"Kritik ist eine Waffe" - Demobericht

Medienkollektiv.Niederrhein 04.03.2008 14:07 Themen: Antifa
Trotz des schlechten Wetters fanden sich am 1.3.2008 ca. 200 Antifaschistinnen in Bochum ein. Unter dem Motto "Kritik ist eine Waffe", riefen zahlreiche Gruppierungen aus dem ganzen Bundesgebiet zu einer Demonstration gegen "Volk, Staat und Kapitalismus" auf.
Trotz des schlechten Wetters fanden sich am 1.3.2008 ca. 200 Antifaschistinnen in Bochum ein. Unter dem Motto "Kritik ist eine Waffe", riefen zahlreiche Gruppierungen aus dem ganzen Bundesgebiet zu einer Demonstration gegen "Volk, Staat und Kapitalismus" auf.
Um ca. 15.00 Uhr zog die Demonstration, nach einigen technischen Schwierigkeiten am Lautsprecherwagen, in Richtung Innenstadt los. Sofort entwickelte sich eine lautstarke und kraftvolle Demonstration. Aufgrund einiger Schwierigkeiten bei der Anmeldung der Veranstaltung änderte die Polizei im Vorfeld die geplante Demonstrationsroute, weshalb die Demonstration vermehrt durch reines Wohngebiet zog. Nach zwei Kundgebungen endete die Demonstration um ca. 16.30 wieder am Hauptbahnhof Bochum.
Trotz der zahlreichen Drohungen, ausgehend vom Polit-Cafe Azzoncao und anderen, kam es die gesamte Veranstaltung über zu keinerlei Störungen durch eben diese.
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Ergänzungen

Fahnen?

Pallor 04.03.2008 - 14:14
Könntet ihr mir bitte erklären wie Mensch gegen Staaten und Nationen auf die Strasse gehen kann(was ganz klar im Aufruf enthalten ist) und dann Israel Panzer auf den Aufruf druckt und Israel Fahnen schwenkt?

Pallor

P.S.: Erstaunlich das die Demo in Essen durch Antideutsche massiv versucht wurde zu stören...

Weitere Fotos

mekava 04.03.2008 - 14:26
Hier noch Fotos von der Abschlusskungebung

@pallor

die antideutschen 04.03.2008 - 14:30
dass wir die demo in essen gestört haben, lag daran, dass im aufruftext rechtskonservative inhalte vertreten wurden. das fanden wir scheiße.

zur kritik im einzelnen checkt:
 http://antifaessen.blogsport.de/2008/02/09/zur-antikapitalistischen-demo-am-92-in-essen/#more-104



fazit

berliner 04.03.2008 - 14:34
halten wir also fest:
1.mehr als schlechte mobilisierung!
wer im ganzen bundesgebiet mobilisiert zu einer demo, die in einem 17mio-ballungsraum stattfindet und gerade einmal 200 leute zusammenbekommt, muss irgendetwas falsch machen!
vielleicht wars der panzer auf dem flyer. vielleicht wars der mehr als 4 a4-seiten umfassende aufruf. vielleicht auch einfach nur die vollkommen ins leere laufende antideutsche ideologie.

2.gegen staat mit staatsfahnen!
wer schon als header "gegen staat" aufführt, sollte wissen, dass auch israel ein staat ist. noch dazu ein besonders aggressiver, aber das wollte man dann wohl mit "kosmopolitismus staat völkerrecht" auf einem der transpis legitimieren.

3.die häßlichsten transpis ever!
wer mit solchen transpis, die im layout und aussage sowas von schlecht sind, durch die gegend zieht, braucht sich nicht wundern, wenn linke cafes und gruppen sich von der demo distanzieren und man letztendlich nicht einmal in die gesellschaft interveniert.

es war eine mehr als schlechte demo und lediglich zur befriedigung der unzufriedenen "wir kritisieren den szenesumpf"-antideutschen tauglich.

sitz! fein!

This is the end, my friend...

eine Bochumerin 04.03.2008 - 15:44
Mir ist die Demo beim Samstagseinkauf über den Weg gelaufen. Die Zahl von 200 TeilnehmerInnen halte ich für deutlich übertrieben - 150 mögen es vielleicht gewesen sein, es war auf jeden Fall extrem übersichtlich. Das Wetter war übrigens so schlecht nicht. Es war etwas windig, dafür haben die Winkelemente halt geflattert. Die ausbleibende Mobilisierung und die minimale Zahl an TeilnehmerInnen zeigt noch einmal deutlich, dass die Antideutschen ihre besten Zeiten schon ein Weile hinter sich haben und derzeit schwer auf dem absteigenden Ast sind. Außer Panzerbildchen, Jungstecher-Gehabe und einem Sozialverhalten wie aus einer Counterstrike-Party haben sie nichts mehr zu bieten. In Bochum war das Interesse an der Demo denn auch gleich Null. Vielleicht kommen ja tatsächlich mal wieder Zeiten, die nicht dominiert sind vom Kampf der rivalisierenden Polit-Gangs um die Lufthoheit über den Stammtischen und in denen mensch sich stattdessen mit den realen Problem realer Menschen auseinandersetzt und den Perspektiven von Veränderunng auseinandersetzt.

schlechtes wetter!

o 04.03.2008 - 16:06
Wenn man bedenkt, dass zahlreiche Züge wegen des schweren Unwetters ausgefallen sind und teilweise ganze Zugstrecken gesperrt waren, lässt sich sagen, dass 200 Menschen schon ok sind. Trauriges Fazit ist aber eben auch hier, dass - wenn es sich gerade mal nicht nur direkt gegen Nazis richtet - sich kaum mehr Leute mobilisieren lassen. Wobei das Wetter sicherlich auch mit ausschlaggebend war.

Alle anderen Antifa-Demos, die am 1.3. stattfanden litten auch an dem Unwetter der Nacht zuvor. Zur Demo in Bad Nenndorf, konnten so dann auch nur ca. 150 Leute kommen.

Schön aber, dass an einem einzigen Tag in verschiedensten Städten so viele Antifaveranstaltungen stattfinden konnten.

...von wegen "nicht nationalistisch"!!?!

AFAruhrpott 04.03.2008 - 17:22
Hmmm... das schien ja wohl mal nicht so der burner gewesen zu sein^^

Zum thema Nationalismus:

Mich wundert doch ziemlig, dass die im vorfeld diskutierten (doch teils sehr abgedrifteten) meinungen zu dem aufruf meist folgend abliefen:
I "...diese 'nationalistische' Demo wird nicht unterstützt, ist völliger müll etc."
II "...Wo ist das denn nationalistisch, könnt ihr nicht lesen.... in dem aufruf steht "gegen jeden Staat"...." ...

Nun, da schienen sich doch diverse personen mit antideutscher ideologie befasst zu haben, um schon im vorhinein zu wissen, dass eine "Staatensolidarität und -befürwortung" im ganz großen Stil auftreten wird und sich ganz und gar NICHT "gegen jeden Staat" ausgesprochen wird...!!!

Es war völlig vorraussehbar, dass sich ein einziges Israel-Fahnenmeer durch die reihen wogen wird!!

Doch leider scheint es immer noch diejenigen zu geben, welche nicht langsam verstehen, dass der antideutsche Nationalismus eben nicht antifaschistisch/-kapitalistisch ist, sondern sich an imperialistischen, staatlichen und kapitalistischen ideologien bedient.

Zur Demo:

Es wird hier im Bericht völlig außen vor gelassen, dass von den (höchstens 150-160) teilnehmern die hälfte schon NACH DEM ERSTEN REDE BEITRAG wieder ABGEZOGEN sind, nachdem eine absolut Identitäre "Isreal-Soli etc"- Rede gehalten wurde.
...
Nun, der antideutsche mob versteht sich halt auf's leute vergraulen^^
...

Zur "kapitalismuskritik":

Die als Antikapitalistisch angekündigte demo wurde schon im vorfeld auf den Infoveranstaltungen (von den veranstaltern) als Identitär erklärt, wobei sich die "kapitalismuskritik"(=D) lediglich in ansätzen in dem aufruf finden ließ.

Es wurde klar gesagt, dass nach langer "ruhepause" nun mal wieder "bestimmte themen" zum diskurs gestellt werden (müssen).

Nun, das scheint durch und durch antikapitalistisch zu sein..... ebenso wie ein Panzer, welcher NATÜRLICH nicht von rüstungsindustrie gebaut wird (für ein unglaubliches geld) um später zur unterdrückung und imperialistischem machtgehabe zu wirken, sondern damit die USA (und Isreal) den kommunismus und antikapitalismus schaffen....

....hat sich jemals ein antideutscher mit der Kommunismus-Hysterie und verfolgung in den 60ern befasst??? Oder mit dem Kalten Krieg..... wer wirklich glaubt, dass die USA kommunismus-bringend sind, scheint sich wohl wirklich zuviel CocaCola um die ohren gepfiffen zu haben.... (freaks!)

Und nun zum Wetter:

Es war weder so, dass die züge extrem lange verspätungen hatten, noc so, dass in irgendeiner weise regen oder sonstiges eine zufahrt verhindert hat. das wetter war astrein., lediglich der wind blies ein bisschen!!!


Nun, damit sollten einige falschmeldungen/fehlinformationen und weiteres aus dem wege geschafft sein.

Hoffentlich ist der 1.3. allen eine lehre und es wird sich in zukunft nicht so ein konsenzloser-müll auf den straßen breitmachen!!

ALERTA ANTIFASCISTA!

skurile veranstaltung

peter pan 04.03.2008 - 18:38
was sollte diese Veranstaltung eigentlich? Sie wirkt wie eine Nazidemo, der es erstmal nur darum geht überhaupt Präsenz zu demonstrieren. Lediglich die Fahnen haben eine andere Färbung - nicht aber der Ausdruck. Dieser macht vielmehr deutlich, dass es sich bei den vorgeblichen staatskritischen und antikapitalistischen Inhalten um Etikettenschwindel handelt, der dazu dient die radikale Linke im allgemeinen und die Antifa im besonderen handlungsunfähig werden zu lassen.
Diese Leute sind genausowenig Links wie "autonome Nationalisten" oder sonstige Faschisten.

Faschismus bekämpfen - unter welchem Deckmäntelchen auch immer!

nochmal: zum elend der antinationalen kritik

a. gain 04.03.2008 - 20:07
Anmerkungen zum Diskurs der"antinationalen" Linken

Kategorie: Eigene Veröffentlichungen > Texte

Wir dokumentieren an dieser Stelle ein Flugblatt das auf einer "Libertären Demo" unter dem Motto "Für ein freies und selbstbestimmtes Leben - Kapitalismus abschaffen!" in Dortmund am 30.04. verteilt wurde.

In einem Aufruftext zu einer "antinationalen" Demonstration, die am 01.09.2006 in
Dortmund stattfand, hieß es, man werde auf der Demonstration "keineswegs Nationalflaggen egal(!) von welchem Staat tolerieren", da diese "für feste und klare Herrschaftsstrukturen" stünden und ein "Bestandteil des Systems was es zu bekämpfen gilt" seien. Anhand dieses kurzen aber prägnanten Zitats wollen wir einige inhaltliche Differenzen zwischen uns und den Organisatoren der heutigen Demonstration beleuchten.

Auf den ersten Blick scheinen die oben aufgeführten Aussagen der Antinationalen aus kommunistischer Sicht ebenso zutreffend wie unterstützenswert. Die "freie Assoziation der Individuen", wie Karl Marx sie forderte, steht in einem unüberbrückbaren Gegensatz zum (National-)Staat und ohne Zweifel sind Nationalflaggen und alles, was sie symbolisieren, bezeichnend für ein System, das wir lieber heute als morgen auf dem Müllhaufen der Geschichte sähen. Jedoch (und hier dürften die ersten Differenzen zu Tage treten) sehen wir den Nationalstaat nicht ausschließlich als Herrschaftsinstrument und Zurichtungsanstalt (was er ohne Zweifel auch ist). Vielmehr sind wir der Meinung, dass es zur Kenntnis zu nehmen gilt, dass der bürgerliche Nationalstaat (und alles, was er historisch mit sich brachte: Volkssouveränität im Sinne bürgerlicher Demokratie, Gewerbe- und Vertragsfreiheit sowie Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit und nicht zuletzt bürgerliche Rechtsverhältnisse, die erstmals den Einzelnen vor der Willkür des Staates bzw. des Souveräns schützten) im historischen Kontext in erster Linie einen Fortschritt darstellt. Zwar soll durch diese Erkenntnis der bürgerliche Nationalstaat keinesfalls vor berechtigter und notwendiger Kritik in Schutz genommen werden, denn das Leben im Kapitalismus ist und bleibt für jeden Einzelnen eine tagtägliche Zurichtung und Erniedrigung. Doch drängt sich in Anbetracht der Weltgeschichte (insbesondere der, der letzten 100 Jahre) die deprimierende Einsicht auf, dass dieser bürgerliche Nationalstaat die freiste Gesellschaftsordnung hervorgebracht hat, die es bisher gab. Dies gilt sowohl im Vergleich mit praktisch jeder vor-nationalen bzw. vor-bürgerlichen Gesellschaft (Vor der französischen Revolution 1789 und der damit einhergehenden Herausbildung des ersten Nationalstaats im modernen Sinne herrschten in ganz Europa absolutistisch regierende Monarchen) als auch unter Betrachtung der facettenreichen faschistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts, die den ursprünglich bürgerlichen Charakter des Nationalstaats durch Außerkraftsetzen bürgerlicher Rechtsverhältnisse zu überwinden suchten. Die Erkenntnis, dass so ziemlich alles bisher da gewesen deutlich "schlimmer" war als der bürgerliche Nationalstaat, sollte zu denken geben, wenn sie auch keinesfalls die berechtigte Forderung nach seiner Abschaffung diskreditieren soll. Doch gilt es gerade heute zur Kenntnis zu nehmen, dass die freudig erwartete soziale Revolution seit gut 150 Jahren ausbleibt und sich in vielen Ländern zur Zeit nicht die herrschaftsfreie Gesellschaft als greifbare Alternative zum bürgerlichen Nationalstaat präsentiert, sondern in höchstem Maße gegen die individuelle Freiheit gerichtete Gesellschaftskonzeptionen wie Faschismus oder Islamismus.


Ein Exkurs in Sachen Kapitalismuskritik

Die Tatsache, dass wir alle auch nach über 150 Jahren Kapitalismus noch vergeblich auf die soziale Revolution warten, wirft zudem die Frage auf, ob der "Großteil der Gesellschaft", der den "kapitalistischen MachthaberInnen" (folgt man der Darstellung des Aufrufs zur heutigen Demonstration) "ohnmächtig gegenüber" steht, überhaupt ein Interesse an der Aufhebung des Systems hat, das ihn tagtäglich auf erniedrigende Weise zu Wirtschaftssubjekten degradiert. (Letzteres gilt für die viel zitierten "kapitalistischen MachthaberInnen" -wer auch immer das sein soll- übrigens ebenso wie für die Klofrau bei Mc Donalds.) Bezeichnend für das kapitalistische Herrschaftssystem ist schließlich gerade die Tatsache, dass es kein personalisierbares System von Herrschern und Beherrschten (wie z.B. im Feudalismus der Fall) ist, sondern alle Mitglieder der Gesellschaft (Top-Manager und Klofrau) den selben
ökonomischen Prinzipien unterwirft und von den Meisten kritiklos mitgetragen wird.


Gegen jeden Nationalismus?

Ein weiterer wesentlicher Kritikpunkt in der Weltsicht der Antinationalen ist für uns die immer wieder implizit oder explizit geäußerte Gleichsetzung aller Nationen bzw. Nationalismen.
Dass eine solche Gleichsetzung alles andere als legitim ist, erschließt sich bei der vergleichenden Betrachtung der Genese des Nationalgedankens in Frankreich und Deutschland.
Im Zuge der französischen Revolution erklärten sich die Vertreter des dritten Standes, also all jener, die nicht dem Adel oder Klerus angehörten, 1789 zur Nation und prägten dadurch erstmals die moderne Bedeutung dieses Begriffes. Die Nation stand somit für die Einheit aller männlichen Staatsbürger, die erstmals unabhängig von Stand, sozialer Herkunft oder Religionszugehörigkeit über gleiche einklagbare Rechte gegenüber dem Souverän verfügten. Wer zur Nation gehörte, war in Frankreich also durch die mit bestimmten Rechten verbundene Staatsbürgerschaft definiert. In Deutschland entwickelte sich ein von einer breiten Bevölkerungsschicht getragener Nationalgedanke erst einige Jahrzehnte später und zwar als eine Bewegung gegen die napoleonische Besetzung des Rheinlandes, durch die erstmals in deutschsprachigem Gebiet bürgerliche Rechtsverhältnisse durchgesetzt worden waren. Der deutsche Nationalismus richtete sich somit nicht allein gegen die französische Besatzungsmacht als solche, sondern auch gegen all jene bürgerlichen Errungenschaften, die die Besatzer mit sich gebracht hatten. (So wurde beispielsweise 1817 im Rahmen des Wartburgfestes eine rituelle Verbrennung verschiedener liberaler Schriften sowie des Code Civil, des französischen bürgerlichen Gesetzbuchs, vorgenommen.) Hinzu kam der seit jeher völkische und antisemitische Charakter des deutschen Nationalismus: Wer "Deutscher" war, war keine Frage der Staatsbürgerschaft, sondern wurde an der "Volkszugehörigkeit" festgemacht. Dieser Logik folgend galten den Vordenkern des deutschen Nationalismus die Juden als undeutsch; eine rechtliche Gleichstellung dieser gesellschaftlich marginalisierten Gruppe gehörte nie zu den Forderungen der Mehrheit der deutschen Nationalisten (im Gegensatz zu den französischen).
Auf die Tradition des deutschen Nationalismus bezogen sich seit den 1920er Jahren auch die
Nationalsozialisten. Getreu der Vorstellung, Deutscher könne nur sein, "wer deutschen Blutes ist" (NSDAP-Parteiprogramm), griffen sie die traditionell völkischen, antisemitischen und anti-aufklärerischen Motive des deutschen Nationalismus auf und führten unter reger Anteilnahme der deutschen Mehrheitsgesellschaft einen historisch beispiellosen Vernichtungsfeldzug gegen alles als volksfremd imaginierte. Dementsprechend kann es keinesfalls als Zufall gelten, dass die größte Barbarei der Menschheitsgeschichte nicht von einer Staatsnation mit bürgerlich-liberaler Tradition wie Frankreich oder den USA ausging, sondern von Deutschland. Im Gegensatz zum bürgerlichen Staatsnationalismus Frankreichs war der hegemoniale Teil der deutschen Nationalisten also seit jeher völkisch, antisemitisch und antiliberal. In Anbetracht der verhängnisvollen historischen Folgen, die aus diesem Unterschied erwachsen sind, verbietet sich jede Gleichsetzung dieser beiden Nationalismen.


Zur Notwendigkeit der Existenz eines jüdischen Staates nach Auschwitz

Abschließend wollen wir es uns nicht nehmen lassen, auf das Lieblings-Reizthema der deutschen Linken einzugehen, und deutlich zu machen, warum wir auf der Notwendigkeit der Existenz des Staates Israel bestehen. Dass Israel kein Staat wie jeder andere ist, ist so offensichtlich, dass es eigentlich keiner näheren Erläuterung bedürfte: Israel wurde 1948 von jüdischen Emigranten gegründet, die den Vernichtungsplänen der Nazi-Deutschen entkommen waren. Er wurde explizit mit dem Anspruch gegründet eben das durchzusetzen, was die bürgerlichen Gesellschaften Europas so offensichtlich nicht gewährleisten konnten oder wollten: gleiche staatsbürgerliche Rechte und insbesondere das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit für Juden. Das politische Bekenntnis zu Israel von linksradikaler Seite ist somit der schlichten Tatsache geschuldet, dass wir in einer Welt leben, in der Antisemitismus (also die Ideologie, die zur größten Barbarei der Menschheitsgeschichte führte) eine Selbstverständlichkeit und die soziale Revolution (und mit ihr die unwiederbringliche Überwindung all dessen, was Auschwitz möglich machte) in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. Auch wenn Israel seinen Bürgern momentan nicht die Sicherheit vor Angriffen von Antisemiten bieten kann, die man sich wünschen würde, stellt dieser Staat doch für viele eine Lebensversicherung dar. Hätte es vor 1945 schon einen jüdischen Staat gegeben, wären wahrscheinlich viele hunderttausende europäische Juden den deutschen Massenmördern entgangen. Doch auch nach 1945 bzw. nach 1948 - dem Jahr der Gründung Israels - wurden Juden verfolgt und zur Flucht gezwungen, ob aus den arabischen Staaten, aus Äthiopien oder aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Staat Israel hat in den letzten Jahrzehnten Millionen von Menschen aufgenommen und sie so dem direkten Zugriff von Antisemiten jeglicher Couleur in ihren Herkunftsländern entzogen. Der antinational begründete Antizionismus europäischer Linker stellt deshalb schlichtweg eine unerträgliche Ignoranz gegenüber der Lebensrealität der vom Antisemitismus Verfolgten dar. Solange wir in einer Welt leben, in der es Staaten gibt, in der es Kapitalismus gibt und in der es Antisemiten gibt, muss die Existenz Israels und ihre notfalls militärische Verteidigung von der Linken als Notwendigkeit anerkannt werden.


Antifas aus dem Ruhrgebiet (April 2007)


Alle auf Personengruppen bezogenen Substantive, die im Text verwendet wurden, sind geschlechtsneutral zu verstehen.

diskussion

unwichtig 05.03.2008 - 00:07
diskussion dazu in einem kommunistischem forum:

hxxp://www.kommunismus.ch/forum/index.php?topic=47.0

immer sachlich bleiben.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 25 Kommentare

Da wurde sich aber ziemlich armseelig...

... 04.03.2008 - 14:20
...selbstinszeniert. Und dies macht sich gar nicht an der Anzahl fest. Eher in der tradierten Symbolik und der introvertierten Form. Vorher aber weils gerade Mode ist, erstmal fett 68er dissen. Pop ist anders...

Nazi am Hauotbahnhof

Ihate Jihad 04.03.2008 - 14:22
Ein verwirrter Nazi war am Bahnhof. Falsch Zeit Falscher Ort!

kraftvolle Demo ?

Ich 04.03.2008 - 14:25
Euer spalterisches, identitäres Gehabe ganz vorn hat die Demo zu nem lahmen langweiler-Marsch gemacht. Für die technischen Probleme zu Beginn kann niemand was. Die vorgespielten Reden und die gerufenen Parolen beschränkten sich auf Israel, US-Panzer und ach so toller antideutscher Kritik, die der linken das "genick bricht".

Geht ihr auch auf Tierrechts-Aktionen mit Israel-Fahnen ?

Thematisch, durch den Aufruf, hatte ich mir ne richtig tolle Demo erhofft. Aber ein paar Spinner mit Identitätsdefizit ham's zunichte gemacht. Bravo.

Schlechtes Wetter?

Dein Name 04.03.2008 - 14:27
Schlechtes Wetter?
Das Wetter war relativ gut um diese Uhrzeit!

wir nix erklären

medienkollektiv.niederrhein 04.03.2008 - 14:29
WIR können dir gar nix erklären da WIR nur Berichterstatter sind

Mir fehlen die Worte

Kaputtlacher 04.03.2008 - 14:35
HAHAHAHAHAHAAAAA!

Panzer auf dem Demo-Plakat/Aufruf (die von Staaten und Konzernen gebaut werden), durchgestrichene Friedenstauben auf Transparenten, gegen Nation, Staat und Kapitalismus - aber Israel-Fahnen ohne Ende...
Was ist denn daaa loooos?

Dass die Existenz Israels nicht zur Debatte stehen sollte, ist natürlich Voraussetzung.
Aber bitteschön: Wie fertig seid ihr denn alle heutzutage?
Ein real gewordenes OXYMORON oder was auch immer...
ABSURD ABSURD ABSURD ABSURD ABSURD ABSURD HOCH 1000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.

Kleine Anmerkung

Enttäuschte Teilnehmerin 04.03.2008 - 14:50
Ich war ebenfalls auf der Demo und bitter Enttäuscht. Inhaltlich wirkte das ganze recht armsellig, Redebeiträge gab es kaum, was angeblich aber auch technische Gründe hatte. Und die abgespielten Reden bezogen sich ausschließlich darauf wie toll Israel und wie scheiße die Linke/Antifa-Bewegung doch ist. Da hatte ich mir aufgrund des Aufrufs mehr erhofft. Für eine Demo mit bundesweiter Mobilisierung waren ausserdem sehr wenige Teilnehmer_innen in Bochum(mobilisert hatten unter anderen das Redical M, Top Berlin, Bad Weather Hamburg und zahlreiche Gruppen aus NRW), ausserdem gab es mindestens 5 Infoveranstaltungen.

Alles in allem eine Veranstaltung die man sich hätte sparen können. Und dieser Israelfahnenfetisch in NRW ist auch schon sehr skuriel, es gibt anlässe wo das tragen angebracht ist und Anlässe wo man sie besser zuhause läßt. Aber das versteht ihr wohl nie, für mich war es jedenfalls die letzte Demo dieser Gruppen.

Ohje...

Kritiker 04.03.2008 - 15:09
Den Aufruf fand ich persönlich ziemlich gut, dass einige nicht lesen können bzw. wollen, steht auf einem anderen Blatt. Ich wäre zwar gerne hingefahren, bin jetzt jedoch froh nicht dagewesen zu sein. Sagt mal tickt eigentlich irgendeine Gruppe im Pott richtig?
Wenn Leute ihre Fahnen thematisch platzieren wollen, sozusagen themenbezogen, ist das die eine Sache, aber bei dieser Demo schien es offensichtlich darum zu gehen, in großer Zahl einen Fahnenspaziergang zu veranstalten und für bürgerliche Verkehrsformen zu werben. Der Inhalt des Aufrufs und der "Anspruch" dieser Demo driften leider sehr weit auseinander.
"Kritik ist eine Waffe" ja, aber identitäres Fahneschwenken von Antid Kids ist nichts progressives oder emanzipatorisches, wenn es denn um eine Kritik an Kapitalismus und Staat geht!
Bin gespannt auf die Auswertung.

bitte was ? lesen bildet!

kfgds 04.03.2008 - 15:33
"Trotz der zahlreichen Drohungen, ausgehend vom Polit-Cafe Azzoncao und anderen, kam es die gesamte Veranstaltung über zu keinerlei Störungen durch eben diese."

Ähm also um da nochmal was klarzustellen.
Zu sagen das man weder durch Orga, noch durch Anwesenheit, eine Demo unterstüzen will ist also eine Angedrohung von Störung(der Demo)?


Oh man noch nen paar Gramm mehr in den kopp bitte ....

...

... 04.03.2008 - 15:51
das schlechte wetter bezog sich vermutlich eher auf die sturmwarnung der vorangegangenen tage und die auf grund des wetters ausgefallenen züge...

die route ging mit sicherheit nicht "durch reines wohngebiet", wie auch auf einigen der photos erkennbar ist, die bochumer "innenstadt" gibt einfach nicht mehr her...

ich muss sagen die transpis waren mit abstand sowohl im design, als auch in der aussage mit das beste, was man in letzter zeit so auf demos gesehen hat.

die stimmung schien auch druchweg gut gewesen zu sein

zu den redebeiträgen: genau genommen kam meiner erinnerung nach in gerade mal einem beitrag das wort "israel" vor, andere beiträge beschäftigten sich beispielsweise mit nokia und verkürzter kapitalismuskritik

Sauber!!!

hamburger genosse 04.03.2008 - 15:53
Endlich mal ne Demo im Pott,die sich nicht im "Bunt statt Braun"Konzept einmuggelt,und damit untergeht...Guter Aufruf,schöne Transpis,richtige Kritik.Hoffentlich haben ein paar "AfaKids" die Inhalte verstanden,und rennen nicht zu ner Demo gegen Drogenmissbrauch,wie in Essen...Zum Aufruf bleibt zu sagen,das viele der Leute die den Aufruf kritisiert haben,dem inhaltlich nix entgegenzusetzen haben.Siehe Azzoncao,und co...
Weiter so,Antifa NRW!!!

Israelfahnen auf der Demo

antifa 04.03.2008 - 15:58
In einem inhaltlichen Beitrag auf der Demo, der klare Worte fand, wurde die Thematik doch deutlich erklärt. Sind Volk, Staat und Kapitalismus und Antisemitismus traurige Gegenwart, so besteht die Notwendigkeit eines jüdischen Staates, der sich gegen den Antisemitismus zur Wehr setzen kann. Dies ist - wenn auch leider - in einer nationalstaatlich-organisierten Welt, die nun einmal von heute auf morgen noch nicht überwunden wird, eine notwendige Konsequenz, wenn man das Diktum Adornos, "daß Auschwitz nicht wieder sei" ernst nehmen möchte und den kategorischen Imperativ von Marx "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen Mensch ein geknechtetes ... Wesen ist" wach halten möchte, ist die Israelsolidarität heute dringend geboten. Denn was haben die Opfer des Antisemitismus von einem fernen Ziel des Kommunismus, wenn sie ihn - bedingt durch den antisemitischen (Vernichtungs-)Wahn - nicht mehr lebend erreichen können? Soviel Dialektik sollte man doch wohl gerade noch so verstehen können.

Israel bis zum Kommunismus!
Volk, Staat, Kapitalismus abschaffen!!!

Frage?

Mike 04.03.2008 - 16:19
Zitat:"Sind Volk, Staat und Kapitalismus und Antisemitismus traurige Gegenwart, so besteht die Notwendigkeit eines jüdischen Staates, der sich gegen den Antisemitismus zur Wehr setzen kann."
Und der Kapitalismus hat vor Israel halt gemacht? Der Staat ist genau so im Kapitalismus wie jeder andere...wer das noch nicht mitgekriegt hat sollte vielleicht mal nach Israel fahren, was zu empfehlen ist.

Warum Solidarität mit Israel?!

Ihr macht mich nur noch antideutscher 04.03.2008 - 16:19
Also auf Indymedia hab ich beinahe noch nie ein Comment gelesen, welches sich wirklich argumentativ mit antideutschen ansichten auseinandergesetzt hat. Außerdem scheinen die "antideutschen-verachter" (so will ich es mal nennen)sich einfach nicht mit den hintergründen dieser israel solidarität auseinanderzusetzten. Andernfalls würde man nachvollziehen können warum für dieses Spektrum, was seine Wurzeln so würde ich mal sagen u.a. in der kritischen theorie, der negativen dialektik hat, Israelfahnen auch sehr wohl auf eine Demo gegen Volk, Staat und Kapitalismus gehört.


Israel ist der verstaatliche Antinationalismus und der bewaffnete Versuch der Juden den Kommunismus lebend zu erreichen.

...Jetzt habt ihr was wodrüber ich euch aufregen könnt und ihr euch hoffentlich Gedanken macht.

Titel

Pallor 04.03.2008 - 16:59
Das hier ist der dümmste Satz den ich auf Indymedia je gelesen habe:

"Israel ist der verstaatliche Antinationalismus und der bewaffnete Versuch der Juden den Kommunismus lebend zu erreichen."

Eine Nation ist Verstaatlichter Antinationalimus?
Ein Nationalstaat ist also plötzlich Schutz einer "Volksgemeinschaft" vor ihrer Vernichtung?
Und die Kriege und Aktionen dieser Nation die gegen Völker und Menschenrechtlichen Ansprüche verstoßen, sind im Namen des Kommunismus legitim?

Und du fragst dich wieso sich niemand mit der Antideutschen Ideologie befasst?
Schlicht weil es Dogmen sind die nicht Hinterfragt werden können, 2/3 der Kritik der
AD kann ich teilen. Und dann driften sie schlicht ab, verlassen den Konsequenten Antinationalismus etc.

Sie blenden den Klassenkampf in Israel aus, sie blenden die Notwendigkeit der Sozialenfrage aus und vor allem denken sie schlicht Völkisch, da keine Differenzierung der Bewohner der Nationen erfolgt sondern ein Schwarz Weiß Schema in Reaktionäre und Progressive Staaten erfolgt.

Keine Antifa wird etwas dagegen haben das Leute auf die Strasse gehen und gegen die Wiederholung der Shoa/des Holocaust auf die Strasse gehen, ich halte diesen Kampf sogar für verpflichtend.
Dann tragt aber nicht die Nationalfahne als Zeichen der Solidarität, sondern z.b. wie in Prag geschehen den David Stern! Es gibt viele Juden die verfolgt werden und nichts vom Staat Israel wissen wollen, ebenso wie viele Israelis keinen Lust auf Israel haben.

Und haben sich die ADs schonmal gefragt wieso sie auf Seite der Rechten Falken in Israel sind, und klar gegen die Positionen der kommunistischen und anarchistischen Linke in Israel kämpfen?

für eine antinationale, antimilitaristische und vor allem libertäre Linke!

Pallor

Stumpf???????

ADHHLER 04.03.2008 - 17:11
Bei denn vielen Gemecker hier kann man mal wieder wunderbar feststellen, wie unreflektiert und Stumpf die Radikale Linke doch ist. Ich habe nicht ein Argument (sofern es überhaupt welche sind...) feststellen können das wirkliche Inhalt vertritt, die meisten zeigen nur stumpfes gepöbel und wie gesagt unreflektiertheit.
Wer die Israel Solidarität als solches Begreift das sie bedienungslos mit der alltäglichen Tagespolitik zusammenhängt hat nichts verstanden.
Israel Solidarität entspringt natürlich in erster Linie aus der Geschichte, Israel ist das reaktionäre Produkt der Shoa und bittet allen Juden auf der Welt einen Schutzraum vor der Weltweitern Barbarei.
Eine andere Association warum eine Solidarität mit Israel vielleicht garnicht so falsch ist, sind die Feinde Israels wie z. B ein Islamofaschistisches Antisemitisches Terrorregime wie der Iran, dass als Zielsetzung beinhaltet Israel mit Nuklearen Mittel zu leqidiren.
Desweiteren ist Israel der lebenswerteste und modernste Staat im Nahen Osten, im Gegensatz zu denn anderen Nahost Staaten ist Israel Fortschrittlich.

Also ich lesse hier nur "Israel ist Scheisse, weil das is auch ein Staat und da is auch Kapitalismus!" mit solch Stumpfen und Plumpen Parolen macht ihr euch allerhöchsten Lächerlich, anstatt das euch jemand wirklich ernst nimmt, setzt euch doch bitte etwas mehr mit der Israel Solidarität auseinander bevor ihr hier son unreflektierten Scheiss propagiert...


Sonst...Klasse Demo, Klasse Aufruf weiter soo!....
Lieber Grüsse aus Hamburg
Bei diesen Anlass vieleicht mal das hier, schaut mal vorbei:
 http://adzusammenschluss.blogspot.com/

Das war wohl nix

schade 04.03.2008 - 17:59

Leute, den Müll, den ihr hier als Dialektik ausgebt und
den ihr, offenbar unverstanden, bei Bahamas und co abgeschrieben
habt ist doch wohl nicht euer ernst...

Mal ehrlich: 150-200 Leute auf der Demo ist ein riesen Reinfall und ein
zeichen dafür, dass euer Konzept nichts ist.

Nichts gegen eine kritische Solidarität mit Israel, richtige
Kapitalismuskritik und Actions gegen Deutschland aber mit dem
Identitären Quatsch wird das mal gar nichts. Kritik und Praxis lassen
sich eben nicht trennen.

Und dass "Bad Weather" aus Hamburg sich freut, dass ihnen noch ein paar Leute
in der selbstgewählten Bedeutungslosigkeit beim selbstbespiegeln Gesellschaft leisten
ist doch auch wirklich kein Wunder.

Scheinbar ist das Problem im Pott schlichtweg, dass auf der einen (Antiimps)
wie auf der anderen Seite (Antid's) intelektuele und soziale Verwahrlosung
der Antrieb der radikalen Linken sind. Habt ihr nix besseres zu tun?

In anderen Regionen geht es doch auch besser.


ps: Warum Umsganze-Gruppen so einen wirren Mist, zumindest ideel unterstützen, versteh ich übrigens auch nicht.



lasst die israel fahnen zu haus!

Chaoze One 04.03.2008 - 18:09
Wir sind gegen jeden Staat und Israel is auch ein Staat! Also lasst die Israel Fahnen zu Hause des ist reine Provokation gegen viele Bevölkerungsgruppen! wir rennen doch auch nicht mit palästina Fahnen auf Demos! Also wenn ihr eine erfolgreiche und große Demo haben wollt dann lasst sowohl die antideutsche Mobilisierung als auch die antideutsche Ausführung der Demo! für eine vereinte antifaschistische Linke ohne Volksverherrlichung!
mit solidarischen grüßen

Equality

Defiance 04.03.2008 - 19:35
You fight Nationalism and fly the national flag of israel?! Bit confused which side ur on?
People get even anoyed by this and join the other side with such stupid behavior :\
Can't you see it. My god.

Being antifa means being for a world where all are equal. No need to be pro-one-state if all states are gone and everyone is equal!


DELETE ALS BORDERS! DELETE ALL NATIONS!
THE WORLD IS FROM US ALL!

War da...

selber... 05.03.2008 - 04:03
Als Antifaschist der alten Schule (der guten alten Zeit als es noch keine ADs gab) war ich auch dort. Hab euch zugesehen. Aber das war weder emanzipatorisch noch klassenkämpferisch noch sozialistisch. Das war eine sektiererische Propagandaveranstaltung für einen völkisch-rassistischen Staat. Mehr nicht.

Sowas verschreckt den Bürger mehr als jeder Steinwurf. Und auch wenn ihr denkt "f+++ die Bürger", hey aus "Einem werden Viele"!.

Lasst eure dummen Fahnen zuhause, denkt nochmal drüber nach was euer Sektierertum der Linken antut. Oder wollt ihr diese zerstören? Ich glaube schon...

Eine Freundin die auch da war meinte nur "Das sind Linke????"...

Danke schön...

Mit libertärem Gruß
Gullien

Unglaublich

ffm 05.03.2008 - 11:44
Süß, was soll das darstellen?
Ein Wanderzirkus der Autonomen Nationalisten Sektion Israel, wenn ich mich nicht irre?
Oder doch einfach nur deutsche Jungmänner auf ihrem identitären Trip, die den Judenstaat für ihre widerlichen Zwecke instrumentalisieren.....

Solidarität ist unsere Waffe

Demo gegen Kapitalismus 06.03.2008 - 00:39

Lionbridge Technologies in Polen entlässt Gewerkschafter

Lionbridge ist ein multinationales Unternehmen für Lokalisierungen und Übersetzungsservice mit Standorten in Europa, den Vereinigten Staaten, Indien und China. Im Dezember 2007 gründete sich eine neue basisdemokratische Gewerkschaft in der Firma. Ende Januar diesen Jahres gab sie sowohl ihre Gründung als auch die zuständigen Vertreter an den Arbeitsplätzen der Firma bekannt. Nur wenige Gewerkschaftsmitglieder wurden dem Management benannt. Die vertretende Gewerkschaft hat somit das Recht, jede/n ArbeiterIn in der Firma rechtlich zu verteidigen.

Am 12. Februar wurde der Gewerkschafter Jakub G. entlassen. Die
Entlassung kam kurz nach der Bekanntgabe der Existenz der Gewerkschaft.
Nach polnischem Arbeitsrecht genießt Jakub als gewählter Vertreter der
Gewerkschaft Kündigungsschutz.

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Einige Management-Vertreter reagierten negativ auf die Gründung der
Gewerkschaft. So erklärte Jakub, dass er gewarnt wurde, eine
Gewerkschaft würde der Kompetenz des Unternehmens schaden. Am 7.
Februar, vor einem Gewerkschaftstreffen, erhielt ein anderer
Gewerkschaftsvertreter einen Brief seitens des Managements mit der Bitte
um die Befürwortung von Jakubs Entlassung. In diesem Brief klagt ihn
Lionbridge an, er hätte Firmengeheimnisse verraten und vertrauliche
Informationen weitergegeben.

Ihm wurde vorgeworfen, das Firmenimage mit einem im Internet
veröffentlichtem Artikel zu beschädigen. Dafür gab es keinerlei Beweise
und tatsächlich hatte sich eine andere Person zu dem Artikel bekannt.
Der fragliche Text bezieht sich auf die Gründung der Gewerkschaft bei
Lionbridge in Polen, beschreibt die praktische Gewerkschaftsarbeit und
wurde ebenfalls in anderen Publikationen zitiert. Lionbridge unterstellt
die Veröffentlichung von vertraulichen Daten, obwohl der Inhalt des
Textes nachweislich auf Quellen im Internet verfügbarer Informationen
besteht.

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Die Gewerkschaft beantwortete den Brief vom 7. Februar mit dem Hinweis
auf keinerlei Beweislast und den Kündigungsschutz Jakubs. Die Firma
reagierte weder auf diese Antwort noch auf die eingereichten Beweise,
die Jakubs Unschuld bezeugen.

So hielt die Firma an ihren Plänen fest und entließ Jakub am 12.
Februar. Er klagt nun vor dem polnischen Arbeitsgericht und dem
Zivilgericht auf Wiedereinstellung gegen seinen früheren Arbeitgeber.

In Polen sind solche Fälle von Entlassungen in Missachtung des Gesetzes
sowie des Kündigungsschutzes von Gewerkschaftern üblich. Meistens
passieren sie nach einer Gewerkschaftsgründung. Es gibt Fälle, in denen
GewerkschafterInnen Entlassungen wegen "Schädigung des Unternehmens"
erfahren, weil sie Arbeitsbedingungen der Presse weiter gegebenen
hatten. Vor dem Arbeitsgericht sind solche Entlassungen nicht zulässig,
und die ArbeiterInnen werden wieder eingestellt. Dennoch haben die
Unternehmen es schaffen können, sie einige Monate vom Arbeitsplatz fern
zu halten.

Die ITUC hat dutzende dieser Fälle dokumentiert, auch die Entlassung
geschützter ArbeiterInnen. Dabei sind die "Weitergabe vertraulicher
Informationen" oder das "Handeln zum Schaden des Unternehmens" die
häufigsten Unterstellungen, um GewerkschafterInnen entlassen, die gerade
beginnen, Gewerkschaftsstrukturen aufzubauen.

Im aktuellen Fall wird die Klage gegen Lionbridge 3000 USD zuzüglich
2000 USD schon geleisteter Gerichts- und Anwaltkosten in Anspruch
nehmen. Sicherlich geht die Klage positiv für Jakub aus, aber sie kann
über ein Jahr dauern.

Deshalb sind jegliche Spenden erwünscht, Jakubs finanzielle Situation
ist zur Zeit schwierig. Nachdem der Fall gewonnen wurde, können die
Spenden zurückgezahlt werden. Bitte kontaktiert dazu info(at)zsp.net.pl,
um die Kontoverbindung zu erhalten.
Dieser Kontakt beantwortet ebenfalls für Fragen zur neu gegründeten
Gewerkschaft.

Informationen zu den Standorten von Lionbridge

Lionbridge hat zwei Standorte in Deutschland, die Unternehmenszentrale
befindet sich in den USA. Mehr dazu steht auf ihrer Homepage

Vorlagen für Protestfaxe an die Deutschen Standorte
Quelle: FAU Düsseldorf
mehr Infos: FAU-IAA

kommt ma runter

... 06.03.2008 - 00:52
Zu den Antideutsch = Faschisten vergleichen muss man sich ja eigentlich echt nicht mehr äußern... War selber auf der Demo und würde durchaus sagen das Kritik durchaus angebracht ist, die hier geäußerte jedoch meistens völlig am wesentlichen vorbeigeht. Wer noch immer nicht gecheckt hat, warum eine Antinationale Position die Solidarität mit Israel einschließen muss, solle sich doch einfach mal ausmalen was passieren würde, wenn Israels Armee auf einmal nicht mehr existieren würde. Wer das nicht versteht hat entweder keine ahnung von den Verhältnissen vor Ort (Wer sich wie die Hamas es in ihrer Charta tut explizit auf die "Protokolle der weisen von Zion" bezieht, mit dem fallen Verhandlungen halt etwas schwer) oder ist einfach Ignorant. Und: Das auch israel ein kapitalistisher Staat ist, würde wohl niemand bestreiten. Nur sollte spätestens seit dem Nationalsozialismus klar sein, das es schlimmeres gibt als den ohne zweifel mörderischen Kapitalismus. Kritik würde ich an der Demo nicht unbedingt inhaltlich üben, sondern in erster Linie für ihre Selbstbezogenheit. Keine Rede die sich nicht mit innerlinken Konflikten befasste, kein Flugblatt für Passanten etc. Abgesehen davon hat sich hier wohl auch gezeigt, wie schwierig es ist, eine demonstration durchzuführen die nicht auf irgend einen externen Anlass reagiert.

Antideutsche rechts liegen lassen!

Alte Schule 06.03.2008 - 10:17
Über ihre menschenverachtenden Ansichten hinaus scheinen die ADs nun auch noch komplett schizo geworden zu sein.
Gegen Nation, aber imperialistische Nationalfahnen schwenken.
Gegen Kapitalismus, aber dann behaupten, Managergehälter ständen in keiner Verbindung zu denen der Arbeiter. Wahrscheinlich leben wir schon im Kommunismus, und habens bloß bisher einfach nicht gemerkt.^^
Dann noch Pro-Kriegs-Embleme dabei und ein Panzer auf dem Flyer, aber wenn sie mal einen auf die Nase kriegen monatelang die Scene mit ihrem Rumgeheule nerven.
Meiner Meinung nach bestenfalls zur Unterhaltung gut, wie die Zeitschrift Titanic, aber langsam habe ich genug gelacht.

schade um die zeit un d das fahrgeld

lassmerdas!!! 06.03.2008 - 21:45
ich war auf der demo - aufruf gegen volk, staat und kapitalismus ... angesichts der israel-lobhudelei hab ich die veranstaltung denn vor ende verlassen ..... kapitalismuskritische, herrschaftskritische töne konnte ich auch nicht vernehmen .... sorry leute, das war wohl nix.
fazit: tut mir leid um die zeit, die ich anders hätte nutzen können, die 23 € fürs nrw-ticket hätte ich sinnvoller verbrutzeln können