Randale in Guatemala/Polizisten als Geisel
Zu schweren Ausschreitungen kam es im guatemaltekischen Departement Sololá. Demonstranten zündeten in der gleichnamigen Kreishauptstadt mindestens vier Häuser (Foto), etliche Autos und Motorräder an. Die Polizei wurde mit Steinen und Schlagstöcken angegriffen und antwortete mit Trängengasgranaten. Es gab viele Verletzte auf beiden Seiten. Die Polizei nahm 13 Demonstranten fest, die aber nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuss gesetzt wurden. Den Ausschreitungen ging eine Demo von rund 10.000 Indigenas voran, die von Staatsanwaltschaft, Justiz und Polizei ein härteres Durchgreifen gegen Straftäter forderten. An der Karibikküste nahmen derweil in dem Küstenort Livingston rund 1.500 Bauern 29 Polizisten als Geisel und drohten sie hinzurichten. Die Beamten sollen übereifrig einen Bauernführer verhaftet haben.
Die Polizei in Guatemala hat derzeit keinen einfachen Stand. Im guatemaltekischen Hochland lieferten sind Indigenas Strassenschlachten mit der Staatsmacht, zündeten in Sololá mehre Häuser und Autos an, in der Hauptstadt Guatemala-Stadt empörten sich Taxifahrer über drei angebrachte Radkrallen so, dass sie Strassen blockierten und zwei Verkehrspolizisten als Geisel nahmen, um mit der Stadtverwaltung Verhandlungen über die Geldbussen zu erzwingen und in dem malerischen Karibikort Lívingston mussten gleich 29 Polizisten um ihre Leben bangen.
Dort stürmten rund 1.500 Kleinbauern die Polizeiwache, zertörten einen Streifenwagen (Foto 2)entwaffneten die Polizisten, nahmen 29 Beamte als Geisel, legten ihnen Handschellen an und führten sie an den Strand. Hier wurden sie auf Kanus und kleine Boote gebracht und in einer dreistündigen Schiffsfahrt in den kleinen Weiler Creek Maya, nahe der Grenze zu Belize, gebracht. Dieser Ort ist nur auf dem Seewege zu erreichen.
Nach Angaben der Presse wurden die Geisel in die dortige Schule gebracht (Foto 3), bekamen etwas zu Essen und wurden nicht geschlagen.
Allerdings drohte man, die Polizisten nach und nach hinzurichten, sollte der seit 14. Februar inhaftierte Bauernführer Ramiro Choc nicht umgehend aus der Haft freikommen. Bereits am Tag der Verhaftung hatten aufgebrachte Campesinos die Friedensrichterin von Lívingston Gilda Amaya Chiroy, einen Polizisten und zwei Umweltschützer als Geisel genommen. Die kamen zwar wieder frei, doch leider nicht Bauernsprecher Ramiro Choc. Am Donnerstag wurden dann eben 29 Polizisten in Geiselhaft genommen, darunter auch der Polizeichef der Hafenstadt Puerto Barios, sowie vier weitere hochrangige Polizisten.
Bis in die Morgenstunden des Freitags verhandelte das Innenministerium um die Freilassung - vergeblich. Den ganzen Tag über wurde dann bis in die Nacht hinein unter der Federführung des Menschenrechtsbüros weiterverhandelt. Vor wenigen Stunden kam es dann zu einer Verhandlungslösung. Die Regierung sicherte zu, dass der Bauernführer der linksradikalen Organisation CONIC möglichst bald freigelassen wird, die besetzten Gelände legalisiert werden und es Umweltschutzgruppen verboten ist, in der Region zu arbeiten. Letzteres deshalb, weil die besetzten Länderein in einem einzigartigen Naturschutzgebiet liegen.
Noch in der Nacht zum Samstag wurden die 29 Geisel freigelassen. Ihnen wurde ein ärztlicher Check verodnet. Ueber den Verbleib der von den Bauern "beschlagnahmten" Waffen ist nichts bekannt.
Dort stürmten rund 1.500 Kleinbauern die Polizeiwache, zertörten einen Streifenwagen (Foto 2)entwaffneten die Polizisten, nahmen 29 Beamte als Geisel, legten ihnen Handschellen an und führten sie an den Strand. Hier wurden sie auf Kanus und kleine Boote gebracht und in einer dreistündigen Schiffsfahrt in den kleinen Weiler Creek Maya, nahe der Grenze zu Belize, gebracht. Dieser Ort ist nur auf dem Seewege zu erreichen.
Nach Angaben der Presse wurden die Geisel in die dortige Schule gebracht (Foto 3), bekamen etwas zu Essen und wurden nicht geschlagen.
Allerdings drohte man, die Polizisten nach und nach hinzurichten, sollte der seit 14. Februar inhaftierte Bauernführer Ramiro Choc nicht umgehend aus der Haft freikommen. Bereits am Tag der Verhaftung hatten aufgebrachte Campesinos die Friedensrichterin von Lívingston Gilda Amaya Chiroy, einen Polizisten und zwei Umweltschützer als Geisel genommen. Die kamen zwar wieder frei, doch leider nicht Bauernsprecher Ramiro Choc. Am Donnerstag wurden dann eben 29 Polizisten in Geiselhaft genommen, darunter auch der Polizeichef der Hafenstadt Puerto Barios, sowie vier weitere hochrangige Polizisten.
Bis in die Morgenstunden des Freitags verhandelte das Innenministerium um die Freilassung - vergeblich. Den ganzen Tag über wurde dann bis in die Nacht hinein unter der Federführung des Menschenrechtsbüros weiterverhandelt. Vor wenigen Stunden kam es dann zu einer Verhandlungslösung. Die Regierung sicherte zu, dass der Bauernführer der linksradikalen Organisation CONIC möglichst bald freigelassen wird, die besetzten Gelände legalisiert werden und es Umweltschutzgruppen verboten ist, in der Region zu arbeiten. Letzteres deshalb, weil die besetzten Länderein in einem einzigartigen Naturschutzgebiet liegen.
Noch in der Nacht zum Samstag wurden die 29 Geisel freigelassen. Ihnen wurde ein ärztlicher Check verodnet. Ueber den Verbleib der von den Bauern "beschlagnahmten" Waffen ist nichts bekannt.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Umweltschutzgruppen versus Bauern
In Guatemala werden deshalb immer wieder Umweltschuetzer umgebracht oder "verschwinden" spurlos.
Kontext
umweltschutzt statt menschenleben???
ueber 80% leben unter der armutsgrenze, 60 der kinder sind kritisch unterernaehrt, 40% sterben vor ihren 6. lebensjahr.
fuer mich ist es verstaendlich das indigenas land besetzen um ihr korn anzubauen, auch wenn dabei einzigartige flora dran glauben muss, die menschen hier haben keine andere wahl.
fuer mich ist es ein bisschen naiv die natur auf kosten der aermsten schuetzen zu wollen, da tausende verrecken wuerden, wuerden sie sich nicht irgendwo niederlassen wo sie ihr land bewirtschafften koenn. viele organisierte indigenas die land von grossgrundbesitzern oder dem staat besetzen werden abgemetzelt, sie haben keine andere wahl!
bevor mensch sich dem umweltschutz annimmt sollten erstma die sozialen probleme geloesst sein.
das groesste umweltproblem sind die industriestaaten und die multies, die indigenas spielen eine weit aus kleinere rolle (die sind schon mehrere huntert jahre hier und es gibt immernoch natur). der plan peubla pananma, nafta und cafta sind die eigentlichen probleme. es sind riesenautobahnen und megastaudaemme in planung die wit aus mehr natur vernichten werden und zudem viele menschenleben kosten.
tierra y libertad!
solidaridat con lxs campesinxs en lucha!!!
Umweltschutz ist Menschenschutz!
subventionierte “Biokraftstoffe”. Da wäre es eigentlich nahe liegender, die Flächen der alten Kolonialherren an die Indigenas zu überführen, als die wenigen ursprünglichen Landschaften Guatemalas zu zerstören. Es gibt nichts unsozialeres als eine zerstörte Umwelt, wir sind dabei die Grundlage für zukünftige Generationen zu entziehen.
“Biogasanlagen” und “Biodiesel” tragen keinem Millimeter zu einer besseren Zukunft bei, im Gegenteil, sie beschleunigen die Vernichtung und vergrößern das Hungerleid. Aber von witschaftsliberalen Umweltschützern (paradoxer geht es nicht) und Regierungen wird uns der ganze Kram als Wunderwaffe verkauft.
Aber Verarschung und Desinformation hat ja Hochkonjunktur, ich würde sogar von einer Hyperinflation sprechen. Aktuelles Beispiel ist der H1N1-Genshiftmutant (strain similar to A/Brisbane/59/2007), der in diesem Moment weltweit Millionen Menschen ans Bett fesselt. Aber wenn alles auf Lügen aufgebaut ist, wer interessiert sich da schon für eine Lüge mehr oder weniger.
Regierung zieht Polizei ab
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
umweltschutzgruppen — ?
Straftäter??? — Straftäter
gawalt — erzeugt gegengewalt
mhm — mhmmhm
Was haben Solola und Livingston gemeinsam? — Szenenkundiger
G8-rache — alerta antifascista