Europaweiter Aktionstag gegen NOKIA

HTML 29.01.2008 21:54 Themen: Globalisierung Soziale Kämpfe
Europaweit soll es einen kämpferischen Aktionstag gegen NOKIA und die Konzernpläne zur Stadortverlagerung geben - der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB), dem in Deutschland die IG Metall angehört, hat die Initiative zu einem solchen Aktionstag ergriffen.
Die drohende und auch wohl bevorstehende Schließung des Nokia-Werkes in Bochum ruft nicht nur in Deutschland und bei nden direkt Betroffen Wut und Widerstand hervor.

Der Europäische Gewerkschaftsbund der Meteall-Gewerkschaften will nunmehr mit einem europaweiten Aktionstag den Druck auf den Handyhersteller erhöhen.

Im Gespräch sind auch die Möglichkeiten wenn nicht eines europaweiten Streiks bei Nokia, doch zumindest punktuelle Streikaktionen: "Europaweite Streiks seien zwar schwer zu organisieren, aber es werde über punktuelle Streiks gesprochen. Erreicht werden solle, dass Nokia die Schließung des Bochumer Werkes aussetzt und intensiv über Alternativen nachgedacht wird.". Das erste Koordinierungstreffen findet am Mittwoch, 30. Januar in Brüssel statt.

Quelle und weitere Informationen:
 http://www.fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=1309
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Weitere Stellenstreichungen in der

naja 30.01.2008 - 00:37
Der Telekomausrüster Nokia Siemens hatte bereits im letzten Jahr einige Wochen nach dem Start angekündigt, in der BRD bis zu 2900 der 13.000 Arbeitsplätze zu streichen. Weltweit sollen 9000 von bisher 60.000 Stellen wegfallen. Watt nun?

Bochumer Nokia-Werk -> Milliarden Gewinne

dpa 30.01.2008 - 13:42
Bochumer Nokia-Werk erzielte angeblich 134 Mio Euro Betriebsgewinn

Der finnische Nokia-Konzern hat nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Capital" mit der Handy- Produktion im Werk Bochum 2007 ein Betriebsergebnis vor Zinsen von 134 Millionen Euro erzielt.

Damit erwirtschaftete jeder der 1.500 Mitarbeiter in der Produktion einen Gewinn von 90.000 Euro, berichtet das Magazin in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Wie "Capital" unter Bezug auf vertrauliche Dokumente weiter meldet, schaffte die deutsche Nokia GmbH mit den Standorten in Bochum, Ulm, Düsseldorf, München und Frankfurt sogar ein Betriebsergebnis nach Zinsen von 246 Millionen Euro.

Der vom Land Nordrhein-Westfalen subventionierte Standort Bochum habe "zudem eine gewaltige Summe auf der hohen Kante", schreibt das Wirtschaftsmagazin. Sie sorgte für ein Zinsergebnis, das sich in der Bilanz der Nokia GmbH mit plus 70 Millionen Euro niederschlage.

Die Bochumer Werksleitung habe zudem ein Konzept entwickelt, um mit Hilfe von Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008 das Werk so lukrativ und effizient zu machen wie eine Nokia- Fabrik in Ungarn und das, obwohl in Deutschland je Arbeitsstunde rund 28,70 Euro anfallen, in Ungarn hingegen nur 6,90 Euro. Diese Zahlen nennt Nokia in einem zehnseitigen internen "Memorandum" über die "Betriebliche Restrukturierung der Nokia GmbH". Das Vorhaben ist auch in einem Betriebsratsprotokoll von Juli 2007 vermerkt, das dpa vorliegt.

Um die ursprünglich geplante Werksoptimierung vorzubereiten, fuhren die Manager laut "Capital" in Bochum die Investitionen im zweiten Halbjahr 2007 schon von 5,5 auf 3,3 Millionen Euro zurück. Dann seien sie plötzlich vom geplanten Kahlschlag informiert worden. Zuvor habe die Belegschaft mit Hilfe von Überstunden und Wochenendarbeit die Produktion kräftig erhöht: Statt der ursprünglich geplanten 16,3 Millionen Geräte seien von Juli bis Dezember 18,7 Millionen Handys produziert worden.

weiter

naja 30.01.2008 - 13:45
Außerdem steht in der Ergänzung noch ein anderes Unternehmen "Siemens". Vergessen was in Frankreich letzten Samstag war. Warum sind so viele Aktionen während des "Global Action Day" gelaufen, weil einigen Leuten nicht egal ist, wie sie und in welchen Verhältnissen sie leben ...

Weiter?

weiß nicht ... 30.01.2008 - 15:19
Rund um Nokia am 10.2.: Familienfest und Menschenkette

Die Planung der IG-Metall für die nächste größere Aktion bei Nokia sieht wie folgt aus: Am Sonntag, den 10. Februar soll um 16.30 Uhr das gesamte Werk mit einer Menschenkette umringt werden und um 17.00 Uhr mit brennenden Fackeln über eine Strecke von ca. 4 km beleuchtet werden. Schon vorher ab 14.00 Uhr wird vor dem Werk eine Art von Familienfest gestartet, um damit auf die Auswirkungen einer möglichen Schließung auf die betroffenen Familien aufmerksam zu machen.

Kommentar: Die Wut der Betroffenen wird zur Zeit von konservativen Gewerkschaftern und Sozialdemokraten in "geordnete, entpolitisierende Bahnen" gelenkt, statt sie in paradigmatische Handlungen umzumünzen. Deshalb ist kreativer, phantasievoller Widerstand ist angesagt- nicht nur in verbaler Form.

- Flankierende Veranstaltung: Der Streik der Belegschaft des Bosch-Siemens-Hausgerätewerks in Berlin gegen die Schließung Film: “Es geht nicht nur um unsere Haut”

anschl. Diskussion mit dem Filmemacher Holger Wegemann und Beteiligten am Arbeitskampf bei BSH Am kommenden Freitag, dem 1. Februar, lädt das Bochumer Sozialforum um 18.00 Uhr zu einer Diskussion im Zusammenhang mit der geplanten Schließung des Bochumer Nokia-Werkes ins Soziale Zentrum, Rottstr. 31 ein. Zunächst wird der Film “Es geht nicht nur um unsere Haut” gezeigt. Er schildert den Kampf der Belegschaft des Bosch-Siemens-Hausgeräte-Werks in Berlin-Spandau gegen die dort geplante Schließung. Anschließend stehen der Filmemacher Holger Wegemann und Beteiligte des Arbeitskampfes zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion zur Verfügung. Zum Inhalt des Filmes: Am 6. September 2006 kommt die Belegschaft des Bosch-Siemens-Hausgeräte-Werks in Berlin-Spandau zu einer Betriebsversammlung zusammen, die bis zum 22. September dauern wird. Mit 16 Tagen wird sie zur bis dato längsten Betriebsversammlung der Bundesrepublik Deutschland. Dem vorausgegangen ist die Ankündigung der Konzernleitung, das Spandauer Werk zum Jahresende 2006 zu schließen. Die Betriebsversammlung ist der Auftakt zu einer Reihe von Aktionen, die bis Ende Oktober dauern und weit über Berlins Grenzen hinaus ein Echo finden. So besetzt die Belegschaft schon während der Betriebsversammlung die Werkstore als die Betriebsleitung versucht, Betriebmittel aus dem Werk zu schaffen.

- Sonntagsmatinee: “Der Kampf um Nokia - Wie geht es weiter?” Sonntagsmatinee: “Der Kampf um Nokia - Wie geht es weiter?”

Sevim Dagdelen, Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion aus Bochum lädt ein zu einer politischen Sonntagsmatinee zum Thema “Der Kampf um Nokia - Wie geht es weiter?” Die Veranstaltung findet am Sonntag, 3. Februar um 11.00 Uhr in ihrem Wahlkreisbüro an der Alleestr. 36 statt. Mit ihr werden Michael Gerber und Wolfgang Echterhoff diskutieren. In der Einladung heißt es. »Michael Gerber wird als ehemaliger Betriebsrat und direkt Beteiligter bei den Kämpfen um die Werkschließungen bei Siemens/BenQ vor gut einem Jahr von seinen Erfahrungen berichten können. Welche Lehren können die Beschäftigten von Nokia und alle Beteiligten aus den damaligen Kämpfen ziehen? Wolfgang Echterhoff ist als Betriebsrat und Vertrauensmann bei Nokia mittendrin in der Auseinandersetzung. Wie ist die Stimmung in der Belegschaft, was planen der Betriebsrat und die Gewerkschaft? Wie kann man den Kolleginnen und Kollegen am besten beistehen? Sevim Dagdelen, MdB: ” Ich verspreche mir eine angeregte Diskussion, zu der ich alle Interessierten herzlich einlade.

Kommentar: Mehr Mut zur Radikalität, wäre wünschenswert... Massenentlassungen sind kein Naturereignis wie Ebbe und Flut, wie Vulkanausbrüche, kein Schicksal, was wir ohnmächtig erdulden werden müsste. Statt gemeinsames "Händchenhalten", wie vorgeschlagen durch die IGM, könnte doch durchaus symbolisch mit den Betroffenen lieber die Firma besetzt werden.

Gut IGM bzw. Gewerkschaften dürfen nicht offiziell dazu aufrufen, aber nun ehrlich Leute wäre das nicht drin.

Alles heiße Luft

bekannt 30.01.2008 - 17:28
Dieses ganze Getue jetzt einen Europaweiten Aktiontag zu machen ist doch lächerlich! Als vor einigen Wochen zu einem ähnlichen Szenario die Behr Gruppe aus Stuttgart ein Werk in Spanien schließen wollte, da hat die IGMetall und der EMB sich einen scheiß drum gekümmert die dortigen Fabrikbesetzer zu unterstützen!
Kein Mensch braucht einen Aktionstag gegen Nokia! Wir brauchen einen Aktionstag gegen SUBVENTIONEN! Die sind die Ursache allen übels. Durch die Europäische Subventionpolitik werden Milliarden an Steuergeldern, also gesellschaftlicher Reichtum, verschleudert und vernichtet. Nicht die Nutznieser des Systems sind schuld an der Misere (also die Unternehmen), sondern die für das System Verantworlichen, sprich die Politik! Also statt spontaner Arbeitsniederlegungen und dem lahmlegen von Nokia Standorten, Generalstreik und besetzen aller nationalen Parlamente inkl. des Europäischen!

Goldbeck baut Nokia-Werk in Rumänien

Kalle (Karl) Virtanen 30.01.2008 - 17:54
Goldbeck baut Nokia-Werk in Rumänien

A German firm Goldbeck builds the new Nokia factory in Romania. Is that so, that according to German workers' opinions, ONLY GERMANS CAN GET WORK IN EUROPE? Merkel cooperates too heavily with Putin, who is a real political danger to small countries in Europe. Does this mean that Germans are kind of leaders in Europe who need not to take into account the other countries' opinions or the jobless in other countries they create? Is EU-Europe intended to be only a German business region?

Germans closed Fujitsu Siemens Computers in Kilo, Espoo, Finland (a few kilometers from Nokia headquarters).
Around 400 Finns got on dole without work. Because Germany has around 20 times the amount of the inhabitants of Finland, this corresponds to equivivalent amount around 8000 jobless in German scale.

The question is, why do we have this crazy fuss in Germany, because Nokia offers work to Romanians and it is Germans that have created jobless people in vast areas of Europe in other countries and continously cooperate with Russians against the will of many European nations?

 http://www.cio.de/index.cfm?pid=155&pk=848709
Spiegel TV»: Goldbeck baut Nokia-Werk in Rumänien
Bielefeld (dpa) - Das Bielefelder Bauunternehmen Goldbeck baut einem Bericht von «Spiegel TV» zufolge für den finnischen Handy- Konzern Nokia das neue Werk in Rumänien. Den 40 Millionen Euro schweren Auftrag habe Goldbeck Mitte 2007 ergattern können, berichtete «Spiegel TV» am Freitag. Goldbeck sei Generalunternehmer und baue das Werk mit eigenen Monteuren und in Deutschland vorgefertigten Bauteilen. Der Beiratsvorsitzende Ortwin Goldbeck habe den Auftrag bestätigt. Die Goldbeck GmbH, die ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2006/07 (31. März) um 38 Prozent auf 757 Millionen Euro gesteigert hatte, wollte sich zunächst nicht äußern.



 http://en.wikipedia.org/wiki/Fujitsu_Siemens_Computers
The Nokia MikroMikko line of compact desktop computers continued to be produced at the Kilo factories in Espoo, Finland. Components, including motherboards and Ethernet network adapters were manufactured locally, until production was moved to Taiwan. Internationally the MikroMikko line was marketed by Fujitsu as the ErgoPro.

The German half of the company, Siemens Nixdorf Informationssysteme, was the result of the merger of Nixdorf Computer with Siemens.

In 2003, the company won the Wharton Infosys Business Transformation Award for their use of information technology in an industry-transforming way.

Rumänien ist schon total geil

(muss ausgefüllt werden) 31.01.2008 - 15:36
Da jubelt das Kapital und die Extraprofite sprudeln wie Wasser:


 http://www.jungewelt.de/2008/01-31/036.php

Freude der Menschen in Rumänien berechtigt

naja und nicht so 31.01.2008 - 17:42
Möchtest Du etwa in Frage stellen, das die Leute in Rumänien sich nicht Freuen dürfen?

Die Menschen Juca sehen die Arbeit bei Nokia als Chance. Und andererseits ist es tatsächlich so, dass die demnächst ehemaligen Nokianer in Bochum auch mit Hartz IV immer noch besser dastehen als Menschen in Rumänien. Gleiche Lebenserhaltungskosten wie hier aber weniger Lohn. Erzähl mal jemanden, das sie/er es nicht als Chance betrachten soll, die/der nix zum beißen hat.

Ich widerspreche nicht, wenn der Nationalismus bzgl. der Demo für den Erhalt des Nokia-Werkes kritisiert wird. Die Argumentation der BetriebrätInnen, PolitikerInnen und co. war das. Die PolitikerInnen, die den freien Markt sich so herbeigesehnt haben und diese Entwicklung mitverschuldet haben, standen auf dem Podium und stimmten in die Empörung fröhlich und von sich ablenkend mitein. Dies als heulerisch zu bezeichenen, sei jede und jedem gestattet. Das ist berechtigt.
Doch zu widersprechen ist der/demjenigen die alle MitarbeiterInnen bei Nokia in Bochum, Linken über einen Kamm scherren wollen. Was ist denn dagegen zu sagen, das die Leute trotz massiven Gewinnen, gekündigt werden. Den demnächst EX-Beschäftigten ist durchaus bewußt, das ihr Werk nicht zu retten ist und sie ihre Jobs verlieren. Sie sahen ihren Betrieb eben auch nicht nur als Arbeitsstätte an, sondern als ein Gelegenheit des Informationsaustausches, der Anerkennung, des gegenseitigen Kennenlernens, wie auch immer....

Nun mussten sie größten Teils erkennen, das in diesem Unternehmen als auch in anderen Unternehmen nichts weiter als ihre Arbeitskraft verlangt war, das auch sie eigentlich nur einen Job hatten. Und vielleicht beschäftigten sich mit der Zeit einige mit den Mechanismen im Kapitalismus. Wirklich so abwägig...

Nun was wird vermutlich passieren, das in 10 bzw. 15 Jahren Nokia weiter nach Osten zieht und dasselbe in Rumänien passiert. Währendessen erhalten die Leute dort nur ein Drittel des Gehaltes von dem, was einst die Nokia-MitarbeiterInnen in Bochum erhielten. Ist das nicht eine Kritik wert? siehe: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,529270,00.html

Weiter: Frau Achenbach hat gestern frühzeitig das Treffen des Europäischen Metallgewerkschaftsbund, da ihr anscheinend die Meinung der finnischen KollegInnen mißfiel. Sie beklagte sich über angeblich mangelnde Solidarität.
(Ungesichert: Interessant ist auch, das Frau Achenbach und die anderen Betriebsräte wohl in die Lage waren sämtliche PoltikerInnen in der BRD von der bevorstehenden Werksschließung zu informieren, aber nicht den EMB. Der EMB erfuhr anscheinend von der bevorstehenden Werkschließung aus der Zeitung. Falls das stimmt, ist nur zusagen ist diese Interessensvertretung mehr als verschlafen, hat jemand mehr Infos?)

"Der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB) konnte die uneinigen Kollegen dennoch hinter die gemeinsame Forderung bringen, den Beschluss über die Schließung in Bochum rückgängig zu machen. Das Management soll noch vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am 28. Februar bei einem Treffen des Europäischen Betriebsrates Rede und Antwort stehen. "Wir wollen einen konstruktiven Dialog über die Zukunft von Bochum", sagte EMB-Generalsekretär Peter Scherrer. Sollte der Aufsichtsrat dennoch gegen den Standort mit seinen 2300 fest angestellten Beschäftigten entscheiden, seien Streiks möglich, ergänzte der IG-Metall-Vertreter im Aufsichtsrat von Nokia Deutschland, Jürgen Ulber." (http://de.today.reuters.com/news/newsArticle.aspx?type=topNews&storyID=2008-01-31T060819Z_01_NEI066992_RTRDEOC_0_DEUTSCHLAND-FIRMEN-NOKIA-2ZF.xml)

Nokia Siemens will massenhaft Stellen streich

sozialbetrug 02.02.2008 - 14:14
Nokia Siemens will massenhaft Stellen streichen
 http://sozialbetrug.org/thread.php?threadid=6006

Solierklärungen der Montagsdemo für die Nokia-Kollegen
 http://sozialbetrug.org/thread.php?threadid=10463

IG Metall warnt vor hohen Kosten

http://www.abendblatt.de/ 04.02.2008 - 10:10
IG Metall warnt vor hohen Kosten des Stellenabbaus

Die IG Metall droht dem finnischen Handyhersteller Nokia mit dem "teuersten Sozialplan, den das Land je gesehen hat." Das sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber dem "Tagesspiegel". Die Gewerkschaft will die Arbeitsplätze des Bochumer Nokia-Werks retten. "Wir wollen die Arbeitsplätze erhalten und Lösungen für die Zukunft", sagte Huber. Derzeit stehe ein Sozialplan noch nicht zur Debatte. Sollten die Bemühungen erfolglos bleiben, werde der Konzern zur Kasse gebeten.

Dagegen sieht Randolf Rodenstock die geplante Werks-Schließung angesichts der Lohnkosten in Deutschland als "sachlich richtige Entscheidung". Nokia habe 20 Jahre Menschen beschäftigt. Wenn das Unternehmen sage, dass es aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr gehe, dürfe man es nicht "prügeln", so der Vizepräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zur "Mittelbayerischen Zeitung".

Der Handy-Hersteller Nokia wehrte sich am Wochenende gegen den Vorwurf, er habe bei seinem Bochumer Werk gegen Subventionsauflagen verstoßen. Die NRW-Bank, die für das Land Nordrhein-Westfalen die Fördermittel verwaltet, sei regelmäßig und vollständig über die Zahl der Arbeitsplätze und die Verwendung der Subventionen informiert worden. Bedenken habe die Bank zu keinem Zeitpunkt geäußert. Die nordrhein-westfälische Landesregierung erwägt, von Nokia Subventionen zurückzufordern, weil der Konzern zu wenig Stellen geschaffen haben soll. Ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums sagte, alle Fakten würden "sehr gründlich und sehr präzise aufgearbeitet, um dann die Konsequenzen zu ziehen".

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 9 Kommentare an

boykott nokia — egal

@naja — gegentendenz

Kritik — gegentendenz

Nationalismus... — Wayne

ähm — och