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Rheinland: Kampagne gegen "autonome" Nazis
Whats up?
In fast jeder größeren deutschen Stadt existiert eine Kameradschaft, sei es die Kameradschaft Aachener Land (KAL), die Freie Kameradschaft Köln/Walter Spangenberg, die Kameradschaft Thor Köln oder die Kameradschaft Leverkusen.
Aus diesem "Freien Nationalen Widerstand" heraus entwickelten sich die "Autonomen Nationalisten", die den Anspruch erheben, die wahre nationalsozialistische Revolution auf die Straße zu tragen. Der Begriff der Autonomie wird dabei jedoch nicht mit Inhalt gefüllt.
Autonomie bedeutet in erster Linie, unabhängig von Parteien, inklusive der NPD, zu sein und auch direkte Aktionen, z.B. gegen den politischen Gegner, durchzuführen. Die "Autonomen Nationalisten" stehen für einen stilistischen und ästhetischen Wandel eines Teils der Neonaziszene: "Fight the System" ohne Scheu vor Fremdsprachen. Auf Transparenten sind keine altdeutschen Buchstaben, sondern modern wirkende Schriftzüge zu sehen. Statt Marschmusik oder stumpfem Rechtsrock bevorzugen sie zuweilen Deutschpop (darunter auch Gruppen, deren Texte als eher "links" gelten) oder "alternative" Musikrichtungen.
Die Kleidung scheint subkulturellen Jugendszenen wie der Hardcore- oder der HipHop-Szene entlehnt zu sein. Mit dem Tragen schwarzer Kapuzenpullover und Baseballcaps orientiert man sich auch gerne am Style der autonomen Linken. Ein klassisches Naziskin-Outfit soll vermieden und durch ein "cooles", leicht alternativ-rebellisch wirkendes äußeres Erscheinungsbild ersetzt werden. "Für uns ist es nicht wichtig, welche Kleidung man trägt oder wie lang die Haare sind, was zählt ist der Einsatz für Deutschland, der Wille sich politisch voll für die Sache einzusetzen und das Wissen, was man mit sich trägt. Heute gibt es in nahezu jeder Jugendkultur Personen, die sich als Nationalisten verstehen. Wer immer noch glaubt, dass er Springerstiefel und Bomberjacken tragen müsste, um bei uns mitmachen zu können, irrt sich", schreibt die AG Rheinland, die Organisation der "Autonomen Nationalisten" im Rheinland, auf ihrer Website. Zu dem Bestreben, sich einen zeitgemäßen "revolutionären" Habitus zu verschaffen, gehört auch der Versuch, linke Symboliken zu übernehmen, sie aus ihrem Kontext zu reißen und völkisch zu besetzen.
Die "Autonome Nationalisten" agieren nicht nur im Internet sondern versuchen insbesondere über Tags und Graffitis sowie Sticker-Klebeaktionen auf sich aufmerksam zu machen. Daneben treten sie insbesondere durch gewalttätige Übergriffe gegen alternative Jugendliche und AntifaschistInnen in Erscheinung.
In Stolberg griffen in der Nacht vom 31. August 2007 mehrere bewaffnete Neonazis die Besucher eines antifaschistischen Punkkonzertes an, in Brühl wurde im Dezember 2007 ein Besucher eines Konzertes von Neonazis aus den Reihen der "Autonomen Nationalisten" bedroht.
Der bislang brutalste Überfall ereignete sich am Abend des 9. November 2007 auf dem Bahnhof Leverkusen-Opladen, als ca. 25 Neonazis einen Angriff auf vermutete TeilnehmerInnen einer antifaschistischen Demo anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht durchführten und eine Person dabei schwer verletzten. Dabei waren nach Medienberichten auch Neonazis aus den Reihen der AG Rheinland beteiligt (siehe Antifa Demo am 9.November in Opladen).
In den folgenden Wochen kam es zu weiteren Angriffen von Neonazis aus Kreisen der AG Rheinland auf alternative Jugendliche. So lauerten die Neonazis mehrmals BesucherInnen von Veranstaltungen und Konzerten bei der An- und Abreise auf, bewarfen diese mit Flaschen und griffen sie mit Schlagstöcken und Reizgas an.
Auch in anderen Städten ereigneten sich in den letzten Monaten immer wieder Übergriffe von "autonomen Nationalisten" auf alternative Jugendliche.
Beispiele aus Pulheim oder Leverkusen-Leichlingen
Inzwischen hat selbst die bürgerliche Presse das Thema aufgegriffen und die Polizei eine Sonderermittlungseinheit bezüglich des Problems der Gewalt von Rechts eingesetzt.
Let's start the show!
Die Kampagne "Faschismus ist nicht trendy! – 'Autonome Nationalisten' stoppen!" hat es sich zum Ziel gesetzt das Treiben der NeofaschistInnen nicht länger so hinzunehmen. Mit der Kampagne soll zum einen die Aufklärung über die örtlichen Nazistrukturen vorangetrieben werden und gleichzeitig das Angebot an linker und alternativer Jugendkultur gefestigt bzw. unterstützt werden.
Zu Beginn werden mehrere tausend Broschüren (Download (PDF, 1,4 MB)) in den Städten des Rheinlandes verteilt werden.
Zudem wird eine Infotour mit dem Vortrag "Neonazis in neuem Gewand?" in mehreren Städten des Rheinlandes halt machen, um über die Neonaziszene aufzuklären.
Der Beginn der Infotour in Brühl gestaltet sich jedoch aufgrund eines Verbotes durch den Brühler Bürgermeister Micheal Kreuzberg (CDU) anders als erwartet. Eigentlich wollte die Kampagne "Faschismus ist nicht trendy! – 'Autonome Nationalisten' stoppen!" mit einer Info- und Diskussionsveranstaltung und anschließendem Konzert am Freitag, dem 28. März, im Juze Brühl eröffnen. Leider ist dies nicht möglich, da der Brühler Bürgermeister Michael Kreuzberg (CDU) den Auftakt der Vortragsreihe verboten hat. Nachdem von Seiten der Kampagne eine alternative Veranstaltungsmöglichkeit aufgetan wurde, intervenierte Kreuzberg erneut und ließ ein weiteres Mal die Veranstaltung verbieten.
In einem Radiointerview bei Radio Erft begründete der Bürgermeister sein Vorgehen mit angeblichen Sicherheitsbedenken, da laut Polizei Ausschreitungen zwischen Rechts und Links zu erwarten seien. Zu dem erklärte er, dass man "Linksextremistische Gruppierungen" wie die Antifa nicht in der Stadt haben wolle.
Weitere Berichte dazu
- Stadt Brühl hält nichts von Zivilcourage
- Kampagneauftakt gegen Autonome Neonazis von CDU-Bürgermeister verboten
Inzwischen hat die Kampagne auf die Verbotsversuche reagiert und eine Demonstration für den 28. März in Brühl angemeldet. Die Demonstration wird um 19 Uhr Am Markt in Brühl beginnen. Weitere Informationen zur Demonstration sowie der Aufruftext finden sich unter www.nazifrei.tk (Aufruf als PDF).
Mehrere bürgerliche Medien (z.b. der Kölner Stadtanzeiger) berichteten inzwischen über die geplante Demonstration und selbst der Brühler Bürgermeister schien sich genötigt zu fühlen bei Radio Erft Rede und Antwort zu stehen.
Die Kampagne wird nach Brühl in Köln (Flyer als PDF) halt machen, wo der Vortrag "Neonazis in neuem Gewand" dann - hoffentlich ohne Störversuche eines Bürgermeisters - stattfinden wird.
Dass die Gefahr von Rechts akut ist, zeigte sich Anfang dieser Woche in Aachen, wo ein Stein in die Wohnung eines jungen Antifaschisten flog (Glasbruch bei bedrohtem Antifaschisten). Aufgrund dieses Anschlages findet am Donnerstag, den 27. März, in Aachen eine Kundgebung gegen rechte Gewalt statt. Beginn ist 18:00 Uhr auf dem Kaiserplatz (Demonstration gegen Naziterror).
Es gibt also Gründe genug um eure lokale Antifagruppe zu unterstützten.
In diesem Sinne:
Wegsehen war schon immer scheiße! Bildet Banden, schlagt zurück!
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
flyer brühl
Neonazis attackieren Demo in Aachen
Berichte gibt es hier:
Antifa Lev.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Mensch...
mag
begrüßenswert, aber...
erstmal finde ich es grundsätzlich gut, "autonomen" nationalisten in form einer überregionalen kampagne gegenüber zu treten.
will ich auch kein weiteres wort drüber verlieren.
allerdings stellt sich für mich die frage, inwieweit die kampagne einhergeht mit einer analyse linker bzw. vermeintlich linker szenezusammenhänge, strategie etc.
wenn ich mir diese AN ansehe, ist natürlich zunächst der wandlungsprozess der nasen offensichtlich.
selbiger bringt mich allerdings dazu, mein augenmerk auf die (radikale) linke zu legen.
ich selbst sehe mich als teil derselben, halte jedoch nichts von szenegehabe und nehme auch entsprechend wenig daran teil.
die erscheinung der AN geht m.e. einher mit gravierenden fehlentwicklungen innerhalb der linken.
das fängt bei stumpfem konsumverhalten an was die subkulturen angeht und hört auf bei nonsensdebatten über antideutsche und antiimps. die linke hat sich in weiten teilen zum biotop für profilneurotiker_innen und abenteuerlustige bürgerkinder entwickelt, für die revolutionäre relevanz scheinbar gleichbedeutend ist mit der wahrnehmung der eigenen person innerhalb des szenezusammenhangs.
es gibt nur eine revolutionäre perspektive, und die liegt im blick über den tellerrand.
würde sich die linke nicht dermaßen schwer damit tun, einen kontakt auf augenhöhe mit "unpolitischen" herzustellen, hätten ANs mit ihrem konzept keine schnitte.
der unterschied liegt ja darin, dass die linke auf (möglichst perfekt pc vorgebildeten) zulauf wartet, während die rechte massiv um nachwuchs wirbt.
und das mit einem thema, welches die linke weitestgehend sträflich vernachlässigt:
die soziale frage.
des weiteren denke ich, dass es höchste zeit ist, sich um weitere fragen gedanken zu machen:
wie sieht es aus mit dem militanten alltag?
wo und wie wird die linke von der breiten bevölkerung wahrgenommen?
welche greifbaren alternativen lebenskonzepte gibt es?
wie alternativ sind sie tatsächlich?
leute, hier geht noch einiges!
so, frohes schaffen.
Autonome Nationalisten Lev.- Rhein.-Berg.
Leichlingen, Burscheid, Hilgen, Wermelskirchen...
Auch wenn die AN- Leichlingen fürs erste etwas platt sind, besteht hier ein sehr hohes Risiko für einen rechten Aufschwung. Überall Aufkleber und Graffitis, selbst im kleinen Kaff Burscheid machen sie sich breit. Paas z.B. ein NPD Kader aus Burscheid um den der NW sich dort schart, er tritt voll offen in Erscheinung, hat Daten überall offen rumfliegen und es kümmert sich keiner um diesen Typen.
Und der NW im bergischen ist riesig, tritt vllt. oft noch nicht all zu krass in Erscheinung, aber er wächst. Zum kotzen ist das und dabei ist diese Entwicklung sei tJahren erkennbar und ist dort Antifa? Nö nur total unkoodiniert in Opladen und wuhu AZ Bahndamm in WK... so zum kotzen ist das na WK hat ja wenigstens sogar etwas alternativen Lifestyle im Gegensatz zu Lev. etc..
Wenn man dann mal durch fucking Burscheid kommt sieht man mal vereinzelt ein paar Antifa Aufkleber, wow! Seit neusten ziert auf der Hauptstraße Richtung Opladen auch ein schönes "Tod dem Faschismus!" mit Hammer & Sichel eine Hauswand, welches prombt mit Hakenkreuzen beschmiert wurde.
Aber Burscheid ist wie Düren, kleines Dreckskaff und schwupp machen sich die Nationalen breit. Bekleben die Busse, scharan massenwesie Leute um sich, tarnen sich link- alternativ und fucken nur rum, ohne das jemand etwas dagegen tut.
Antifa im Umkreis Lev. ist leider mehr als erbärmlich bischen Antideutsch, auch etwas Antiimp, bischen Demo- Tourismus, permanente Verweigerung zur Mitarbeit bei Arbeitskreisen (überall), keine funktionierende RH, einmal im Jahr ne 9. Nov. Demo machen etc. etc.
Traurig und damals war Lev. so eine KPD Hochburg, es gab eine SDAJ, eine Antifa, ne riesige DKP, ne kleine MLPD, einen winzigen pissigen Rebell, große SPD, starke Gewerkschaften usw. usw.
Und nun Leverkusen verkommt voll Stadt ist bankrott, baut trotzdem ein fettes riesiges Rathaus mit Einkaufszentrum, wo die Stadt zur Miete einzieht und dem Unternehmen welcher das Einkaufzentrum baut das Grundstück geschenkt hat. Oder hey Landesgartenschau die Stadt bezahlt mal eben 20 Millionen um eine Bayer Chemie- Müllkippe zu sanieren und Bayer zahlte keinen Cent für die Sanierung, oder Demo gegen Sozialeinsparungen der Stadt und im Vorbereitungskreis, bei dem Streik von BIS wo war dort bitte die tolle Antifa- Leverkusen?
Nirgens ihr zieht Euer Ding seit Jahren durch und es kommt nichts bei rum, Hauptsache erstmal jede Kritik von Außen ignorieren....