Zug der Erinnerung in Wuppertal
Zug der Erinnerung
Der Zug der Erinnerung besteht aus mehreren Waggons, in denen die Geschichte der europäischen Deportationen in beispielhaften Biografien nacherzählt wird. Schwerpunkt der Ausstellung ist das Deportationsgeschehen in Deutschland: die Zustellung der Deportationsbescheide, das Herrichten und Verlassen der Wohnungen, der Weg zu den Sammellagern und von dort am helllichten Tag durch die Dörfer und Städte zu den wartenden Zügen.
In einem eigenen Ausstellungsbereich werden mehrere Täter der unterschiedlichen Funktionebenen vorgestellt: Vom Reichsverkehrsministerium über die SS bis hin zu den Logistikplanern der Reichsbahn, die für den Transport der todgeweihten Kinder und Jugendlichen in die Vernichtungslager sorgten. Mehrere dieser Spezialisten setzten ihre Bahnkarrieren in der Nachkriegszeit fort.
Trotz zahlreicher Proteste belegt die Deutsche Bahn AG den 'Zug der Erinnerung' erneut mit hohen Gebühren. Der Zug fährt mit einer Ausstellung über die 'Reichsbahn'- Deportationen zur Gedenkstätte Auschwitz und hat bisher an 27 Bahnhöfen gehalten. Für die Aufenthalte, bei denen der deportierten Kinder und Jugendlichen gedacht wird, legt die Bahn AG jetzt Rechnungen vor. Darin wird jede Minute des Gedenkens an die NS-Opfer in Listen erfaßt. Die Bepreisung erfolgt stundenweise. Je nach Bedeutung des Bahnsteigs, auf dem der „Zug der Erinnerung“ Lebenszeugnisse der Deportierten sammelt, kostet das Gedenken mal 225 Euro, mal 450 Euro pro Tag. Auf kleineren Bahnsteigen gewährt die Bahn AG einen Preisnachlaß, auf größeren Umschlagplätzen der früheren Massendeportationen muß mehr gezahlt werden (Anlagen). Insgesamt handelt es sich um Beträge von mehreren zehntausend Euro.
Weitere Summen in fünfstelliger Höhe will die Bahn AG für die Nutzung des Schienennetzes auf dem Weg zur Gedenkstätte Auschwitz einziehen: im Durchschnitt 3,50 Euro pro Kilometer. Da der 'Zug der Erinnerung' über 6.000 Kilometer zurück legt, ist mit etwa 25 Tausend Euro zu rechnen. Der absehbare Gesamtbetrag, den die DB AG für die Erinnerungsarbeit deutscher Bürgerinitiativen fordert, steigt inzwischen auf über 70 Tausend Euro.
Die Initiativen finanzieren den 'Zug der Erinnerung' durch Spenden. Insgesamt 85.000 Besucher haben bisher dazu beigetragen.

weitere Stationen
Leverkusen - 29. Februar bis 1. März im Bahnhof Leverkusen-Opladen
Aachen - 2. März bis 4. März im Hauptbahnhof
Siegen - 5. März bis 6. März im Bahnhof
Wiehl - 7. März bis 8. März im Bahnhof
Düsseldorf - 9. bis 12. März im Hauptbahnhof
Köln - 13. bis 15. März im Hauptbahnhof
Hamburg - 24. bis 29. März im Hauptbahnhof
Bremen - 31. März bis 3. April
Cuxhaven - 4. bis 5. April im Hauptbahnhof
Rotenburg (Wümme) - 6. April im Bahnhof
Kiel - 7. bis 9. April im Hauptbahnhof
Berlin - 13.-22. April (weitere Informationen bei zugnachberlin.de)
Anschliessend:
Anfahrt Brandenburg, Dresden, Bautzen, Görlitz/Grenze Ende April.
Ankunft Gedenkstätte Auschwitz Anfang Mai 2008
Gedenken unerwünscht?

Abends fand in der Schalterhalle im Wuppertaler Hauptbahnhof eine Mahnwache statt. Um 18 Uhr versammelten sich rund 30 Menschen um den deportierten Kindern und Jugendlichen zu gedenken.Eine Gedenktafel, auf der sich Namen von Kindern und Jugendlichen aus Wuppertal - die zwischen 1940 und 1944 in die Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt wurden - befanden, wurde in der Schalterhalle angebracht.
Ein Redner wies zudem auf die besondere Rolle von Wuppertal hin.
Die sich direkt am Hauptbahnhof befindliche Reichsbahndirekton Elberfeld, war für die Bereitstellung der Deportationszüge und der Durchführung der Deportationen zentral verantwortlich. Am Gebäude befindet sich bis heute noch kein Zeichen der Erinnerung. Außerdem war einer der Verantwortlichen für die Deportationen, der Wuppertaler Julius Dorpmüller, er war der zuständige Reichsverkehrsminister, nur durch die Logistik der Reichsbahn konnten die Deportationszüge in die Vernichtungslager rollen.
Nachdem die alle Flugblätter verteilt wurden, löste sich die Mahnwache auf.
Ein paar Stunden später war die angebrachte Gedenktafel schon nicht zu mehr zu sehen. Vermutlich wurde sie durch Bahn AG Mitarbeiter_innen abgerissen und mit den aufgestellten Blumen und Kerzen entsorgt. Schon 2005 war ein Redner, der auf einer Gedenkveranstaltung im Wuppertaler Hauptbahnhof die Namen der Deportierten verlesen hatte, zu einer Geldstrafe verurteilt, da die Deutsche Bahn AG kein öffentliches Erinnern im Bahnhof zulassen wollte.

Dokumentation des Flugblattes
Nichts und Niemand ist vergessen
Vom 26.2. bis zum 28.2. wird der „Zug der Erinnerung“ in Wuppertal-Oberbarmen Station machen. In ihm ist eine Ausstellung zu sehen, die an das Schicksal der während des Nationalsozialismus von der Reichsbahn deportierten jüdischen Kinder und Jugendlichen erinnert. Der Zug macht in vielen deutschen Bahnhöfen Halt und wird nach über 6.000 Kilometern am 8. Mai im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz seine Fahrt beenden. Über 100.000 Besucher_innen, darunter viele Schüler_innen, zeigen, wie gut das Projekt angenommen wird.
Bis die Ausstellung gezeigt werden konnte, musste jedoch manch Hürde genommen werden. Die Deutsche Bahn, Rechtsnachfolger der Reichsbahn und dadurch Profiteur der Deportationen, dachte gar nicht daran, ein solches Projekt zu unterstützen. Für jede Stunde, die der Zug in einem Bahnhof steht, für jeden Kilometer, den der Zug fährt, müssen die Ausstellungsinitiator_innen an die DB Geld zahlen. Die Kosten werden sich am Ende auf mehrere 10.000 Euro summieren. Vorher weigerte die DB sich sogar, die Ausstellung überhaupt zu zeigen und so ein Gedenken zu ermöglichen. So wurde 2005 ein Redner, der auf einer Gedenkveranstaltung im Wuppertaler Hauptbahnhof die Namen der Deportierten verlesen hatte, zu einer Geldstrafe verurteilt, da die Bahn kein öffentliches Erinnern im Bahnhof zulassen wollte.
Dass der Zug nun fahren kann, ist erst nach massiven Protesten aus dem In- und Ausland möglich geworden.
In Wuppertal müssen wir uns zudem einer besonderen historischen Verantwortung stellen:
Einer der Verantwortlichen für die reibungslosen Deportationen war der Wuppertaler Julius Dorpmüller. Er war der zuständige Reichsverkehrsminister. Nur durch die Logistik der Reichsbahn konnten die Deportationszüge in die Vernichtungslager rollen. Nach Julius Dorpmüller war bis in die 90iger Jahre sogar noch eine Strasse in der Südstadt benannt. Zentral verantwortlich für die Bereitstellung der Deportationszüge und die Durchführung der Deportationen war die Reichsbahndirektion in Elberfeld direkt am Hauptbahnhof. Sie hat auch die Rechnungen für die Todeszüge ausgestellt und kräftig verdient.
Auch am Gebäude der ehemaligen Reichsbahndirektion fehlt immer noch ein Erinnerungszeichen für die in Verantwortung der Reichsbahndirektion Elberfeld nach Auschwitz, Belzec und Sobibor Deportierten. Die vorhandene Hinweistafel preist bisher ausschließlich den technischen Fortschritt.
Die Profitmacherei am Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus muss aufhören!
Das Verkehrsministerium, als staatliches Erbe des Reichsverkehrsministeriums, sowie die Bahn, als Nachfolger der Reichsbahn müssen sich endlich ihrer Verantwortung stellen und dürfen nicht noch ein zweites Mal Geld an den Opfern verdienen! Entschädigung sofort!
Heute Abend werden wir mit einer Mahnwache im Wuppertaler Hauptbahnhof an die Deportierten erinnern, unseren Protest gegen das skandalöse Verhalten des Verkehrsministeriums und der DB zum Ausdruck bringen und unsere Forderung nach einer Gedenktafel an der ehemaligen Reichsbahndirektion in die Öffentlichkeit tragen. Treffpunkt hierzu ist um 18.00 in der Schalterhalle.
weitere Informationen unter http://www.zug-der-erinnerung.eu
Schüler_innen gegen das Vergessen, Antifaschistische Initative
Weitere Impressionen



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Ergänzungen
Interessante Begleitveranstaltung
Beginn: 19.00 Uhr
"Die vorliegende Liste ist zu berichtigen..."
Die Deportationen aus Wuppertal 1941 und 1942
Anlässlich der Ausstellung "Zug der Erinnerung", die vom 26. bis zum 28. Februar 2008 im Wuppertaler Bahnhof Oberbarmen, Glais 1 zu sehen sein wird, hält Dr. Ulrike Schrader einen Vortrag über die Deportationen der 799 jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die im Herbst 1941 und im Frühjahr und Sommer 1942 vom Bahnhof Steinbeck ihren Ausgang nahmen.
Das Bild zeigt Eleonore Besen, geboren am 21.2.1933 in Elberfeld, die mit ihrer Familie in der Calvinstraße 23 lebte. Am 26. Oktober 1941 wurde sie mit ihren Eltern Josefina und Max in das Ghetto von Lodz deportiert.
Veranstaltungsort: DGB, Grünstraße 8
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
frage — Quentin
@Quentin: Selber mal was machen! — Deserteur
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