Naziprovo bei Gedenkveranstaltung in Lüneburg
Am Sonntag, 9. März 2008, fand in Lüneburg eine Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Verfolgung, die Deportation und die Ermordung der Lüneburger Sinti statt. Organisiert wurde diese Veranstaltung von der Lüneburger Kreisvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA).
In der Nacht zuvor sprühten Neonazis Anti-Antifa-Parolen und verklebten einige Aufkleber. Am Tag der Veranstaltung tauchten drei Neonazis am Rand der Veranstaltung auf.
In der Nacht zuvor sprühten Neonazis Anti-Antifa-Parolen und verklebten einige Aufkleber. Am Tag der Veranstaltung tauchten drei Neonazis am Rand der Veranstaltung auf.
Rund 60 Menschen nahmen an dieser Veranstaltung teil, die auf dem Gelände der Firma Sieb & Meyer stattfand. Nach einer Begrüßung durch den Kreissprecher der Lüneburger VVN-BdA, hielt die Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers (SPD) eine Ansprache, in der sie auch die Grüße des Lüneburger Oberbürgermeisters übermittelte. Im Anschluss daran schilderten Mitarbeiter der Geschichts-AG der VVN-BdA die Situation der Lüneburger Sinti, die Stationen der Verfolgung und die Deportation. Wobei auch von den Treffen mit Julius Weiß, einem der wenigen überlebenden Lüneburger Sinti, der durch die Hölle dreier KZ´s gehen musste, berichtet wurde.
In der Nacht zum 9. März 2008 beschmierten Neonazis ein Stromverteilerhaus am Bardowicker Wasserweg und den Fußweg in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort mit Naziparolen, wie "Antifa verpisst euch" und "Anti-Antifa Lüneburg". Außerdem wurden mehrere Anti-Antifa-Aufkleber verbreitet.
Zum Ende der Gedenkveranstaltung tauchten dann auch noch drei Neonazis auf, darunter Leon K. und Lasse K.. Leon K. und ein Begleiter wurden von den Anwesenden Polizeibeamten daran gehindert, sich der Gedenkveranstaltung zu nähern. Lasse K. wurde von AntifaschistInnen erkannt und vertrieben. Die Polizisten nahmen sich dann seiner an und schickten ihn fort.
Vermutlich hielten sich weitere Neonazis in der Wohnung des Lüneburger Neonazis Christian S. auf, der in unmittelbarer Nähe wohnt. Eine junge Frau und einer junger Mann, der mit einer Thor Steinar Jacke bekleidet war, fuhren während der Veranstaltung auf Fahrrädern in der Nähe umher.
Hintergründe zur Gedenkveranstaltung:
Auf dem heutigen Areal der Firma Sieb und Meyer befand sich früher ein Notunterkunfts-Lager, in dem die Lüneburger Sinti ab 1941 wohnen mussten, nachdem man ihnen verboten hatte, in ihren Wohnwagen im nördlichen Bereich der Stadt zu verbleiben.
In den Morgenstunden des 9. März 1943 wurden alle Sinti dort in ihren Wohnungen von einem größeren Aufgebot der Lüneburger Kriminalpolizei festgenommen, mit bereitstehenden Lastwagen oder Omnibussen nach Hamburg-Veddel in ein Auffanglager verbracht und von dort nach Auschwitz-Birkenau deportiert.
Ihr Hab und Gut, welches die Lüneburger Sinti zurüüklassen mussten, wurde in der Stadt Lüneburg verwertet; es wurde öffentlich versteigert. Von dem Erlös dieser Versteigerungen ließ sich die Stadt Lüneburg die Miete für die Wohnungen der Sinti bis einschließlich Mitte Juli 1943 vergüten - für einen Zeitraum also, an dem die Mieter bereits alle im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau interniert und die Schwächsten unter ihnen - und das waren die Kinder - bereits nicht mehr am Leben waren.
Ab Dezember 1942 begannen die Nazis, alle noch im Reichsgebiet und in den besetzten Gebieten lebenden Sinti und Roma in Konzentrationslager einzuweisen. Auf Grund eines Erlasses wurden im März 1943 über 20.000 Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Die meisten der insgesamt 23.000 Insassen im Lagerabschnitt B II e, darunter über 10.700 aus Deutschland und 2.300 aus Österreich, starben an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und medizinischen Experimenten. Am 16. Mai 1944 konnten die im "Zigeunerlager" lebenden Menschen in einer einmaligen Widerstandsaktion ihre Ermordung zunächst abwenden, nachdem sie sich mit Steinen und Werkzeugen bewaffnet in den Baracken verbarrikadiert hatten. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die letzten fast 3.000 Frauen, Männer und Kinder in den Gaskammern ermordet und das "Zigeunerlager" in Auschwitz-Birkenau aufgelöst.
Von den erfassten rund 40.000 deutschen und österreichischen Sinti und Roma wurden über 25.000 ermordet. Insgesamt fielen ca. 500.000 Sinti und Roma dem Rassenwahn der Nationalsozialisten und dem an ihnen systematisch geplanten Völkermord zum Opfer.
In der Nacht zum 9. März 2008 beschmierten Neonazis ein Stromverteilerhaus am Bardowicker Wasserweg und den Fußweg in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort mit Naziparolen, wie "Antifa verpisst euch" und "Anti-Antifa Lüneburg". Außerdem wurden mehrere Anti-Antifa-Aufkleber verbreitet.
Zum Ende der Gedenkveranstaltung tauchten dann auch noch drei Neonazis auf, darunter Leon K. und Lasse K.. Leon K. und ein Begleiter wurden von den Anwesenden Polizeibeamten daran gehindert, sich der Gedenkveranstaltung zu nähern. Lasse K. wurde von AntifaschistInnen erkannt und vertrieben. Die Polizisten nahmen sich dann seiner an und schickten ihn fort.
Vermutlich hielten sich weitere Neonazis in der Wohnung des Lüneburger Neonazis Christian S. auf, der in unmittelbarer Nähe wohnt. Eine junge Frau und einer junger Mann, der mit einer Thor Steinar Jacke bekleidet war, fuhren während der Veranstaltung auf Fahrrädern in der Nähe umher.
Hintergründe zur Gedenkveranstaltung:
Auf dem heutigen Areal der Firma Sieb und Meyer befand sich früher ein Notunterkunfts-Lager, in dem die Lüneburger Sinti ab 1941 wohnen mussten, nachdem man ihnen verboten hatte, in ihren Wohnwagen im nördlichen Bereich der Stadt zu verbleiben.
In den Morgenstunden des 9. März 1943 wurden alle Sinti dort in ihren Wohnungen von einem größeren Aufgebot der Lüneburger Kriminalpolizei festgenommen, mit bereitstehenden Lastwagen oder Omnibussen nach Hamburg-Veddel in ein Auffanglager verbracht und von dort nach Auschwitz-Birkenau deportiert.
Ihr Hab und Gut, welches die Lüneburger Sinti zurüüklassen mussten, wurde in der Stadt Lüneburg verwertet; es wurde öffentlich versteigert. Von dem Erlös dieser Versteigerungen ließ sich die Stadt Lüneburg die Miete für die Wohnungen der Sinti bis einschließlich Mitte Juli 1943 vergüten - für einen Zeitraum also, an dem die Mieter bereits alle im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau interniert und die Schwächsten unter ihnen - und das waren die Kinder - bereits nicht mehr am Leben waren.
Ab Dezember 1942 begannen die Nazis, alle noch im Reichsgebiet und in den besetzten Gebieten lebenden Sinti und Roma in Konzentrationslager einzuweisen. Auf Grund eines Erlasses wurden im März 1943 über 20.000 Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Die meisten der insgesamt 23.000 Insassen im Lagerabschnitt B II e, darunter über 10.700 aus Deutschland und 2.300 aus Österreich, starben an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und medizinischen Experimenten. Am 16. Mai 1944 konnten die im "Zigeunerlager" lebenden Menschen in einer einmaligen Widerstandsaktion ihre Ermordung zunächst abwenden, nachdem sie sich mit Steinen und Werkzeugen bewaffnet in den Baracken verbarrikadiert hatten. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die letzten fast 3.000 Frauen, Männer und Kinder in den Gaskammern ermordet und das "Zigeunerlager" in Auschwitz-Birkenau aufgelöst.
Von den erfassten rund 40.000 deutschen und österreichischen Sinti und Roma wurden über 25.000 ermordet. Insgesamt fielen ca. 500.000 Sinti und Roma dem Rassenwahn der Nationalsozialisten und dem an ihnen systematisch geplanten Völkermord zum Opfer.
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Ergänzungen
An die AutorInnen der Ergänzungen...
Die AutorInnen der Ergänzungen "Ebenfalls anwesend war, 09.03.2008-19:05", "Der Nazi von Zweiradsport Meine, 10.03.2008-13:54" und "Der Naziskin wohnt am Ebensberg, 10.03.2008-17:47" mögen sich bitte einmal bei uns melden, damit wir die Infos austauschen können. Danke!
Bürger stehen auf gegen die NPD
»Menschenwürde statt Hetze, Hass und Unverstand«, »Millionen von Toten mahnen«, »Bunt statt Braun« - mit vielen Plakaten und mit Kerzen haben gut 500 Bürger am Samstag auf dem Fürstenzeller Marktplatz friedlich und eindrucksvoll gegen die NPD demonstriert. Die hatte in Sichtweite eine Kundgebung unter freiem Himmel abgehalten, zu der, laut Polizei, etwa 50 Teilnehmer gekommen waren, davon etwa die Hälfte aus Österreich. Auch von den zehn Ordnern, die nach der Auflage des Landratsamtes nicht vorbestraft sein durften und von der NPD aufgewiesen werden mussten, kam ein Teil aus dem Nachbarland.
Für 17 Uhr waren beide Veranstaltungen angekündigt. Während sich die Seite der NPD-Gegner ab 16 Uhr gut füllte, blieb es gegenüber übersichtlich. »Das dort drüben sind doch vielleicht 50 Hansel. Ich glaube nicht, dass da ein Bundesvorsitzender spricht. Das ist doch peinlich«, meinte ein Fürstenzeller. Die Hoffnung, dass die Kundgebung deswegen doch noch kurzfristig abgesagt wird, starb um 17. 40 Uhr - da war die Gegenveranstaltung schon seit 20 Minuten am Laufen.
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