Russland: Widerstand gegen Atommüll

Strahlemann 17.03.2008 18:57 Themen: Atom Weltweit
Gegen den derzeit laufenden Transport von abgereichertem Uran aus Deutschland nach Sibirien haben in Russland am Wochenende Protestaktionen stattgefunden. Sie richteten sich auch gegen den Ausbau des russischen Atomprogramms.
Am 15. März fand am Triumphplatz in Moskau eine Aktion gegen den Import radioaktiver Abfälle nach Russland statt, die sich auf die am 12. März im Petersburger Hafen eingetroffene zweite Lieferung europäischen Atommülls in diesem Jahr bezog. AnarchistInnen und UmweltschützerInnen, Angehörige der Bewegung "Rainbow Keepers", der "Autonomen Aktion", des Moskauer Rats der radikalen KünstlerInnen, aber auch der Ökologischen Union des Bezirks Moskau und der Moskauer ökologischen Föderation präsentierten um 12:10 eine schwarz-rote Fahne und ein Transparent "Nein zum Import von Atommüll", begannen, Flugis an PassantInnen und JournalistInnen zu verteilen. "Die Welt ist keine Atommülldeponie", "Nehmen Sie Ihre Abfälle zurück", "Sorge um die Gegenwart – Sorge um die Zukunft" skandierten die TeilnehmerInnen der Mahnwache. Die Aktion dauerte zehn Minuten, da sie nicht genehmigt war.
Die giftigen und radioaktiven Abfälle, die bei der Urananreicherung in einer deutschen und einer holländischen Anlage anfallen, gehören der Firma Urenco. Seit 1996 wurden nach Russland über 80.000 Tonnen solcher Abfälle geliefert - nach Nowouralsk (Bez. Swerdlowsk), Sewjersk (Bez. Tomsk), Angarsk (Bez. Irkutsk) und Seljenogorsk (Kreis Krasnojar). Bis 2009, wenn der Vertrag zwischen Urenco und der russischen Firma Techsnabexport endet, ist die Lieferung weiterer zwanzigtausend Tonnen geplant.
Protestaktionen gegen den Müllimport fanden statt in Moskau, Tomsk, Jekaterinburg, Angarsk, Sankt Petersburg und Irkutsk. UmweltschützerInnen aus Deutschland (Düsseldorf, Gronau) zeigten auch Solidarität mit der Bevölkerung Russlands, die die Folgen einer Politik der Produktion einer Menge Atommülldeponien auszubaden haben wird.
Praktisch alle Vorräte abgereicherten Urans werden in Russland in Form von Uranhexafluorid gelagert. Dabei sind die Hüllen der Container, die unter freiem Himmel gelagert werden, der Korrosion ausgesetzt sind, was zu ihrer Zerstörung führen kann.
Im Sommer 2007 wurde von den Bewegungen "Autonome Aktion" und "Rainbow Keepers" ein Öko-Protestcamp organisiert gegen den Bau eines riesigen Lagers für abgereichertes Uran in Angarsk zusammen mit einem internationalen Zentrum zu seiner Anreicherung. Die Rückstände der wiederholten Urananreicherung durchlaufen noch eine Anreicherung für den heimischen Bedarf der russischen Atomindustrie. Alle Abfälle aus den genannten Operationen bleiben in Russland zur Lagerung und "Beerdigung".
Außerdem bleibt das Problem der Kapazitätserweiterung für die Brennstoffverarbeitung besonders aktuell im Zusammenhang mit den Plänen der russischen Regierung zum Ausbau der Atomenergie. In nächster Zeit soll der Bau von 20 AKWs begonnen oder wieder aufgenommen werden.
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Ergänzungen

Quelle

ich nochmal 17.03.2008 - 19:10
Sorry, Quelle vergessen! Der Artikel ist von hier:  http://ru.indymedia.org/newswire/display/20206/index.php

AKW-Neubau in der Schweiz?

Freies Radio Rhein-Neckar 17.03.2008 - 21:16
Wir sprachen mit Herrn Bernhard Piller von der Schweizerischen Energie-Stiftung.

 http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=21563

Interview zu Österreich und Euratomvertrag

Freies Radio Rhein-Neckar 17.03.2008 - 21:18
Wir sprachen mit Herrn Roland Egger, einem Obmann der Vereinigung "atomstopp - atomkraftfrei leben" aus Oberösterreich.

 http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=21560