Dresden: Hunderte protestieren gegen Naziaufmarsch
Etwa 400 Antifaschisten haben in den Nachmittagsstunden und bis in den Abend hinein gegen einen Naziaufmarsch in der sächsischen Landeshauptstadt protestiert. Zu einer Kundgebung, in der Nähe der wiederaufgebauten Synagoge, hatten antifaschistische Gruppen aufgerufen. Ihr Protest richtet sich auch gegen das 'bürgerliche' Gedenken.
Ersten Angaben zur Folge marschierten mehr als 1000 Neonazis durch Dresden. Damit erreichten sie ihre Erwartungen.
Ersten Angaben zur Folge marschierten mehr als 1000 Neonazis durch Dresden. Damit erreichten sie ihre Erwartungen.
Um 17:00 Uhr hatten sich in der Nähe bis zu 400 Antifaschisten vor der Synagoge versammelt. Während im Innern des Gotteshaus einige Veranstaltung liefen und Antifaschisten sich in der Synagoge aufwärmen konnten, sammelten sich am Dresdener Zwinger gegen 19:00 Uhr die ersten Neonazis.
Die Polizei hielt sich in unmittelbarer Nähe der antifaschistischen Kundgebung zurück. Lediglich ein Transparent mit der Aufschrift "Lieber eine Bombe auf den Kopf als nach Ausschwitz" - ein Ausspruch eines überlebenen jüdischen Zeitzeugen, sorgte für Irritationen, wurde letztendlich dann doch zugelassen.
Vor der Frauenkirche versammelten sich mehr als 500 Menschen um an die allierten Bombenangriffe von vor 63 Jahren zu erinnern. Antifaschisten werfen den Teilnehmern vor, durch die Pflege des "Dresden-Mythos" eigene Schuld an den Ereignissen zu verleugnen. "Selber Schuld" daher das Motto der Protesten auch am 16. Februar.
In den Abendstunden kam es zu Übergriffen und kleineren Jagdszenen zwischen Antifaschisten die versuchten zum Auftaktsplatz der Neonazis vorzudringen. Es hagelte zahlreiche Platzverweise. Die Demonstration der Rechtsextremisten zog vom Zwinger über den Postplatz via Dr.-Külz-Ring zum Rathaus. Dort an einer Skulptur einer Trümmerfrau endete der Fackelmarsch. Vor allem gegen Ende des Aufmarsches gelang es Antifaschisten vermehrt an die Route zu gelangen und lautstark ihren Unmut zu artikulieren. Größere Störungen blieben jedoch aus.
Nach Abschluss der Demonstration bewegten sich zahlreiche Nazigroßgruppen teils ohne Polizeibegleitung durch die Innenstadt. Antifaschisten rufen zu massiven Protesten am Samstag auf. Dann soll ein Nazigroßaufmarsch durch Dresden ziehen. Nach den durchaus erfolgreichen Protesten im vergangenen Jahr rechnen sich viele gute Chancen aus, auch in diesem Jahr den Nazis ihre Suppe ordentlich zu versalzen.
Die Polizei hielt sich in unmittelbarer Nähe der antifaschistischen Kundgebung zurück. Lediglich ein Transparent mit der Aufschrift "Lieber eine Bombe auf den Kopf als nach Ausschwitz" - ein Ausspruch eines überlebenen jüdischen Zeitzeugen, sorgte für Irritationen, wurde letztendlich dann doch zugelassen.
Vor der Frauenkirche versammelten sich mehr als 500 Menschen um an die allierten Bombenangriffe von vor 63 Jahren zu erinnern. Antifaschisten werfen den Teilnehmern vor, durch die Pflege des "Dresden-Mythos" eigene Schuld an den Ereignissen zu verleugnen. "Selber Schuld" daher das Motto der Protesten auch am 16. Februar.
In den Abendstunden kam es zu Übergriffen und kleineren Jagdszenen zwischen Antifaschisten die versuchten zum Auftaktsplatz der Neonazis vorzudringen. Es hagelte zahlreiche Platzverweise. Die Demonstration der Rechtsextremisten zog vom Zwinger über den Postplatz via Dr.-Külz-Ring zum Rathaus. Dort an einer Skulptur einer Trümmerfrau endete der Fackelmarsch. Vor allem gegen Ende des Aufmarsches gelang es Antifaschisten vermehrt an die Route zu gelangen und lautstark ihren Unmut zu artikulieren. Größere Störungen blieben jedoch aus.
Nach Abschluss der Demonstration bewegten sich zahlreiche Nazigroßgruppen teils ohne Polizeibegleitung durch die Innenstadt. Antifaschisten rufen zu massiven Protesten am Samstag auf. Dann soll ein Nazigroßaufmarsch durch Dresden ziehen. Nach den durchaus erfolgreichen Protesten im vergangenen Jahr rechnen sich viele gute Chancen aus, auch in diesem Jahr den Nazis ihre Suppe ordentlich zu versalzen.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
its the final countdown
Deshalb sollten sich alle antifaschistischen Kräfte am Samstag nach Dresden bewegen!
Blogbericht mit Bildern
Leider fanden sich nur etwa 200 bis 300 Antifas ein, die die meiste Zeit an ihrer unglücklich zwischen Synagoge und Polizeihauptwache platzierten Kundgebung festklebten oder sich beim Umherschweifen in der Stadt Platzverweise einsammelten. Die Versuche, die lieben Genossen aus anderen Städten schon vorm Wochenende nach Dresden zu locken, waren nur in recht begrenztem Ausmaß erfolgreich. Wie schon am Morgen durchsuchte die Polizei wieder gründlichst bis in die Intimsphäre, bei vielen Antifas mehrfach. Zwischendurch befreite eine kleine Einsatzgruppe gar einen Baum und ein paar Sträucher von der Bedrohung durch Randalierer und bewachte die Szenerie danach noch eine Weile.
Unterdessen wurde beim Rumgeopfer an der Frauenkirche eine Kerze auf eine Seite des Wiederbaus projiziert. Beim Durchlaufen der beträchtlichen Opfermenge versuchte ich abermals vergeblich klarzubekommen, daß das alles wirklich passiert ist und passiert: sie haben die Frauenkirche wirklich wiederaufgebaut, sie nutzen sie wirklich als Symbol ihrer Geschichtsverdrehung, es stehen wirklich Hunderte von Menschen auf dem Platz davor herum und sind wirklich tief bewegt. Gbt es nicht mittlerweile auch Leute, die damals wirklich Angehörige verloren haben und dieses Schauspiel grotesk und instrumentalisierend finden? Als wir den Platz verließen, hörte ich einen Polizist sagen: “Was soll denn hier schon passieren?” Und ich dachte: ‘Was würde wohl passieren, wenn ich jetzt anfange zu singen?’
Auf der Zielgeraden, als der Nazi-Schweigemarsch den Postplatz passiert hatte, schafften es genügend Antifas und auch empörte Dresdner an die Demoroute heran, um bis zum Schluß die höchst pathetische klassische Musik aus dem Kameradenlauti mit anhaltenden lauten Sprechchören zu übertönen.
Eine Schrecksekunde, besser eine ganze Reihe von Schreckminuten gab es, als die Abschlußkundgebung der Nazis am Rathaus gerade beendet war und die Wand aus Polizeiwannen, die in Richtung Pirnaischer Platz alles hermetisch abgeriegelt hatte, inklusive sämtlicher Beamter von einem Moment auf den nächsten verschwand. Bis dahin waren alle Mutmaßungen über einen eventuellen Durchbruch einer größeren Nazigruppe zum Ort der Antifa-Kundgebung mit dem Verweis auf eben diese Blechwand mit Ninjabesatzung verworfen worden, jetzt lagen plötzlich zwischen mehreren Hundert motivierten Nazischlägern und der Kundgebung nur noch ein paar Hundert Meter schlecht bewachtes Gelände.
Glücklicherweise gelang den Nazis schließlich doch kein organisierter Durchbruch mehr, nach kleineren Rangeleien fuhren sie nach Hause bzw. versuchten es, da einige ihrer Busse in der Zwischenzeit kaputtgegangen waren.
Abschließend will ich noch mal so parolenfrei wie möglich und hoffentlich unmißverständlich darauf hinweisen, daß ich alle Argumente kenne, die mittlerweile gegen Antifa-Aktionen sprechen, daß es in Dresden aber anders aussieht. Man muß sich nicht als bessere Demokraten in die Spur werfen, wenn die jeweilige Stadt das in Gestalt von Bürgerprotesten oder Demoverboten bereits tut. Man muß sich auch nicht als Feigenblatt hergeben, um eine üble Situation weniger übel erscheinen zu lassen. Im Falle Dresdens ist jedoch die geschichtsrevisionistische Opfermythologie ein solches Massenphänomen, die Zusammenarbeit von Antifa und “Bürgers” so abwesend, die Duldung und Begünstigung der Nazis so umfassend und auch die Schnittmenge zwischen expliziten Nazipositionen und “normalem” Welt- und Geschichtsbild so groß, daß es keinen Grund für Entwarnung oder Rückzug gibt.
Am Samstag werden voraussichtlich noch erheblich mehr Nazis in die Stadt kommen. Es wird seitens der Polizei und der Stadt wieder für eine möglichst reibungslose Nazidemo mit idealer Innenstadtroute gesorgt werden. (Das Ordnungsamt hat offenbar die jüdische Gemeinde unter Druck gesetzt, wegen der vorbeiziehenden Nazis ihren samstäglichen Abschlußgottesdienst nicht im Freien im Innenhof der Synagoge durchzuführen. Ist alles nur zu ihrer eigenen Sicherheit…)
Was immer an diesem reibungslosen Ablauf gestört, behindert oder gar gestoppt werden kann, würde richtig helfen. Nicht beim Beseitigen der Schandflecke der tollen Stadt, nicht beim Verhindern der Besudelung der schönen historischen Kulisse, nicht beim Retten irgendwelcher Demokratieideale oder eigener revolutionsromantischer Selbstbilder - was nebenbei sicherlich auch alles eine Rolle spielen wird -, sondern vor allem original beim Konfrontieren von Tausenden nationalsozialistischen Schlägern, denen sonst gerade nicht viel im Weg steht.
Mußte mal gesagt werden.
aus dem classless Blog:
Dresden; selber Schuld...
13.|16. Februar 2008 in Dresden
Der 13. Februar ist in jedem Jahr ein Tag des Gedenkens. An diesem Tag wurde bei Bomber-Angriffen der Alliierten die Stadt Dresden nahezu vollständig zerstört.
Gegen Nazis und Geschichtsverdrehung!
Dagegen formiert sich in diesem Jahr ein breiter Widerstand von antifaschistischen Gruppen aus Baden-Württemberg, die mit Bussen und Zugtreffpunkten zu einem Aktionstag und einer Demonstration "Gegen jeden Geschichtsrevisionismus" mobilisieren:
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Was ist das zum Teufel???
kommt zahlreich, seid entschlossen
zeigen wir diesem elenden nazipack, das es kein ruhiges hinterland gibt!
zugleich bitte ich euch entschlossen vorzugehen, auf welcher seite die polizei steht, hat man spätestens heute gesehen, von ordnunungsamt dresden und der stadt allgemein wollen wir mal garnicht erst reden! nazidemos werden verschwiegen, der antifaschistische protest wird mit schikanen belegt, gewissenskonflikte aufgrund der tatsache das die schweine in unmittelbarer nähe der synagoge vorbeilaufen wollen, gibt es in dresden auch nicht!
unter diesen umständen kann man sagen das es keine parole gibt, die man in dd aus rücksicht nicht verwenden sollte! auch sollte man ideologische disskussionen außen vor lassen, zumindest an diesem tag, schließlich hat man ein gemeinsames ziel!
die spitze des heutigen tages war das die nazidemo von der reiterstaffel der polizei "angeführt" wurde, welch ehre für diese schweine! weiterhin empfiehlt sich die polizisten nicht als faschisten zu beschimpfen, was zwar berechtigt wäre, jedoch drehen die typen dann gerne mal frei! neu war mir auch das man sich an die 80m von einer demo fernhalten sollte!
um nur einige eindrücke des tages zu nennen! bewegungsfreiheit gleich null! für mich ein beweis wie demokratie wirklich funktioniert!
also kommt zahlreich, macht es diesen schweinen in grün und braun nicht so leicht wie heute, heute hat man gesehen wie manch kleines grünes schweinchen sein selbstwertgefähl mit knüppeln und in kampfmontur aufgewertet hat und dieses faschopack fast ungestört durch dd laufen konnte!Das sollte sich samstag nicht wiederholen!
in diesem sinne bis zum 16.02.
@ I-like-israel
Kontraproduktive Gegendemomottos
lieber steffen,
Lieber Steffen denk doch einfach nochmal darüber nach.
VIel Glück in Dresden
Darum reisst euch diesmal mit innerlinken Streitereien zusammen und konzentriert euch darauf, den Nasen saures zu geben. Wir werden es derweil in Borna versuchen.
Viel Erfolg
sooo krass
@so krass
Am Samstag geht wohl mehr, von Seiten der AntiFa.
Wenn tatsächlich, wie erwartet, 2500-3000 Antifas da sind, wirds heilloses Chaos in der ganzen Innenstadt geben.
Auf nach Dresden - Nazis blockieren!
Norwegen zeigt Modemarke "Thor Steinar" an
Norwegen hat die bei Neonazis beliebte Modemarke "Thor Steinar" wegen widerrechtlicher Verwendung staatlicher Hoheitszeichen angezeigt. Es solle verhindert werden, dass die Marke weiterhin die norwegische Flagge auf ihre Textilen drucke und für Werbezwecke missbrauche.
"Wir wollen, dass unsere Staatsflagge als Symbol des demokratischen Norwegens nicht weiter in Verbindung mit dem rechtsextremen Milieu gebracht wird", sagte der Gesandte von Norwegen, Andreas Gaarder, dem Berliner "Tagesspiegel". Nach dem deutschen Markengesetz dürfen Staatssymbole nicht zur Kennzeichnung von Waren oder Dienstleistungen benutzt werden.
Dem Bericht zufolge wurde schon am 5. November 2007 ein Bußgeldbescheid über 2000 Euro an die Protex GmbH in Brandenburg verschickt, die "Thor Steinar" vertritt. Deren Geschäftsführer habe Widerspruch eingelegt, am 31. März solle der Fall vor dem Amtsgericht Potsdam verhandelt werden.
Laut "Tagesspiegel" hätte ein Urteil zugunsten Norwegens weitreichende Folgen für die Marke. Neben der Zahlung des Bußgelds wäre die Verwendung der norwegischen Fahne verboten. Ein Sprecher des Bundesamts für Justiz sagte: "Es gibt dann nur zwei Möglichkeiten: Die Flagge abmachen oder, wo das nicht geht, das Kleidungsstück vernichten." Gaarder lobte das zivilgesellschaftliche Engagement von Anwohnern und Politikern gegen die Modemarke und deren Läden.
Proteste in Berlin und Magdeburg
Linke Gruppen kündigten unterdessen an, am 22. Februar gegen den "Thor Steinar"-Laden in Berlin-Mitte zu protestieren. Gegen die Eröffnung des Textilgeschäfts hatten bereits am 1. Februar rund 60 Menschen demonstriert. Der private Vermieter kündigte dem Betreiber nach den Protesten fristlos.
Das Landgericht Magdeburg entschied, dass ein "Thor Steinar"-Laden im Magdeburger Hundertwasserhaus geräumt wird. Die Wohnungsgesellschaft Gero AG hatte geltend gemacht, vom Betreiber des Geschäfts über das Warenangebot getäuscht worden zu sein. Bereits am Tag der Filialeröffnung Ende Juli 2007 hatten die Betreiber die fristlose Kündigung erhalten.
Hitler hat sein Volk verraten!