Du hier demonstrierst: Einen Artikel der Dir nicht gefällt lässt Du von den sonst so verhassten indymedia-mods zensieren. Lieber Jörg steck dir das Geschwafel über Hierarchiefreiheit demnächst bitte sonstwohin. Ansonsten noch viel Spaß mit Deinem K(r)ampf.

Rezept fürs Camp

Berg Jörgstedt 07.04.2008 - 22:09
Hallo,

angesichts der unsinnigen Kritik über angeblichen Antiamerikanismus, hier ein Rezept direkt aus dem Camp - mit einfachen Mitteln (funktioniert auch mit einem kleinen Kerosinbrenner) zu organisieren und lecker zu mampfen - nach israelischem Vorbild:

Schakschouka
(Zutaten für 2 Personen): 2 grüne Paprika, 4 kleine Tomaten, 2 grüne Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, Öl, Salz, Pfeffer, Tomatenketchup, 4 Eier.

Zubereitung:
Paprika entkernen und in Steifen schneiden. Tomaten würfeln, Zwiebeln und Knoblauch hacken. Das Gemüse dann in heißem Öl kräftig anbraten und würzen. Auf kleiner Hitze schmoren lassen bis die Paprika weich sind. Damm Ketchup unterühren. Die Eier verschlagen und mit 1-2 Esslöffel Wasser zum Gemüse geben. 5 Minuten rühren. Schakschouka kann dann warm oder später auch kalt gegessen werden.

Vorsicht: Eier eignen sich nicht gut aus Containern...

weitere einfache Rezepttipps für Soliküchen:  http://www.kochen-mit-joerg-bergstedt.de.vu

Durchhalten

egal 08.04.2008 - 06:10
Na, das sieht ja toll aus mit dem Schnee und wer hätte gedacht, dass man da auf dem Tripod ganze Zelte aufschlagen kann? Haltet durch, der Frühling kommt gewiss :-)

BienenKiller

Bienenfreund 08.04.2008 - 07:45
In der heutigen Ausgabe der gießener Provinzpostille stand zu lesen, dass aus dem Camp heraus eine Person Bienenstöcke, die in der Nähe belegen waren zerstört hat und damit ganze Bienenvölker ausgerottet hat.
Wie stellt sich das Camp zu der Aktion?

hmm lecker

katze 08.04.2008 - 10:56
aloha jörg

erstmal ein dickes lob an euch!
super aktion - mir ist das um ehrlich zu sagen zu kalt, jaja ich werde nicht jünger und meine athritischen knochen freuen sich über jeden sonnenschein, auf dieser trotz allem schönen welt! das rezept haben wir (leicbr />
viel glück euch da unten in giessen und viel glück und unterstützung bei den (doch wahrscheinlichen) folgekosten.

containert evtl. noch ein wenig tee - der hält gut warm!

viel erfolg und sonnenschein

der faule typ

Bienenmord

Bienenfreund 08.04.2008 - 14:09
Also 1. verstehe ich nicht, warum meine Aufforderung zur Erklärung keine inhaltliche Ergänzung sein soll. Eine Gruppe, die wie die Gentec-Gegner in Gießen vermeintlich den Schutz der Natur zum Ziele haben handelt inkonsequent, wenn aus ihr heraus ganze Bienenstämme vernichtet und hunderte Bienen ermordet werden.
Bienen sind das natürliche Befruchtungselement in unserer Natur. Daneben sorgen sie für leckeren Honig, der als nahrhafter vegetarischer Brotaufstrich und auch als gesunder Ersatz für Industriezucker verwandt werden kann. Bienen sind also Insekten, die dem Menschen kulturell verbunden sind und Teil einer sanften Nutzung von Natur sein können. Warum ein sinnloser Zerstörungsakt den Tod für hunderte Bienen zur Folge haben musste, wird hier weder erklärt, noch kann er erklärt werden, entlarvt er doch das gewaltförmige Verhalten von Teilen der Gruppe gegen Insekten und Tiere. Daher fordere ich erneut eine Distanzierung und Erklärung der Gruppe zum Bienenmord von Gießen.
Das ich jemals erleben würde, dass ausgerechnet selbsternannte Ökos Bienen töten, habe ich nicht gedacht.

Bienenfreund

oh Mann

egal 08.04.2008 - 14:28
Wie doof kann mensch eigentlich noch sein? So weit ich weiß, hat der Typ das Camp inzwischen verlassen. Natürlich distanzieren sich alle anderen von dem Ausraster.

@Bienenfreund

egal 08.04.2008 - 14:48
Recht hast Du. Jetzt lass aber den Leuten, die mit der Aktion nichts zu tun hatten, ein bischen Zeit darauf zu reagieren. Erstens haben sie da auf dem Feld nur eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten und zweitens müssen die das erst mal selbst verdauen. Ein solcher Schaden lässt sich einfach nicht wieder gutmachen, auch wenn von Seiten der BesetzerInnen noch eine Imkerin dazugeholt wurde, die noch versucht hat, zu retten, was nicht mehr zu retten war.

Die Bienen leben

Feldhasen, Betonmäuse und Turmfalken 08.04.2008 - 19:59
Es ist immer wieder spannend, wie schnell selbst Blätter wie die Gießener Allgemeine hier wie die Wahrheit wahrgenommen werden. Der Text stammt von Sippel, Redakteur bei der Stadtredaktion der Gießener Allgemeine (Chef: Guido Tamme). Der war schon einmal auf dem Feld. Einziger Kontakt mit jemanden von den Feldbesetzis: Er hat dem volle Kante mit dem Schuh in die Fresse getreten (wörtlich ... Lippe aufgeblatzt - das war noch Glück). Seitdem versucht er, mit wirren Stories die weitgehend gute Stimmung auch außerhalb (Akzeptanz der Besetzung) zu zerstören. Dazu nutzte er nun den Vorgang mit den Bienen. Richtig ist allein, dass die Stöcke zerstört wurden von einer Person, die in der Nähe wohnt und auch ab und zu schon auf das inzwischen nicht mehr vollständig eingezäunte Feld gelatscht kam, sich da künstlerisch betätigte und auch mal am Lagerfeuer mit saß. Sonst ist sie weiter nicht bekannt. Die hat irgendwann einmal (nicht vom Feld aus) einen völlig inakzeptablen Anfall bekommen und etliche Sachen zerstört, darunter die Bienenstöcke. Soweit - so schlecht. Der weitere Verlauf entlarvt den Text als ungeheuerlich. Während nämlich der Wachschutz der Uni und die Unileitung zwar Spuren sicherten und offenbar auch gar nicht eingriffen, als das passierte (die Securities stehen ja die ganze Zeit da rum und passen auf "uns" auf), haben wir sofort die Bienenkästen untersucht und - als wir sahen, dass sie teilweise von Bienen bevölkert waren - sofort eine uns bekannte Imkerin gerufen, die auch kam. Nach ihrer Aussagen waren zwei der umgeworfenen Bienenkästen belegt. Beide Bienenvölker hat sie auch gerettet. Die Behauptung, die Bienen seien tot, ist frei erfunden. Nach Aussagen der Imkerin leben sie. Die Gentechnik-GegnerInnen haben also die Bienen nicht getötet, sondern gerettet.
Der widerliche Journalist Sippel soll von uns eine Abmahnung mit Unterlassungserklärung bekommen, außerdem wollen hier Leute den Presserat anrufen.
Etliche von uns sind aber auch schockiert, dass dieser Scheiß von vielen Menschen geglaubt wurde. Erstens sollte bekannt sein, welche Rolle Medien oft spielen. Zweitens ist es derart absurd, dass gerade die Genfeldbesetzis Bienenkästen angreifen würden, dass hätte klar sein müssen, dass an der Story irgendwas nicht stimmt.
Sowohl Polizei als auch Security und Unileitung haben wir informiert, dass wir uns um die Bienen schon kümmern und eine Imkerin kommen würde. Die haben das zur Kenntnis genommen, ansonsten gingen ihnen (anders als uns) aber die Bienen sichtbar am Arsch vorbei. Es ist zur Zeit unklar, ob der Allgemeine-Treter Sippel und/oder die Unileitung den Vorgang nun auf diese Weise ausgeschlachtet hat. Das zu klären, wäre sinnvoll.

Beruhigter Bienenfreund

Bienenfreund 08.04.2008 - 20:27
Liebe Feldbesetzis,

offenkundig hat Euch dann da wohl jemand eine Lampe gebaut. Ich hoffe, dass Ihr eine Gegendarstellung erwirkt. Auf mich hatte der Artikel glaubwürdig geklungen und das ein Artikel so vollkommen erlogen ist, ist ja auch nicht gerade die Regel. Sei´s drum, ich bin wirklich beruhigt und freue mich über Eure Reaktion...auch natürlich für die Bienen, die hoffentlich bald ausfliegen können. Ich hatte gedacht, dass man wenigstens den Provinzblättern glauben könnte. Aber im Spiegel steht ihr übrigens als ASTA, der ihr ja wohl auch nicht seit. Was ist denn da los in Gießen?

Verwundert über die Zustände in Gießen,

Bienenfreund

Ernst Rabenschwarz rauszensiert?

Hannes 09.04.2008 - 12:20
Hallo!

Ich habe mal eine Frage zu einem Beitrag von Ernst Rabenschwarz (Beitrag zur Gentechnik-Demo am 5.4. in Gießen zum besetzten Gerstenfeld der Uni):
Ich kann die Beiträge von Ernst Rabenschwarz & sein Diskurs mit Anderen zu seinem Gentechnik-kritischen Flugblatt nicht mehr finden. Warum wurde das herausgenommen? Ob es nun einigen Gentechnik-KritikerInnen passt oder nicht, ich denke VOR ALLEM auf Indymedia sollte das Recht auf freie Meinungsäusserung gewahrt bleiben!

Über eine Erklärung wäre ich euch dankbar!
Hannes

Gießen is Beschießen

saffda 09.04.2008 - 13:07
In Gießen bilden selbstherrliche Medien und Polizei ein widerliches Konglomerat.

Zensur?

egal 09.04.2008 - 14:42
Der Versuch des Schreiberlings Rabenschwarz, die FeldbesetzerInnen für die offenbar von Mods veranstaltete Zensurattacke nicht nur gegen ihn, sondern gegen alle Beiträge, die zu seinem Artikel gemacht wurden (!!), verantwortlich zu machen, passt zum Stil genau dieses Schreiberlings. Es geht offensichtlich um Diskreditierung und nicht um Information. Dazu verwenden er und offenbar auch andere bewusst falsche und/oder vollkommen verdrehte Fakten. Dass er so niemals in den inhaltlichen Diskurs kommt, den er von anderen einfordert, nimmt der Fan Walter Benjamins billigend in Kauf. Den Grund für die Zensur würde ich eher hier sehen. Dass Demoanmelder Jörg ein Feind der Zensur ist und auch nicht dafür verantwortlich ist, weiß selbstverständlich auch der selbsternannte "Destruktive Charakter".

an Ernst Rabenschwarz

jb 10.04.2008 - 20:26
Hallo Roland (ich schreibe Dich mal mit Klarnamen an, das machst Du ja auch). Ich würde Dich bitten, Deine absurden Verschwörungstheorien mal irgendwo hinzustecken. Ich lese jetzt in diesem Moment das Ganze hier erstmals. Ich bin auf dem Genacker (das weißt Du). Ich habe (wie alle anderen auf dem Feld) keinen Indy-Moderationsstatus. Ich (und andere) können das gar nicht löschen. Das weißt Du auch. Was soll der Krieg mit Lügen? Dir ist sogar bekannt, dass ich gegen Zensur auf Indy bin. Ich bin also auch gegen die Zensur Deiner Lügen. Aber falsch finde ich das trotzdem, was Du hier treibst.
Komm mal auf den Acker! Lass uns mal einen Workshop zu rechter Ökologie machen! Praktische Politik gegen antiemanzipatorische Strömungen in der Ökologiebewegung finde ich wichtig und würde mich freuen, Dich da mal bei zu sehen! Gern auch gemeinsam! Der Link führt auf die Internetseite mit Kritik an rechter Ökologie, u.a. in der Gentechnikbewegung. Die wird hier aus der Projektwerkstatt gestaltet (was Du auch weißt).

Termin am und im Acker von Gießen

feldbesetzi 11.04.2008 - 12:57
Sonntag, 13. April am oder auf dem Feld

* 15 Uhr: BürgerInnen-Spaziergang am Feld (eingeladen von Unterstützern, siehe hier)
* 16 Uhr: Kurzvortrag (30 min plus Fragen/Diskussion) "Genversuchsfelder der Uni Gießen: Wer? Was? Wo? Warum?", Treffpunkt am Parkplatz vor dem Feld (Rathenaustraße)
* 17 Uhr: Kletterworkshop für AnfängerInnen (auf dem Feld am BesetzerInnenturm!)

Montag, 14. April am oder auf dem Feld

18 Uhr: Workshop zu "Emanzipatorischer Gentechnikkritik und rechter Ökologie" (u.a. Auseinandersetzung mit problematischen Positionen in Teilen der gentechnikkritischen Bewegung). Treffpunkt am Parkplatz vor dem Feld (Rathenaustraße)


Rund um die Uhr: Besetzung!!!!