Anmerkung der Moderationsgruppe:
Trotz der Bitte, de.indymedia.org zum Veröffentlichen von eigenen Berichten und selbst recherchierten Reportagen zu nutzen, wurde hier ein Text aus einer anderen Quelle, ein Flugblatt, eine Presseerklärung oder eine Stellungnahme einer Gruppe reinkopiert.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia ein umfassendes Infoportal mit Kopien möglichst vieler vermeintlich wichtiger und lesenswerter Texte anzubieten. Indymedia will eine Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihre eigenen Inhalte bieten. Die strategische Zweitveröffentlichung von Texten gehört nicht zu den Zielen dieses Projektes.
Bitte lest zu diesem Thema auch die Crossposting FAQ.
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Reichelt und Brockmann und Gunter Sachs
Reichelt und Brockmann - die Vermittler der Gunter Sachs Ausstellung in Leipzig
Bericht in der Leipziger Volkszeitung vom 10. März 2008 - Seite 9 - Kultur
Bericht in der Leipziger Volkszeitung vom 10. März 2008 - Seite 9 - Kultur
Ausstellungsagentur Reichelt und Brockmann reklamiert Idee der Sachs-Schau für sich und sieht sich kaltgestellt – Museumsdirektor Schmidt widerspricht
Bericht in der Leipziger Volkszeitung – 10. März 2008 – Seite 9 - Kultur
Trittbrettfahrer oder Wegbereiter?
Ausstellungsagentur Reichelt und Brockmann reklamiert Idee der Sachs-Schau für sich und sieht sich kaltgestellt – Museumsdirektor Schmidt widerspricht
Von JÜRGEN KLEINDIENST
„Die Kunst ist weiblich“, heißt die Schau, die seit einer Woche im Bildermuseum für Andrang und Diskussionen sorgt. Um ein Leben und dessen Inszenierung geht es da. Jetset-Glamour an der Pleiße. Wie ist die Ausstellung zum 75. der Playboy-Legende Gunter Sachs ausgerechnet nach Leipzig gekommen? Darüber wird im Hintergrund gestritten. Wer also hatte die Idee, hier das Gesamtkunstwerk Sachs zu zeigen? „Ich!“, sagt Peter Reichelt von der „Reichelt und Brockmann GmbH Ausstellungen“ in Mannheim. Er sei an Sachs’ Münchner Büro mit seiner Idee einer Schau mit Fotos von Claudia Schiffer herangetreten, daraus habe sich im Sommer 2006 das Projekt einer Ausstellung des Sammlers und Künstlers Gunter Sachs entwickelt. „Wir sollten ein Museum in Deutschland sowie eines in Österreich vermitteln“, so Reichelt. Im Juli 2006 habe er Gunter Sachs in Velden persönlich kennengelernt und sei von ihm bestärkt worden, intensiv an der Vermittlung weiterzuarbeiten, erklärt Reichelt. Im umfangreichen Pressematerial zu „Die Kunst ist weiblich“ taucht der Name der GmbH allerdings nicht auf. Auch bei der Pressekonferenz im Museumscafé gibt es keinen Hinweis. Stattdessen wird eine etwas andere Version präsentiert: „Ich habe einfach einen Brief an Gunter Sachs geschrieben“, sagte da Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt. Im Jahr 2004 habe er Sachs bei einer Museumseröffnung in Baden-Baden gesehen, sich an dessen beachtliche Sammlung moderner Kunst erinnert und ihn kontaktiert, hieß es bei der Pressekonferenz. Der Brief vom September 2006 steht im Internet:
(Zu finden auf
http://de.indy-media.org/2008/03/209556.shtml).
Darin heißt es unmissverständlich, die Agentur Reichelt und Brockmann sei an ihn herangetreten, mit der Idee, die Sachs-Sammlung zu zeigen. Mit der Veröffentlichung des Schreibens sowie weiterer Emails will Reichelt seinen Anteil am Zustandekommen der Schau belegen. Tatsächlich existiert ein reger Mailwechsel mit Sachs’ Büro über das
Ausstellungsprojekt. Über Monate gab es 2007 zudem Streit über ein „Vermittlungshonorar“. Einen schriftlichen Auftrag dazu kann Reichelt allerdings nicht vorweisen. „Die Absprache erfolgte mündlich“, sagt er.
Laut unserer Zeitung vorliegenden Dokumenten wies das Sekretariat Sachs nach monatelangem Hin und Her 11 900 Euro an, die Hälfte der Summe, die Reichelt ursprünglich gefordert hatte. „Wir sind kaltgestellt worden. Als wir mitbekamen, dass wir weder zur Pressekonferenz noch zur Ausstellungseröffnung eingeladen, ja nicht mal mit einer Silbe erwähnt wurden, wandten wir uns über das Internet an die Öffentlichkeit“, kommentiert der Mannheimer. „In unserer Branche ist es sehr wichtig, dass man bei solchen
Gelegenheiten erwähnt wird, so wird man auf uns aufmerksam.“
Reichelt und Brockmann sind in der Branche keine Unbekannten. Die GmbH produziert und vermittelt seit 15 Jahren. Fachgebiet: Personality-Ausstellungen. Zusammen mit dem New Yorker Fotografen Bert Stern produzierten sie 1992 die Fotoschau „Marilyn Monroe – The Last Sitting“, die in zahlreichen Museen gezeigt wurde. Für Aufsehen sorgte eine Ausstellung, die 2004 im Ernst Barlach Museum Wedel bei Hamburg mit dem „Mythos Leni Riefenstahl“ aufräumen sollte und von Reichelt und Brockmann kuratiert wurde. Einen Rechtsstreit gab es mit den Erben von Klaus Kinski um die Nutzung der Domain „kinski-klaus. de“, die die Agentur betrieben hatte.(Anmerkung durch den Aufklärer:
kinski-klaus.de – Reichelt und Brockmann gewinnen Prozeß vor dem BGH - Erben gehen leer aus. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im bereits seit dem Jahr 2003 anhaltenden Streit um die Domain kinski-klaus.de die Revision der Klaus Kinski-Erben zurückgewiesen (Urteil vom 05.10.2006, Az. I ZR 277/03). Der Schutz des postmortalen Persönlichkeitsrechts, auf das sich die klagenden Erben beriefen, sei, so der BGH, mit Ablauf von zehn Jahren nach dem Ableben von Klaus Kinski erloschen.)
Das Büro Sachs in München gibt keine Stellungnahme zu den Vorwürfen.
„Dass mein Brief an Sachs im Internet zu lesen ist, berührt mich unangenehm. Das gehört nicht in die Öffentlichkeit“, sagt Leipzigs Museumdirektor Schmidt. Es sei richtig, dass die Agentur 2006 mit der Idee auf das Museum zukam. „Allerdings konnte man keine Auskunft darüber geben, was eigentlich von Sachs gezeigt werden sollte“, so Schmidt. Also habe er sich persönlich an ihn gewandt.
Auch an das Museum seien Forderungen seitens der Agentur erhoben worden. Schmidt: „Das haben wir von der Rechtsabteilung prüfen lassen.“ Ergebnis: „Es wurde kein Auftrag erteilt, also musste auch nichts gezahlt werden.“ Handelt es sich hier um Trittbrettfahrerei? „Aus meiner Sicht ja“, meint Schmidt. Der Direktor und die Ausstellungsmacher haben sich mal besser verstanden. 1994 vermittelten Reichelt und Brockmann die Schau „LindaMcCartney – Die 60er Jahre“ in die Kieler Kunsthalle. Deren damaliger Direktor: Hans-Werner Schmidt. Bei dieser und anderen Kooperationen habe es keine Probleme gegeben, versichern beide. Jetzt ist das Grummeln hinter den Kulissen für Schmidt „ein unschöner Beiklang zu einem wunderbares Ereignis“. Manchmal ist eben die Vaterschaft des Erfolges umstritten, bevor er überhaupt feststeht.
Bericht in der Leipziger Volkszeitung – 10. März 2008 – Seite 9 - Kultur
Trittbrettfahrer oder Wegbereiter?
Ausstellungsagentur Reichelt und Brockmann reklamiert Idee der Sachs-Schau für sich und sieht sich kaltgestellt – Museumsdirektor Schmidt widerspricht
Von JÜRGEN KLEINDIENST
„Die Kunst ist weiblich“, heißt die Schau, die seit einer Woche im Bildermuseum für Andrang und Diskussionen sorgt. Um ein Leben und dessen Inszenierung geht es da. Jetset-Glamour an der Pleiße. Wie ist die Ausstellung zum 75. der Playboy-Legende Gunter Sachs ausgerechnet nach Leipzig gekommen? Darüber wird im Hintergrund gestritten. Wer also hatte die Idee, hier das Gesamtkunstwerk Sachs zu zeigen? „Ich!“, sagt Peter Reichelt von der „Reichelt und Brockmann GmbH Ausstellungen“ in Mannheim. Er sei an Sachs’ Münchner Büro mit seiner Idee einer Schau mit Fotos von Claudia Schiffer herangetreten, daraus habe sich im Sommer 2006 das Projekt einer Ausstellung des Sammlers und Künstlers Gunter Sachs entwickelt. „Wir sollten ein Museum in Deutschland sowie eines in Österreich vermitteln“, so Reichelt. Im Juli 2006 habe er Gunter Sachs in Velden persönlich kennengelernt und sei von ihm bestärkt worden, intensiv an der Vermittlung weiterzuarbeiten, erklärt Reichelt. Im umfangreichen Pressematerial zu „Die Kunst ist weiblich“ taucht der Name der GmbH allerdings nicht auf. Auch bei der Pressekonferenz im Museumscafé gibt es keinen Hinweis. Stattdessen wird eine etwas andere Version präsentiert: „Ich habe einfach einen Brief an Gunter Sachs geschrieben“, sagte da Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt. Im Jahr 2004 habe er Sachs bei einer Museumseröffnung in Baden-Baden gesehen, sich an dessen beachtliche Sammlung moderner Kunst erinnert und ihn kontaktiert, hieß es bei der Pressekonferenz. Der Brief vom September 2006 steht im Internet:
(Zu finden auf
http://de.indy-media.org/2008/03/209556.shtml). Darin heißt es unmissverständlich, die Agentur Reichelt und Brockmann sei an ihn herangetreten, mit der Idee, die Sachs-Sammlung zu zeigen. Mit der Veröffentlichung des Schreibens sowie weiterer Emails will Reichelt seinen Anteil am Zustandekommen der Schau belegen. Tatsächlich existiert ein reger Mailwechsel mit Sachs’ Büro über das
Ausstellungsprojekt. Über Monate gab es 2007 zudem Streit über ein „Vermittlungshonorar“. Einen schriftlichen Auftrag dazu kann Reichelt allerdings nicht vorweisen. „Die Absprache erfolgte mündlich“, sagt er.
Laut unserer Zeitung vorliegenden Dokumenten wies das Sekretariat Sachs nach monatelangem Hin und Her 11 900 Euro an, die Hälfte der Summe, die Reichelt ursprünglich gefordert hatte. „Wir sind kaltgestellt worden. Als wir mitbekamen, dass wir weder zur Pressekonferenz noch zur Ausstellungseröffnung eingeladen, ja nicht mal mit einer Silbe erwähnt wurden, wandten wir uns über das Internet an die Öffentlichkeit“, kommentiert der Mannheimer. „In unserer Branche ist es sehr wichtig, dass man bei solchen
Gelegenheiten erwähnt wird, so wird man auf uns aufmerksam.“
Reichelt und Brockmann sind in der Branche keine Unbekannten. Die GmbH produziert und vermittelt seit 15 Jahren. Fachgebiet: Personality-Ausstellungen. Zusammen mit dem New Yorker Fotografen Bert Stern produzierten sie 1992 die Fotoschau „Marilyn Monroe – The Last Sitting“, die in zahlreichen Museen gezeigt wurde. Für Aufsehen sorgte eine Ausstellung, die 2004 im Ernst Barlach Museum Wedel bei Hamburg mit dem „Mythos Leni Riefenstahl“ aufräumen sollte und von Reichelt und Brockmann kuratiert wurde. Einen Rechtsstreit gab es mit den Erben von Klaus Kinski um die Nutzung der Domain „kinski-klaus. de“, die die Agentur betrieben hatte.(Anmerkung durch den Aufklärer:
kinski-klaus.de – Reichelt und Brockmann gewinnen Prozeß vor dem BGH - Erben gehen leer aus. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im bereits seit dem Jahr 2003 anhaltenden Streit um die Domain kinski-klaus.de die Revision der Klaus Kinski-Erben zurückgewiesen (Urteil vom 05.10.2006, Az. I ZR 277/03). Der Schutz des postmortalen Persönlichkeitsrechts, auf das sich die klagenden Erben beriefen, sei, so der BGH, mit Ablauf von zehn Jahren nach dem Ableben von Klaus Kinski erloschen.)
Das Büro Sachs in München gibt keine Stellungnahme zu den Vorwürfen.
„Dass mein Brief an Sachs im Internet zu lesen ist, berührt mich unangenehm. Das gehört nicht in die Öffentlichkeit“, sagt Leipzigs Museumdirektor Schmidt. Es sei richtig, dass die Agentur 2006 mit der Idee auf das Museum zukam. „Allerdings konnte man keine Auskunft darüber geben, was eigentlich von Sachs gezeigt werden sollte“, so Schmidt. Also habe er sich persönlich an ihn gewandt.
Auch an das Museum seien Forderungen seitens der Agentur erhoben worden. Schmidt: „Das haben wir von der Rechtsabteilung prüfen lassen.“ Ergebnis: „Es wurde kein Auftrag erteilt, also musste auch nichts gezahlt werden.“ Handelt es sich hier um Trittbrettfahrerei? „Aus meiner Sicht ja“, meint Schmidt. Der Direktor und die Ausstellungsmacher haben sich mal besser verstanden. 1994 vermittelten Reichelt und Brockmann die Schau „LindaMcCartney – Die 60er Jahre“ in die Kieler Kunsthalle. Deren damaliger Direktor: Hans-Werner Schmidt. Bei dieser und anderen Kooperationen habe es keine Probleme gegeben, versichern beide. Jetzt ist das Grummeln hinter den Kulissen für Schmidt „ein unschöner Beiklang zu einem wunderbares Ereignis“. Manchmal ist eben die Vaterschaft des Erfolges umstritten, bevor er überhaupt feststeht.
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Ergänzungen