Berlin: Demo "Freiheit für politische Gefangene"
Am Samstag, den 15. März fand in Berlin die Demo "Für die politischen Gefangenen weltweit" statt. Die hauptsächlich durch Kreuzberg laufende Demo war trotz der langen Route und der z.T. sehr erschütternden Themen und Berichte von erstaunlich guter Laune getragen.
Beginn war vor dem Berliner Mehringhof. Ca. 250 Teilnehmer_innen kamen. Die Polizei führte wie so häufig in den letzten Monaten Vorkontrollen durch. Ein Demonstrationsteilnehmer erhielt einen Platzverweis, da er einen Mundschutz für ein frisch gestochenes Lippenpiercing trug. Angeblich stelle dies "passive Bewaffnung" dar. Weitere Konflikte oder Festnahmen sind uns nicht aufgefallen.
Am Anfang gab es eine etwas ausführlichere Ansage über die Arbeit und Funktion des Ermittlungsausschusses, um bei eventuellen Festnahmen die Leute auch an das schreiben von Gedächtnisprotokollen für spätere Zeugenaussagen zu erinnern. Hingewiesen wurde auch auf den deutschen Anti-G8 Aktivisten Martin Krämer, der gerade per Schiff aus Japan nach Russland abgeschoben wird (
http://de.indymedia.org/2008/03/210423.shtml ).
Dann ging es los. Zunächst wurde ein Brief mit Forderungen von kolumbianischen politischen Gefangenen verlesen, in dem sie über ihre Lebenssituation, ihre Vorstellungen eines Gefangenenaustausches und über zukünftige Gesellschaft Kolumbiens berichteten. Darauf folgte ein Beitrag über die privatisierte Gefängnisindustrie der USA, den wir hier noch anhängen werden.
Nach ca. einer halben Stunde Auftaktkundgebung ging es lautstark über den Kreuzberg (den gibt es tatsächlich und zwar am Mehringdamm) Richtung Tempelhof zum Landeskriminalamt (LKA). In mehreren Beiträgen wurde die Arbeit dieses Amtes gerade im letzten Jahr "gewürdigt". Erwähnt wurden die Razzien im Vorfeld des G8 und die vielfältigen 129a Ermittlungen, denen auch jetzt noch viele Berliner_innen ausgesetzt sind. In einem Grußbrief einiger Ex-Gefangener aus dem mg Verfahren wurden z.B. die Zeug_innenvorladungen und die weiterlaufende Überwachung "des persönlichen Umfeldes" thematisiert.
Vor dem LKA gab es auch noch einen Beitrag zu den beiden inhaftierten Berliner Antifaschist_innen Christian und Andrea und die Praxis der codierten Polizeizeugen. ( Infos dazu u.a. hier:
http://de.indymedia.org/2007/09/194869.shtml ) Auch die Kundgebung für Christian am kommenden Dienstag, dem 18.März ( Tag des politischen Gefangenen ) um 18 Uhr vor der JVA Lehrterstr.61 wurde mehrfach durchgesagt. ( Nähere Infos:
http://www.freechristian.gulli.to/ )
Hier mußte die Demo dann auf der Stelle drehen und ca. 500 Meter zurück gehen, um zur nächsten Adresse in Sachen Repression, der Friesenwache zu gelangen. Aufgrund technischer Probleme mit dem Lauti dauerte das ziemlich lange. Währendessen gab es noch aktuelle Informationen aus Mexico über den ungelösten Konflikt in Oaxaca.
Mit extrem gut getimter musikalischer Unterstützung ("You can't bring me down", SxTx) gelangten wir dann zur Friesenwache. Ähnlich wie schon beim LKA machten die nur 250 Demoteilnehmer_innen unüberhörbar klar, was sie vom Polizeistaat halten. Aus dem Lauti gab es historische Informationen über die Bedeutung des Gebäude während der NS-Zeit und den 80er und 90ern. Auf die Entwicklung innerhalb der Berliner Polizei zu durchtrainierten Prügeltrupps mit beweisfälschenden Festnahmen seit den Zeiten der "EbLT" hin zu den aktuellen Knüppelgarden wurde hier teilweise etwas zu verkürzt eingegangen. Und es unterlief ihnen auch ein kleiner Fehler: die allseits unbeliebte kasernierte 23. Eineit sitzt in Reinickendorf, nicht in der Friesenwache.
Während wir weiter durch den "61er" Kiez liefen, gab es einen sehr aktuellen Beitrag zu Mumia Abu-Jamal und seinem 26 jährigen Kampf um ein neues Verfahren und Freiheit (
http://mumia-hoerbuch.de/text/neuesverfahren022008.pdf ). Gefolgt von einem libertad!-Beitrag zur Situation in Italien, wo absurd hohe Verurteilungen gegen politische Aktivist_innen seit vielen Jahren unter jeder Regierung zur Tagesordnung gehören. Ein Aktionsvorschlag von libertad! war es, am kommenden Dienstag, den 18.März in vielen Städten vor die jeweiligen italienischen Konsulate zu ziehen. Auch Kundgebungen mit nur 20 Leuten mit Pappschildern könnten den inhaftierten Linken in Italien eine Menge helfen, solange es mehrere am selben Tag sind:
http://www.info.libertad.de/de/story/2008/02/pasta-pizza-und-ein-bisschen-polizeistaat
Auch die Situation des räumungsbedrohten Hausprojekts Rigaer 94 in Friedrichshain wurde verlesen, verbunden mit dem Aufruf, schon vor der Räumnung dezentral aktiv zu werden und der eigenen Fantasie zu folgen:
http://rigaer94.squat.net/
Vor wenigen Tagen debattierte die monatliche Berliner Autonomen-VV unter dem Stichwort "Punker Kalle" über solidarisches Nicht/Verhalten mit offensichtlich alkoholisierten Teilnehmer_innen. Heute konnten wir beobachten, dass es sehr wohl solidarisch geht. Ein offensichtlich Betrunkener, der nicht nach Hause gehen wollte, wurde von einigen in die Mitte genommen und somit einer drohenden Drangsalierung seitens der Polizei entzogen.
Die Demoroute war sehr lang. Kurz vor dem Kottbusser Tor war zu spüren, dass langsam die Kraft und Lautstärke nachlies. Das änderte sich aber nochmal, als wir am NKZ durch die Adalbertstr. liefen, wo sehr viele Passant_innen ihre Solidarität mit dem politischen Anliegen der Demo ausdrückten, besonders bei dem in deutsch und türkisch gehaltenen Redebeitrag vom Tayad-Komittee. Sie berichteten von den am nächsten Montag in Stuttgart Stammheim beginnenden Prozeß gegen 5 Leute, denen aufgrund des §129b Terrorismus in der Türkei vorgeworfen wird. Grundlage der Festnahmen und des Verfahrens sind Aussagen eines türkischen Geheimdienstspitzels. ( Infos darüber u.a. hier:
http://www.political-prisoners.net/home.php?id=593&lang=de&action=news ) Erneut wurde die Abschaffung der § 129a und b gefordert.
Auf der Abschlußkundgebung am Heinrichplatz gab es noch Infos zur Situation der letzten beiden RAF Gefangenen Birgit Hogefeld und Christian Klar und zu drohenden Beugehaftsverfahren gegen weitere Ex-RAFler ( siehe dazu auch:
http://www.political-prisoners.net/home.php?id=592&lang=de&action=news ).
Zum Abschluß wurde noch ein Beitrag Antifaschistischer Gefangener zum 18.März verlesen, den wir für zukunftsweisend in Bezug auf den Umgang mit der stärker werdenden Repression gegen alle Teile der Bevölkerung halten, die zu den "Kapitalismusverlierern" gehören. Wirklich lesenswert:
http://www.abc-berlin.net/antifaaufrufzum18marz
Ähnlich wie beim Redebeitrag über die privatisierte Gefängnisindustrie der USA waren hier Überlegungen zu finden, die weit über die politische Linke hinausreichen.
Viele Teilnehmer_innen verliessen am Ende gemeinsam den Heinrichplatz. Uns sind keine der sonst so oft gegen Ende stattfindenen Festnahmerituale seitens der Berliner Polizei aufgefallen. Wenn jemand was gesehen hat, korrigiert das bitte.
Was uns positiv überraschte war die Tatsache, dass die Demo bis zum Ende nicht kleiner wurde. Wir haben ähnliches in den letzten Wochen oft auf anderen Demos beobachten können. Wir hatten den Eindruck, dass die Teilnehmer_innen ganz genau wussten, was politische Repression und Gefangenschaft bedeutet und auch klare persönliche Vorstellungen davon hatten.
Natürlich war die Demo für den Anlass in einer Stadt wie Berlin nicht groß genug. Gründe fallen uns vielfältige ein. Sicherlich hat sich gerade im Antifa-Spektrum die immense Mobilsierungsarbeit zur "Free Andrea" Demo vom vorausgegangenen Wochenende bemerkbar gemacht. Andere hatten vielleicht ihre alten Vorurteile gegen sog. "Anti-Imps", ohne sich den ziemlich offenenen und weitreichenden Demoaufruf mal wirklich durch zu lesen:
http://www.political-prisoners.net/18maerz2008/index.html
So ist halt Berlin... Ähnlich wie bereits auf der Autonomen-VV geäußert scheint politische Repression und Solidarität mit Gefangenen jedoch langsam wieder in den politischen Alltag von linken Aktivist_innen zu gelangen.
Am Anfang gab es eine etwas ausführlichere Ansage über die Arbeit und Funktion des Ermittlungsausschusses, um bei eventuellen Festnahmen die Leute auch an das schreiben von Gedächtnisprotokollen für spätere Zeugenaussagen zu erinnern. Hingewiesen wurde auch auf den deutschen Anti-G8 Aktivisten Martin Krämer, der gerade per Schiff aus Japan nach Russland abgeschoben wird (
http://de.indymedia.org/2008/03/210423.shtml ). Dann ging es los. Zunächst wurde ein Brief mit Forderungen von kolumbianischen politischen Gefangenen verlesen, in dem sie über ihre Lebenssituation, ihre Vorstellungen eines Gefangenenaustausches und über zukünftige Gesellschaft Kolumbiens berichteten. Darauf folgte ein Beitrag über die privatisierte Gefängnisindustrie der USA, den wir hier noch anhängen werden.
Nach ca. einer halben Stunde Auftaktkundgebung ging es lautstark über den Kreuzberg (den gibt es tatsächlich und zwar am Mehringdamm) Richtung Tempelhof zum Landeskriminalamt (LKA). In mehreren Beiträgen wurde die Arbeit dieses Amtes gerade im letzten Jahr "gewürdigt". Erwähnt wurden die Razzien im Vorfeld des G8 und die vielfältigen 129a Ermittlungen, denen auch jetzt noch viele Berliner_innen ausgesetzt sind. In einem Grußbrief einiger Ex-Gefangener aus dem mg Verfahren wurden z.B. die Zeug_innenvorladungen und die weiterlaufende Überwachung "des persönlichen Umfeldes" thematisiert.
Vor dem LKA gab es auch noch einen Beitrag zu den beiden inhaftierten Berliner Antifaschist_innen Christian und Andrea und die Praxis der codierten Polizeizeugen. ( Infos dazu u.a. hier:
http://de.indymedia.org/2007/09/194869.shtml ) Auch die Kundgebung für Christian am kommenden Dienstag, dem 18.März ( Tag des politischen Gefangenen ) um 18 Uhr vor der JVA Lehrterstr.61 wurde mehrfach durchgesagt. ( Nähere Infos:
http://www.freechristian.gulli.to/ ) Hier mußte die Demo dann auf der Stelle drehen und ca. 500 Meter zurück gehen, um zur nächsten Adresse in Sachen Repression, der Friesenwache zu gelangen. Aufgrund technischer Probleme mit dem Lauti dauerte das ziemlich lange. Währendessen gab es noch aktuelle Informationen aus Mexico über den ungelösten Konflikt in Oaxaca.
Mit extrem gut getimter musikalischer Unterstützung ("You can't bring me down", SxTx) gelangten wir dann zur Friesenwache. Ähnlich wie schon beim LKA machten die nur 250 Demoteilnehmer_innen unüberhörbar klar, was sie vom Polizeistaat halten. Aus dem Lauti gab es historische Informationen über die Bedeutung des Gebäude während der NS-Zeit und den 80er und 90ern. Auf die Entwicklung innerhalb der Berliner Polizei zu durchtrainierten Prügeltrupps mit beweisfälschenden Festnahmen seit den Zeiten der "EbLT" hin zu den aktuellen Knüppelgarden wurde hier teilweise etwas zu verkürzt eingegangen. Und es unterlief ihnen auch ein kleiner Fehler: die allseits unbeliebte kasernierte 23. Eineit sitzt in Reinickendorf, nicht in der Friesenwache.
Während wir weiter durch den "61er" Kiez liefen, gab es einen sehr aktuellen Beitrag zu Mumia Abu-Jamal und seinem 26 jährigen Kampf um ein neues Verfahren und Freiheit (
http://mumia-hoerbuch.de/text/neuesverfahren022008.pdf ). Gefolgt von einem libertad!-Beitrag zur Situation in Italien, wo absurd hohe Verurteilungen gegen politische Aktivist_innen seit vielen Jahren unter jeder Regierung zur Tagesordnung gehören. Ein Aktionsvorschlag von libertad! war es, am kommenden Dienstag, den 18.März in vielen Städten vor die jeweiligen italienischen Konsulate zu ziehen. Auch Kundgebungen mit nur 20 Leuten mit Pappschildern könnten den inhaftierten Linken in Italien eine Menge helfen, solange es mehrere am selben Tag sind:
http://www.info.libertad.de/de/story/2008/02/pasta-pizza-und-ein-bisschen-polizeistaat Auch die Situation des räumungsbedrohten Hausprojekts Rigaer 94 in Friedrichshain wurde verlesen, verbunden mit dem Aufruf, schon vor der Räumnung dezentral aktiv zu werden und der eigenen Fantasie zu folgen:
http://rigaer94.squat.net/ Vor wenigen Tagen debattierte die monatliche Berliner Autonomen-VV unter dem Stichwort "Punker Kalle" über solidarisches Nicht/Verhalten mit offensichtlich alkoholisierten Teilnehmer_innen. Heute konnten wir beobachten, dass es sehr wohl solidarisch geht. Ein offensichtlich Betrunkener, der nicht nach Hause gehen wollte, wurde von einigen in die Mitte genommen und somit einer drohenden Drangsalierung seitens der Polizei entzogen.
Die Demoroute war sehr lang. Kurz vor dem Kottbusser Tor war zu spüren, dass langsam die Kraft und Lautstärke nachlies. Das änderte sich aber nochmal, als wir am NKZ durch die Adalbertstr. liefen, wo sehr viele Passant_innen ihre Solidarität mit dem politischen Anliegen der Demo ausdrückten, besonders bei dem in deutsch und türkisch gehaltenen Redebeitrag vom Tayad-Komittee. Sie berichteten von den am nächsten Montag in Stuttgart Stammheim beginnenden Prozeß gegen 5 Leute, denen aufgrund des §129b Terrorismus in der Türkei vorgeworfen wird. Grundlage der Festnahmen und des Verfahrens sind Aussagen eines türkischen Geheimdienstspitzels. ( Infos darüber u.a. hier:
http://www.political-prisoners.net/home.php?id=593&lang=de&action=news ) Erneut wurde die Abschaffung der § 129a und b gefordert. Auf der Abschlußkundgebung am Heinrichplatz gab es noch Infos zur Situation der letzten beiden RAF Gefangenen Birgit Hogefeld und Christian Klar und zu drohenden Beugehaftsverfahren gegen weitere Ex-RAFler ( siehe dazu auch:
http://www.political-prisoners.net/home.php?id=592&lang=de&action=news ). Zum Abschluß wurde noch ein Beitrag Antifaschistischer Gefangener zum 18.März verlesen, den wir für zukunftsweisend in Bezug auf den Umgang mit der stärker werdenden Repression gegen alle Teile der Bevölkerung halten, die zu den "Kapitalismusverlierern" gehören. Wirklich lesenswert:
http://www.abc-berlin.net/antifaaufrufzum18marz Ähnlich wie beim Redebeitrag über die privatisierte Gefängnisindustrie der USA waren hier Überlegungen zu finden, die weit über die politische Linke hinausreichen.
Viele Teilnehmer_innen verliessen am Ende gemeinsam den Heinrichplatz. Uns sind keine der sonst so oft gegen Ende stattfindenen Festnahmerituale seitens der Berliner Polizei aufgefallen. Wenn jemand was gesehen hat, korrigiert das bitte.
Was uns positiv überraschte war die Tatsache, dass die Demo bis zum Ende nicht kleiner wurde. Wir haben ähnliches in den letzten Wochen oft auf anderen Demos beobachten können. Wir hatten den Eindruck, dass die Teilnehmer_innen ganz genau wussten, was politische Repression und Gefangenschaft bedeutet und auch klare persönliche Vorstellungen davon hatten.
Natürlich war die Demo für den Anlass in einer Stadt wie Berlin nicht groß genug. Gründe fallen uns vielfältige ein. Sicherlich hat sich gerade im Antifa-Spektrum die immense Mobilsierungsarbeit zur "Free Andrea" Demo vom vorausgegangenen Wochenende bemerkbar gemacht. Andere hatten vielleicht ihre alten Vorurteile gegen sog. "Anti-Imps", ohne sich den ziemlich offenenen und weitreichenden Demoaufruf mal wirklich durch zu lesen:
http://www.political-prisoners.net/18maerz2008/index.html So ist halt Berlin... Ähnlich wie bereits auf der Autonomen-VV geäußert scheint politische Repression und Solidarität mit Gefangenen jedoch langsam wieder in den politischen Alltag von linken Aktivist_innen zu gelangen.
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Ergänzungen
Kundgebung: Freiheit für Christian!
In Berlin findet dann um 18 Uhr eine Kundgebung vor der JVA Plötzensee in der Lehrterstr.61 statt, um die Freiheit des Berliner Antifaschisten Christian S. zu fordern: "Schluss mit den 'speziellen' Haftbedingungen für Antifas!"
mehr dazu:
Demo Freiheit für pol. Gefangene bilder
Persönliche Einschätzung der Demo
Zu erwähnen gebe es noch dass die Berliner Bullen sich erstaunlich kooperativ verhalten hatten (gut mit Aussnahme des Platzverweises für die Person mit dem Piercing), sehr amüsant war noch als ein Bulle aus einem Manschaftswagen aussteigen wollte und dabei mehr unfreiwillig komisch herrausgestolpert ist, die Leute die es gesehen hatten konnten sich vor Lachen kaum noch halten und der Cop musste auch noch panthomimisch seinen Kollegen zeigen wie er "herrausgefallen" ist (für die Leute die dass gesehen hatten war es eine echte Lachnummer) :)! Wie gesagt Team Green war erstaunlich ruhig und kooperative gewesen ja sogar zum Ende hin konnten sich einige Cops mal eine Fluppe anzünden und haben im ruhigen Gang erstmal eine geraucht! :)
Meine persönliche Meinung ist das es even. 2 Redebeiträge weniger dafür mehr Musik und Sprechchöre hätten sein können, aber das ist ja immer ganz subjektiv zu betrachten.
Redebeitrag auf der Demo
Kriminell ist das System und nicht der Widerstand
Im Sommer 2007 gab es nach den Razzien im Zuge der Anti-G8-Mobilisierung einen
weiteren Repressionsschlag. Betroffen sind 7 Aktivisten aus Berlin, denen
vorgeworfen wird, Mitglieder einer kriminellen Vereinigung nach §129 zu sein.
Zunächst war nach §129a – Bildung einer terroristischen Vereinigung –
ermittelt worden, der Bundesgerichtshof schwächte den Vorwurf später auf
kriminell ab, auch wenn weiterhin die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen
leitet.
Die kriminelle Vereinigung, um die es hier geht, soll die militante Gruppe sein.
Vier der Genossen saßen in Untersuchungshaft, drei davon mehrere Monate. Ihnen
wird vorgeworfen versucht zu haben Bundeswehrfahrzeuge anzuzünden. Jetzt
warten die Genossen auf ihren Prozess, welcher dieses Jahr anfängt. Es ist
viel Solidaritätsarbeit für die Genossen geleistet worden, die sicher auch
in Zukunft noch sehr nötig sein wird. Was unserer Meinung aber noch zu wenig
thematisiert wurde ist die Zielsetzung der politischen Organisation militante
Gruppe, die von staatlicher Seite als kriminell bezeichnet und verfolgt wird.
Während es zum Thema Antimilitarismus bereits einige Veranstaltungen,
Veröffentlichungen usw. gab, fehlt die Auseinandersetzung mit der Politik der
militanten Gruppe, bis auf einige wenige Ausnahmen.
Als kommunistische Organisation hat die militante Gruppe das Ziel des Aufbaus
einer Gegenmacht, mit einem Bezug auf die realen Klassenkämpfe sowie die
Perspektive der Zerschlagung des kapitalistischen Systems durch einen
revolutionären Prozess und die Entwicklung hin zu einer solidarischen
klassenlosen Gesellschaft.
Was macht die militante Gruppe in den Augen des Staates zu einer terroristischen
beziehungsweise kriminellen Vereinigung? Die militante Gruppe durchbricht mit
ihren Aktionen bewusst den abgesteckten Spielraum in dem Proteste sich bewegen
dürfen. Sie durchbricht die bürgerliche Legalität und negiert das
Gewaltmonopol des kapitalistischen Staates. Revolutionäre Politik hat immer
das Ziel das herrschende Gewaltmonopol zu brechen, um Gegenmacht zu entwickeln.
Bei den Angriffen der militanten Gruppe handelt es sich um zielgerichtete
militante Aktionen. Zu über 20 Brandanschlägen auf Einrichtungen von Staat
und Kapital hat sich die militante Gruppe bekannt, unter anderem auf Polizei,
Militär und Konzerne wie die Daimler AG. Auch wenn es sich um symbolische
Aktionen handelt wird damit die Angreifbarkeit des kapitalistischen Systems
deutlich. Ihre Kontinuität seit 2001 als Gruppe sowie ihr Versuch eine
militante Vernetzung zu entwickeln, mittels der Militanzdebatte, macht sie für
die Repressionsorgane zu einem Sicherheitsrisiko.
Jede Organisation, die eine solche revolutionäre Politik verfolgt, muss damit
rechnen von den Repressionsapparaten kriminalisiert zu werden. Ziel des Staates
ist es solche Organisierungen schon in den Anfängen zu zerschlagen,
schließlich ist es die Aufgabe des Staates die bestehende Herrschaft
aufrechtzuerhalten.
Neben ihrer militanten Praxis hat die militante Gruppe auch theoretisch einiges
zu einer Debatte über Militanz, Strategie und kommunistische Politik
beigetragen. Ihre Texte sind mittlerweile auch im Internet zu finden. Unserer
Ansicht nach enthalten sie wertvolle Informationen und Stellungnahmen zu
historischen und aktuellen Themen der linken Bewegung.
Wir gehen davon aus dass ein Aufbauprozess der revolutionären Linken auf
mehreren Ebenen stattfinden muss. Revolutionäre Praxis ist vielfältig und
reicht von Demonstrationen und Veranstaltungen bis hin zu militanten und
bewaffneten Aktionen. Gemeinsam ist dieser Praxis, dass sie auf die Umwälzung
der bestehenden Verhältnisse abzielt und versucht Gegenmacht zu entwickeln.
Die organisierte Militanz der Militanten Gruppe ist genauso ein Teil dieses
Prozesses wie unsere öffentliche politische Arbeit. Deshalb ist es neben der
konkreten Solidarität mit den Betroffenen auch notwendig die Politik die
gerade im Visier der Repression steht in den Vordergrund zu rücken.
Für uns ist klar, die bestehenden kapitalistischen Verhältnisse beruhen auf
Gewalt und Ausbeutung, und sind verantwortlich für Krieg, Hunger und Armut.
Die bestehende Ordnung ist kriminell und nicht der vielfältige Widerstand, der
versucht diese Missstände zu beseitigen.
Den revolutionären Prozess vorantreiben! – Klassenkämpfe entfalten! –
Kapitalismus zerschlagen!
Für den Kommunismus!
Revolutionäre Perspektive Berlin - www.perspektive.nostate.net
Freiheit für politisiche Gefangene
Natürlich ist so ein Transpi nicht konsensfähig auf dieser Demo gewesen. Aber warum wird z.B. einer der dort gehaltenen Redebeiträge über privatisierte Gefängnisindustrie weggeblendet? Es geht doch darum nicht um die Tasache, dass sich Outsourcing von Knästen in den USA abspielt, sondern was seine Auswirkungen sind (hallo antifa). Faktisch hat das in den 80ern in den USA begonnen, wurde seit "New Labour" unter Blair auch in England angewand und beginnt gerade hier. Ich finde diesen Beitrag sachlich und nicht anti-amerikanisch. Im Gegenteil. Zu Teilen entspricht er in ungefähr dem, was die meisten US-Amerikanner_innen zur Zeit z.B. über die Todesstrafe denken. Seit 2 Jahren ist die überwiegende Mehrheit gegen die Todesstrafe, weil allgemein bekannt ist, dass viele Unschuldige in den Todestrakten sitzen. Ausserdem wird auch in der weissen Bevölkerungsmehrheit nicht in Frage gestellt, dass qualifizierte Verteidigung bei schweren Anklagen in den USA eine Frage des persönlichen Reichtums ist. Private und offizielle Studien über die Explosion der Gefangenenzahlen seit Beginn der Knastprivatisierungen gibt es zuhauf. Und bevor hier jetzt wieder jemand "Anti-Amerikanismus" etc. schreit, macht euch mal die Mühe, offizielle US-Statstiken zu lesen. Eine von 2005 war vor einigen Tagen sogar auf indymedia veröffentlicht.
Über den Rassismus und die politische Repression im Fall Mumia Abu-Jamal brauchen wir uns hier wohl nicht zu unterhalten. Die Frage wäre vielmehr, was wir mit solchen Informationen anfangen? Üben wir lediglich Solidarität oder hinterfragen wir auch mal, was hier von Behörden z.B. gegen etliche Migrant_innen auf juristischer Ebene so alles läuft...?
Dass codierte Bullenzeugen ein Problem für alle von uns in Zukunft darstellen können, wird bestimmt auch keine Neuigkeit sein. Und jemand zu unterstützen, der seit beinahe 4 Jahren pausenlos im Knast sitzt, weil er "Hass und Verachtung gegen faschistische Organisationen" empfindet, ist ein sehr wichtiges Anliegen. Christian muss sofort freigelassen werden.
Sammelverfahren wie gegen Andrea sind auch schon keine Einzelheit mehr. Da werden wir in Zukunft noch öfter mit zu tun haben.
Und was die Beiträge zu Mexico, Kolumbien oder der Türkei angeht, würde mich mal die Haltung deutscher Antifaschist_innen interessieren. Sicherlich gibt es "subkulturelle" Unterschiede, die eine Verständigung erschweren. Aber in diesem Land leben auch sehr viele politische Flüchtlinge, die sowohl vom staatlichen Rassismus als auch von den Nazis bedroht werden. Wenn Solidarität im Augenblick so schwer über die Lippen geht, sobald "wir" nicht im Rampenlicht einer 129a Kriminalisierung stehen, würde ich zumindest mehr antirassistisches Engagement erwarten. Mal sehen, wie die Beteiligung an der De*fence Kampagnen Demo am 5.Juli in Berlin wird? Und ob es von Leuten ausgeblendet wird oder nicht:
Morgen beginnt ein § 129b Verfahren in Stuttgart Stammheim gegen fünf türkische Gefangene, denen nichts weiter als ein paar türkische Geheimdienstinfos zur Isolationshaft in bundesdeutschen Knästen verhalfen. Das ist eine offene Drohung an hier lebende Migrant_innen, hier nicht politisch aktiv zu sein. Ein Thema, was meiner Meinung nach die politische Linke interssieren müsste...
Ich fand die Demo zugegebenermassen ein buntes Sammelsurium von Themen. Aber ich finde es anregend, dass das alles mal so laut und gleichzeitig relaxed zur Sprache kommt. Der Anlass ist der 18.März. Und wenn irgendwelche Spinner mit nem verstaubten Transpi das als ihre Bühne benutzt haben, finde ich es schade.
Ps: soweit ich mich erinnere, kam als "Definition" politischer Gefangener mehrmals die Wörter "antifaschistisch" und "antikapitalistisch". Naja, dann mal frisch ans Werk, Moderator_innen...
weitere Fotos von der Demo
Wir sehen in ihm sehr wohl eine Ergänzung zu dem Artikel, vielleicht fällt es den indymedia-moderator_innen ja auch noch auf...
Transparent
Ich habe das Transparent mitgetragen und muss sagen, dass da nichts anti-zionistisches draufstand. Da stand nur "Freiheit für alle revolutionären, anti-imerialistischen, antifaschistischen und antizionistischen
Gefangenen!" drauf. Da ich für die "Freiheit für alle" bin und das Thema der Demonstration sich gegen Repression richtete war es durchaus legitim so ein Transparent zu tragen.
Weitere Bilder von der Demo...
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Privatisierte Gefängnisindustrie in den USA
Als in den USA Anfang der 80er Jahre die Knäste privatisiert wurden, ging es in der öffentlichen Debatte vorwiegend noch um den sog. Sinn und Zweck von Strafvollzug. Die Resozialisierung sollte dem abschreckenden Bestrafen weichen. Völlig losgelöst von den sozialen Hintergründen wurde angenommen, sog. Kriminalität werde durch einen "weichen" Strafvollzug begünstigt.
Was mit dem Beginn des Neo-Liberalismus unter der Präsidentschaft von Ronald Reagan aber schnell deutlich wurde, war der wirtschaftliche Anreiz zum Ausbau des industriellen Gefängniskomplexes.
Private Investoren bauen Gefängnisse, in denen nicht nur private Dienstleister die Bewachung, die Verpflegung, Wartung etc. übernehmen, sondern auch die Gefangenen als Arbeitskräfte der Industrie zur Verfügung gestellt werden. Der erzielte Mehrwert bei Pfenniglöhnen ist natürlich ein ungeheuerer Anreiz, dieses Modell auszubauen. Zwar hat es auch schon vor dem Neoliberalismus im Knast Zwangsarbeit zu Niedrigtslöhnen gegeben. Sie wird aber jetzt fester Bestandteil der Profitmaximierungsziele der Knastbetreiber_innen.
Da die neo-liberale Entwicklung in den Folgejahren immer größere Probleme im ärmeren Drittel der Bevölkerung hinterließ, entfachte sich der Strafdiskurs immer wieder. Einzelne Bundesstaaten begannen seit den neunziger Jahren mit der „Three strikes – and you are out“ Politik, übersetzt "3x und du bist raus". Wurde jemand also wegen irgendwelcher Vergehen 3x rechtskräftig verurteilt, bekam er oder sie Lebenslänglich und eine vorzeitige Entlassung war erst nach 25 Jahren möglich. Das gilt inzwischen für 26 US-Bundesstaaten, von denen der wichtigste das bevölkerungsreiche Kalifornien ist. Bei überbelegten Gefängnissen finden sich so schnell private Investoren, die Neubauten anbieten. Die Folge solcher und ähnlicher Gesetze war und ist ein Explodieren der Gefangenenzahlen in den USA.
Gab es 1976 noch rund 380.000 Gefangene US-weit, stieg die Zahl über die 80er bis heute auf über 2,4 Millionen, obwohl die Kriminalitätsraten sich in der Zeit nicht signifikant verändert haben. Beobachter wie z.B. Christian Parenti (in seinem Buch Lockdown) nennen dies eine "fieberhafte Orgie der Masseninhaftierung". Abgesehen vom Nationalsozialismus, der eine Klasse für sich darstellt, lässt sich eine ähnliche rasante Entwicklung in der jüngeren Geschichte nur selten und allenfalls in Staaten wie der Sowjetunion unter Stalin oder Südafrika unter dem Apartheidregime finden.
Es lohnt sich auch, einen Blick auf die soziale und ethnische Zusammensetzung der Gefängnisinsass_innen zu werfen, um die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der privatisierten Gefängnisse zu erfassen: Obwohl die überwiegende Mehrheit der US-Bevölkerung weiß ist, spiegelt sich das nicht in den Gefangenenzahlen wieder (35 % aller Gefangenen sind Weiße, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist doppelt so hoch). Zu 40 % sind es schwarze, zu 20 % Gefangenen puertoricanischer Herkunft sowie 5 % sonstiger ethnischer Minderheiten in den USA, die die Gefängnisse bevölkern und in der Industrie zu Hungerlöhnen arbeiten. 2005 waren 8 Prozent der schwarzen Männer zwischen 25 und 29 im Gefängnis (bei entsprechenden Zahlen von 2,5 Prozent für Latinos und 1 Prozent für Weiße).
Es wäre aber völlig absurd, anzunehmen, dies ginge ausschließlich oder vorwiegend darauf zurück, dass Angehörige dieser Bevölkerungsgruppen prozentual mehr Straftaten begingen. Zwar stimmt es, dass die verzweifelten Lebensbedingungen im Ghetto mehr von dem hervorbringen, was offiziell als Kriminalität gilt, als die Lebensbedingungen in den reichen weißen Vorstädten (die wirklich schweren Verbrechen, die von dort aus begangen, aber nie bestraft werden, lassen wir hier mal beiseite). Die enorme Unverhältnismässigkeit in der Zahl der Gefangenen erklärt das aber noch lange nicht. Hier geht der Blick auf die US-Justiz. Mittellose oder ärmere Angeklagte erhalten oft nur unqualifizierte Pflichtverteidiger_innen, deren Interesse und Kompetenz in der Regel nicht ausreichen, Mandanten bei schweren Anschuldigungen adäquat zu vertreten. Und natürlich stellen die ethnischen Minderheiten einen überprozentualen Anteil der Armen und der ganz Armen. Besonders bei der Todesstrafe zeigt sich dies: Die ethnische Zusammensetzung Gefangener in den Todeszellen der USA hat sich wohl seit der offiziellen Abschaffung der Sklaverei nur graduell, aber nicht qualitativ geändert. Sowohl die Todesstrafe als auch die Langzeitverurteilungen ("3 strikes...") dienen als soziales Kontrollinstrument gegen den ausgeschlossenen Teil der Bevölkerung. Gleichzeitig dient es dem Staat als kostenloser "Sozialstaatsersatz“, sich seiner Verantwortung für einen Großteil seiner Bevölkerung zu entledigen.
Die Bestrebungen zur Knastprivatisierung sind in Europa gerade erst am Anfang. Das sog. "Outsourcing" ehemals öffentlicher Bereiche ist in vielen europäischen Ländern der Bevölkerung noch nicht ganz so gut beigebogen worden. In Großbritannien sind jedoch bereits 10 der 139 Gefängnisse privatisiert und 8 % (6.000) der Gefangenen dort eingekerkert; in den USA sind es 7 % der Gefangenen. Das scheint nicht viel, aber natürlich sind private „Dienstleister“ auch in staatlichen Knästen in hohem Maß präsent – und als Arbeitgeber sind sie das ja sowieso.
Es liegen für England noch keine verlässliche Studien über die aus der Privatisierung resultierende Zahl von Langzeitverurteilungen vor, bzw. ob es einen ähnlichen Zusammenhang gibt, wie in den USA.
In Deutschland gibt es erste kleine Versuche, in Richtung Privatisierung der Bestrafung zu gehen. So begann im März 2007 nahe Magdeburg der vom Bund mit 500 Millionen Euro bezuschusste Neubau eines Privatgefängnisses für 700 Gefangene, welches 2009 in Betrieb genommen werden soll. Den Betreiber_innen ist ein Nutzungsrecht an den Gefangenen für 20 Jahre garantiert.
Knäste zu Baulücken!
Freiheit für Mumia!
Heute gibt es im CLASH im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin den neuen Film über Mumia Abu-Jamal: "In prison my whole life", UK 2007.
Neben der Geschichte Mumias, seiner Verurteilung, den rassistischen und repressiven Ermittlungsmethoden, der Rolle der mangelnden Verteidigung Mittelloser in den USA wird auch ein gutes Bild US-amerikanischer Unterstützer_innen vermittelt, die aus unterschiedlichen Gründen gemeinsam Mumia's Freiheit fordern.
Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der Film ist deutschsprachig untertitelt (OmU). Die Veranstaltung findet im Rahmen des 18.März-Bündnis statt.
Weitere Infos zum Film:
Hamburg
§ 129 - WER a SAGT, MUSS AUCH b SAGEN!?
WIEVIEL GEMEINSAMKEIT BRAUCHT SOLIDARITÄT?
Als im letzten Jahr kurz hintereinander vier Verfahren nach § 129a öffentlich wurden, da war die Empörung von deutschen Linken in Deutschland groß. Als Anfang Dezember 2007 türkische Linke in Deutschland mit einem Verfahren nach § 129b angegriffen wurden schwiegen die deutschen Linken. Warum?
Gleich vier Mal in nur drei Monaten setzte die Bundesanwaltschaft im letzten Jahr den Schnüffelparagraphen § 129a StGB gegen politisch missliebige AktivistInnen ein. Jedes Mal solidarisierten sich Tausende mit den Betroffenen.
Im Gegensatz hierzu sind die bundesweiten Razzien nach § 129b gegen türkische Linke nahezu untergegangen. Bis auf einzelne Solidaritätsbekundungen hüllte sich die deutsche Linke im Wesentlichen in Schweigen.
Auf der Veranstaltung soll zunächst ein kurzer Überblick über die juristischen Unterschiede der §§ 129 a/b gegeben und der aktuelle Stand der verschiedenen Verfahren skizziert werden.
Anschließend wollen wir mit VertreterInnen der Soligruppen zu den § 129a-Verfahren aus Hamburg und Berlin, von ATIF und dem Bundesvorstand der Roten Hilfe die Frage nach dem "warum" diskutieren.
Montag, 17.03.2008, 19.30 Uhr in Hamburg
im Hafenklang Exil (Große Bergstr. 178)
VERANSTALTER: ROTE HILFE - OG HAMBURG UND S.Y.L.T.
Am 5. Dezember 2007 führte das BKA Razzien in ATIF-Verein und bei einigen Vereinsmitgliedern durch. Dabei wurden umfangreiche Unterlagen, Dokumente, Computer u.s.w. beschlagnahmt. Diese Angriffe wurden unter dem Vorwand der "Bildung einer terroristischen Vereinigung innerhalb der TKP/ML" nach dem geltenden StGB § 129 a und b durchgeführt. Die 10 Betroffenen sind zwar wieder auf freiem Fuß, die Ermittlungsverfahren laufen jedoch weiter.
Zu dem Verfahren gegen die TKP/ML gibt es Infos aus erster Hand auf
Alle?!
aber hauptsache man demonstriert in Deutschland gegen die amerikanische Gefängnisindustrie, als ob sie staatlich besser wär als privat...
antisemitenpack
transparent
unsere solidarität gilt genauso jüdischen politischen gefangenen die es auch in israel gibt!überall auf der welt kämpfen menschen gegen unterdrückung und ausbeutung und werden dafür eingesperrt. diese selbstgefällige anti-D scheisse geht mir tierisch auf den geist.
@muss ausgefüllt werden
Antideutsche haben auch eine nationalitische Geprägte Einstellung und haben deshalb auf solchen Demos auch nix zu suchen!!
Man ey die Kotzen mich immer mit ihren Flaggen und Fähnchen sowas von an!!!
von der antisemitismuskeule labern ...
der deutsche traum einer welt ohne den jüdischen staat - das ist der antisemitische antizionismus der leute, die den juden nichtmal zugestehen wollen einen eigenen staat zu haben. vernichtungswahn im wartezustand. und menschen in palästina sollen für euch antesemitenpack vollstrecken.
Pluralismusproblem
@q"p
Ich selbst bin überzeugter Antizionist und stehe auch dazu!!!
Gib mir mal eine nicht nationlistische Geschriebne Erklärung!
t7ztz
das wars dann aber auch mit der akzeptanz von nationalfahnen bei uns.
@hz
Die Israelische Nationalfahne sollte mensch nur zur Provokation mit auf Gegendemos mitnehmen sonst aber nicht irgendtwie andersweitig verwenden!!!
Zionismus
Die Bewegung des Zionismus Teil 1
Sendezeit: 25.02.2008 09:41
Autor: Ginzel, Günther Bernd
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Tag für Tag
Länge: 10:42 Minuten
Die Bewegung des Zionismus Teil 2
Sendezeit: 26.02.2008 09:43
Autor: Ginzel, Günther Bernd
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Tag für Tag
Länge: 10:53 Minuten
Die Bewegung des Zionismus Teil 3
Sendezeit: 27.02.2008 09:42
Autor: Ginzel, Günther Bernd
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Tag für Tag
Länge: 11:00 Minuten
Die Bewegung des Zionismus Teil 4
Sendezeit: 28.02.2008 09:42
Autor: Ginzel, Günther Bernd
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Tag für Tag
Länge: 11:06 Minuten
Die Bewegung des Zionismus Teil 5
Sendezeit: 29.02.2008 09:37
Autor: Ginzel, Günther Bernd
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Tag für Tag
Länge: 10:20 Minuten
Günther B. Ginzel
@q"p
Klar kann man sagen, die Gleichsetzung mit Faschismus (obwohl ich mich frage wo die stattgefunden haben soll) ist falsch, progressiv oder schützenswert bleibt Zionismus an sich nicht.
Und dass du, wenn du das anderes siehst auch nicht auf eine solche Demo kommen müsstest, da dann 80% der Gefangenen, mit denen dort Solidarität gezeigt wird irgendwo(mal abgesehen von den 2 Antifas, mit denen sich viele identifizieren können) nicht mit deiner Meinung konform gehen und es auch nicht wollen(mal abgesehen dass ich dann auch nicht unbedingt mit dir Demonstrieren muss)sollte klar sein. Also wär die Frage wo du dann mit deinem Statement hinwillst und für wenn du dann demonstrieren wolltest?
BIALKE
Dass bialke ein spinner mit fast-pathologischem geltungsdrang ist, müssete auch der/die sporadisch indymedia lesende gemeinde mittlerweile erkannt haben.
ein bisschen recherche über diesen menschen wird den meissten mindestens ein kopfschütteln entlocken...
mensch kann ja mal seine website besuchen oder sich bei wiki sein gesicht anschauen und den (warscheinlich selbstgeschriebenen) artikel durchlesen.
somit würde ich auf verminderte schuldfähigkeit plädieren! trotzdem sollte mensch vielleicht den trägern einens solchen transpis mal ein wenig kritik zukommen lassen.
solidarität mit allen gefangenen emanzipatorischer bewegungen WELTWEIT (auch in israel)!