Berlin: Thor-Steinar eröffnet Laden

www.antifa.de 31.01.2008 15:25 Themen: Antifa
In Berlin eröffnet am Freitag (1.2.08) ein neues Geschäft von "Thor Steinar", eine Modemarke, die in der neonazistischen Szene sehr beliebt ist. Das Geschäft befindet sich in der Rosa-Luxemburg-Straße 18 zwischen Alexanderplatz und der Volksbühne.
Der neue Laden von "Thor Steinar" befindet sich in der Rosa-Luxemburg-Straße 18, nur wenige Meter vom Alexanderplatz entfernt. Um 10 Uhr findet eine antifaschistische Protestkundgebung auf Initiative der Grünen statt – zur gleichen Zeit ist die Eröffnung des Ladens geplant.

Die in der rechtsextremen Szene sehr verbreiteten Modemarke „Thor Steinar“ wird hergestellt von der MediaTex GmbH aus Königs Wusterhausen im südlichen Berliner Umland. Ein erstes Logo der Marke wurde in Berlin verboten, da es verschiedenen NS-Symbolen zum verwechseln ähnlich sah. Seither wird ein unverfängliches Markensymbol von MediaTex auf die Textilien genäht. Inhaber der Firma sind Axel Kopelke und Uwe Meusel. Kopelke betreibt in Königs Wusterhausen zudem einen rechten Szeneladen mit dem Namen „Explosiv“.

Der Vermieter des neuen Ladens zeigte sich desinteressiert an seinen neuen Mietern. Ein Sprecher von „Impala-Immobilien“ aus Hamburg äußerte gegenüber der Antifaschistischen Linken Berlin, dass die Verantwortung bei den zuständigen Behörden liege, die für die Zulassung des Geschäftsbetriebs zuständig seien. Impala sei nur Vermieter und nicht verantwortlich.

Am Mittwoch und Donnerstag brachten Mitarbeiter von „Thor Steinar“ kistenweise Material in den Laden, der von außen noch nicht als solcher erkennbar war. Türen und Fenster waren mit schwarzer Folie blickdicht verklebt. Die Mitarbeiter von „Thor Steinar“ zeugten sich geheimnisvoll. Gegenüber Gewerbetreibenden der Rosa-Luxemburg-Straße äußerten sie, dass sie nicht wüssten, was für ein Laden dort entsteht. Vermieter des Ladens ist die Immobilienfirma Impala aus Hamburg. Erst vor wenigen Monaten musste ein Geschäft der gleichen Firma in einem Einkaufscenter am Alexanderplatz schließen, nachdem der Mietvertrag gekündigt wurde.


Am Freitag gibt es ab 10 Uhr eine Protestkundgebung vor dem Laden in der Rosa-Luxemburg-Straße 18 (zwischen Volksbühne und Alexanderplatz). Veranstalter sind die Grünen.
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Ergänzungen

Schöne Aktion, aber...

antifa 31.01.2008 - 16:14
die Protestkundgebung vor dem Laden wird ihn nicht schließen. Proteskundgebungen vor der Immobilienverwaltung, sprich Vermieter u.ä. können das sehr wohl hinkriegen. Da sich diese nicht in Berlin, sondern in Hamburg befindet sollten vielleicht die Hamburger Antifas sich mal darum kümmern.

Grenzenlose Solidarität, statt beschränktem Nationalismus!

Lage des Ladens

nina 31.01.2008 - 16:30
Der Laden liegt sehr günstig in einer Straße ohne Kameras und mit nur ganz wenigen Kneipen. Der Eingang ist ebenerdig und komplett verglast. Also kein Einkauscenter oder ähnliches. U-Bahnhof Rosa Luxemburgplatz ist nur 500 meter entfernt. Direkt um die Ecke ist die große Mitte-Party-Und-Geschäfte-Meile wo am Wochenende viel los ist.

Die Firmwagen von Thor Steinar, die den Laden seit Mittwoch beliefern sind weisse, große Busse mit Kennzeichen LDS (Königs Wusterhausen, wo Thor Steinar herkommt). Stehen meist direkt vor dem Geschäft.

so wie in Rostpck

antifa n o r d 31.01.2008 - 16:41
das muss laufen wie in Rostock.. gar nicht lange aufhalten...
der Laden war so schon ständig zu..aufgrund vieler anderer Aktionen.. das werdet ihr in Berlin wohl packen.

 http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1058&Itemid=243

Impala

recherche-king 31.01.2008 - 17:05
Beschwerden darüber, dass sie an Neonazis vermieten bitte an:

IMPALA Immobilien GmbH & Co.KG
Billbrookdeich 197
22113 Hamburg

Telefon 040/732 20 01
Telefax 040/733 00 90

Email  info@impala-immobilien.de

Stand donnerstag 22 uhr

Checker 31.01.2008 - 22:45
Zur zeit wird der laden von zwei fetten nazis bewacht. Noch immer alles mit schwarzer folie abgeklebt. Keine bullen vor ort.

Frage

Auswärtiger 31.01.2008 - 23:17
Ich war vor kurzem in Berlin in ner Einkaufspassage, müsste die Karl-Liebknecht-Str. gewesen sein, jedenfalls in der Nähe vom Alex. Dort befand sich auch ein "Tønsberg"-Laden, der Thor-Steinar-Klamotten vertreibt?
Gehört der ebenfalls zu Media-Tex? Und gab es schon Aktionen gegen einen derart zentral gelegenen Naziladen? Habe kein Wachpersonal gesehen und im Laden standen nur zwei Verkäuferinnen, beide im szenetypischen Look.

alter Laden

Albrecht Höhler 31.01.2008 - 23:54
Der alte Thor Steinar Laden, den du im Berlin Carre gesehen hast musste Donnerstag schließen. Nach breiten Protesten von Politikern und Antifas hat die Wohnungsbaugesellschaft-Mitte dem Laden zum 31.januar 2008 gekündigt.
Als Reaktion darauf wird der oben beschrieben neue Thor Steinar-Laden am Freitag eröffnet. Nur zwei Minuten zu Fuß vom alten Laden.
Nur liegt der neue laden wier schon von einigen beschrieben nicht in einem "sicheren" einkaufszentrum, sondern ganz offen in einer angesagten mitte-yuppie-strasse.

hier ein vorab-artikel aus dem tagesspiegel zu dem neuen laden. Morgen gibt es bestimmt in einigen zeitungen dazu mehr:

Neonazi-Kleidung unerwünscht

Von Johannes Radke

Am Berliner Alexanderplatz muss die bei Neonazis beliebte Modemarke Thor Steinar ihren Laden schließen. Jetzt gibt es Proteste gegen ein neues Geschäft.

Die Inhaber der umstrittenen Modemarke Thor Steinar wollen ein neues Ladengeschäft in Berlin eröffnen. Die Marke ist vor allem bei Neonazis beliebt. Das bisherige Thor-Steinar-Geschäft im Berlin-Carré am Alexanderplatz muss Ende des Monats schließen. Nach breiten Protesten hatte die Wohnungsbaugesellschaft Mitte im vergangenen Sommer den Mietvertrag gekündigt. Nach Informationen des Tagesspiegels hat die Firma bereits andernorts wieder Räume angemietet. In der kommenden Woche soll der neue Laden eröffnet werden. Die genaue Adresse ist bislang nicht bekannt. Szenekenner gehen davon aus, dass das Geschäft wieder im Zentrum liegen wird. Die Mediatex GmbH aus Königswusterhausen, die für Thor Steinar auftritt, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Linke Gruppen planen Protestaktionen gegen das neue Geschäft. „Wir werden so lange mit Aktionen gegen den Laden protestieren, bis auch dieser wieder schließen muss“, sagt Silvio Kurz, Sprecher der Initiative „Stop Thor Steinar“. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hat angekündigt den neuen Vermieter – sobald er bekannt ist – aufzufordern das Mietverhältnis zu kündigen. Schreiber geht davon aus, dass dem Eigentümer der Räume nicht klar ist, um was für eine Marke es sich bei Thor Steinar handelt. Auch die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus will sich gegen die Szenemarke engagieren. „Über solche Kleidung wird der Kontakt zwischen der rechten Szene und jungen Leuten aufgebaut“, sagt die Grünen-Abgeordnete Clara Herrmann. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Grünen vor dem Thor-Steinar-Laden Flugblätter verteilt, um über die Hintergründe der Marke zu informieren. Thor Steinar ist für Rechtsextremisten „ein identitätsstiftendes Erkennungszeichen“, bestätigt Geert Piorkowski vom Verfassungsschutz Brandenburg. „Sie bezeichnen die Firma in ihren Internetdiskussionsforen als ,zur Bewegung gehörig‘, die Bekleidung ,werde nicht ohne Grund getragen‘.“

Vor drei Jahren war das Runen-Logo der Marke aufgrund der Ähnlichkeit mit Symbolen aus dem Nationalsozialismus in Brandenburg, Berlin und Tschechien zeitweise verboten worden. Daraufhin änderte Mediatex das Motiv. Den zwei Ladengeschäften der Mediatex GmbH in Leipzig und Magdeburg droht nach Protesten ebenfalls die Kündigung. Die Berliner Immobilienfirma Immovaria hat eine Räumungsklage gegen den Leipziger Thor-Steinar-Laden eingereicht. In Magdeburg verhandelt das Landgericht wegen der Räumungsklage eines Vermieters gegen Mediatex. Das Tragen der Marke ist inzwischen in vielen Berliner Klubs sowie im Stadion bei Spielen von Hertha BSC verboten.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.01.2008)

Presseschau

kalle 01.02.2008 - 00:04
Artikel aus dem tagesspiegel vom Freitag:


Neuer Thor-Steinar-Laden lockt Neonazis nach Mitte

von Johannes Radke

Die umstrittene Modemarke Thor Steinar will heute ein neues Geschäft in der Rosa-Luxemburg-Straße in Mitte eröffnen. Der Laden, der ausschließlich die bei Neonazis äußerst beliebte Marke verkauft, hat Proteste bei Grünen, SPD und der Linken ausgelöst. Bis zuletzt hatte die für Thor Steinar auftretende Mediatex GmbH aus Königs Wusterhausen die Adresse des neuen Geschäfts geheim gehalten. Mit Briefen, die nur an bereits bekannte Kunden verschickt wurden, lockt die Marke mit großen Eröffnungsangeboten für Freitag und Sonnabend.

„Wir werden den Neonazis ihr Einkaufsvergnügen gründlich vermiesen“, sagte Silvio Kurz, Sprecher der Kampagne „Stop Thor Steinar“. Er kündigte an, dass die Initiative am heutigen Freitag vor dem Laden protestieren wolle. Mit Flugblättern und persönlichen Gesprächen habe man bereits am Donnerstag viele Anwohner über die Hintergründe der Marke informiert. „Die Nachbarn waren ziemlich erschrocken, dass in ihrer Straße ein Anlaufpunkt für Rechtsextremisten aufmachen soll“, sagte Kurz. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hat Impala-Immobilien aus Hamburg, die die Räume vermietet hat, telefonisch aufgefordert den Mietvertrag sofort zu kündigen – ohne Erfolg. „So lange die ihre Miete zahlen, werden wir sie nicht rausschmeißen“, sagte ein Sprecher von Impala dem Tagesspiegel.

Heute Vormittag wollen Politiker der Grünen, SPD und der Linken gemeinsam vor dem Geschäft Informationsmaterial an die Passanten verteilen. „Es darf in Berlin keinen Platz für solch einen rechten Laden geben, egal ob öffentlich oder privat vermietet“, sagte die Grünen-Abgeordnete Clara Herrmann.

Die Marke ist auch dem Verfassungsschutz bekannt. Thor Steinar sei „ein identitätsstiftendes Erkennungszeichen“ für Rechtsextremisten, sagte Geert Piorkowski vom Verfassungsschutz Brandenburg. „Sie bezeichnen die Firma in ihren Internet-Diskussionsforen als ‚zur Bewegung gehörig’, die Bekleidung ,werde nicht ohne Grund getragen’.“ Das alte Thor-Steinar-Geschäft im Berlin Carre am Alexanderplatz musste nach der Kündigung durch den Vermieter gestern schließen.

lage und detail

torsten 01.02.2008 - 01:34
das hier wird wohl der laden sein - mit grundriss und allem:

 http://home.immobilienscout24.de/index.php?PHPSESSID=e8cb671ef7158417eb06472dc9b27afd&action=%23main%2Ctarget%3DshowExpose%2CtargetInfo%3D%2CidExpose%3D42812030%2CcontentidExpose%3D&path=1901439

den werbetext muss man sich mal reinziehen:
"In urbaner Lage zwischen Hackschem Markt, Rosa-Luxenburg-Platz und Alexanderplatz entstehen in einem liebevoll und stilvoll sanierten Altbau 4 Ladenlokale/Shop- flächen. Die Rosa-Luxenburg-Strasse 18 ist die Adresse der Zukunft. In unmittelbarer Umgebung finden Sie ein über Berlins Grenzen hinaus bekanntes Angebot an Kunst, Kultur, Cafés und Restaurants."

falls noch wer da einziehen möchte:

 http://home.immobilienscout24.de/index.php?PHPSESSID=e8cb671ef7158417eb06472dc9b27afd&action=%23main%2Ctarget%3DshowList%2CshowList%3Dall&path=1901439
stehen die angebote für den rest des hauses

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 19 Kommentare an

Frage... — berliner

Straße — Hm

Antwort — essenurcops-müsli

Auch in Harburg -Hamburg — Randale OK.

@ essenurcops-müsli — Berliner

hh harberg — red point

Einfach mal die Fresse halten — Anna und Arthur

muss ja wa — muss och

Morgen — Kreuzberger

@auswärtiger — thor steinar muss weg

Thx — Auswärtiger

Mackertum — sorry

@sorry — Quentin

PDS — Büro

@sorry — antifaschist

@antifaschist — still sorry.

SCHLIESSUNG — Bert