Türkei greift Südkurdistan an // Proteste

Internationalist 22.02.2008 11:52
Gestern Abend hat die türkische Armee ihre seit Mitte letzten Jahres geplante Bodenoffensive gegen Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK begonnen. Über 10 000 Soldaten haben die türkische Grenze überschritten und sind inzwischen - nach türkischen Angaben - schon 10 km in den Irak vorgedrungen. Zwar wird behauptet die Aktionen richten sich lediglich gegen die angeblichen "Terroristen" der linken kurdische Unabhänigkeitsbewegung, jedoch ist davon auszugehen das auch kurdische Bergbauern von den militärischen Aktionen massiv betroffen sein werden. Die imperialistische Politik der Türkischen Republik ist trotz aller gegenteiligen Verlautbarungen auch gegen die Autonomiebestrebungen der nordirakischen Kurden gerichtet. Unterstützt wird die Türkei bei ihrem Vorgehen von den USA, Israel und der Europäischen Union. Auch wenn sich die USA jetzt von den Aktionen distanzieren, sind sie erst durch ihre Geheimdienstinformationen und Billigung möglich geworden. Die kurdische Guerilla HPG (Volksverteidigungskräfte) hat der türkischen Armee herbe Verluste angekündigt und hat sogenannte "Dorfschützer" (kurdische Söldner im Dienste der türkischen Armee) davor gewarnt sich an militärischen Aktionen zu beteiligen. In den nächsten Tagen werden in ganz Deutschland Protestaktionen der linken kurdischen Befreiungsbewegung erwartet. Bitte haltet die Augen offen und beteiligt euch an solchen Aktionen.

Der Kampf um Befreiung ist International!
Wenn konkrete Protestaktionen, Kundgebungen und Demonstrationen bekannt werden, bitte hier ergänzen

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Medienberichte:

junge Welt:
 http://www.jungewelt.de/2008/02-22/027.php

Informationsstelle Kurdistan:
 http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/

HPG (Seite der Guerilla):
 http://www.hpg-online.net/ger/

Netzzeitung:
 http://www.netzeitung.de/politik/ausland/910297.html

Welt:
 http://www.welt.de/politik/article1708458/Tuerkei_beginnt_Bodenoffensive_gegen_die_PKK.html

Spiegel:
 http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,536999,00.html
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Ergänzungen

PKK meldet heftige Gefechte

Internationalist 22.02.2008 - 15:23
Die kurdische Arbeiterpartei PKK meldet das es in der nähe der Zagros Berge zu ersten heftigen Gefechten zwischen türkischen Truppen und der kurdischen Guerilla gekommen ist. Auch erste Tote soll es geben.

Spiegel:
 http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,537153,00.html

Gefechte

tekoshin 22.02.2008 - 16:04
Als die türkische Armee versuchte den Ciya Res zu überwinden kam es zu heftigen Gefechten mit der Guerilla der PKK. Laut der HPG Nachrichten gibt es 22 gefallene Soldaten und viele Verletzte auf türkischer Seite.

Weiterhin verlautet die HPG das es auf Grund der Bombardierung zu Luft durch F-16 Kampfjets bisher zu keinen Verlusten gekommen ist.

Die Gefechte in Xakurke dauern an.

Desweiteren sind kleine Kommandos der US-Streitkräfte in die Einheiten der Peschmerger (der kurdischen Autonomie Zone) mit eingegliedert worden. Folgende Stützpunkte sind betroffen: Zaxo,Dohuk,Amedi,Siladizi und Bamerni.

Soldat, kehre zurück, sage Nein zum Krieg!

Friedenaktivist 22.02.2008 - 16:10
Pressemiteilung des "Europäischen Friedensrats Türkei"

Die Initiatoren des sich in Gründung befindenden »Europäischen Friedensrats Türkei« haben sich mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt. Sie wenden sich gegen die Großoffensive der türkischen Armee und fordern den sofortigen Rückzug der türkischen Streitkräfte aus dem Nordirak. Der Aufruf hat folgenden Wortlaut:


Soldat, kehre zurück, sage Nein zum Krieg!


Als Initiatoren des »Europäischen Friedensrats Türkei« verfolgen wir die gestern Abend (22. Februar 2008) begonnene Großoffensive der türkischen Streitkräfte in Nordirak mit großer Besorgnis. Diese Operation werten wir als einen militaristischen Schritt, der die friedliche Zukunft der Völker in dieser Region gefährdet und durchaus Potentiale der weiteren Eskalation in sich trägt.

Begleitet von intensiven Bombardierungen und durchgeführt mit mehr als Zehntausend Soldaten wird auch diese Operation, wie die vorhergegangenen, nur den Konflikt verschärfen. Die Kurdenfrage, die seit Jahrzehnten innerhalb der türkischen Grenzen nicht zur Lösung gebracht werden konnte, mit grenzüberschreitenden Operationen, kriegerischen Handlungen und militärischer Gewalt lösen zu wollen, kann das Land und die benachbarten Länder in einen blutigen Krieg stürzen. Die türkischen Entscheidungsträger sind scheinbar gewillt, diesen Konflikt für ihr Ziel, eine militärische Regionalmacht zu werden, zu nutzen.

Als Initiatoren des »Europäischen Friedensrats Türkei« sind wir der festen Überzeugung, dass die Kurdenfrage nicht mit Krieg und Gewalt, sondern mit demokratischen Mitteln und Gewährleistung der Freiheitsrechte gelöst werden kann. Mit dieser Überzeugung rufen wir die demokratische Weltöffentlichkeit und die Gesellschaft der Türkei auf, der Desinformation und Kriegspropaganda keinen Glauben zu schenken und sich für die Beendigung der Großoffensive und Rückzug der türkischen Streitkräfte einzusetzen.

Wir wenden uns an die Angehörigen der türkischen Armee: Soldat, kehre zurück, sage Nein zum Krieg! Beteilige dich nicht an diesem Unrecht! Mitglieder des türkischen Parlaments, wir fordern Sie auf: Nehmen Sie Ihren Mandat ernst! Im Namen derer, die Sie vertreten: setzen Sie sich für den Vorrang der parlamentarischen Demokratie ein und zeigen Sie Mut für Schritte, die für die Lösung der Probleme friedliche, zivile und demokratische Voraussetzungen schaffen! Völker der Türkei: Steht auf für eine echte Demokratie, für soziale Gerechtigkeit und gegen den Krieg!

Frieden, jetzt sofort!



22. Februar 2008

Für das Initiatorenkreis des Europäischen Friedensrats Türkei
Günay Aslan, Murat Çakir

dorfschützer

tekoshin 22.02.2008 - 16:56
Im Gebiet Beytüssebap wurden 60 Dorfschützer verhaftet. Sie hatten sich geweigert an der Bodenoffensive der türkischen Armee teilzunehmen.

Türkei USA Europa: Faschisten

schlag zu 22.02.2008 - 17:02
Rund 10.000 Soldaten seien an der Aktion beteiligt, meldeten die Fernsehsender CNN-Türk und NTV. Nach Angaben des Generalstabs in Ankara begann die Offensive bereits am Donnerstagabend, nachdem die türkische Luftwaffe und Artillerie den Einmarsch der Bodentruppen vorbereitet hatten.

Die Aktion richte sich einzig gegen die verbotene Arbeitspartei Kurdistans (PKK), und nicht gegen die nordirakischen Kurden, betonte der Generalstab. Die türkischen Soldaten sollten nach Erfüllung ihres Auftrags "so bald wie möglich" wieder in die Türkei zurückkehren.

Die türkische Armee hatte seit dem vergangenen Herbst bereits mehrmals mit Flugzeugen und Artillerie die Stellungen der PKK im Norden Iraks angegriffen; auch einen kleineren Einsatz von Bodentruppen gab es bereits.

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Die jetzt angelaufene Offensive ist aber wesentlich umfangreicher als die bisherigen Aktionen. Die USA und die irakische Regierung seien informiert worden, meldete das Fernsehen. Der Generalstab will sich am Nachmittag äußern.



In Berlin bitte Türkisches Konsulat Rungestr. 9, 10179 Berlin
Tel: +49(30) 27 58 50
Fax : +49(30) 27 59 09 15
e-mail:  info@tuerkischebotschaft.de

besetzten! Danke







Demo in Berlin

Canroz Dersimij 23.02.2008 - 21:19
Angemeldete Demonstration in Berlin gegen den Einmarsch der türkischen Armee:

Datum: Mittwoch, 27.02.08
Zeit: 16 Uhr
Auftaktsort: Kottbusser Tor
Abschlussort: Türkische Botschaft (nähe Ubhf. Heinrich-Heine-Straße)

Kriegsberichterstattung

Canroz Dersimij 23.02.2008 - 22:20
Die Volksverteidigungskräfte (HPG) haben in der Nähe des Dorfes Hore, welches dem Gebiet Çemço angehört, einen Kobra-Hubschrauber abgeschossen.

Es ist bekannt gegeben worden, dass in dem Gebiet Zap, in dem die türkische Armee ihre Operationen durchführt bei Gefechten zwischen den HPG und der türkischen Armee ein Kobra-Hubschrauber abgeschossen wurde.

HPG-nahe Quellen berichten, dass in der Nähe des Dorfes Hore, welches dem Gebiet Çemço angehört, ein Kobra-Hubschrauber abgeschossen wurde.

ANF NEWS AGENCY

Kriegsberichterstattung

Canroz Dersimij 24.02.2008 - 19:14
Unautorisierte Übersetzung:

ANKARA – Der Generalstab des türkischen Militärs hat bei seiner öffentlichen Erklärung den Verlust eines Hubschraubers anerkannt. In der Erklärung hieß es: „Ein Hubschrauber ist in einem Gebiet an der Grenze aus ungeklärten Gründen abhanden gekommen“.
Der Generalstab gab bekannt, dass bei den ganztägigen Gefechten während der grenzüberschreitenden Operationen ein Hubschrauber zerstört wurde und 8 Soldaten ums Leben gekommen seien. Die Volksverteidigungskräfte (HPG) gaben bereits bei ihrer gestrigen Erklärung bekannt, dass sie in der Nähe des Dorfes „Hore“ einen Hubschrauber abgeschossen haben.

ANF NEWS AGENCY

Demoaufruf

Canroz Dersimij 26.02.2008 - 11:03
Medieninformation des Kurdistan-Solidaritätskomitees Berlin

Stoppt den Krieg in Kurdistan!
Demonstration Mittwoch 27. Februar 16 Uhr Kottbusser Tort Berlin

Aus Anlass des türkischen Überfalls auf Südkurdistan (Nordirak) rufen Kurdische Vereine aus Berlin und das Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin am Mittwoch 27.Februar zu einer Demonstration auf. Die Demonstration beginnt um 16 Uhr am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg und führt zum türkischen Konsulat in der Rungestrasse.

Seit Donnerstag sind 10.000 türkische Soldaten in den kurdischen Nordirak einmarschiert. Kampfflugzeuge haben bereits mehrere Dörfer und Brücken zerstört. Dutzende Menschen wurden getötet. Offiziell gilt der Einmarsch Guerillakämpfern der Arbeiterpartei Kurdistans, doch offenbar soll gleichzeitig die Kurdische Regionalregierung des Autonomiegebietes unter Druck gesetzt werden, auf ihre Ansprüche auf die Erdölstadt Kirkuk zu verzichten. Die USA unterstützten den völkerrechtswidrigen Überfall der Türkei auf das Nachbarland mit Aufklärungsflugzeugen, US-Hubschrauber fliegen verwundete türkische Soldaten aus.

Auch Deutschland ist Kriegspartei. Türkische Fernsehbilder beweise, dass der Großteil im Nordirak eingesetzten türkischen Militärtechnik aus deutscher Lieferung stammt: Leopard Panzer, Mercedes--LKW, G3-Gewehre. Ohne die deutsche Militärhilfe für den türkischen NATO-Partner wäre dieser Krieg so nicht möglich. Während die deutsche Regierung zur Unterdrückung des kurdischen Volkes in der Türkei und dem Überfall auf den Nordirak weitgehend schweigt, verfolgt sie mit dem PKK-Verbot kurdische Politikerinnen und Politiker in Deutschland.

Das Kurdistan-Solidaritätskomitee fordert:

Türkei und USA raus aus Kurdistan! Für das Selbstbestimmungsrecht des kurdischen Volkes!
Deutsche Panzer raus aus Kurdistan! Stoppt die Waffenlieferungen an die Türkei!
Aufhebung des PKK-Verbots!


Koordinierungsrat des Kurdistan-Solidaritätskomitees Berlin

Kontakt:
E-Mail:  kurdistansolikom@gmx.de oder über Handy: 0151-56618652

Demobericht

Canroz Dersimij 27.02.2008 - 20:42
Es haben ca. 1500 Personen an der Demonstration teilgenommen. Die hohe Anzahl der Fahnen und die vielen und lauten Parolen, die gerufen wurden, sorgten für eine kämpferische Stimmung. Die Anlage war auch besser als letztes Mal. Das Polizeiaufgebot war wieder enorm. Die Polizisten waren sehr aggressiv und provokativ.*
Am Ende der Demonstration wurden die Personalien eines Redners verhaftet, weil er den Fakt, dass Erdogan ein Kindermörder ist, am Mikrofon zum Ausdruck brachte. Ansonsten sind mir keine Zwischenfälle bekannt.

* Ein Polizist meinte zu seinen Kollegen: „Wenn wir in Istanbul für Adolf Hitler demonstrieren würden, würden sie uns doch alle erschießen. Hier können terroristische Vereinigungen demonstrieren. Das kann doch nicht sein.“ Dies sagte er bewusst laut und deutlich vor vielen Jugendlichen, um so eine Eskalation zu bewirken, aber sein Versuch scheiterte, da sich die Demonstrant/innen nicht provozieren ließen. Damit verglich der Polizist Abdullah Öcalan, den Vorsitzenden einer politischen Bewegung, die für elementare kulturelle und politische Rechte eines Volkes kämpft, mit dem Vorsitzenden einer Bewegung, die 6 Mio. Menschen auf Grund ihrer Religion, Ethnizität und politischen Ansichten vergaste und viele Völker durch Eroberungskriege knechtete. Weiterhin behauptete der vermutliche Hitler-Sympathisant, dass die PKK „menschenverachtend“ sei.
Dass er über das kurdische Volk und seine Bewegung (die PKK) urteilt, ohne einen blassen Schimmer zu haben, stellte er dadurch unter Beweis, dass er davon ausgeht, dass die PKK in Istanbul über eine Genehmigung einer deutschen „Adolf-Hitler-Demonstration“ entscheidet.

Demobericht

Canroz Dersimij 27.02.2008 - 21:27

Medieninfo

Canroz Dersimij 28.02.2008 - 16:16
Medieninformation des Kurdistan-Solidaritätskomitees Berlin

Kämpferische Demonstration gegen Krieg in Kurdistan
Redner des Kurdistan-Solidaritätskomitees wegen „Beleidigung“ des türkischen Präsidenten festgenommen


Rund 1500 Menschen haben am Mittwochabend in Berlin-Kreuzberg in einer kämpferischen Demonstration gegen den Überfall der türkischen Armee auf Südkurdistan (Nordirak) demonstriert. Unter den Demonstranten waren neben Kurdinnen und Kurden auch Mitglieder deutscher und türkischer sozialistischer und antifaschistischer Vereinigungen. Kundgebungsredner klagten die Bundesregierung der Beihilfe zu diesem völkerrechtswidrigen Krieg an, da auch zahlreiche Waffen aus deutscher Militärhilfe zum Einsatz kommen.

Die Polizei trat von Anfang an sehr aggressiv auf und drohte mehrfach, die Demonstration zu stoppen, weil angeblich Parolen zugunsten des in der Türkei inhaftierten kurdischen Politikers Abdullah Öcalan gerufen wurden. Für das Kurdistan-Solidaritätskomitee zeigt dies erneut die Notwendigkeit, endlich das PKK-Verbot in Deutschland aufzuheben.

Zum Ende der Demonstration sperrten Polizisten in voller Kampfmontur die Straße zum angemeldeten Ort der Abschlusskundgebung in Sichtweite der türkischen Botschaft an der Rungestraße. Als Begründung wurde angegeben, die Demonstranten hätten in Sprechchören den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan einen „Mörder“ genannt und dürften deswegen nicht vor der Botschaft demonstrieren.

Der Pressesprecher des Kurdistan-Solidaritätskomitees Dr Nick Brauns erklärte daraufhin über Lautsprecher, Erdogan trage die politische Verantwortung für das Morden seiner Armee in Kurdistan. Zudem habe Erdogan anlässlich großer Proteste in mehreren kurdischen Städten der Türkei vor zwei Jahren die Polizei dazu aufgerufen, selbst Frauen und Kinder zu töten, „wenn die sich zum Werkzeug des Terrors machen“. Daher sei die Parole „Erdogan Mörder“ eine legitime Meinungsäußerung. Die Polizei war anderer Meinung und nahm Dr Brauns wegen „Beleidigung“ Erdogans vorübergehend fest.

Das Kurdistan-Solidaritätskomitee verurteilt diesen Einschüchterungsversuch. Wir sind zuversichtlich, dass eine Anklage in diesem Fall ebenso scheitern wird, wie in der Vergangenheit gegen zahlreiche Kriegsgegner, die nach dem Überfall der USA auf den Irak wegen Plakaten mit der Aufschrift „Rumsfeld Massenmörder“ festgenommen wurden


Koordinierungsrat des Kurdistan-Solidaritätskomitees Berlin

Kontakt:
E-Mail:  kurdistansolikom@gmx.de oder über Handy: 0151-56618652

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