Häuserkampf in Kapstadt

amandla! 20.02.2008 14:40 Themen: Repression Soziale Kämpfe Weltweit
Seit gestern (Dienstag) morgen räumt die Polizei Häuser im Armenviertel Delft am Rande Kapstadts.
Die 1600 BewohnerInnen hatten Häuser besetzt die eigentlich für diejenigen vorgesehen waren, die in den nächsten Wochen aus der Joe Slovo Siedlung zwangsumgesiedelt werden sollen. Joe Slovo ist eine Innenstadtnahe aus Shacks (Baracken/Wellblechhütten) bestehende informelle Armensiedlung, die einem Wohnungsbauprojekt weichen soll. Die BewohnerInnen wehren sich gegen die Umsiedlung nach Delft, da sie aus guten Gründen befürchten, dass sie an den Stadtrand gedrängt und nicht von den neuen Häusern profitieren werden. Im September 2007 wurde deshalb aus Protest für einige Stunden die N2 Autobahn blockiert. Die Polizei reagierte mit Gummigeschossen und räumte mit einem massiven Aufgebot.
Um die Joe Slovo Leute überhaupt räumen zu können, muss die Stadt erstmal die Häuser in Delft frei bekommen, das ist der Hintergrund für die aktuellen Räumungen bei denen abermals Gummigeschosse eingesetzt wurden. Laut Ashraf Cassiem von der Anti-Eviction-Campaign (Antiräumungskampagne) wurden dabei mindestens drei Kinder verletzt.
Die Armen wehren sich dagegen, die gescheiterte Wohnungspolitik des ANC und der in Kapstadt regierenden Democratic Alliance (DA) ausbaden zu müssen. Sie wollen nicht als bloße Manövriermasse behandelt werden, sondern verlangen endlich eine soziale Lösung der Wohnungskrise. Alleine in Kapstadt fehlen nach Schätzungen zwischen 260.000 und 400.000 Häuser und Mietwohnungen, gebaut werden pro Jahr nur etwa 25.000 Häuser.
Im Moment sammelt die Community Geld, um vor dem Obersten Gericht in Bloemfountain ein Stop der Räumungen zu erwirken. Generell brauchen die Basisinitiativen politische und finanzielle Unterstützung in ihrem Kampf gegen die weitere Stadtumstrukturierung.

Kapstadt für alle! – und nicht nur für Reiche, Weiße und deutsche Dauertouristen.


Genauere Infos zur Geschichte der Joe Slovo Siedlung finden sich hier:
 http://amandla.blogsport.de/2007/10/25/bewohnerinnen-der-joe-slovo-siedlung-in-kapstadt-wehren-sich-gegen-ihre-umsiedlung-2/

Der neue Blog der Anti-Eviction-Campaign:
 http://westerncapeantieviction.wordpress.com/
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Film dazu

muss ausgefüllt werden 20.02.2008 - 16:34

gescheiterte wohnungspolitik?

dein name 20.02.2008 - 17:34
welche politik des anc ist denn bisher nicht gescheitert?

Irrealer Glauben hiesiger Besetzungen

riotqueer 20.02.2008 - 17:39
Ich glaube nicht das der Kampf in Südafrika was mit der Squatting-Bewegung in hiesigen Gefilden zu tun hat. Der war weiss und männlich dominiert...ja ja....es sollte wieder von der Rede eines 'one struggle, one fight' aus der Analyse von Postkolonialer Verhältnisse und dem dispositiven 'critical whiteness' manch emanzipativer Forderungen gestellt werden. Denn so verdient sich auch nur der näxte Kerl an diesem Kampf ein 'goldenes' Arschloch!

schätzungen

alerta antifascista 20.02.2008 - 20:07
dieses jahr war bei freunden von mir eine südafrikanerin zu gast
eine weiße
sie glaubte, dass die verteilung schwarze und weiße in kapstadt etwa 60:40 ist!!!

da sieht man mal wieder, wie unwissend die weiße, reiche bevölkerung ist

tatsälich sind nämlich ca. 8% weiß und 92% schwarz

Grüßchen aus Kreuzberg

N.Ormann 21.02.2008 - 06:28
Haltet zwanzig Meter Abstand für sinnvoll ! Fahrt in Urlaub ,die Welt braucht euch da draußen .

update: BewohnerInnen schlafen auf der Straße

amandla 21.02.2008 - 15:22
Press Update: Delft community and Anti-Eviction Campaign sleep on Symphony Rd, vow permanent sit in

Anti-Eviction Campaign Press Update
Wednesday 20 February 2008
8am

DELFT - About 1000 people, including heavily pregnant women, children, babies and all the activists in the Western Cape Anti-Eviction Campaign, have occupied Symphony Road in Delft.

The huge group slept on the road all night and are vowing to remain on the road, blocking the area, until the appeal to the Supreme Court of Appeal is lodged, which will hopefully be today.

The community has nowhere else to go since all those who occupied the houses in the first place were backyard dwellers with no security of tenure in the backyards they were renting, or homeless.

Once the appeal is lodged in the SCA, the group will return to the houses which they consider to be rightfully theirs, having been on the waiting list for 20 years and having been promised this specific group of houses by countless numbers of politicians seeking votes and community approval for the N2 Gateway project.

for comment call Ashraf on 076 1861408 or Pamela on 079 37009614 or Mzonke on 073 2562036

weitere infos

meinname 22.02.2008 - 12:15